Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, NB in Strafsachen 6S.8/2007
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{T 0/2}
6S.8/2007
6P.12/2007 /rom

Urteil vom 24. April 2007
Kassationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Mathys, Ferrari,
Gerichtsschreiberin Binz.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Andrea Schmid
Kistler,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur,
Kantonsgericht von Graubünden, Kantonsgerichtsausschuss, Poststrasse 14,
7002 Chur.

6P.12/2007
Strafverfahren; Willkür, Grundsatz in dubio pro reo, rechtliches Gehör,

6S.8/2007
Fahrlässige schwere Körperverletzung,

Staatsrechtliche Beschwerde (6P.12/2007) und Nichtigkeitsbeschwerde
(6S.8/2007) gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden,
Kantonsgerichtsausschuss, vom 21. Juni 2006.
Sachverhalt:

A.
Am 1. Februar 2003 führte der Skiklub A.________ auf der FIS-Rennpiste der
Bergbahnen B.________ AG einen alpinen Riesenslalom durch. Der Start befand
sich bei der Bergstation der Gondelbahn. Der Startbereich und die
anschliessende Rennstrecke lagen abseits der öffentlichen Skipiste und waren
mit sogenannten Schafszäunen abgesperrt. Im zweiten Teil der Strecke wurde
rechtsseitig zur angrenzenden öffentlichen Skipiste durchgehend mit diesen
Netzen abgesichert. Diese Absperrung reichte bis ca. 50 Meter unter die
Ziellinie, wobei der Zielraum nach unten hin offen gelassen wurde. Die Breite
des Zielgeländes betrug ca. 50 bis 60 Meter. Der gesamte Zielbereich lag in
steilem, nicht flach auslaufendem Gelände. Anlässlich der
Streckenbesichtigung vor dem Rennen wurde auf Anweisung des Schiedsrichters
unter anderem die Zieleinfahrt um ca. 15 Meter nach oben verschoben, damit
die Rennläufer nicht über die sich ca. 25 Meter nach der Ziellinie befindende
kleine Kuppe, welche die Sicht auf den folgenden Steilhang einschränkte,
springen würden.
Am Rennen beteiligten sich 53 Fahrer. Kurz vor 14.20 Uhr startete C.________,
geb. 23. Juni 1987, als einer der letzten Rennläufer. Er passierte das Ziel,
richtete sich auf, machte vorerst einen leichten Linksschwung und leitete
anschliessend einen langgezogenen Rechtsschwung ein. In der Folge kollidierte
er ca. 150 Meter nach dem Ziel bzw. rund 100 Meter unterhalb des
Absperrnetzes heftig mit dem 8 ? Jahre alten D.________, der diagonal von
rechts kommend hinunter Richtung Mittelstation fuhr. Dieser zog sich schwere
Verletzungen mit zum Teil bleibenden Schäden zu (Schädelhirntrauma mit
Fraktur der vorderen Schädelgrube, Blut in Nasennebenhöhlen und Lufteinflüsse
im Gehirn, Augenverletzung links mit Sehkraftverlust und einen
Trommelfellriss).

B.
Am 10. November 2005 verurteilte der Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein die
für das Rennen Verantwortlichen W.________, X.________, Y.________ und
Z.________ wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung zu bedingt löschbaren
Bussen zwischen Fr. 1'000.-- und Fr. 3'000.--. W.________ war als Pisten- und
Rettungschef der Bergbahnen B.________ AG für die erforderlichen Sicherheits-
und Schutzmassnahmen zuständig. Die anderen gehörten der für das Rennen
verantwortlichen Jury an. X.________ war bei Swiss Ski als regionaler
Schiedsrichter-Chef tätig und hatte den Vorsitz der Jury. Er war
Hauptverantwortlicher für die Abnahme und Freigabe der Rennstrecke. Als
Wettkampfleiter und OK-Präsident amtete Y.________, während als Streckenchef
Z.________ zuständig war.
Alle vier Verurteilten gelangten an das Kantonsgericht Graubünden
(Kantonsgerichtsausschuss), welches die Berufungen am 21. Juni 2006 abwies.

C.
X.________ erhebt staatsrechtliche Beschwerde und eidgenössische
Nichtigkeitsbeschwerde. Mit beiden Rechtsmitteln beantragt er, der Entscheid
des Kantonsgerichtes Graubünden (Kantonsgerichtsausschuss) sei aufzuheben und
die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

D.
Die Vorinstanz hat auf Gegenbemerkungen verzichtet.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das angefochtene Urteil ist vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17.
Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) am
1. Januar 2007 ergangen. Auf die dagegen erhobenen Rechtsmittel ist noch das
bisherige Verfahrensrecht anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG, e contrario), hier
somit dasjenige der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nach Art. 268 ff.
BStP und der staatsrechtlichen Beschwerde gemäss Art. 84 ff. OG.
Am 1. Januar 2007 ist auch der revidierte Allgemeine Teil des
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen sind hier aber
noch nicht von Bedeutung, da das Bundesgericht im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde nur prüft, ob das kantonale Gericht das eidgenössische
Recht richtig angewendet hat (Art. 269 Abs. 1 BStP), mithin das Recht,
welches im Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Urteils noch gegolten
hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3 S. 51 f., mit Hinweisen).

I. Staatsrechtliche Beschwerde

2.
Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG ist in der Beschwerdeschrift darzulegen, welche
verfassungsmässigen Rechte inwiefern durch den angefochtenen Entscheid
verletzt worden sind. Rügt der Beschwerdeführer Willkür in der
Tatsachenfeststellung, so genügt es nicht, in rein appellatorischer Kritik
des angefochtenen Entscheids darzulegen, wie die Beweise seiner Ansicht nach
richtigerweise zu würdigen gewesen wären. Es gilt vielmehr aufzuzeigen,
inwiefern der angefochtene Entscheid schlechterdings unhaltbar ist (BGE 129 I
113 E. 2.1; 127 I 38 E. 3c und 4; 125 I 492 E. 1b; 110 Ia 1 E. 2a).
Willkürlich ist eine Tatsachenfeststellung erst, wenn der Richter den Sinn
und die Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkennt, wenn er ein
solches ohne ernsthafte Gründe ausser Acht lässt, obwohl es erheblich ist,
und schliesslich, wenn er aus getroffenen Beweiserhebungen unhaltbare
Schlüsse zieht (BGE 129 I 8 E. 2.1).
Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine andere
Lösung vertretbar oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt einen
Entscheid vielmehr nur auf, wenn dieser mit der tatsächlichen Situation in
offensichtlichem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen
Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei rechtfertigt sich die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids nur, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig
ist (BGE 129 I 49 E. 4 S. 58 mit Hinweis). Dem Sachgericht steht insbesondere
bei der Würdigung der Beweise ein grosser Ermessensspielraum zu. Willkür ist
hier nur zu bejahen, wenn das Gericht offensichtlich den Sinn und die
Tragweite eines Beweismittels verkannt, ohne vernünftigen Grund ein wichtiges
und erhebliches Beweismittel unberücksichtigt gelassen oder aus den
vorhandenen Elementen offensichtlich unhaltbare Schlüsse gezogen hat (BGE 129
I 8 E. 2.1. S. 9 mit Hinweisen).

3.
3.1
3.1.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst, das Kantonsgericht habe im
Zusammenhang mit der Steilheit des Zielgeländes die Beweise willkürlich
gewürdigt. Es habe zwar mit dem Privatgutachter die falsche Berechnung durch
den gerichtlichen Gutachter bestätigt (statt 48% nur 34.25% Gefälle), dann
aber den Vorwurf der Unglaubwürdigkeit der gutachterlichen Schlussfolgerung
verworfen. Das Kantonsgericht lehne es ab, sich mit diesen unterschiedlichen
Annahmen der Steilheit des Geländes auseinanderzusetzen, weil der genaue
Steilheitsgrad nicht entscheidrelevant sei. Diese Beweiswürdigung sei
unhaltbar. An anderer Stelle im Urteil messe das Kantonsgericht dem Umstand
dann sehr wohl Bedeutung zu, indem es je nach Steilheit des Zielgeländes eine
vollständige oder mindestens erkennbare Absperrung/Abgrenzung fordere.
Demzufolge sei die Steilheit ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der
Organisation des Zielraumes. Indem das Kantonsgericht die unterschiedlichen
Argumentationen der beiden Gutachten nicht einander gegenüberstelle, habe es
in willkürlicher Weise Art. 146 Abs. 1 und Art. 125 Abs. 1 StPO GR verletzt.

3.1.2 Das Kantonsgericht hält fest, die genaue Hanglage sei für den Entscheid
nicht relevant, und lässt die Frage, ob u.a. wegen der Steilheit talseitig
eine komplette Absperrung nötig gewesen wäre, ausdrücklich offen. Der
Beschwerdeführer unterlässt es darzutun, inwiefern sich die beanstandete
Annahme im angefochtenen Urteil zu seinen Ungunsten ausgewirkt hat. Die
genaue Geschwindigkeit der Rennläufer bei der Zieldurchfahrt ist ebenso wenig
von Bedeutung wie die benötigte Anhaltedistanz. Im Vordergrund steht nicht
die Frage, wie der Zielraum im Interesse der Rennfahrer zu sichern ist. Es
geht vielmehr darum, auf welche Weise die Rennpiste von der öffentlichen
Skipiste abzutrennen war. Die Rüge zielt deshalb ins Leere. Sofern der
Beschwerdeführer die Beweiswürdigung durch das Kantonsgericht als
verfassungswidrig beanstandet, ist seine Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann.

3.2
3.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kantonsgericht folge
unreflektiert der Auffassung des gerichtlichen Gutachters, wonach es
bezüglich Lage, Neigung, Länge und geschlossene Gestaltung des Zielraumes
zwischen internationalen und nationalen Skirennen keinen Unterschied gebe. Es
setze sich nicht mit der Tatsache auseinander, dass im internationalen
Reglement der Zielraum abgeschlossen werden müsse und für regionale Rennen
hierzu eben keine Regelung getroffen worden sei. Damit folge das
Kantonsgericht in willkürlicher Weise den Ausführungen des gerichtlichen
Gutachters, womit im Ergebnis an die Zielraumgestaltung bei Regionalrennen zu
strenge Anforderungen gestellt würden. Im gleichen Zusammenhang rügt der
Beschwerdeführer, das Kantonsgericht setze sich nicht mit den Erläuterungen
und Vorschlägen der beiden Gutachter auseinander, sondern schlage eine eigene
Lösung vor. Ein solches Beweisergebnis sei unhaltbar, da die Beantwortung der
Frage nach der Absperrung für die Sorgfaltspflichtverletzung entscheidend sei
und von sicherheitstechnischen Überlegungen geleitet werden sollte, die
besondere Fachkenntnisse erforderten.

3.2.2 Die Frage, wie der Zielraum auszugestalten ist, um eine Gefährdung
Dritter zu verhindern, betrifft die Rechtsanwendung. Es geht um die
Sorgfaltspflicht, deren Verletzung eine Fahrlässigkeit begründen kann. Dies
ist im Rahmen der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde zu beurteilen. Daran
ändert nichts, dass das Kantonsgericht dem Gutachter Fragen rechtlicher Natur
unterbreitet und die entsprechenden Antworten bei der Entscheidfindung
mitberücksichtigt hat. Auf die Rüge ist nicht einzutreten.

3.3
3.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kantonsgericht habe seine
Kognition beschränkt, indem es im Urteil festhalte, es sei zu beurteilen, ob
die Ausführungen der ersten Instanz überzeugend erscheinen würden. Dies
widerspreche Art. 146 Abs. 1 und Art. 125 Abs. 2 StPO GR, wonach das
erstinstanzliche Urteil uneingeschränkt überprüft werden müsse.

3.3.2 Die Rüge ist unbegründet. Das Kantonsgericht hat die vorhandenen
Beweismittel umfassend gewürdigt und sich mit den rechtlichen Fragen
eingehend auseinandergesetzt. Von einer blossen Plausibili-tätsprüfung kann
keine Rede sein.

3.4
3.4.1 Der Beschwerdeführer rügt, der gerichtliche Gutachter sei aktenwidrig
von prekären Schneeverhältnissen ausgegangen. Hiermit habe das Kantonsgericht
den Sachverhalt in willkürlicher Weise festgestellt. Prekäre
Schneeverhältnisse würden die Anforderungen an den Zielauslauf und damit den
Umfang der Sorgfaltspflicht verschärfen, weshalb das Beweisergebnis unhaltbar
sei.

3.4.2 Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern die seiner Ansicht nach
falsche Feststellung die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes
beeinflusst. Das Kantonsgericht wirft dem Beschwerdeführer entsprechend der
Anklageschrift vor, seiner Verantwortung durch eine ungenügende Absicherung
der Rennpiste nicht nachgekommen zu sein. Die Schneeverhältnisse sind für die
Beurteilung der Fahrlässigkeit nicht wesentlich. Soweit auf die Willkürrüge
eingetreten werden kann, ist sie unbegründet.

3.5
3.5.1 Im Zusammenhang mit der Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit des Unfalles
rügt der Beschwerdeführer, das Kantonsgericht habe angenommen, der beteiligte
Rennfahrer sei während seines Zielauslaufes bei einem langgezogenen
Rechtsschwung mit dem Opfer zusammengestossen. Dies sei in zweierlei Hinsicht
aktenwidrig: Der Rennfahrer habe sich nicht mehr im Zielauslauf befunden,
sondern auf der gezielten Weiterfahrt in Richtung Rückgabestelle der
Startnummer, wofür er auf die rechte Seite der Rennpiste, ca. auf die Höhe
der Zieldurchfahrt, habe gelangen müssen. Der Zusammenstoss habe sich auch
nicht im Zielauslaufbereich befunden, sondern 150 Meter unterhalb der
Zieldurchfahrt auf öffentlicher Piste. Der Beschwerdeführer könne
strafrechtlich nicht für die Vorhersehbarkeit eines solch rennuntypischen
Verhaltens zur Verantwortung gezogen werden.

3.5.2 Es ist nicht entscheidend,wo genau sich der Kollisionsort befindet. Das
Kantonsgericht hält im Zusammenhang mit der Voraussehbarkeit des
Erfolgseintrittes fest, das Verhalten des Rennläufers sei nicht ungewöhnlich,
zumal dieser wegen der fehlenden Absperrung und Abgrenzung nicht veranlasst
worden sei, die Fahrt abzubremsen. Somit habe während der gesamten Dauer des
Rennens die Gefahr eines Zusammenstosses bestanden. Diese Beurteilung ist
durchaus vertretbar. Ob sich der Fahrer noch im Zielauslauf oder auf der
Weiterfahrt befand, kann offen bleiben. Von einer falschen
Sachverhaltsfeststellung, die für die rechtliche Beurteilung wesentlich ist,
kann nicht gesprochen werden. Inwieweit das Verhalten des Rennfahrers
voraussehbar war, betrifft die rechtliche Würdigung und ist damit im
Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde zu beurteilen. Die Rüge
ist unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.

3.6
3.6.1 Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) geltend, weil das Kantonsgericht einerseits ein
Obergutachten ablehnte und er anderseits zu neuen talseitigen
"Abgrenzungsvorschlägen" des Gerichtes nicht Stellung nehmen konnte. Das
Kantonsgericht habe sich hinsichtlich der im Mittelpunkt stehenden Frage nach
der konkreten Absicherung des Zielraumes weder an das gerichtliche Gutachten
noch an dasjenige des Privatgutachters gehalten, sondern sich als eigener
Experte betätigt. Mit seiner Lösung, die seitliche Absperrung zu verlängern
und die Rennpiste von der Publikumspiste talseitig erkennbar abzugrenzen
(z.B. mit Seilen oder Fähnchen), habe es dem Urteil ausserdem etwas zu Grunde
gelegt, zu dem sich der Beschwerdeführer vorgängig nicht habe äussern können.

3.6.2 In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden wird unter
anderem ausgeführt, dass im Zielauslauf der Absicherungszaun wesentlich nach
unten zu verlängern und der Zielraum nach unten hin abzuschliessen gewesen
wäre. Damit war dem Beschwerdeführer klar, welche Unterlassung ihm in
rechtlicher Hinsicht vorgeworfen wurde. Es kann deshalb keine Rede davon
sein, er habe sich mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund konfrontiert
gesehen, mit deren Erheblichkeit er nicht rechnen musste (vgl. BGE 115 Ia
96). Die Rüge ist verfehlt.

4.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist deshalb abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist.

II. Eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde

5.
Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begründet werden, dass die
angefochtene Entscheidung eidgenössisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1
BStP). Der Kassationshof ist im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde an den
von der kantonalen Behörde festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 277bis
Abs. 1 BStP). Soweit der Beschwerdeführer tatsächliche Feststellungen im
angefochtenen Entscheid beanstandet, ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten. Ebenfalls ist auf Rügen nicht einzutreten, welche die Frage der
willkürlichen Beweiswürdigung betreffen (Art. 269 Abs. 2 BStP).

6.
6.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, die Vorinstanz habe die
Sorgfaltspflicht falsch beurteilt. Namentlich würden die einschlägigen
Wettkampfreglemente keine talseitige Absperrung vorsehen.

6.1.1 Fahrlässig begeht der Täter ein Verbrechen oder Vergehen, wenn die Tat
darauf zurückzuführen ist, dass er die Folge seines Verhaltens aus
pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht
genommen hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 1 StGB). Ein Schuldspruch wegen
fahrlässiger schwerer Körperverletzung setzt somit voraus, dass der Täter den
Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat.
Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat
aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit
bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und
müssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten
hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 2 StGB).
Wo besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein
bestimmtes Verhalten gebieten, richtet sich das Mass der im Einzelfall zu
beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Das Gleiche
gilt für entsprechende allgemein anerkannte Verhaltensregeln, auch wenn diese
von einem privaten oder halböffentlichen Verband erlassen wurden und keine
Rechtsnormen darstellen (BGE 130 IV 7 E. 3.3 S. 11). Das schliesst nicht aus,
dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie
etwa den allgemeinen Gefahrensatz gestützt werden kann (BGE 127 IV 62 E. 2d
S. 65 mit Hinweis). Denn nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche oder für
bestimmte Tätigkeiten allgemein anerkannte Verhaltensnorm begründet den
Vorwurf der Fahrlässigkeit. Umgekehrt kann ein Verhalten sorgfaltswidrig im
Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB sein, auch wenn nicht gegen eine bestimmte
Verhaltensnorm verstossen wurde. Die Vorsicht, zu der ein Täter verpflichtet
ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönlichen
Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen
Gegebenheiten in Vorschriften gefasst werden können (Urteil 6S.638/1999, in:
Pra 2000 Nr. 188 S. 1148 mit Hinweis auf BGE 106 IV 80 E. 4b).

6.1.2 Zunächst kann nicht fraglich sein, dass der Veranstalter des Skirennens
verpflichtet war, die Rennstrecke deutlich sichtbar von der allgemeinen -
unmittelbar anschliessenden - öffentlichen Skipiste abzugrenzen. Diese
Pflicht ergibt sich bereits aus dem allgemeinen Gefahrensatz, wonach
derjenige, welcher einen gefährlichen Zustand schafft, im Rahmen des
Zumutbaren dafür verantwortlich ist, dass sich diese Gefahr nicht
verwirklicht. Entscheidend ist die Frage, in welchem Umfang der
Sicherungspflicht nachzukommen war. Die Vorinstanz geht vorab zu Recht davon
aus, dass die seitliche Absperrung zwischen Rennpiste und Publikumspiste mit
einem sog. Schafszaun auf einer Strecke von bloss 50 Meter über die Ziellinie
hinaus nicht genügte, was der Beschwerdeführer grundsätzlich auch nicht in
Frage stellt. Sie hält dafür, bei einem Skirennen müsse darüber hinaus der
Zielraum talwärts zwar nicht in jedem Fall mittels einer speziellen
Vorrichtung (beispielsweise mit Netzen oder Matten) vollständig abgesperrt,
jedoch für jedermann erkennbar von der Publikumspiste (je nach Steilheit des
Geländes etwa mit einem Absperrseil oder einem Plastikband) zumindest
abgegrenzt sein. Diese Auffassung ist keineswegs zu beanstanden. Die
Vorinstanz stützt sich für die Begründung im Wesentlichen auf das
Wettkampfreglement 2000 von SwissSki, welches in Ziffer 619.1 die
Anforderungen an den Zielraum eines Rennkurses umschreibt. Danach soll sich
der Zielraum in gut sichtbarer Lage befinden, angemessen breit und lang
angelegt sein und nach Möglichkeit eine sanft auslaufende Zielausfahrt
aufweisen. Jedes Betreten des Zielraumes durch unbefugte Personen ist
verboten. Zielanlagen und Absperrung sollen so gestaltet oder durch geeignete
Schutzmassnahmen abgesichert werden, dass die Wettkämpfer so gut wie möglich
geschützt werden. Dieses Reglement dient dem Anliegen alpiner Skiwettkämpfe.
Dementsprechend ist die erwähnte Reglementsbestimmung im Interesse namentlich
des Rennläufers zu verstehen. Dieser soll vor bestimmten Gefahren geschützt
werden, die für ihn in der Schlussphase des Rennens auftreten können. Der
Rennläufer passiert die Ziellinie - auch im Riesenslalom - mit hoher
Geschwindigkeit. Er ist auf das Rennen konzentriert, steht unter Stress und
ist allenfalls bereits ermüdet. Deshalb ist er auf einen Zielraum angewiesen,
in welchem er genügend Platz und Zeit zur Verfügung hat, um seine Fahrt
abzubremsen und zum Stillstand zu kommen. Wichtig ist, dass sich ihm dabei
keine Hindernisse in den Weg stellen, denen er in dieser letzten Rennphase zu
wenig Aufmerksamkeit schenken kann. Dazu sind im Zielbereich bestmögliche
Voraussetzungen zu schaffen. Dies kann insbesondere nach einer -
vollständigen - Abschrankung des Zielraumes verlangen, welche sicherstellt,
dass es nicht zu einer Kollision mit einem Unbeteiligten kommt. Nicht zu
beantworten ist in diesem Zusammenhang die Frage, wie diese Abgrenzung im
Einzelnen auszugestalten ist, um den Rennfahrer keinem Verletzungsrisiko
auszusetzen.

6.1.3 Ein offener Zielauslauf gefährdet nicht nur den Rennfahrer, sondern
auch den Benützer der angrenzenden öffentlichen Skipiste. Dieser muss nicht
damit rechnen, sich innerhalb oder im Nahbereich eines Pistenabschnittes zu
befinden, der als Auslauf eines Skirennens dient. Seine Aufmerksamkeit wird
sich dementsprechend im üblichen Rahmen halten, was angesichts der besonderem
Umstände, namentlich der hohen Geschwindigkeit der Rennfahrer bei der
Zielpassage, unzureichend sein kann. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist es
unerlässlich, dass der gesamte Rennbereich, also auch der Zielraum, optisch
deutlich abgegrenzt ist. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Vorinstanz
hätte zwischen den Absperrungskriterien der Rennstrecke und denjenigen des
Auslaufgeländes unterscheiden müssen, ist nicht überzeugend. Für die Benützer
der öffentlichen Piste muss klar erkennbar sein, welcher Bereich noch zur
Rennstrecke gehört, den sie aus Sicherheitsgründen nicht befahren dürfen. Die
Richtlinien für Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportanlagen der
Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten
(SKUS) enthalten denn auch in den Ziffern 28 - 30 Regeln zum Schutz vor
künstlichen und natürlichen Hindernissen. Daraus ergibt sich, dass auf Pisten
alle von Menschenhand geschaffenen Hindernisse, welche die Benützer bei
Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht zu erkennen vermögen, grundsätzlich zu
signalisieren sind. Allgemein lässt sich sagen, dass atypische Gefahren, die
für den Skifahrer nicht ohne Weiteres erkennbar sind, kenntlich gemacht
werden müssen (BGE 130 III 193 E. 2.3 S. 196 mit Hinweisen). Fehlen solche
Signale, muss der Skifahrer auf einer öffentlichen Skipiste keine
entsprechende zusätzliche Gefahr annehmen, die ihn zu einer erhöhten
Aufmerksamkeit veranlassen müsste.

6.1.4 Dass im vorliegenden Fall eine bloss seitliche Abgrenzung der Rennpiste
von der öffentlichen Skipiste nach der Ziellinie nicht ausreichte, folgt
bereits aus dem allgemeinen Gefahrensatz. Daraus ergibt sich die Pflicht, den
Zielraum auch talseitig abzusperren. Aus der Sicht des Publikums spielt an
sich keine Rolle, wie gross der Zielraum ist. Entscheidend ist, dass der
Benützer der öffentlichen Piste klar zu erkennen vermag, wo der Rennbereich
beginnt, in welchem er sich nicht aufhalten darf. Zudem muss er sich darauf
verlassen können, dass kein Teilnehmer des Rennens unkontrolliert in den
Bereich der öffentlichen Piste gelangt. Dies bedeutet wiederum, dass für den
Rennfahrer klar ersichtlich sein muss, wann er den Zielraum und damit die
Rennpiste verlässt und seine Eigenverantwortung beginnt, indem er nunmehr wie
alle anderen den allgemeinen Verhaltensregeln auf Skipisten unterliegt. Es
versteht sich von selbst, dass ihm genügend Raum und Zeit zur Verfügung
stehen muss, um den Wettkampf unbehelligt abzuschliessen und sich auch mental
auf die neue Situation eines normalen Skipistenbenützers umzustellen. Dabei
ist nicht von Bedeutung, ob es sich um ein internationales oder regionales
Skirennen handelt. Die unterschiedliche Geschwindigkeit der Rennläufer vermag
an der grundsätzlichen Gefährdung Dritter nichts zu ändern. Die Vorinstanz
weist im Übrigen zu Recht darauf hin, dass auch jugendliche Rennfahrer ein
hohes, von Ehrgeiz getriebenes Tempo fahren, weshalb nicht einzusehen sei,
wieso allenfalls tiefere Sicherheitsstandards anzuwenden sind. Ein
ausreichender Zielraum ist in jedem Fall erforderlich. Wenn die Vorinstanz
angesichts der Beschaffenheit des Geländes in Übereinstimmung mit der Meinung
der beiden Gutachter davon ausgeht, der Zielbereich hätte rund 100 Meter lang
sein müssen, ist dies nicht zu beanstanden, zumal - wie erwähnt - diesem
Umstand allein aus der Sicht des Geschädigten noch keine entscheidende
Bedeutung zukommt.

6.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe nicht festgestellt, was
der Beschwerdeführer in der konkreten Situation genau hätte vornehmen müssen.
Damit habe sie die Sorgfaltspflichtverletzung irrtümlich falsch interpretiert
und materielles Strafrecht im Sinne von Art. 125 Abs. 2 i.V.m. Art. 18 Abs. 3
StGB verletzt.

6.2.1 Die Vorinstanz hält fest, es sei davon auszugehen, dass der Zielraum
talwärts zwar nicht in jedem Fall mittels einer speziellen Vorrichtung
(beispielsweise mit Netzen oder Matten) vollständig abzusperren sei, jedoch
für jedermann erkennbar von der Publikumspiste zumindest abgegrenzt sein
müsse (je nach Steilheit des Zielgeländes zum Beispiel mittels eines
Absperrseils oder eines Plastikbandes). Im vorliegenden Fall sei diese
Begrenzung des Zielraumes jedoch weder für die Rennläufer noch für die
übrigen Pistenbenutzer erkennbar gewesen. Zusammenfassend heisst es im
angefochtenen Urteil, die Organisation des Zielraumes anlässlich des
Riesenslaloms vom 1. Februar 2003 habe den Anforderungen des
Wettkampfreglements nicht genügt, weil zum einen die seitliche Absperrung
nach der Ziellinie mit rund 50 Metern zu kurz bemessen war und zum anderen
eine klare Markierung des Zielraumes und damit eine Abgrenzung des Rennpiste
von der Publikumspiste fehlte.

6.2.2 Die Rüge des Beschwerdeführers ist unbegründet. Entgegen seiner
Behauptung hat das Kantonsgericht klar festgehalten, was zur Absperrung hätte
getan werden müssen. Die Vorinstanz konnte bei ihrer Schlussfolgerung
offenlassen, ob talseitig eine komplette Absperrung erforderlich war.

6.3 Der Beschwerdeführer wendet ein, der Unfall sei für ihn nicht
vorhersehbar gewesen. Es sei das Verhalten des Rennläufers gewesen, welches
unmittelbar zur Ursache des Zusammenstosses geführt habe, indem dieser nicht
wie bei Rennen vorgeschrieben nach der Ziellinie abgebremst habe, sondern
wissentlich und gezielt weitergefahren sei. Die Kollision zwischen Rennfahrer
und Pistenbenützer sei auch nicht vermeidbar gewesen, auch nicht, wenn eine
längergezogene seitliche Absperrung des Zielraums zur Publikumspiste
vorgenommen worden wäre.

6.3.1 Erkennbar bzw. voraussehbar ist die Gefahr des Erfolgseintritts für den
Täter, wenn sein Verhalten geeignet ist, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen
herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Dabei müssen die zum Erfolg
führenden Geschehensabläufe für den konkreten Täter mindestens in ihren
wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der
Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bzw.
erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der
Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie
den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die
Vorhersehbarkeit der zu beurteilenden Ursache für den Erfolg ist nur zu
verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden eines
Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten,
mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer
wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs
erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das
Verhalten des Angeschuldigten - in den Hintergrund drängen.
Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters
zurückzuführen ist, genügt seine blosse Vorhersehbarkeit nicht. Vielmehr
stellt sich die weitere Frage, ob der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird
ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei
pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Dabei genügt es für
die Zurechnung des Erfolgs, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit
einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolges bildete (BGE 130 IV 7 E. 3.2 S.
10 f. mit Hinweisen).

6.3.2 Die Vorinstanz weist darauf hin, es sei im konkreten Fall nicht
aussergewöhnlich gewesen, dass die Rennläufer nach absolviertem Durchgang
versuchten, die Geschwindigkeit auszunützen, um wieder so weit wie möglich
nach oben zu den Kollegen zu fahren und dort- wie der involvierte Wettkämpfer
geltend machte - die Startnummern abzugeben. Ein solches Verhalten kann umso
weniger überraschen, als von den Organisatoren keine Hinweise oder Weisungen
ergingen, wie die Wettkampfteilnehmer ihr Rennen zu beenden hätten. Was der
Beschwerdeführer dagegen einwendet, ist unbehelflich. Das Verhalten des
Rennfahrers kann nicht als völlig unvernünftig taxiert werden, weshalb der
Hinweis auf die entsprechende Bundesgerichtspraxis (BGE 127 IV 34 E. 3c/aa S.
42) unbehelflich ist. Ob sich der Rennfahrer seinerseits allenfalls
regelwidrig verhielt, ist in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung.
Ebenfalls fällt nicht ins Gewicht, dass sich die Kollision ausserhalb des
Skirenngeländes ereignete. Durch die erforderliche Absperrung sollte
verhindert werden, dass der Fahrer un-kontrolliert den Zielraum verlässt und
die Benützer der öffentlichen Skipiste gefährdet. Diese Gefahr war erkennbar
und ihr musste begegnet werden. Von aussergewöhnlichen Umständen, mit denen
nicht zu rechnen war, kann keine Rede sein. Somit ist die Voraussehbarkeit
des Erfolges, nämlich des Zusammenstosses mit dem Geschädigten und den daraus
resultierenden Verletzungen, zu bejahen.
Wäre der Zielbereich vollständig abgesperrt und abgegrenzt gewesen, wären die
Wettkämpfer gezwungen worden, ihre Fahrt abzubremsen und den Rennbereich etwa
durch den Athletenausgang zu verlassen. Damit wäre die Gefahr eines
Zusammenstosses auf der öffentlichen Piste auf ein Minimum reduziert und der
Unfall in rechtlicher Hinsicht vermeidbar gewesen. Die Unterlassung des
Beschwerdeführers, der für die Sicherungspflicht unbestrittenermassen
(mit)verantwortlich war, ist deshalb zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit
für den Zusammenstoss und damit für die Körperverletzung des Geschädigten als
ursächlich anzusehen.

7.
Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu Recht der
fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 und 2
StGB schuldig gesprochen. Die dagegen gerichtete Nichtigkeitsbeschwerde ist
deshalb abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.

III. Kosten

8.
Bei diesem Ausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten des
bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG und Art. 278
Abs. 1 BStP).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf
einzutreten ist.

3.
Die Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 4'000.-- wird dem Beschwerdeführer
auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons
Graubünden und dem Kantonsgericht von Graubünden, Kantonsgerichtsausschuss,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. April 2007

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Die Gerichtsschreiberin: