Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.210/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_210/2007

Urteil vom 15. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Bundesrichterin Leuzinger,
Gerichtsschreiber Jancar.

Parteien
H.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Eberle,
Felsenstrasse 4, 8808 Pfäffikon,

gegen

SUVA Militärversicherung, Schermenwaldstrasse 10, 3063 Ittigen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Militärversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom
23. Februar 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1971 geborene H.________ ist von Beruf Exportfachmann. Während eines vom
26. Februar bis 16. März 2001 dauernden militärischen Wiederholungskurses
(nachfolgend WK) schlug er am 12. März 2001 beim Sprung von einem Lastwagen den
Kopf an. Gemäss truppenärztlicher Eintragung kam es zu "einem Sturz auf den
Hinterkopf während Bat-Übung, anschliessend Schwindel, Blutung am Hinterkopf, 2
cm grosse Rissquetschwunde (RQW) Hinterkopf". Der Truppenarzt notierte unter
Beurteilung: "RQW Hinterkopf, Commotio", machte eine Wundnaht mit zwei
Einwegnadeln "auf Hist während Bat-Übung" und verordnete einen Dispens für
Helmtragen und Sport. Der Versicherte konnte den WK beenden. Am 23. März 2001
nahm sein Hausarzt Dr. med. F.________, Allg. Medizin FMH, die Fadenentfernung
vor. Die Militärversicherung (ab 1. Juli 2005: Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt [SUVA], Abteilung Militärversicherung, nachfolgend
MV) übernahm die Behandlungskosten. Am 20. August 2002 meldete sich der
Versicherte bei der MV wieder zum Leistungsbezug an, wobei Dr. med. F.________
im Bericht vom 23. August 2002 eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS)
diagnostizierte. Der den Versicherten vom 30. April bis 22. Juli 2002
behandelnde Chiropraktor SCG/ECU Dr. A.________ diagnostizierte im Bericht vom
17. September 2002 ein posttraumatisches cervikocephales Syndrom. Vom 3.
Dezember 2003 bis 14. Januar 2004 wurde der Versicherte erneut von Dr.
A.________ behandelt, wofür die MV aufkam. Am 22. Oktober 2004 stellte der
Versicherte bei der MV ein weiteres Leistungsbegehren. In den Berichten vom 26.
Oktober 2004 und 11. Februar 2005 gab Dr. A.________ an, vom 25. August bis 13.
September 2004 sei eine erneute Exazerbation des posttraumatischen
cervikocephalen Syndroms aufgetreten. Die MV holte Aktenbeurteilungen des
MV-Arztes Dr. med. G.________, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 18.
Februar, 5. April und 9. August 2005 ein. Mit Verfügung vom 30. August 2005
lehnte die MV die Haftung für die ab 25. August 2004 neu aufgetretenen
HWS-Beschwerden, Kopfschmerzen und Schwindelattacken ab. Auf Einsprache hin zog
sie einen Bericht des Dr. med. M.________, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und
Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin, SUVA Abteilung
Arbeitsmedizin, vom 1. März 2006 sowie eine versicherungsmedizinische
Aktenbeurteilung der Frau Dr. med. E.________, Fachärztin FMH für Innere
Medizin, Medizinische Fachstelle MV, vom 4. August 2006 bei. Mit Entscheid vom
24. August 2006 wies die MV die Einsprache ab.

B.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons
Schwyz mit Entscheid vom 23. Februar 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen
Entscheides sei festzustellen, dass die MV für seine auch ab 25. August 2004
aufgetretenen HWS-Beschwerden, Kopfschmerzen und Schwindelbeschwerden hafte;
eventuell sei die Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs sowie zur Vornahme
weiterer medizinischer Abklärungen und zur neuen Entscheidung an das kantonale
Gericht zurückzuweisen.

Das kantonale Gericht und die MV schliessen auf Beschwerdeabweisung, während
das Bundesamt für Gesundheit auf eine Vernehmlassung verzichtet.

Mit Verfügungen vom 7. März 2008 erhielten der Versicherte und die MV
letztinstanzlich Gelegenheit, ihre Vorbringen in Anbetracht des
zwischenzeitlich ergangenen, die so genannte Schleudertrauma-Praxis bei
organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden präzisierenden Urteils BGE U
394/06 vom 19. Februar 2008 (nachfolgend: BGE U 394/06) zu ergänzen. Davon
wurde mit Vernehmlassungen vom 20. März 2008 (MV) und 10. April 2008
(Versicherter) Gebrauch gemacht.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen,
wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die
Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur
insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht
an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden
(Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
2.1 Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über den Anspruch auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 42 und 44 ATSG; BGE 132 V 387 E. 4.1
und 5.1 S. 389 f., 376 ff., 368 E. 3.1 S. 370, 129 II 497 E. 2.2 S. 504, 127 V
431 E. 6d/aa S. 437, 126 I 72, 126 V 130 E. 2b S. 131, je mit Hinweisen), den
Gegenstand der Militärversicherung (Art. 4 Abs. 1 Satz 1 MVG) sowie die Haftung
der Militärversicherung bei während des Dienstes auftretenden
Gesundheitsschäden (Art. 5 Abs. 1 MVG) und bei während des Dienstes
auftretenden, jedoch erst danach festgestellten Gesundheitsschäden sowie bei
Rückfällen und Spätfolgen (Art. 6 MVG; BGE 123 V 137 E. 3a S. 138, 118 V 293 E.
2c S. 296, 111 V 370 E. 2b S. 373, 141 E. 4 S. 146; RKUV 1997 Nr. U 275 S. 188
E. 1c; vgl. auch SVR 2008 MV Nr. 2 S. 3 E. 4 [M 2/06], 2007 MV Nr. 1 S. 1 E.
3.1 [M 8/05], 2005 MV Nr. 1 S. 1 E. 1.1 f. [M 1/02]) zutreffend dargelegt.
Gleiches gilt zum Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c
ATSG; BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68 f.), zum Beweiswert von Arztberichten (BGE
125 V 351 E. 3 S. 352, SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2 [U 571/06], je mit
Hinweisen) und zur antizipierten Beweiswürdigung (BGE 131 I 153 E. 3 S. 157,
124 V 90 E. 4b S. 94; SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149 E. 4 [I 9/07]). Darauf wird
verwiesen.

2.2 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht im jüngst ergangenen BGE U 394/06
die Praxis zur Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalenter
Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene
Beschwerden (sog. Schleudertrauma-Praxis) in mehrfacher Hinsicht präzisiert
hat. Gemäss diesem Urteil ist am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung
bei Unfällen mit solchen Verletzungen festzuhalten (E. 7-9 des erwähnten
Urteils). Auch besteht keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die
bei dieser Prüfung vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad
und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug
weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilung zu ändern (E. 10.1). Das
Bundesgericht hat aber die Anforderungen an den Nachweis einer natürlich
unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
rechtfertigt, erhöht (E. 9) und die adäquanzrelevanten Kriterien teilweise
modifiziert (E. 10).

3.
Die Vorinstanz hat erwogen, der vorliegend zu beurteilende Gesundheitsschaden
(cervikocephales Syndrom/HWS-Syndrom) sei über ein Jahr nach Absolvierung des
WKs festgestellt worden, weshalb ein Fall von Art. 6 MVG gegeben sei.

Diese vorinstanzliche Rechtsanwendung ist unbestritten und nicht zu beanstanden
(vgl. E. 1.1 hievor), da die in Frage stehenden gesundheitlichen Beschwerden
(HWS-Beschwerden, Kopfschmerzen und Schwindelattacken) der MV am 20./23. August
2002, mithin nach Beendigung des WKs (16. März 2001), gemeldet wurden und das
Bestehen von Brückensymptomen nicht erstellt ist (vgl. E. 8.3.2 hienach;
Maeschi, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung, Bern 2000, N
5 f. zu Art. 6 MVG).

4.
4.1 Die MV lehnte eine Haftung für die ab 25. August 2004 neu aufgetretenen
HWS-Beschwerden, Kopfschmerzen und Schwindelattacken ab, weil ein überwiegend
wahrscheinlicher Zusammenhang mit dem WK-Unfall vom 12. März 2001 nicht gegeben
sei. Die Vorinstanz bestätigte dies.

Der Versicherte macht geltend, die MV habe die Behandlungen durch den
Chiropraktor Dr. A.________ in der Zeit vom 30. April bis 22. Juli 2002 sowie
vom 3. Dezember 2003 bis 14. Januar 2004 übernommen und damit ihre
Leistungspflicht anerkannt. Sie widerrufe diese, ohne dass die Voraussetzungen
einer Revision geltend gemacht oder nachgewiesen würden. Dies stelle eine
Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben bzw. des Vertrauensgrundsatzes
dar. Dieser Grundsatz gebiete die Fortsetzung der Übernahme der Heilungskosten
für die gleichartigen Beschwerden.

4.2 Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in
rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der
erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen
anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht
die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn
also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo
sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende
Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim
Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch
bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend
(RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b; Urteile 8C_540/
2007 vom 27. März 2008, E. 4.3.2, M 13/05 vom 17. Juli 2006, E. 1, und M 2/99
vom 24. Januar 2000, E. 2b und 3 Ingress; Maeschi, a.a.O., N 20 und 28 zu Art.
6 MVG). Diese Grundsätze sind auch im Bereich der Militärversicherung
massgebend.
4.3
4.3.1 Es steht fest, dass die MV für die Heilbehandlungskosten bis 14. Januar
2004 aufgekommen ist. Die Vorinstanz hat erwogen, die MV habe die Leistungen
nicht vorbehaltlos erbracht, da sie dem Versicherten mit Schreiben vom 3.
September 2002 und 7. Oktober 2004 mitgeteilt habe, zur Frage ihrer
Leistungspflicht würde sie nach Abschluss der notwendigen Abklärungen Stellung
nehmen.

Dieser vorinstanzlichen Argumentation kann nicht gefolgt werden. Am 3.
September 2002 teilte die MV dem Versicherten zwar mit, sie werde zu ihrer
Leistungspflicht Stellung nehmen, sobald die notwendigen Abklärungen
abgeschlossen seien. In der Folge kam sie aber nach Beizug weiterer Berichte
des Dr. A.________ vom 17. September 2002 und 6. Juli 2004 für die
Heilbehandlung in der Zeit vom 30. April bis 22. Juli 2002 und vom 3. Dezember
2003 bis 14. Januar 2004 auf und anerkannte damit ihre Haftung. Am 7. Oktober
2004 eröffnete die MV dem Versicherten, sie werde zur Leistungspflicht für die
Behandlung vom 25. August bis 13. September 2004 bei Dr. A.________ so bald als
möglich Stellung nehmen.
Demnach ist die vorliegend im Streit liegende, nachträgliche Ablehnung der
Haftung für die Zeit ab 25. August 2004 - nach vorheriger Bejahung der
Kausalität zwischen dienstlicher Einwirkung und den geklagten Beschwerden sowie
der Leistungspflicht - nur rechtmässig, wenn das Dahinfallen jeder kausalen
Bedeutung der dienstlichen Gesundheitsschädigung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt ist, wofür die MV die Beweislast trägt (E. 4.2
hievor; erwähntes Urteil M 13/05, E. 2).
4.3.2 Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben bzw. dem Vertrauensgrundsatz kann
der Versicherte nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es lässt sich keinesfalls
sagen, bei einer einmal anerkannten Leistungspflicht sei es dem
Unfallversicherer verwehrt, in einem späteren Zeitpunkt neue Abklärungen
hinsichtlich des natürlichen Kausalzusammenhangs zu tätigen. Dauert eine
gesundheitliche Beeinträchtigung an, ist der Unfallversicherer berechtigt und
letztlich sogar verpflichtet, die allenfalls weiterbestehende ursächliche
Bedeutung des Unfalls zu klären. Die vorgenannte Rechtsprechung (E. 4.2 hievor)
beschlägt dabei einzig die rechtlichen Folgen dieser Abklärung, insofern als
dem Unfallversicherer die Beweislast zugewiesen wird für den Fall, dass
ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den
andauernden Gesundheitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die Frage der
Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
(E. 2.1 hievor) richtig und vollständig zu klären (erwähntes Urteil 8C_540/
2007, E. 4.3.2).

5.
5.1 Formell rügt der Versicherte - wie bereits vorinstanzlich - eine Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör und des Akteneinsichtsrechts, weil die MV
ihm die vor Erlass des Einspracheentscheides vom 24. August 2006 eingeholte
versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung der Frau Dr. med. E.________ vom 4.
August 2006 (vgl. E. 6.5 hienach) nicht zur Kenntnis gebracht habe.

Die Vorinstanz hat eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör verneint
und führte aus, bei der versicherungsmedizinischen Aktenbeurteilung der Frau
Dr. med. E.________ vom 4. August 2006 handle es sich um eine
versicherungsinterne Fachbeurteilung, die nicht als Sachverständigengutachten
im Rechtssinne zu verstehen sei und Art. 44 ATSG nicht unterliege. Der
Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf vorgängige Einsicht in diese
Aktenbeurteilung und auf Stellungnahme hiezu gehabt. Das rechtliche Gehör sei
ihm umfassend und in einem Rahmen gewährt worden, der über den gesetzlichen
Anspruch hinausgehe (Vorbescheidverfahren). Der ergänzende neurootologische
Bericht des Dr. med. M.________ vom 1. März 2006 wie auch die Aktenbeurteilung
der Frau Dr. med. E.________ vom 4. August 2006 hätten übrigens zu keiner
gegenüber dem Vorbescheid und der Verfügung abweichenden Beurteilung des
medizinischen Sachverhalts geführt.

5.2 Im Rahmen der versicherungsmedizinischen Aktenbeurteilung vom 4. August
2006 hat die MV-Ärztin Frau Dr. med. E.________ den Versicherten nicht selber
untersucht, sondern eine Würdigung der medizinischen Aktenlage vorgenommen.
Eine solche versicherungsinterne Beurteilung stellt letztlich eine
Parteibehauptung des Versicherers dar (Urteil U 330/05 vom 19. Januar 2006, E.
2). Grundsätzlich sind auch Einschätzungen versicherungsinterner Ärzte und
(zusätzliche) Stellungnahmen medizinischer Fachpersonen zu bereits erstellten
Berichten oder Gutachten den Parteien zur Stellungnahme zu unterbreiten.
Verwaltungsbehörden dürfen sich nicht über den elementaren Grundsatz des
rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche
Verfahrensmängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig
angehobenen Gerichtsverfahren behoben werden (BGE 116 V 182 E. 3c mit Hinweis
S. 187). Eine Rückweisung zur nachträglichen Einholung einer Stellungnahme ist
indessen nur angezeigt, wenn das betreffende Dokument geeignet ist, die
Entscheidfindung zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; Urteil I 355/06 vom
27. März 2007, E. 4.1 mit Hinweisen).
5.3
5.3.1 Soweit die Vorinstanz erwogen hat, die Aktenbeurteilung der Frau Dr. med.
E.________ vom 4. August 2006 unterliege nicht den Verfahrensvorschriften von
Art. 44 ATSG, braucht darauf nicht eingegangen zu werden. Denn der
Beschwerdeführer beruft sich nicht auf die ihm vor einer Begutachtung nach Art.
44 ATSG zustehenden Verfahrensrechte, sondern beanstandet einzig, die
Aktenbeurteilung der Frau Dr. med. E.________ sei ihm nachträglich nicht zur
Kenntnis gebracht worden.
5.3.2 Die MV hat dem Versicherten vor Erlass des Einspracheentscheides am 24.
August 2006 nicht mitgeteilt, dass sie zusätzlich die Aktenbeurteilung der Frau
Dr. med. E.________ vom 4. August 2006 einholen werde bzw. eingeholt hatte. Er
kannte diese Aktenbeurteilung nicht und konnte sie auch nicht kennen, weshalb
ihm nicht entgegengehalten werden kann, er hätte ein Gesuch um Akteneinsicht
stellen können (BGE 132 V 387 E. 6.2 S. 391).
Die MV führte im streitigen Einspracheentscheid aus, sie stimme mit der
versicherungsmedizinischen Aktenbeurteilung der Frau Dr. med. E.________
überein. Die Befunde könnten den Akten entnommen werden. Sie sei somit
eingehend dokumentiert. Die versicherungsmedizinischen Aspekte seien von Frau
Dr. med. E.________ in Kenntnis der Vorakten und der geklagten Beschwerden
beurteilt worden. Die versicherungsmedizinische Beurteilung sei umfassend. Sie
stelle die geschilderten Beschwerden und die objektiven Befunde dar. Sie
entspreche den von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen. Die
medizinischen Aspekte seien klar erfasst. Deshalb erübrige sich die Einholung
weiterer medizinischer Untersuchungen und Berichte.

Nach dem Gesagten bildete die versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung der
Frau Dr. med. E.________ vom 4. August 2006 eine wesentliche Grundlage des
Einspracheentscheides. Die MV hat daraus zitiert und sich auf deren
Argumentation abgestützt. Es kann indessen nicht gefolgert werden, die
Nichtzustellung der Aktenbeurteilung der Frau Dr. med. E.________ vor Erlass
des Einspracheentscheides stelle eine schwere, keiner Heilung zugängliche
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Sie bestätigte nämlich im Wesentlichen
lediglich die der Verfügung vom 30. August 2005 zugrunde gelegte Beurteilung.
Selbst wenn eine Gehörsverletzung seitens der MV zu bejahen ist (vgl. auch BGE
132 V 387 E. 5.2 S. 390), ist von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des
rechtlichen Gehörs an diese im Sinne einer Heilung des Mangels abzusehen, da
dem Bundesgericht vorliegend grundsätzlich die volle Kognition zusteht (E. 1.2
hievor und 6 ff. hienach) und die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf
und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren sind (vgl. auch BGE 132 V 387 E. 5.1
S. 390 mit Hinweis; SVR 2008 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.3.2 [8C_240/2007]).

6.
6.1 Laut den auf die Sanitätsakten gestützten Angaben der Frau Dr. med.
E.________ vom 4. August 2006 stürzte der Versicherte gemäss truppenärztlicher
Eintragung in einem WK am 12. März 2001 auf den Hinterkopf. Danach blutete er
am Hinterkopf und es war ihm schwindlig. Der Truppenarzt habe die RQW am
Hinterkopf genäht und unter Beurteilung notiert: "RQW Hinterkopf, Commotio".

6.2 Der Hausarzt Dr. med. F.________, der am 23. März 2001 die Fadenentfernung
vornahm, stellte im Bericht gleichen Datums die Diagnose "RQW Schädel". Im
Bericht vom 23. August 2002 diagnostizierte er eine HWS-Distorsion.

6.3 Der behandelnde Chiropraktor Dr. A.________ legte im Bericht vom 11.
Februar 2005 dar, der Versicherte habe ihn erstmals am 30. April 2002 wegen
eines posttraumatischen cervikocephalen Syndroms aufgesucht. Er habe ihn
deswegen vom 30. April bis 22. Juli 2002, vom 3. Dezember 2003 bis 14. Januar
2004 und vom 25. August bis 13. September 2004 behandelt. Seit einem leichten
Schädeltrauma im WK 2001 (frontal in Ladebrücke geprallt mit
HWS-Hyperextensionstrauma und Platzwunde) rezidivierten mehr oder weniger
starke Nacken-, Kopfschmerzen und leichte Schwindelattacken. Die
Untersuchungsbefunde zu Beginn der drei bisherigen Behandlungsserien seien
jeweils ähnlich: paravertebraler Hartspann cervikal, suboccipitale
Myotendinosen, Kopfgelenksdysfunktionen, leichte Einschränkung des
HWS-Bewegungsumfangs in Rotation und Seitneigung beidseits. Der kursorische
neurologiche Unterbruch der Hirnnerven und der oberen Extremitäten sei
unauffällig. Es bestünden keine Hinweise auf eine zentralnervöse oder
vestibuläre Ursache für den Schwindel. Das HWS-Röntgen (ap, lat, transbucal vom
30. April 2002) zeige eine leichte Rotationsfehlstellung von C1 und einen
leichten Linksshift der oberen Brustwirbelsäule (BWS) und HWS bei sonst
weitgehend altersentsprechenden Verhältnissen. Der Versicherte habe jeweils
sehr gut und schnell auf die manipulative Behandlung im Kopfgelenksbereich
angesprochen. Wenige Sitzungen hätten zu einer vollständigen Remission der
Symptomatik geführt. Der Versicherte sei immer arbeitsfähig gewesen und es
seien keine Medikamente eingesetzt worden. Übungen zur längerfristigen
segmentalen HWS-Stabilisation seien instruiert worden. Die HWS sei bis zum
Unfall im Jahre 2001 beschwerdefrei gewesen. Die Unfallkausalität stehe deshalb
für ihn (Dr. A.________) ausser Frage. Gelegentliche Rezidive seien sicher
nicht auszuschliessen, die Problematik werde sich aber vermutlich zunehmend
stabilisieren.

6.4 Der MV-Arzt Dr. G.________ führte in der Aktenbeurteilung vom 9. August
2005 aus, die Frage, ob die Wunde hinten oder vorne am Kopf gewesen sei, spiele
hier keine Rolle. Nicht bestritten werden könne, dass beim Unfall zwar
Schwindel als Hinweis für eine leichte Commotio, jedoch keine Nacken- und
Hinterkopfbeschwerden ausgewiesen seien. Solche seien erst nach einem Intervall
von ca. einem Jahr, für welches keine Beschwerden geltend gemacht würden,
aufgetreten. Somit sei ein Zusammenhang dieser Beschwerden mit dem Unfall nicht
überwiegend wahrscheinlich.

6.5 Dr. med. M.________ gab im Bericht über die neurootologische Untersuchung
des Versicherten vom 1. März 2006 an, es habe eine cervikogene zentrale
vestibuläre Funktionsstörung objektiviert werden können. Die
Schwindelproblematik gehe vom Nacken aus. Eine Verletzung im HWS-Bereich durch
den Unfall vom 12. März 2001 erscheine zumindest plausibel. Indessen könne von
neurootologischer Seite her eine abschliessende Aussage über die Kausalität
nicht gemacht werden. Zur definitiven Beurteilung der Kausalität müsse sicher
noch eine rheumatologische, allenfalls auch orthopädische fachärztliche Meinung
eingeholt werden. Ohne jedoch diesen sicher eher abschliessenden Beurteilungen
vorgreifen zu wollen, sei er aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und auch
aufgrund seiner aktuellen Beobachtungen im Rahmen der heutigen Untersuchung
sowie und nicht zuletzt auch aufgrund der erhobenen Befunde eher geneigt, die
Kausalität mit dem Unfall vom 12. März 2001 zu bejahen. Die zeitweise
auftretenden Schwindelbeschwerden kämen vom Nacken her und seien grundsätzlich
harmloser Natur, wenn sie auch durchaus unangenehm sein könnten. Wäre der
Versicherte in einem Beruf mit hohen Anforderungen an das Gleichgewichtssystem
tätig, wäre die Arbeitsfähigkeit sicher in Frage zu stellen.

6.6 Frau Dr. med. E.________ stellte in der versicherungsmedizinischen
Aktenbeurteilung vom 4. August 2006 folgende Diagnosen: MV: Schädelprellung
(ICD-10:S00) am 12. März 2001 mit kleiner oberflächlicher Hautverletzung am
Kopf (ICD-10:S01), ohne neurologische Ausfälle, Restitutio ad integrum. Non-MV:
Rezidivierende Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwindelattacken,
wahrscheinlich funktioneller Art. Weiter führte sie im Wesentlichen aus, der
Truppenarzt habe von einer Commotio gesprochen. Hierunter verstehe man ein
leichtes Schädel-Hirntrauma. Der Versicherte habe nach den echtzeitlichen
Befunden das Bewusstsein nicht verloren und weder eine Erinnerungslücke noch
neurologiche Ausfälle aufgewiesen. Es könne somit keine Commotio im Sinne der
Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Herausgeber: H.C.
Diener, 2003 Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2002, vorgelegen haben. Aus den
Sanitätsakten ergebe sich, dass die RQW nicht am Vorder-, sondern Hinterkopf
entstanden sei. Dies sei aber nur von untergeordneter Bedeutung, da sich der
Versicherte beim Sturz lediglich eine Schädelprellung mit kleiner
oberflächlicher Wunde an der Kopfhaut zugezogen habe, die folgenlos abgeheilt
sei. Eine HWS-Distorsion gehe aus den echtzeitlichen Dokumenten nicht hervor
und lasse sich auch nicht aus dem Unfallmechanismus ableiten. Die Frage von Dr.
med. M.________, ob der Versicherte damals nicht ein "viel schwerwiegenderes
Trauma erlitten hat, als es schlussendlich dokumentiert wurde", müsse sie offen
lassen. Dagegen spreche jedoch der dokumentierte gute Verlauf in den ersten
Wochen nach dem Unfall. Ein Rückfall liege nicht vor, da keine Identität
zwischen der Schädelprellung im März 2001 und den drei Episoden eines jeweils
nur kurz behandlungsbedürftigen cervikocephalen Syndroms, welches sich klinisch
mit Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwindelattacken äussere, bestehe. Die
Gründe habe sie bereits erwähnt (Schädelprellung sicher abgeheilt; keine
Brückensymptome zwischen dem Unfall und den drei behandlungsbedürftigen
Episoden in den Jahren 2002, 2003/2004 und 2004; zu lange zeitliche Latenz;
gutes Ansprechen auf die manipulativen Therapien des Chiropraktors).
Hinzuweisen sei noch auf die Tatsache, dass die konventionell radiologischen
HWS-Bilder vom 30. April 2001 (recte 2002) keine traumatischen Läsionen,
sondern lediglich minimale degenerative Veränderungen zeigten. Ein Rückfall
liege auch deshalb nicht vor, weil der normale Heilverlauf nach einer
Schädelprellung degressiv bis zur Heilung verlaufe und nicht - nach erfolgter
Heilung - mit grosser zeitlicher Distanz zum Unfall erneut progressiv werde
(also wieder Beschwerden mache, hier sogar mit Symptomausweitung). Auch eine
Spätfolge müsse verneint werden; pathophysiologisch sei ihr kein Mechanismus
bekannt, der nach vollständiger Abheilung einer Prellung an einem vom Unfall
entfernten Ort, nämlich an der HWS und an der oberen BWS eine organische
Störung bewirken könne. Im Übrigen handle es sich bei der "segmentalen
Dysfunktion", wie sie gemäss Dr. A.________ in grossen zeitlichen Abständen
auftrete, nicht um eine organisch fixierte, sondern um eine rein funktionelle
Störung von zwei oder drei Wirbelsegmenten, andernfalls sich das gute
Ansprechen auf chiropraktische Manipulationen nicht erklären lasse. Für
derartige, in grossen Abständen auftretende Dysfunktionen von umschriebenen
Wirbelsäulenabschnitten bedürfe es jedes Mal auslösender Faktoren. Diese seien
nicht in einem früher erlittenen Unfall zu suchen, sondern im beruflichen oder
sportlichen Alltag des Betroffenen. Eine HWS-Distorsion könne sie nicht
ausmachen. Die Unfallfolgen seien sicher seit langem und vollständig abgeheilt.
Als Schlussfolgerung seien die 13, 33 und 41 Monate nach dem Unfall
behandlungsbedürftigen Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwindelattacken
(cervikocephales Syndrom gemäss Chiropraktor) dienstfremd.

7.
7.1 Nach dem Gesagten stellte der Truppenarzt beim Versicherten in der
echtzeitlichen Diagnose unter anderem eine am 12. März 2001 erlittene Commotio
cerebri begleitet von Schwindel fest. Auch Dr. A.________ (Berichte vom 17.
September 2002, 26. Oktober 2004 und 11. Februar 2005) und der MV-Arzt Dr. med.
G.________ (Bericht vom 9. August 2005) gingen davon aus, der Versicherte habe
ein leichtes Schädelhirntrauma erlitten. Demgegenüber ging die MV-Ärztin Frau
Dr. med. E.________ in der Aktenbeurteilung vom 4. August 2006 lediglich von
einer Schädelprellung aus, da der Versicherte das Bewusstsein nicht verloren
und weder eine Erinnerungslücke noch neurologiche Ausfälle aufgewiesen habe.

7.2 Eine Commotio cerebri wird definiert als ein Bewusstseinsverlust von kurzer
Dauer ohne neurologische Ausfälle, währenddem eine Contusio cerebri einen
Zustand mit konsekutiven neurologischen Defiziten mit oder ohne
Bewusstseinsverlust darstellt. Diese Begriffe werden den peritraumatischen
Störungen nicht gerecht, da der Bewusstseinsverlust zu sehr im Mittelpunkt
steht und klinische Zwischenstufen nicht berücksichtigt werden. Unter anderem
wegen dieser Nachteile wurde der neue Begriff der milden traumatischen
Hirnverletzung (mild traumatic brain injury [MTBI]) eingeführt. Hierunter wird
ein durch Kontaktkräfte (Kopfanprall, Schlag auf Kopf) oder Akzeleration bzw.
Dezeleration bedingtes kraniales Trauma verstanden, welches zu einer
Unterbrechung der zerebralen Funktionen führt. Nach allgemein anerkannter
Lehrmeinung setzt die Diagnose entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder
einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall
oder eine Bewusstseinsstörung (z.B. Benommenheitsgefühl, Desorientierung) im
Zeitpunkt der Verletzung voraus. Anderseits darf die Störung nicht mit einer
Bewusstlosigkeit von mehr als 30 Minuten, einem Schweregrad nach der Glasgow
Coma Scale (GCS) von 13 bis 15 nach 30 Minuten oder einer posttraumatischen
Amnesie von mehr als 24 Stunden verbunden sein (Urteile U 479/05 vom 6. Februar
2007, E. 5.2, und U 197/04 vom 29. März 2006, E. 3.1; Siegel, Neurologisches
Beschwerdebild nach Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule, in: Siegel/
Fischer [Hrsg.], Die neurologische Begutachtung, Zürich 2005, S. 165 f.).

7.3 Es braucht nicht geklärt zu werden, ob der Versicherte beim Unfall vom 12.
März 2001 eine milde traumatische Hirnverletzung erlitten hat. Gleiches gilt
hinsichtlich einer HWS-Distorsion, die einzig von Dr. med. F.________ im
Bericht vom 23. August 2002 diagnostiziert wurde. Denn selbst wenn diese
Verletzungen zu bejahen wären, wäre damit noch nicht gesagt, dass der
Versicherte an objektiv nachweisbaren organischen Unfallfolgen leidet (BGE U
394/06, E. 6.2.1; erwähnte Urteile U 479/05, E. 5.4, und U 197/04, E. 3.1), was
vorliegend für die Leistungspflicht der MV erforderlich ist (vgl. E. 9
hienach).

8.
8.1 Entgegen den Aktenbeurteilungen der Frau Dr. med. E.________ vom 4. August
2006 und des Dr. med. G.________ vom 9. August 2005 führte der den Versicherten
behandelnde Dr. A.________ im Bericht vom 11. Februar 2005 aus, die
Unfallkausalität des cervikocephalen Syndroms stehe für ihn ausser Frage. Dr.
med. M.________ legte in dem auf einer neurootologischen Untersuchung des
Versicherten beruhenden Bericht vom 1. März 2006 dar, es liege eine
objektivierbare cervikogene zentrale vestibuläre Funktionsstörung vor; er sei
geneigt, deren Kausalität mit dem Unfall vom 12. März 2001 zu bejahen, wobei
zur abschliessenden Klärung dieser Frage sicher noch eine rheumatologische,
allenfalls auch orthopädische fachärztliche Meinung eingeholt werden müsse.

Weiter gab Dr. A.________ im Bericht vom 11. Februar 2005 an, jeweils bei
Behandlungsbeginn habe er beim Versicherten einen paravertebralen Hartspann
cervikal, suboccipitale Myotendinosen, Kopfgelenksdysfunktionen sowie eine
leichte Einschränkung des HWS-Bewegungsumfangs in Rotation und Seitneigung
beidseits festgestellt. Bei den Myotendinosen (vgl. ICD-10: M77.9) handelt es
sich definitionsgemäss um eine kombinierte Muskel- und Sehnenentzündung (vgl.
Springer Klinisches Wörterbuch, Heidelberg 2007, S. 1242). Ursache können
chronische Überlastung, Mikrotraumen und Stoffwechsel- oder
Durchblutungsstörungen sein (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261.
Auflage, Berlin/New York 2007, S. 1895). Schon im Hinblick auf die Frage, ob
ein entzündliches Geschehen vorliegt und bejahendenfalls, welches seine Ursache
ist, rechtfertigt sich die von Dr. med. M.________ verlangte rheumatologische
Begutachtung. Diesbezüglich kann nicht allein auf die Angaben des Chiropraktors
Dr. A.________ abgestellt werden.

Im Rahmen der zusätzlichen medizinischen Prüfung ist auch zu klären, ob die von
Dr. med. M.________ festgestellte cervikogene zentrale vestibuläre
Funktionsstörung einem klar fassbaren organischen Korrelat zugeordnet werden
kann, was aus seinem Bericht nicht rechtsgenüglich hervorgeht (vgl. auch
Urteile I 843/06 vom 12. Oktober 2007, E. 10.1.2, und U 328/06 vom 25. Juli
2007, E. 6.2 mit Hinweisen).

8.2 Mit dem neurootologischen Bericht des Dr. med. M.________ hat sich Frau Dr.
med. E.________ nicht näher auseinandergesetzt. Sie hat - ohne Erwähnung seiner
Tendenz zur Bejahung der Unfallkausalität - lediglich ausgeführt, er habe
betont, seine Feststellungen liessen keine Rückschlüsse auf die
Unfallkausalität zu. Weiter hat sie die Frage von Dr. med. M.________, ob der
Versicherte am 12. März 2001 nicht ein "viel schwerwiegenderes Trauma erlitten
hat, als es schlussendlich dokumentiert wurde", offen gelassen.

8.3 Frau Dr. med. E.________ und Dr. med. G.________ führten in ihren
Aktenbeurteilungen das Fehlen von Brückensymptomen zwischen dem Unfall vom 12.
März 2001 und den drei behandlungsbedürftigen Episoden (30. April bis 22. Juli
2002, 3. Dezember 2003 bis 14. Januar 2004 sowie 25. August bis 13. September
2004) für die Verneinung der Kausalität ins Feld. Erstere verneinte das
Vorliegen von Spätfolgen oder eines Rückfalls.
8.3.1 Gemäss Rechtsprechung liegen Spätfolgen vor, wenn ein scheinbar geheiltes
Leiden (mit oder ohne verbleibenden Defektzustand) im Verlaufe längerer Zeit
organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem oft völlig
anders gearteten Krankheitsbild führen. Beim Rückfall handelt es sich um das
Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu
ärztlicher Behandlung, möglicherweise gar zu Arbeitsunfähigkeit kommt. Nach
geltender Gerichtspraxis gilt zu beachten, dass je grösser der zeitliche
Abstand zwischen dem "Unfall" und dem Auftreten der neuen gesundheitlichen
Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen an den
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen sind
(SVR 2005 MV Nr. 1 S. 1 E. 1.2 mit Hinweisen).
8.3.2 Der Versicherte gab am 2. Dezember 2004 gegenüber dem MV-Inspektor an,
nach der Entlassung aus dem WK habe er die Arbeit als Exportsachbearbeiter
wieder voll aufgenommen. Ob er damals noch Kopfschmerzen oder Schwindel gehabt
habe, wisse er heute nicht mehr. Soweit er sich noch erinnern könne, seien ohne
neues Ereignis etwa im Januar oder Februar 2002 Kopfschmerzen und Schwindel
aufgetreten. Diese seien in der Folge immer wieder phasenweise und verstärkt
aufgetreten. Dr. A.________, den der Versicherte erstmals am 30. April 2002
aufgesucht hatte, führte in den Berichten vom 17. September 2002, 6. Juli und
26. Oktober 2004 sowie 11. Februar 2005 aus, seit dem Schädeltrauma im WK 2001
bestünden bzw. rezidivierten mehr oder weniger starke Nacken-, Kopfschmerzen
und Schwindelattacken.
Aufgrund der Angaben des Versicherten vom 2. Dezember 2004 ist nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass im Zeitraum seit der Entlassung
aus dem WK am 16. März 2001 bis Januar/Februar 2002 Brückensymptome bestanden.
Dies schliesst indessen das Vorliegen von Spätfolgen oder eines Rückfalls nicht
aus (vgl. auch SVR 2005 MV Nr. 1 S. 1 E. 2.1). Die MV ist für die
Heilbehandlungskosten ab 30. April 2002 bis 14. Januar 2004 aufgekommen und hat
damit die Unfallkausalität der Beschwerden anerkannt. Es ist zu klären, ob für
die Zeit ab 25. August 2004 das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung der
dienstlichen Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt ist, wofür die MV die Beweislast trägt (E. 4.2 f. hievor).

8.4 Nach dem Gesagten kann nicht auf die Aktenbeurteilungen der Frau Dr. med.
E.________ vom 4. August 2006 und des Dr. med. G.________ (zuletzt) vom 9.
August 2005 abgestellt werden. Denn ein Aktenbericht ist zulässig, wenn ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil
U 300/05 vom 7. November 2005, E. 4.2). Diese Voraussetzungen sind vorliegend
nicht erfüllt. Diesbezüglich ist auch zu beachten, dass Dr. med. G.________
seine Aktenbeurteilungen vor dem neurootologischen Bericht des Dr. med.
M.________ vom 1. März 2006 und damit in Unkenntnis der Diagnose einer
cervikogenen zentralen vestibulären Funktionsstörung erstattete.

Auf die Berichte des Dr. med. M.________ vom 1. März 2006 und des Dr.
A.________ vom 2. Februar 2005 kann für sich allein ebenfalls nicht abgestellt
werden.

Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung kann nicht im Sinne antizipierter
Beweiswürdigung (vgl. E. 2.1 hievor) gesagt werden, dass von einem
zusätzlichen, nachvollziehbar und schlüssig begründeten medizinischem Gutachten
keine verwertbaren entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. auch
Urteil I 825/06 vom 14. August 2007, E. 5.2.3). Die Sache ist demnach an die MV
zurückzuweisen, damit sie in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (E. 4.2
f. hievor) die erforderliche spezialärztliche Begutachtung - insbesondere
rheumatologischer und allenfalls auch orthopädischer Fachrichtung (E. 8.1
hievor) - veranlasse und hernach über ihre Haftung bzw. den Anspruch des
Versicherten auf Heilbehandlung für die Zeit ab 25. August 2004 neu verfüge.

9.
9.1 Im Hinblick auf das weitere Vorgehen ist festzuhalten, dass die Adäquanz
als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich klar ausgewiesener
organischer Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt. Haftungsvoraussetzung
ist die adäquate Kausalität hingegen bei organisch nicht (hinreichend)
nachweisbaren Unfallfolgeschäden (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103; Urteil U 241/
06 vom 26. Juli 2007, E. 6.2).

9.2 Falls die ergänzenden medizinischen Abklärungen ergeben, dass den
Beschwerden des Versicherten kein klar ausgewiesenes organisches Korrelat zu
Grunde liegt, braucht die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zum
Unfall vom 12. März 2001 nicht geklärt zu werden, wie die folgenden Erwägungen
zeigen.
9.2.1 Der Versicherte macht letztinstanzlich geltend, beim Unfall vom 12. März
2001 sei er beim Sprung von der Ladebrücke eines Militärlastwagens mit der
Uniform an einem Haken, der von der Decke des Lastwagens heruntergehangen sei,
hängen geblieben, so dass es ihn umgedreht und kopfvoran mit dem Schwung seines
ganzen Körpergewichts an die Aussenseite der Ladeklappe geschleudert habe. Es
habe ihn kopfvoran an die Klappe der Ladebrücke, welche in geschlossener
Position gewesen sei, geschleudert. Die RQW bzw. Kopfwunde habe sich am
vorderen Teil des Kopfes einige Zentimeter oberhalb des Haaransatzes befunden.

Dieses Ereignis ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs (BGE U 394/06,
E. 10.1) dem mittleren Bereich im Grenzbereich zu einem leichten Unfall
zuzuordnen. Hiebei kann offen bleiben, ob die RQW am vorderen Teil des Kopfes
oder am Hinterkopf auftrat (vgl. E. 6.1 hievor). Damit die adäquate Kausalität
bejaht werden könnte, müsste ein einzelnes der in die Beurteilung
einzubeziehenden sieben Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein
oder sie müssten in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (erwähntes
Urteil U 394/06, E. 10.3; BGE 117 V 359 E. 6b S. 367, 369 E. 4c S. 384;
erwähntes Urteil U 328/06, E. 10.2).
9.2.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls ist nicht erfüllt. Gleiches gilt für das Kriterium
der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung, selbst wenn von
einer milden traumatischen Hirnverletzung und einer HWS-Distorsion auszugehen
wäre (E. 7.3 hievor; erwähntes Urteil U 328/06, E. 11.2 mit Hinweis). Eine
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung ist im Zeitraum bis
25. August 2004 ebenfalls zu verneinen, da der Versicherte neben der Wundnaht
unmittelbar nach dem Unfall und der hausärztlichen Fadenentfernung am 23. März
2001 einzig noch vom 30. April bis 22. Juli 2002 neunmal und vom 3. Dezember
2003 bis 14. Januar 2004 viermal der chiropraktischen Behandlung bedurfte. Eine
Arbeitsunfähigkeit als Folge des Unfalls vom 12. März 2001 lag beim
Versicherten nicht vor. Auch die weiteren Adäquanzkriterien (erhebliche
Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; vgl.
hiezu BGE U 394/06, E. 10.3) sind klarerweise nicht erfüllt, wie die Vorinstanz
richtig erkannt hat. Demnach ist die adäquate Kausalität zwischen dem Unfall
vom 12. März 2001 und den nach dem 25. August 2004 anhaltenden Beschwerden des
Versicherten zu verneinen, falls die vorzunehmende medizinische Begutachtung
(E. 8.4 hievor) ergibt, dass ihnen kein klar ausgewiesenes organisches Korrelat
zu Grunde liegt.
10.
Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten
(Art. 66 Abs. 1 BGG) zu tragen und dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung zu entrichten (Art. 68 Abs. 2 BGG; BGE 132 V 215 E. 6.1 S.
235 mit Hinweisen).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 23. Februar 2007 und der
Einspracheentscheid der SUVA, Abteilung Militärversicherung, vom 24. August
2006 werden aufgehoben und die Sache wird an die SUVA zurückgewiesen, damit
sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über ihre Haftung und
den Anspruch des Beschwerdeführers auf Heilbehandlung für die Zeit ab 25.
August 2004 neu verfüge.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 2'500.- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientschädigung des
vorangegangenen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz und
dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 15. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

i.V. Lustenberger Jancar