Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, NB in Strafsachen 6S.99/2007
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6S.99/2007 /hum

Urteil vom 28. Juni 2007
Kassationshof

Bundesrichter Wiprächtiger, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Ferrari, Zünd,
Gerichtsschreiber Boog.

Schweizerische Bundesanwaltschaft, 3003 Bern,
Beschwerdeführerin,

gegen

X.________, Beschwerdegegner 1
vertreten durch Fürsprecher Roland Fuhrer,
Y.________, Beschwerdegegner 2
vertreten durch Fürsprecher André Vogelsang,
Z.________, Beschwerdegegnerin 3,
vertreten durch Fürsprecher Hans E. Rüegsegger,

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Verletzung von Art. 19 Ziff.
1 BetmG i.V.m. Art. 19 Ziff. 4 BetmG); Strafzumessung (Art. 63 StGB);
Kostenauflage,

Nichtigkeitsbeschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts,
Strafkammer, vom 8. November 2006.
Sachverhalt:

A.
Das Bundesstrafgericht erklärte mit Urteil vom 8. November 2006 schuldig:
1.X.________ der qualifizierten Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 und 2 lit. a BetmG,
2.Y.________ der qualifizierten Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 und 2 lit. a BetmG, und
3.Z.________ der Gehilfenschaft zu qualifizierter Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 und 2 lit. a BetmG i.V.m.
Art. 25 StGB
und verurteilte
1.X.________ zu 3 Jahren und 4 Monaten Zuchthaus, unter Anrechnung von 291
Tagen Untersuchungshaft,
2.Y.________ zu 2 Jahren und 2 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 748
Tagen Untersuchungshaft und
3.Z.________ zu 10 Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von 195 Tagen
Untersuchungshaft, mit bedingtem Strafvollzug bei einer Probezeit von 2
Jahren.
Ferner entschied es über Verfall und Freigabe der geleisteten Kautionen sowie
die Einziehung der bei den Beurteilten beschlagnahmten Mobiltelefone.

B.
Die Schweizerische Bundesanwaltschaft führt eidgenössische
Nichtigkeitsbeschwerde, mit der sie beantragt, das angefochtene Urteil sei
bezüglich der Ziffern I. 1., 2. und 5., II., 1., 2., und 5., sowie III. 1.,
2., und 5. des Urteilsdispositives aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

C.
Das Bundesstrafgericht beantragt in seinen Gegenbemerkungen die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. X.________ beantragt in seiner
Vernehmlassung zur Kostenfrage sinngemäss die Abweisung der Beschwerde.
Y.________ schliesst ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. Ferner stellt er
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Z.________ hat auf
Gegenbemerkungen verzichtet.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Die Übergangsbestimmung von Art. 33 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober
2002 über das Bundesstrafgericht (Strafgerichtsgesetz [SGG]; SR 173.71, in
Kraft seit dem 1. April 2004), regelt bis zum Inkrafttreten der Totalrevision
des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 den Beschwerdeweg ans
Bundesgericht und sieht vor, dass gegen Entscheide der Strafkammer des
Bundesstrafgerichts beim Kassationshof des Bundesgerichts
Nichtigkeitsbeschwerde geführt werden kann. Das Verfahren richtet sich dabei
nach den Art. 268 ff. BStP. Art. 269 Abs. 2 BStP findet jedoch keine
Anwendung (Art. 33 Abs. 3 lit. b SGG).

Seit dem 1. Januar 2007 wird der Beschwerdeweg ans Bundesgericht durch das
Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz
[BGG]; SR 173.110) geregelt. Da der angefochtene Entscheid vor dessen
Inkrafttreten ergangen ist, ist noch das bisherige Verfahrensrecht anwendbar
(Art. 132 Abs. 1 BGG, e contrario), hier somit die Art. 268 ff. BStP nach
Massgabe der genannten Übergangsbestimmung.

1.2 Am 1. Januar 2007 ist auch der revidierte Allgemeine Teil des
Strafgesetzbuches (erstes Buch) in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen
sind hier aber noch nicht von Bedeutung, da das Bundesgericht im Verfahren
der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nur prüft, ob das kantonale
Gericht das eidgenössische Recht richtig angewendet hat (Art. 269 Abs. 1
BStP), mithin das Recht, welches im Zeitpunkt der Ausfällung des
angefochtenen Entscheids noch gegolten hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3 S. 51 f. mit
Hinweisen).

2.
2.1 Das Bundesstrafgericht ist das allgemeine Strafgericht des Bundes (Art.
191a Abs. 1 BV; Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesstrafgericht
[Strafgerichtsgesetz, SGG], SR 173.71). Seine Strafkammer beurteilt
Strafsachen, die nach den Artikeln 340 und 340bis StGB der
Bundesstrafgerichtsbarkeit unterstehen, soweit der Bundesanwalt die
Untersuchung und Beurteilung nicht den kantonalen Behörden übertragen hat
(Art. 26 lit. a SGG). Die Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts
können beim Kassationshof des Bundesgerichts mit Nichtigkeitsbeschwerde
angefochten werden (Art. 1 Abs. 2 und Art. 33 Abs. 3 lit. b SGG). Das
Verfahren richtet sich nach den Art. 268 ff. BStP. Art. 269 Abs. 2 BStP
findet jedoch keine Anwendung.

2.2 Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. b SGG ist zur Nichtigkeitsbeschwerde gegen
Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts der Bundesanwalt
berechtigt. Er kann sich gemäss Art. 16 Abs. 1 BStP durch seine
Stellvertreter vertreten lassen. Die Staatsanwälte des Bundes gelten im
Bundesstrafverfahren als Prozesspartei und Vertreter des Bundesanwaltes (vgl.
Zusatzbotschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. September
2001, BBl 2001, 6054, 6057). Soweit diesen somit die Funktion des
öffentlichen Anklägers des Bundes zukommt, sind sie auch befugt, für den
Bundesanwalt nach Art. 33 Abs. 3 lit. b SGG Nichtigkeitsbeschwerde an den
Kassationshof des Bundesgerichts zu erheben (vgl. Entscheid 6S.530/2006 vom
19.06.2007 E. 2.1).
2.3 Nach der Rechtsprechung stehen dem Beurteilten gegen Entscheide des
Bundesstrafgerichts die gleichen Beschwerdemöglichkeiten offen wie gegen
kantonale Strafurteile. Er kann mithin in der Nichtigkeitsbeschwerde gegen
Entscheide des Bundesstrafgerichts auch Verfassungs- und insbesondere auch
Willkürrügen erheben (Entscheid 6S.293/2005 vom 24. Februar 2006, E. 2.1).
Demgegenüber ist der öffentliche Ankläger nicht zur Ergreifung
staatsrechtlicher Beschwerden gegen kantonale Entscheide berechtigt, so dass
auch die Bundesanwaltschaft - jedenfalls unter der Geltung des
Übergangsrechts nach Art. 33 Abs. 3 SGG - mit Nichtigkeitsbeschwerde gegen
Entscheide des Bundesstrafgerichts keine Verfassungsrügen erheben kann
(Urteil des Kassationshofs 6S.150/2006 vom 21.12.2006 E. 3.2).

3.
Den Beschwerdegegnern wird im Wesentlichen vorgeworfen, sie hätten am 25./26.
März 2006 als Mittäter bzw. als Gehilfin vorsätzlich netto 9,904 kg
Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 22% vom Kosovo über Bestwig/D nach
Zürich transportiert, um dieses dort einem Dritten zu übergeben.

Im Einzelnen stellt die Vorinstanz für den Kassationshof verbindlich fest
(Art. 277bis Abs. 1 BStP), der Beschwerdegegner 1 sei Mitte März 2004 im
Auftrag des in Deutschland wohnhaften Türken A.________ und des Kosovaren
B.________ zusammen mit dem Beschwerdegegner 2 in dessen Ford Scorpio in den
Kosovo gefahren. Dabei seien sie von der Beschwerdegegnerin 3 begleitet
worden, die dort ihren Ehemann besuchen wollte. Am Zielort im Kosovo sei das
Heroin unter dem Armaturenbrett des Wagens versteckt worden. Anschliessend
seien die Täter zurück nach Bestwig/D gefahren, wo die Drogen in der Garage
von A.________ in Anwesenheit der beiden Kuriere zunächst aus dem Auto
ausgebaut und im Keller versteckt worden seien. Spätestens zu diesem
Zeitpunkt seien sich die Beschwerdegegner 1 und 2 über Art, Umfang und
Qualität des beförderten Guts im Klaren gewesen. Auf Geheiss von A.________
habe der Beschwerdegegner 2 zusammen mit jenem die Betäubungsmittel in der
Folge zum Weitertransport in die Schweiz wieder in den Wagen eingebaut.
Hernach habe der Beschwerdegegner 2 am 25. März 2004 seinen mit Drogen
bepackten Wagen in Begleitung der Beschwerdegegnerin 3 in die Schweiz
gesteuert, wobei die beiden vom Beschwerdegegner 1, den sie alle 15 Minuten
anrufen mussten, an den Bestimmungsort gelenkt worden seien. Dieser sei ihnen
ein bis drei Stunden später im von einem Dritten gesteuerten Auto
nachgefolgt. Spätestens vor dem Passieren der Schweizer Grenze habe auch die
Beschwerdegegnerin 3 darum gewusst, dass sich im Auto Drogen befunden hätten.

Am 26. März 2004 gegen 7.30 Uhr seien die Insassen der beiden Fahrzeuge in
die Schweiz eingereist. Nach dem Grenzübertritt seien sie von B.________
telefonisch zu einem Einkaufszentrum in Spreitenbach und anschliessend zu
einem Hotel in Zürich gelenkt worden, wo sie auf den Abnehmer der Drogen
getroffen seien. Dieser sei anschliessend mit dem Beschwerdegegner 1 zum
Parkplatz gefahren, wo sich das mit den Drogen beladene Auto befand.
Anschliessend sei der Beschwerdegegner 1 am Steuer dieses Wagens dem Fahrzeug
des Abnehmers zu einem ca. 5 km entfernten Platz gefolgt. Dort seien die
beiden Fahrer von der Polizei festgenommen worden. Der Beschwerdegegner 2 und
die Beschwerdegegnerin 3 seien in Zürich, wo sie auf den Beschwerdegegner 1
warteten, von der Polizei verhaftet worden (angefochtenes Urteil S. 15 ff.,
19 f. und 21 ff.).

4.
4.1 Die Vorinstanz nimmt an, die Beschwerdegegner hätten die ihnen
vorgeworfenen Taten zwischen Mitte März und dem 26. März 2004 im Kosovo, in
Deutschland und in der Schweiz begangen. Die einzelnen eingeklagten
Tathandlungen beträfen verschiedene Stufen des illegalen Drogenhandels und
liessen sich in ein einheitliches Geschehen einordnen. Demnach könne vorerst
- unter Ausserachtlassung anderer angeklagter Tathandlungen und
Qualifikationsgründe - geprüft werden, ob und inwieweit die Angeklagten die
eingeklagte Drogenmenge auf dem Gebiet der Schweiz befördert und sich damit
strafbar gemacht hätten. Soweit sich die angeklagten Auslandtaten in das in
der Schweiz begangene strafbare Geschehen einordnen liessen, könne
gegebenenfalls von einer Beurteilung der weiteren angeklagten Tathandlungen -
insbesondere der Auslandtaten - und Qualifikationsgründe abgesehen werden
(angefochtenes Urteil S. 14 f., 13).

Die Vorinstanz nimmt weiter an, der in der Schweiz verwirklichte und für die
Strafbarkeit einzig wesentliche Sachverhalt sei vor dem grundsätzlich
unbestrittenen Hintergrund zu sehen, dass die Beschwerdegegner Mitte März
2004 mit dem Personenwagen Ford Skorpio des Beschwerdegegners 2 in den Kosovo
gefahren seien, wo Dritte rund 10 Kilogramm Heroingemisch unter das
Armaturenbrett dieses Autos eingebaut hätten, das in der Folge von den
Beschwerdegegnern zunächst nach Deutschland verbracht worden sei, wo es erst
aus dem Wagen ausgebaut und danach für den Weitertransport in die Schweiz
wieder eingebaut worden sei. Dieser Hintergrund sei wesentlich für den
subjektiven Tatbestand der in der Schweiz verübten Handlungen (angefochtenes
Urteil S. 15).

4.2 Die Vorinstanz nimmt in rechtlicher Hinsicht an, die in Art. 19 Ziff. 1
Abs. 1 - 7 BetmG geregelten Tatbestände schützten das gleiche Rechtsgut gegen
verschiedene Angriffe oder verschiedene Angriffsstadien. Begehe ein Täter
mehrere Widerhandlungen im Sinne der Abs. 1 - 7 der genannten Bestimmung so
sei zu prüfen, ob echte Realkonkurrenz im Sinne einer wiederholten
Deliktsbegehung vorliege. Dabei stünden Erwerbshandlungen zu den zeitlich
daran anschliessenden Weitergabehandlungen im Verhältnis der Subsidiarität.
Es handle sich um verschiedene Entwicklungsstufen derselben deliktischen
Tätigkeit. Erlange der Täter Betäubungsmittel, die er anschliessend
befördere, lagere und/oder einführe, und gebe er sie in der Folge an Händler
oder Konsumenten ab oder veräussere er sie, erfolge lediglich ein
Schuldspruch wegen Abgabe oder Verkaufs. Die Tathandlung der Einfuhr habe
neben dem Befördern kaum eine selbstständige Bedeutung. Eine die Grenze zur
Schweiz querende Beförderung sei in aller Regel auch eine landesinterne,
weshalb eine Bestrafung nur wegen Beförderns zu erfolgen habe (angefochtenes
Urteil S. 12 f.).
4.3 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 19 Ziff. 1 in
Verbindung mit Art. 19 Ziff. 4 BetmG. Sie macht geltend, die Vorinstanz
beschränke den angeklagten Sachverhalt auf die Tathandlung der Beförderung
der Drogen auf dem Gebiet der Schweiz und berücksichtige die angeklagten
Tathandlungen im Kosovo und in Deutschland nicht. Sie stütze sich lediglich
zur Begründung des subjektiven Tatbestandes auch auf die im Ausland
begangenen Tatbestandsvarianten von Art. 19 Ziff. 1 BetmG ab. Die
Anklageschrift differenziere klar zwischen den einzelnen Tathandlungen gemäss
Art. 19 Ziff. 1 BetmG, nämlich der Erlangung von 9,904 kg Heroin im Kosovo,
der Beförderung vom Kosovo nach Bestwig/D, der Lagerung in einem Keller in
Deutschland, der Beförderung der Drogen von Bestwig/D nach Schaffhausen, der
Einfuhr der Drogen in die Schweiz und der Beförderung derselben nach Zürich
zur Abgabe an einen Dritten. Die Beschränkung des Geschehens auf das
Befördern von Drogen auf dem Gebiet der Schweiz decke den Unrechtsgehalt der
Tat nicht ab. Die zu beurteilenden Taten hätten einen notwendigen
Auslandbezug und begännen nicht erst an der Schweizer Grenze (Beschwerde S. 3
ff.).

5.
5.1 Gemäss Art. 19 Ziff. 4 BetmG ist der Täter nach den Bestimmungen der
Ziffern 1 und 2 derselben Bestimmung auch strafbar, wenn er die Tat im
Ausland begangen hat, in der Schweiz angehalten und nicht ausgeliefert wird,
und die Tat auch am Begehungsort strafbar ist. Die Norm begründet die
Zuständigkeit der Schweizerischen Gerichtsbarkeit für im Ausland begangene
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Nach der Rechtsprechung
enthält sie eine zwischen dem reinen Universalitätsprinzip und der Übernahme
der Strafverfolgung nach Art. 85 IRSG liegende Regelung (BGE 116 IV 244
E. 3a; 118 IV 418 E. 2a).

Die Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1 - 6 BetmG sind als abstrakte
Gefährdungsdelikte ausgestaltet (BGE 117 IV 58 E. 2; 118 IV 200 E. 3f). Sie
gelten grundsätzlich am Ort der abstrakt gefährlichen Handlung bzw. am Ort,
wo sich das unerlaubte Verhalten ereignet hat, als im Sinne von Art. 7 Abs.1
StGB verübt (vgl. Urteil des Kassationshofs 6P.19/2003 vom 6.8.2003 E. 12.1;
ferner Schönke/Schröder/Eser, Strafgesetzbuch, Kommentar, 27. Aufl. 2001, § 9
N 6).

Im zu beurteilenden Fall haben die Beschwerdegegner die vom Kosovo in die
Schweiz transportierten illegalen Betäubungsmittel auch auf dem Hoheitsgebiet
der Schweiz befördert, so dass sich die Zuständigkeit der Schweizerischen
Gerichtsbarkeit aus Art. 3 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ergibt. Ob für die im Ausland
begangenen Tathandlungen etwas anderes gilt, hängt davon ab, ob der gesamte
den Beschwerdegegnern angelastete Drogentransport als einheitlicher
Handlungskomplex aufzufassen ist oder ob die einzelnen Tathandlungen für sich
je als eigenständige, in sich abgeschlossene Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz anzusehen sind. Von letzterem geht die
Beschwerdeführerin aus, wenn sie geltend macht, soweit die Vorinstanz die
Auslandtaten nicht beurteile, erledige das angefochtene Urteil den
angeklagten Verfahrensgegenstand nicht erschöpfend.

5.2
5.2.1 Die Bestimmung von Art. 19 Ziff. 1 BetmG stellt sämtliche Formen einer
Beteiligung am unbefugten Drogenverkehr, von der Produktion und der
Verbreitung bis hin zum Erwerb, sowie blosse Vorbereitungshandlungen hiezu
unter Strafe (Peter Albrecht, Die Strafbestimmungen des
Betäubungsmittelgesetzes [Art. 19-28 BetmG], 2. Aufl. Bern 2007, Art. 19 N 3
f.). Als Handlungen, welche eine Gefahr des - im weitesten Sinne -
Inverkehrbringens von Drogen und damit für die menschliche Gesundheit
begründen, nennt die Bestimmung in Abs. 2 - 5 namentlich das Herstellen und
Verarbeiten, das Lagern, Befördern sowie die Ein- und Ausfuhr, das Anbieten,
den Verkauf, die Vermittlung und die Abgabe sowie den unbefugten Besitz und
Erwerb. Den in Art. 19 Ziff. 1 BetmG aufgeführten einzelnen Tathandlungen
kommt nach der gesetzlichen Ordnung die Bedeutung eines selbständigen
Straftatbestandes zu (BGE 119 IV 266 E. 3a; 118 IV 397 E. 2c; 106 IV 72 E.
2b). Sie stellen verschiedene Entwicklungsstufen derselben deliktischen
Tätigkeit dar (Albrecht, a.a.O., Art. 19 N 142; vgl. auch Fingerhuth/Tschurr,
BetmG, Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2007, Art. 19 N 126/128; ferner Roxin,
Strafrecht, Allgemeiner Teil, Band II, § 33 N 27). So wird in der Literatur
z.B. lediglich ein Schuldspruch wegen Verkaufs angenommen, wenn ein Täter
Betäubungsmittel im Ausland erwirbt, anschliessend in die Schweiz einführt
und dort - wie von Anfang an geplant - an Konsumenten veräussert (Albrecht,
a.a.O., Art. 19 N 185; vgl. auch Corboz, La jurisprudence du tribunal fédéral
relative aux dispositions pénales de la loi fédérale sur les stupéfiants, SJ
1988, S. 538 und SJ 1993, 645 f. [infraction unique]; ferner Fiolka, Das
Rechtsgut, Diss. Freiburg 2006, S. 906 ff.).
5.2.2 Die Vorinstanz erklärt die drei Beschwerdegegner der qualifizierten
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1
und 2 lit. a BetmG bzw. der Gehilfenschaft hiezu schuldig, ohne im Dispositiv
die einzelnen Tathandlungen gemäss Ziff. 1 Abs. 1 - 7 BetmG näher zu
spezifizieren. Aus ihren Erwägungen im angefochtenen Urteil ergibt sich
jedoch, dass sich die angeklagten Auslandtaten nach ihrer Auffassung in das
in der Schweiz begangene strafbare Geschehen einordnen lassen, so dass sie
das gesamte Geschehen als einheitlichen Handlungskomplex würdigt.

Dies ist nicht zu beanstanden, denn bei den einzelnen Abschnitten, in welche
der den Beschwerdegegnern angelastete Drogentransport aufgegliedert ist -
Einbau der Drogen in das Fahrzeug im Kosovo, Transport derselben nach
Deutschland, Ausbau aus dem Wagen und Lagerung in Deutschland, erneuter
Einbau und Transport in die Schweiz - handelt es sich um verschiedene Stufen
eines einheitlichen Handlungskomplexes. Dass der gesamte Drogentransport vom
Kosovo über Deutschland in die Schweiz als einheitliches Geschehen aufgefasst
werden könne, räumt auch die Beschwerdeführerin ein (Beschwerde S. 4).

Offen bleibt lediglich, ob die Vorinstanz hinsichtlich der Beschwerdegegner 1
und 2 schon für den Transport der Drogen vom Kosovo nach Deutschland Vorsatz
bejaht. Sicheres Wissen darum, dass sie harte Drogen befördert hatten, nimmt
sie bei den beiden Transporteuren jedenfalls erst im Zeitpunkt des Ausbaus
der Drogen aus dem Fahrzeug in Deutschland an, wobei sie den beiden Tätern
zugesteht, sie seien irrtümlich davon ausgegangen, es handle sich um Kokain
(angefochtenes Urteil S. 16 und 19 unten). Bei der Beschwerdegegnerin 3 nimmt
die Vorinstanz sichere Kenntnis um den Transport der harten Drogen erst vor
dem Grenzübertritt in die Schweiz an (angefochtenes Urteil S. 22, 24).
Dementsprechend gelangt die Vorinstanz denn nach Würdigung der Beweismittel
auch zum Schluss, die Beschwerdegegner hätten die Drogen von Bestwig/D in die
Schweiz befördert (angefochtenes Urteil S. 20). Dies umfasst, wie die
Vorinstanz zutreffend annimmt (angefochtenes Urteil S. 13), notwendigerweise
auch die Einfuhr in die Schweiz. Die einzelnen Tathandlungen stehen im
Verhältnis der Subsidiarität (Günter Stratenwerth, Schweizerisches
Strafrecht, Allg. Teil I, 3. Aufl., Bern 2005, § 18 N 8; Jürg-Beat Ackermann,
Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Art. 68 N 20 lit. c).

Der Schluss der Vorinstanz, die Beschwerdegegner seien der unbefugten
mengenmässig qualifizierten Beförderung von Betäubungsmitteln schuldig zu
sprechen, was sämtliche angeklagten Tathandlungen mitumfasse (angefochtenes
Urteil S. 19, 21 und 24), verletzt daher kein Bundesrecht. Dass der
Schuldspruch der Vorinstanz nur die auf dem Hoheitsgebiet der Schweiz
begangenen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz erfasst, trifft
somit nicht zu.

Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

6.
Im Weiteren wendet sich die Beschwerdeführerin gegen die Strafzumessung. Sie
macht geltend, indem die Vorinstanz den Schuldspruch auf die Tathandlung des
Beförderns von Betäubungsmitteln in der Schweiz beschränkt habe, habe sie bei
den Tätern keine umfassende Prüfung der Tatkomponenten vorgenommen. Eine
umfassende Prüfung der Tatkomponenten sei nur im Hinblick auf das gesamte
Tatverhalten möglich, was die Berücksichtigung der Taten im Ausland, d.h. im
Kosovo und in Deutschland, an der Schweizer Grenze und schliesslich vor dem
Grenzübertritt erfordere (Beschwerde, S. 6 f.).

Die Beschwerdeführerin ficht die Strafzumessung nur unter dem Gesichtspunkt
der mangelnden Erschöpfung der Anklage an. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz indes den gesamten Handlungskomplex des
Drogentransports gewürdigt und entsprechend die Strafe zugemessen.

Dass sich die Vorinstanz in anderer Hinsicht von rechtlich nicht
massgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten lassen oder wesentliche
Gesichtspunkte nicht berücksichtigt hätte, macht die Beschwerdeführerin nicht
geltend und ist auch nicht ersichtlich. Insgesamt hat sich die Vorinstanz in
ihren Erwägungen zur Strafzumessung mit den wesentlichen schuldrelevanten
Komponenten auseinander gesetzt und sämtliche Zumessungsgründe zutreffend
gewürdigt. Ihre Erwägungen sind denn auch plausibel und die daraus gezogenen
Schlüsse leuchten ein. Jedenfalls hat sie ihr Ermessen nicht verletzt.

Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet.

7.
7.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz die Kosten
der Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzuges nicht den
Beschwerdegegnern auferlegt, sondern beim Staat belassen hat (Beschwerde S. 7
f.).
7.2 Die Vorinstanz nimmt an, die Kosten der Untersuchungshaft und des
allenfalls auch vorzeitigen Vollzuges von Freiheitsstrafen seien vom Staat zu
tragen. Zwar verstosse es weder gegen die Verfassung noch gegen Art. 5 EMRK,
wenn die Kosten der Untersuchungshaft dem Verurteilten auferlegt würden (BGE
124 I 170 E. 2). Die Untersuchungshaft bewirke aber wie der Strafvollzug
einen (erzwungenen) Freiheitsentzug und könne gemäss Art. 69 StGB an die
Freiheitsstrafe angerechnet werden. Ausserdem könne der Zeitpunkt für den
Übertritt aus der Untersuchungshaft in den vorzeitigen Strafvollzug stark
variieren, ohne dass die angeschuldigte Person hierauf einen Einfluss hätte.
In Anbetracht dieser Umstände sowie im Hinblick auf die soziale
Wiedereingliederung der Verurteilten erscheine es daher als gerechtfertigt,
in Ausübung des von Art. 172 Abs. 1 BStP eingeräumten Ermessens die Kosten
der angerechneten Untersuchungshaft den Kosten des Strafvollzugs
gleichzustellen und beim Staat zu belassen (angefochtenes Urteil S. 34 f.).
7.3 Gemäss Art. 246 Abs. 1 BStP werden im Bundesstrafverfahren unter anderem
für das Ermittlungsverfahren, die Voruntersuchung sowie die Anklageerhebung
und -vertretung Verfahrenskosten erhoben (Satz 1). Diese bestehen aus
Gebühren und Auslagen, die im Verfahren oder im Zusammenhang mit der
Anklageerhebung und -vertretung entstehen (Satz 2). Die Verfahrenskosten
werden nach den Regeln von Art. 172 ff. BStP verlegt. Danach werden die
Kosten des Verfahrens in der Regel dem Verurteilten auferlegt (Art. 172 Abs.
1 BStP). Das Gericht kann ihn indes aus besonderen Gründen ganz oder
teilweise von der Kostentragung befreien.

Der Begriff der Verfahrenskosten sowie die Festlegung der Gebühren und
Auslagen werden in der Verordnung des Bundesrates vom 22. Oktober 2003 über
die Kosten der Bundesstrafrechtspflege (SR 312.025) näher ausgeführt. Danach
gehören nach Art. 1 Abs. 3 zu den Prozesskosten u.a. die Kosten für die
bereits ausgestandene Untersuchungshaft.

Dem Gericht steht bei der Entscheidung über die Kostenauflage ein weiter
Spielraum des Ermessens zu, in welches das Bundesgericht auf
Nichtigkeitsbeschwerde hin nur eingreift, wenn das Bundesstrafgericht von
einem unrichtigen Begriff der Kosten ausgeht oder die Kostenauflage mit
rechtlich nicht massgebenden Argumenten begründet oder dabei wesentliche
Gesichtspunkte ausser Acht lässt bzw. in Überschreitung oder Missbrauch
seines Ermessens falsch gewichtet (vgl. BGE 129 IV 6 E. 6.1 S. 20).

7.4
7.4.1 Nach Art. 172 Abs. 1 Satz 1 BStP gilt der Grundsatz, dass der
Verurteilte die Verfahrenskosten in vollem Umfang zu tragen hat. Die
Kostentragungspflicht ergibt sich daraus, dass der Verurteilte die Kosten zu
Lasten der Allgemeinheit als Folge seiner Tat schuldhaft verursacht hat (BGE
124 I 170 E. 3g S. 174). Art. 172 Abs. 1 Satz 2 BStP erlaubt eine gänzliche
oder teilweise Befreiung von der Kostentragung nur aus "besondern Gründen".
Solche sind anzunehmen, wenn das Verhalten des Verurteilten für die
Entstehung der Kosten nicht mehr als adäquat kausal erscheint, so etwa wenn
die Kosten durch unzulässige oder offensichtlich unzweckmässige
Prozesshandlungen verursacht worden sind, wenn das Ergebnis der
Untersuchungen, für welche die Kosten angefallen sind, insgesamt
ausschliesslich zu Gunsten des Angeschuldigten lautet oder wenn die
Wiedereingliederung des Täters durch die vollumfängliche Auferlegung der
Kosten ernsthaft gefährdet erscheint.

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz stellt der Umstand, dass dem
Untersuchungshäftling die Freiheit entzogen wird, keinen besonderen Grund im
Sinne von Art. 172 Abs. 1 BStP dar. Andernfalls dürften dem Verurteilten die
Kosten für die Untersuchungshaft unter keinen Umständen auferlegt werden,
womit die gesetzliche Regelung ins Gegenteil verkehrt würde. Die
Kostenbefreiung kann auch nicht generell mit der Gefährdung der sozialen
Wiedereingliederung der Verurteilten begründet werden. Die Vorinstanz nimmt
insofern keinen Bezug auf die konkreten Verhältnisse der Beschwerdegegner.
Sie scheint vielmehr aus grundsätzlichen Überlegungen zur Resozialisierung
heraus ganz allgemein die Haftkosten dem Staat überbinden zu wollen. Dies ist
aber in dieser Form mit dem Wortlaut des Gesetzes nicht vereinbar. Die
Vorinstanz hat die Beschwerdegegner somit gestützt auf sachlich unzutreffende
Gesichtspunkte von der Tragung der Kosten für die Untersuchungshaft befreit.
Das angefochtene Urteil verletzt daher in diesem Punkt Bundesrecht (vgl. zum
Ganzen Entscheid 6S.530/2006 vom 19.06.2007 E. 6.3 mit Hinweisen). Die
Vorinstanz wird in ihrem neuen Entscheid somit zu prüfen haben, ob bei den
Beschwerdegegnern in Bezug etwa auf die Verfahrensdauer, namentlich die
unterschiedliche Dauer der Untersuchungshaft, sowie die persönlichen
Verhältnisse besondere Umstände vorliegen, die ein Abweichen von der
gesetzlichen Regel der Kostentragungspflicht zu rechtfertigen vermöchten.

7.4.2 Nicht zu beanstanden ist demgegenüber, dass die Vorinstanz den
Beschwerdegegnern nicht die Kosten des vorzeitigen Strafvollzuges auferlegt
hat. Bei diesen handelt es sich nicht um Verfahrenskosten, sondern um
Vollzugskosten. Wenn die zuständigen Bundesbehörden dem Angeschuldigten den
vorzeitigen Strafantritt bewilligen, erklären sie damit ihre Zustimmung, dass
er in das Vollzugsregime übertritt, was zur Folge hat, dass der Bund dem
Kanton die Gefangenschaftskosten nach Art. 241 Abs. 2 BStP zu vergüten hat
(vgl. Entscheid 6S.530/2006 vom 19.06.2007 E. 6.4 mit Hinweisen).

8.
Aus diesen Gründen erweist sich die Nichtigkeitsbeschwerde als teilweise
begründet. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist auf die Erhebung von Kosten
zu verzichten (Art. 278 BStP). Das Gesuch des Beschwerdegegners 2 um
unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 152 OG kann bewilligt werden, da von
seiner Bedürftigkeit auszugehen und diese ausreichend belegt ist (vgl. BGE
125 IV 161 E. 4).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen, das
Urteil des Bundesstrafgerichts vom 8. November 2006 aufgehoben und die Sache
zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Das Gesuch von Y.________ um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

4.
Dem Rechtsvertreter von Y.________, Fürsprecher André Vogelsang, wird für das
bundesgerichtliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 2'043.35 aus der
Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bundesstrafgericht, Strafkammer,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Juni 2007

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied:  Der Gerichtsschreiber: