Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, NB in Strafsachen 6S.9/2007
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6S.9/2007
6P.25/2007 /rom

Urteil vom 17. Mai 2007
Kassationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Zünd, Mathys,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Z. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Walter Rumpf,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Postfach 7475, 3001 Bern,
Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, Postfach 7475, 3001 Bern.

6P.25/2007
Strafverfahren; Willkür,

6S.9/2007
Mord; Strafzumessung; Landesverweisung,

Staatsrechtliche Beschwerde (6P.25/2007) und Nichtigkeitsbeschwerde
(6S.9/2007) gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 1.
Strafkammer, vom 17. November 2006.

Sachverhalt:

A.
Am 20./21. Mai 2002 verübten Y.________, X.________, Z.________ und
A.________ einen bewaffneten Raubüberfall auf den Bordellbetrieb "Salon
B.________" in Bern. Sie gingen auf Grund eines Tipps, den Y.________ auf
Anfrage von einem Bekannten und dessen Ehefrau erhalten hatte, davon aus,
dass im fraglichen Salon viel Geld zu "holen" sei. Die vier nicht maskierten
Angeschuldigten verschafften sich Zugang zum Salon. Im Verlaufe des Überfalls
wurden der Saloninhaber C.________ und dessen Ehefrau D.________ mit jeweils
mehreren Schüssen getötet. In beiden Fällen soll Y.________ der Schütze
gewesen sein.

B.
Das Kreisgericht VIII Bern-Laupen erklärte Z.________ am 4. April 2005
schuldig des qualifizierten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 und 3 StGB. Von der
Anschuldigung des Mordes, eventuell der vorsätzlichen Tötung, an C.________
und D.________ sprach es ihn frei. Das Kreisgericht verurteilte ihn zu einer
Strafe von viereinhalb Jahren Zuchthaus unter Anordnung einer ambulanten
Therapie.

Auf Appellation der Staatsanwaltschaft hin sprach das Obergericht des Kantons
Bern Z.________ am 17. November 2006 schuldig des Mordes an C.________.
Zufolge Teilrechtskraft des erstinstanzlichen Urteils bestätigte es den
Freispruch vom Vorwurf des Mordes resp. eventuell der Tötung an D.________
sowie die Verurteilung wegen qualifizierten Raubs. Das Obergericht bestrafte
Z.________ mit einer Zuchthausstrafe von 12 Jahren, ordnete eine ambulante
Psychotherapie an und verwies ihn für 10 Jahre des Landes.

C.
Dagegen reicht Z.________ staatsrechtliche Beschwerde und eidgenössische
Nichtigkeitsbeschwerde beim Bundesgericht ein. Mit beiden Rechtsmitteln
beantragt er die Aufhebung des angefochtenen Urteils und die Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. Er verlangt ferner die
unentgeltliche Rechtspflege.

D.
Das Obergericht verzichtet auf eine Stellungnahme zu den Beschwerden, die
Staatsanwaltschaft auf Gegenbemerkungen zur Nichtigkeitsbeschwerde.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110)
ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten. Da der angefochtene Entscheid vorher
ergangen ist, richtet sich das Verfahren noch nach OG bzw. BStP (Art. 132
Abs. 1 BGG).

Am 1. Januar 2007 ist auch der revidierte Allgemeine Teil des
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen sind hier aber
noch nicht von Bedeutung, da das Bundesgericht im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde nur prüft, ob das kantonale Gericht das eidgenössische
Recht richtig angewendet hat (Art. 269 Abs. 1 BStP), mithin das Recht,
welches im Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Entscheids noch
gegolten hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3).

I. Staatsrechtliche Beschwerde

2.
Nach Ansicht des Beschwerdeführers ist die Beweiswürdigung bzw. sind die
Sachverhaltsfeststellungen, die das Obergericht im Zusammenhang mit der auch
ihm angelasteten Tötung von C.________ trifft, in verschiedener Hinsicht
aktenwidrig und willkürlich, und sie verletzten daher Art. 9 BV und den
Grundsatz "in dubio pro reo".

2.1 Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht schon vor, wenn eine
andere Lösung vertretbar oder gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht hebt
einen Entscheid vielmehr nur auf, wenn dieser mit der tatsächlichen Situation
in offensichtlichem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen
Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei rechtfertigt sich die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids nur, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig
ist (BGE 131 I 57 E. 2; 129 I 49 E. 4 mit Verweis). Die gerügte Verletzung
der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel hat keine selbständige
Bedeutung neben der Willkürrüge (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2c und d).

2.2 Die Rügen des Beschwerdeführers erschöpfen sich weitestgehend in
unzulässiger appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid (vgl.
Beschwerdeschrift Ziff. 3.1, Ziff. 3.2 zur Kenntnis der Gefährlichkeit und
Gewaltbereitschaft von Y.________, Ziff. 3.3. zur Bewaffnung C.________s,
Ziff. 3.4 zur Abmachung und Vorstellung der Angeschuldigten über die
Anwesenheit von C.________ und dessen Ehefrau im Salon, Ziff. 4.3 zur
Würdigung des Aussageverhaltens des Beschwerdeführers über die Art, Zeit, der
Ort und die Person der Informationsübermittlung hinsichtlich C.________s
Tötung). Darauf ist nicht einzutreten (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; vgl. BGE 127
I 38 E. 3c; 125 I 492 E. 1b mit Hinweisen). Nachfolgend bleibt lediglich auf
zwei Rügen näher einzugehen.

2.3 Das Obergericht kommt im Gegensatz zum Kreisgericht zum Schluss, alle
Angeschuldigten hätten damit rechnen müssen, dass die mitgeführten
Schusswaffen nicht nur zur reinen Bedrohung eingesetzt werden würden, da
keine Vorbereitungen hinsichtlich Fesselung der Opfer oder eigener Maskierung
getroffen worden seien. Dennoch sei die Tötung wohl nicht von vorneherein
abgesprochen worden (angefochtenes Urteil, S. 104 und 108). Der
Beschwerdeführer beanstandet diese Schlussfolgerungen zu Unrecht als
willkürlich. Denn das Obergericht leitet seine Annahmen aus mehreren sachlich
fundierten Indizien ab. Für seine Beweiswürdigung spricht aber insbesondere
der Umstand, dass die von den Angeschuldigten akribisch betriebene
Beschaffung der schallgedämpften Waffe der Annahme eines "gewaltlosen" Raubs
entgegensteht und die mitgeführte Schusswaffe denn auch gezielt und rasch zum
ersten Einsatz kam. Dass und inwiefern die obergerichtliche Beweiswürdigung
vor diesem Hintergrund schlechterdings unhaltbar sein sollte, ist nicht
ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht aufgezeigt,
stellt er der Auffassung des Obergerichts doch lediglich seine eigene
abweichende Sicht der Dinge gegenüber, indem er darlegt, wie die Beweise
richtigerweise zu würdigen gewesen wären. Damit kann Willkür jedoch nicht
begründet werden.

2.4 Der Beschwerdeführer rügt die Feststellung des Obergerichts als
willkürlich, wonach er den Salon erst nach der Erschiessung von C.________
verlassen habe. Das Obergericht gelangt zur beanstandeten Annahme
insbesondere aufgrund einer Gesamtwürdigung der Aussagen der Angeschuldigten,
namentlich derjenigen von X.________, und zieht in seine Beurteilung auch die
Auswertung der Mobiltelefondaten des Beschwerdeführers sowie die Aussagen des
unbeteiligten Zeugen E.________ mit ein. Das Obergericht übersieht dabei
nicht, dass der Beschwerdeführer immer bestritten hat, die Schussabgabe auf
C.________ mitverfolgt zu haben. Ebenso wenig verkennt es, dass die Aussagen
X.________s hierzu nicht vollkommen einheitlich sind, begründet aber die
Abweichungen bzw. Relativierungen in dessen Aussageverhalten anlässlich der
Hauptverhandlung nachvollziehbar mit der Anwesenheit des ihm nahestehenden
Beschwerdeführers. Diese Beweiswürdigung ist nicht willkürlich.

3.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Rüge der willkürlichen Beweiswürdigung
unbegründet ist, soweit sie überhaupt rechtsgenüglich vorgebracht ist. Die
staatsrechtliche Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann.

II. Eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde

4.
Die Vorinstanz verurteilte den Beschwerdeführer wegen in Mittäterschaft
begangenen, eventualvorsätzlichen Mordes an C.________. Dagegen richtet sich
der Beschwerdeführer mit der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde. Im
Tatgeschehen stehe er nicht als Mittäter, sondern allenfalls als Gehilfe da.
Er habe ohne Tötungsvorsatz gehandelt; den Exzess von Y.________ müsse er
sich nicht anrechnen lassen. Schliesslich erfülle er auch die
Qualifikationsmerkmale des Mordes nicht.

4.1 Der Verurteilung wegen Mordes liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt
zugrunde:

Y.________ konnte X.________ und den Beschwerdeführer von seinem Vorhaben,
den Salon "B.________" in Bern zu überfallen, überzeugen und sie als Mittäter
gewinnen. Sie alle gingen von einer reichen Beute aus. Unter der Federführung
von Y.________ erwarben sie zu diesem Zwecke gemeinsam eine Waffe mit
Schalldämpfer. Der Beschwerdeführer kundschaftete den Salon im Vorfeld der
Tat aus und teilte seine Erkenntnisse Y.________ und X.________ mit. Erst am
Tattag, d.h. am 20. Mai 2002, wurde A.________ zur Deliktsdurchführung
beigezogen. Die vier Angeschuldigten studierten gemeinsam die von Y.________
angefertigte Tatortskizze und besprachen ihr Vorgehen bzw. den Tatablauf.
Danach sollte A.________ als Erster den Salon betreten und bei Anwesenheit
von C.________ und D.________ die anderen Beteiligten einlassen.

Die Angeschuldigten begaben sich zum Tatort. Sie sassen einige Zeit in einem
Restaurant unter den Lauben, um den Eingangsbereich des Salons zu beobachten.
Sie waren sich darüber im Klaren, dass der Raubüberfall mit scharfer
Bewaffnung durchgeführt werden sollte, und wussten, dass der ihnen als
gefährlich und gewaltbereit bekannte Y.________ die geladene Schusswaffe mit
Schalldämpfer dabei hatte und A.________ ebenfalls bewaffnet war. Nachdem
A.________ als vermeintlicher Freier um circa 19.30 Uhr von D.________
eingelassen wurde, verschaffte er den anderen Angeschuldigten Zugang zum
Salon, obschon C.________ zu diesem Zeitpunkt nicht dort war. A.________
bedrohte zunächst D.________ und hielt dann auch dem hinzugekommenen
C.________ die durchgeladene Pistole aus nächster Nähe gegen den Kopf. Im
Laufe des sich zwischen ihnen entwickelnden Handgemenges fiel ihm die Waffe
zu Boden. Daraufhin erschoss Y.________ C.________ mit zehn Schüssen. Nach
der Schussabgabe, bei der alle anwesend waren, begab sich der
Beschwerdeführer nach draussen, um Ausschau zu halten; er blieb in ständigem
Telefonkontakt mit Y.________. Die am Tatort verbliebenen Angeschuldigten
durchsuchten währenddessen die Leiche C.________s, den Salon und die
darübergelegene Wohnung des Ehepaars nach Wertsachen, wobei X.________
D.________ bewachte. Vor dem endgültigen Verlassen des Tatorts und dem
Abtransport des aus der Wand herausgebrochenen Tresors mit dem Auto des
Beschwerdeführers tötete Y.________ die Frau mit neun Schüssen.

4.2 Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung
oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit
anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei
kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles
und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie
mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille
allein genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht. Daraus folgt aber
nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt
ist oder sie zu beeinflussen vermag. Mittäterschaft setzt unter anderem einen
gemeinsamen Tatentschluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet
werden muss; es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist
nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt,
sondern es reicht aus, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu
eigen macht. Wenn die Rechtsprechung angenommen hat, Mittäterschaft könne
auch darin liegen, dass einer der Teilnehmer massgeblich bei der
Entschliessung oder Planung des Deliktes mitgewirkt hat, so darf daraus nicht
geschlossen werden, Mittäterschaft sei ausschliesslich möglich, wenn die Tat
im voraus geplant und aufgrund eines vorher gefassten gemeinsamen
Tatentschlusses ausgeführt wurde (BGE 126 IV 84 E. 2c/aa; 125 IV 134 E. 3;
118 IV 227 E. 5d/aa, 397 E. 2b, je mit Hinweisen). Erscheint die Tat als
Ausdruck eines gemeinsamen Willens und Handelns, ist jeder der Mittäter für
das Ganze verantwortlich (BGE 120 IV 17 E. 2d, mit Hinweis). In subjektiver
Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz (Art. 18 Abs. 2 StGB) voraus.

4.3 Wenn die Vorinstanz gestützt auf den von ihr verbindlich festgestellten
Sachverhalt annimmt, der Beschwerdeführer sei Mittäter hin-sichtlich der
Tötung an C.________, verletzt sie kein Bundesrecht. Der Beschwerdeführer
machte sich den Entschluss Y.________s zu eigen, den fraglichen Salon zu
überfallen, bereitete das Delikt mit vor und war insbesondere bei der
Beschaffung der schallgedämpften Waffe massgeblich beteiligt. Damit hat er
die Möglichkeit eines Schusswaffeneinsatzes in seine Planung aufgenommen.
Nach der Schussabgabe auf C.________ gestaltete er das weitere Tatgeschehen
laufend mit, indem er sich nach draussen begab, um dort während Stunden
Ausschau zu halten bzw. aufzupassen, und er schliesslich den Abtransport des
Tresors übernahm. Mit seiner Tatbeteiligung, die sich als Teil und in
Ergänzung zu den Beiträgen der anderen Angeschuldigten in die
gemeinschaftliche Tat einfügt, ist der Beschwerdeführer in das "Projekt"
Y.________s eingestiegen. Er hat in arbeitsteiligem Zusammenwirken einen
massgeblichen Einfluss auf das konkrete Tatgeschehen ausgeübt. Aufgrund
seiner mitgestaltenden Rolle steht der Beschwerdeführer deshalb als
Hauptbeteiligter bzw. als gleichberechtigter Partner und nicht nur als
Gehilfe bei der Tatbestandsverwirklichung da.

4.4 Ebenso wenig verletzt die Vorinstanz Bundesrecht, wenn sie annimmt, der
Beschwerdeführer habe als Mittäter in Bezug auf die Tötung von C.________
eventualvorsätzlich gehandelt.

Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sogenannte innere
Tatsachen, ist damit Tatfrage (BGE 130 IV 58 E. 8.5; 125 IV 242 E. 3c; 119 IV
1 E. 5a) und kann daher im Verfahren der eidgenössischen
Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Entscheidung gestellt werden. Soweit sich
der Beschwerdeführer über den von der Vorinstanz festgestellten inneren
Sachverhalt hinwegsetzt, ist auf sein Rechtsmittel nicht einzutreten (Art.
273 Abs. 1 lit. b; Art. 277bis Abs. 1 BStP). Im Übrigen erweist sich die
Rüge, er habe nicht eventualvorsätzlich gehandelt, als unbegründet. Für den
Nachweis des Vorsatzes kann sich der Richter - jedenfalls soweit der Täter
nicht geständig ist - regelmässig nur auf Indizien und Erfahrungsregeln
stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere
Einstellung des Täters erlauben. Nach der Rechtsprechung darf der Richter
jedenfalls vom Wissen des Täters auf seinen Willen schliessen, wenn sich dem
Täter die Risikoverwirklichung als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die
Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als
Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (zur Publikation bestimmtes
Urteil vom 21. Januar 2007, 6S. 280/2006 E. 4.1; BGE 130 IV 58 E. 8.4, mit
Hinweisen).

Wie die Vorinstanz verbindlich feststellt, hat der Beschwerdeführer um die
Gefährlichkeit und Gewaltbereitschaft von Y.________ gewusst, der sich
bereits früher Delikte gegen die körperliche Integrität hat zu Schulden
kommen lassen. Trotzdem schloss er sich bedenkenlos dem Vorhaben an,
gemeinsam einen bewaffneten Raubüberfall zu begehen. Weiter war sich der
Beschwerdeführer bewusst, dass Y.________ die eigens zu diesem Zwecke
gemeinsam beschaffte Schusswaffe mit Schalldämpfer und scharfer Munition am
Tattag mit sich führte, und sich auch A.________ entsprechend bewaffnet
hatte. Unter diesen Umständen musste der Beschwerdeführer von Anfang an damit
rechnen, dass die Schusswaffen nicht bloss zu Bedrohungszwecken mitgeführt,
sondern tatsächlich bis hin zur Tötung eingesetzt werden würden, zumal die
Angeschuldigten auch keinerlei Vorkehrungen zur Verhinderung einer späteren
Identifizierung durch die Opfer getroffen hatten. Insgesamt kann daher sein
Verhalten vernünftigerweise nur als Billigung und damit als Inkaufnahme des
entsprechenden Erfolgs ausgelegt werden. Ein über das gemeinsame Wollen
hinausgehender Exzess Y.________s scheidet mithin aus. Daran ändert nichts,
dass dem Beschwerdeführer der Erfolgseintritt - der Tod C.________s -
unerwünscht gewesen sein mag. Denn der Eventualvorsatz setzt nicht voraus,
dass der Täter mit dem Erfolg innerlich einverstanden ist (BGE 92 IV 65 E.
4a).

4.5 Schliesslich ist auch die Qualifikation der Tötung C.________s als Mord
im Sinne von Art. 112 StGB nicht zu beanstanden. Gemäss Art. 26 StGB sind
besondere persönliche Verhältnisse, Eigenschaften und Umstände, die die
Strafbarkeit erhöhen, vermindern oder ausschliessen, bei dem Täter, Anstifter
oder Gehilfen zu berücksichtigen, bei dem sie vorliegen. Bei der Tötung eines
Menschen ist also nur derjenige Beteiligte nach Art. 112 StGB zu bestrafen,
der dabei besonders skrupellos handelt (BGE 120 IV 265 E. 3a). Vorliegend
geht es um einen klassischen Fall eines Raubmords. Das Opfer C.________ ist
auch seitens des Beschwerdeführers aus niederen, rein egoistischen
finanziellen Beweggründen getötet worden. Dies genügt zur Bejahung der
Qualifikation der besonderen Skrupellosigkeit (BGE 127 IV 10 E. 1 a mit
Hinweisen; 115 IV 187 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6S. 394/2006
vom 1. März 2007 E. 4.3). Der Schuldspruch der Vorinstanz wegen Mordes hält
mithin vor Bundesrecht stand.

5.
Eventualiter wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Strafzumessung.
Soweit er dabei die vorinstanzliche Würdigung des psychiatrischen Gutachtens
zur Frage seiner Zurechnungsfähigkeit kritisiert, ist auf seine Beschwerde
nicht einzutreten. Denn ob das Gericht die in einem psychiatrischen Gutachten
enthaltenen Ausführungen für über-zeugend hält oder nicht, und ob es
dementsprechend den Schlussfol-gerungen des Experten hinsichtlich der
tatsächlichen Voraussetzungen der Zurechnungsfähigkeit folgen oder
gegebenenfalls eine Oberexpertise anordnen soll, ist nach ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichtes eine Frage der Beweiswürdigung, die nicht
mit der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde, sondern nur mit der
staatsrechtlichen Beschwerde zur Diskussion gestellt werden kann (BGE 106 IV
97 E. 2, 236 E. 2a, je mit Hinweisen).

5.1 Das Bundesgericht hat in mehreren jüngeren Entscheiden die Grundsätze der
Strafzumessung und die an sie gestellten Anforderungen zusammengefasst (BGE
129 IV 6 E. 6.1 S. 20 f.; 127 IV 101 E. 2; 124 IV 286 E. 4a S. 295; 123 IV 49
E. 2a, je mit Hinweisen). Darauf ist zu verweisen.

5.2 Die Vorinstanz geht bei der Bemessung der Strafe von Mord (Art. 112 StGB)
als schwerste Tat aus. Das Verschulden beurteilt sie nach einer
Gesamtwürdigung aller strafzumessungsrelevanten Faktoren als schwer (Raub)
bzw. mittelschwer (Mord). Die Tatkomponente wirke sich nach Berücksichtigung
des Doppelverwertungsverbots mittelschwer belastend aus. Der Beschwerdeführer
habe die ihm anzulastenden Delikte aus reiner Geldgier begangen. Ein Ausstieg
wäre ihm möglich gewesen. Die Täterkomponente beurteilt die Vorinstanz
insgesamt als neutral. Sie berücksichtigt dabei - teilweise unter Verweis auf
das erstinstanzliche Urteil - die Flüchtlingsbiographie des
Beschwerdeführers, seine Familienverhältnisse, sein kooperatives Verhalten
während des Strafverfahrens, seine Reue und Einsicht, die SVG-Vor-strafen,
sein Verhalten im vorzeitigen Strafvollzug, welches seit dem neueren
Führungsbericht vom 3. Oktober 2006 weniger günstig laute, sowie die Tat- und
Deliktsmehrheit nach Art. 68 Ziff. 1 StGB. Eine verminderte
Zurechnungsfähigkeit billigt sie dem Beschwerdeführer nicht zu. Im Ergebnis
erachtet sie eine Zuchthausstrafe von 12 Jahren für schuldangemessen.

5.3 Die Vorinstanz setzt sich in ihren Erwägungen zur Strafzumessung mit den
wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und würdigt sämtliche
Zumessungsgründe bundesrechtskonform. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht
massgeblichen Gesichtspunkten hätte leiten lassen oder wesentlichen
Gesichtspunkten nicht Rechnung getragen hätte, ist nicht ersichtlich.
Namentlich würdigt sie auch die täterbezogenen Elemente in Abwägung der
positiven und negativen Aspekte und gelangt - im Unterschied zur ersten
Instanz - zum Schluss, dass sich die Täterkomponente nicht zu Gunsten des
Beschwerdeführers auswirkt, sondern insgesamt neutral zu gewichten ist. Sie
weist dabei insbesondere auf die neuere, eher ungünstige Entwicklung des
Beschwerdeführers im vorzeitigen Strafvollzug hin. Diese Beurteilung der
Vorinstanz ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer
bringt dagegen keine triftigen Einwände vor; er verkennt bei seiner Kritik,
dass die Vorinstanz weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht an
erstinstanzliche Einschätzungen gebunden ist. Unbehelflich ist auch sein
Einwand, er sei im Verhältnis zu den Mitangeschuldigten, insbesondere zu
X.________, mit einer übersetzten Strafe belegt worden. Wie sich aus dem
angefochtenen Entscheid ergibt, hat die Vorinstanz auf eine Kohärenz der
Strafen unter den Mitangeschuldigten geachtet. Soweit ungleich, hat sie die
Strafzumessung der drei Fälle nach Massgabe ihrer Ungleichheit vorgenommen
und sich dabei ausschliesslich auf täter- und tatangemessene Gesichtspunkte
gestützt. Das im Vergleich zu den Mittätern geringere Verschulden des
Beschwerdeführers hat sich denn auch ausreichend auf das Strafmass
niedergeschlagen. Eine rechtsungleiche Anwendung von Bundesrecht ist mithin
nicht ersichtlich.

Nach dem Gesagten verstösst die vorinstanzliche Strafzumessung nicht gegen
die Grundsätze von Art. 63 StGB. Die Vorinstanz hat die massgeblichen
Gesichtspunkte berücksichtigt und das Strafmass nachvollziehbar begründet.
Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt als unbegründet abzuweisen.

6.
Der Beschwerdeführer wendet sich schliesslich gegen die verhängte
Landesverweisung von 10 Jahren.

6.1 Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde setzt, wie jedes andere
Rechtsmittel, ein aktuelles Rechtsschutzinteresse voraus (BGE 128 IV 34 E. 1b
mit Hinweisen).

Seit dem 1. Januar 2007 figuriert die Landesverweisung nicht mehr als
strafrechtliche Sanktion unter den gesetzlich vorgesehenen Massnahmen und
Strafen und sind die nach bisherigem Recht auf Grund eines Strafurteils
ausgesprochenen Landesverweisungen (Art. 55 StGB) mit Inkrafttreten des neuen
Rechts aufgehoben (vgl. Ziff. 1 Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderung
vom 13. Dezember 2002; AS 2006, 3535; vgl. Botschaft BBl 1999, 2185). Trotz
ihrem Dahinfallen per 1. Januar 2007 bleiben die unter altem Recht
ausgesprochenen Landesverweisungen im Strafregister eingetragen (vgl. Ziff. 3
Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 13. Dezember 2002 e
contrario; Art. 4 Abs. 1 lit. b der Verordnung über das Strafregister vom 29.
September 2006; Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über das automatisierte
Strafregister vom 1. Dezember 1999), in das verschiedene kantonale und
eidgenössische Justiz- und Verwaltungsbehörden zur Erfüllung ihrer Aufgaben
Einsicht nehmen können (Art. 365 Abs. 2 und Art. 367 Abs. 2 nStGB; Art. 21
der Verordnung über das Strafregister vom 29. September 2006). Bei dieser
Sachlage ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein
rechtlich geschütztes Interesse an der Beurteilung seiner Rüge betreffend der
angeordneten Landesverweisung beibehält (so auch Urteil des Kassationshofs
vom 6. März 2007 6S.16/2007 E. 4.1; anders noch Urteil vom 1. Februar 2007
6S.547/2006 E. 2).

6.2 Gemäss Art. 55 Abs. 1 Satz 1 StGB kann der Richter den Ausländer, der zu
Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt wird, für 3 bis 15 Jahre aus dem Gebiete
der Schweiz verweisen. Auch ein Flüchtling kann des Landes verwiesen werden
(Art. 44 Abs. 1 AsylG). Das Bundesgericht hat die Voraussetzungen der
Anordnung einer Landesverweisung hierfür und die Anforderungen an die
Begründung wiederholt dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (vgl. nur BGE
123 IV 107 E. 1; 121 IV 3 E. 1a, je mit Hinweisen; Urteil vom 7. Februar
2003, 6S.412/2002 E. 3.2).
6.3 Der am 24. Oktober 1976 in Vietnam geborene Beschwerdeführer hat sich des
Mordes im Sinne von Art. 112 StGB und des qualifizierten Raubs im Sinne von
Art. 140 Ziff. 1 und 3 StGB schuldig gemacht. Er lebt seit dem Jahre 1991 als
anerkannter Flüchtling in der Schweiz. Seine Familie befindet sich ebenfalls
hier.

Die Vorinstanz begründet die ausgesprochene Nebenstrafe in Anbetracht der ihm
angelasteten Straftaten mit dem Sicherheitsbedürfnis der Schweiz. Sie
berücksichtigt dabei, dass er nur noch geringen Kontakt zu seiner hier
lebenden Familie hat, noch Bindungen zum Ursprungsland Vietnam pflegt und
seine selbständige Erwerbstätigkeit gescheitert ist. Sie hält eine
Landesverweisung von 10 Jahren für schuldangemessen.

6.4 Die Vorinstanz hat die Landesverweisung und deren Dauer unter
zutreffender Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts wenn auch
knapp so doch nachvollziehbar unter Einbezug aller wesentlichen Aspekte
begründet. Nicht zu beanstanden ist insbesondere die vorgenommene
Interessensabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Verhütung
weiterer Delikte und dem privaten Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib
in der Schweiz unter Berücksichtigung seines Flüchtlingsstatus sowie des
Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Angesichts der sehr
schweren Anlasstaten (Mord und qualifizierter Raub) durfte die Vorinstanz in
Abwägung der auf dem Spiele stehenden Interessen, ohne Bundesrecht zu
verletzen, auf ein überwiegendes Sicherungsbedürfnis der Schweiz schliessen
und eine unbedingte Landesverweisung anordnen. Auf die Erwägungen im
angefochtenen Urteil kann verwiesen werden.

7.
Die Nichtigkeitsbeschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann.

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde ist gutzuheissen. Da die erste Instanz den
Beschwer-deführer - im Gegensatz zur Vorinstanz - von der Anschuldigung des
Mordes bzw. eventualiter der Tötung freigesprochen hatte, und es um eine hohe
Strafe geht, hatte er hinreichend Anlass zur Beschwerdeführung. Seine
finanzielle Bedürftigkeit ist ausgewiesen. Es sind daher im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde keine Kosten zu erheben, und der Vertreter des
Beschwerdeführers ist aus der Bundesgerichtskasse zu entschädigen.
Demgegenüber ist das entsprechende Gesuch im Verfahren der staatsrechtlichen
Beschwerde wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen. Der Beschwerdeführer hat
daher insoweit die bun-desgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1
OG). Seiner finanziellen Lage ist mit einer herabgesetzten Gerichtsgebühr
Rechnung zu tragen (Art. 153a Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf
einzutreten ist.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren der staatsrechtlichen
Beschwerde wird abgewiesen.

4.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren der
Nichtigkeitsbeschwerde wird gutgeheissen.

5.
Dem Beschwerdeführer wird im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde eine
Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- auferlegt.

6.
Dem Vertreter des Beschwerdeführers, Fürsprecher Walter Rumpf, wird für das
Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde eine Entschädigung von
Fr. 2'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

7.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Generalprokurator des Kantons
Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 17. Mai 2007

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Die Gerichtsschreiberin: