Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Staatsrecht 5P.36/2007
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5P.36/2007 /bnm

Urteil vom 3. Mai 2007
II. zivilrechtliche Abteilung

Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Schett.

X.________ (Ehefrau),
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Beeler,

gegen

Y.________ (Ehemann),
Beschwerdegegner,
vertreten durch Rechtsanwalt Peter Züger,
Kantonsgericht des Kantons Schwyz, Zivilkammer, Postfach 2265, 6431 Schwyz.

Art. 9 BV (Ehescheidung),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons
Schwyz, Zivilkammer, vom 18. Dezember 2006.

Sachverhalt:

A.
Y. ________ (Ehemann) (geb. März 1950) und X.________ (geb.  1951) heirateten
im März 1973 in Dänemark, wo sie auch in den ersten Ehejahren lebten. Der Ehe
entspross am 4. August 1975 Sohn Z.________. Im Jahre 1978 übersiedelten die
Parteien in die Schweiz.

B.
Y.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner) zog im Juni 1998 aus der ehelichen
Wohnung. Im Rahmen der von X.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
anbegehrten Eheschutzmassnahmen bzw. vorsorglichen Massnahmen wurde der
Beschwerdegegner verpflichtet, der Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 1998 bis
Ende 1999 monatlich Fr. 3'000.-- und ab 1. Januar 2000 Fr. 2'500.-- zu
bezahlen. Ein dagegen seitens des Ehemannes erhobener Rekurs (und
Anschlussrekurs der Ehefrau) blieb erfolglos. Eine erste, im Januar 1999
anhängig gemachte Scheidungsklage, zog der Beschwerdegegner zufolge des
Inkrafttretens des neuen Scheidungsrechts per 1. Januar 2000 wieder zurück.

C.
C.aAm 26. August 2002 erhob der Beschwerdegegner beim Einzelrichter der March
die Scheidungsklage. Er beantragte, es sei die je hälftige Teilung der
Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge sowie die güterrechtliche
Auseinandersetzung vorzunehmen; nacheheliche Unterhaltsleistungen seien nicht
zuzusprechen. Die Beschwerdeführerin beantragte ebenfalls die Ehescheidung,
die hälftige Teilung der klägerischen Austrittsleistung sowie die
güterrechtliche Auseinandersetzung. An nachehelichem Unterhalt forderte sie
vom Beschwerdegegner monatlich Fr. 2'700.-- (indexiert) bis zu ihrem Eintritt
in das ordentliche AHV-Alter und danach eine unbefristete Rente von monatlich
Fr. 1'000.--. Am 18. Februar 2003 führte der Einzelrichter eine
Referentenaudienz und Parteibefragung durch. Duplikando verlangte die
Beschwerdeführerin Unterhaltsbeiträge bis zu ihrem AHV-Alter von monatlich
Fr. 2'400.-- und danach von Fr. 1'100.--.

C.b Mit Urteil vom 13. September 2005 schied der Einzelrichter die Ehe der
Parteien (Dispositivziffer 1), teilte die während der Ehe geäufneten
Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge je zur Hälfte und überwies die
Sache zur betragsmässigen Festsetzung an das Verwaltungsgericht
(Dispositivziffer 2). Der Beschwerdegegner wurde verurteilt, der
Beschwerdeführerin einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'016.--
(indexiert) bis zum Erreichen seines ordentlichen AHV-Rentenalters zu
bezahlen, basierend auf einem monatlichen Nettoeinkommen des
Beschwerdegegners von Fr. 5'646.-- und der Beschwerdeführerin von Fr.
2'812.-- (Dispositivziffer 3, 4 und 5). Unter dem Titel Güterrecht
verpflichtete er die Beschwerdeführerin, dem Beschwerdegegner Fr. 31'137.45
zu bezahlen (Dispositivziffer 6).

D.
Gegen dieses Urteil haben beide Parteien beim Kantonsgericht Schwyz Berufung
erhoben. Die Beschwerdeführerin hat am 8. Mai 2006 auf die Berufung des
Beschwerdegegners in den noch einzig strittigen Punkten des Unterhalts und
Güterrechts Anschlussberufung erhoben. Mit Urteil vom 18. Dezember 2006
entschied das Kantonsgericht:

"1.Die Berufungen der Parteien werden teilweise gutgeheissen und die
Anschlussberufung der Beklagten abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. In Abänderung von Dispositivziffer 3 des angefochtenen Urteils wird der
Kläger verpflichtet, der Beklagten monatlich und zum Voraus gestützt auf Art.
125 ff. ZGB Fr. 1'300.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum
Erreichen seines ordentlichen AHV-Rentenalters zu bezahlen.

3. In Abänderung von Dispositivziffer 5 des angefochtenen Urteils basiert der
Unterhaltsbeitrag auf einem monatlichen Nettoeinkommen des Klägers von Fr.
5'500.00 und einem solchen der Beklagten von Fr. 3'500.00.
..."

E.
Die Beschwerdeführerin hat am 30. Januar 2007 gegen das kantonsgerichtliche
Urteil beim Bundesgericht staatsrechtliche Beschwerde und Berufung
eingereicht. Sie beantragt mit jener die Aufhebung des angefochtenen
Entscheids und die Rückweisung an das Kantonsgericht zur Neubeurteilung.
Sodann stellt sie das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Auf das vorliegende Verfahren gelangen die Vorschriften des
Bundesrechtspflegegesetzes (OG) zur Anwendung, da das angefochtene Urteil vor
Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) am
1. Januar 2007 ergangen ist (Art. 132 Abs. 1 BGG).

1.2 Wird ein kantonales Urteil gleichzeitig mit staatsrechtlicher Beschwerde
und mit Berufung angefochten, wird in der Regel der Entscheid über Letztere
bis zur Erledigung der staatsrechtlichen Beschwerde ausgesetzt (Art. 57 Abs.
5 OG). Vorliegend bestehen keine Gründe, von dieser Praxis abzuweichen.

1.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind indes nur zu prüfen, soweit
sie den Begründungsanforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG genügen.
Demnach ist klar darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern
sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Im Verfahren der
staatsrechtlichen Beschwerde prüft das Bundesgericht nur klar und einlässlich
erhobene Rügen. Auf ungenügend begründete Rügen und bloss appellatorische
Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein. Es genügt namentlich
nicht, wenn pauschal behauptet wird, der angefochtene Entscheid sei
willkürlich. Der Beschwerdeführer hat darzutun, inwiefern die kantonale
Instanz eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt
hat (BGE 130 I 258 E. 1.3).

2.
Die Beschwerdeführerin wirft dem Kantonsgericht in verschiedener Hinsicht
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) vor.

2.1 Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits
stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines
Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu
gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine
Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche
Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen
Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn
dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE
115 Ia 11 E. 2b mit Hinweisen; 116 Ia 99 E. 3b; 118 Ia 17 E. 1c; 127 I 54 E.
2b S. 56).

2.2
2.2.1
2.2.1.1Die Beschwerdeführerin macht als Erstes geltend, sie habe vor dem
Kantonsgericht behauptet, dass der Beschwerdegegner eine AHV-Rente von Fr.
2'000.-- pro Monat und sie eine solche von Fr. 1'500.-- bzw. eine um Fr.
500.-- tiefere AHV-Rente erhalten werde. Als Beweis hierfür habe sie in der
Anschlussberufung vom 8. Mai 2006 eine Vorausberechnung der AHV-Rente beider
Parteien offeriert. Das Kantonsgericht habe dieses Beweismittel verweigert
und willkürlich erwogen, dass beide Parteien angesichts der Ehedauer von 33
Jahren von der AHV eine annähernd gleiche Rente erhielten. Es gehe jedoch
vorliegend lediglich um 26 Jahre. Zudem habe das Kantonsgericht diese
Tatsache aktenwidrig und damit willkürlich falsch (33 Jahre gleiche Beiträge,
keine Lücke) angewendet.

2.2.1.2 In der Duplik vom 31. August 2004 hat die Beschwerdeführerin
lediglich ausgeführt, der Beschwerdegegner werde nach seiner Pensionierung
eine AHV-Rente von mindestens Fr. 2'000.-- erhalten  und sie Fr. 500.--
weniger, weil sie ab der Scheidung deutlich weniger Gutschriften erhalte als
der Beschwerdegegner. Dasselbe hat sie in der kantonalen Berufungsbegründung
vom 23. Januar 2006 ausgeführt. Erst in der kantonalen Anschlussberufung vom
8. Mai 2006 hat sie die "Vorausberechnung AHV-Rente der Beklagten durch die
Ausgleichskasse Schwyz" beantragt.

Es trifft zu, dass das Kantonsgericht in diesem Zusammenhang keine Beweise
abgenommen hat. Es handelt es sich somit um ein Problem der Zulassung zum
Beweis nach Art. 8 ZGB, das mit Berufung zu rügen ist (Peter Münch, in:
Prozessieren vor Bundesgericht, I, 2. Aufl., S. 142, N. 4.62). Die
Beschwerdeführerin macht zudem keine Verletzung von kantonalem Prozessrecht
geltend, und sie legt nicht dar, dass sie den in der Anschlussberufung
erstmals vorgetragenen Beweisantrag nach kantonalem Verfahrensrecht
rechtzeitig eingebracht hat. Auf die Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 2
BV kann somit nicht eingetreten werden.

2.2.1.3 Zudem wirft die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht in diesem
Zusammenhang eine Verletzung von Art. 9 BV vor, weil die Sachumstände für die
Annahme einer gleich hohen AHV-Rente der Parteien (33 Jahre gleiche Beiträge,
keine Lücke) willkürlich gewürdigt worden seien.

2.2.1.3.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verfällt eine Behörde in
Willkür, wenn sie ihrem Entscheid Tatsachenfeststellungen zu Grunde legt, die
mit den Akten in klarem Widerspruch stehen. Im Bereich der Beweiswürdigung
besitzt der Richter allerdings einen weiten Ermessensspielraum. Das
Bundesgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerden nur ein, wenn die
Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation
in klarem Widerspruch steht, auf einem offensichtlichen Versehen beruht oder
in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 131 I 57 E.
2 S. 61; 128 III 1 E. 4b S. 7; je mit Hinweisen).

2.2.1.3.2 Vorerst ist darauf hinzuweisen, dass auf S. 17 im angefochtenen
Urteil unter anderem Folgendes angeführt wird: Bei der AHV-Rente werde der
Unterschied zwischen den Parteien aufgrund des Splitting bei der vorliegend
langen Ehedauer von 33 Jahren, der wenigen noch anstehenden Berechnungsjahre
und dem verbleibenden Verdienst der Beschwerdeführerin relativ bescheiden
ausfallen. Bei der beruflichen Vorsorge sei davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin ihr Rentenkapital in den voraussichtlich neun restlichen
Erwerbsjahren bis zur Pensionierung etwas weniger werde aufstocken können als
dies der Beschwerdegegner tun könne.

Das Kantonsgericht hat - entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin -
nicht festgestellt, dass beide Parteien ab dem AHV-Rentenalter über ein
gleiches Renteneinkommen verfügen werden, sondern lediglich erwähnt, die
Differenz der beiden Renten werde relativ bescheiden ausfallen. Zudem hat das
Kantonsgericht nicht übersehen, dass die Parteien zunächst in Dänemark
lebten, wo sie - wie die Beschwerdeführerin selber ausführt - auch eine
kleine Rente zu erwarten haben, und anschliessend in die Schweiz
übersiedelten. Zudem geht die Beschwedeführerin von einem anderen
Monatseinkommen der Parteien aus als das Kantonsgericht. Und im Weiteren ist
gestützt auf die Ausführungen in der Beschwerde und Berufung nicht klar, ob
die Beschwerdeführerin der Meinung ist, dass sie Fr. 500.-- oder Fr. 300.--
monatlich weniger AHV-Rente erhalten wird als der Beschwerdegegner (In der
Berufung wird von Fr. 300.-- gesprochen, weil auch noch die gemeinsame Zeit
in Dänemark berücksichtigt wird). Die tatsächliche Feststellung des
Kantonsgerichts hält somit vor der Verfassung stand. Denn Willkür liegt nur
vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheids, sondern auch das
Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b, 60 E. 5a S. 70; 128 I 275 E. 2.1;
129 I 8 E. 2.1). Sodann ist eine materielle Rechtsverweigerung nicht schon
dann gegeben, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar oder gar
zutreffender erschiene, sondern nur dann, wenn das Ergebnis schlechterdings
mit vernünftigen Gründen nicht zu vertreten ist (BGE 124 IV 86 E. 2a mit
Hinweisen; 120 Ia 369 E. 3a S. 373). Diese Voraussetzung ist nicht erfüllt.

2.3
2.3.1 Ferner wirft die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht eine Verletzung
der Begründungspflicht vor, denn es habe nicht gesagt, weshalb es betreffend
den Jahreslohn des Beschwerdegegners nicht auf den Ausweis der Pensionskasse
abgestellt habe.

Das Kantonsgericht hat dazu Folgendes bemerkt: Die von der Beschwerdeführerin
erhobene Mutmassung, die vorgelegten Vorsorgeausweise der Versicherung
S.________ deuteten auf höhere Lohnzahlungen hin, würden durch die
vorgelegten Lohnausweise und Lohnabrechnungen nicht gestützt. Warum die
kantonalen Richter dem Argument der Beschwerdeführerin nicht gefolgt sind,
ist von ihnen dargelegt worden, weshalb keine Gehörsverweigerung vorliegt
(BGE 126 I 97 E. 2b S.102).

2.3.2 Die Beschwerdeführerin beruft sich auch diesbezüglich auf Art. 9 BV und
ist der Meinung, für das Jahr 2006 und inskünftig sei beim Einkommen des
Beschwerdegegners von dem der Vorsorgeeinrichtung gemeldeten Jahreslohn von
Fr. 88'400.-- auszugehen, wonach in Berücksichtigung der Sozialabzüge ein
monatlicher Nettolohn von Fr. 5'977.50 verbleibe. Indem das Kantonsgericht
von einem Monatslohn von Fr. 5'500.-- ausgehe, habe es gegen das
Willkürverbot verstossen.

Das Kantonsgericht hat dazu erwogen, gemäss Lohnausweis der R.________ AG vom
8. Januar 2006 habe der Beschwerdegegner im Jahre 2005 auf der Basis eines
monatlichen Bruttolohnes von Fr. 6'200.-- durchschnittlich Fr. 5'454.90 netto
erzielt. Auch im Jahr 2006 betrage der Bruttolohn nach wie vor Fr. 6'200.--.
Ausgewiesen sei zudem, dass beim Lohn ab 2005 höhere BVG-Abzüge vorgenommen
worden seien und der Beschwerdegegner zudem infolge einer Hüftoperation ab
Februar 2006 eine dreimonatige Lohnreduktion von 20% habe in Kauf nehmen
müssen. Auf Seiten des Beschwerdeführers sei deshalb von einem
durchschnittlich erzielbaren Nettolohn von rund Fr. 5'500.-- auszugehen. Über
weitere Einkommensmittel verfüge er nicht. Die zuletzt angeführte
Tatsachenfeststellung wird mit dem Hinweis der Beschwerdeführerin auf den der
Vorsorgeeinrichtung gemeldeten Jahreslohn nicht infrage gestellt, denn zur
Bestimmung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdegegners sind nur seine
tatsächlich erzielten Einkünfte massgeblich.

Die Beschwerdeführerin macht dabei auch eine willkürliche Anwendung von Art.
1 Abs. 2 BVG geltend. Nach dieser Bestimmung darf der in der beruflichen
Vorsorge versicherbare Lohn oder das versicherbare Einkommen des
Selbständigerwerbenden das AHV-beitragspflichtige Einkommen nicht übersteigen
(vgl. Isabelle Vetter-Schreiber/Marta Mozar, Berufliche Vorsorge, S. 35,
wonach dieser Grundsatz schon vor der auf den 1. Januar 2006 in Kraft
getretenen Gesetzesänderung zu beachten war). Ob eine willkürliche
Gesetzesanwendung vorliegt, kann dahingestellt bleiben, denn für die
Berechnung der Leistungsfähigkeit ist - wie erwähnt - das reale
Nettoeinkommen entscheidend (vgl.Heinz Hausheer/Annette Spycher, Handbuch des
Unterhaltsrechts, Bern 1997, N. 01.31, S. 41).

3.
3.1 Als Nächstes trägt die Beschwerdeführerin vor, das Kantonsgericht habe
Art. 18 UVG willkürlich angewendet, denn die 10%-ige Invalidität durch den
Verlust des linken Ellbogens werde keine Rente auslösen, da eine solche nur
entrichtet werde, wenn der Unfall kausal für die Erwerbseinbusse sei. Das der
Beschwerdeführerin zugemutete hypothetische Einkommen von Fr. 3'500.-- sei
deshalb willkürlich festgelegt worden.

Das Kantonsgericht hat diesbezüglich ausgeführt, soweit sich die Folgen des
Unfalls vom Dezember 2004 negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken sollten,
bestehe grundsätzlich ein Anspruch auf eine Invalidenrente der
Unfallversicherung, die Renten bereits ab 10% Arbeitsunfähigkeit gewähre
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Dieser Satz ist für die Begründung nicht tragend und
daher nicht entscheiderheblich, weil die Beschwerdeführerin mit dem
Kantonsgericht der Meinung ist, dass sich der Unfall nicht negativ auf die
Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat. Darauf ist nicht einzutreten.

3.2 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, das Kantonsgericht habe
aufgrund der 70%igen Präsenz an der Arbeitsstelle angesichts der Entlöhnung
zu 50% ein mögliches hypothetisches Pensum von ca. 62,5% bzw. ein damit auf
Fr. 3'500.-- erhöhtes Einkommen angenommen, was eine Präsenz von 91% an
dieser Arbeitsstelle bedeuten würde. Damit werde aber die eigene Feststellung
des Kantonsgerichts betreffend eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin schlechthin unhaltbar bzw. willkürlich übergangen.

Das Kantonsgericht ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ihre
Aufsichtstätigkeit als Portier von 50% auf 62,5% aufzustocken könne. Es ist
nicht festgestellt, dass die Beschwerdeführerin für ihre gegenwärtige Aufgabe
bei einem Beschäftigungsgrad von 50% eine Präsenz von 70% aufweisen muss,
sondern bloss, dass sie selbst davon ausgeht, dass ihr Arbeitseinsatz
faktisch (unter Berücksichtigung der Arbeitszeit und Präsenzzeit) rund 70%
betrage, sie aber nur eine Entlöhnung für ein Pensum von 50% erhalte. Ebenso
wenig ist festgestellt, dass sie bei einem Beschäftigungsgrad von 70% eine
Präsenzzeit von 91% leisten müsse. Die Beschwerdeführerin macht nicht
geltend, es sei tatsächlich nicht möglich, ihren Beschäftigungsgrad beim
bisherigen Arbeitgeber von 50% auf 62,5% zu erhöhen. Die Vorbringen sind
damit unbegründet, soweit auf sie eingetreten werden kann.

4.
Mit Bezug auf die Bedarfsberechnung macht die Beschwerdeführerin Willkür
betreffend verschiedene Positionen geltend.

4.1 Das Kantonsgericht hat vor der Prüfung der einzelnen Positionen
einleitend - zusammengefasst - Folgendes angemerkt: Die Unterhaltsregelung
gelte in aller Regel im Eheschutzverfahren und im vorsorglichen
Massnahmeverfahren nur für kurze Zeit, allenfalls für wenige Jahre, weshalb
es im Normalfall nötig sei, für die Regelung des Unterhalts auf die aktuelle,
mehr oder weniger genaue Bedarfssituation der Parteien abzustellen. Die
nacheheliche Unterhaltsregelung verlange dagegen vom Richter eine Abschätzung
darüber, wie sich Leistungsfähigkeit und Bedarf der Parteien in naher Zukunft
entwickelten. Dabei solle der Richter alle Kriterien abwägen und die
relevanten Umstände berücksichtigen, um eine billige und gerechte Lösung zu
finden. Der bisherige Bedarf der Parteien sei dabei ein Umstand, den es zwar
zu berücksichtigen gelte und häufig auch Richtschnur dafür sei, welche
notwendigen Auslagen auch in naher Zukunft anfallen würden. Von einer
sklavischen, akribischen Existenzminimumberechnung indes könne der Richter
auch absehen und stattdessen die voraussichtlichen Bedarfspositionen in
Berücksichtigung der persönlichen Lebensumstände der Parteien abschätzen.
Damit könne auch der Gefahr, dass (gerade in einem über Jahre geführten
heftigen Scheidungsprozess) von den Parteien teilweise versucht werde,
möglichst einen hohen aktuellen Notbedarf auszuweisen, begegnet werden. Zudem
zeige die Erfahrung, dass Bedarfszahlen (insbesondere die Wohn-, Arbeits- und
Krankheitskosten) in relativ kurzer Zeit Änderungen, seien sie beeinflussbar
oder nicht, erfahren könnten. Die Beschwerdeführerin setzt sich damit nicht
auseinander.

4.2 Das Kantonsgericht hat die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Wohnkosten von gesamthaft mehr als Fr. 2'100.-- (inkl. behauptete
Pflichtamortisation) nicht akzeptiert. Sie könne als Einzelperson nicht für
sich in Anspruch nehmen, ein 4 ? Zimmer-Reiheneinfamilienhaus mit einer
Nettowohnfläche von 132 m2 und zwei Parkplätzen bewohnen zu dürfen, während
der Beschwerdegegner mit einer Partnerin eine 4 ? Zimmer-Mietwohnung teile.
Aufgrund der in den letzten Jahren im Bezirk Höfe weiter gestiegenen
Wohnkosten sei von monatlichen Kosten für eine 2 ? Zimmer-Wohnung von
Fr. 1'300.-- (inkl. Nebenkosten) auszugehen.

Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, es könne ihr nicht zugemutet
werden, sich mit einer 2? Zimmerwohnung zu begnügen. Die rechnerische
Halbierung der Anzahl der Zimmer im Vergleich mit der Wohnung des
Beschwerdegegners sei reine Willkür und überschreite das zulässige Ermessen.
Auf diese bloss appellatorische Kritik kann nicht eingetreten werden. Ob der
Beschwerdeführerin eine kleinere Wohnung zugemutet werden kann, ist -
gestützt auf den verbindlich festgestellten und mit der Beschwerde nicht
kritisierten Sachverhalt - in der Berufung zu entscheiden (vgl. BGE 130 III
537 E. 2.4 S. 540).

4.3 Ferner rügt die Beschwerdeführerin, das Kantonsgericht habe die
ungedeckten Unfallkosten wegen des Verlustes des linken Ellbogengelenks,
nämlich die Kosten für eine Haushalthilfe (Bügeln, Staubsaugen,
Fensterputzen, Haarwaschen etc.), im Betrag von Fr. 532.45 pro Monat beim
Notbedarf ausgenommen und hierfür auf den angeblichen Überschuss verwiesen.

Auch in diesem Punkt macht die Beschwerdeführerin keine willkürliche
Tatsachenfeststellung geltend, sondern eine willkürliche falsche Anwendung
von Art. 125 ZGB. Es ist deshalb in der Berufung zu befinden, ob die Kosten
für eine Haushalthilfe bei der Ermittlung des Existenzminimums zu
berücksichtigen sind.

4.4 Sodann erblickt die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Fahrtkosten
einen Verstoss gegen Art. 9 BV, weil das Kantonsgericht diese von Fr. 702.--
auf Fr. 500.-- herabgesetzt habe, ohne die Bemessungskriterien zu erläutern.

Das Kantonsgericht hat in diesem Punkt erwogen, beide Parteien seien für die
Ausübung des Berufes auf ein Motorfahrzeug angewiesen; die von der
Beschwerdeführerin erhobene Einwendung, der Beschwerdegegner könne seinen
Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, sei durch die
Aktenlage widerlegt. Unangemessen erscheine es jedoch, wenn der Einzelrichter
dem Beschwerdegegner bloss eine Kilometerentschädigung für die Verwendung des
Fahrzeuges von monatlich Fr. 347.-- zugestehe, während sie der
Beschwerdeführerin über die Kilometerentschädigung von monatlich Fr. 407.--
hinaus auch ihre monatliche Leasingrate von Fr. 295.-- aufrechne. Zum einen
sei in dem in Anschlag gebrachten Kilometeransatz von 60 Rp. bereits ein
Amortisationsanteil (nebst Benzin und Unterhaltsaufwand) enthalten und zum
andern werde auch der Beschwerdegegner mit Amortisationskosten für ein
Fahrzeug belastet sein, sobald er das Fahrzeug seiner Lebenspartnerin nicht
mehr benützen könne und selbst eine Anschaffung tätigen müsse. Aufgrund
dieser Überlegungen sei es gerechtfertigt, dem Beschwerdegegner unter diesem
Titel monatliche Auslagen von Fr. 374.-- und der Beschwerdeführerin von
pauschal Fr. 500.-- beim Notbedarf anzurechnen.

Die Beschwerdeführerin setzt sich mit diesen Ausführungen nicht ansatzweise
im Sinne von Art. 90 Abs. 1 lit. c OG auseinander. Sie legt insbesondere
nicht dar, inwiefern nach Auffassung des Kantonsgerichts der in der
Kilometerentschädigung enthaltene Amortisationsanteil zur Abdeckung der
Leasingrate schlechterdings nicht genügen soll. Auf die Rüge kann deshalb
nicht eingetreten werden (E. 1.3 hiervor).

4.5 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, das Kantonsgericht habe die
Krankheitskosten im Betrag von mindestens Fr. 469.15 (Fr. 263.20 Prämien;
ungedeckte Krankheitskosten von Fr. 83.35; Kosten für unabdingbare
Kontaktlinsen von Fr. 122.60) auf Fr. 400.-- nach unten pauschaliert. Diese
Aufwendungen könnten nicht gesenkt werden, da die Gesundheitskosten stets
anstiegen, und das Kantonsgericht habe auch nicht erläutert, wie die
ausgewiesenen Kosten auf Fr. 400.-- gesenkt werden könnten.

Gemäss dem angefochtenen Entscheid betragen die aktuellen
Krankenkassenprämien (inkl. Anteil WG) auf Seiten der Beschwerdeführerin Fr.
263.20. Aktenkundig sei, dass beide Parteien gesundheitliche Probleme hätten,
was zu zusätzlichen nicht gedeckten Krankheitskosten führe. Inklusive der
nicht gedeckten Kosten seien die Krankheitskosten ermessensweise bei der
Beschwerdeführerin auf Fr. 400.-- anzusetzen, wobei damit bei der
Beschwerdeführerin auch Kosten für Kontaktlinsen in angemessener Höhe als
abgegolten gälten.

Das Kantonsgericht hat - wie eingangs erwähnt - die Krankheitskosten nach der
allgemeinen Lebenserfahrung ermessensweise geschätzt. Damit liegt ein Schluss
aus der allgemeinen Lebenserfahrung vor, den das Bundesgericht im Rahmen der
Berufung frei überprüfen kann (BGE 130 III 182 E. 5.5.2 S. 192; 126 III 10 E.
2b S. 12, je mit Hinweisen), weshalb auf die Einwendungen der
Beschwerdeführerin nicht eingetreten werden kann.

5.
Nach dem Ausgeführten ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist. Die Beschwerdeführerin wird damit kostenpflichtig
(Art. 156 Abs. 1 OG). Sie hat für das bundesgerichtliche Verfahren die
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung beantragt, welche ihr jedoch
nicht gewährt werden kann, da das Rechtsmittel von vornherein keine Aussicht
auf Erfolg haben konnte. Dem Beschwerdegegner ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen, da er nicht zur Einreichung einer Vernehmlassung aufgefordert
wurde.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Schwyz,
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Mai 2007

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:   Der Gerichtsschreiber: