Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.285/2007
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8C_285/2007

Urteil vom 13. Dezember 2007

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Ersatzrichter Brunner,
Gerichtsschreiber Flückiger.

Z. ________, 1965, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Alex
Beeler, Frankenstrasse 3, 6003 Luzern,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom
30. April 2007.

Sachverhalt:

A.
A.a Die 1965 geborene Z.________ stiess am 8. Juli 1999 mit dem Kopf gegen
eine Hinweistafel auf einem Parkplatz. Der am Folgetag konsultierte Hausarzt
Dr. med. U.________, Allgemeine Medizin FMH, stellte eine allgemein stark
eingeschränkte Beweglichkeit der HWS fest und diagnostizierte ein
Cervikalsyndrom mit Kopfschmerz und Trümmel. Laut Arztzeugnis UVG vom 25.
Oktober 1999 war die Versicherte ab 24. Juli 1999 wieder voll arbeitsfähig,
und die ärztliche Behandlung endete am 25. September 1999.

Ab 9. Mai 2001 begab sich Z.________ wegen Nacken- und Schulterproblemen
sowie Verkrampfungen erneut in ärztliche Behandlung. Sie machte geltend, es
handle sich um Folgen des Unfalls vom 8. Juli 1999. Die Elvia Versicherungen
als zuständiger obligatorischer Unfallversicherer nahm Abklärungen bei Dr.
med. U.________ vor, zog weitere ärztliche Berichte bei und holte
Stellungnahmen des beratenden Arztes Dr. med. G.________, Orthopädische
Chirurgie FMH, vom 18. September 2001 sowie 8. Januar 2002 ein. Anschliessend
verneinte die Elvia mit Verfügung vom 18. Januar 2002 ihre Leistungspflicht
für die im Mai 2001 aufgetretenen Beschwerden. Zur Begründung wurde erklärt,
es fehle an einem kausalen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis
vom 8. Juli 1999.

A.b Ab dem 11. September 2000 war Z.________ als Kassiererin bei der Firma
X.________ angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) für die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert. Am 28. Dezember 2001 erlitt sie einen
Auffahrunfall, als sie ihr Auto bis zum Stillstand abbremste, um dem Lenker
eines anderen Fahrzeuges die Einfahrt aus einer Tankstelle zu ermöglichen,
worauf der nachfolgende Personenwagen in das Heck des von der Versicherten
gelenkten Fahrzeugs prallte. Im Bericht des Spitals Y.________ über die
ambulante Behandlung vom 29. Dezember 2001 wurden eine HWS-Distorsion
diagnostiziert und Schmerzen im Nacken- und Brustbereich festgestellt. Die
Röntgenuntersuchung ergab unauffällige Befunde und keine Hinweise auf eine
frische Fraktur. In der Folge wurden Schmerz- und Physiotherapien
durchgeführt (Arztzeugnis UVG von Dr. med. S.________, Anästhesiologie FMH,
vom 18. Januar 2002). Am 8. April 2002 erfolgte eine kreisärztliche
Untersuchung, welche bei einem Status nach HWS-Distorsion Schmerzbefunde im
Nackenbereich mit Ausstrahlung in die Schädelkalotte ergab; die bereits durch
Dr. med. S.________ ab 26. Februar 2002 auf 50% festgelegte Arbeitsfähigkeit
wurde bestätigt. Die vom Kreisarzt empfohlene neurologische Untersuchung
zeigte keine Hinweise auf hirnorganische Störungen; die im EEG zur
Darstellung gelangenden dysrythmischen Wellensymptome wurden vom
untersuchenden Neurologen als Hinweis auf eine leichte Kopfwehveranlagung
interpretiert (Bericht Dr. med. C.________, Neurologie FMH, vom 17. Juni
2002). Auf Veranlassung des (neu) behandelnden Arztes Dr. med. A.________,
Allgemeine Medizin FMH, wurde später eine weitere neurologische Untersuchung
durchgeführt (Bericht Dr. med. F.________ vom 31. Oktober 2002). Die dabei
vom Neurologen angeregte radiologische Abklärung erfolgte im Institut für
Radiologie des Zentrums N.________ am 7. November 2002. In der Folge holte
die SUVA einen Bericht des behandelnden Psychotherapeuten T.________ vom 18.
Dezember 2002 ein, gab eine biomechanische Kurzbeurteilung in Auftrag, welche
am 21. Januar 2003 erstellt wurde, und liess am 28. Februar 2003 eine zweite
kreisärztliche Untersuchung durchführen. Auf einen ins Auge gefassten
operativen Eingriff wurde nach diversen Abklärungen zumindest vorläufig
verzichtet (Bericht PD Dr. med. M.________ vom 3. Juni 2004). Nachdem bei der
SUVA zwei weitere Berichte von Fachärzten für Hals-, Nasen- und
Ohrenkrankheiten sowie für Angiologie eingegangen waren, liess die SUVA in
Absprache mit dem Vertreter der Versicherten und zusammen mit dem
Haftpflichtversicherer bei Dr. med. A.________, Neurologie FMH, ein Gutachten
erstellen. Der Gutachter zog zur Erstellung seines Gutachtens die Ergebnisse
einer ORL-ärztlichen (PD Dr. med. L.________), einer neurochirurgischen (PD
Dr. med. M.________) und einer neuropsychologischen Untersuchung (lic. phil.
H.________) bei. Zwischenzeitlich war das Arbeitsverhältnis der Versicherten
bei der Firma X.________ per 31. März 2004 aufgelöst worden. Nachdem sich die
Versicherte zum vorgenannten Gutachten hatte vernehmen lassen, verfügte die
SUVA am 6. Mai 2005 die Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Mai
2005. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2005 fest.

B.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons
Luzern mit Entscheid vom 30. April 2007 ab. Im Verlauf des
Rechtsmittelverfahrens hatte die Versicherte ein ärztliches Zeugnis des Dr.
med. A.________ vom 8. Februar 2006 auflegen lassen.

C.
Z. ________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim
Bundesgericht erheben und beantragen, es sei die Sache in Aufhebung des
vorinstanzlichen Entscheides an die Vorinstanz bzw. SUVA mit der Auflage
zurückzuweisen, ein neurologisches Obergutachten und ein psychiatrisches
Gutachten anzuordnen. Im Weiteren wird zusammengefasst beantragt, die SUVA
sei anzuweisen, über den 31. Mai 2005 hinaus die gesetzlichen Leistungen
auszurichten und insbesondere die Rentenfrage zu prüfen sowie die Höhe der
Integritätsentschädigung festzulegen. Ferner wird um unentgeltliche
Prozessführung und Verbeiständung ersucht.

Die SUVA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit
verzichtet auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grundsätze über die
Anwendbarkeit des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (BGE 130 V 445 E. 1.2 S. 446 f. mit Hinweisen), den
für die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Art. 6 Abs.
1 UVG) erforderlichen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis
und Gesundheitsschaden im Allgemeinen (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 118 V 286
E. 1b S. 289, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 402 E.
4.3.1 S. 406) sowie bei Unfällen mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule
(HWS) im Besonderen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 340 f.) zutreffend dargelegt.
Gleiches gilt für die Beweislastverteilung in Bezug auf das Dahinfallen einer
zunächst anerkannten natürlichen Kausalität (RKUV 1994 Nr. U 206, S. 328 f. E
.3b, U 180/93, mit Hinweisen) sowie den Beweiswert und die Würdigung
medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, S. 352). Darauf
wird verwiesen. Richtig sind auch die vorinstanzlichen Erwägungen zur
überdies erforderlichen Adäquanz des Kausalzusammenhangs (vgl. auch BGE 129 V
177 E. 3.2 S. 181, 402 E. 2.2 S. 405, 125 V 456 E. 5a S. 461 f. mit
Hinweisen), insbesondere bei psychischen Fehlentwicklungen (BGE 115 V 133)
oder einem HWS-Schleudertrauma (BGE 117 V 359).

2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdeführerin über den
Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Mai 2005 geklagten Beschwerden
(noch) in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang mit dem versicherten
Unfall vom 28. Dezember 2001 stehen.

2.1 Die Beschwerdeführerin leidet vor allem an Kopf- und Nackenschmerzen
(Gutachten Dr. med. A.________ vom 24. Dezember 2004). Im Hinblick auf die
rechtliche Beurteilung ist vorweg zu untersuchen, ob diese Leiden einer klar
fassbaren organischen Ursache zuzuordnen sind und ob eine allfällig
vorhandene derartige Ursache unfallbedingt ist.

Die vorgenannten Leiden weisen insofern eine organische Genese auf, als sie
sich laut dem erwähnten Gutachten durch eine Veränderung der Halswirbelsäule
(HWS) sowie eine vestibuläre Störung erklären lassen. Inwieweit die geklagten
Beschwerden allerdings tatsächlich auf die festgestellte Gefügelockerung an
der HWS und die Spinalkanalstenose zurückzuführen sind, erscheint nicht
eindeutig, werden doch diese Befunde vom Neurochirurgen PD Dr. med.
M.________ angesichts fehlender Myelopathiezeichen als klinisch zur Zeit
irrelevant bezeichnet. Mit dem Gutachter und auch in weitgehender
Übereinstimmung mit den übrigen behandelnden und untersuchenden Ärzten ist
aber davon auszugehen, dass die pathologischen Befunde im Bereich der HWS
eine wesentliche Ursache der geklagten Beschwerden darstellen. Umstritten ist
denn auch nicht die grundsätzlich ursächliche Bedeutung der Befunde an der
HWS für die geklagten Beschwerden. Vielmehr ist strittig, ob diese Befunde
unfallbedingt sind. Die SUVA geht im Wesentlichen gestützt auf das Gutachten
Dr. med. A.________ davon aus, das Distorsionstrauma vom 28. Dezember 2001
habe eine bereits degenerativ vorgeschädigte Halswirbelsäule getroffen und
damit zwar erneute Beschwerden ausgelöst, mittlerweile sei aber der status
quo sine wieder eingetreten. Die Beschwerdeführerin räumt zwar das Vorliegen
eines Vorzustandes ein, ist aber der Meinung, das Erreichen des status quo
sine sei nicht erstellt.

2.2 Die Vorinstanz gelangte aufgrund eines Vergleichs der Röntgenbefunde vor
und nach dem versicherten Unfall gestützt auf den Bericht des untersuchenden
Radiologen (Bericht Dr. med. W.________ vom 12. November 2002) zum Ergebnis,
durch den Unfall sei keine wesentliche Befundänderung eingetreten. Sie wies
im Weiteren darauf hin, dass sich die pathologischen Befunde an der HWS
bereits vor dem versicherten Unfall derart präsentierten, dass eine Operation
ernsthaft in Betracht gezogen worden war (vgl. Bericht Dr. med. F.________
vom 16. November 2001). Diese vorinstanzlichen Erwägungen sind zutreffend.
Nachdem zwei Monate vor dem versicherten Unfall wegen Schmerzen im
Nackenbereich Röntgenaufnahmen der HWS erstellt wurden, ist die Folgerung
zulässig, dass die erlittene HWS-Distorsion nicht zu einer feststellbaren
Verschlimmerung der - degenerativ oder allenfalls wegen eines früheren
Ereignisses - vorgeschädigten Halswirbelsäule geführt hat. Eine durch den
Unfall gesetzte, bildgebend feststellbare Ursache für die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden besteht demnach nicht. In dieser
Hinsicht lassen sich auch durch das von der Beschwerdeführerin beantragte
neurologische Obergutachten keine neuen Erkenntnisse gewinnen.

2.3 Mit der Feststellung, dass keine objektivierbaren organischen
Unfallfolgen vorliegen, stehen die Aussagen des Gutachters A.________, die
Nacken- und Hinterkopfschmerzen seien zumindest zum Teil unfallbedingt und
auch organischer Genese, nicht im Widerspruch. Die Ausführungen des
Gutachters - insbesondere auch die Bemerkungen zum nachträglichen Wegfall der
unfallkausalen Ursachen - besagen, dass von der degenerativ geschädigten
Halswirbelsäule Schmerzen auszugehen vermögen und diese insofern eine
organische Ursache aufweisen. Ein Unfallereignis mit einer HWS-Distorsion wie
der Unfall vom 28. Dezember 2001 erscheint geeignet, durch die Einwirkung auf
die Halswirbelsäule Schmerzen auszulösen. Der Gutachter geht deshalb davon
aus, die Beschwerden seien in einer ersten Phase unfallbedingt. Damit nimmt
er dieselbe Beurteilung vor wie Dr. med. F.________, welcher in seinem
Bericht vom 31. Oktober 2002 von einer Traumatisierung der vorgeschädigten
Halswirbelsäule spricht. Beide Ärzte bringen damit zum Ausdruck, dass die im
Gefolge des Unfalls aufgetretenen Beschwerden auf diesen zurückzuführen sind.
Hinsichtlich der Frage einer dauerhaften - richtungsgebenden - Veränderung
des Gesundheitszustandes lässt sich daraus allerdings nichts ableiten. Diese
Frage ist vielmehr - da die bildgebende Diagnostik keine Aufschlüsse gibt -
aufgrund des gesamten Verlaufs der gesundheitlichen Entwicklung zu
beantworten. Dies hat der Gutachter in nachvollziehbarer Weise getan.
Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin kam der Experte nicht einzig
aufgrund der ihrer Meinung nach veralteten Erfahrungstatsache, wonach
Verletzungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Schädigungen nach spätestens
einem Jahr abheilen, zum Ergebnis, der status quo sine sei wieder erreicht.
Vielmehr ist er aufgrund der gesamten medizinischen Aktenlage zum Schluss
gelangt, dass die Nackenbeschwerden im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
auch ohne den Unfall vom 28. Dezember 2001 vorhanden gewesen wären.
Wesentlich für diese Einschätzung war nicht zuletzt die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall im Laufe des Jahres 2001 an
Nackenbeschwerden litt, welche auch zu einer vorübergehenden
Arbeitsunfähigkeit führten (vgl. auch den Bericht Dr. med. F.________ vom 16.
November 2001). Die Beurteilung des Gutachters steht im Einklang mit der
Prognose des früheren Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. med. U.________,
der in seinem Bericht vom 28. August 2001 - also ebenfalls vor dem Unfall -
auf die Wahrscheinlichkeit weiterer Schmerzschübe und ein dauernd vorhandenes
Verspannungsgefühl hinwies; die damaligen Beschwerden wurden im Zusammenhang
mit dem früheren Unfall vom 8. Juli 1999 diskutiert. Die Schlussfolgerung,
dem Unfall vom 28. Dezember 2001 sei im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
keine ursächliche Bedeutung mehr für die von der geschädigten Halswirbelsäule
ausgehenden Nacken- und Hinterkopfbeschwerden zugekommen, ist deshalb
begründet.

3.
3.1 Die Beschwerdeführerin erlitt beim Auffahrunfall vom 28. Dezember 2001
eine HWS-Distorsion. Anlässlich der ambulanten Behandlung in der
Notfallabteilung des Spitals Y.________ wurden Nacken-, Brust- und
Kopfschmerzen festgestellt. In der Folge kamen weitere Beschwerden hinzu,
welche zum typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma gehören,
nämlich Schwindel, Übelkeit und Schlafstörungen wie auch Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen. Mit Blick auf das Unfallgeschehen, die Art der
erlittenen Verletzung und die in der Folge aufgetretenen Beschwerden käme an
sich - wie von der Beschwerdeführerin postuliert - die Anwendung der
Rechtsprechung zur Adäquanzbeurteilung bei einem Unfall mit Schleudertrauma
der HWS oder diesem äquivalenten Verletzungen (BGE 117 V 359) in Frage.
Voraussetzung dieser besonderen Kausalitätsbeurteilung ist aber, dass die
festgestellten Gesundheitsschädigungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfall stehen, was im
vorliegenden Fall nicht oder nur zum Teil zutrifft (vgl. oben E. 2 und unten
E. 3.2).
3.2 Die Beschwerdeführerin leidet neben den im Vordergrund stehenden Kopf-
und Nackenschmerzen auch unter Schwindel und leichten neurologischen
Beeinträchtigungen. Umstritten ist insbesondere, ob die neuropsychologischen
Beeinträchtigungen auf den versicherten Unfall zurückzuführen sind. Während
der Gutachter A.________ die Auffassung vertritt, die Beschwerdeführerin habe
sich beim Unfall vom 28. Dezember 2001 (nur) möglicherweise eine milde
traumatische Hirnschädigung, welche die neuropsychologischen Defizite
erklären würde, zugezogen, kommt der Neuropsychologe lic. phil. H.________
zum Ergebnis, für die festgestellte leichte neuropsychologische
Funktionsschwäche seien mehrere Faktoren ursächlich, wobei ein
unfallbedingter hirnorganischer Faktor teilweise am aktuellen Bild beteiligt
sei. Die Vorinstanz begründet in überzeugender Würdigung der Akten, weshalb
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die
Beschwerdeführerin beim Unfall ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Was die
Beschwerdeführerin dagegen vorbringen lässt, kann nicht zu einer anderen
Beurteilung führen. Insbesondere kann nicht gesagt werden, die Vorinstanz
habe eine eigene medizinische Beurteilung vorgenommen. Die Vorinstanz
würdigte nämlich lediglich und richtigerweise die vorhandenen Akten
hinsichtlich der in dem Gutachten A.________ und dem neuropsychologischen
Bericht unterschiedlich beantworteten Frage nach dem Eintritt einer milden
traumatischen Hirnschädigung anlässlich des Unfalls vom 28. Dezember 2001 und
zeigte dabei auf, dass sich aufgrund der echtzeitlichen Unterlagen weder
feststellen lässt, dass überhaupt ein Kopfanprall stattgefunden hat noch dass
eine Amnesie eingetreten wäre. Letztere bildet zwar keine notwendige
Voraussetzung für die Annahme eines leichten Schädelhirntraumas. Sie hätte
aber im vorliegenden Fall, in welchem einerseits der Kopfanprall zweifelhaft
und andererseits ein früheres Unfallereignis mit Beteiligung des Kopfes
aktenkundig ist, die These vom Auftreten einer derartigen Verletzung
erhärtet. Unter den gegebenen sachverhaltsmässigen Umständen erscheint die
Beurteilung des Gutachters, eine milde traumatische Hirnschädigung sei zwar
möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich, als einleuchtend. Mit der
abweichenden Einschätzung des Neuropsychologen lic. phil. H.________ hat sich
Dr. med. A.________ auseinandergesetzt. Er begründet in nachvollziehbarer
Weise, weshalb er diese nicht übernimmt. Weil sich das Gutachten A.________
auch hinsichtlich der Beurteilung der Unfallkausalität der
neuropsychologischen Defizite als schlüssig erweist, kann auch unter diesem
Aspekt auf die Einholung des verlangten neurologischen Obergutachtens
verzichtet werden.

3.3 Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon
auszugehen, dass der status quo sine bezüglich der Kopf- und Nackenschmerzen
spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. med. A.________ erreicht
war. Für die Schwindelbeschwerden besteht zwar eine organische Ursache
(kalorische Untererregbarkeit des linken Gleichgewichtorgans). Diese ist aber
schwerlich - sicher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit -
unfallbedingt (Bericht PD Dr. med. L.________ vom 16. Juli 2004). Die
festgestellten neuropsychologischen Beeinträchtigungen sind höchstens
möglicherweise, nicht aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch eine
anlässlich des versicherten Unfalles erlittene hirnorganische Schädigung
erklärbar; eher ist davon auszugehen, dass diese Beeinträchtigungen
schmerzbedingt (Schmerzinterferenz) sind. Die neuropsychologischen
Beeinträchtigungen sind deshalb nur insofern und solange als unfallbedingt zu
betrachten, als die Kopf- und Nackenschmerzen unfallkausal erscheinen. Mit
der Vorinstanz ist im Zeitpunkt der Leistungseinstellung der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen den geklagten somatischen Beschwerden und dem
Unfall vom 28. Dezember 2001 zu verneinen.

4.
4.1 Der Psychotherapeut M. T.________ diagnostizierte in seinen Berichten vom
18. Dezember 2002 und 16. März 2003 eine posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10: F43.1) und eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2). Wie sich aus
diesen Diagnosen und den Darlegungen in den beiden Berichten schliessen
lässt, erachtet der Psychotherapeut den versicherten Unfall als Ursache für
das psychische Leiden, welches sich in Schlafproblemen, Lärmempfindlichkeit,
Rückzug, Tendenz zur Isolation, Angstzuständen und depressiven
Stimmungsschwankungen äussere.

Während in der neuropsychologischen Beurteilung ausdrücklich festgehalten
wird, die festgestellten Leistungseinbussen seien nicht durch psychische
Beschwerden überdeckt, vermag der Gutachter Dr. med. A.________ ein
psychisches Leiden weder zu bestätigen noch zu verneinen. Er meldet aber
Zweifel an der gestellten Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
an, weil das Unfallereignis hierfür nicht geeignet sei.

4.2 Das kantonale Gericht lässt die Frage nach dem Vorliegen unfallkausaler
psychischer Beschwerden mit dem Hinweis auf den fehlenden adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und allfälligen psychischen Beschwerden
offen. Die Beschwerdeführerin hält demgegenüber dafür, ergänzende
psychiatrische Abklärungen seien schon im Hinblick auf die Wahl der Methode
der Adäquanzprüfung unabdingbar. Wie es sich damit verhält, ist im Folgenden
zu prüfen.

4.3 Die Vorinstanz nimmt die Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung zu
psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) und nicht nach derjenigen bei
Schleudertraumaverletzungen vor. Die Beschwerdeführerin führt demgegenüber
unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (RKUV 2002 Nr. U 465
S. 438 E. 3 a und b, U 164/01) aus, es gehe nicht an, längere Zeit nach einem
Unfall, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas
gehörenden physischen Beschwerden weitgehend abgeheilt seien, die
fortbestehenden psychischen Beschwerden nach der Rechtsprechung zu
psychischen Unfallfolgen zu beurteilen. Weil vorliegend zumindest am Anfang
ein erhebliches unfallkausales somatisches Beschwerdebild vorhanden gewesen
und keine psychische Überlagerung festgestellt worden sei, sei die Vorinstanz
zu Unrecht auf die Praxis zu psychischen Unfallfolgen ausgewichen.

Mit dieser Argumentation verkennt die Beschwerdeführerin, dass vorliegend die
physischen Beschwerden gerade nicht abgeklungen sind. Vielmehr blieben sie
weiterhin wirksam und beeinflussen den Gesundheitszustand sowie die sich
daraus ergebende Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
massgeblich. Weggefallen ist lediglich die anfänglich zu bejahende
Unfallkausalität dieser physischen Beschwerden. Voraussetzung für die
Anwendung der besonderen Kausalitätsbeurteilung nach
Schleudertraumaverletzungen ist aber, dass die dem typischen Beschwerdebild
zuzurechnenden physischen wie auch psychischen Komponenten unfallbedingt sind
(vgl. BGE 119 V 335). Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht die Adäquanzprüfung
nicht nach der Rechtsprechung für Schleudertraumaverletzungen, sondern nach
derjenigen für psychische Unfallfolgen vorgenommen. Angesichts der
dargestellten rechtlichen Ausgangslage kann auf die beantragte ergänzende
psychiatrische Abklärung verzichtet werden. Es stellt sich weder die Frage
einer allfälligen psychischen Überlagerung (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a S. 99)
noch ist von Belang, ob und wie sich allfällige psychische Beschwerden auf
die bei der Adäquanzbeurteilung massgeblichen Kriterien auswirken, weil
solche bei der Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung zur Beurteilung
psychischer Unfallfolgen ohnehin ausser Betracht zu bleiben haben.

4.4 Hinsichtlich der Adäquanzprüfung kann vollumfänglich auf die Erwägungen
des angefochtenen Entscheids verwiesen werden. Auch seitens der
Beschwerdeführerin wird zu Recht nicht geltend gemacht, die Adäquanz sei bei
Anwendung der Rechtsprechung zur Beurteilung psychischer Unfallfolgen zu
bejahen.

5.
Das Verfahren ist in reduziertem Rahmen kostenpflichtig (Art. 65 Abs. 1 und
Abs. 4 lit. a BGG). Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin als der
unterliegenden Partei aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung (im Sinne der vorläufigen Befreiung von den
Gerichtskosten und der unentgeltlichen Verbeiständung) kann entsprochen
werden, weil die Bedürftigkeit ausgewiesen ist, die Beschwerde nicht als
aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung durch einen Rechtsanwalt
geboten war (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 125 V 371 E. 5b S. 372 mit
Hinweisen). Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf Art. 64 Abs. 4 BGG
hingewiesen, wonach die begünstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu
leisten haben wird, wenn sie später dazu im Stande ist.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt,
indes vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.

4.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung wird Rechtsanwalt Alex
Beeler, Luzern, für das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse
eine Entschädigung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer)
ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern,
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit
schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 13. Dezember 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Flückiger