Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Staatsrecht 2P.26/2007
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2P.26/2007 /leb

Urteil vom 28. Juni 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Müller, Karlen,
Gerichtsschreiber Küng.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch
Rechtsanwalt Remo Cavegn,

gegen

Bildungszentrum Gesundheit und Soziales (BGS), Tittwiesenstrasse 66, 7000
Chur,
Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. iur. Mario Cavigelli, Vazerolgasse 2, 7000 Chur,
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden,
1. Kammer, Obere Plessurstrasse 1, 7000 Chur.

Art. 5 Abs. 3, Art. 8 Abs. 1, Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV (Lohnforderung),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden
vom 31. Oktober 2006.

Sachverhalt:

A.
X. ________ (geb. 1956) wurde am 21. August 1989 als Lehrbeauftragter
(Mittelschullehrer) an der Bündner Frauenschule angestellt. Seither erhielt
er jährlich jeweils Ende Juni/Anfang Juli für das neue Schuljahr ein
Unterrichtspensum mit unterschiedlicher Stundenzahl zugewiesen.

Mit dem am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen kantonalen Gesetz vom 22.
September 2002 über Ausbildungsstätten im Gesundheits- und Sozialwesen
(AGSG/GR) wurden die Berufsschule für Gesundheits- und Krankenpflege, die
Interkonfessionelle Bündnerische Schule für Gesundheits- und Krankenpflege,
die Bündner Schule für Pflege im psychosozialen Bereich und die Bündner
Frauenschule (nichtseminaristische Abteilungen) zum kantonalen
Bildungszentrum Gesundheit und Soziales (BGS; im Folgenden: Bildungszentrum)
zusammengeschlossen. Die an den zu integrierenden Schulen bestehenden
Anstellungsverhältnisse waren vom Bildungszentrum als Arbeitgeber
weiterzuführen und innert eines Jahres seit Inkrafttreten des Gesetzes neu zu
begründen (Art. 23 Abs. 2 AGSG/GR). Die Anstellungsverhältnisse hatten sich
noch nach der am 1. Januar 2007 aufgehobenen kantonalen Verordnung des
Grossen Rates vom 27. September 1989 über das Arbeitsverhältnis der
Mitarbeitenden des Kantons Graubünden (Personalverordnung, aPV/GR) zu
richten. Nach dieser waren die Arbeitsverhältnisse mit öffentlich-rechtlichem
Vertrag zu begründen (Art. 3 aPV/GR).

Das Anstellungsverhältnis von X.________ als Lehrbeauftragtem
(Mittelschullehrer) wurde - nun mit dem Bildungszentrum als Arbeitgeber -
ebenfalls weitergeführt. Am 30. Juni 2003 erhielt er die neue
Stundenzuteilung für das Schuljahr 2003/2004; zugleich wurde ihm neu die
Abteilungsleitung der Vorschule für Berufe im Gesundheitswesen übertragen. Im
Jahr 2004 ging das Bildungszentrum auf alle Lehrbeauftragten zu, um mit ihnen
Jahresverträge abzuschliessen. Auch mit X.________ schloss es am 18. Juni
2004 einen öffentlich-rechtlichen Arbeitsvertrag als "Abteilungsleiter
Vorschule für Berufe im Gesundheitswesen/Lehrbeauftragter" ab. Dabei wurde
festgelegt, dass der Vertrag vom 1. August 2004 bis und mit 31. Juli 2005
dauere; das Arbeitsverhältnis ende auch ohne Kündigung spätestens am 31. Juli
2005. Im Begleitschreiben wurde festgehalten, der Arbeitsvertrag ersetze neu
die jeweiligen Schreiben bezüglich der Stundenzuteilung.
Am 11. Oktober 2004 teilte das Bildungszentrum X.________ mit, die Vorschule
für Berufe im Gesundheitswesen werde auf Ende des Schuljahres aufgelöst und
seine Weiterbeschäftigung als Lehrbeauftragter der ehemaligen Bündner
Frauenschule könne nicht garantiert werden. Gegen Ende Frühjahr 2005 würden
der Personalbedarf ausgerechnet und falls nötig zusätzliche Lehrpersonen
gesucht. Man nehme an, dass er sich auf eine solche Ausschreibung für die
Besetzung von Lehraufträgen/Stellen melde. Um eine am 2. April 2004
ausgeschriebene Stelle am Bildungszentrum als "Lehrer für die erweiterte
Allgemeinbildung" meldete sich auch X.________; am 18. Mai 2005 wurde ihm
eröffnet, dass die Wahl auf einen Mitbewerber gefallen sei. Am 20. Juni 2005
dankte ihm das Bildungszentrum für seinen Einsatz und liess ihm ein
Arbeitszeugnis zukommen. Mit Arztzeugnis vom 29. Juli 2005 wurde X.________
für die Dauer von drei bis vier Wochen krank geschrieben.

Am 1. September 2005 wandte sich X.________ an das Bildungszentrum und machte
geltend, er habe sich aufgrund seiner 16-jährigen Lehrtätigkeit in einem
unbefristeten Arbeitsverhältnis befunden; mangels Kündigung sei ihm weiterhin
sein Monatslohn auszuzahlen; zudem erwarte er eine Pensenzuteilung. Das
Bildungszentrum lehnte diese Ansprüche ab.

Mit Klage vom 3. Februar 2006 beantragte X.________ dem Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden, das Bildungszentrum sei zu verpflichten, ihm als
Folge des für ihn geltenden Kündigungsschutzes  den Betrag von Fr. 20'946.--
(entsprechend den ausstehenden Monatslöhnen für September und Oktober 2005)
nebst Zins zu bezahlen. Mit Urteil vom 31. Oktober 2006 wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die Klage ab.

B.
Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 22. Januar 2007 beantragt X.________ dem
Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom
31. Oktober 2006 aufzuheben.

Das Verwaltungsgericht beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werde; im Übrigen verweist es auf den angefochtenen Entscheid.

Das Bildungszentrum schliesst auf Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Am 1. Januar 2007 ist das neue Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; AS 2006 1205) in Kraft getreten.
Nach Art. 132 Abs. 1 BGG ist hier noch das Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943
über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) anwendbar, da der
angefochtene Entscheid vor Inkrafttreten des Bundesgerichtsgesetzes ergangen
ist.

1.2 Mit staatsrechtlicher Beschwerde können grundsätzlich keine Tatsachen und
Beweismittel sowie keine rechtlichen Argumente vorgebracht werden, welche
nicht bereits im kantonalen Verfahren geltend gemacht wurden. Es sind jedoch
solche neuen Vorbringen erlaubt, zu deren Geltendmachung erst die Begründung
des angefochtenen Entscheides Anlass gibt, sowie Gesichtspunkte, die sich
derart aufdrängen, dass sie von der kantonalen Instanz von Amtes wegen hätten
berücksichtigt werden müssen (BGE 129 I 49 E. 3 S. 57, mit Hinweisen).

2.
2.1 Dem Beschwerdeführer wurde nach einer Stellvertretung im Schuljahr 1988/89
(18 Wochenlektionen) ab dem Schuljahr 1989/90 an der Bündner Frauenschule
jedes Jahr eine unterschiedliche Anzahl Lektionen zugeteilt. Die einzelnen
Lehraufträge umfassten zwischen 12 und 25,5 Lektionen. Die Bündner
Frauenschule war als Dienststelle bzw. Verwaltungsabteilung Teil der
kantonalen Verwaltung, weshalb die jährlichen Stundenzuteilungen bis zum
Schuljahr 2002/2003 durch das zuständige Erziehungs-, Kultur- und
Umweltschutzdepartement eröffnet wurden. Die Lehrbeauftragten der
Frauenschule unterstanden damit bereits vor der Zusammenführung der
kantonalen Personalverordnung.

Die Anstellungsverhältnisse am Bildungszentrum (eine selbständige Anstalt des
kantonalen öffentlichen Rechts) richten sich ebenfalls nach der kantonalen
Personalverordnung (Art. 13 AGSG/GR); die an den zu integrierenden Schulen
bestehenden Anstellungsverhältnisse waren bis 1. Januar 2004 neu zu begründen
(Art. 23 Abs. 2 AGSG/GR). Im Falle des Beschwerdeführers ist dies mit dem
öffentlich-rechtlichen Vertrag vom 18. Juni 2004 geschehen. Von der
Anwendbarkeit der kantonalen Personalverordnung auf sein
Anstellungsverhältnis geht auch der Beschwerdeführer aus, beruft er sich doch
auf die willkürliche Nichteinhaltung der Kündigungsformen und -fristen gemäss
Art. 8 ff. aPV/GR bzw. die Nichtanwendung der entsprechenden Bestimmungen
betreffend den Kündigungsschutz.

2.2 Gemäss den gestützt auf Art. 2 Abs. 2 aPV/GR von der Bündner Regierung am
25. März 1996 erlassenen Ausführungsbestimmungen über die
Anstellungsbedingungen der Lehrbeauftragten an der Bündner Kantonsschule, am
Bündner Lehrerseminar und an der Bündner Frauenschule ist die
Anstellungsdauer der Lehrbeauftragten an diesen Schulen auf ein Schuljahr
befristet (Art. 2). Da Art. 2 Abs. 2 aPV/GR nur teilzeitliche Mitarbeiter
erfasst, die auf "einer Stelle im Stellenplan angestellt sind" - was beim
Beschwerdeführer nicht der Fall war (Vernehmlassung des Bildungszentrums S.
5) und von ihm auch nicht behauptet wird - finden die Ausführungsbestimmungen
auf ihn keine direkte Anwendung; davon geht der Beschwerdeführer selber aus
(Beschwerde S. 11 Ziff. 13).

Die Möglichkeit der Befristung von kantonalen Angestellten ergibt sich
hingegen aus Art. 2 Abs. 3 aPV/GR. Diese Bestimmung sieht vor, dass Aushilfen
für eine Tätigkeit ausserhalb des Stellenplans teilzeitlich oder temporär
angestellt werden können. Der Beschwerdeführer war somit während seiner
jeweils befristeten Lehrbeauftragtentätigkeit sowohl an der Bündner
Frauenschule als auch am Bildungszentrum als Aushilfe im Sinne von Art. 2
Abs. 3 aPV/GR teilzeitlich bzw. temporär angestellt (vgl. Vernehmlassung des
Bildungszentrums, S. 5). Fest angestellt waren nur Mitarbeiter auf Stellen im
Stellenplan (vgl. Aktennotiz des Erziehungsdepartements Graubünden vom
29. Oktober 2004).

2.3 Unter diesem Umständen durfte das Verwaltungsgericht ohne willkürliche
Rechtsanwendung davon ausgehen, dass sowohl die Bündner Frauenschule als auch
das Bildungszentrum auf der Grundlage des kantonalen Personalrechts mit dem
Beschwerdeführer als Lehrbeauftragtem grundsätzlich jeweils auf ein Schuljahr
befristete Arbeitsverträge abschliessen durften.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer erblickt eine willkürliche Rechtsanwendung (Art. 9
BV) hauptsächlich darin, dass das Verwaltungsgericht die mehrfache Befristung
seiner Anstellung, letztmals mit Vertrag vom 18. Juni 2004, als zulässig
erachtet und damit zugleich das Erfordernis einer (ausdrücklichen)
ordentlichen Kündigung verneint hat. Er macht insbesondere geltend, das
Verwaltungsgericht habe angesichts der 15-jährigen Dauer des
Arbeitsverhältnisses willkürlich einen sachlichen Grund für den Abschluss
eines erneut befristeten Arbeitsvertrages bejaht.

3.2 Die kantonale Personalverordnung macht die ordentliche Kündigung des
öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnisses von Aushilfen davon abhängig,
dass diese sachlich gerechtfertigt ist (Art. 9 Abs. 3 aPV/GR). Der
Beschwerdeführer kann somit unter Berufung auf das allgemeine Willkürverbot
(Art. 9 BV) rügen, das Verwaltungsgericht sei zu Unrecht von einem (wiederum)
befristeten Vertrag statt von einem unbefristeten Anstellungsverhältnis
ausgegangen (vgl. Urteil 2P.233/1996 vom 16. Dezember 1996 E. 1).

3.3 Unbegründet ist die in diesem Zusammenhang erhobene Rüge der
willkürlichen Sachverhaltsfeststellung (Art. 9 BV). Der Beschwerdeführer
beanstandet unter diesem Gesichtspunkt, dass das Verwaltungsgericht
festgestellt hat, es sei schon bei Vertragsabschluss (am 18. Juni 2004) klar
absehbar gewesen, dass die Vorschule für Berufe im Gesundheitswesen, an
welcher der Beschwerdeführer hauptsächlich eingesetzt war, in absehbarer Zeit
geschlossen würde; damit sei bereits bei Vertragsabschluss festgestanden,
dass der Kläger seinen wichtigsten Tätigkeitsbereich verlieren würde.

Dem Willkürverbot unterliegt nur die unhaltbare Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts (vgl. BGE 119 Ia 411 E. 5). In einer
Personalinformation vom 26. September 2002 wies der Interimsschulrat BGS
darauf hin, dass - wie gesetzlich vorgesehen - sämtliche bestehenden
Anstellungsverhältnisse der bisherigen Schulen durch das Bildungszentrum
übernommen würden; eine Besitzstandsgarantie bezüglich der bisherigen
Funktion bestehe nicht. Damit lag - auch für den Beschwerdeführer
voraussehbar und erkennbar - auf der Hand, dass bisher jeweils befristete
Anstellungsverhältnisse von Lehrbeauftragten wiederum befristet weitergeführt
würden. Da nach den folgenden Erwägungen die Unsicherheit in Bezug auf die
möglicherweise zur Verfügung stehenden Lektionen einen sachlichen Grund für
eine wiederholte Befristung der Anstellung bildete, ist die beanstandete
Feststellung der Voraussehbarkeit der Schulschliessung für den
Beschwerdeführer rechtlich nicht relevant; eine allenfalls unrichtige
Sachverhaltsfeststellung ist insofern unbeachtlich.

Abgesehen davon stand bereits bei der Genehmigung des Überführungskonzepts im
April 2001 durch die Bündner Regierung fest, dass (als Folge der Reform der
Sekundarstufe II) die Vorschule nur noch bis im Juli 2004 weitergeführt
werden sollte (Überführungskonzept vom März 2001, Tabelle S. 14). Diese
Tatsache, die dem Beschwerdeführer nicht nachweisbar bekannt gewesen sein
muss, ist für sich allein ein weiterer sachlicher Grund für die Befristung
des Anstellungsverhältnisses. Sie schliesst zudem von vornherein eine Absicht
des Arbeitgebers aus, die Befristung des Arbeitsvertrages missbräuchlich zur
Umgehung der Kündigungsschutzbestimmungen gewählt zu haben.

3.4 In Übereinstimmung mit der oben angeführten kantonalen Rechtsgrundlage
wurden durch die jährlichen Stundenzuteilungen mit dem Beschwerdeführer immer
wieder neue, jeweils auf ein Schuljahr befristete Arbeitsverträge
abgeschlossen, letztmals mit dem Vertrag vom 18. Juni 2004.

Das Verwaltungsgericht hat diese vor und nach der Vereinigung der Schulen im
Bildungszentrum rechtskonform zustande gekommenen, auf ein Jahr befristeten
Verträge - entgegen der Auffassung des Bildungszentrums - als sogenannte
Kettenarbeitsverträge qualifiziert. Dies zu Recht, da sich die Verträge ohne
zeitliche Unterbrechung ablösten und grundsätzlich auch denselben
Vertragsinhalt (Erteilung der jeweils zugewiesenen verfügbaren Lektionen an
der Schule) aufwiesen (vgl. Urteil 4C.51/1999 vom 20. Juli 1999 E. 2c).

3.5 Kettenverträge sind nach schweizerischem Recht auch bei mit
öffentlich-rechtlichem Vertrag Angestellten - unter Vorbehalt des
Rechtsmissbrauchsverbots (Art. 2 Abs. 2 ZGB) - grundsätzlich zulässig (vgl.
Matthias Michel, Beamtenstatus im Wandel, Diss. Zürich 1998, S. 275; Peter
Hänni, Das öffentliche Dienstrecht der Schweiz, Zürich 2002, S. 57 ff.). Da
das kantonale Recht keine entsprechenden Bestimmungen über Kettenverträge
enthält, hat sich das Verwaltungsgericht für die Beurteilung der Zulässigkeit
des befristeten Anstellungsvertrages zu Recht auf die entsprechende
privatrechtliche Lehre und Rechtsprechung gestützt (vgl. Urteil 2P.152/1992
vom 22. März 1993 E. 1a).

3.6 Ein Rechtsmissbrauch ist dann nicht anzunehmen, wenn für den Abschluss
mehrerer aufeinanderfolgender befristeter Verträge ein sachlicher Grund
besteht und diese ungewöhnliche Vertragsgestaltung nicht bezweckt, die
Anwendung der Bestimmungen über den Kündigungsschutz zu umgehen oder das
Entstehen von Rechtsansprüchen, die von einer Mindestdauer des
Arbeitsverhältnisses abhängen, zu verhindern (BGE 129 III 618 E. 6.2 S. 624,
mit Hinweis); andernfalls sind befristete in unbefristete
Anstellungsverhältnisse umzudeuten. Eine Umgehungsabsicht kann schon dann als
nachgewiesen erachtet werden, wenn für die mehrfache Befristung kein
vernünftiger Grund ersichtlich ist (Ullin Streiff/Adrian von Kaenel,
Arbeitsvertrag, 6. Aufl., Zürich 2006, N  7 zu Art. 334 OR; ). Diese
allgemeinen Grundsätze gelten auch für die hier in Frage stehende
Zulässigkeit der Befristung von öffentlich-rechtlichen Arbeitsverträgen (vgl.
Urteil 2P.152/1992 vom 22. März 1993 E. 1a und 2). Das Verwaltungsgericht ist
demnach nicht in Willkür verfallen, wenn es davon ausgegangen ist.

3.7 Sachliche Gründe für eine Aneinanderreihung mehrerer befristeter
Arbeitsverträge bejahen Lehre und Rechtsprechung insbesondere bei der
Anstellung von Künstlern (Schauspielern, Musikern, Sängern etc.),
Gelegenheitsarbeitern, Berufssportlern und Lehrkräften mit Semester- oder
Schuljahranstellungen (Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, a.a.O., N 7 zu Art.
334 OR; vgl. Urteil der Eidg. Personalrekurskommission vom 17. Juni 2002 E.
2b [VPB 67.8]; vgl. Urteil 4C.476/1994 vom 15. März 1995; vgl. Urteil
4C.34/1992 vom 20. August 1992 E. 4; Urteil des Verwaltungsgericht des
Kantons Bern vom 7. August 2006 [in: BVR 2006 S. 529 ff.]). Als sachliche
Motive anzuerkennen sind grundsätzlich Besonderheiten des
Arbeitsverhältnisses oder besondere betriebliche Umstände wie beim
Bühnenengagement, beim Einsatz in einem Saisonbetrieb oder bei der Ausbildung
des Nachwuchses sowie die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens
(Manfred Rehbinder, Schweizerisches Arbeitsrecht, 15. Aufl., Bern 2002, N
299; vgl. auch Jürg Brühwiler, Kommentar zum Einzelarbeitsvertrag, 2. Aufl.;
Bern 1996, N 6 zu Art. 334 OR; Restrukturierung/Rationalisierung des
Betriebes: vgl. Urteil 4C.51/1999 vom 20. Juli 1999 E. 2c). Sachlich
begründet ist die wiederholte befristete Anstellung von Lehrbeauftragten an
Mittel- und Berufsschulen sowie Universitäten insbesondere deshalb, weil
deren Beschäftigung oft von der nicht längerfristig voraussehbaren Anzahl
eingeschriebener Schüler/Studenten bzw. dem Fächer-/Vorlesungsangebot abhängt
(vgl. Fritz Lang, Das Zürcher Personalgesetz vom 27. September 1998, in:
Peter Helbling/Tomas Poledna [Hrsg.], Personalrecht des öffentlichen
Dienstes, Bern 1999, S. 65 Fn 79; vgl. Öner Eyrenci, Zur Typologie zulässig
befristeter Arbeitsverträge, in: Rechtsprobleme befristeter Arbeitsverträge,
Münir Ekonomi/Manfred Rehbinder [Hrsg.], Bern 1978, S. 71 Fn. 33; vgl. Urteil
4P.127/1995 vom 18. August 1995 E. 5b, mit Hinweis; Urteil 4A.9/1999 vom
18. April 2000 E. 2). Befristete Anstellungen von Lehrern sind besonders dann
sachlich gerechtfertigt, wenn das Ende einer Anstellung mit grosser
Wahrscheinlichkeit feststeht (Peter Hänni, a.a.O., S. 57 ff., dazu: Urteil
2P.233/1996 vom 16. Dezember 1996).

3.8 Unter den gegebenen Umständen durfte das Verwaltungsgericht auch im Falle
des Beschwerdeführers ohne Willkür einen sachlichen Grund für den erneuten
Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages annehmen. Ob dieser sachliche
Grund dem Beschwerdeführer in allen Details bekannt war, spielt dabei keine
Rolle. Denn dem Beschwerdeführer - der nach den Akten immer wieder ohne
Erfolg ein unbefristetes Anstellungsverhältnis angestrebt hat - musste klar
sein, dass er weiterhin (nur) in einem befristeten Anstellungsverhältnis
stand. Diesem hat er schliesslich mit der Unterzeichnung des Vertrages
zugestimmt.

3.9 Da das Anstellungsverhältnis des Beschwerdeführers mit dem
zulässigerweise klar vereinbarten Fristablauf am 31. Juli 2005 ohne weiteres
endete - womit eine ordentliche Kündigung nicht nötig (Minh Son Nguyen, La
fin des rapports de service, in: Peter Helbling/Tomas Poledna [Hrsg.],
Personalrecht des öffentlichen Dienstes, Bern 1999, S. 429) bzw. sogar
ausgeschlossen war (Manfred Rehbinder, a.a.O., N 300) -, sind die vom
Beschwerdeführer angerufenen Kündigungsbestimmungen nicht anwendbar.

4.
Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Verletzung der Begründungspflicht (Art.
29 Abs. 2 BV). Diese verlangt, dass die Behörde wenigstens kurz die
Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt. Das bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit
jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander
setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f.). Diesen
Anforderungen genügt der angefochtene Entscheid. Der Beschwerdeführer zeigt
nicht auf und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern den von ihm erwähnten
Gesichtspunkten (Beginn der Anstellung 1988, abgeschlossene Eingliederung der
Frauenschule, gleiche Funktion bereits im Schuljahr 2003/2004) neben den
bereits dargestellten Entscheidgründen eine ausschlaggebende Bedeutung hätte
zukommen können.

5.
An diesem Ergebnis vermag auch die Berufung des Beschwerdeführers auf das
Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) und den Grundsatz von Treu und
Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer legte im
kantonalen Verfahren selber dar, das Bildungszentrum sei im Jahr 2004 auf
alle Lehrbeauftragten zugegangen, um mit ihnen Jahresverträge abzuschliessen.
Er ist also gleich behandelt worden wie die sich in vergleichbarer Situation
befindlichen übrigen Lehrbeauftragten. Ein Vergleich mit anderen, auf eine
Planstelle und damit unbefristet angestellten Lehrkräften ist unter diesen
Umständen nicht massgebend; es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer
offenbar über keinen Universitätsabschluss verfügt, was mit ein Grund für die
Nichtberücksichtigung seiner Bewerbung für eine neue Stelle am
Bildungszentrum war. Was er sonst vorbringt, ist ebenfalls nicht geeignet,
ein treuwidriges Verhalten des Bildungszentrums darzulegen, aus dem sich -
trotz Befristung - allenfalls ein Anspruch auf eine ausdrückliche Kündigung
ergeben könnte.

6.
Die Beschwerde ist aus diesen Gründen abzuweisen, soweit darauf einzutreten
ist. Bei diesem Ausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten des Verfahrens
vor Bundesgericht zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Juni 2007

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: