Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Staatsrecht 6P.19/2007
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6P.19/2007
6S.51/2007 /rom

Urteil vom 17. Mai 2007
Kasasationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Zünd, Mathys,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Hans Keller,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Postfach 7475, 3001 Bern,
Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, Postfach 7475, 3001 Bern.

6P.19/2007
Willkürliche Beweiswürdigung; Verletzung des Gebots des fair trial,

6S.51/2007
Mittäterschaft zu Mord; Strafzumessung; Landesverweisung,

Staatsrechtliche Beschwerde (6P.19/2007) und Nichtigkeitsbeschwerde
(6S.51/2007) gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 1.
Strafkammer, vom 17. November 2006.
Sachverhalt:

A.
Am 20./21. Mai 2002 verübten Y.________, X.________, Z.________ und
A.________ einen bewaffneten Raubüberfall auf den Bordellbetrieb "Salon
B.________" in Bern. Sie gingen auf Grund eines Tipps, den Y.________ auf
Anfrage von einem Bekannten und dessen Ehefrau erhalten hatte, davon aus,
dass im fraglichen Salon viel Geld zu "holen" sei. Die vier nicht maskierten
Angeschuldigten verschafften sich Zugang zum Salon. Im Verlaufe des Überfalls
wurden der Saloninhaber C.________ und dessen Ehefrau D.________ mit jeweils
mehreren Schüssen getötet. In beiden Fällen soll Y.________ der Schütze
gewesen sein.

B.
Das Kreisgericht VIII Bern-Laupen erklärte X.________ am 4. April 2005
schuldig des qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 und 3 StGB. Von der
Anschuldigung des Mordes, eventuell der vorsätzlichen Tötung, an C.________
und D.________ sprach es ihn frei. Es verurteilte ihn zu einer Strafe von
viereinhalb Jahren Zuchthaus unter Anordnung einer ambulanten Therapie.

Auf Appellation der Staatsanwaltschaft hin sprach das Obergericht des Kantons
Bern X.________ am 17. November 2006 schuldig des Mordes an C.________ und
D.________. Zufolge Teilrechtskraft des erstinstanzlichen Urteils bestätigte
es die Verurteilung wegen qualifizierten Raubs. Das Obergericht bestrafte ihn
mit einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren, ordnete eine ambulante
Psychotherapie an und verwies ihn für 12 Jahre des Landes.

C.
Dagegen reicht X.________ staatsrechtliche Beschwerde und eidgenössische
Nichtigkeitsbeschwerde beim Bundesgericht ein. Mit beiden Rechtsmitteln
beantragt er die Aufhebung des angefochtenen Urteils und die Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. Er verlangt ferner die
unentgeltliche Rechtspflege.

D.
Das Obergericht verzichtet auf eine Stellungnahme zu den Beschwerden, die
Staatsanwaltschaft auf Gegenbemerkungen zur Nichtigkeitsbeschwerde.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110)
ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten. Da der angefochtene Entscheid vorher
ergangen ist, richtet sich das Verfahren noch nach OG bzw. BStP (Art. 132
Abs. 1 BGG).

Am 1. Januar 2007 ist auch der revidierte Allgemeine Teil des
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen sind hier aber
noch nicht von Bedeutung, da das Bundesgericht im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde nur prüft, ob das kantonale Gericht das eidgenössische
Recht richtig angewendet hat (Art. 269 Abs. 1 BStP), mithin das Recht,
welches im Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Entscheids noch
gegolten hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3).

I. Staatsrechtliche Beschwerde

2.
Das Obergericht erklärte den Beschwerdeführer, anders als das Kreisgericht,
schuldig des zweifachen Mordes. Es urteilte gestützt auf die Akten, ohne
Beweismassnahmen anzuordnen, insbesondere ohne die Angeschuldigten erneut
persönlich zu befragen. Der Beschwerdeführer erblickt darin eine willkürliche
Anwendung bzw. Auslegung von Art. 350 des kantonalen Strafverfahrensgesetzes,
einen Verstoss gegen die in der BV und EMRK statuierte Unschuldsvermutung
sowie eine Verletzung des Gebots des "fair trial" im Sinne einer Beschneidung
seiner Verteidigungsrechte gemäss Art. 6 Abs. 3 lit. c EMRK.

2.1 Die Auslegung und Anwendung kantonalen Verfahrensrechts prüft das
Bundesgericht ausschliesslich unter dem beschränkten Gesichtswinkel der
Willkür (BGE 121 I 1 E. 2). Dies gilt auch, wenn sich der Beschwerdeführer im
Rahmen der Beweiswürdigung auf den Grundsatz "in dubio pro reo" beruft.
Hingegen prüft das Bundesgericht mit freier Kognition, ob die als willkürfrei
erkannte Auslegung und Anwendung des kantonalen Rechts mit den angerufenen
verfassungsmässigen Rechten und Konventionsgarantien vereinbar ist (vgl. BGE
127 I 213 E. 3b; 126 I 19 E. 2a, 68 E. 3b; 122 I 153 E. 3 mit Hinweisen).

2.2 Das Gesetz über das Strafverfahren des Kantons Bern (StrV/BE) regelt in
Art. 350 die Beweiserhebungen im Appellationsverfahren. Danach stützt sich
die Appellationsinstanz grundsätzlich auf die Beweisaufnahme der Vorinstanz
(Satz 1). Sie kann aber von Amtes wegen oder auf Antrag der Parteien
Beweisergänzungen anordnen (Satz 2).

Der Beschwerdeführer ist vom Kreisgericht zu viereinhalb Jahren Zuchthaus
wegen qualifizierten Raubs verurteilt worden. Dagegen ergriff die
Staatsanwaltschaft sowohl im Schuld- als auch im Stafpunkt die Appellation.
Einer Abänderung des kreisgerichtlichen Urteil stand damit auch zu Ungunsten
des Beschwerdeführers nichts im Weg (Art. 337 StrV/BE). Nachdem diesem gemäss
Art. 340 StrV/BE von der Appellation durch die Staatsanwaltschaft Kenntnis
gegeben worden war, lag für ihn auf der Hand bzw. musste er damit rechnen,
dass das Obergericht mit der Staatsanwaltschaft zu einer Verurteilung wegen
(zweifachen) Mordes, eventuell vorsätzlicher Tötung, mit massiv höherer
Bestrafung gelangen könnte, und dass das Obergericht möglicherweise die
Aktenlage als zureichende Urteilsgrundlage bewerten und deshalb nicht von
Amtes wegen eine erneute Befragung der Angeschuldigten - unter Einschluss des
Beschwerdeführers - selber anordnen werde. Dass und inwiefern das Obergericht
dies nach dem kantonalen Verfahrensrecht unter dem Gesichtspunkt der Willkür
nicht hätte tun dürfen, ist nicht ersichtlich. Denn aus Art. 350 StrV/BE
ergibt sich, dass das Obergericht das Beweisverfahren, wie es vor der ersten
Instanz stattfand, anhand der Akten überprüft. Eine Wiederholung des
Beweisverfahrens wird mithin nicht gefordert; es sei denn, es lägen zwingende
Gründe vor, wie etwa um bestehende Lücken im Beweisverfahren zu schliessen.
Dass das Obergericht die vor erster Instanz erhobenen Beweise möglicherweise
anders würdigen werde, stellt indes nicht an sich einen solch zwingenden
Grund dar (so schon Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 1980,
veröffentlicht in ZBJV 119/1983 509), auch wenn es gelegentlich heikel sein
mag, den Wahrheitsgehalt bzw. die Glaubwürdigkeit namentlich von Aussagen nur
anhand der Akten zu würdigen (vgl. Thomas Maurer, Das bernische
Strafverfahren, Bern 2003, S. 538; Jürg Aeschlimann, Einführung in das
Strafprozessrecht, Die neuen bernischen Gesetze, Bern 1997, S. 477). Die
vorliegende Anwendung bzw. Auslegung von Art. 350 StrV/BE hält nach dem
Gesagten vor dem Willkürverbot stand. Soweit der Beschwerdeführer im Rahmen
der Beweiswürdigung den Grundsatz von "in dubio pro reo" im Sinne von Art. 32
BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK als verletzt rügt, fällt sein Vorbringen mit der
Willkürrüge nach Art. 9 BV zusammen.

2.3 Art. 6 Abs. 3 lit. c EMRK soll als Aspekt des fairen Verfahrens eine
wirksame Verteidigung des Angeschuldigten sicherstellen. In diesem Bestreben
werden ihm drei Rechte eingeräumt: Das Recht auf Selbstverteidigung, das die
persönliche Anwesenheit vor Gericht einschliesst, das Recht auf Beizug eines
Verteidigers und das Recht auf unentgeltliche Verteidigung. Wird der
Angeschuldigte durch einen (privaten oder amtlichen) Rechtsbeistand
vertreten, hat er keinen unbeschränkten Anspruch mehr darauf, sich zusätzlich
auch selber zu ver-teidigen. Insbesondere ist es Sache des Rechtsvertreters,
die Verteidigungsstrategie zu bestimmen. Auf der anderen Seite schliesst der
Umstand der Vertretung eine Beteiligung des Angeschuldigten am Verfahren
nicht aus. So muss er etwa in einer Verhandlung vor einer
Appellationsinstanz, die - wie im vorliegenden Fall - Tat- und Rechtsfragen
frei prüft, neben dem Verteidiger Gelegenheit erhalten, zu den Vorwürfen
Stellung zu nehmen (EGMR, Urteil vom 21. September 1993, Kremzow v. Austria,
Serie A 268-B, Ziff. 67 und 68; s.a. ECHR, Urteil vom 19. Februar 1996,
Botten v. Norway, Reports 1996-I, 126). Ein Verzicht des Angeschuldigten auf
die Ausübung seiner Verteidigungsrechte und das Recht auf effektive Teilnahme
an der gegen ihn geführten Verhandlung ist allerdings zulässig (Walter
Gollwitzer, Menschenrechte und Strafverfahren, MRK und IPBPR, Berlin 2005,
MRK Art. 6 Rz. 189 mit Hinweisen; zu Art. 6 Ziff. 1 EMRK s. a. BGE 127 I 213
E. 3a; EGMR, Urteil vom 23. November 1993; Poitrimol v. Frankreich, Serie A
Nr. 277-A, Ziff. 31).

Auf Anfrage des Obergerichts hin hat der anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer sowohl auf eine persönliche Teilnahme an der
Appellationsverhandlung als auch auf das Stellen von weiteren Beweisanträgen,
insbesondere einer Befragung im Rahmen einer mündlichen Verhandlung,
ausdrücklich verzichtet, obschon er angesichts der Appellationsanträge der
Staatsanwaltschaft und des ihm bekannten Verhandlungsgegenstands sowie auf
Grund der einschlägigen Bestimmungen des kantonalen Verfahrensrechts mit der
Möglichkeit einer abweichenden Beweiswürdigung durch das Obergericht rechnen
konnte und musste. Dass er damit in der Tat denn auch gerechnet hat, kommt im
Parteivortrag seines amtlichen Vertreters anlässlich der
Appellationsverhandlung vor Obergericht deutlich zum Ausdruck (vgl.
angefochtener Entscheid, S. 61 - 63). Bei dieser Sachlage ist nicht
ersichtlich, inwieweit das Obergericht den Anspruch des Beschwerdeführers auf
wirksame Verteidigung im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK verletzt haben
könnte. Die Beschwerde erweist sich daher in diesem Punkte als unbegründet.

3.
Nach Ansicht des Beschwerdeführers sind verschiedene
Sachverhaltsfeststellungen, die das Obergericht im Zusammenhang mit den auch
ihm zur Last gelegten Tötungsdelikten trifft, willkürlich, und sie verletzten
daher Art. 9 BV.

3.1 Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine
andere Lösung vertretbar oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt
einen Entscheid vielmehr nur auf, wenn dieser mit der tatsächlichen Situation
in offensichtlichem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen
Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei rechtfertigt sich die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids nur, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig
ist (BGE 131 I 57 E. 2; 129 I 49 E. 4 mit Verweis). Dem Sachgericht steht
insbesondere bei der Würdigung der Beweise ein grosser Ermessensspielraum zu.
Willkür ist hier nur zu bejahen, wenn das Gericht offensichtlich den Sinn und
die Tragweite eines Beweismittels verkannt, ohne vernünftigen Grund ein
wichtiges und erhebliches Beweismittel unberücksichtigt gelassen oder aus den
vorhandenen Elementen offensichtlich unhaltbare Schlüsse gezogen hat (BGE 129
I 8 E. 2.1 mit Verweisen).

3.2 Die Rügen des Beschwerdeführers erschöpfen sich weitestgehend in
unzulässiger appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid (vgl. etwa
Beschwerdeschrift, S. 10, 11, 13 und 17). Darauf ist nicht einzutreten (Art.
90 Abs. 1 lit. b OG; vgl. BGE 127 I 38 E. 3c; 125 I 492 E. 1b mit Hinweisen).
Nachfolgend bleibt lediglich auf einzelne Vorbringen näher einzugehen.

3.3 Der Beschwerdeführer beanstandet die Feststellung zum Umfang seiner
Beteiligung an der Waffenbeschaffung mit Schalldämpfer als willkürlich. Das
Obergericht verkenne, dass er und Z.________ nicht in gleicher Weise daran
mitgewirkt hätten. Das Obergericht gelangt zum Schluss, dass sich der
Beschwerdeführer bei der Beschaffung der schallgedämpften Waffe aktiv bzw.
sehr aktiv gezeigt hat (angefochtenes Urteil, S. 84 ff.). Es stützt sich bei
seiner Würdigung auf die Aussagen der Angeschuldigten. Im Ergebnis stellt es
fest, dass Y.________ bei der Waffenbeschaffung federführend war, wobei er
physisch und psychisch vom Beschwerdeführer und insbesondere von Z.________
unterstützt wurde (angefochtenes Urteil, S. 142). Vor diesem Hintergrund,
insbesondere der Tatsache, dass das Obergericht das Verhalten des
Beschwerdeführers und dasjenige von Z.________ bei der Beschaffung der Waffe
entsprechend der unterschiedlichen Intensität ihrer Mitwirkung klarerweise
differenziert beurteilt, geht die Kritik des Beschwerdeführers an der Sache
vorbei.

3.4 Das Obergericht kommt im Gegensatz zum Kreisgericht zum Schluss, alle
Angeschuldigten hätten damit rechnen müssen, dass die mitgeführten
Schusswaffen nicht nur zur reinen Bedrohung eingesetzt werden würden, da
keine Vorbereitungen hinsichtlich Fesselung der Opfer oder eigener Maskierung
getroffen worden seien. Dennoch sei die Tötung wohl nicht von vornherein
abgesprochen worden (angefochtenes Urteil, S. 104 und 108). Der
Beschwerdeführer beanstandet diese Schlussfolgerungen als willkürlich.
Daraus, dass weder über eine Maskierung der Angeschuldigten noch über eine
Fesselung der Opfer geredet wurde, könne keinesfalls abgeleitet werden, dass
der Einsatz massiver Gewalt bis zur Tötung thematisiert worden sei. Diese
Umstände zeigten höchstens, dass die Angeschuldigten den Raub-überfall mehr
schlecht als recht geplant hätten. Im Übrigen stelle das Obergericht zur
Frage, ob von einer Fesselung der Opfer die Rede gewesen sei, auf die
Aussagen der Angeschuldigten kurz nach ihrer Festnahme ab, ohne ausreichend
zu begründen, weshalb es die von ihnen hierzu gemachten Angaben anlässlich
der Hauptverhandlung als reine Schutzbehauptungen qualifiziere.

Die beanstandeten Schlussfolgerungen sind nicht willkürlich. Das Obergericht
leitet seine Annahmen aus mehreren sachlich fundierten Indizien ab. Für seine
Beweiswürdigung spricht aber insbesondere der Umstand, dass die von den
Angeschuldigten akribisch betriebene Beschaffung der schallgedämpften Waffe
der Annahme eines "gewaltlosen" Raubs entgegensteht und die mitgeführte
Schusswaffe denn auch gezielt und rasch zum ersten Einsatz kam. Dass und
inwiefern die obergerichtliche Beweiswürdigung vor diesem Hintergrund
schlechterdings unhaltbar sein sollte, ist nicht ersichtlich und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht aufgezeigt, legt er doch einzig dar, wel-che
Schlüsse aus den fehlenden Vorbereitungen hinsichtlich Maskierung bzw.
Fesselung seiner Ansicht nach richtigerweise hätten gezogen werden müssen.
Damit kann Willkür nicht begründet werden. Anders als er meint, hat sich das
Obergericht im Übrigen auch mit den Aussagen der Angeschuldigten zum Thema
einer möglichen Fesselung der Opfer auseinandergesetzt und materiell
nachvollziehbar begründet, weshalb es in diesem Zusammenhang nicht auf die
Aussagen der Angeschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung abstellt,
sondern auf "diejenigen der ersten Stunde". Von Willkür kann daher nicht die
Rede sein.

3.5 Der Beschwerdeführer rügt auch die Feststellung des Obergerichts als
willkürlich, er habe sich nach der miterlebten Exekution von C.________ nicht
entrüstet abgewandt (angefochtenes Urteil, S. 125 und 144). Zwar habe er sich
nicht physisch vom Tatort entfernt, innerlich jedoch vom Vorgehen Y.________s
entscheidend distanziert, was auch die entsprechenden Gutachten aufzeigten.
Diese Tatsache übersehe das Obergericht bei seiner Würdigung vollständig.
Abgesehen davon, dass sich dem psychiatrischen Gutachten vom 1. April 2003
keine solchen eindeutigen Ausführungen entnehmen lassen, gründet die Kritik
des Beschwerdeführers in durch nichts belegten Behauptungen. Angesichts des
Umstands, dass der Beschwerdeführer auch nach der Tötung von C.________ das
Ziel der Erbeutung einer grossen Geldsumme unbeirrt weiter verfolgte und er
mehrfach dessen blutige Leiche passierte, als er die von ihm bewachte
D.________ zur Toilette begleitete oder fernsehen ging, durfte das
Obergericht ohne Willkür zur Überzeugung gelangen, dass ihn der Tod bzw. die
Exekution von C.________ unbeeindruckt liess.

4.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung
unbegründet ist, soweit sie überhaupt rechtsgenüglich vorgebracht ist. Im
Übrigen verletzt das angefochtene Urteil auch keine anderen Verfassungs- oder
Konventionsbestimmungen. Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

II. Eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde

5.
Die Vorinstanz verurteilte den Beschwerdeführer wegen zweifachen in
Mittäterschaft begangenen Mordes. In Bezug auf C.________ nahm es
eventualvorsätzliche, in Bezug auf D.________ direktvorsätzliche Begehung an.
Dagegen richtet sich der Beschwerdeführer mit der eidgenössischen
Nichtigkeitsbeschwerde. Sein Tatvorsatz habe den Tod keines der Opfer auch
nur eventuell erfasst. Er habe nie mit deren Tötung gerechnet und sich den
Tötungsvorsatz von Y.________ in keiner Phase des Geschehens zu eigen
gemacht. Bei beiden Tötungen handle es sich um Überreaktionen Y.________s,
die er innerlich nicht mitgetragen habe. Im Übrigen könnte er angesichts
seines untergeordneten Tatbeitrags ohnehin nur wegen Gehilfenschaft, nicht
aber wegen Mittäterschaft verurteilt werden. Schliesslich erweise sich auch
die Qualifikation der beiden Tötungen als Mord im Sinne von Art. 112 StGB als
bundesrechtswidrig.

5.1 Der Verurteilung wegen Mordes liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt
zugrunde:

Y.________ konnte Z.________ und den Beschwerdeführer von seinem Vorhaben,
den Salon "B.________" in Bern zu überfallen, überzeugen und sie als Mittäter
gewinnen. Sie alle gingen von einer reichen Beute aus. Unter der Federführung
von Y.________ erwarben sie zu diesem Zwecke gemeinsam eine Waffe mit
Schalldämpfer. Z.________ kundschaftete den Salon im Vorfeld der Tat aus und
teilte seine Erkenntnisse Y.________ und dem Beschwerdeführer mit. Erst am
Tattag, d.h. am 20. Mai 2002, wurde A.________ zur Deliktsdurchführung
beigezogen. Die vier Angeschuldigten studierten gemeinsam die von Y.________
angefertigte Tatortskizze und besprachen ihr Vorgehen bzw. den Tatablauf.
Danach sollte A.________ als Erster den Salon betreten und bei Anwesenheit
von C.________ und D.________ die anderen Beteiligten einlassen.

Die Angeschuldigten begaben sich zum Tatort. Sie sassen einige Zeit in einem
Restaurant unter den Lauben, um den Eingangsbereich des Salons zu beobachten.
Sie waren sich darüber im Klaren, dass der Raubüberfall mit scharfer
Bewaffnung durchgeführt werden sollte, und wussten, dass der ihnen als
gefährlich und gewaltbereit bekannte Y.________ die geladene Schusswaffe mit
Schalldämpfer dabei hatte und A.________ ebenfalls bewaffnet war. Nachdem
A.________ als vermeintlicher Freier um circa 19.30 Uhr von D.________
eingelassen wurde, verschaffte er den anderen Angeschuldigten Zugang zum
Salon, obschon C.________ zu diesem Zeitpunkt nicht dort war. A.________
bedrohte zunächst D.________ und hielt dann auch dem hinzugekommenen
C.________ die durchgeladene Pistole aus nächster Nähe gegen den Kopf. Im
Laufe des sich zwischen ihnen entwickelnden Handgemenges fiel ihm die Waffe
zu Boden. Daraufhin erschoss Y.________ C.________ mit zehn Schüssen. Nach
der Schussabgabe, bei der alle anwesend waren, begab sich Z.________ nach
draussen, um Ausschau zu halten; er blieb in ständigem Telefonkontakt mit
Y.________. Der Beschwerdeführer behändigte die am Boden liegende Waffe
A.________s und versuchte, sie von seinen Fingerabdrücken zu reinigen; dabei
löste sich unbeabsichtigt ein Schuss. Die Angeschuldigten durchsuchten in der
Folge die Leiche C.________s, den Salon und die darübergelegene Wohnung des
Ehepaars nach Wertsachen, wobei der Beschwerdeführer - nachdem er bei der
Reinigung der Blutspuren im Salon geholfen hatte - D.________ bewachte. Sie
wurde am Leben gelassen, damit sie betreffend Inhalt des Tresors und
Schlüssel Auskunft gebe. Vor dem endgültigen Verlassen des Tatorts und dem
Abtransport des aus der Wand herausgebrochenen Tresors tötete Y.________ die
Frau mit neun Schüssen.

5.2 Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung
oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit
anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei
kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles
und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie
mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille
allein genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht. Daraus folgt aber
nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt
ist oder sie zu beeinflussen vermag. Mittäterschaft setzt unter anderem einen
gemeinsamen Tatentschluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet
werden muss; es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist
nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt,
sondern es reicht aus, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu
eigen macht. Wenn die Rechtsprechung angenommen hat, Mittäterschaft könne
auch darin liegen, dass einer der Teilnehmer massgeblich bei der
Entschliessung oder Planung des Deliktes mitgewirkt hat, so darf daraus nicht
geschlossen werden, Mittäterschaft sei ausschliesslich möglich, wenn die Tat
im voraus geplant und aufgrund eines vorher gefassten gemeinsamen
Tatentschlusses ausgeführt wurde (BGE 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3;
118 IV 227 E. 5d/aa, 397 E. 2b, je mit Hinweisen). Erscheint die Tat als
Ausdruck eines gemeinsamen Willens und Handelns, ist jeder der Mittäter für
das Ganze verantwortlich (BGE 120 IV 17 E. 2d, mit Hinweis). In subjektiver
Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz (Art. 18 Abs. 2 StGB) voraus.

5.3 Wenn die Vorinstanz gestützt auf den von ihr verbindlich festgestellten
Sachverhalt annimmt, der Beschwerdeführer sei Mittäter hin-sichtlich der
beiden Tötungen, verletzt sie kein Bundesrecht. Der Beschwerdeführer machte
sich den Entschluss Y.________s zu eigen, den fraglichen Salon zu überfallen,
bereitete das Delikt mit vor und wirkte insbesondere bei der Beschaffung der
schallgedämpften Waffe massgeblich mit. Damit hat er die Möglichkeit eines
Schusswaffeneinsatzes in seine Planung aufgenommen. Nach der Schussabgabe auf
C.________ verblieb er am Tatort und gestaltete das Tatgeschehen fortlaufend
mit, indem er die zu Boden gefallene Waffe A.________s reinigte, den Salon
von Blutspuren säuberte und das zweite Opfer während Stunden so wirksam
bewachte, dass es weder fliehen noch Hilfe anfordern konnte und er seinen
Komplizen dadurch die Suche nach Wertsachen und dem Tresorschlüssel sowie
letztlich das gewaltsame Herausbrechen des Tresors aus der Wand ermöglichte.
Nach der Tötung von D.________ half er wiederum bei der Reinigung des Salons,
um allfällige Spuren zu beseitigen. Er verliess den Tatort zusammen mit den
anderen Angeschuldigten. Mit seiner Tatbeteiligung übte der Beschwerdeführer
einen massgeblichen und tragenden Einfluss auf das konkrete Tatgeschehen aus.
Er fügte seine Beiträge als Teil und in Ergänzung zu den Beiträgen der
anderen Angeschuldigten in die gemeinschaftliche Tat im Sinne einer
arbeitsteiligen Deliktsbegehung ein. Aufgrund seiner mitgestaltenden Rolle
steht der Beschwerdeführer deshalb als Hauptbeteiligter bzw. als
gleichberechtigter Partner und nicht nur als Gehilfe bei der
Tatbestandsverwirklichung da.

5.4 Ebenso wenig verletzt die Vorinstanz Bundesrecht, wenn sie annimmt, der
Beschwerdeführer habe als Mittäter in Bezug auf die Tötung von C.________
eventualvorsätzlich und in Bezug auf diejenige von D.________
direktvorsätzlich gehandelt.
Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sogenannte innere
Tatsachen, ist damit Tatfrage (BGE 130 IV 58 E. 8.5; 125 IV 242 E. 3c; 119 IV
1 E. 5a) und kann daher im Verfahren der eidgenössischen
Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Entscheidung gestellt werden (Art. 273 Abs.
1 lit. b, 277bis BStP). In Würdigung aller Umstände erkennt die Vorinstanz,
dass der Beschwerdeführer aufgrund des bisherigen Ablaufs des Überfalls und
der entsprechenden Ankündigung Y.________s wusste, dass auch D.________
getötet werden würde. Weiter erklärt sie in tatsächlicher Hinsicht, dass der
Beschwerdeführer sich von der Notwendigkeit, D.________ zu töten, überzeugen
liess, und er deren Tötung in seinen Willen aufnahm. Damit ist das für den
direkten Vorsatz erforderliche Wissen und Wollen verbindlich festgestellt und
auf Nichtigkeitsbeschwerde hin nicht überprüfbar. Auf die dagegen erhobenen
Einwendungen des Beschwerdeführers ist daher nicht einzutreten. Dass die
Vorinstanz den Begriff des direkten Vorsatzes aber verkannt hätte, wird in
der Beschwerde nicht (hinreichend) dargelegt und ist auch nicht ersichtlich.
Direkter Vorsatz ist nämlich auch gegeben, wenn der Täter den deliktischen
Erfolg, mag ihm dieser auch gleichgültig oder sogar unerwünscht sein, als
notwendige Folge oder als Mittel zur Erreichung des verfolgten Zwecks in
seinen Entschluss miteinbezieht. Der direkte Vorsatz ist hier somit auch zu
bejahen, wenn es dem Beschwerdeführer letztlich nur darum ging, die Geldbeute
zu erlangen (BGE 119 IV 193 E. 2b/cc; 98 IV 65 E. 4).

Ebenso wenig erweist sich das Vorbringen als stichhaltig, der
Beschwerdeführer habe bei der Tötung C.________s nicht eventualvorsätzlich
gehandelt. Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich der Richter - jedenfalls
soweit der Täter nicht geständig ist - regelmässig nur auf Indizien und
Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf
die innere Einstellung des Täters erlauben. Nach der Rechtsprechung darf der
Richter jedenfalls vom Wissen des Täters auf seinen Willen schliessen, wenn
sich dem Täter die Risikoverwirklichung als so wahrscheinlich aufdrängte,
dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als
Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (zur Publikation bestimmtes
Urteil vom 21. Januar 2007, 6S. 280/2006 E. 4.1; BGE 130 IV 58 E. 8.4, mit
Hinweisen).
Wie die Vorinstanz verbindlich feststellt, hat der Beschwerdeführer um die
Gefährlichkeit und Gewaltbereitschaft von Y.________ gewusst, der sich
bereits früher Delikte gegen die körperliche Integrität hat zu Schulden
kommen lassen. Trotzdem schloss er sich bedenkenlos dem Vorhaben an,
gemeinsam einen bewaffneten Raubüberfall zu begehen. Weiter war sich der
Beschwerdeführer bewusst, dass Y.________ die eigens zu diesem Zwecke
gemeinsam beschaffte Schusswaffe mit Schalldämpfer und scharfer Munition am
Tattag mit sich führte, und sich auch A.________ entsprechend bewaffnet
hatte. Unter diesen Umständen musste der Beschwerdeführer von Anfang an damit
rechnen, dass die Schusswaffen nicht bloss zu Bedrohungszwecken mitgeführt,
sondern tatsächlich bis hin zur Tötung eingesetzt werden würden, zumal die
Angeschuldigten auch keinerlei Vorkehrungen zur Verhinderung einer späteren
Identifizierung durch die Opfer getroffen hatten. Insgesamt kann daher sein
Verhalten vernünftigerweise nur als Billigung und damit als Inkaufnahme des
entsprechenden Erfolgs ausgelegt werden. Ein über das gemeinsame Wollen
hinausgehender Exzess Y.________s scheidet mithin aus. Daran ändert nichts,
dass dem Beschwerdeführer der Erfolgseintritt - der Tod des Opfers -
unerwünscht gewesen sein mag. Denn der Eventualvorsatz setzt nicht voraus,
dass der Täter mit dem Erfolg innerlich einverstanden ist (BGE 92 IV 65 E.
4a).

5.5 Schliesslich ist auch die Qualifikation der Tötungen als Mord im Sinne
von Art. 112 StGB nicht zu beanstanden. Gemäss Art. 26 StGB sind besondere
persönliche Verhältnisse, Eigenschaften und Umstände, die die Strafbarkeit
erhöhen, vermindern oder ausschliessen, bei dem Täter, Anstifter oder
Gehilfen zu berücksichtigen, bei dem sie vorliegen. Bei der Tötung eines
Menschen ist also nur derjenige Beteiligte nach Art. 112 StGB zu bestrafen,
der dabei besonders skrupellos handelt (BGE 120 IV 265 E. 3a). Vorliegend
geht es um einen klassischen Fall eines Raubmords. Die Opfer sind - auch
seitens des Beschwerdeführers - aus rein egoistischen finanziellen
Beweggründen getötet worden. Die Tatverübung aus niederen, rein finanziellen
Motiven genügt für sich allein zur Bejahung der Qualifikation der besonderen
Skrupellosigkeit (BGE 127 IV 10 E. 1 a mit Hinweisen; 115 IV 187 E. 2; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts 6S. 394/2006 vom 1. März 2007 E. 4.3). Der
Schuldspruch der Vorinstanz wegen zweifachen Mordes hält mithin vor
Bundesrecht stand.

6.
Eventualiter wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Strafzumessung.
Zusammengefasst macht er geltend, die Vorinstanz habe verschiedene zu seinen
Gunsten sprechende zumessungsrelevante Faktoren zu wenig berücksichtigt oder
gar ausser Acht gelassen und ihn überdies - im Vergleich zu Z.________ -
rechtsungleich behandelt.

6.1 Das Bundesgericht hat in mehreren jüngeren Entscheiden die Grundsätze der
Strafzumessung und die an sie gestellten Anforderungen zusammengefasst (BGE
129 IV 6 E. 6.1 S. 20 f.; 127 IV 101 E. 2; 124 IV 286 E. 4a S. 295; 123 IV 49
E. 2a, je mit Hinweisen). Darauf ist zu verweisen.

6.2 Die Vorinstanz geht bei der Bemessung der Strafe von Mord (Art. 112 StGB)
als schwerste Tat aus. Das Verschulden beurteilt sie nach einer
Gesamtwürdigung aller strafzumessungsrelevanten Faktoren als sehr schwer. Die
Tatkomponente wirke sich nach Berücksichtigung des Doppelverwertungsverbots
mittelschwer belastend aus. Der Beschwerdeführer habe sämtliche Delikte - den
Raub und die zwei Morde - aus reiner Geldgier begangen. Ein Ausstieg wäre ihm
möglich gewesen. Aufgrund seiner Habgier habe er das Vorhaben aber bis zum
bitteren Ende durchgezogen. Die täterbezogenen Komponenten würdigt die
Vorinstanz insgesamt als eher positiv. Sie berücksichtigt - teilweise unter
Verweis auf die Ausführungen der ersten Instanz - die Flüchtlingsbiographie
des Beschwerdeführers, seine schwierigen Familienverhältnisse, seine
Geständigkeit und Kooperationsbereitschaft während des Verfahrens sowie sein
Verhalten im vorzeitigen Strafvollzug. Ebenso gesteht sie ihm in Anlehnung an
die erste Instanz echte Reue und Einsicht sowie eine leicht erhöhte
Strafempfindlichkeit zu, weil er am Erlebten offensichtlich stärker leide als
die anderen. Zu seinen Ungunsten berücksichtigt sie die Vorstrafen sowie die
Tat- und Deliktsmehrheit nach Art. 68 Ziff. 1 StGB. Eine Verminderung der
Zurechnungsfähigkeit schliesst sie gestützt auf das psychiatrische Gutachten
vom 1. April 2004 aus und erachtet im Ergebnis eine fünfzehnjährige
Zuchthausstrafe für schuldangemessen.

6.3 Die Vorinstanz setzt sich in ihren Erwägungen zur Strafzumessung mit den
wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und würdigt sämtliche
Zumessungsgründe bundesrechtskonform. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht
massgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten lassen oder wesentlichen
Gesichtspunkten nicht Rechnung getragen hätte, ist nicht ersichtlich.
Insbesondere trifft entgegen einem Einwand in der Beschwerde nicht zu, dass
die Vorinstanz hauptsächlich nur die belastenden, nicht aber auch die
entlastenden tat- und täterbezogenen Elemente in ihre Beurteilung mit
einbezieht.  So berücksichtigt sie bei der Tatkomponente etwa durchaus, dass
nicht der Beschwerdeführer, sondern Y.________ die Idee zum Überfall und die
Chefrolle inne hatte, was ohne weiteres in den unterschiedlichen Strafmassen
zum Ausdruck kommt. Die weiteren Rügen, die der Beschwerdeführer erhebt,
beziehen sich auf die Berücksichtigung der prägenden Jugend, der schwierigen
Familienverhältnisse, der Geständigkeit und Kooperationsbereitschaft, der
Einsicht und Reue sowie der erhöhten Strafempfindlichkeit. Diese Faktoren
zieht die Vorinstanz entgegen der Behauptung in der Beschwerde strafmindernd
in Betracht. Den SVG-Vorstrafen misst die Vorinstanz straferhöhende Bedeutung
zu, was bundesrechtlich nicht zu beanstanden ist, zumal nicht nur solche
Vorstrafen, denen gleichartige Straftaten zugrunde liegen, bei der
Strafzumessung von Belang sind (vgl. etwa BGE 121 IV 3 E. 1c/cc). Dass und
inwieweit die Vorinstanz die genannten Kriterien aber ermessensverletzend
gewichtet haben soll, ist nicht ersichtlich. Schliesslich liegt entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers auch keine Ungleichbehandlung im Vergleich zu
Z.________ vor. Soweit er beanstandet, sein Verschulden sei beim Raub
grundlos schwerer gewichtet worden als beim genannten Mittäter, verkennt er,
dass die Vorinstanz die Verschuldenseinschätzung auf eine Gesamtbetrachtung
sämtlicher Taten stützt.

Die Erwägungen der Vorinstanz zur Strafzumessung erscheinen somit insgesamt
plausibel und die daraus gezogenen Schlüsse leuchten ein. Die gegen die
Strafzumessung erhobenen Rügen erweisen sich mithin als unbegründet.

7.
Der Beschwerdeführer wendet sich schliesslich gegen die verhängte
Landesverweisung von 12 Jahren.

7.1 Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde setzt, wie jedes andere
Rechtsmittel, ein aktuelles Rechtsschutzinteresse voraus (BGE 128 IV 34 E. 1b
mit Hinweisen).

Seit dem 1. Januar 2007 figuriert die Landesverweisung nicht mehr als
strafrechtliche Sanktion unter den gesetzlich vorgesehenen Massnahmen und
Strafen und sind die nach bisherigem Recht auf Grund eines Strafurteils
ausgesprochenen Landesverweisungen (Art. 55 StGB) mit Inkrafttreten des neuen
Rechts aufgehoben (vgl. Ziff. 1 Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderung
vom 13. Dezember 2002; AS 2006, 3535; vgl. Botschaft BBl 1999, 2185). Trotz
ihrem Dahinfallen per 1. Januar 2007 bleiben die unter altem Recht
ausgesprochenen Landesverweisungen im Strafregister eingetragen (vgl. Ziff. 3
Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 13. Dezember 2002 e
contrario; Art. 4 Abs. 1 lit. b der Verordnung über das Strafregister vom 29.
September 2006; Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über das automatisierte
Strafregister vom 1. Dezember 1999), in das verschiedene kantonale und
eidgenössische Justiz- und Verwaltungsbehörden zur Erfüllung ihrer Aufgaben
Einsicht nehmen können (Art. 365 Abs. 2 und Art. 367 Abs. 2 nStGB; Art. 21
der Verordnung über das Strafregister vom 29. September 2006). Bei dieser
Sachlage ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein
rechtlich geschütztes Interesse an der Beurteilung seiner Rüge betreffend der
angeordneten Landesverweisung beibehält (so auch Urteil des Kassationshofs
vom 6. März 2007 6S.16/2007 E. 4.1; anders noch Urteil vom 1. Februar 2007
6S.547/2006 E. 2).

7.2 Gemäss Art. 55 Abs. 1 Satz 1 StGB kann der Richter den Ausländer, der zu
Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt wird, für 3 bis 15 Jahre aus dem Gebiete
der Schweiz verweisen. Auch ein Flüchtling kann des Landes verwiesen werden
(Art. 44 Abs. 1 AsylG). Das Bundesgericht hat die Voraussetzungen der
Anordnung einer Landesverweisung hierfür und die Anforderungen an die
Begründung wiederholt dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (vgl. nur BGE
123 IV 107 E. 1; 121 IV 3 E. 1a, je mit Hinweisen; Urteil vom 7. Februar
2003, 6S.412/2002 E. 3.2).
7.3 Der am 9. November 1975 geborene Beschwerdeführer hat sich des zweifachen
Mordes im Sinne von Art. 112 StGB und des qualifizierten Raubs im Sinne von
Art. 140 Ziff. 1 und 3 StGB schuldig gemacht. Er lebt seit dem Jahre 1991 als
anerkannter Flüchtling in der Schweiz. Seine Eltern und Geschwister befinden
sich ebenfalls hier. Der Beschwerdeführer absolvierte erfolgreich eine Lehre
als Elektriker.

Die Vorinstanz begründet die ausgesprochene Nebenstrafe in Anbetracht der ihm
angelasteten Straftaten mit dem Sicherheitsbedürfnis der Schweiz. Der
Beschwerdeführer habe durch die Mitverantwortung an der Ermordung von
C.________ und D.________ die innere Sicherheit der Schweiz in
schwerwiegender Weise verletzt. Ausserdem habe er nur noch geringen Kontakt
zu seiner hier zwar lebenden, aber von ihm bewusst verlassenen Familie. Da
der Beschwerdeführer im Jahre 2001 nach Vietnam gereist sei, sei davon
auszugehen, dass er nach wie vor eine bestehende Bindung zum Ursprungsland
pflege.

7.4 Die Vorinstanz hat die Landesverweisung und deren Dauer unter
zutreffender Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts wenn auch
knapp so doch nachvollziehbar unter Einbezug aller wesentlichen Aspekte
begründet. Nicht zu beanstanden ist insbesondere die vorgenommene
Interessensabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Verhütung
weiterer Delikte und dem privaten Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib
in der Schweiz unter Berücksichtigung seines Flüchtlingsstatus sowie des
Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Angesichts der sehr
schweren Anlasstaten (Mord und qualifizierter Raub) durfte die Vorinstanz in
Abwägung der auf dem Spiele stehenden Interessen, ohne Bundesrecht zu
verletzen, auf ein überwiegendes Sicherungsbedürfnis der Schweiz schliessen
und eine unbedingte Landesverweisung anordnen. Auf die Erwägungen im
angefochtenen Urteil kann verwiesen werden.

8.
Die Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten
ist.

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

9.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde ist gutzuheissen. Da die erste Instanz den
Beschwerdeführer - im Gegensatz zur Vorinstanz - von der Anschuldigung des
Mordes bzw. eventualiter der Tötung freigesprochen hatte, und es um eine hohe
Strafe geht, hatte er hinreichend Anlass zur Beschwerdeführung. Seine
finanzielle Bedürftigkeit ist ausgewiesen. Es sind daher im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde keine Kosten zu erheben, und der Vertreter des
Beschwerdeführers ist aus der Bundesgerichtskasse zu entschädigen.
Demgegenüber ist das entsprechende Gesuch im Verfahren der staatsrechtlichen
Beschwerde wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen. Der Beschwerdeführer hat
daher insoweit die bun-desgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1
OG). Seiner finanziellen Lage ist mit einer herabgesetzten Gerichtsgebühr
Rechnung zu tragen (Art. 153a Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf
einzutreten ist.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren der staatsrechtlichen
Beschwerde wird abgewiesen.

4.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde wird gutgeheissen.

5.
Dem Beschwerdeführer wird im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde eine
Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- auferlegt.

6.
Dem Vertreter des Beschwerdeführers, Fürsprecher Hans Keller, wird für das
Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde eine Entschädigung von
Fr. 2'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

10.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Generalprokurator des Kantons
Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 17. Mai 2007

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Die Gerichtsschreiberin: