Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Staatsrecht 6P.16/2007
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6P.16/2007
6S.31/2007 /bri

Urteil vom 30. Mai 2007
Kassationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Ferrari, Mathys,
Gerichtsschreiber Näf.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt
Markus Weber,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus,
5001 Aarau,
Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, Obere Vorstadt 38,
5000 Aarau.

6P.16/2007
Strafverfahren; Anordnung der Verwahrung; Willkür (Art. 9 BV); Anspruch auf
ein faires Verfahren (Art. 6 EMRK); Anspruch auf einen unabhängigen und
unparteilichen Sachverständigen (Art. 29 BV i.V.m. Art. 30 BV und Art. 6
Ziff. 1 EMRK)
6S.31/2007
Verwahrung von geistig Abnormen (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 aStGB),
Staatsrechtliche Beschwerde (6P.16/2007) und Nichtigkeitsbeschwerde
(6S.31/2007) gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, vom 30. November 2006.

Sachverhalt:

A.
X. ________ (geboren 1954) geriet am Abend des 3. Februar 2002 mit seiner
dritten Ehefrau, mit welcher er seit dem 5. Oktober 2001 verheiratet war, in
der gemeinsamen Wohnung, in der auch seine beiden Söhne (geboren 1988
respektive 1991) aus zweiter Ehe anwesend waren, in einen heftigen Streit.
Dabei misshandelte er seine Ehefrau, die sich völlig passiv verhielt, in
einem Aggressionsdurchbruch unter Alkoholeinfluss über mehrere Stunden hinweg
durch unzählige massive Faustschläge auf Kopf, Hals und Oberkörper sowie
durch starkes Stossen derart, dass sie am 4. Februar 2002, zwischen 00.30 Uhr
und 01.30 Uhr, in der Wohnung an den erlittenen Verletzungen verstarb.

B.
B.aAufgrund dieses Sachverhalts sowie eines weiteren Vorkommnisses sprach das
Bezirksgericht Kulm X.________ am 13. Januar 2004 der vorsätzlichen Tötung
(Art. 111 StGB) und des Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand
(Art. 91 Abs. 1 SVG) schuldig und verurteilte ihn zu 13 Jahren Zuchthaus,
unter Anrechnung von 709 Tagen Untersuchungshaft. Es ordnete gestützt auf
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine vollzugsbegleitende ambulante
psychotherapeutische Behandlung der beim Angeklagten diagnostizierten
emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom erregbaren Typus und des
diagnostizierten Alkoholabhängigkeitssyndroms an.

B.b Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau
Berufung mit den Anträgen, der Angeklagte sei des Mordes (Art. 112 StGB)
schuldig zu erklären, zu 15 Jahren Zuchthaus zu verurteilen und gestützt auf
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB auf unbestimmte Zeit zu verwahren.

Das Obergericht des Kantons Aargau hiess am 11. Mai 2005 die Berufung
teilweise gut, ordnete gestützt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB die
Verwahrung des Verurteilten an und schob zu diesem Zweck gemäss Art. 43
Ziff. 2 Abs. 1 StGB den Vollzug der Freiheitsstrafe auf. Im Übrigen wies es
die Berufung der Staatsanwaltschaft ab.

B.c X.________ erhob eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag,
das Urteil des Obergerichts sei in Bezug auf die Anordnung der Verwahrung
aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.

Mit Entscheid des Bundesgerichts vom 24. September 2005 (6S.258/2005) wurde
die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde gemäss Art. 277 BStP gutgeheissen,
das Urteil des Obergerichts vom 11. Mai 2005 aufgehoben und die Sache zur
neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

C.
Das Obergericht des Kantons Aargau hiess am 30. November 2006 die Berufung
der Staatsanwaltschaft erneut teilweise gut, ordnete wiederum gestützt auf
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB die Verwahrung des Beurteilten an und schob zu
diesem Zweck gemäss Art. 43 Ziff. 2 Abs. 1 StGB den Strafvollzug auf.

D.
X.________ erhebt staatsrechtliche Beschwerde und eidgenössische
Nichtigkeitsbeschwerde mit den Anträgen, das Urteil des Obergerichts des
Kantons Aargau vom 30. November 2006 sei aufzuheben und die Sache zur neuen
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Er ersucht in beiden Verfahren
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Das Obergericht des Kantons Aargau hat unter Hinweis auf die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid auf Vernehmlassung verzichtet.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das angefochtene Urteil ist vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR.173.110)
am 1. Januar 2007 ergangen. Auf die dagegen erhobenen Rechtsmittel ist
deshalb noch das bisherige Verfahrensrecht anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG e
contrario), hier somit dasjenige der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 84
ff. OG) und der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde (Art. 268 ff. BStP).

Am 1. Januar 2007 ist auch der revidierte Allgemeine Teil des
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen sind hier aber
noch nicht von Bedeutung, da das Bundesgericht im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde nur prüft, ob das kantonale Gericht das eidgenössische
Recht richtig angewendet hat (Art. 269 Abs. 1 BStP), mithin das Recht,
welches im Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Entscheids noch
gegolten hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3 S. 51, mit Hinweisen).

2.
2.1 Die Vorinstanz hat in ihrem ersten Urteil vom 11. Mai 2005 in teilweiser
Gutheissung der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Berufung unter anderem
gestützt auf das Gutachten der Psychiatrischen Klinik Königsfelden vom
16. Mai 2003 die Verwahrung des Verurteilten gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2
StGB angeordnet. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 24. September
2005 (6S.258/2005) die vom Verurteilten gegen die Anordnung der Verwahrung
erhobene Nichtigkeitsbeschwerde gemäss Art. 277 BStP gutgeheissen, das Urteil
des Obergerichts vom 11. Mai 2005 aufgehoben und die Sache zur neuen
Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Zur Begründung wird im
Bundesgerichtsentscheid ausgeführt, das psychiatrische Gutachten vom 16. Mai
2003 reiche als Grundlage für die Anordnung einer Verwahrung nach Art. 43
Ziff. 1 Abs. 2 StGB nicht aus. Denn mangels entsprechender Fragestellung
seitens der Untersuchungsbehörden äussere sich das Gutachten nicht explizit
zur Frage, ob die Verwahrung im Sinne der genannten Gesetzesbestimmung
notwendig sei, um den Verurteilten von weiterer Gefährdung anderer
abzuhalten. Auch für die Beurteilung der vom Verurteilten ausgehenden
Gefährdung für die Allgemeinheit genüge das Gutachten den Anforderungen
nicht. Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid vom 24. September 2005
fest, dass die tatsächlichen Verhältnisse im konkreten Fall nicht genügend
abgeklärt seien, so dass die Rechtsanwendung der Vorinstanz nicht überprüft
werden könne, weshalb die Sache gemäss Art. 277 BStP zur weiteren Abklärung
an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Das Bundesgericht wies darauf hin, dass
die Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB als "ultima ratio" nicht
angeordnet werden darf, wenn die bestehende Gefährlichkeit auf andere Weise
behoben werden kann. Die Vorinstanz werde in ihrem neuen Entscheid im Sinne
einer vergleichenden Wirkungsprognose gegebenenfalls auch zu prüfen haben, ob
nicht schon die Verbüssung der langjährigen schuldangemessenen
Freiheitsstrafe (von 13 Jahren) - unter Berücksichtigung allfälliger
zusätzlicher Behandlungen während des Strafvollzugs - ausreiche, um das
Sicherungsbedürfnis der Allgemeinheit zu befriedigen, so dass die
Notwendigkeit einer Verwahrung entfallen würde (Urteil 6S.258/2005 vom
24. September 2005, E. 2.3).
2.2 In Anbetracht der Erwägungen im Bundesgerichtsentscheid vom 24. September
2005 holte die Vorinstanz im neuen Berufungsverfahren mit Beschluss vom
20. Oktober 2005 bei der Psychiatrischen Klinik Königsfelden ein
Ergänzungsgutachten zum Gutachten vom 16. Mai 2003 ein, das sich zu
verschiedenen Fragen betreffend die Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2
StGB zu äussern hatte. Mit Beschluss der Vorinstanz vom 10. November 2005
wurde der Fragenkatalog entsprechend den Anträgen des Verurteilten in dessen
Eingabe vom 7. November 2005 teilweise abgeändert und ergänzt. Mit Beschluss
vom gleichen Tag lehnte die Vorinstanz das Ablehnungsbegehren des
Verurteilten gegen die Psychiatrische Klinik Königsfelden ab.

Das Ergänzungsgutachten der Psychiatrischen Klinik Königsfelden wurde am
31. Juli 2006 erstattet.

Mit Eingaben vom 26. und 31. August 2006 beantragte der Verurteilte, das
Ergänzungsgutachten sei aus den Akten zu weisen, und es sei bei einer
unabhängigen, unparteilichen und qualifizierten Fachstelle ein
psychiatrisches Gutachten über die gemäss dem Bundesgerichtsentscheid vom
24. September 2005 für die Anordnung der Verwahrung im Sinne von Art. 43
Ziff. 1 Abs. 2 StGB relevanten Fragen einzuholen. Gleichzeitig stellte der
Verurteilte ein Ausstandsbegehren gegen die drei Richter und den
Gerichtsschreiber, die mit dem Fall befasst waren.

Die Verwaltungskommission des Obergerichts wies das Ablehnungsbegehren gegen
die Gerichtspersonen am 20. September 2006 ab. Dagegen erhob X.________
staatsrechtliche Beschwerde, welche das Bundesgericht mit Urteil vom 11.
Dezember 2006 (1P.655/2006) abwies.

Mit Verfügung vom 22. September 2006 ersuchte die Instruktionsrichterin die
Gutachterin der Psychiatrischen Klinik Königsfelden, die Fragen im Sinne des
durch den Beschluss vom 10. November 2005 modifizierten und präzisierten
Fragenkatalogs zu beantworten. Die Gutachterin beantwortete diese Fragen mit
Schreiben vom 2. Oktober 2006.

Mit Instruktionsverfügung vom 2. November 2006 wurde das Gesuch des
Verurteilten um Sistierung des Verfahrens abgewiesen und ihm eine letzte
Frist gesetzt, um zum Schreiben der Psychiatrischen Klinik Königsfelden vom
2. Oktober 2006 Stellung zu nehmen.

Mit Eingabe vom 10. November 2006 stellte der Verurteilte die Anträge, das
Ergänzungsgutachten vom 31. Juli 2006 und das Schreiben der Psychiatrischen
Klinik Königsfelden vom 2. Oktober 2006 seien aus den Akten zu weisen; es sei
ein psychiatrisches Gutachten bei einer unabhängigen, unparteilichen und
qualifizierten Fachstelle über die gemäss dem Bundesgerichtsentscheid vom
24. September 2005 relevanten Fragen betreffend die Anordnung einer
Verwahrung nach Art. 43 StGB beziehungsweise nach Art. 64 nStGB einzuholen;
der Berufungsentscheid sei bis zum Inkrafttreten der neuen Allgemeinen
Bestimmungen des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2007 auszusetzen.

Mit Urteil vom 30. November 2006 ordnete die Vorinstanz wie schon in ihrem
ersten Entscheid vom 11. Mai 2005 in teilweiser Gutheissung der Berufung der
Staatsanwaltschaft die Verwahrung des Verurteilten gemäss Art. 43 Ziff. 1
Abs. 2 StGB an.

I. Staatsrechtliche Beschwerde

3.
3.1 Das Obergericht kommt zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer "auch
längerfristig keine Heilungschance" besteht (angefochtenes Urteil S. 43, 45).

Der Beschwerdeführer macht geltend, diese "Annahme der gänzlich fehlenden
Heilungschance" sei willkürlich. Sie stehe sowohl zum psychiatrischen
Ergänzungsgutachten als auch zur eigenen Beweiswürdigung des Obergerichts im
Widerspruch. Das Obergericht habe abweichend vom ersten Urteil vom 11. Mai
2005 erstmals im hier angefochtenen Entscheid vom 30. November 2006
angenommen, dass er nicht therapierbar und damit unheilbar sei. Damit habe
offenbar die Anordnung der Verwahrung mit einer Begründung gerechtfertigt
werden sollen, die auch nach dem neuen Recht (Art. 64 Abs.1 lit. b nStGB)
Bestand habe, das entgegen der Auffassung des Obergerichts strengere
Anforderungen an die Verwahrung von psychisch gestörten Tätern stelle und
daher milder als das alte Recht sei. Die Annahme der fehlenden Heilungschance
wie auch die Ablehnung des Gesuchs um Sistierung des Berufungsentscheids bis
zum Inkrafttreten des neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches am
1. Januar 2007 verstosse daher gegen das Willkürverbot im Sinne von Art. 9 BV
und verletze überdies den Anspruch des Beschwerdeführers auf ein faires
Verfahren gemäss Art. 6 EMRK.

3.2 Mit der Schlussfolgerung, dass "auch längerfristig keine Heilungschance"
besteht, hat das Obergericht entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers
nicht zum Ausdruck gebracht, dass dieser nicht therapierbar sei. Ob solches
Voraussetzung dafür ist, dass nach dem neuen, am 1. Januar 2007 in Kraft
getretenen Recht ein psychisch schwer gestörter Täter nicht gemäss Art. 59
nStGB stationär behandelt, sondern nach Art. 64 Abs. 1 lit. b nStGB verwahrt
wird, kann hier offen bleiben. Das Obergericht hatte unabhängig von der Frage
des milderen Rechts über die Anordnung der Verwahrung nach Massgabe des im
Zeitpunkt seines Entscheids geltenden Rechts, mithin gemäss Art. 43 StGB, zu
befinden. Auch wenn das neue Recht insoweit milder beziehungsweise nach
diesem die Anordnung einer Verwahrung im vorliegenden Fall unzulässig sein
sollte, war das Obergericht nicht verpflichtet, seinen Entscheid entsprechend
den Anträgen des Beschwerdeführers bis zum Inkrafttreten des neuen Rechts zu
sistieren. Indem das Obergericht seinen Entscheid unter Abweisung der
Sistierungsbegehren noch vor diesem Zeitpunkt fällte, hat es weder das
Willkürverbot noch den Anspruch des Beschwerdeführers auf ein faires
Verfahren verletzt.

3.3
3.3.1 Gemäss dem Ergänzungsgutachten, das im angefochtenen Entscheid
ausführlich wiedergegeben wird, ist die Einsichtsfähigkeit des
Beschwerdeführers sehr gering, da er kaum über Introspektions- und
Empathiefähigkeit verfüge, was auch die Möglichkeit weiterer
Entwicklungsschritte als wenig wahrscheinlich erscheinen lasse. Ein
Testvergleich zeige, dass die sachlich nüchterne Wahrnehmung und die
Selbstkontrolle des Beschwerdeführers im Jahre 2006 weniger gut gelängen als
in den Jahren 2002 oder 2003. Dies bedeute, dass die Frustrationstoleranz und
die Impulskontrolle in komplexen oder emotional belastenden Situationen mit
grosser Wahrscheinlichkeit noch unzuverlässiger geworden seien. Dies
bestätige sich auch in den unverändert deutlichen Hinweisen auf eine starke
Aggressionsbereitschaft (siehe angefochtenes Urteil S. 43). Zwar sei beim
Beschwerdeführer eine Besserung eingetreten, wohl nicht zuletzt aufgrund der
intensiven Bemühungen der ihn betreuenden Personen und des stabilisierenden
äusseren Rahmens im vorzeitigen Strafvollzug. Diese Besserung sei aber noch
lange nicht ausgeprägt genug, um von einer deutlichen Reduktion der
Rückfallgefahr oder der Gefährlichkeit sprechen zu können. Auch in früheren
Gutachten und Berichten seien immer wieder vorübergehende Besserungen und
Zeiten der Hoffnung beschrieben worden (siehe angefochtenes Urteil S. 44).
Gemäss dem Ergänzungsgutachten vermöchten weder eine ambulante
vollzugsbegleitende Behandlung noch eine stationäre Therapie in einer Heil-
oder Pflegeanstalt allein den Beschwerdeführer vor schweren Delikten zu
bewahren. Dazu sei die Unterbringung in einem eng strukturierten, sicheren
Regime einer geschlossenen Anstalt nötig. Aus psychiatrischer Sicht sei eine
Verwahrung nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB notwendig, um den
Beschwerdeführer von weiterer Gefährdung anderer abzuhalten (siehe
angefochtenes Urteil S. 31). Der Vollzug der Freiheitsstrafe von 13 Jahren in
Verbindung mit vollzugsbegleitenden Behandlungen reiche hiefür nicht aus.
Zwar sei in den vergangenen Jahren eine gewisse Besserung festgestellt
worden, doch habe in erneuten gutachterlichen Untersuchungen keine ins
Gewicht fallende Reduktion des persönlichkeitsbedingten Rückfallrisikos
festgestellt werden können. Es sei nicht zu erwarten, dass eine Behandlung in
den kommenden Jahren zu einer deutlichen Verminderung des Rückfallrisikos
führen würden. Möglicherweise könnte eine intensive Psychotherapie mit einer
medikamentösen stimmungsstabilisierenden und antiaggressiven Behandlung eine
zusätzliche leichte Reduktion des Rückfallrisikos bewirken, aber nicht in so
ausreichendem Mass, dass sich an der Prognose grundsätzlich etwas ändern
würde (siehe angefochtenes Urteil S. 32).

3.3.2 In Anbetracht dieser Ausführungen im Ergänzungsgutachten steht die
Schlussfolgerung des Obergerichts, dass beim Beschwerdeführer "auch
längerfristig keine Heilungschance" besteht (angefochtenes Urteil S. 43, 45),
nicht im Widerspruch zur Einschätzung der Expertin. Die Schlussfolgerung
steht entgegen einem weiteren Einwand des Beschwerdeführers auch nicht im
Widerspruch zu der mit der Einschätzung der Expertin übereinstimmenden
Feststellung des Obergerichts, dass der Beschwerdeführer nur - aber immerhin
- in eingeschränktem Masse therapiefähig ist.

Aufgrund des Ergänzungsgutachtens ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer zwar therapiewillig, aber in Anbetracht seiner
Persönlichkeitsstruktur nur in eingeschränktem Masse therapiefähig ist und
daher auch von einer langfristigen, intensiven Behandlung während des
Strafvollzugs keine wesentliche Reduktion des erheblichen Risikos von
schwerwiegenden Gewaltdelikten erwartet werden kann.

4.
Der Beschwerdeführer macht geltend, das Obergericht habe seinen Anspruch auf
einen unabhängigen, unbefangenen und unvoreingenommenen gerichtlichen
Experten und damit Art. 29 und Art. 30 BV verletzt, indem es den Entscheid
auf das Ergänzungsgutachten der Psychiatrischen Klinik Königsfelden vom
31. Juli 2006 samt Nachtrag vom 2. Oktober 2006 abgestützt habe. Das
Obergericht habe den Anschein der Befangenheit zu Unrecht verneint.

4.1 Der Angeschuldigte hat einen verfassungs- und konventionsmässigen
Anspruch auf einen unabhängigen und unparteiischen gerichtlichen
Sachverständigen. Es darf niemand als gerichtlicher Experte beigezogen
werden, der als Richter abgelehnt werden könnte (BGE 127 I 73 E. 3f/bb S. 81;
118 Ia 144 E. 1c S. 146, je mit Hinweisen). Ein gerichtlicher Experte kann
von einer Partei abgelehnt werden, wenn Umstände vorliegen, welche nach
objektiven Gesichtspunkten geeignet sind, den Anschein der Befangenheit
beziehungsweise die Gefahr der Voreingenommenheit zu erwecken (BGE 125 II 541
E. 4a S. 544; 124 I 121 E. 3a S. 123, je mit Hinweisen; Urteil 1P.787/2005
vom 6. Juni 2006, E. 3.1.2).
4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Expertin habe in ihrem ersten
Gutachten vom 16. Mai 2003 die Frage betreffend die Anordnung einer
Verwahrung gemäss Art. 42 StGB (Verwahrung von Gewohnheitsverbrechern)
auffällig ausweichend beantwortet, weil sie sich offensichtlich weder für
noch gegen eine solche Verwahrung aussprechen konnte.

Der Beschwerdeführer legt indessen nicht dar, aus welchen Passagen des
Gutachtens vom 16. Mai 2003 er diese Einschätzung gewinnt. Auf die Beschwerde
ist daher insoweit mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht einzutreten.

4.3 Der Beschwerdeführer meint, das Obergericht habe durch Zustellung der
Verfügung vom 10. November 2005 auch an die Psychiatrische Klinik
Königsfelden unglücklicherweise dafür gesorgt, dass die Expertin von den
Einwänden gegen ihre Person als Gutachterin erfahren habe, welche er in
seiner Eingabe vom 7. November 2005 vorgetragen hatte. Es liege auf der Hand,
dass sich diese Vorbehalte gegen die Expertin nicht positiv auf den Ausgang
der Exploration auswirken konnten.

Der Einwand ist unbegründet. Der Anschein der Befangenheit eines
Sachverständigen gegenüber einer Partei kann nicht damit begründet werden,
dass der Sachverständige vom - erfolglosen - Ablehnungsbegehren  dieser
Partei Kenntnis erhalten hat. Wollte man anders entscheiden, könnten die
Parteien gegen Sachverständige - sowie gegen Gerichtspersonen -
Ablehnungsgründe wegen des Anscheins der Befangenheit quasi beliebig dadurch
schaffen, dass sie gegen diese Personen Ablehnungsbegehren einreichen.

4.4 Der Beschwerdeführer behauptet, auf eine Voreingenommenheit der
Gutachterin lasse sich auch daraus schliessen, dass im Ergänzungsgutachten
vom 31. Juli 2006 in pflichtwidriger Weise ausgerechnet diejenigen Fragen
nicht beantwortet worden seien, die seine Verteidigung gestellt und welche
das Obergericht mit Beschluss vom 10. November 2005 bewilligt habe.

Der Einwand ist unbegründet. Die Gutachterin hat die genannten Fragen aus
Versehen nicht beantwortet, weil sie übersehen hatte, dass der Fragenkatalog
gemäss Beschluss des Obergerichts vom 20. Oktober 2005 entsprechend den
Anträgen des Beschwerdeführers in dessen Eingabe vom 7. November 2005 mit
Beschluss des Obergerichts vom 10. November 2005 teilweise abgeändert und
ergänzt worden war. Diese Fragen hat die Expertin in einem Nachtrag zum
Ergänzungsgutachten mit Schreiben vom 2. Oktober 2006 beantwortet.

4.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Ergänzungsgutachten beruhe auf
einer schwerwiegenden falschen Sachverhaltsannahme der Expertin, indem darin
behauptet werde, er sei im Jahre 1994 wegen Gewalt gegen seine damalige
(zweite) Ehefrau verurteilt worden. In Tat und Wahrheit seien weder im Urteil
vom 11. März 1994 noch im Entscheid vom 23. Mai 1995 irgendwelche
Gewalthandlungen des Beschwerdeführers gegen die Ehefrau beurteilt worden.
Die falsche Annahme der Expertin habe sich massgeblich zu seinem Nachteil auf
die Beurteilung der Rückfallgefahr ausgewirkt.

Es trifft zu, dass der Beschwerdeführer entgegen der Bemerkung im
Ergänzungsgutachten im Jahre 1994 nicht wegen Gewalthandlungen zum Nachteil
seiner damaligen Ehefrau verurteilt worden ist. Er wurde durch den Entscheid
des Gerichtspräsidenten I von Interlaken vom 11. März 1994 aber unter anderem
wegen einfacher Körperverletzung zum Nachteil eines Polizeibeamten
verurteilt. Zudem ergibt sich gemäss den unangefochtenen Feststellungen des
Obergerichts aus den Akten, dass der Beschwerdeführer am 3. Mai 1994 gegen
seine damalige Ehefrau gewalttätig geworden war und diese dabei
Köperverletzungen erlitten hatte (siehe angefochtenes Urteil S. 23 unten). In
Anbetracht der vielfachen Gewalttätigkeiten des Beschwerdeführers unter
anderem gegen seine Ehefrauen, die teilweise auch Verurteilungen wegen
versuchter schwerer Körperverletzung sowie wegen einfacher Körperverletzung
zur Folge hatten (siehe im Einzelnen angefochtenes Urteil S. 33-37), ist es
auszuschliessen, dass die gerügte unrichtige Annahme der Expertin irgendeinen
Einfluss auf deren Beurteilung der Rückfallgefahr haben konnte. Es ist nicht
ersichtlich, inwiefern die unzutreffende Bemerkung im Ergänzungsgutachten,
die offensichtlich auf einem Versehen beruht, welches in Anbetracht der
vielfachen Verurteilungen des Beschwerdeführers wegen Gewalttätigkeiten
leicht erklärbar ist, den Anschein der Befangenheit der Expertin begründen
könnte.

4.6 Der Beschwerdeführer macht geltend, auf unzulässige Vorbefassung und
Voreingenommenheit lasse auch die Art und Weise der Durchführung der
ergänzenden Begutachtung schliessen. Die Expertin habe lediglich ein einziges
Gespräch mit ihm geführt. Das Ergänzungsgutachten stütze sich praktisch nur
auf einige testpsychologische Abklärungen. Dabei sei lediglich ein Teil der
im Jahre 2003 durchgeführten Tests wiederholt worden. Dem Ergänzungsgutachten
könne nicht entnommen werden, nach welchen Kriterien diese Auswahl getroffen
worden sei und auf welcher Grundlage die Expertin die nicht von ihr selbst
vorgenommenen testpsychologischen Abklärungen schlussendlich ausgewertet
habe. Das Ergänzungsgutachten stehe in einem auffälligen Widerspruch zu einem
Gutachten des IFPD der Universität Bern vom 12. Juli 2001, wonach sich aus
psychiatrischer Sicht jedenfalls keine naheliegenden Gründe für eine
Verwahrung ergeben hätten.

Inwiefern die vom Beschwerdeführer behaupteten Mängel den Anschein der
Befangenheit der Expertin begründen könnten, ist nicht ersichtlich. Die
behaupteten Mängel berühren die Frage nach der Qualität und der Schlüssigkeit
des Ergänzungsgutachtens.

4.7 Der Beschwerdeführer hat seine Einwände gegen die Vorgehensweise der
Expertin bereits im Berufungsverfahren vorgetragen. Das Obergericht hat sich
damit befasst und ist zum Schluss gekommen, es bestehe kein Anlass, an der
Art und Weise der Durchführung sowie an den Ergebnissen der
testpsychologischen Abklärungen zu zweifeln (angefochtenes Urteil S. 24 f.).
Das Obergericht durfte ohne Willkür das Ergänzungsgutachten samt Nachtrag als
schlüssig werten und auf die Schlussfolgerungen der Expertin abstellen, d.h.
mit anderen Worten ohne Willkür triftige Gründe für ein Abweichen von diesen
Schlussfolgerungen verneinen. Was der Beschwerdeführer vorbringt, erschöpft
sich in unzulässiger appellatorischer Kritik.

5.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist.

II. Nichtigkeitsbeschwerde

6.
Erfordert der Geisteszustand des Täters, der eine vom Gesetz mit Zuchthaus
oder Gefängnis bedrohte Tat begangen hat, die damit im Zusammenhang steht,
ärztliche Behandlung oder besondere Pflege und ist anzunehmen, dadurch lasse
sich die Gefahr weiterer mit Strafe bedrohter Taten verhindern oder
vermindern, so kann der Richter Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt
anordnen. Es kann ambulante Behandlung anordnen, sofern der Täter für Dritte
nicht gefährlich ist (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Gefährdet der Täter
infolge seines Geisteszustandes die öffentliche Sicherheit in schwerwiegender
Weise, so wird vom Richter seine Verwahrung angeordnet, wenn diese Massnahme
notwendig ist, um ihn vor weiterer Gefährung anderer abzuhalten. Die
Verwahrung wird in einer geeigneten Anstalt vollzogen (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2
StGB). Der Richter trifft seinen Entscheid auf Grund von Gutachten über den
körperlichen und geistigen Zustand des Täters und über die Verwahrungs-,
Behandlungs- oder Pflegebedürftigkeit (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB).

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er erstens die öffentliche
Sicherheit nicht im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in schwerwiegender
Weise gefährde und dass zweitens die Verwahrung nicht im Sinne dieser
Bestimmung notwendig sei.

6.1 Die Verwahrung nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfasst zum einen
hochgefährliche Täter, die keiner Behandlung zugänglich sind. Sie erfasst zum
andern Täter, die zwar behandlungsbedürftig und behandlungsfähig sind, von
denen aber auch während einer Behandlung schwere Delikte zu befürchten wären,
wenn sie im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ambulant während des
Strafvollzugs oder in einer Heil- oder Pflegeanstalt behandelt würden. Es
handelt sich hierbei um Täter, bei denen trotz ärztlicher Behandlung oder
Pflege ernstlich die Gefahr schwerer Straftaten und vor allem von
Gewaltdelikten innerhalb oder ausserhalb der Anstalt bestehen bleibt. Die
Heilungschancen sind bei dieser Täterkategorie kurz- oder mittelfristig
derart ungewiss, dass in diesem Zeitraum schwere Delikte zu befürchten wären
(BGE 127 IV 1 E. 2a S. 4 f.; 125 IV 118 E. 5b/bb S. 120 f.; 123 IV 100 E. 2
S. 102 f.; 121 IV 297 E. 2b S. 301 f.). Unter welchen Voraussetzungen eine
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit "in schwerwiegender Weise" im Sinne
von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB anzunehmen ist, ist eine Rechtsfrage. Die
schwerwiegende Gefährdung bezieht sich nicht nur auf die Nähe und das Ausmass
der Gefahr, sondern auch auf die Art und die Bedeutung des gefährdeten
Rechtsgutes.  Bei der Gefährdung hochwertiger Rechtsgüter wie Leib und Leben
sind an Nähe und Ausmass der Gefahr weniger hohe Anforderungen zu stellen als
bei der Gefährdung weniger bedeutender Rechtsgüter wie Eigentum und Vermögen.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass Gefährlichkeitsprognosen naturgemäss
unsicher und schwierig sind. Hält der Richter aufgrund der Ausführungen des
psychiatrischen Gutachters ein Fortbestehen der Fremdgefährlichkeit trotz
ärztlicher Behandlung in der Zukunft für möglich, darf er die Gefährlichkeit
als Voraussetzung für die Anordnung einer bestimmten Massnahme bejahen. Der
Grundsatz "in dubio pro reo" gilt bei der Prognoseentscheidung nicht (BGE 127
IV 1 E. 2a S. 4 f.; 118 IV 108 E. 2a S. 112 ff. mit Hinweisen).

Die Verwahrung ist angesichts der Schwere des Eingriffs in die persönliche
Freiheit "ultima ratio". Sie darf daher nicht schon angeordnet werden, wenn
der Täter infolge seines Geisteszustandes die öffentliche Sicherheit in
schwerwiegender Weise gefährdet, sondern nur unter der weiteren
Voraussetzung, dass die Verwahrung notwendig ist, um den Täter vor weiterer
Gefährdung anderer abzuhalten. Die Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2
StGB darf nicht angeordnet werden, wenn die bestehende Gefährlichkeit auf
andere Weise behoben werden kann (BGE 127 IV 1 E. 2a S. 4 f.; 118 IV 108
E. 2a S. 112 ff., je mit Hinweisen). Der Richter muss auch bei der Kategorie
der therapiewilligen und therapiefähigen Täter prüfen, ob eine Verwahrung
notwendig ist. Er darf nicht allein wegen einer vorhandenen
Therapiewilligkeit und -fähigkeit von einer Verwahrung absehen (BGE 121 IV
297 E. 2c S. 302). Der Umstand, dass der Täter zu einer langjährigen
Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, schliesst eine Verwahrung nach Art. 43
Ziff. 1 Abs. 2 StGB nicht aus. In einem solchen Fall muss der Richter aber im
Sinne einer vergleichenden Wirkungsprognose prüfen, ob nicht schon die
Verbüssung der langjährigen Freiheitsstrafe unter Berücksichtigung
allfälliger Behandlungen während des Strafvollzugs und allenfalls darüber
hinaus ausreicht, um das Sicherungsbedürfnis der Allgemeinheit zu
befriedigen, so dass die Notwendigkeit einer Verwahrung entfiele (Urteil
6S.492/1999 vom 2. November 1999, E. 5; Urteil 6S.258/2005 vom 24. September
2005, E. 2, in Sachen des Beschwerdeführers).

Das gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB obligatorische Gutachten muss sich
unter anderem sowohl zur Frage der Gefährlichkeit des Täters als auch zur
Notwendigkeit einer Verwahrung aus psychiatrischer Sicht äussern. Der Richter
darf von den Schlussfolgerungen des Experten in Fachfragen nicht ohne
triftige Gründe abweichen (BGE 129 I 49 E. 4 S. 57 f.; 118 Ia 144 E. 1c S 145
f.; 101 IV 129 E. 3a S. 130).

6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, in Anbetracht der mit der Anordnung
einer Verwahrung verbundenen extremen Schwere des Eingriffs in die
persönliche Freiheit des Betroffenen seien an die Qualität eines in diesem
Zusammenhang stehenden psychiatrischen Gutachtens sehr hohe Anforderungen zu
stellen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz erfülle das
Ergänzungsgutachten vom 31. Juli 2006 samt Nachtrag vom 2. Oktober 2006 die
Anforderungen von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB nicht. Soweit sich die
Vorinstanz überhaupt mit den von ihm im Berufungsverfahren erhobenen
Einwänden befasst habe, seien diese zu Unrecht als unbegründet  abgewiesen
worden. Zur Begründung seiner Kritik am Ergänzungsgutachten bringt er im
Wesentlichen dieselben Einwände vor, die er in der staatsrechtlichen
Beschwerde zur Begründung des gegen die Gutachterin erhobenen Vorwurfs der
Befangenheit und Voreingenommenheit vorträgt (siehe E. 4 hievor).
Zusammenfassend macht der Beschwerdeführer insoweit geltend, das
Ergänzungsgutachten vom 31. Juli 2006 samt Nachtrag vom 2. Oktober 2006 sei
als unscharf, unvollständig, nicht schlüssig, auf veraltete Explorationen
abgestützt, teilweise auf falscher Sachverhaltsannahme beruhend und
methodisch mangelhaft zu qualifizieren. Entgegen der Auffassung der
Vorinstanz erfülle es daher nicht die Voraussetzungen von Art. 43 Ziff. 1
Abs. 3 StGB an eine psychiatrische Begutachtung. Insbesondere verunmögliche
es eine vertiefte Abklärung der Gefährlichkeit des Beschwerdeführers durch
das Gericht. Ergänzend bringt der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang
vor, das qualitative Ungenügen ergebe sich auch bei einer gesamtheitlichen
Betrachtung des Ergänzungsgutachtens. Die eigentliche psychiatrische
Beurteilung (ohne Beantwortung der Fragen) werde beispielsweise auf bloss
drei Seiten abgehandelt. Allein schon darin unterscheide sich das vorliegende
Ergänzungsgutachten von psychiatrischen Gutachten anderer Institute. Zudem
hätten offenbar auch die aktuell in der Psychiatrie verwendeten
Rückfallprognose-Instrumente keinen Eingang in die Begutachtung gefunden.
Insofern könnten die Schlussfolgerungen der Expertin wohl nicht einem
differenzierten und dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand der
Psychiatrie entsprechenden Analyseprozedere standhalten.

6.3 Die Expertin kommt in ihrem Ergänzungsgutachten samt Nachtrag zum
Schluss, dass weder eine ambulante noch eine stationäre Behandlung in der
Pflegeanstalt ausreichend sei, um die Gefahr weiterer Straftaten zu
verhindern oder zu vermindern. Auch wenn eine erfolgreich verlaufende
bessernde Massnahme die Gefahr weiterer Delikte allenfalls etwas zu
vermindern vermöchte, könnte dies den Beschwerdeführer nicht vor weiteren
schweren Delikten bewahren, da er nur in eingeschränktem Mass therapiefähig
sei. Die vom Beschwerdeführer ausgehende schwerwiegende Gefährdung der
öffentlichen Sicherheit könne auch nicht durch eine lange Freiheitsstrafe,
allenfalls verbunden mit einer ambulanten Massnahme, gebannt werden. Daher
sei eine Verwahrung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB aus
psychiatrischer Sicht notwendig (siehe im Einzelnen auch E. 3.3.1 hievor).

Mit diesen Ausführungen werden die Fachfragen beantwortet, die im ersten
Gutachten vom 16. Mai 2003 - teilweise mangels einer entsprechenden
Fragestellung seitens der Untersuchungsbehörden - offen geblieben waren. Das
Ergänzungsgutachten genügt den bundesrechtlichen Anforderungen, weil darin
die für den richterlichen Entscheid betreffend die Verwahrung im Sinne von
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB relevanten Fragen aus psychiatrischer Sicht klar
beantwortet werden. Aus dem Bundesrecht ergibt sich nicht, in welcher Art und
Weise und nach welchen Methoden der Experte das Gutachten zu erstellen hat,
wie viele Gespräche er etwa mit dem Probanden führen muss, welche Tests er
vorzunehmen hat, ob er diese an andere Fachkräfte delegieren darf etc.

6.4 Ob ein Gericht die im psychiatrischen Gutachten enthaltenen Erörterungen
für überzeugend hält oder nicht und ob es dementsprechend den
Schlussfolgerungen des Experten folgen oder ein Ergänzungsgutachten
beziehungsweise eine Oberexpertise einholen soll, ist eine Frage der
Beweiswürdigung, die nur mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen Verletzung
des Willkürverbots aufgeworfen werden kann. Dasselbe gilt für die Frage, ob
ein psychiatrisches Gutachten in sich schlüssig ist (BGE 106 IV 236 E. 2a
S. 238; Urteil 6S.492/1999 vom 2. November 1999, E. 3a). Das Abstellen auf
eine nicht schlüssige Expertise im Rahmen der richterlichen Beweiswürdigung
kann gegen das Willkürverbot und gegen Verfahrensrechte der Parteien
verstossen (BGE 129 I 49 E. 4 S. 57; 118 Ia 144 E. 1b S. 146).

Soweit der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen Kritik an Qualität und
Inhalt des Ergänzungsgutachtens übt und geltend macht, die Vorinstanz hätte
wegen der angeblichen Mängel auf das Ergänzungsgutachten nicht abstellen
dürfen, ist daher auf die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde nicht
einzutreten. Gemäss den vorstehenden Erwägungen zur staatsrechtlichen
Beschwerde (siehe E. 4.7) durfte die Vorinstanz ohne Willkür das
Ergänzungsgutachten samt Nachtrag als schlüssig werten und darauf abstellen
und erschöpfen sich die dagegen erhobenen Einwände des Beschwerdeführers in
einer unzulässigen appellatorischen Kritik.

7.
7.1 Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, dass beim Beschwerdeführer "auch
längerfristig keine Heilungschance" besteht (angefochtenes Urteil S. 43, 45).
Der Beschwerdeführer macht geltend, diese Schlussfolgerung sei ein
offensichtliches Versehen im Sinne von Art. 277bis BStP, da die Vorinstanz in
Übereinstimmung mit der Expertin festgestellt habe, dass er in beschränktem
Masse therapiefähig sei.
Der Einwand ist unbegründet. Die genannte Schlussfolgerung beruht nicht auf
einem offensichtlichen Versehen, sondern auf einer willkürfreien Würdigung
der Ausführungen der Expertin. Zur Begründung kann auf die vorstehenden
Erwägungen zur staatsrechtlichen Beschwerde (siehe E. 3 hievor) verwiesen
werden.

7.2 Die Vorinstanz hält gestützt auf die Ausführungen im Ergänzungsgutachten
sowie auf Berichte des Anstaltspsychologen und der Anstaltsleitung fest, dass
in den letzten Jahren im Rahmen des vorzeitigen Strafvollzugs mit
vollzugsbegleitender ambulanter Behandlung beim Beschwerdeführer eine gewisse
Besserung und Stabilisierung zu verzeichnen ist. Daraus folgt indessen
entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht, dass nunmehr auf die
Anordnung der Verwahrung zu verzichten ist. Die genannten Berichte vermitteln
nach den zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid (S. 43) ein
verzerrtes Bild, da die klaren Strukturen und die engmaschige Betreuung im
Strafvollzug nicht dem Umfeld entsprechen, in dem sich der Beschwerdeführer
in Freiheit bewähren müsste. Es ist bekannt, dass es in den klar
strukturierten Abläufen von Kliniken und Strafanstalten jeweils zu einer
gewissen Stabilisierung kommen kann. Solche Verbesserungen und
Stabilisierungen waren denn auch beim Beschwerdeführer anlässlich von
Behandlungen innerhalb und ausserhalb des Strafvollzugs in den vergangenen
Jahrzehnten gelegentlich festgestellt worden. Sie waren indessen stets nur
von kurzer Dauer.

Der im Jahre 1954 geborene Beschwerdeführer weist seit 1974 zahlreiche
Vorstrafen auf. Er wurde zum einen mehrfach wegen Fahrens in angetrunkenem
Zustand und anderer Verkehrsdelikte und zum andern mehrfach wegen Straftaten
gegen Leib und Leben sowie auch wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte
verurteilt (siehe angefochtenes Urteil S. 33 f.). Die schwerwiegendsten
Verurteilungen betreffen versuchte Notzucht und Nötigung zu einer andern
unzüchtigen Handlung im Jahre 1980; versuchte schwere Körperverletzung und
einfache Köperverletzung zum Nachteil seiner (ersten) Ehefrau und seines
Sohnes 1985; versuchte schwere Körperverletzung und einfache Körperverletzung
zum Nachteil seiner (zweiten) Ehefrau im Jahre 2001. Gewaltausbrüche, vor
allem nach Alkoholkonsum, ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des
Beschwerdeführers (siehe im Einzelnen angefochtenes Urteil S. 35 ff.). Der
Beschwerdeführer verbüsste in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche
Freiheitsstrafen. Dabei wurde er mehrmals ambulant behandelt. Zudem wurde er
mehrmals mittels fürsorgerischer Freiheitsentzüge in psychiatrische Kliniken
eingewiesen, dies jeweils nach Alkoholmissbrauch und damit zusammenhängenden
Aggressionsdurchbrüchen (siehe im  Einzelnen angefochtenes Urteil S. 37 f.).
Zwischen den einzelnen stationären psychiatrischen Behandlungen wurde der
Beschwerdeführer auch mehrfach insbesondere in Bezug auf sein Alkoholproblem
ambulant behandelt. Die zahlreichen Gefängnisstrafen, Führerausweisentzüge,
alkoholfürsorgerischen Betreuungen und psychotherapeutischen Behandlungen
vermochten, wie im angefochtenen Entscheid (S. 38) zutreffend festgehalten
wird, das Verhalten des Beschwerdeführers nicht längerfristig zu
beeinflussen, und sämtlichen Massnahmen war kein durchschlagender Erfolg
beschieden. Im Gegenteil hat der Beschwerdeführer in der Nacht vom 3. auf den
4. Februar 2002 seine (dritte) Ehefrau in alkoholisiertem Zustand in der
gemeinsamen Wohnung, in welcher auch seine beiden Söhne aus zweiter Ehe
anwesend waren, über mehrere Stunden durch zahllose Faustschläge und
Fusstritte derart misshandelt, dass sie an ihren Verletzungen starb.

Unter diesen Umständen ist die Verwahrung verhältnismässig.

8.
8.1 Der Beschwerdeführer meint, dass er bei Anwendung des am 1. Januar 2007 in
Kraft getretenen neuen Rechts in Anbetracht seiner grundsätzlichen
Behandelbarkeit nicht verwahrt werden dürfte. Es sei wohl kein Zufall, dass
die Vorinstanz nach dem Eingang des Ergänzungsgutachtens eine überaus grosse
Eile beim Abschluss des wieder aufgenommenen Berufungsverfahrens vor dem
Inkrafttreten des neuen Rechts an den Tag gelegt und seine
Sistierungsbegehren abgewiesen habe. Auch wenn die Vorinstanz bereits am
30. November 2006 in der Sache entschieden habe, hätte sie das neue Recht
zumindest bei der Auslegung von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB
mitberücksichtigen und daher die therapeutische Komponente ins Zentrum ihrer
Überlegungen stellen müssen.

Die Einwände sind unbegründet. Die Vorinstanz hat Bundesrecht nicht verletzt,
indem sie ihr Urteil am 30. November 2006 gefällt und dabei ausschliesslich
nach Massgabe des damals geltenden Rechts und der diesbezüglichen
Rechtsprechung des Bundesgerichts entschieden hat. Ob das neue Recht in Bezug
auf die Voraussetzungen für die Anordung einer Verwahrung (siehe Art. 56 und
64 nStGB) im Vergleich zu Art. 43 StGB milder ist beziehungsweise ob der
Beschwerdeführer - wie die Vorinstanz annimmt (siehe angefochtenes Urteil
S. 19/20) - unter den gegebenen Umständen auch nach dem neuen Recht verwahrt
werden müsste, ist vorliegend nicht zu prüfen. Mit der Vorinstanz ist
allerdings auf die Schlussbestimmungen der Änderung des Strafgesetzbuches vom
13. Dezember 2002 hinzuweisen. Nach deren Ziff. 1 Abs. 2 überprüft das
Gericht bis spätestens 12 Monate nach Inkrafttreten des neuen Rechts, ob bei
Personen, die nach Art. 42 oder Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 des bisherigen Rechts
verwahrt sind, die Voraussetzungen für eine therapeutische Massnahme
(Art. 59-61 oder 63) erfüllt sind. Trifft dies zu, so ordnet das Gericht die
entsprechende Massnahme an; andernfalls wird die Verwahrung nach neuem Recht
weitergeführt.

8.2 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, eine Verwahrung müsse
auch angesichts der unbefriedigenden Vollzugssituation in der Schweiz ausser
Betracht fallen, wo sich verwahrte Straftäter weder in einer geschlossenen
Abteilung einer psychiatrischen Klinik noch in einer besonderen psychiatrisch
begleiteten Vollzugsabteilung einer geschlossenen Strafanstalt, sondern
weiterhin im gewöhnlichen Vollzug einer Strafanstalt wieder fänden. Unter dem
Gesichtspunkt der öffentlichen Sicherheit mache es keinen Unterschied, ob er
verwahrt oder im Rahmen des Vollzugs der langjährigen Freiheitsstrafe
ambulant psychotherapeutisch behandelt werde. In beiden Fällen sei die
Allgemeinheit vollständig vor ihm geschützt. Daran würde auch ein Misserfolg
der vollzugsbegleitenden Behandlung nichts ändern, da in diesem Fall sowohl
nach dem alten als auch nach dem neuen Recht nachträglich eine stationäre
therapeutische Massnahme oder aber die Verwahrung angeordnet werden könnte.

Mit diesen Hinweisen auf die Vollzugssituation in der Schweiz und auf die
Flexibilität des Massnahmenrechts ist indessen nicht dargetan, dass die
Anordnung der Verwahrung im konkreten Fall Bundesrecht, nämlich den
vorliegend einzig anwendbaren Art. 43 StGB, verletzt.

9.
Die Nichtigkeitsbeschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten
ist.

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

10.
Der Beschwerdeführer ersucht in beiden Verfahren um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege. Die Gesuche sind gutzuheissen, da die
Beschwerden nicht von vornherein aussichtslos waren und die finanzielle
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen ist. Somit sind keine Kosten
zu erheben und ist dem Vertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Markus
Weber, Aarau, in beiden Verfahren eine Entschädigung aus der
Bundesgerichtskasse auszurichten.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde und die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde
werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werden
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dem Vertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Markus Weber wird für beide
Verfahren eine Entschädigung von insgesamt Fr. 6'000.-- aus der
Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons
Aargau und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. Mai 2007

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: