Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Staatsrecht 6P.29/2007
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Staatsrecht 2007
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Staatsrecht 2007


{T 0/2}
6P.29/2007
6S.71/2007 /rom

Urteil vom 27. April 2007
Kassationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Zünd, Mathys
Gerichtsschreiber Boog.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Frei,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Spisergasse 15, 9001 St. Gallen,
Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer, Klosterhof 1, 9001 St. Gallen.

6P.29/2007
Strafverfahren; Willkür,

6S.71/2007
Misswirtschaft (Art. 165 StGB); Strafzumessung,

Staatsrechtliche Beschwerde (6P.29/2007) und Nichtigkeitsbeschwerde
(6S.71/2007) gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Strafkammer,
vom 24. Oktober 2006.

Sachverhalt:

A.
Die Einzelrichterin des Kreisgerichts St. Gallen erklärte X.________ mit
Entscheid vom 1. Dezember 2005 der Misswirtschaft schuldig und verurteilte
ihn im Zusatz zum Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 9. Juli 2002
zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten sowie zu einer Busse von Fr.
50'000.--. Den Vollzug der Freiheitsstrafe schob sie bedingt auf unter
Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren. Das Verfahren wegen Sachbeschädigung
und Hausfriedensbruchs stellte sie infolge Klagerückzugs ein. Eine hiegegen
vom Beurteilten geführte Berufung wies das Kantonsgericht St. Gallen mit
Urteil vom 24. Oktober 2006 ab.

B.
X.________ führt sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch eidgenössische
Nichtigkeitsbeschwerde, mit denen er je beantragt, das angefochtene Urteil
sei aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.

C.
Das Kantonsgericht St. Gallen hat auf Gegenbemerkungen verzichtet. Die
Staatsanwaltschaft beantragt unter Verzicht auf Vernehmlassung die Abweisung
der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde. Vernehmlassungen zur
staatsrechtlichen Beschwerde wurden nicht eingeholt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Der angefochtene Entscheid ist vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz [BGG]; SR 173.110)
am 1. Januar 2007 ergangen. Auf das gegen dieses Urteil erhobene Rechtsmittel
ist daher noch das bisherige Verfahrensrecht anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG,
e contrario). Im zu beurteilenden Fall richtet sich das Verfahren mithin nach
den Vorschriften über die staatsrechtliche Beschwerde nach Art. 84 ff. OG und
über die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde nach Art. 268 ff. BStP.

Am 1. Januar 2007 ist auch der revidierte Allgemeine Teil des
Strafgesetzbuches (erstes Buch) in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen
sind hier aber noch nicht von Bedeutung, da das Bundesgericht im Verfahren
der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nur prüft, ob das kantonale
Gericht das eidgenössische Recht richtig angewendet hat (Art. 269 Abs. 1
BStP), mithin das Recht, welches im Zeitpunkt der Ausfällung des
angefochtenen Entscheids noch gegolten hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3 S. 51 f. mit
Hinweisen).

2.
Die staatsrechtliche Beschwerde und die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde
stimmen in ihren Begründungen in weiten Teilen überein. Nach der
Rechtsprechung wird auf zwei inhaltlich gleich lautende Rechtsmittel nur
eingetreten, wenn die Begründung für die bundesrechtlichen Rechtsmittel trotz
Vermengung der Rügen ausreichend klar ersichtlich ist (BGE 118 IV 293 E. 2a
mit Verweisung auf BGE 116 II 745 E. 2). Im zu beurteilenden Fall wird daher
auf die Beschwerden nur eingetreten, soweit die Rügen, die sich gegen die
Beweiswürdigung richten, und diejenigen, mit denen eine Verletzung von
Bundesrecht geltend gemacht wird, hinreichend deutlich auseinander gehalten
werden können und soweit sie den Anforderungen an die Beschwerdebegründung
entsprechen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG und Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP).

I. Staatsrechtliche Beschwerde

3.
3.1 Mit staatsrechtlicher Beschwerde kann allein die Verletzung
verfassungsmässiger Rechte gerügt werden. Sie ist nur zulässig, wenn die
behauptete Rechtsverletzung nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim
Bundesgericht oder einer anderen Bundesbehörde gerügt werden kann (vgl. BGE
120 Ia 36 E. b; 118 Ia 139 E. c). Die Rüge, der kantonale Richter habe
eidgenössisches Recht falsch angewendet, ist der Nichtigkeitsbeschwerde an
den Kassationshof des Bundesgerichtes vorbehalten und kann daher mit
staatsrechtlicher Beschwerde nicht erhoben werden (Art. 84 Abs. 1 lit. a und
Abs. 2 OG; Art. 269 BstP; BGE 122 I 70 E. 1 mit Hinweisen). Soweit der
Beschwerdeführer in der staatsrechtlichen Beschwerde Rechtsfragen aufwirft,
namentlich etwa die Annahme ungenügender Kapitalausstattung, des
leichtsinnigen Gewährens von Krediten und des adäquaten Kausalzusammenhangs
sowie die Bejahung des subjektiven Tatbestandes und die Strafzumessung
beanstandet (staatsrechtliche Beschwerde S. 6 f., 9 ff.), kann auf die
Beschwerde somit nicht eingetreten werden.

3.2 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen
Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche
verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern sie durch
den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Im staatsrechtlichen
Beschwerdeverfahren prüft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene
Rügen. Auf eine bloss allgemein gehaltene, rein appellatorische Kritik am
angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein. Den gesetzlichen
Begründungsanforderungen wird nicht Genüge getan, wenn der Beschwerdeführer
im Rahmen pauschaler Vorbringen bloss seine Sicht der Dinge derjenigen der
letzten kantonalen Instanz gegenüberstellt. Wird eine Verletzung des
Willkürverbotes geltend gemacht, muss der Beschwerdeführer vielmehr in
Auseinandersetzung mit der Begründung des angefochtenen Entscheids im
Einzelnen darlegen, inwiefern dieser an einem qualifizierten und
offensichtlichen Mangel leidet (BGE 110 Ia 1 E. 2a; ferner 130 I 258 E. 1.3;
127 I 38 E. 3c und 4; 125 I 492 E. 1b).

4.
4.1 Die kantonalen Instanzen gehen von folgendem Sachverhalt aus:

Der Beschwerdeführer erwarb mit Kaufvertrag vom 23. Oktober 1990 von den
beiden bisherigen Aktionären sämtliche 500 Aktien der A.________ AG mit einem
Nennwert von je Fr. 500.-- zu einem Preis von Fr. 1'794'686.--. Die
definitive Berechnung des Kaufpreises sollte aufgrund der per 31. August 1990
zu erstellenden Bilanz erfolgen. Die A.________ AG war Alleineigentümerin
zweier Liegenschaften in Adliswil mit insgesamt 13 Mietwohnungen. Zur
Bezahlung des Kaufpreises übernahm der Beschwerdeführer am 31. Dezember 1990
in einem zweiten Vertrag von den beiden früheren Aktionären deren
Darlehensschulden gegenüber der A.________ AG in der Höhe von Fr.
1'145'547.60. Bis Ende 1990 erhöhte er das Darlehen auf Fr. 1'179'881.30 und
vergrösserte es in den folgenden Jahren hauptsächlich dadurch, dass er mit
Ausnahme einer Teilzahlung die Darlehenszinsen nicht beglich, wodurch das
Darlehen bis Ende 1994 auf Fr. 2'525'733.-- und bis Ende 1999 auf Fr.
2'873'617.95 aufgestockt wurde. Damit wurde das Darlehen an den Aktionär zum
Hauptaktivum der A.________ AG.

Auf die mehrmaligen Hinweise der Revisionsstelle, dass das hohe Darlehen
einen Verstoss gegen Art. 680 Abs. 2 OR darstellen könnte, reagierte der
Beschwerdeführer nicht. Am 18. April 1997 unterzeichnete er eine
Absichtserklärung, wonach er das Darlehen innert 10 Jahren auf eine halbe bis
eine ganze Million reduzieren werde. Am 25. Oktober 2000 wurde über die
A.________ AG der Konkurs eröffnet (angefochtenes Urteil S. 3; vgl. auch
erstinstanzliches Urteil S. 3 f.).
4.2 Gestützt auf diesen Sachverhalt wird dem Beschwerdeführer im Wesentlichen
vorgeworfen, er habe im Zusammenhang mit dem Darlehen der A.________ AG an
ihn als Aktionär die Überschuldung der Gesellschaft herbeigeführt bzw. deren
Vermögenslage verschlimmert und sich dadurch der Misswirtschaft im Sinne von
Art. 165 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht. Erfüllt seien namentlich die
Tatvarianten der ungenügenden Kapitalausstattung und des leichtsinnigen
Gewährens von Kredit (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 14 f.).

5.
5.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, das Kantonsgericht habe in
willkürlicher Weise angenommen, er hätte Wertberichtigungen auf dem
Darlehenskonto vornehmen müssen. Das Obergericht des Kantons Zürich habe in
einem Urteil vom 9. Juli 2002 angenommen, er habe in den Jahren 1993 bis 1996
über ein Nettovermögen von rund Fr. 7 Mio. verfügt. Er habe daher davon
ausgehen dürfen, dass die Darlehensforderung der A.________ AG hinreichend
gesichert gewesen sei (staatsrechtliche Beschwerde S. 3 f.).
5.2 Die kantonalen Instanzen nehmen an, der Beschwerdeführer hätte als Organ
der A.________ AG angesichts der angespannten Lage im Immobilienmarkt, in
welchem er sein Vermögen investiert gehabt habe, entweder Sicherheiten für
das an ihn selbst als Privatperson ausgerichtete Darlehen einfordern oder den
Kredit aufkünden müssen. Eine Wertberichtigung des Darlehens, das zu jener
Zeit mehr als zwei Drittel der Aktiven der Gesellschaft ausgemacht habe, sei
unabdingbar gewesen. Aus dem vom Beschwerdeführer angerufenen Urteil des
Obergerichts des Kantons Zürich lasse sich nicht ableiten, die Vermögenslage
des Beschwerdeführers habe im hier massgeblichen  Zeitraum von 1997 bis 2000
die Sicherheit des Darlehens als unbedenklich erscheinen lassen
(erstinstanzliches Urteil S. 6 ff.;  angefochtenes Urteil S. 5 ff.).
5.3 Das Obergericht des Kantons Zürich hatte den Beschwerdeführer mit Urteil
vom 9. Juli 2002 in zweiter Instanz des betrügerischen Konkurses sowie des
mehrfachen versuchten Steuerbetruges im Sinne von § 192 aStG und von Art. 186
Abs. 1 DBG schuldig erklärt und ihn zu 12 Monaten Gefängnis, mit bedingtem
Strafvollzug bei einer Probezeit von 5 Jahren, und einer Busse von Fr.
3'000.-- verurteilt. Von der Anklage der ungetreuen Geschäftsführung gemäss
Art. 159 Abs. 1 aStGB bzw. der untreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art.
158 Ziff. 1 StGB sowie des Steuerbetruges in einzelnen Punkten hatte es ihn
freigesprochen.

Im Anklagepunkt der ungetreuen Geschäftsbesorgung war dem Beschwerdeführer
zur Last gelegt worden, er habe sich persönlich am 23. Dezember 1993 als
Alleinaktionär und einziger Verwaltungsrat der B.________ AG ein Darlehen in
der Höhe von rund Fr. 774'000 gewährt, welches nachträglich bis zum 31.
Dezember 1996 auf rund Fr. 1'483'000.-- aufgestockt worden sei. Als die
Darleiherin in Konkurs gefallen sei, sei der Beschwerdeführer nicht in der
Lage gewesen, das nur durch wertlose Schuldbriefe gesicherte Darlehen
zurückzuzahlen (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 9.7.2002, S.
4, Beschwerdebeilage 3). Der Beschwerdeführer hatte sich in jenem Verfahren
auf den Standpunkt gestellt, er sei im Zeitpunkt der Darlehensgewährung bzw.
-erhöhung durchaus in der Lage gewesen, dieses zurückzuerstatten. Er berief
sich hiefür auf einen von einer Treuhandkanzlei erstellten Vermögensstatus
per 30. September 1996. Das Obergericht hatte diesbezüglich trotz Zweifeln an
der Aussagekraft der fraglichen Dokumente zu Gunsten des Beschwerdeführers
angenommen, er habe im Zeitpunkt der Darlehensgewährung bzw. -erhöhung über
ein Nettovermögen von rund Fr. 7 Mio verfügt, und sei mithin persönlich
durchaus leistungsfähig gewesen sei. Unter diesen Umständen hatte es eine
schadensgleiche Vermögensgefährdung im Zeitpunkt der Ausrichtung des
Darlehens verneint (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 9.7.2002,
S. 5 f.).

Die zitierten Erwägungen des obergerichtlichen Urteils beziehen sich
ausschliesslich auf den Zeitraum Dezember 1993 bis Ende 1996. Wie das
Kantonsgericht zutreffend festhält, lässt sich daraus nichts für den Zeitraum
1997 bis 2000 ableiten. Ein Vermögensstatus für diesen Zeitraum liegt nicht
vor. Aus dem Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich ergibt sich sodann,
dass der Beschwerdeführer das Darlehen im Zeitpunkt des Konkurses der
B.________ AG am 25. März 1999 nicht zurückzahlen konnte (Urteil des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 9.7.2002, S. 4). Der Schluss des
Kantonsgerichts ist jedenfalls nicht schlechterdings unhaltbar.

6.
6.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, er sei gestützt auf die
Verkehrswertschätzung des Hauseigentümerverbandes vom 30. Mai 1991 davon
ausgegangen, dass beim Kauf der Gesellschaft stille Reserven von über Fr.
2'300'000.-- bestanden hätten. Die Liegenschaften hätten bis Ende 1996
Mieterträge von klar über Fr. 200'000.-- pro Jahr abgeworfen. In den Jahren
1997 bis 1999 seien sie zwar rückläufig, aber noch immer mehr als
kostendeckend gewesen. Selbst im Jahre 1999 hätten Mietzinserträge von
Fr. 139'224.70 resultiert, was einen Betriebsgewinn von immerhin noch Fr.
62'341.25 ermöglicht habe. Es könne daher nicht pauschal von einem enormen
Schwund des Mietertrages gesprochen werden (staatsrechtliche Beschwerde S. 5
f.).
6.2 Das Kantonsgericht führt aus, die Liegenschaften der A.________ AG seien
in den Bilanzen 1997 mit Fr. 1.323 Mio., 1998 mit Fr. 1.303 Mio., 1999 mit
Fr. 1.283 Mio. und in der Liquidationsbilanz mit Fr. 1.5 Mio. bewertet
worden. Der Buchsachverständige habe die Aufwertung in der Liquidationsbilanz
in Anbetracht der amtlichen Schätzung von 1998 als gerechtfertigt erachtet.
Die von der ersten Instanz beanstandete Unterlassung der Berichtigung beziehe
sich auf die Verkehrswertschätzung des Hauseigentümerverbandes von 1991. Die
Annahme des Beschwerdeführers, es hätten stille Reserven in der Höhe von über
Fr. 2.3 Mio bestanden, sei völlig ungerechtfertigt gewesen (angefochtenes
Urteil S. 5 f.; vgl. auch erstinstanzliches Urteil S. 5 f.).
6.3 Die Schatzung des Hauseigentümer-Verbandes Zürich vom 30. Mai 1991 ergab
einen Verkehrswert der Liegenschaften von Fr. 3'785'000.-- (Beschwerdebeilage
4). Dieser basierte auf Mieterträgen von Fr. 260'880.-- pro Jahr. Nach den
Feststellungen der kantonale Instanzen verringerten sich die
Mietzinseinnahmen aufgrund der Verschlechterung der Situation auf dem
Immobilienmarkt im Jahre 1997 auf Fr. 158'625.15. Im Jahre 1999 betrugen die
Einnahmen nur noch Fr. 139'224.70 (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 5). Bei
dieser Sachlage ist der Schluss, die Annahme von stillen Reserven von Fr. 2.3
Mio. sei nicht gerechtfertigt gewesen, unter verfassungsrechtlichen
Gesichtpunkten nicht zu beanstanden.

7.
Aus diesen Gründen ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf eingetreten werden kann.

II. Nichtigkeitsbeschwerde

8.
Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begründet werden, dass die
angefochtene Entscheidung eidgenössisches Recht verletzt (Art. 269 Abs. 1
BStP). Ausführungen, die sich gegen die tatsächlichen Feststellungen des
Entscheides richten, sowie das Vorbringen neuer Tatsachen sind unzulässig
(Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Der Kassationshof ist im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde an den von der kantonalen Behörde festgestellten
Sachverhalt gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Soweit der Beschwerdeführer
im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde Tatfragen aufwirft,
kann daher auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden.

9.
9.1 Gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB wird der Schuldner, der durch Misswirtschaft,
namentlich durch ungenügende Kapitalausstattung, unverhältnismässigen
Aufwand, gewagte Spekulationen, leichtsinniges Gewähren oder Benützen von
Kredit, Verschleudern von Vermögenswerten oder arge Nachlässigkeit in der
Berufsausübung oder Vermögensverwaltung seine Überschuldung herbeiführt oder
verschlimmert, seine Zahlungsunfähigkeit herbeiführt oder im Bewusstsein
seiner Zahlungsunfähigkeit seine Vermögenslage verschlimmert, mit Gefängnis
bis zu 5 Jahren bestraft, sofern über ihn der Konkurs eröffnet oder gegen ihn
ein Verlustschein ausgestellt worden ist.

Der Tatbestand der Misswirtschaft stellt einen Auffangtatbestand zu den
Tatbeständen des betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetruges gemäss Art.
163 StGB und der Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung im Sinne von
Art. 164 StGB dar. Er kann nur vom Schuldner selber oder von einem der in der
Haftungsregel von Art. 172 StGB genannten Organ erfüllt werden.

Der Beschwerdeführer war vom 23. Oktober 1990 Alleinaktionär und ab 31. Juli
1997 einziger Verwaltungsrat der A.________ AG. Er trug damit von diesem
Zeitpunkt an die alleinige Verantwortung für die Gesellschaft (vgl.
erstinstanzliches Urteil S. 5). Nach Art. 172 StGB ist somit die Bestimmung
von Art. 165 StGB auf den Beschwerdeführer anzuwenden, auch wenn das die
Strafbarkeit begründende Merkmal der Schuldnereigenschaft nicht bei ihm
persönlich, sondern nur bei der Gesellschaft vorliegt (BGE 131 IV 49 E. 1.3.1
mit Hinweisen).

9.2 Aufgrund der willkürfrei festgestellten Tatsachen durfte der
Beschwerdeführer nicht davon ausgehen, das ihm von der A.________ AG gewährte
bzw. laufend erhöhte Darlehen sei durch persönliches Vermögen hinreichend
gesichert und die Liegenschaften der Gesellschaft wiesen einen um Fr. 2.3
Mio. höheren Wert auf. Aufgrund dieser Tatsachen kommt die Vorinstanz zum
Schluss, er habe die Überschuldung der A.________ AG herbeigeführt oder ihre
Vermögenslage im Bewusstsein der Zahlungsunfähigkeit jedenfalls
verschlechtert.

10.
10.1Der Beschwerdeführer wendet sich zunächst gegen den Vorwurf, er habe die
Überschuldung der A.________ AG bis zur Zahlungsunfähigkeit verschlimmert,
indem er als Geschäftsführer der Gesellschaft sich selber als Privatperson
leichtsinnig Darlehen bzw. laufend weitere Erhöhungen des Darlehens gewährt
habe, ohne für entsprechende Sicherheiten zu sorgen. Das Darlehen der
A.________ AG an die Aktionäre habe im Wesentlichen schon bestanden, bevor er
selbst Aktionär geworden sei. Er habe das Darlehen lediglich von den früheren
Aktionären übernommen und nicht als Organ der Gesellschaft Kredit gewährt.
Eine Pflicht, den übernommenen Kredit zurückzuzahlen, lasse sich Art. 165
Ziff. 1 StGB nicht entnehmen. Ausserdem hätten ihm im fraglichen Zeitraum die
für eine Rückzahlung erforderlichen liquiden Mittel gefehlt
(Nichtigkeitsbeschwerde S. 7 f.). Im Übrigen liege eine Überschuldung im
Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR nur vor, wenn die Forderungen der
Gesellschaftsgläubiger weder zu Fortführungs- noch zu Veräusserungswerten
gedeckt seien. Diese Voraussetzung sei nicht erfüllt, da die Bilanz zumindest
zu Fortführungswerten zu keiner Zeit eine Überschuldung im gesetzlichen Sinne
ausgewiesen habe. Die Konkurseröffnung sei nicht wegen einer Überschuldung,
sondern wegen mangelnder Zahlungsfähigkeit bzw. Liquidität der Gesellschaft
erfolgt. Der Gesellschaft seien durch die Übernahme des Darlehens und die
Belastung mit Darlehenszinsen keine Vermögenswerte entzogen worden, weshalb
sich die Vermögenslage der Gesellschaft dadurch auch nicht verschlechtert
habe (Nichtigkeitsbeschwerde S. 9).

10.2 Das Kantonsgericht nimmt an, der Beschwerdeführer habe das übernommene
Darlehen als Dauerschuldverhältnis zwischen der A.________ AG und ihm als
Alleinaktionär weitergeführt und die Darlehensforderung, indem er den
Darlehenszins nicht bezahlt und nur vereinzelt Zahlungen an die A.________ AG
geleistet habe, im Bewusstsein der Überschuldung der Gesellschaft laufend
vergrössert. Damit habe er die Überschuldung der Gesellschaft bis zur
Zahlungsunfähigkeit verschlimmert (angefochtenes Urteil S. 6 f.).

Ob der Beschwerdeführer die Darlehensschuld wegen fehlender Mittel oder aus
anderen Gründen nicht reduziert habe, sei ohne Bedeutung. Das Darlehen sei
offensichtlich das Hauptaktivum der Gesellschaft gewesen. Die Forderungen
gegen den Aktionär hätten mehr als zwei Drittel der gesamten Aktiven der
A.________ AG ausgemacht (angefochtenes Urteil S. 4, 7).

10.3
10.3.1Überschuldung im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB liegt vor, wenn die
Aktiven des Schuldners die Verbindlichkeiten nicht mehr decken (Art. 725 Abs.
2 OR), d.h. wenn die Forderungen der Gläubiger in ihrem Gesamtwert die
Vermögenswerte des Schuldners in ihrem Gesamtwert übersteigen (Alexander
Brunner, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. 165 N 19; Peter Herren,
Die Misswirtschaft gemäss Art. 165 StGB, Diss. Freiburg 2006, S. 45 f.; Peter
Böckli, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2004, § 13 N 746).
Dass die Gesellschaft angesichts des Umstands, dass das Darlehen an den
Beschwerdeführer das Hauptaktivum ausmachte und nach den gegebenen
Verhältnissen hätte wertberichtigt werden müssen, überschuldet war, steht
ausser Frage. Aus welchem Grund der Konkurs über die Gesellschaft eröffnet
wird, ist dabei ohne Bedeutung. Im Übrigen wird bei einer dauernden
Zahlungsunfähigkeit regelmässig auch eine Überschuldung vorliegen (so Peter
Albrecht, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, Besonderer Teil, 2. Band,
Art. 165 N 5 mit Hinweisen).

10.3.2 Kein Bundesrecht verletzt auch der Schluss der Vorinstanz, die
fortlaufende Erhöhung des Darlehens an den Beschwerdeführer als
Alleinaktionär erfülle die Bankrotthandlung des leichtsinnigen Gewährens von
Kredit. Das ergibt sich daraus, dass bei Darlehen der Gesellschaft an ihre
eigenen Aktionäre insbesondere im Falle des Selbstkontrahierens der Organe
eine besondere konkursträchtige Gefahr besteht, wenn die Bonität des
Aktionärs fraglich ist. Solche Darlehen können zum Klumpenrisiko werden, wenn
sie wie im zu beurteilenden Fall zu Hauptaktiven der Gesellschaft werden
(Brunner a.a.O., Art. 165 N 34; Herren, a.a.O., S. 79 f.; vgl. in
zivilrechtlicher Hinsicht Böckli, a.a.O., § 12 N 544 ff.).

Dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall nicht über die flüssigen
Mittel verfügte, die Darlehenszinsen zu bezahlen bzw. das Darlehen
zurückzuerstatten, entlastet ihn entgegen seiner Auffassung
(Nichtigkeitsbeschwerde S. 7) nicht (vgl. angefochtenes Urteil S. 4). Es wird
ihm nicht vorgeworfen, dass er als Schuldner das Darlehen nicht zurückbezahlt
hat, sondern dass er als Geschäftsführer und Verwaltungsrat der A.________ AG
nicht die nötigen Vorkehren in Bezug auf die Sicherung oder Kündigung des
Darlehens getroffen hat.

10.3.3 Schliesslich verletzt das angefochtene Urteil auch kein Bundesrecht,
soweit die Vorinstanz den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem
leichtsinnigen Gewähren bzw. Erhöhen des Darlehens und dem Eintritt der
Überschuldung bzw. der Verschlimmerung der Vermögenslage und dem daraus
resultierenden Vermögensschaden bejaht (vgl. Nichtigkeitsbeschwerde S. 9 f.;
Herren, a.a.O., S. 91 f.). Die Vorinstanz nimmt zu Recht an, die
schwerwiegendste Pflichtverletzung und Grundursache für die Überschuldung der
Gesellschaft sei die Weiterführung und laufende Erhöhung des ungesicherten
Darlehens an den Beschwerdeführer auch noch zu einem Zeitpunkt, als die
Mieterträge eingebrochen seien (angefochtenes Urteil S. 7 f.). Insofern kann
auf das angefochtene Urteil verwiesen werden.

11.
11.1Soweit der Schuldspruch der Misswirtschaft wegen der Tatvariante des
leichtsinnigen Gewährens von Kredit nicht zu beanstanden ist, muss nicht
geprüft werden, ob auch die weitere Bankrotthandlung der ungenügenden
Kapitalausstattung erfüllt ist.

11.2 Unbegründet ist die Beschwerde schliesslich auch, soweit der
Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe zu Unrecht den subjektiven
Tatbestand bejaht. Ob beim Tatbestand der Misswirtschaft der objektive und
subjektive Tatbestand so eng miteinander verknüpft sind, dass bei Vorliegen
der objektiven Merkmale ohne weiteres auch die subjektiven erfüllt sind, wie
die Vorinstanz annimmt (angefochtenes Urteil S. 8), mag dahinstehen. Darin
liegt jedenfalls keine falsche Auffassung der Begriffe des Vorsatzes und der
groben Fahrlässigkeit, welche für den Tatbestand der Misswirtschaft ausreicht
(BGE 115 IV 38 E. 2; vgl. auch Herren, a.a.O., S. 120 ff.). Dass das
Aufstocken des Darlehens unter den gegebenen Verhältnissen mindestens ein
krasse Sorgfaltspflichtverletzung darstellt, ist jedenfalls nicht zu
beanstanden. Was der Beschwerdeführer hiegegen einwendet, führt zu keinem
anderen Ergebnis. Namentlich durfte er nach den verbindlichen tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz nicht davon ausgehen, er werde das Darlehen
aufgrund seines nicht liquiden Vermögens zur gegebenen Zeit zurückzahlen
können (staatsrechtliche Beschwerde S. 10 f.).

Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

12.
12.1Der Beschwerdeführer wendet sich zuletzt gegen die Strafzumessung. Der
Strafbescheid vom 22. November 2004 habe eine Gefängnisstrafe von drei
Monaten und eine Geldbusse von Fr. 5'000.-- festgesetzt. Das Kreisgericht
habe die Freiheitsstrafe auf 6 Monate Gefängnis verdoppelt und die Busse auf
Fr. 50'000.-- verzehnfacht. Diese auffallend hohe Strafe lasse sich nur damit
erklären, dass er sich geweigert habe, die Einsprache gegen den Strafbescheid
zurückzuziehen, und dass er dem Gericht dadurch Aufwand verursacht habe, der
im Falle eines Rückzugs nicht angefallen wäre. Die auffallende Höhe der
Strafe zeige sich auch daran, dass es sich um eine Zusatzstrafe zu weit
schwerwiegenderen Straftaten handle, für welche er mit einer Gefängnisstrafe
von einem Jahr und einer Busse von Fr. 3'000.-- bestraft worden sei.
Schliesslich sehe der Tatbestand der Misswirtschaft als Sanktion lediglich
Gefängnis, nicht jedoch Busse vor. Eine Verbindung der Freiheitsstrafe mit
Busse sei nach Art. 50 Abs. 1 StGB nur möglich, wenn der Täter aus
Gewinnsucht handle. Ausserdem seien nach Art. 48 Ziff. 2 StGB bei der
Bemessung der Busse die finanziellen Verhältnisse des Täters zu beachten. Die
kantonalen Instanzen seien in Missbrauch ihres Ermessens davon ausgegangen,
er lebe in wirtschaftlich starken Verhältnissen und enthalte den Gläubigern
und den Strafverfolgungsbehörden angeblich Einkommen vor. Dies widerspreche
sowohl den Akten als auch seinen Aussagen. Da keine Nachweise dafür vorhanden
seien, dass sein Einkommen effektiv wesentlich höher sei als von ihm
angegeben, sei von einem Jahreseinkommen in der Grössenordnung von Fr.
50'000.-- bis Fr. 70'000.-- auszugehen. Die auferlegte Busse von Fr.
50'000.-- sei unter Berücksichtigung dieser Einkommensverhältnisse nicht
begründbar, zumal er noch für den Unterhalt seiner Tochter aufzukommen habe
(Nichtigkeitsbeschwerde S. 12 f.).
12.2
12.2.1Die Vorinstanz nimmt hinsichtlich der Strafzumessung unter Verweisung
auf das erstinstanzliche Urteil an, die vom Beschwerdeführer betriebene
Misswirtschaft könne nicht als geringfügig betrachtet werden. Er habe nicht
einfach unwichtige Handlungen unterlassen, sondern habe die Erfüllung seiner
Pflichten als Geschäftsführer der A.________ AG in einem schwerwiegenden
Ausmass versäumt. Über Jahre hinweg habe er sich selber laufend Erhöhungen
des ungesicherten Darlehens gewährt und dabei weder den wiederholten
Hinweisen der Revisionsstelle auf die Problematik des ungesicherten Darlehens
Beachtung geschenkt noch seine schriftlichen Versprechen auf Zinszahlungen
und Teilamortisationen gehalten. Dem Beschwerdeführer sei daher zu Recht eine
beachtliche kriminelle Energie attestiert worden, und es treffe ihn ein
erhebliches Verschulden. Die erste Instanz habe daher die Zusatzstrafe zu
Recht auf 6 Monate Gefängnis und Fr. 50'000.-- Busse festgesetzt
(angefochtenes Urteil S. 8 f.).
12.2.2 Das Kreisgericht gelangte nach einlässlichen Erwägungen zu Vorleben
und Person des Beschwerdeführers zum Schluss, dieser habe sich im fraglichen
Zeitraum nicht nur im Zusammenhang mit der A.________ AG der Misswirtschaft
schuldig gemacht, sondern sein Liegenschaftsgeschäft über längere Zeit mit
mehreren Gesellschaften betrieben, die er für seine finanziellen
Machenschaften benützt habe, um sich so auf deliktische Weise zu Lasten der
Gläubiger und der anderen Steuerzahler erhebliche finanzielle Vorteile zu
verschaffen. Sein Verhalten sei offensichtlich durch Gewinnsucht geprägt
gewesen und sein Verschulden dementsprechend als erheblich zu werten.
Strafschärfend wirkten sich die Mehrheit der strafbaren Handlungen und der
technische Rückfall gemäss Art. 67 Ziff. 1 Abs. 1 StGB aus. Straferhöhend zu
berücksichtigen sei, dass der Beschwerdeführer mehrfach, wenn auch nicht
einschlägig, vorbestraft sei, wobei die Verurteilungen einige Zeit
zurücklägen. Sowohl der automobilistische als auch der betreibungsrechtliche
Leumund seien schlecht. Leicht strafmindernd sei zu werten, dass seit den
Straftaten mehrere Jahre vergangen seien und er seither offenbar nicht mehr
straffällig geworden sei (erstinstanzliches Urteil S. 16 f.).

Ferner nahm die erste Instanz an, die finanziellen Verhältnisse des
Beschwerdeführers seien über all die Jahre intransparent geblieben und die
gegenüber den verschiedenen Gerichten gemachten Angaben seien
widersprüchlich. Es müsse davon ausgegangen werden, dass er über
Vermögenswerte und/oder Einkommen verfüge, das er sowohl den
Strafverfolgungsbehörden als auch seinen Gläubigern gezielt vorenthalte. Es
erscheine daher als angemessen, die wegen den gewinnsüchtigen Motiven
auszusprechende Busse auf Fr. 50'000.-- festzusetzen (erstinstanzliches
Urteil S. 19 f.).
12.3
12.3.1Gemäss Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden
des Täters zu; er berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und die
persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Das Gericht hat in seinem Urteil
die Überlegungen, die es bei der Bemessung der Strafe angestellt hat, in den
Grundzügen darzustellen. Dabei muss es in der Regel die wesentlichen
schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern, dass festgestellt
werden kann, ob alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte Berücksichtigung
fanden und wie sie gewichtet wurden. Insgesamt müssen seine Erwägungen die
ausgefällte Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss als plausibel
erscheinen.

Die Bemessung der Busse bestimmt sich ebenfalls nach den Grundsätzen von Art.
63 StGB. Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 StGB schreibt dem Richter vor, den Betrag
einer Busse je nach den Verhältnissen des Täters so zu bestimmen, dass dieser
durch die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen
ist. Für die Verhältnisse des Täters sind nach Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB
namentlich von Bedeutung sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand
und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine
Gesundheit. Damit wird nicht von der allgemeinen Strafzumessungsregel des
Art. 63 StGB abgewichen, sondern diese im Hinblick auf die Besonderheiten der
Busse verdeutlicht. Es soll vermieden werden, dass die Busse den
wirtschaftlich Schwachen härter trifft als den wirtschaftlich Starken. Auch
bei der Bemessung der Busse ist also zunächst das Verschulden des Täters zu
ermitteln und sodann, in einem weiteren Schritt, deren Höhe anhand der
Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Schuldigen sowie der weiteren in
Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB genannten Umstände festzusetzen (BGE 119 IV 10 E.
4b, 330 E. 3, je mit Hinweisen).

Im Rahmen dieser Grundsätze entscheidet der Richter nach seinem Ermessen.
Nach ständiger Rechtsprechung greift der Kassationshof in dieses nur ein,
wenn der kantonale Richter den gesetzlichen Strafrahmen über- oder
unterschritten hat, wenn er von rechtlich nicht massgebenden Kriterien
ausgegangen ist oder wenn er wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen
bzw. in Überschreitung oder Missbrauch seines Ermessens falsch gewichtet hat
oder wenn die Strafe in einem Masse unverhältnismässig streng bzw. mild
erscheint, dass von einer Überschreitung oder einem Missbrauch des Ermessens
gesprochen werden muss (BGE 129 IV 6 E. 6.1; 127 IV 101 E. 2; 124 IV 286 E.
4a; 123 IV 49 E. 2a; 122 IV 241 E. 1a je mit Hinweisen).

12.3.2 Hat der Richter eine mit Freiheitsstrafe bedrohte Tat zu beurteilen,
die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer andern Tat zu einer
Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, so bestimmt er nach Art. 68 Ziff. 2
StGB die Strafe so, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die
mehreren strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (vgl.
hiezu BGE 132 IV 102 E. 8.2).
12.4 Die kantonalen Instanzen haben sich in ihren Erwägungen zur Zumessung
der Freiheitsstrafe mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten
auseinander gesetzt und sämtliche Zumessungsgründe zutreffend gewürdigt. Dass
sie sich dabei von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten hätten
leiten lassen oder wesentliche Gesichtspunkte nicht berücksichtigt hätten,
ist nicht ersichtlich. Ihre Erwägungen sind denn auch plausibel und die
daraus gezogenen Schlüsse leuchten ein. Dass die Vorinstanz ihr Ermessen in
der Zumessung der Freiheitsstrafe überschritten hätte, ist jedenfalls nicht
ersichtlich. Die Beschwerde erweist sich insofern als unbegründet.

12.5
12.5.1Soweit sich der Beschwerdeführer grundsätzlich gegen die Aussprechung
einer Busse wendet, ist zunächst anzumerken, dass der Richter gemäss Art.
172bis StGB bei strafbaren Handlungen gegen das Vermögen, bei denen
ausschliesslich Freiheitsstrafe angedroht ist, diese in jedem Fall,
unabhängig vom Vorliegen der Gewinnsucht (vgl. Art. 50 Abs. 1 StGB) mit Busse
verbinden kann (vgl. hiezu BGE 124 IV 134 E. 2c/bb). Die Aussprechung einer
Busse neben der Freiheitsstrafe verletzt daher entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers kein Bundesrecht.

12.5.2 Der Höchstbetrag der Busse beläuft sich nach Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1
StGB, soweit das Gesetz es nicht ausdrücklich anders bestimmt, auf Fr.
40'000.--. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung ist der Richter an diesen
Höchstbetrag nicht gebunden, wenn der Täter aus Gewinnsucht handelt.

Gewinnsucht im Sinne von Art. 48 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (cupidité; vgl. auch
Art. 50 Abs. 1 und 106 Abs. 2 StGB) bejaht die Rechtsprechung bei einem
hemmungslosen oder besonders ausgeprägten, zur Sucht gewordenen Streben nach
Gewinn bzw. bei einer in quantitativer Hinsicht aussergewöhnlichen Gier nach
finanziellen Vorteilen (BGE 79 IV 115 E. 1; 115 Ia 406 E. 4b; 109 IV 117 E.
3a mit Hinweisen; vgl. auch Barbara Amsler/Jürg Sollberger, Basler Kommentar,
Strafgesetzbuch I, Art. 48 N 4). Die Gewinnsucht in diesem Sinne ist - anders
als beim früheren Tatbestand der ungetreuen Geschäftsführung im Sinne von
Art. 159 Abs. 2 aStGB, wo der Begriff der Gewinnsucht (dessein de lucre)
demjenigen der Bereicherungsabsicht zumindest angenähert war (BGE 107 IV 119;
115 Ia 406 E. 4b; 109 IV 117 E. 3a; vgl. auch BGE 118 IV 57 E. 1b zum
früheren Tatbestand der Kuppelei gemäss Art. 198 Abs. 1 aStGB) - weder
gleichbedeutend mit Vorteils- oder Bereicherungsabsicht, noch mit Eigennutz
(BGE 89 IV 14 E. 2a S. 17).

Dass der Beschwerdeführer besonders intensiv auf geldwerte Vorteile bedacht
gewesen wäre, namentlich sich um des Geldes willen gewohnheitsmässig und ohne
Bedenken über die durch Gesetz, Anstand oder gute Sitte gezogenen Schranken
hinweggesetzt hätte (vgl. BGE 94 IV 97 E. 5a), stellt die Vorinstanz nicht
fest und ist auch nicht ersichtlich. Dass der Beschwerdeführer sein
Liegenschaftsgeschäft über längere Zeit mit mehreren Gesellschaften betrieb,
die er für seine finanziellen Machenschaften benutzte (erstinstanzliches
Urteil S. 17), genügt für die Annahme von Gewinnsucht im Sinne von Art. 48
Ziff. 1 Abs. 2 jedenfalls nicht. Das angefochtene Urteil verletzt daher
insofern Bundesrecht.

12.5.3 Unabhängig von der Frage der Gewinnsucht verletzen die kantonalen
Instanzen ihr Ermessen auch, soweit sie bei der Bemessung der Busse davon
ausgehen, der Beschwerdeführer verfüge über verheimlichtes Vermögen.

Aus den nach der Auffassung des Kreisgerichts unvollständigen und
widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers über seine
Vermögensverhältnisse und sein Einkommen lässt sich nicht ableiten, er
verfüge über Vermögenswerte und Einkommen in beträchtlicher Höhe, die er den
Behörden verheimliche (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 17-20). Das
angefochtene Urteil verletzt auch insoweit Bundesrecht.

Das bedeutet indes nicht, dass die kantonalen Instanzen bei der Festsetzung
der Busse ausschliesslich auf die Angaben des Beschwerdeführers abstellen
müssten. Nach der Rechtsprechung verletzt bei der Bemessung der Busse eine
Schätzung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse Bundesrecht grundsätzlich
nicht, wenn die genaue Feststellung der Bemessungsgrundlagen nicht möglich
ist oder der Täter unzureichende oder ungenaue Angaben macht. Der Richter hat
sich allerdings zu bemühen, die wirklichen Verhältnisse des Täters
aufzuklären, und soll nicht vorschnell auf schematische Schätzungen
ausweichen. Er hat dabei nach pflichtgemässem Ermessen jenen Wert zu
ermitteln, der den tatsächlichen Verhältnissen im Ergebnis am nächsten kommt
(Urteil des Kassationshofs 6P.155/2006 6S.363/2006 vom 28.12.2006 E. 10.2 und
10.3).

Die Vorinstanz wird in ihrem neuerlichen Entscheid mithin unter
Berücksichtigung dieser Grundsätze das Einkommen und die
Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers zu schätzen und derart die Busse
zu bemessen haben. Dabei wird sie mangels Gewinnsucht an die Höchstgrenze von
Fr. 40'000.-- gemäss Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gebunden sein.

Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet.

13.
Aus diesen Gründen ist die Nichtigkeitsbeschwerde teilweise gutzuheissen,
soweit darauf einzutreten ist.

III Kostenfolgen

14.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Kosten des
staatsrechtlichen Beschwerdeverfahrens (Art. 156 Abs. 1 OG). In Bezug auf das
Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde trägt der
Beschwerdeführer, soweit er mit seiner Beschwerde unterliegt, die Kosten mit
einer reduzierten Gebühr (Art. 278 Abs. 1 BStP) und steht ihm gleichzeitig,
soweit die Beschwerde gutgeheissen wird, eine reduzierte Parteientschädigung
in gleicher Höhe wie die reduzierte Gerichtsgebühr zu (Art. 278 Abs. 1 und 3
BStP), so dass die beiden Beträge verrechnet werden können.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen, das
Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 24. Oktober 2006 aufgehoben und die
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen; im Übrigen wird
die Beschwerde abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- für das Verfahren der staatsrechtlichen
Beschwerde wird dem Beschwerdeführer auferlegt. Für das Verfahren der
eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde werden weder Kosten erhoben noch eine
Entschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons
St. Gallen und dem Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer, schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 27. April 2007

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: