Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.262/2007
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8C_262/2007

Urteil vom 27. Juni 2007

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Leuzinger,
Gerichtsschreiber Flückiger.

T. ________, Beschwerdeführer, vertreten durch Beratungsstelle für Ausländer,
Schützengasse 7, 8001 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse 1, 6004 Luzern.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 30. März 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1939 geborene T.________ wurde am 19. September 2002 auf dem Parkplatz
vor seiner Wohnung als Fussgänger von einem rückwärts fahrenden Personenwagen
angefahren und eingeklemmt. Dabei zog er sich unter anderem eine
Beckenverletzung mit Acetabulumfissur rechts, eine untere Schambeinastfraktur
rechts und eine nicht dislozierte untere und obere Schambeinastfraktur links
zu. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) als obligatorischer
Unfallversicherer richtete Taggelder aus und kam für die Heilbehandlung auf.
Zudem holte sie regelmässig Berichte der behandelnden Ärzte ein und traf
erwerbliche Abklärungen. Schliesslich sprach die Anstalt dem Versicherten mit
Verfügung vom 13. Januar 2006 eine Integritätsentschädigung von Fr. 10'680.-,
entsprechend einer Integritätseinbusse von 10%, zu und lehnte es ab, eine
Invalidenrente auszurichten. Daran wurde mit Einspracheentscheid vom 2.
August 2006 festgehalten.

B.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde des Versicherten hob das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich den Einspracheentscheid
hinsichtlich der Integritätsentschädigung auf und wies die Sache insoweit zur
Ergänzung der Abklärungen an die SUVA zurück. Bezüglich der Invalidenrente
wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 30. März 2007).

C.
T.________ lässt Beschwerde führen mit dem Rechtsbegehren, es sei die SUVA zu
verpflichten, "die abgestellten Versicherungsleistungen zu erbringen sowie
die Rentenfrage und die Frage der Integritätsentschädigung zu prüfen."

Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grundsätze über den Anspruch
auf eine Invalidenrente der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 18 Abs.
1 UVG), den Begriff der Invalidität (Art. 8 ATSG), die Ermittlung des
Invaliditätsgrades nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG; vgl.
auch BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348, 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2a und b
S. 136) sowie die Voraussetzungen und die Höhe der Integritätsentschädigung
(Art. 24 und 25 UVG, Art. 36 UVV) zutreffend dargelegt. Darauf wird
verwiesen.

2.
Gemäss den überzeugenden und nachvollziehbaren vorinstanzlichen Erwägungen
ist davon auszugehen, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
mittelschweren Tätigkeit sei durch die als Folge des Unfalls verbliebene
urologische Problematik nicht eingeschränkt. Die in diesem Sinne lautenden,
unmissverständlichen Aussagen des Dr. med. M.________, Leitender Arzt der
Urologischen Klinik des Spitals X.________, vom 7. Dezember 2005 und
13. Februar 2007 bilden eine hinreichende Basis, um diesen Aspekt zu
beurteilen. Der Beschwerdeführer wendet sich denn auch nicht gegen die
diesbezügliche Feststellung des kantonalen Gerichts, sondern macht geltend,
SUVA und Vorinstanz hätten zu Unrecht von ergänzenden orthopädischen,
neurochirurgischen und psychiatrischen Untersuchungen abgesehen. Seine
verbliebene Leistungsfähigkeit lasse sich nur auf der Basis einer
polydisziplinären Abklärung zuverlässig feststellen. Dieser Auffassung kann
jedoch nicht gefolgt werden: Wie das kantonale Gericht mit Recht festgehalten
hat, enthalten die Akten keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine
erhebliche krankheitswertige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus
Gründen, welche in den Zuständigkeitsbereich einer der erwähnten
Fachrichtungen fielen. Dr. med. L.________, Allgemeine Medizin FMH, hat ihre
Aussage vom 9. Februar 2005, wonach der Patient neben der urologischen auch
an einer orthopädischen Krankheit leide und deshalb in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, trotz Rückfrage durch die SUVA nicht
näher konkretisiert. In der Stellungnahme vom 6. Februar 2006 und im
letztinstanzlich aufgelegten Schreiben vom 5. März 2007 erwähnt die Ärztin
nur noch die urologischen Diagnosen. Bezüglich der in früheren Berichten
angesprochenen Restfolgen der Verletzungen im Bereich des Beckens liegt eine
schlüssige, gestützt auf Röntgenbilder vorgenommene Beurteilung durch den
Kreisarzt Dr. med. J.________ vor. Auch Dr. med. S.________, Innere Medizin
und Rheumatologie FMH, erwähnt in seinen Berichten vom 27. Mai und 24. August
2004 ausschliesslich eine urologische Behandlung wegen der Urethrastriktur
und gibt als bleibenden Nachteil rezidivierende Urethraprobleme an. Für das
Vorliegen einer psychischen Störung von Krankheitswert bestehen keine
Anhaltspunkte, welche gewichtig genug wären, um entsprechende Abklärungen als
erforderlich erscheinen zu lassen. Unter diesen Umständen konnten SUVA und
Vorinstanz ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG)
von weiteren Abklärungen Abstand nehmen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE
130 II 425 E. 2.1 S. 428, 124 V 90 E. 4b S. 94).

3.
Was die Integritätsentschädigung anbelangt, hat das kantonale Gericht die
Bemessung des Integritätsschadens für die Harnwegbeschwerden (10%) bestätigt
und die Sache an die SUVA zurückgewiesen, damit diese ergänzend abkläre, ob
überdies eine erektile Dysfunktion vorliegt, welche auf den Unfall vom 19.
September 2002 zurückzuführen ist, sowie ob und gegebenenfalls in welchem
Umfang diese Problematik einen Anspruch auf Integritätsentschädigung
begründet. In der Beschwerde wird nicht dargelegt, inwiefern das kantonale
Gericht damit Recht verletzt (Art. 95 BGG) oder den Sachverhalt unrichtig
oder unvollständig festgestellt (Art. 97 Abs. 2 BGG) haben sollte. Auch aus
den Akten ergeben sich keine entsprechenden Anhaltspunkte.

4.
Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und wird im Verfahren nach Art.
109 Abs. 2 lit. a BGG erledigt. Der Beschwerdeführer als unterliegende Partei
hat die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 66 Abs. 1
BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich und dem Bundesamt für Gesundheit zugestellt.

Luzern, 27. Juni 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: