Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.103/2007
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8C_103/2007

Urteil vom 17. August 2007

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger,
nebenamtlicher Richter Maeschi,
Gerichtsschreiber Lanz.

N. ________, 1960, Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Storchenegger, Rorschacher Strasse 107,
9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen
vom 6. Februar 2007.

Sachverhalt:

A.
N. ________, geboren 1960, war bei der Q.________ AG als Lastwagenchauffeur
angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) für
die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten
versichert. Am 4. Dezember 2004 erlitt er als Lenker seines Personenwagens
einen Verkehrsunfall (frontale Kollision mit einem entgegenkommenden, auf die
Gegenfahrbahn geratenen Personenwagen). Dabei zog er sich laut Bericht des
Spitals X.________ vom 13. Dezember 2004 eine Distorsion der Halswirbelsäule
(HWS) und der Brustwirbelsäule (BWS), eine Thoraxkontusion sowie ein
Knalltrauma zu. Die neurologischen und röntgenologischen Befunde waren
unauffällig und der Versicherte konnte am 14. Dezember 2004 in gutem
Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden. SUVA-Kreisarzt Dr. med.
B.________ bestätigte am 21. Januar 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit bis
31. Januar 2005 und erachtete den Versicherten für die Zeit vom 1. -
9. Februar 2005 als zu 50 % und anschliessend wieder als voll arbeitsfähig.
Zu einer Wiederaufnahme der Arbeit kam es indessen nicht. Der Versicherte
klagte über Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schlaf-, Konzentrations- und
Angststörungen. Die SUVA ordnete eine neurologische Untersuchung durch Dr.
med. E.________, Leitender Arzt Neurologie, Klinik Y.________, an, welcher am
1. März 2005 berichtete, der Versicherte leide an anhaltenden
zervikozephalen, thorakovertebralen und zeitweise auch lumbalen Schmerzen.
Der Neurostatus sei unauffällig. Es bestünden deutliche Zeichen einer
Chronifizierung mit Symptomausweitung. Zudem bestehe möglicherweise eine
posttraumatische Belastungsstörung. Vom 6. April - 18. Mai 2005 hielt sich
N.________ zur Abklärung und Behandlung in der Rehaklinik Z.________ auf. Im
Austrittsbericht dieser Klinik vom 3. Juni 2005 wurden die Diagnosen eines
zerviko-okzipitalen Schmerzsyndroms linksbetont und eines
thorako-lumbovertebralen, intermittierend spondylogenen Schmerzsyndroms
rechtsbetont gestellt; in psychiatrischer Hinsicht wurden ein ausgeprägtes
Krankheitsverhalten mit Verdeutlichungstendenz und Zeichen einer erheblichen
Somatisierungstendenz festgestellt. Zur Arbeitsfähigkeit führten die
untersuchenden Ärzte aus, der Versicherte sollte als Lastwagenchauffeur nicht
mehr eingesetzt werden, weil er sich nicht berufsfähig fühle;
medizinisch-theoretisch seien ihm leichte bis mittelschwere wechselbelastende
Tätigkeiten ohne wiederholte Arbeiten über Kopf oder in Zwangspositionen des
Kopfes sowie ohne Erschütterungen oder Vibrationen ganztags zumutbar. Nach
einer weiteren kreisärztlichen Untersuchung vom 7. Juli 2005 erliess die SUVA
am 21. Juli 2005 eine Verfügung, mit der sie die Leistungen mangels
Unfallkausalität der geklagten Beschwerden per 1. September 2005 einstellte.
Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 31. Januar 2006 fest.

B.
Die dagegen erhobene Beschwerde, mit welcher N.________ die Aufhebung des
Einspracheentscheids und die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen über den
31. August 2005 hinaus beantragen liess, wies das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 6. Februar 2007 ab.

C.
N.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim
Bundesgericht erheben, sinngemäss mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des
angefochtenen Entscheids und des Einspracheentscheids vom 31. Januar 2006 sei
die SUVA zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen (Taggeld, Rente)
über den 31. August 2005 hinaus zu gewähren.
Die SUVA beantragt Abweisung der Beschwerde, ohne sich weiter zur Sache zu
äussern. Das Bundesamt für Gesundheit verzichtet auf Vernehmlassung.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Weil der angefochtene Entscheid nach dem Datum des Inkrafttretens des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110), dem 1. Januar 2007
(AS 2006 1242), ergangen ist, untersteht die Beschwerde dem neuen Recht
(Art. 132 Abs. 1 BGG; vgl. auch BGE 132 V 393 ff.).

2.
Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung für den Anspruch
auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG)
geltenden Voraussetzungen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177
E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei Schleudertraumen und
schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359 ff.; RKUV 2000
Nr. U 395 S. 317 E. 3, U 160/98; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67), zutreffend
dargelegt. Darauf wird verwiesen.

3.
Streitig und zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer im Zeitpunkt der von
der SUVA verfügten Einstellung der Leistungen per 1. September 2005 geklagten
Beschwerden noch in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang mit dem
versicherten Unfall standen.

3.1 Beim Unfall vom 4. Dezember 2004 handelte es sich um eine frontale
Kollision mit einem entgegenkommenden, auf die Gegenfahrbahn geratenen
Personenwagen. Dabei hat der Beschwerdeführer kein eigentliches
Schleudertrauma (Peitschenhiebverletzung, Whiplash-injury), u.a. jedoch eine
Distorsion der HWS erlitten. Fraglich ist, ob diese im Sinne der
Rechtsprechung als schleudertraumaähnliche Verletzung der HWS zu
qualifizieren ist. Diesbezüglich geht aus den Akten hervor, dass das typische
Beschwerdebild nach solchen Verletzungen (BGE 117 V 359 E. 4b S. 360) im
Anschluss an den Unfall höchstens teilweise vorhanden war. Im Bericht des
Spitals X.________ vom 13. Dezember 2004 und dem Arztzeugnis UVG dieses
Spitals vom 20. Dezember 2004 werden diskrete Beschwerden bei freier
Beweglichkeit der HWS genannt. Röntgenologische und neurologische
Untersuchungen ergaben unauffällige Befunde. Im "Erhebungsblatt für die
Abklärung von HWS-Fällen" vom 4. Januar 2005 erwähnte der Versicherte neben
Thorax- und Rückenbeschwerden auch Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen,
wobei er angab, die Beschwerden seien unmittelbar nach dem Unfall
aufgetreten. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Januar 2005
waren die Beschwerden deutlich zurückgegangen; der Versicherte klagte
indessen noch über einen Dauerschmerz im Bereich des Nackens und des
Hinterhauptes rechts mit Ausstrahlungen bis in die Kreuzregion bei Ermüdung.
Am 16. März 2005 gab er an, er leide an dauernden Rückenschmerzen,
insbesondere im Nacken und im mittleren Rückenbereich, bei längerem Sitzen
auch an der unteren Wirbelsäule, zudem an Kopfschmerzen, welche vom Nacken
her bis in die Stirne ausstrahlten; sowohl die Kopf- als auch die
Rückenschmerzen verstärkten sich bei körperlichen Anstrengungen. Ähnliche
Angaben machte er während der stationären Abklärung und Behandlung in der
Rehaklinik Z.________. Im Austrittsbericht dieser Klinik vom 3. Juni 2005
wird ausgeführt, bis auf eine subjektive Restschmerzsymptomatik im Nacken-
und Hinterkopfbereich sowie thorako-lumbal seien keine direkten Unfallfolgen
mehr feststellbar. Hinweise auf andere zum typischen Beschwerdebild nach
Schleudertraumen oder schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS gehörende
Symptome lassen sich den Akten nicht entnehmen. Insgesamt ist daher fraglich,
ob der Versicherte beim Unfall vom 4. Dezember 2004 eine
schleudertraumaähnliche Verletzung der HWS erlitten hat. Wie es sich damit
verhält, kann indessen offen bleiben, wie sich aus dem Folgenden ergibt.

3.2 Im Erhebungsblatt vom 4. Januar 2005 gab der Versicherte auch einen
Kopfanprall an und stellte fest, die Nase habe geblutet; des Weiteren
erwähnte er einen kurzen Bewusstseinsverlust. In der Beschwerde wird daraus
auf eine mögliche hirnorganische Schädigung geschlossen und die Anordnung
einer neuropsychologischen Untersuchung beantragt. Dazu besteht indessen kein
Anlass. Abgesehen davon, dass im Personenwagen des Beschwerdeführers beim
Zusammenstoss der Airbag ausgelöst wurde, womit der Kopfanprall gemildert
wurde, wird in keinem der in den Akten enthaltenen Arztberichte eine Commotio
cerebri auch nur in Betracht gezogen. Es wurden seitens der untersuchenden
Ärzte denn auch keine Anzeichen für abklärungsbedürftige neuropsychologische
Funktionsstörungen festgestellt. Ohne dass es weiterer Abklärungen bedürfte,
ist das Vorliegen eines relevanten Schädel-Hirntraumas (BGE 117 V 369 ff.)
daher zu verneinen.

3.3 Bereits im Bericht des Neurologen Dr. med. E.________ vom 1. März 2005
wurden deutliche Zeichen einer Chronifizierung der Beschwerden sowie eine
Tendenz zur Symptomausweitung festgestellt. Im Hinblick auf die vom
Versicherten angegebenen Symptome (Albträume, Flash-backs) wurde eine
posttraumatische Belastungsstörung in Betracht gezogen und eine stationäre
Abklärung in einer somatisch-psychosomatisch orientierten Klinik empfohlen.
Das im Rahmen der stationären Abklärung und Behandlung in der Rehaklinik
Z.________ erfolgte psychosomatische Konsilium durch Dr. med. K.________,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. April 2005 führte
zur Diagnose: "auffälliges, abnormes, ausgeprägtes Krankheitsverhalten mit
Verdeutlichungstendenz; Eindruck einer starken Somatisierungstendenz (ICD-10
F45.1)". Im Vordergrund stehe ein hochauffälliges abnormes
Krankheitsverhalten. Ein eigentliches depressives Syndrom lasse sich nicht
abgrenzen oder identifizieren. Auch sei die Befundlage unzureichend, um das
Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung zu diagnostizieren. Das
aktuelle Bild sei vor allem durch das abnorme Krankheitsverhalten und die
Verdeutlichungstendenz geprägt. Ferner bestehe in ausgeprägtem Ausmass eine
Selbstlimitierung (Bericht vom 14. April 2005). Den Akten ist des Weiteren zu
entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer am 14. Dezember 2005 an die
Fachstelle C._________ für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie gewendet hat,
und auf deren Einweisung hin vom 30. November - 21. Dezember 2005 auf der
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtbehandlung A.________
hospitalisiert war. Im Austrittsbericht der Klinik vom 21. Dezember 2005
wurden aus psychiatrischer Sicht die Hauptdiagnose einer schweren depressiven
Episode mit psychotischen Symptomen und Suizidalität (ICD-10 F32.3) und die
Nebendiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
gestellt. Die Nebendiagnose wurde nach einer weiteren stationären Behandlung
vom 13. Februar - 10. März 2006 insofern relativiert, als lediglich noch der
Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung geäussert wurde. Das
Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung kann daher nicht als
überwiegend wahrscheinlich betrachtet werden. Dagegen sprechen auch die
diagnostischen Leitlinien der ICD-10. Danach soll eine solche Störung nur
diagnostiziert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach einem
traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist.
Eine "wahrscheinliche" Diagnose kann allerdings auch dann gestellt werden,
wenn der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Störung mehr als
sechs Monate beträgt, sofern die klinischen Merkmale typisch sind und keine
andere Diagnose (wie Angst- oder Zwangsstörung oder depressive Episode)
gestellt werden kann (Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.],
Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Richtlinien, 5. Aufl.
S. 170). Im Lichte dieser Richtlinien und angesichts der als Hauptdiagnose
festgestellten schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen
(ICD-10 F32.3) ist in der Tat fraglich, ob die von der Klinik A.________
anfänglich gestellte Nebendiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
zutreffend war, was die nachträgliche Relativierung der Diagnose zu erklären
vermag. Ungeachtet der Diagnose, welche keiner weiteren Abklärungen bedarf,
lagen im Zeitpunkt der Leistungseinstellung indessen psychische
Beeinträchtigungen vor, welche zumindest im Sinne einer Teilkausalität auf
den Unfall zurückzuführen sind, was zur Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs genügt (BGE 119 V 335 E. 1 S. 338 mit Hinweis).

4.
4.1 Nachdem schon die im Anschluss an den Unfall durchgeführten neurologischen
und röntgenologischen Untersuchungen unauffällige Befunde gezeigt hatten,
fanden auch die Ärzte der Rehaklinik Z.________ kein organisches Substrat für
die geltend gemachten Beschwerden und schlossen auf eine subjektive
Restschmerzsymptomatik im Nacken- und Hinterkopfbereich sowie thorako-lumbal,
wobei psychische Faktoren im Vordergrund standen. Diese Beurteilung wurde
durch den späteren Verlauf und die ab Dezember 2005 erforderlich gewordene
psychiatrische Behandlung bestätigt. Weil im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung keine nachweisbaren organischen Unfallfolgen mehr
vorlagen, haben SUVA und Vorinstanz zu Recht eine spezifische Adäquanzprüfung
vorgenommen. Sie sind dabei zutreffend davon ausgegangen, dass allenfalls
noch vorhandene, zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas oder
einer schleudertraumaähnlichen Verletzung gehörende Beeinträchtigungen
gegenüber den schon kurz nach dem Unfall aufgetretenen psychischen Störungen
eindeutig in den Hintergrund getreten sind und im Verlauf der ganzen
Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt nur eine sehr
untergeordnete Rolle gespielt haben. Davon geht auch der Beschwerdeführer
aus, wenn er geltend macht, die psychische Überlagerung habe bereits früh und
nicht erst ab September 2005 begonnen. Bei der Adäquanzprüfung sind daher
nicht die für Schleudertraumen oder schleudertraumaähnliche Verletzungen (BGE
117 V 359 ff.), sondern die für psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.)
geltenden Regeln anwendbar (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 2002 Nr. U 465
S. 437, U 164/01).

4.2 Beim Unfall vom 4. Dezember 2004 handelte es sich um eine frontale
Kollision innerorts. Seinen Angaben zufolge war der Beschwerdeführer in
seinem Personenwagen (Mercedes C 180, 1996) mit einer Geschwindigkeit von 40
- 50 km/h unterwegs, als ihm der Unfallverursacher auf der falschen
Verkehrsspur entgegenfuhr. Weil ein Unfall unausweichlich schien, bremste er
sein Fahrzeug voll ab und stand praktisch still, als es zur Kollision kam.
Über die mutmassliche Geschwindigkeit des vom (alkoholisierten)
Unfallverursacher gesteuerten Personenwagens (Audi 100, 1993) enthalten die
Polizeiakten keine Angaben. Bremsspuren konnten nicht festgestellt werden.
Nach Meinung des Beschwerdeführers stiess der Personenwagen des
Unfallverursachers ungebremst in sein Fahrzeug. Beide Fahrzeuge wurden stark
beschädigt (versicherungstechnisch Totalschaden). Der Beschwerdeführer zog
sich eine HWS- und BWS-Distorsion, eine Thoraxkontusion sowie ein Knalltrauma
zu, die mitfahrende Ehefrau eine Commotio cerebri, eine Thoraxkontusion, ein
stumpfes Abdominaltrauma, eine Ober- und Unterschenkelkontusion rechts sowie
ein Knalltrauma. Der Beschwerdeführer war bis zum 14. Dezember 2004, die
Ehefrau bis zum 20. Dezember 2004 hospitalisiert; beide wurden in gutem
Allgemeinzustand nach Hause entlassen. Der Unfallverursacher blieb praktisch
unverletzt. Aufgrund des Unfallhergangs, der Fahrzeugschäden und der
erlittenen Verletzungen ist der Unfall mit der Vorinstanz als mittelschwer zu
qualifizieren. Ein schwerer Unfall liegt nicht vor, was auch vom
Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Ob allenfalls ein mittelschwerer
Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen anzunehmen ist, kann nach den
zutreffenden Erwägungen im kantonalen Entscheid offen bleiben, weil die
Adäquanz selbst in diesem Fall zu verneinen wäre, wie nachfolgend darzulegen
ist. Eines unfallanalytischen oder biomechanischen Gutachtens zur Beurteilung
der Unfallschwere (vgl. hiezu RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 ff., U 193/01)
bedarf es entgegen den Ausführungen in der Beschwerde daher nicht.

4.3 Dem Unfall vom 4. Dezember 2004 ist eine gewisse Eindrücklichkeit nicht
abzusprechen. Er hat sich jedoch nicht unter besonders dramatischen
Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999
Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 ff.,
U 248/98) - von besonderer Eindrücklichkeit. Dass der Beschwerdeführer den
Unfall kommen sah und die Ehefrau ebenfalls verletzt wurde, genügt nicht zur
Annahme einer besonderen Eindrücklichkeit. Wenn in der Beschwerde geltend
gemacht wird, der Versicherte habe mitansehen müssen, wie seine Ehefrau "wie
tot" auf dem Trottoir gelegen habe und von Samaritern versorgt worden sei, so
sind dem die eigenen Angaben des Beschwerdeführers entgegenzuhalten, wonach
er nach dem Unfall ausgestiegen ist und die Beifahrertüre geöffnet hat,
worauf die Ehefrau selbständig ausgestiegen ist und sich anschliessend
hingelegt hat. Der Versicherte selbst unterhielt sich mit dem
Unfallverursacher und es spricht nichts dafür, dass er die Ehefrau, welche
von Passanten betreut wurde, in Todesgefahr wähnen musste. Der
Beschwerdeführer hat sodann keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art erlitten. Weder lag eine besondere Schwere der für ein
Schleudertrauma typischen Beschwerden vor noch handelte es sich um
Verletzungen, welche erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen. Daran ändert nichts, dass im Anschluss an den
Unfall Albträume und sog. Flash-backs aufgetreten sind. Nicht erfüllt ist
sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung.
Im Anschluss an die kurzfristige Hospitalisation wurden physiotherapeutische
Massnahmen sowie eine medikamentöse Behandlung durchgeführt. Die stationäre
Therapie in der Rehaklinik Z.________ brachte keine wesentliche Besserung der
Beschwerden; der Versicherte wurde zur Fortsetzung der Physiotherapie
"ambulant nach Ausmass der Beschwerden" entlassen. Anschliessend wurde
weitere Physiotherapie in Form von Wassertherapie durchgeführt. Spätestens
nach dem Rehabilitationsaufenthalt in Z.________ hatte die somatische
Behandlung weitgehend symptomatischen Charakter und ging auch in zeitlicher
Hinsicht nicht über das hinaus, was bei Schleudertraumen oder
schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS als üblich zu gelten hat (vgl.
RKUV 2005 Nr. 549 S. 238 f. E. 5.2.4 mit Hinweisen, U 380/04). Von einer
ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert
hat, kann ebenso wenig gesprochen werden wie von einem schwierigen
Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Dass sich der Heilungsverlauf
verzögert hat, ist auf die psychischen Beeinträchtigungen und das
ärztlicherseits festgestellte ausgeprägte Krankheitsverhalten mit
Verdeutlichungs- und Somatisierungstendenz zurückzuführen. Was sodann das
Kriterium von Grad und Schwere der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
betrifft, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Anschluss an den
Rehabilitationsaufenthalt für eine angepasste leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeit ganztags arbeitsfähig war. Dass eine Verwertung
der Arbeitsfähigkeit nicht realisiert werden konnte, ist auf die psychischen
Beeinträchtigungen und die ausgeprägte Selbstlimitierung zurückzuführen.
Schliesslich ist auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht
erfüllt, weil sich die nach dem Unfall geklagten Beschwerden nur für
begrenzte Zeit mit den somatischen Befunden erklären lassen und das Andauern
der Beschwerden auf die psychischen Beeinträchtigungen und die damit
verbundene Somatisierungstendenz zurückzuführen ist. Da somit keines der für
die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien als erfüllt gelten kann, ist
die Unfalladäquanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen, was zur
Abweisung der Beschwerde führt.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen und dem Bundesamt für Gesundheit zugestellt.
Luzern, 17. August 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: