Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, NB in Strafsachen 6S.50/2007
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{T 0/2}
6S.50/2007 /rom

Urteil vom 18. April 2007
Kassationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Favre, Zünd,
Gerichtsschreiber Boog.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Stephan Thurnherr,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, Postfach 760, 6301 Zug.

Gewerbsmässiger Betrug etc.,

Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug,
Strafrechtliche Abteilung, vom 22. Dezember 2006.

Sachverhalt:

A.
Das Strafgericht Zug erklärte X.________ mit Urteil vom 25. März 2004 des
gewerbsmässigen Betruges, der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der
mehrfachen Erschleichung einer Falschbeurkundung schuldig und verurteilte ihn
zu vier Jahren und neun Monaten Zuchthaus, unter Anrechnung der
ausgestandenen Untersuchungshaft. In einem Fall sprach es ihn von der Anklage
der Urkundenfälschung frei. Ferner entschied es über die Einziehung der
beschlagnahmten Vermögenswerte sowie die Zivilforderungen und ordnete die
Freigabe der Kaution und deren Verrechnung mit den Verfahrenskosten an.

In teilweiser Gutheissung der vom Beurteilten erhobenen Berufung sprach das
Obergericht des Kantons Zug X.________ mit Urteil vom 7. Juni 2005 in zwei
weiteren Fällen von der Anklage der mehrfachen Urkundenfälschung frei und
setzte die Strafe auf drei Jahre Zuchthaus, unter Anrechnung der
ausgestandenen Untersuchungshaft, herab. Im Übrigen bestätigte es das
erstinstanzliche Urteil.

Eine hiegegen von X.________ geführte eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde
hiess der Kassationshof des Bundesgerichts mit Urteil vom 7. Juni 2006
teilweise gut, hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zu neuer
Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Eine in derselben Sache geführte
staatsrechtliche Beschwerde wies er ab, soweit er darauf eintrat .

B.
Mit Urteil vom 22. Dezember 2006 erklärte das Obergericht des Kantons Zug
X.________ wiederum in teilweiser Gutheissung der Berufung des
gewerbsmässigen Betruges, der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der
mehrfachen Erschleichung einer Falschbeurkundung schuldig und sprach ihn in
zwei weiteren Fällen von der Anklage der mehrfachen Urkundenfälschung frei.
Die Strafe setzte es neu auf 30 Monate Zuchthaus, unter Anrechnung der
Untersuchungshaft von 21 Tagen, fest. Im Übrigen bestätigte es das
erstinstanzliche Urteil, soweit es nicht bereits in Rechtskraft erwachsen
war.

C.
X.________ führt eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde, mit der er beantragt,
die Ziffern 4 und 5 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben und die Sache
sei zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner ersucht er
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Erteilung der
aufschiebenden Wirkung für seine Beschwerde.

D.
Das Obergericht des Kantons Zug beantragt unter Verzicht auf Gegenbemerkungen
und Verweisung auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil die Abweisung der
Beschwerde. Vernehmlassungen wurden nicht eingeholt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das angefochtene Urteil ist vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17.
Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz [BGG]; SR 173.110) am
1. Januar 2007 ergangen. Auf das gegen dieses Urteil erhobene Rechtsmittel
ist daher noch das bisherige Verfahrensrecht anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG,
e contrario). Im zu beurteilenden Fall richtet sich das Verfahren mithin nach
den Vorschriften über die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde nach Art. 268
ff. BStP.

Am 1. Januar 2007 sind auch der revidierte Allgemeine Teil des
Strafgesetzbuches (erstes Buch) und die revidierten Bestimmungen über die
Einführung und Anwendung des Gesetzes (drittes Buch) in Kraft getreten. Die
neuen Bestimmungen sind hier aber noch nicht von Bedeutung, da das
Bundesgericht im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nur
prüft, ob das kantonale Gericht das eidgenössische Recht richtig angewendet
hat (Art. 269 Abs. 1 BStP), mithin das Recht, welches im Zeitpunkt der
Ausfällung des angefochtenen Urteils noch gegolten hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3
S. 51 f. mit Hinweisen).

2.
Die kantonale Behörde muss bei einer Rückweisung ihrer neuen Entscheidung die
Begründung der Kassation zugrunde legen (Art. 277ter BStP). Das gilt im
Entscheidpunkt und für weitere Fragen insoweit, als sich die
bundesgerichtliche Kassation auf andere Punkte auswirkt und der
Sachzusammenhang es erfordert. In diesem Umfang ist die neue Entscheidung vor
Bundesgericht anfechtbar (BGE 123 IV 1 E. 1 mit Hinweisen). Bei der
Rückweisung kann die kantonale Instanz auf ihre im ersten Urteil getroffenen
tatsächlichen Feststellungen, sofern sie nicht oder erfolglos angefochten
wurden, nicht mehr zurückkommen (BGE 104 IV 276 E. 2b und d). Im Falle eines
Weiterzuges des neuen Entscheides der unteren Instanz ist das Bundesgericht
an die Erwägungen gebunden, mit denen es die Rückweisung begründet hat.

Nach der Rechtsprechung kann der neue Entscheid der kantonalen Instanz vor
Bundesgericht nicht mehr angefochten werden, wenn die Anfechtung bereits in
Bezug auf das erste Urteil möglich gewesen wäre und nach Treu und Glauben für
die betreffende Partei die Anfechtung zumutbar war (BGE 117 IV 97 E. 4a S.
104). Soweit der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe bei der
Strafzumessung weder dem Umstand, dass vielen Kunden die Kontraktgrösse sowie
der genaue Kommissionsansatz bekannt gewesen seien, angemessene Beachtung
geschenkt, noch genügend berücksichtigt, dass er durch Anwälte mangelhaft
beraten worden sei, kann auf die Beschwerde somit nicht eingetreten werden.
Dasselbe gilt, soweit er für die Strafzumessung auf seine persönlichen
Verhältnisse und sein Vorleben verweist (Beschwerde S. 11 ff.; vgl. auch
angefochtenes Urteil S. 9).

3.
3.1 Dem Beschwerdeführer wird im Wesentlichen gewerbsmässiger Anlagebetrug
vorgeworfen. Der Schuldspruch bezieht sich in diesem Punkt auf folgenden
Sachverhalt:

Der Beschwerdeführer war Verwaltungsrat und Geschäftsführer der A.________
AG, deren Geschäftstätigkeit in den Jahren 1994 bis 1997 in der Vermittlung
von Optionen bestand. Die Kundenakquisition erfolgte ausschliesslich
telefonisch, in den Jahren 1996 und 1997 insbesondere durch angestellte
Telefonverkäufer. Die Kontakte zu den Brokern, die Abrechnung der einzelnen
Kundenpositionen und die gesamte Administration wurde von der
Geschäftsleitung erledigt. In der Zeit von August 1994 bis August 1997 machte
sich der Beschwerdeführer zusammen mit seinem Compagnon als Mittäter des
gewerbsmässigen Betruges zum Nachteil von 187 Kunden schuldig, indem er diese
inbesondere über die Verlustrisiken der spekulativen Anlagen in
Warentermingeschäfte und die Höhe der von der A.________ AG erhobenen
Kommissionen täuschte. Dadurch erlitten die Kunden einen Schaden in der Höhe
von insgesamt Fr. 8'576'706.85. Der Beschwerdeführer und sein Mittäter
erlangten Vermögensvorteile von je ca. 2 Mio Franken.

3.2 Der Kassationshof führte in seinem Rückweisungsentscheid in rechtlicher
Hinsicht aus, aufgrund der vom Beschwerdeführer zu verantwortenden
betrügerischen Machenschaften, die im Wesentlichen in der eigentlichen
Inszenierung einer seriösen Handelstätigkeit mit derivativen
Finanzinstrumenten und in einer aufsässigen, auf Überrumpelung und Zermürbung
angelegten Telefonstrategie bestanden habe, sei das Tatbestandsmerkmal der
Arglist erfüllt. Allerdings erscheine das Merkmal in denjenigen Fällen in
einem anderen Licht, in denen die Kunden aufgrund der bereits getätigten
Geschäfte hätten erkennen müssen, dass die Gewinnaussichten erheblich
geringer waren als von den Verkäufern geschildert, und dass die von der
A.________ AG erhobenen Kommissionen um ein Vielfaches höher ausfielen als
irrigerweise angenommen. Denn je mehr Geschäfte die Kunden abschlossen und je
höhere Verluste sie damit erlitten, desto nachdrücklicher frage sich, ob
diese in Bezug auf die nachfolgenden Investitionen noch als arglos gelten
könnten. In Bezug auf diejenigen Kunden, die trotz bereits erlittener oder
ernsthaft drohender Verluste weiterhin Gelder für den Abschluss neuer
Geschäfte an die A.________ AG überwiesen und die zudem aufgrund ihres
beruflichen Hintergrundes nicht als grundsätzlich geschäftsunerfahren
erschienen, treffe den Beschwerdeführer daher unter dem Aspekt der
Opfermitverantwortung ein weniger gravierender Vorwurf, was im Rahmen der
Strafzumessung zu berücksichtigen sei (Urteil des Kassationshofs vom 7. Juni
2006, 6P.133/2005, E. 15.4.5).

In Bezug auf die Strafzumessung bestätigte der Kassationshof zunächst die
Auffassung des Obergerichts, das Verschulden des Beschwerdeführers wiege
grundsätzlich schwer. Doch nimmt er an, das Obergericht habe dem Aspekt, dass
zahlreiche Geschädigte auch nach hohen Verlusten oder bei Fehlen jeglicher
Gewinnaussichten der A.________ AG weiterhin Gelder überwiesen, in der
Strafzumessung zu wenig Rechnung getragen. In diesen Fällen vermindere sich
der Schuldvorwurf ganz erheblich (Urteil des Kassationshofs vom 7. Juni 2006,
6P.133/2005, E. 17.4.2).

4.
4.1 Die Vorinstanz nimmt im angefochtenen Urteil an, die nunmehr zu
berücksichtigende Verminderung des Verschuldens bei Kunden mit
Mehrfachinvestitionen führe zu einer entsprechenden Herabsetzung der
seinerzeit vom Obergericht als Einsatzstrafe festgelegten Freiheitsstrafe von
insgesamt 4 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus. Es sei aber davon auszugehen,
dass sich der Deliktsbetrag nicht vermindere, da auch bezüglich der Kunden
mit Mehrfachinvestitionen der Tatbestand des Betruges erfüllt sei. Dem
verminderten Verschulden sei mit einer Reduktion der Freiheitsstrafe um 3
Monate Rechnung zu tragen (angefochtenes Urteil S. 9). Darüberhinaus mildert
die Vorinstanz die Strafe in Anwendung von Art. 64 Abs. 5 StGB um weitere
drei Monate. Insgesamt erachtet sie somit eine Strafe von 30 Monaten
Zuchthaus als angemessen (angefochtenes Urteil S. 10 f.).
4.2 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 63 StGB. Er bringt
zunächst vor, das Bundesgericht hebe ein Urteil aufgrund seiner
eingeschränkten Prüfungsbefugnis nur auf, wenn vom Sachgericht nicht
berücksichtigte Gesichtspunkte zu einer übermässig schweren oder milden
Bestrafung führten. Eine Korrektur um lediglich 3 Monate, mithin um weniger
als 10% gegenüber der ursprünglich ausgesprochenen Strafe von 36 Monaten, wie
sie die Vorinstanz vornehme, trage dem nicht angemessen Rechnung. Als
Ausgangspunkt für die Strafzumessung sei auf die gegen den Mitangeklagten
B.________ ausgesprochene Freiheitsstrafe von 18 Monaten abzustellen
(Beschwerde, S. 6). Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, sein von der
Vorinstanz als weniger kooperativ eingestuftes Verhalten führe im Vergleich
zu der gegen den Mitangeklagten B.________ ausgefällten Sanktion zu einer um
15 Monate höheren Strafe. Damit werde die Ausübung ihm zustehender
verfassungsmässiger Rechte wie des Aussageverweigerungsrechts in unhaltbarer
Weise bestraft (Beschwerde S. 7 ff.). Im Weiteren beanstandet er, die
Vorinstanz beachte nicht, dass sich durch die neue Gewichtung des
Verschuldens aufgrund der Opfermitverantwortung auch der Deliktsbetrag um
rund die Hälfte vermindere (Beschwerde S. 10 f.). Schliesslich habe die
Vorinstanz spezialpräventiven Gesichtspunkten nicht angemessen Rechnung
getragen. Der Vollzug der Strafe würde seine gesamte Resozialisierung und
seine private und berufliche Existenz zunichte machen (Beschwerde S. 13 f.).
Zuletzt beruft sich der Beschwerdeführer auf die revidierten Allgemeinen
Bestimmungen über Strafen und Massnahmen des StGB, die nur wenige Tage nach
der  Ausfällung des angefochtenen Urteils in Kraft getreten seien. Das neue
Recht lege stärkeres Gewicht auf spezialpräventive Gesichtspunkte, indem es
den bedingten Strafvollzug für Strafen bis zu 24 Monaten zulasse und dem
Richter eine breitere Auswahl an möglichen Sanktionen ermögliche. Diese
Aspekte seien auch im vorliegenden Fall zu berücksichtigen (Beschwerde S.
15).

5.
5.1 Gemäss Art. 63 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des
Täters zu; er berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und die
persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Das Gericht hat in seinem Urteil
die Überlegungen, die es bei der Bemessung der Strafe angestellt hat, in den
Grundzügen darzustellen. Dabei muss es in der Regel die wesentlichen
schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern, dass festgestellt
werden kann, ob alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte Berücksichtigung
fanden und wie sie gewichtet wurden. Insgesamt müssen seine Erwägungen die
ausgefällte Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss als plausibel
erscheinen. Bei der Gewichtung der zu beachtenden Komponenten steht dem
urteilenden Gericht ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu, in welchen
das Bundesgericht auf Nichtigkeitsbeschwerde hin nur eingreift, wenn das
vorinstanzliche Gericht den gesetzlichen Strafrahmen über- oder
unterschritten hat, wenn es von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten
ausgegangen ist oder wenn es wesentliche Komponenten ausser Acht gelassen
bzw. falsch gewichtet hat oder wenn die Strafe in einem Masse
unverhältnismässig streng bzw. mild erscheint, dass von einer Überschreitung
oder einem Missbrauch des Ermessens gesprochen werden muss (BGE 127 IV 101
E. 2; 124 IV 286 E. 4a; 123 IV 49 E. 2a; 122 IV 241 E. 1a je mit Hinweisen).

5.2
5.2.1 Nach der Rechtsprechung hebt der Kassationshof ein angefochtenes Urteil
einerseits u.a. auf, wenn das vorinstanzliche Gericht von rechtlich nicht
massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn es wesentliche
Komponenten ausser Acht gelassen hat (vgl. oben E. 5.1). Da dem urteilenden
Gericht bei der Gewichtung der einzelnen Faktoren ein erheblicher Spielraum
des Ermessens zusteht, bestätigt der Kassationshof ein angefochtenes Urteil,
das in Bezug auf das Strafmass einzelne Unklarheiten und Unvollkommenheiten
enthält, nur, wenn sich die Strafe unter Beachtung aller relevanten Faktoren
offensichtlich im Rahmen des Ermessens hält. In den übrigen Fällen weist er
die Sache zur neuen Festsetzung der Strafe an das Sachgericht zurück. Auf der
anderen Seite hebt der Kassationshof, ohne dass die kantonale Instanz
wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen hätte, ein Urteil
hinsichtlich der Strafzumessung auf, wenn die ausgefällte Strafe angesichts
der im Urteil festgestellten strafzumessungsrelevanten Tatsachen und der
diese bewertenden Erwägungen als auffallend hoch oder milde erscheint, wenn
also zwischen der Strafe und ihrer Begründung offensichtlich eine Diskrepanz
besteht. Eine solche Diskrepanz bedeutet entweder, dass die Strafe im
Ergebnis unvertretbar oder aber ihre Begründung im Urteil mangelhaft bzw.
unvollständig ist (BGE 121 IV 49 E. 2a/bb; vgl. auch 123 IV 49 E. 2 und 122
IV 241 E. 1).

Im zu beurteilenden Fall hat der Kassationshof in seinem
Rückweisungsentscheid das kantonale Urteil aufgehoben, weil das Obergericht
einen wesentlichen Gesichtspunkt nicht angemessen gewürdigt hat, nicht weil
die Strafe in Anbetracht ihrer Begründung als offensichtlich zu hoch
erschien. Eine Herabsetzung der Strafe um lediglich drei Monate unter
Berücksichtigung dieses Faktors verletzt daher das Ermessen der Vorinstanz
für sich allein nicht.

5.2.2 Unbegründet ist die Beschwerde auch, soweit der Beschwerdeführer eine
Ungleichbehandlung mit dem Mitangeklagten B.________ geltend macht. Hier ist
zunächst anzumerken, dass der Beschwerdeführer diese Rüge schon im ersten
Verfahren vor Bundesgericht vortrug und der Kassationshof im
Rückweisungsentscheid dazu Stellung nahm.

Der Kassationshof erwog, es falle auf, dass die kantonalen Instanzen
einerseits beide Haupttäter grundsätzlich als in gleichem Masse treibende
Kräfte angesehen, andererseits aber für den Mitangeklagten B.________ wegen
seines kooperativen Verhaltens und der Einsicht in das Unrecht seines
Handelns eine um ein Jahr tiefere Einsatzstrafe festgesetzt hätten. Diese
unterschiedliche Gewichtung der Einsicht und des kooperativen Verhaltens in
einer aufwändigen Strafuntersuchung beanstandete der Kassationshof allerdings
nicht. Er bemängelte lediglich, dass das Obergericht das kooperative
Verhalten des Mitangeklagten B.________ - zusammen mit den weiteren
Minderungsgründen der psychischen Belastung durch das Verfahren, des guten
Leumunds und der Vorstrafenlosigkeit, welche beiden Tätern attestiert worden
waren, - ein zweites Mal berücksichtigt hatte. Der Kassationshof gelangte
daher zum Schluss, die Festsetzung ungleicher Strafen verletze im Ergebnis
Bundesrecht, wobei er offen liess, ob die Strafzumessung für den
Beschwerdeführer oder für den Mitangeklagten B.________ Bundesrecht verletzte
(Urteil des Kassationshofs 6P.133/2005 6S.410/2005 vom 7.6.2006, E. 17.4.2 S.
46 f.; vgl. auch Urteil des Kassationshofs vom 7.6.2006, 6S. 396/2005, E.
4.2.4 S. 9 f.).

In dem in derselben Sache von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug
geführten Beschwerdeverfahren erkannte der Kassationshof sodann, die
Strafzumessung in Bezug auf den Mitangeklagten B.________ verletze kein
Bundesrecht. Er führte im Wesentlichen aus, die Verminderung des
Schuldvorwurfs in den Fällen, in welchen die Kunden aufgrund ihrer
Mehrfachinvestitionen, der bereits erlittenen Verluste und ihres beruflichen
Hintergrundes hätten in der Lage sein müssen, die mangelnde Aussicht auf
Gewinn zu erkennen, gleiche die an sich wegen der doppelten Berücksichtigung
des kooperativen Verhaltens im Verfahren angebrachte Erhöhung der Strafe
wieder aus (Urteil des Kassationshofs vom 7.6.2006, 6S. 396/2005, E. 4.2.4).

Bei dieser Ausgangslage ist vorliegend somit nicht zu prüfen, ob die
Differenz von 12 Monaten bei der Festsetzung der Einsatzstrafe vor
Bundesrecht standhält. Gegenstand des Verfahrens bildet einzig die Frage, ob
die von der Vorinstanz im angefochtenen Urteil vorgenommene Herabsetzung der
Strafe um drei Monate den Erwägungen des Kassationshofs im
Rückweisungsentscheid angemessen Rechnung trägt. Dies ist zu bejahen.

Das ergibt sich aus der Überlegung, dass beim Mitangeklagten B.________ die
Kooperationsbereitschaft im Verfahren doppelt berücksichtigt, mithin zu stark
zu seinen Gunsten gewürdigt wurde. Dies führte denn auch zu einer
Herabsetzung der Strafe beim Mitangeklagten B.________ um 9 Monate gegenüber
einer Reduktion um 6 Monate beim Beschwerdeführer. Nach der Auffassung des
Kassationshofs im Rückweisungsentscheid wird diese unterschiedliche
Gewichtung derselben strafmindernden Faktoren durch die stärkere
Berücksichtigung des leichtsinnigen Verhaltens der Geschädigten in einzelnen
Fällen wieder ausgeglichen. Damit entspricht die Reduktion der Strafe beim
Mitangeklagten B.________ in dieser Hinsicht gerade dem Umfang von 3 Monaten,
um welchen die Vorinstanz die Strafe unter diesem Titel nunmehr beim
Beschwerdeführer herabgesetzt hat.

5.2.3 Soweit der Beschwerdeführer ferner geltend macht, die Vorinstanz habe
nicht berücksichtigt, dass sich auch die Höhe des Vermögensschadens
verringert habe, ist ihm nicht zu folgen. Wie die Vorinstanz zu Recht
erkennt, ist der Schuldspruch des gewerbsmässigen Betruges im
Rückweisungsentscheid nicht beanstandet worden, so dass sich am Deliktsbetrag
nichts geändert hat. Nicht noch einmal einzutreten ist auf die bereits im
ersten Beschwerdeverfahren vorgetragene Rüge, einzelnen Kunden seien beim
Geschäftsabschluss die Kontraktgrösse und der Kommissionsansatz bekannt
gewesen (Beschwerde S. 11).

5.2.4 Unbegründet ist die Beschwerde auch insoweit, als der Beschwerdeführer
einwendet, der Vollzug der Freiheitsstrafe könne sich angesichts des
Umstands, dass er sich nun seit über 10 Jahren bewährt habe, nur schädlich
auswirken (Beschwerde S. 13). Die beruflichen Schwierigkeiten und die
Trennung von der Familie sind als zwangsläufige Folge mit dem Vollzug einer
Freiheitsstrafe verbunden und können für sich allein nicht dazu führen, dass
die Schwere des Verschuldens in den Hintergrund tritt und die Strafe unter
Einbeziehung spezialpräventiver Gesichtspunkte auf ein Mass herabgesetzt
wird, das eben diese Folgen ausschliesst.

5.2.5 Der Beschwerdeführer beanstandet zuletzt, die Vorinstanz habe
spezialpräventive Gesichtspunkte nicht berücksichtigt. Eine besondere
Berücksichtigung spezialpräventiver Gesichtspunkte fällt nach der
Rechtsprechung nur bei Freiheitsstrafen in Betracht, welche die Grenze von 18
Monaten für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs um höchstens drei
Monate überschreiten, sofern die Voraussetzungen des bedingten Strafvollzugs
im Übrigen erfüllt sind (BGE 127 IV 97 E. 3, 118 IV 337). Dies ist hier
offensichtlich nicht der Fall.

Nichts anderes ergibt sich hier entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
aus dem neuen Allgemeinen Teil des StGB. Nach welchen Regeln sich die
Strafzumessung und die Gewährung des bedingten und teilbedingten
Strafvollzugs nach neuem Recht richtet, kann hier offen bleiben, da die
revidierten allgemeinen Bestimmungen des Strafgesetzbuches im Zeitpunkt des
angefochtenen Urteils noch nicht in Kraft standen.

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet.

6.
Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten
ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Kosten
(Art. 278 Abs. 1 BStP). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art.
152 OG kann bewilligt werden, da von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers
auszugehen, diese ausreichend belegt ist (vgl. BGE 125 IV 161 E. 4) und er
den angefochtenen Entscheid überdies mit vertretbaren Argumenten in Frage
gestellt hat (vgl. BGE 124 I 304 E. 2 mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer
werden deshalb keine Kosten auferlegt. Seinem Vertreter wird aus der
Bundesgerichtskasse eine angemessene Entschädigung ausgerichtet. Die von
diesem eingereichte Honorarnote erscheint überhöht und ist entsprechend zu
kürzen. Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende
Wirkung gegenstandslos.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf
einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wird für das bundesgerichtliche
Verfahren eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- aus der Bundesgerichtskasse
ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons
Zug und dem Obergericht des Kantons Zug, Strafrechtliche Abteilung,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. April 2007

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: