Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.115/2007
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8C_115/2007

Urteil vom 23. Januar 2008

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichterin Widmer, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Lustenberger, nebenamtlicher Bundesrichter Andreas Brunner,
Gerichtsschreiberin Fleischanderl.

Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, Obere Vorstadt
3, 5001 Aarau,
Beschwerdeführer,

gegen

Direktion für Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich, Sozialamt,
Schaffhauserstrasse 78, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin,

betreffend G.________.

Fürsorge,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Generalsekretariats des
Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes vom 20. Februar 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1976 in Ecuador geborene und aufgewachsene G.________ ist in der Gemeinde
L.________ im Kanton Aargau heimatberechtigt. Am 24. Januar 2004 nahm sie
zusammen mit ihrem Sohn M.________, geboren am 11. Oktober 2000, Wohnsitz in
der Gemeinde I.________ im Kanton Zürich. Sie wurde bis zum 23. April 2004
vom Bund und danach vom Sozialamt I.________ unterstützt. Anfang November
2004 kehrte sie mit ihrem Sohn nach Ecuador zurück.

Mit Unterstützungsanzeige vom 3. Mai 2004 meldete der Kanton Zürich als
Wohnkanton dem Kanton Aargau als Heimatkanton die Unterstützung von
G.________ und ihrem Sohn im Zeitraum vom 24. April 2004 bis 23. Januar 2006.
Diese blieb unangefochten, hingegen erhob das Gesundheitsdepartement,
Kantonaler Sozialdienst, des Kantons Aargau gegen die vom Sozialamt
I.________ ausgestellte Quartalsabrechnung 2004/4 vom 27. Januar 2005
Einsprache hinsichtlich der darin aufgeführten Teilbeträge von Fr. 2'100.-
für das Flugticket für die Rückreise nach Ecuador und Fr. 1'500.- als
Rückkehrhilfe für die ersten zwei Monate; zur Begründung wurde namentlich
angeführt, es handle sich bei diesen Aufwendungen nicht um
Sozialhilfeleistungen. In der Stellungnahme vom 22. April 2005 zuhanden der
Direktion für Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich, Sozialamt, hielt
das Departement Soziales, Fürsorgebehörde, der Stadt I.________ dafür, die
vorgenannten Aufwendungen von insgesamt Fr. 3'600.- seien als
Sozialhilfeleistungen im Sinne situationsbedingt zu erbringender Leistungen
im Rahmen der sozialen Integration zu betrachten. Mit Beschluss vom 28. Juni
2005 wies die Direktion für Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich,
Sozialamt, die Einsprache ab.

B.
Die dagegen beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)
erhobene Beschwerde wurde mit Entscheid vom 20. Februar 2007 abgewiesen.

C.
Das Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, des Kantons
Aargau führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, es sei unter
Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids festzustellen, dass die Kosten für
die Reise von G.________ nach und der Lebensunterhalt in Ecuador in der Höhe
von insgesamt Fr 3'600.- nicht Sozialhilfekosten darstellten und entsprechend
nicht der Kostenersatzpflicht durch den Kanton Aargau unterliegen würden.

Während die Sicherheitsdirektion Kanton Zürich, Kantonales Sozialamt, auf
Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichtet das EJPD
auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
1.1 Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 über das
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten. Der angefochtene Entscheid
datiert vom 20. Februar 2007. Erlassen wurde er vom EJPD, bei welchem das
(Beschwerde-)Verfahren am 29. Juli 2005 (Postaufgabe) anhängig gemacht worden
war.

1.2 Nach Art. 132 BGG finden auf das vorliegende Verfahren grundsätzlich die
Vorschriften des BGG Anwendung. Das EJPD ist indessen keine vom BGG
vorgesehene Vorinstanz (vgl. Art. 86 BGG). Eine besondere
Übergangsbestimmung, welche - wie hinsichtlich gewisser
Plangenehmigungsentscheide des Eidgenössischen Departements für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation (vgl. Art. 132 Abs. 2 BGG) - eine direkte
Anfechtungsmöglichkeit beim Bundesgericht eröffnen würde, besteht in Bezug
auf Entscheide des EJPD sodann nicht. Es stellt sich damit die Frage, welche
Verfahrensnormen zur Anwendung gelangen.

1.2.1 Nach den bis 31. Dezember 2006 geltenden Rechtspflegebestimmungen des
Bundesgesetzes vom 24. Juni 1977 über die Zuständigkeit für die Unterstützung
Bedürftiger (Zuständigkeitsgesetz, ZUG; SR 851.1) konnten Beschlüsse, mit
welchen der fordernde Kanton eine Einsprache des pflichtigen Kantons
ablehnte, mittels Beschwerde beim EJPD angefochten werden (Art. 34 Abs. 2
altZUG); der Beschwerdeentscheid des Departements unterlag der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht (Art. 34 Abs. 3 altZUG).
Das seit dem 1. Januar 2007 geltende Recht sieht demgegenüber neu eine
Beschwerdemöglichkeit an eine kantonale richterliche Behörde vor (Art. 34
Abs. 2 ZUG). Mit der neuen Regelung ist sichergestellt, dass eine letzte
kantonale Gerichtsinstanz als Vorinstanz des Bundesgerichts entscheidet,
womit den Anforderungen von Art. 86 BGG (vgl. dessen Abs. 1 lit. d)
entsprochen wird.

1.2.2 Art. 34 Abs. 2 und 3 altZUG wurden im Rahmen der Schaffung des
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht
(Verwaltungsgerichtsgesetzes, VGG; SR 173.32) revidiert bzw. aufgehoben (vgl.
Ziff. 119 des Anhangs zum VGG); Art. 53 VGG enthält Übergangsbestimmungen zu
diesem Gesetz. Danach richten sich Beschwerdeverfahren gegen Entscheide, die
vor Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgesetzes ergangen sind und bisher
beim Bundesgericht oder beim Bundesrat anfechtbar waren, nach dem bisherigen
Recht (Art. 53 Abs. 1 VGG). Im Weiteren ist vorgesehen, dass das
Bundesverwaltungsgericht die Beurteilung der beim Inkrafttreten dieses
Gesetzes unter anderem bei Beschwerdediensten der Departemente hängigen
Rechtsmittel übernimmt, wobei die Beurteilung nach neuem Verfahrensrecht
erfolgt (Art. 53 Abs. 2 VGG). Beide Übergangsbestimmungen sind vorliegend
nicht (direkt) anwendbar. Art. 53 Abs. 2 VGG findet keine Anwendung, weil das
Bundesverwaltungsgericht für Beschwerden gemäss Art. 34 ZUG nicht zuständig
ist. Art. 53 Abs. 1 VGG kommt nach dem Wortlaut der Bestimmung nicht zum
Zuge, da der Entscheid, der beim Bundesgericht anfechtbar gewesen wäre -
nämlich der Beschwerdeentscheid des EJPD -, bei Inkrafttreten des VGG am 1.
Januar 2007 noch nicht ergangen war. Immerhin lässt sich aus Art. 53 Abs. 2
VGG folgern, dass diejenigen Verfahren, die mangels Zuständigkeit des
Bundesverwaltungsgerichts nicht an dieses übergehen, von den bei
Anhängigmachung der Beschwerde zuständigen Behörden zu beurteilen sind;
ebenso ist davon auszugehen, dass in diesen Fällen das neue Verfahrensrecht
noch nicht gilt. Das EJPD hat damit zu Recht nach altem Verfahrensrecht
entschieden.

1.2.3 Geht man davon aus, dass das EJPD in hängigen Angelegenheiten auch nach
dem 1. Januar 2007 noch zum Entscheid befugt war, so erscheint es
sachgerecht, in analoger Anwendung von Art. 53 Abs. 1 VGG in derartigen
Konstellationen auch im bundesgerichtlichen Verfahren nach bisherigem Recht
zu verfahren. Die Rechtsmittelbelehrung, welche auf eine
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943
über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) hinweist, erweist sich
damit als zutreffend. Der letztinstanzliche Prozess ist mithin nach den
Vorschriften des OG durchzuführen.

1.3 Der beschwerdeführende Kanton konnte nach dem Gesagten gegen den
Entscheid des EJPD vom 10. Februar 2007 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben
und die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder
Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts rügen (Art. 104 lit. a und b
OG). Da als Vorinstanz nicht eine richterliche Behörde entschieden hat, kann
das Bundesgericht auch die Feststellung des Sachverhalts von Amtes wegen
überprüfen (Art. 105 OG; Urteil 2A.714/2006 vom 10. Juli 2007, E. 1.4 mit
Hinweis). Die Angemessenheit des Entscheids des EJPD bleibt der
bundesgerichtlichen Kontrolle indessen entzogen (vgl. Art. 104 lit. c Ziff. 3
OG e contrario).

2.
Zu prüfen ist vorab, ob die Vorinstanz zu Recht von einer Beendigung der
Fürsorgezuständigkeit des Bundes gemäss Bundesgesetz vom 21. März 1973 über
Fürsorgeleistungen an Auslandschweizer (ASFG; SR 852.1) ab 24. April 2004 und
der Begründung eines Unterstützungswohnsitzes nach ZUG ausgegangen ist.

2.1
2.1.1 Gemäss Art. 1 ASFG gewährt der Bund im Rahmen dieses Gesetzes
Auslandschweizern, die sich in einer Notlage befinden, Fürsorgeleistungen.
Als Auslandschweizer im genannten Sinne haben nach Art. 2 Schweizer Bürger zu
gelten, die im Ausland Wohnsitz haben oder sich seit mehr als drei Monaten
dort aufhalten (vgl. auch Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 26. November 1973
über Fürsorgeleistungen an Auslandschweizer; SR 852.11). Soweit es um eine
Fürsorgeleistung zugunsten eines Auslandschweizers im Sinne der
Begriffsumschreibung nach Art. 2 ASFG geht, findet somit allein dieses
Anwendung und ist der Bund für die Ausrichtung der Leistung zuständig. Diese
Abgrenzung wird bestätigt durch Art. 1 ZUG. Zwar hält Art. 1 Abs. 1 ZUG fest,
dieses Gesetz bestimme, welcher Kanton für die Unterstützung eines
Bedürftigen, der sich in der Schweiz aufhalte, zuständig sei. Mit dem Hinweis
auf den Aufenthalt eines Bedürftigen in der Schweiz könnte somit auch der
Auslandschweizer, der sich in der Schweiz aufhält, verstanden werden. Dem
steht indessen Abs. 3 des genannten Artikels entgegen, welcher einen
Vorbehalt für die Unterstützung von Auslandschweizern enthält, wonach deren
Unterstützung sich ausschliesslich nach dem ASFG richtet. Nimmt das ZUG die
Auslandschweizer ausdrücklich von seinem Geltungsbereich aus, so kann die
interkantonale Kollisionsnorm für Unterstützungsfälle nach Art. 15 ZUG, bei
denen kein Wohnsitz besteht, nicht auch für Auslandschweizer gelten (Urteil
2A.222/1993 vom 28. Juni 1995, E. 2a und b, je mit Hinweisen).

2.1.2 Die Frage, wann die Fürsorgezuständigkeit des Bundes endet, bestimmt
sich alsdann ebenfalls nach den Bestimmungen des ASFG. Art. 3 Abs. 1 ASFG
sieht unter dem Titel "Unterstützung bei Heimkehr" vor, dass für
Auslandschweizer, die sich mindestens drei Jahre im Ausland aufgehalten haben
und nach ihrer Rückkehr in die Schweiz unterstützt werden müssen, der Bund
die Kosten für drei Monate vom Tage der Rückkehr an gerechnet übernimmt. Als
Rückkehr gilt dabei die Einreise in die Schweiz mit der Absicht des dauernden
Verbleibens, gleichgültig, ob sie freiwillig oder unter dem Druck der
Verhältnisse stattfindet (Art. 2 der Verordnung zum ASFG). Diese Bestimmung
stellt keine Zuständigkeitsregel dar, sondern begründet lediglich die
Rückerstattungspflicht des Bundes für längstens drei Monate. Aus dem
Gesetzes- und Verordnungstext ergibt sich indessen, dass die
Fürsorgezuständigkeit des Bundes mit der Aufgabe des Status eines
Auslandschweizers endet, was darin zum Ausdruck kommt, dass die Rückkehr mit
der Absicht des dauernden Verbleibens verbunden sein muss. Auslandschweizer,
die definitiv vom Ausland in die Schweiz zurückgekehrt sind, fallen unter den
Geltungsbereich des ZUG, wobei dem Bund noch die Kostenersatzpflicht während
dreier Monate obliegt. Daraus folgt aber anderseits, dass Auslandschweizer,
welche nicht im Sinne des Gesetzes in die Schweiz zurückkehren, denen also
die Absicht des dauernden Verbleibens fehlt und die sich somit bloss
(vorübergehend) in der Schweiz aufhalten, ihren Auslandschweizerstatus nicht
verlieren und daher weiterhin dem ASFG und nicht dem ZUG unterstehen (zum
Ganzen: Urteil 2A.222/1993 vom 28. Juni 1995, E. 2b).

2.2 Im vorliegenden Fall steht fest, dass die in Ecuador geborene und
aufgewachsene G.________, welche getrennt von ihrem ecuadorianischen Ehemann
lebt, am 24. Januar 2004 mit ihrem damals knapp dreieinhalbjährigen Sohn in
die Schweiz eingereist ist. Die Umstände ihrer Rückkehr in die Schweiz sind
auf Grund der Akten zwar nicht näher erstellt, doch lässt die Tatsache der
Trennung von ihrem Ehemann, der Anmeldung in der Stadt I.________ sowie dem -
bis zu ihrer Rückreise nach Ecuador anfangs November 2004 - doch beinahe
zehnmonatigen Aufenthalt in der Schweiz (samt Sohn) die Vermutung naheliegend
erscheinen, dass jedenfalls im Zeitpunkt der Einreise eine eigentliche
Heimkehr in die Schweiz mit dauerndem Verbleib beabsichtigt war. Von dieser
Sachlage gingen überdies auch Bund und betroffene Kantone aus, übernahm
Erstgenannter doch Fürsorgeleistungen lediglich während der ersten drei
Monate nach der Einreise (vom 24. Januar bis 23. April 2004) und schlossen
die Kantone - der Kanton Zürich verwendete in seiner Unterstützungsanzeige
vom 3. Mai 2004 denn auch ausdrücklich den Begriff "Rückwandererin" - ihre
nachfolgende Zuständigkeit nicht aus.

Es ist somit von einer Rückkehr in die Schweiz nach Art. 3 Abs. 1 Satz 1 ASFG
in Verbindung mit Art. 2 ASFV und der Begründung eines
Unterstützungswohnsitzes, d.h. des Verlustes des Auslandschweizerstatus,
auszugehen, weshalb die ab dem 24. April 2004 erbrachten Fürsorgeleistungen
zu Recht als nach Massgabe des ZUG in den kantonalen Zuständigkeitsbereich
fallend qualifiziert wurden.

3.
Streitgegenstand bildet der Umfang des Anspruchs auf Kostenersatz, der dem
Kanton Zürich für die Unterstützung von G.________ und deren Sohn gegenüber
dem Heimatkanton Aargau zusteht.

3.1 Nach Art. 16 ZUG erstattet der Heimatkanton dem Wohnkanton die Kosten der
Unterstützung, die dieser ausgerichtet hat, wenn die unterstützte Person noch
nicht zwei Jahre ununterbrochen in einem anderen Kanton Wohnsitz hat.

Das EJPD stellte im angefochtenen Entscheid zu Recht fest, dass die
grundsätzliche Kostenersatzpflicht des Kantons Aargau als Heimatkanton nach
Massgabe der genannten Bestimmung von diesem anerkannt und unbestritten ist.
Strittig ist lediglich die Kostenersatzpflicht bezüglich zweier vom Sozialamt
I.________ ausgerichteter Leistungen, einerseits über einen Betrag von Fr.
2'100.- für ein Flugticket nach Ecuador und anderseits über einen Betrag von
Fr. 1'500.- als Rückkehrhilfe für den Lebensunterhalt in den ersten zwei
Monaten in Ecuador. In Bezug auf diese Leistungen bringt der Kanton Aargau im
Wesentlichen vor, Sozialhilfe dürfe nur an Personen ausgerichtet werden,
welche sich effektiv in der Schweiz aufhielten, weshalb die vom Kanton Zürich
erbrachten Leistungen, welche eine Integration im Ausland bezweckten, einem
unzulässigen Export von Sozialhilfeleistungen gleichkämen. Zudem gehe es
nicht an, mit kantonalen Fürsorgegeldern eine Integration im Ausland
anzustreben.

3.2
3.2.1 Das ZUG bestimmt, welcher Kanton für die Unterstützung einer bedürftigen
Person zuständig ist (Art. 1 Abs. 1 ZUG) und regelt im Weiteren den Ersatz
von Unterstützungskosten unter den Kantonen (Art. 1 Abs. 2 ZUG). Schliesslich
wird festgehalten, dass sich die Unterstützung von Auslandschweizern nach den
Vorgaben des ASFG und diejenige Asylsuchender, Flüchtlinge,
Schutzbedürftiger, vorläufig Aufgenommener sowie Staatenloser nach besonderen
Erlassen des Bundes richtet (Art. 1 Abs. 3 ZUG).

3.2.2 Dem beschwerdeführenden Kanton Aargau ist insofern beizupflichten, als
das Zuständigkeitsgesetz nur die Unterstützung von Personen regelt, die sich
in der Schweiz aufhalten (Art. 1 Abs. 1 ZUG). Daraus lässt sich jedoch nicht
ableiten, es dürften keine Leistungen im Hinblick auf eine Integration im
Ausland ausgerichtet werden. Aus Art. 1 ZUG ergeben sich keine inhaltlichen
Vorgaben für die Unterstützungsleistungen; vielmehr regelt diese Bestimmung
einerseits den Geltungsbereich und anderseits den Zweck des Gesetzes. Dabei
ist für die Frage der Anwendbarkeit des Gesetzes wesentlich, ob sich im
Zeitpunkt der Geltendmachung der Leistung die unterstützte bedürftige Person
in der Schweiz aufhält; vorliegend ist diese Voraussetzung gegeben, weshalb
das ZUG Anwendung findet. Der Zweck des Gesetze liegt - wie bereits der Name
deutlich macht - in der Regelung der Zuständigkeit und nicht (primär) in der
Bestimmung der Unterstützungsleistungen als solche. Diese werden nur insoweit
definiert, als dies für die Anwendbarkeit des Gesetzes notwendig ist.

4.
Zu beurteilen ist demnach, ob die vom Wohnsitzkanton Zürich ausgerichteten
Leistungen nach der im ZUG enthaltenen Regelung zurückzuerstatten sind.

4.1 Gemäss Art. 2 ZUG ist bedürftig, wer für seinen Lebensunterhalt nicht
hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Abs.
1). Die Frage der Bedürftigkeit wird nach den am Unterstützungsort geltenden
Vorschriften und Grundsätzen beurteilt (Abs. 2). Mit dieser Norm wird die
Einwendung des kostenersatzpflichtigen Kantons, nach seinen Vorschriften und
Grundsätzen werde die unterstützte Person nicht als bedürftig betrachtet oder
gehöre die in Frage stehende Leistung nicht zum Aufgabenkreis der
öffentlichen Sozialhilfe, ausgeschlossen (vgl. Werner Thomet, Kommentar zum
Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger [ZUG],
Zürich 1994, Rz 66). Die betreffende Bestimmung erlaubt dem in Anspruch
genommenen Kanton anderseits, die Beteiligung an einer Leistung abzulehnen,
wenn der unterstützende Kanton bei der Beurteilung der Bedürftigkeit seine
eigenen Vorschriften oder Grundsätze missachtet hat (Thomet, a.a.O., Rz 66).

4.2 Art. 3 ZUG definiert die Unterstützungen (im Sinne der Art der
Leistungen, welche Gegenstand des Kostenersatzes bilden können) als Geld- und
Naturalleistungen, die nach kantonalem Recht an Bedürftige ausgerichtet und
nach den Bedürfnissen bemessen werden. Auch diese Norm beinhaltet somit einen
Hinweis auf die Massgeblichkeit des kantonalen Rechts - also des Rechts des
unterstützenden Kantons. Wesentlich ist hier zudem der Katalog von
Leistungen, denen der Unterstützungscharakter abgesprochen wird (Art. 3 Abs.
2 ZUG). Die im vorliegenden Fall in Frage stehenden Leistungen sind in diesem
abschliessenden Negativkatalog (vgl. Thomet, a.a.O., Rz 78 mit Verweis auf
die bundesrätliche Botschaft vom 17. November 1976 zu einem Bundesgesetz über
die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger, BBl 1976 III 1202) nicht
enthalten, was darauf schliessen lässt, dass die erbrachten Leistungen
grundsätzlich ersatzfähig sind.

5.
5.1 Gemäss § 14 des zürcherischen Gesetzes vom 14. Juni 1981 über die
öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz, SHG/ZH; GS 851.1) hat, wer für
seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen nicht hinreichend
oder nicht rechtzeitig aufkommen kann, Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe.
Diese soll das soziale Existenzminimum gewährleisten (§ 15 Abs. 1 SHG/ZH).
Grundlage für die Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe bilden gemäss § 17 der
Verordnung vom 21. Oktober 1981 zum Sozialhilfegesetz (Sozialhilfeverordnung,
SHV/ZH; GS 851.11) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien). Anwendbar ist im vorliegenden Fall die
Fassung der dritten Ausgabe von Dezember 2000, auf welche die
Sozialhilfeverordnung in ihrem bis 31. März 2005 gültig gewesenen Wortlaut
verwies; die heute geltende vierte Fassung von Dezember 2004 enthält
allerdings für die hier interessierenden Fragen keine Änderungen. Auf Grund
dieser Richtlinien ist somit zu bestimmen, ob die beiden strittigen Beträge
Unterstützungsleistungen im Sinne der Vorschriften und Grundsätze des Kantons
Zürich darstellen.

5.1.1 Nach Auffassung des Kantons Zürich handelt es sich bei den Kosten des
Flugtickets und der Unterstützung für den Lebensunterhalt für zwei Monate um
situationsbedingte Leistungen im Sinne der SKOS-Richtlinien (Abschnitt C.9:
"Weitere situationsbedingte Leistungen"). Derartige Leistungen müssen ihre
Ursache in der besonderen gesundheitlichen, wirtschaftlichen oder familiären
Lage der zu unterstützenden Person haben (C.1: Begriff und Anspruch);
massgebend ist dabei, "ob die Selbstständigkeit und soziale Einbettung der
unterstützten Person erhalten oder gefördert" werden kann.

5.1.2 G.________ dürfte in ihrem Herkunftsland die soziale Einbettung
tatsächlich leichter fallen, womit auch ihre Selbstständigkeit gefördert
wird. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, stehen die ausgerichteten Kosten
zudem in einem angemessenen Verhältnis zu den bis anhin oder andernfalls
anfallenden Sozialhilfekosten, machen die beiden Positionen doch nur wenig
mehr als die in der Schweiz für einen Monat geleistete Unterstützung aus
(vgl. vorinstanzlicher Entscheid, S. 7). Die allgemeinen Voraussetzungen für
die Ausrichtung situationsbedingter Leistungen sind demnach gegeben.

5.2 In der Aufstellung über "Weitere situationsbedingte Leistungen" (C.9)
sind namentlich "Reisekosten" und "zusätzliche Auslagen im Zusammenhang mit
der Pflege persönlicher Beziehung" genannt. Der in casu ausgerichtete
Lebensunterhalt für die ersten zwei Monate in Ecuador ist in der
beispielhaften Aufzählung möglicher Leistungen nicht enthalten. Nirgends
erwähnt ist auch die Rückkehrhilfe. Insgesamt lässt sich indes feststellen,
dass die an G.________ ausgerichteten Leistungen mit Blick auf den damit
verfolgten Zweck - Förderung der Selbstständigkeit und (Wieder-)Einbettung in
ein soziales Netz - im Einklang stehen mit den allgemeinen
Anspruchsvoraussetzungen für situationsbedingte Leistungen gemäss
SKOS-Richtlinien (C.1). Die Tatsache, dass Leistungen für den Lebensunterhalt
im Herkunftsland bei den einzelnen (besonderen) situationsbedingten
Leistungen nicht aufgeführt sind, lässt allerdings darauf schliessen, dass es
sich um ungewöhnliche Leistungen handelt. Dennoch wird der Rahmen des im
Zusammenhang mit situationsbedingten Leistungen naturgemäss weiten Ermessens
der zuständigen Sozialhilfebehörden damit aber nicht überschritten, zumal
eine Angemessenheitskontrolle zu unterbleiben hat (vgl. E. 1.3 in fine
hievor). Die Leistungen erweisen sich daher als richtlinienkonform. An diesem
Ergebnis vermag insbesondere der Umstand, dass die SKOS-Richtlinien für den
Fall des "Wegzuges aus einer Gemeinde" (C.8) lediglich die Deckung des
Grundbedarfs für einen Monat sowie die Übernahme eines Monatszinses und der
Umzugskosten vorsehen, nichts zu ändern. Dabei handelt es sich um eine
Koordinationsvorschrift zwischen verschiedenen zuständigen
Sozialhilfebehörden, aus der sich für die Problematik des vorliegenden Falles
nichts ableiten lässt.

5.3 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird schliesslich nicht geltend
gemacht, der Kanton Zürich habe seine eigenen Vorschriften oder Grundsätze im
Zusammenhang mit der Ausrichtung der fraglichen Sozialhilfeleistungen
missachtet. Es ist deshalb nicht weiter zu untersuchen, ob der Kanton Zürich
im Hinblick auf die Kostenersatzpflicht des Heimatkantons allenfalls einen
anderen Massstab angelegt, namentlich die Bedürftigkeit anders bestimmt oder
andere Leistungen als in vergleichbaren Fällen ausgerichtet hat. Für eine
solche Annahme bestehen im Übrigen auch keine Anhaltspunkte.

6.
Im vorliegenden Verfahren geht es um Vermögensinteressen der beteiligten
Kantone, weshalb die Auferlegung von Gerichtskosten nicht ausgeschlossen ist
(Art. 156 Abs. 2 OG). Die Kosten sind dem unterliegenden beschwerdeführenden
Kanton Aargau aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 700.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Generalsekretariat des
Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 23. Januar 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Widmer Fleischanderl