Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2A.91/2007
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2A.91/2007

Urteil vom 25. Februar 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Bundesrichterin Yersin, Bundesrichter Karlen,
Bundesrichterin Aubry Girardin,
Gerichtsschreiber Häberli.

Barbara Labbé-Hofer,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher Marc F. Suter,

gegen

Kanton Bern, Beschwerdegegner,
handelnd durch die Justiz-, Gemeinde- und
Kirchendirektion, Münstergasse 2, 3011 Bern,
diese vertreten durch Fürsprecher Dr. Andreas Jost.

Geschlechtsdiskriminierende Entlöhnung
(Art. 3 GlG),

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 14. Dezember 2006.

Sachverhalt:

A.
Barbara Labbé (geb. 1964) ist Rechtsanwältin und Mutter dreier Kinder (geb.
1996, 1998 und 2001); seit dem 1. Januar 1997 ist sie als
Regierungsstatthalterin des Berner Amtsbezirks La Neuveville tätig. Bei
Amtsantritt wurde Barbara Labbé von der Justiz-, Gemeinde- und
Kirchendirektion des Kantons Bern in die Gehaltsklasse 27 auf der
Erfahrungsstufe 9 eingereiht.

B.
Die Tätigkeit der Regierungsstatthalterin von La Neuveville ist als
Halbpensum ausgestaltet. Als der Beschäftigungsgrad von sieben anderen
teilzeiterwerbstätigen Regierungsstatthaltern per 1. Juli 1999 erhöht wurde,
gelangte Barbara Labbé in der Folge an die Justiz-, Gemeinde- und
Kirchendirektion des Kantons Bern, welche sie mehrmals erfolglos um die
Erhöhung ihres Pensums auf 60 bzw. 70 Prozent ersuchte. Am 11. Dezember 2003
beantragte Barbara Labbé alsdann eine Überprüfung ihres Gehalts unter dem
Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit. Weil ihrem Begehren nicht entsprochen
wurde, verlangte sie mit Eingabe vom 5. Mai 2004 die rückwirkende
"Ausrichtung eines angemessenen Gehalts" ab 1. Januar 2002 sowie die
Einreihung auf einer höheren Erfahrungsstufe. Die abschlägige Verfügung der
Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion vom 20. September 2004 focht Barbara
Labbé beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern an. Dieses trat auf ihre
Beschwerde nicht ein, soweit mit dieser eine gehaltsmässige Neueinreihung
beantragt bzw. eine zu tiefe Ersteinreihung bei Amtsantritt und ein
ungenügender anschliessender Erfahrungsaufstieg gerügt wurde. Weiter trat das
Verwaltungsgericht nicht auf den Eventualantrag ein, der Beschäftigungsgrad
von Barbara Labbé sei per 1. Januar 2004 auf 70 Prozent zu erhöhen.
Demgegenüber prüfte es, ob eine geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung im
Sinne des Bundesgesetzes vom 24. März 1995 über die Gleichstellung von Frau
und Mann (GlG; SR 151.1) vorliege, verneinte aber diese Frage und wies die
Beschwerde insoweit ab (Urteil vom 14. Dezember 2006).

C.
Am 31. Januar 2007 hat Barbara Labbé beim Bundesgericht
Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht mit dem Antrag, den Entscheid des
Verwaltungsgerichts vom 14. Dezember 2006 und die Verfügung der Justiz-,
Gemeinde- und Kirchendirektion vom 20. September 2004 aufzuheben. Sodann sei
ihr "rückwirkend ab 1. Januar 2000 eine angemessene, richterlich zu
bestimmende Lohnnachzahlung auszurichten und ihr jetziges Gehalt sei auf
gerichtliche Bestimmung hin angemessen anzuheben und es sei gerichtlich
festzustellen, dass die Abgeltung der von der Beschwerdeführerin geleisteten
Überstunden erst bei Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem
Beschwerdegegner diskriminierend sei"; eventuell sei die Sache zu neuem
Entscheid an die Vorinstanz bzw. die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion
zurückzuweisen.
Die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion und das Verwaltungsgericht des
Kantons Bern beantragen je, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten sei, während das ebenfalls zur Vernehmlassung eingeladene
Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) auf
Abweisung der Beschwerde schliesst.

D.
In einem zweiten Schriftenwechsel haben die Parteien an ihren Anträgen
festgehalten. Das Verwaltungsgericht hat auf die Einreichung einer
ergänzenden Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:

1.
1.1 Auf das vorliegende Verfahren findet noch das bis Ende 2006 geltende
Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der
Bundesrechtspflege (OG) Anwendung (vgl. Art. 132 Abs. 1 des am 1. Januar 2007
in Kraft getretenen Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht
[BGG; SR 173.110]).

1.2 Das Urteil des Verwaltungsgerichts stützt sich auf das
Gleichstellungsgesetz, dessen Verletzung in Bezug auf öffentlich-rechtliche
Dienstverhältnisse mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde gerügt werden kann (Art.
13 Abs. 1 GlG in Verbindung mit Art. 97 ff. OG und Art. 5 VwVG; BGE 124 II
409 E. 1d/ii S. 417). Die im vorinstanzlichen Verfahren unterlegene
Beschwerdeführerin ist zu diesem Rechtsmittel legitimiert (Art. 103 lit. a
OG).

1.3 Die Beschwerdeführerin hat die uneingeschränkte Aufhebung des
angefochtenen Entscheids beantragt und damit formell auch das teilweise
Nichteintreten auf ihre Beschwerde im vorinstanzlichen Verfahren angefochten.
Wieso das Verwaltungsgericht insoweit Bundesrecht verletzt haben sollte,
begründet sie in ihrer Beschwerdeschrift jedoch mit keinem Wort. Mithin fehlt
es ihrer Eingabe diesbezüglich an einer Art. 108 Abs. 2 OG genügenden
Begründung (vgl. BGE 118 Ib 134; 131 II 449 E. 1.3 S. 452). Auf die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist darum nicht einzutreten, soweit der
vorinstanzliche Nichteintretensentscheid angefochten wird.

1.4 Weiter ist auf die Eingabe der Beschwerdeführerin nicht einzutreten,
soweit sie sich gegen die Verfügung der Justiz-, Gemeinde- und
Kirchendirektion vom 20. September 2004 richtet, kann doch mit
Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur der letztinstanzliche kantonale Entscheid
angefochten werden (vgl. Art. 98 lit. g OG). Nicht einzutreten ist ferner auf
den Feststellungsantrag hinsichtlich der Überstunden: Dieser betrifft eine
Frage, die nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahrens
bildete und deshalb - auch wenn diesbezüglich nunmehr eine Verletzung des
Gleichstellungsgesetzes gerügt wird - ausserhalb des Anfechtungs- und
Streitgegenstands liegt.

1.5 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann vorliegend die Verletzung von
Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens,
sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts gerügt werden (Art. 104 lit. a und b OG), nicht jedoch die
Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (vgl. Art. 104 lit. c OG). Hat
- wie hier - eine richterliche Behörde als Vorinstanz entschieden, ist das
Bundesgericht an deren Sachverhaltsfeststellung gebunden, sofern diese nicht
offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher
Verfahrensbestimmungen erfolgt ist (Art. 105 Abs. 2 OG).

2.
Art. 3 GlG untersagt nicht nur die direkte, sondern auch die indirekte
Benachteiligung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen aufgrund ihres
Geschlechts (Abs. 1); dieses Verbot gilt insbesondere für Anstellung,
Aufgabenzuteilung, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Entlöhnung, Aus- und
Weiterbildung, Beförderung und Entlassung (Abs. 2). Anders als bei einer
direkten liegt bei der indirekten Benachteiligung eine formal
geschlechtsneutrale Regelung vor, welche im Ergebnis aber wesentlich mehr
bzw. überwiegend Angehörige des einen Geschlechts gegenüber denjenigen des
anderen benachteiligt, ohne dass dies sachlich begründet wäre (BGE 124 II 409
E. 7 S. 424 f.; 529 E. 3a S. 530 f.). Die gesetzwidrige Diskriminierung wird
vermutet, wenn aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse
Wahrscheinlichkeit für sie spricht, ohne dass die Möglichkeit bereits
auszuschliessen wäre, dass eine solche letztlich doch nicht besteht (vgl. BGE
130 III 145 E. 4.2 S. 162).
Ist eine geschlechtsbedingte Diskriminierung in diesem Sinne glaubhaft
gemacht, so führt das gemäss Art. 6 GlG zu einer Beweislastumkehr: Der
Arbeitgeber hat nachzuweisen, dass die Ungleichbehandlung nicht
diskriminierend ist; misslingt ihm dies, gilt die geschlechtsspezifische
Benachteiligung als erstellt (BGE 125 III 368 E. 4 S. 372). Zu beachten ist,
dass eine gerügte Diskriminierung nicht schon dann glaubhaft gemacht ist,
wenn ein Angehöriger des einen Geschlechts weniger verdient (oder sonst wie
schlechter gestellt ist) als ein Angehöriger des anderen Geschlechts;
erforderlich ist zusätzlich, dass sich die berufliche Situation der
verglichenen Angestellten insgesamt gleich oder zumindest ähnlich präsentiert
(vgl. BGE 127 III 207 E. 3b S. 213; 125 III 368 E. 4 S. 372).

3.
3.1 Die Regierungsstatthalter sind im Kanton Bern alle in der Gehaltsklasse 27
eingereiht; Lohnunterschiede zwischen den einzelnen Stelleninhabern gibt es
lediglich in Bezug auf die Erfahrungsstufen, in welche jede Gehaltsklasse
unterteilt ist (ursprünglich waren es 40, seit dem 1. Juli 2005 sind es neu
80 Stufen pro Gehaltsklasse). Bei der Ersteinreihung werden aufgrund der
persönlichen Fähigkeiten und der Berufserfahrung des betreffenden
Regierungsstatthalters die anrechenbaren Erfahrungsstufen bestimmt.
Anschliessend wird das Gehalt in der Form eines vom Regierungsrat jährlich
bestimmten Stufenaufstiegs erhöht, wobei in den Jahren 1999 bis 2005
unbestrittenermassen für alle Berner Regierungsstatthalter - unabhängig von
deren Geschlecht - die gleichen Regeln Anwendungen fanden.

3.2 Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Beschwerdeführerin vermöge die
gerügte geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung nicht glaubhaft zu machen.
Zwar sei sie tiefer eingereiht als ihr im Amtsbezirk Bern tätiger
(männlicher) Kollege. Dieser sei aber seinerseits nicht besser gestellt als
seine im gleichen Amtsbezirk tätige (weibliche) Kollegin, die bezüglich ihrer
Berufserfahrung "mehr oder weniger" mit der Beschwerdeführerin vergleichbar
sei. Eine Diskriminierung schloss das Verwaltungsgericht ferner deswegen aus,
weil der Einreihungsbehörde anlässlich der Ersteinreihung der
Beschwerdeführerin ein Teil von deren Berufserfahrung nicht bekannt war, was
zu einer um maximal drei Erfahrungsstufen zu tiefen Einreihung geführt habe.
Zudem habe die Sparpolitik des Kantons mittelbar eine Privilegierung all
jener Regierungsstatthalter zur Folge gehabt, die später in den Staatsdienst
eingetreten seien.

4.
Die Beschwerdeführerin macht zunächst in verschiedener Hinsicht eine
offensichtlich unrichtige bzw. ungenügende Sachverhaltsfeststellung (Art. 104
lit. b OG) geltend.

4.1 Zum einen beanstandet sie, dass die Vorinstanz den tabellarischen
Vergleich der gehaltsmässigen Einreihung der Regierungsstatthalter, den das
Personalamt des Kantons Bern per Januar 2005 in anonymisierter Form erstellt
hatte, nicht "aufgeschlüsselt" habe. Mittels der von ihr verlangten Zuordnung
der erhobenen Lohndaten zu den einzelnen Amtsinhabern glaubt die
Beschwerdeführerin eines der Argumente widerlegen zu können, welche der
Kanton für den zwischen ihr und ihrem Berner Kollegen bestehenden
Lohnunterschied angeführt hat: Die Tatsache, dass die Regierungsstatthalter
von Thun, Burgdorf und Biel nicht besser bezahlt seien als ihre Kollegen in
ländlichen Amtsbezirken, zeige nämlich, dass sich die angeblich komplexeren
Aufgaben und die vermeintlich grössere Verantwortung der in städtischen
Amtsbezirken tätigen Kollegen gar nicht auf deren Lohn auswirke. Nun hat aber
das Verwaltungsgericht die entsprechende Argumentation des Kantons zwar
wiedergegeben, sie aber für die Begründung seines Entscheids nicht
aufgegriffen, zumal es sich bei seinen Erwägungen auf die Prüfung der Frage
beschränkt hat, ob Anzeichen für geschlechtsbedingte Lohnunterschiede
bestünden. Mit Blick hierauf hielt es für überflüssig, einen
"aufgeschlüsselten Lohn-Quervergleich" aller Regierungsstatthalter
einzuholen, und wies den dahingehenden Beweisantrag der Beschwerdeführerin
ausdrücklich ab. Inwiefern diese antizipierte Beweiswürdigung Bundesrecht
verletzen bzw. zu einer offensichtlich unvollständigen Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts führen sollte (Art. 105 Abs. 2 OG; vgl.
E. 1.5), legt die Beschwerdeführerin nicht dar.

4.2 Zum anderen rügt die Beschwerdeführerin einen "schweren Fehler" im vom
Personalamt erstellten Vergleich der gehaltsmässigen Einreihung der
Regierungsstatthalter, weil darin bei ihrem Berner Kollegen offenbar
fälschlicherweise 1995 als Eintrittsjahr in den Kantonsdienst angegeben wird.
Dieses Vorbringen geht an der Sache vorbei: Zwar hat das Verwaltungsgericht
in seinen Erwägungen (zumindest ganz am Rand) auch auf den Zeitpunkt des
Amtsantritts der einzelnen Regierungsstatthalter Bezug genommen, wobei die
Richtigkeit der entsprechenden Angaben unbestritten ist. Gar keine Rolle
spielte demgegenüber im vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahren, ob - und
gegebenenfalls für wie lange - die einzelnen Regierungsstatthalter vor dem
Amtsantritt schon im Kantonsdienst gestanden sind. Weshalb die als falsch
gerügte Jahreszahl dennoch Teil des rechtserheblichen Sachverhalts sein
sollte, tut die Beschwerdeführerin nicht dar. Es ist denn auch keinerlei
Bezug zu einer allfälligen geschlechtsspezifischen Diskriminierung
ersichtlich; von einer offensichtlich unrichtigen Sachverhaltsfeststellung im
Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG (vgl. E. 1.5) kann keine Rede sein. Sollte das
Personalamt, wie die Beschwerdeführerin vermutet, dem Eintrittsjahr der
Regierungsstatthalter ursprünglich eine gewisse Bedeutung beigemessen haben,
so wäre dies nach dem Gesagten unerheblich.

4.3 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich auch die
Sachverhaltsfeststellung hinsichtlich ihres Beschäftigungsgrads sowie der von
ihr (über das Halbpensum hinausgehend) geleisteten Mehrarbeit kritisiert,
verkennt sie, dass ihre dahingehenden Vorbringen nicht den Streitgegenstand
des vorliegenden Verfahrens betreffen (vgl. Sachverhalt lit. B und oben E.
1.4).

5.
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Ausfällung
des angefochtenen Entscheids um sieben Erfahrungsstufen tiefer eingereiht war
als der von ihr zum Vergleich herangezogene, ab 1. August 2000 im Amtsbezirk
Bern tätige männliche Kollege (welcher inzwischen aus dem Staatsdienst
ausgeschieden ist und eine Stelle bei einer privatwirtschaftlichen
Unternehmung angetreten hat). Sie verdiente deshalb - auf eine Vollzeitstelle
umgerechnet - rund elf Prozent weniger als dieser, obschon sie ihr Amt um gut
drei Jahre länger ausübte. Nicht in Frage gestellt wird weiter die Behauptung
der Beschwerdeführerin, sie verfüge über die gleichen Qualifikationen und
über eine "mindestens gleichwertige Berufserfahrung" wie der betreffende
Kollege. Zwar hat der Kanton im vorinstanzlichen Verfahren betont, die
Regierungsstatthalter in städtischen Amtsbezirken hätten komplexere Aufgaben
zu bewältigen und grössere Verantwortung zu tragen als die Beschwerdeführerin
im kleinsten und ländlich geprägten Bezirk La Neuveville. Das
Verwaltungsgericht hat jedoch zu dieser Behauptung des Beschwerdegegners
keine Feststellungen getroffen, weshalb für das vorliegende Verfahren davon
auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin und der zum Vergleich
herangezogene Regierungsstatthalter von Bern im Wesentlichen die gleiche
Arbeit verrichtet haben. Angesichts einer Lohndifferenz von über zehn Prozent
ist bei diesen Gegebenheiten praxisgemäss eine (indirekte)
geschlechtsbedingte Benachteilung der Beschwerdeführerin zu vermuten. Soweit
die Vorinstanz die Glaubhaftmachung einer Diskriminierung im Sinne von Art. 3
GlG verneint hat, verstösst der angefochtene Entscheid mithin gegen
Bundesrecht.

6.
Ungeachtet der bundesrechtswidrigen Handhabung der Beweisregel von Art. 6 GlG
ist der Entscheid des Verwaltungsgerichts indessen im Ergebnis nicht zu
beanstanden: Es trifft zu, dass der Kanton Bern - nachdem es der
Beschwerdeführerin gelungen ist, eine Diskriminierung glaubhaft zu machen -
als Arbeitgeber zum Nachweis verpflichtet ist, dass die geringere Entlöhnung
in Wirklichkeit nicht geschlechtsdiskriminierend bzw. durch sachliche Gründe
gerechtfertigt ist (vgl. E. 2). In Anbetracht der Feststellungen im
angefochtenen Entscheid ist der entsprechende Gegenbeweis jedoch geglückt:
6.1 In seinen Erwägungen hat das Verwaltungsgericht zu Recht die Tatsache in
den Vordergrund gerückt, dass nicht nur der von der Beschwerdeführerin zum
Vergleich herangezogene männliche Regierungsstatthalter, sondern auch dessen
weibliche Kollegin im Amtsbezirk Bern um sieben Erfahrungsstufen höher
eingereiht war als die Beschwerdeführerin. Weil alle drei Genannten
unbestrittenermassen über eine ähnliche Qualifikation und Berufserfahrung
verfügen, ist der höhere Lohn der Berner Kollegin nicht etwa auf eine bessere
Befähigung zurückzuführen. Damit steht gleichzeitig fest, dass die beiden
Regierungsstatthalter des Amtsbezirks Bern - trotz unterschiedlichen
Geschlechts - gleich entlöhnt worden sind. Diese offensichtliche
Gleichbehandlung von Mann und Frau spricht gegen eine (indirekt)
geschlechtsdiskriminierende Wirkung der kantonalen Einreihungspraxis. Das
Gleiche gilt für die festgestellte Lohndifferenz zwischen der
Beschwerdeführerin und ihrer Berner Kollegin, welche zum Vornherein nicht
geschlechtsbedingt sein kann. Ferner lässt auch der Umstand, dass - was in
der Beschwerdeschrift nicht bzw. nicht substantiiert bestritten wird -
mindestens ein männlicher Berufskollege tiefer als die Beschwerdeführerin
eingereiht ist, obschon er sein Amt länger als diese ausübt, eine
geschlechtsbedingte Benachteiligung unwahrscheinlich erscheinen.

6.2 Die Vorinstanz hat denn auch zwei objektive, nicht
geschlechtsdiskriminierende Gründe für den streitigen Lohnunterschied
festgestellt:
6.2.1 Zunächst ist unbestritten, dass der für die Ersteinreihung zuständigen
Behörde nicht die gesamte Berufserfahrung der Beschwerdeführerin bekannt war;
dieser Umstand hat zu einer um (maximal) drei Erfahrungsstufen zu tiefen
Einreihung der Beschwerdeführerin geführt. Es mag erstaunen, dass - wenn
insoweit ein Versehen vorlag - bis heute noch keine Gehaltskorrektur erfolgt
ist, obschon die kantonalen Behörden offenbar seit 2004 über die
vollständigen Informationen verfügen. Wie das Verwaltungsgericht aber zu
Recht festhält, stellen sich diesbezüglich keine geschlechtsspezifischen
Fragen der Lohngleichheit, so dass es Sache des für eine allfällige
Neueinreihung zuständigen Regierungsrats ist, die gebotenen Massnahmen
anzuordnen. Die fehlerhafte Ersteinreihung erscheint bei diesen Gegebenheiten
als objektive Erklärung für die Lohndifferenz zwischen der Beschwerdeführerin
und ihren Berner Kollegen. Jedenfalls ist nicht im vorliegenden Verfahren zu
beurteilen, ob und inwieweit die Beschwerdeführerin wegen des erwähnten
Mangels Anspruch auf eine Gehaltserhöhung hat.

6.2.2 Ebenfalls als objektive Erklärung für die streitige Lohndifferenz
präsentiert sich der verlangsamte Lohnanstieg, welche das Kantonspersonal
infolge der Sparpolitik der öffentlichen Hand erfahren hat. Zwar leuchtet
nicht ein, dass sich die einschlägige Berufserfahrung der Beschwerdeführerin
als Regierungsstatthalterin lohnmässig weniger auszahlt als jene Erfahrung,
welche ihr Berner Kollege in der gleichen Zeitspanne in anderen Tätigkeiten
gesammelt hat. Wenn aber neu gewählten Regierungsstatthaltern für die
Ersteinreihung die Berufserfahrung in aller Regel voll angerechnet wird,
während sich bei ihren bereits im Amt stehenden Kollegen - infolge des
gebremsten Lohnaufstiegs des Staatspersonals - die gleiche Erfahrung in
weniger Gehaltsstufen niederschlägt, so betrifft dies Frauen und Männer
gleichermassen. Mit Blick auf den Amtsbezirk Bern zeigt sich denn auch, dass
beide Regierungsstatthalter ungeachtet ihres verschiedenen Geschlechts von
diesem Mechanismus profitiert haben. Demgegenüber hatten unbestrittenermassen
alle im Amt stehenden Regierungsstatthalter (bei denen es sich grösstenteils
um Männer handelt) hinzunehmen, dass sie in den Jahren 1997 und 1998
keinerlei Lohnerhöhung erhielten und der "Stufenanstieg" in den Jahren 1999
bis 2005 grundsätzlich nur reduziert erfolgte.

6.3 Was die Beschwerdeführerin gegen diese Beweisführung des Kantons
vorbringt, geht an der Sache vorbei: Im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes
ist grundsätzlich nur zu prüfen, ob eine geschlechtsbedingte Diskriminierung
vorliegt, nicht aber ob und inwieweit die betroffenen Angestellten allenfalls
unabhängig von ihrem Geschlecht rechtsungleich behandelt werden. Nichts
anderes ergibt sich aus der Tatsache, dass dem Verbot der
geschlechtsbedingten Diskriminierung "absolute Geltung" zukommt. Im von der
Beschwerdeführerin zitierten Entscheid hat das Bundesgericht betont, dass
eine Diskriminierung auch dann gegeben sein kann, wenn die gerügte
Schlechterstellung nicht nur Angehörige des einen, sondern gleichzeitig auch
solche des anderen Geschlechts betrifft (BGE 127 III 207 E. 4 S. 214 f.).
Dadurch wird dem Arbeitgeber jedoch nicht verwehrt, den ihm obliegenden
Gegenbeweis mit der Tatsache zu führen, dass die von der Beschwerdeführerin
zur Glaubhaftmachung ihrer Diskriminierung aufgezeigte Besserstellung eines
oder mehrerer Angestellter nicht den Angehörigen eines Geschlechts
vorbehalten ist. Diesfalls wird die gerügte Diskriminierung nicht - wie vom
Bundesgericht abgelehnt - mit einer zusätzlichen Diskriminierung eines
Angehörigen des anderen Geschlechts gerechtfertigt; vielmehr wird umgekehrt
über einen Vergleich unter Geschlechtsgenossen belegt, dass die der
Beschwerdeführerin vorenthaltene Besserstellung nicht nur den Angehörigen des
anderen Geschlechts zukommt. Würde der Argumentation der Beschwerdeführerin
gefolgt, könnte der Arbeitgeber letztlich eine vermutete Diskriminierung gar
nie mit konkreten Angaben über die berufliche Stellung bestimmter
Arbeitnehmer entkräften, was widersinnig wäre.

6.4 Die Beschwerdeführerin beanstandet ferner, die für die Ersteinreihung
anwendbare Regelung wirke sich darum geschlechtsdiskriminierend aus, weil
Frauen häufig familienbedingt während einer gewissen Zeit keiner
Erwerbstätigkeit nachgehen würden. Die Zeitspanne, in welcher eine Frau ihre
Kinder betreue und nicht berufstätig sei, werde ihr später bei Amtsantritt
nicht als Berufserfahrung angerechnet. Wie es sich damit verhält, kann hier
offen bleiben, zumal die Beschwerdeführerin selber stets (auch) berufstätig
gewesen ist und deshalb von einer entsprechenden allfälligen Benachteiligung
zum Vornherein nicht betroffen wäre. Schliesslich ist unbestritten, dass die
juristische Ausbildung der Beschwerdeführerin für die Wahrnehmung des Amts
einer Regierungsstatthalterin, insbesondere mit Blick auf deren Aufgaben in
der Rechtsanwendung und der Rechtsprechung, von Vorteil ist. Inwiefern sich
im Zusammenhang mit ihrer Ausbildung Fragen der Geschlechterdiskriminierung
stellen könnten, wird aus den Vorbringen in der Beschwerdeschrift jedoch
nicht verständlich. Im Übrigen verfügt der zum Vergleich herangezogene, im
Amtsbezirk Bern tätige Kollege gleich wie die Beschwerdeführerin ebenfalls
über ein Rechtsanwaltspatent und einschlägige Berufserfahrung.

7.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich demnach als unbegründet,
soweit auf sie einzutreten ist.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 13 Abs. 5 GlG). Parteientschädigung ist
keine auszurichten (vgl. Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern,
Verwaltungsrechtliche Abteilung, und dem Eidgenössischen Büro für die
Gleichstellung von Frau und Mann schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. Februar 2008

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Häberli