Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.291/2007
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8C_291/2007

Urteil vom 14. Januar 2008

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Frésard,
Gerichtsschreiberin Schüpfer.

N. ________, Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger,
Freie Strasse 82, 4051 Basel,

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Laupenstrasse 27, 3008 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt
vom 16. April 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1962 geborene N.________ war als Landarbeiterin in der Firma X.________
beschäftigt und bei den Berner Versicherungen (nunmehr Allianz Suisse
Versicherungs-Gesellschaft, im Folgenden: Allianz) gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 12. Januar 1998 erlitt sie als
Beifahrerin einen Unfall auf der Autobahn, als die Lenkerin die Herrschaft
über ihr Fahrzeug verlor und in die Leitplanke prallte. Nach einer Kontrolle
im Universitätsspital Y.________ wurde sie nach Hause entlassen. Dr. med.
K.________ von der Reha-Klinik B.________ stellte am 10. Februar 1998 die
Diagnosen einer HWS-Distorsion, eines cervical- und cervicocephalen Syndroms
sowie verschiedene Verdachtsdiagnosen einer Segmentblockade thoracal, einer
ISG-Blockade und einer leichten traumatischen Hirnschädigung. Die Allianz
erbrachte Versicherungsleistungen (Heilbehandlung; Taggeld). Nach Scheitern
eines Arbeitsversuchs mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im Sommer 1998 sowie
stationären und ambulanten Behandlungen und Abklärungen gab die
Unfallversicherung eine multidisziplinäre Begutachtung an der Klinik
L.________ in Auftrag. Die Expertise datiert vom 12. Januar 2001. Als
Diagnosen werden eine Symptomausweitung mit passiv-regressivem
Krankheitsbewältigungsstil, ein Verdacht auf Anpassungsstörung mit mittel-
bis schwergradigem depressivem Syndrom (ICD-10:F43.21) und ein Status nach
linksseitiger Frontalkollision mit HWS-Distorsion mit chronifiziertem
cervicovertebralem und cervicocephalem Syndrom sowie neuropsychologischen
Defiziten angeführt. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den Befunden
und dem Unfall wird bejaht. Die Arbeitsfähigkeit werde namhaft von den
somatisch deutlichen Struktur- und Funktionsveränderungen im Bereiche der
Halswirbelsäule und des Schultergürtels beeinflusst. Von noch viel grösserer
Bedeutung seien jedoch die psychiatrisch bedingten Beeinträchtigungen. Es
wird eine stationäre psychiatrische Behandlung empfohlen. Diese fand im
Frühjahr 2003 in der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) A.________
statt, brachte aber nicht die erhofften Besserungen. Im Juli 2003 kam es zu
einer abschliessenden Begutachtung in L.________, wobei die Diagnosen einer
schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome, einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung, einer posttraumatischen Belastungsstörung und
eines Status nach linksseitiger Frontalkollision mit HWS-Distorsion mit
chronifiziertem cervicovertebralem und cervicocephalem Syndrom sowie
neuropsychologischen Defiziten gestellt wurden. Wiederum wurde der natürliche
Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom Januar 1998 bejaht und ein erheblicher
Integritätsschaden festgestellt (Gutachten vom 30. Juli 2003).

Mit Verfügung vom 10. Mai 2006 eröffnete die Allianz der N.________ die
Einstellung der Versicherungsleistungen ab 30. April 2006. Zur Begründung
wurde ausgeführt, die anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden stünden nicht
in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis. Daran hielt
sie auf Einsprache der Versicherten hin fest (Einspracheentscheid vom 22.
Juni 2006).

B.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des
Kantons Basel-Stadt ab (Entscheid vom 16. April 2007).

C.
N.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
und beantragen, in Aufhebung des kantonalen Entscheides seien ihr auch ab dem
1. Mai 2006 Versicherungsleistungen auszurichten, wobei insbesondere eine
100%ige Invalidenrente und eine 80%ige Integritätsentschädigung festzusetzen
und weiterhin Heilkosten zu bezahlen seien.

Die Allianz schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für
Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art.
106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend
gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann
eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es
kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden
Begründung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht
prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten,
wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu
prüfen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann
die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht
nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Im Beschwerdeverfahren um die
Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Militär- oder
Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und
Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
2.1 Strittig ist der von der Beschwerdegegnerin verfügte und vorinstanzlich
bestätigte Fallabschluss (Einstellung sämtlicher Leistungen aus dem Ereignis
vom 12. Januar 1998) am 30. April 2006. Während die Allianz und das kantonale
Gericht hinsichtlich der über den genannten Zeitpunkt hinaus von der
Versicherten geklagten Beschwerden die Adäquanz des Kausalzusammenhanges mit
dem Unfall verneinen, macht die Beschwerdeführerin geltend, der anhaltende
Gesundheitsschaden sei unter anderem somatischer Natur und stehe in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem versicherten Ereignis.
Die Beschwerdegegnerin sei daher weiterhin leistungspflichtig.

2.2 Das kantonale Gericht hat die Rechtsgrundlagen der umstrittenen
Leistungspflicht des Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG) und die
Rechtsprechung zu dem für diese vorausgesetzten natürlichen
Kausalzusammenhang im Allgemeinen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen)
und bei Schleudertraumen der Halswirbelsäule (HWS) oder äquivalenten
Verletzungsmechanismen im Besonderen (BGE 119 V 335 E. 2b/aa S. 340; RKUV
2000 Nr. U 359 S. 29) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.

3.
Einig ist man sich hinsichtlich der Tatsache, dass die im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung durch die Unfallversicherung, also im Mai 2006
vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden zumindest teilweise auf das Ereignis
vom 12. Januar 1998 zurückzuführen sind und der natürliche Kausalzusammenhang
zu bejahen ist (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 117 V 359 E. 4b S. 360).
Umstritten ist einzig die Adäquanz.

4.
4.1 Die Adäquanzbeurteilung nach einem Unfall mit HWS-Schleudertrauma (ohne
organisch [hinreichend] nachweisbare Funktionsausfälle) hat grundsätzlich
nach der in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 und 369 E. 4b S. 382 dargelegten
Rechtsprechung zu erfolgen, sofern innerhalb einer Latenzzeit von höchstens
72 Stunden Kopf- oder Nackenschmerzen auftreten (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 f.
E. 5e, U 264/97) und sich in der Folge das für derartige Verletzungen
charakteristische Beschwerdebild (dazu BGE 119 V 335 E. 1 S. 338) zeigt (vgl.
BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103). Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte
Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, dass die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen (vgl. dazu: BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 117 V 359 E. 4b S.
360) zumindest teilweise vorliegen, und dass diese im Vergleich zur
psychischen Problematik nicht ganz in den Hintergrund treten, erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 und 369 E.
4b S. 382 festgelegten Kriterien (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99 mit Hinweisen).

4.2 Nicht zulässig ist es, längere Zeit nach einem Unfall, wenn die zum
typischen Beschwerdebild gehörenden physischen Beschwerden weitgehend
abgeklungen sind, die psychische Problematik aber fortbesteht, diese fortan
nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen,
während sie in einem früheren Stadium, als das typische Beschwerdebild noch
ausgeprägt war, nach der Schleudertrauma-Praxis beurteilt worden wäre.
Vielmehr ist in einem solchen Fall zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen
Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen
Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und
damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die
Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V
133) zu beurteilen (RKUV 2002 Nr. U 465 S. 439 E. 3b, U 164/01; Urteil G. vom
31. August 2007 U 286/06).

5.
5.1 In der Verfügung vom 10. Mai 2006 verneint die Allianz die Adäquanz
zwischen dem Unfall und den persistierenden Beschwerden unter Anwendung der
in BGE 115 V 133 veröffentlichten Rechtsprechung zu den psychischen
Unfallfolgen. Es wird nicht begründet, weshalb sie zur Beurteilung nicht
diejenige nach einem Unfall mit HWS-Schleudertrauma herangezogen hat. Im
Einspracheentscheid vom 22. Juni 2006 und im kantonalen Entscheid vom 16.
April 2007 wird argumentiert, ab dem Aufenthalt in der Reha-Klinik B.________
im Oktober 1998 sei von einer psychischen Fehlentwicklung auszugehen, welche
in der Folge laufend zugenommen habe. Die im Gutachten der Klinik L.________
vom 30. Juli 2003 diagnostiziere anhaltende somatoforme Schmerzstörung würden
die Beschwerden hinreichend erklären, weshalb die physischen Beschwerden im
Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Entscheid nur eine
untergeordnete Rolle spielten.

5.2 Entgegen der vorinstanzlichen Darstellung ist auf Grund der medizinischen
Akten nicht eindeutig auf ein rein psychisches Beschwerdebild zu schliessen.
Sowohl im Erstgutachten vom 12. Januar 2001, als auch im Abschlussgutachten
vom 30. Juli 2003 kamen die Spezialärzte an der Klinik L.________ zur
Erkenntnis, als Folge der HWS-Distorsion seien neben den psychiatrischen
Befunden ein chronifiziertes cervicoverebrales und cervicocephales Syndrom
und neuropsychologische Defizite festzustellen. Somatisch seien deutliche
Struktur- und Funktionsveränderungen im Bereiche der Halswirbelsäule und des
Schultergürtels festzustellen, welche alleine schon die Arbeitsfähigkeit
namhaft beeinflussen würden (Gutachten vom 12.1.2001, S. 26). Auf die bei der
Schlussbegutachtung gestellte Frage nach dem Vorliegen von sogenannten
typischen Beschwerden nach einem Schleudertrauma antworteten die Experten,
aus somatischer Sicht seien die von der Versicherten angegebenen Beschwerden
im Bereiche der Nackenmuskulatur und des Kopfes gemäss wissenschaftlicher
Erkenntnis mit einer Häufigkeit von 70 bis 100 % vorhanden; sie seien daher
als typisch zu beurteilen. Die bei der Beschwerdeführerin im Vordergrund
stehenden psychiatrischen Symptome seien zwar nicht sehr häufig anzutreffen,
aber trotzdem als typisch für die initiale Verletzung anzusehen (Gutachten
vom 30.7.2003, S. 14f.). Allein für die schwere, sehr stark schmerzhafte
Funktionseinschränkung der Wirbelsäule, somit unter Ausschluss der
psychischen Unfallfolgen, attestiert der Rheumatologe Dr. med. Knüsel einen
Integritätsschaden von 50 %.

Bei einer solchen Konstellation kann nicht davon ausgegangen werden, die
physischen Beeinträchtigungen hätten nur eine untergeordnete Rolle gespielt
und seien damit ganz in den Hintergrund getreten. Vielmehr hat - entgegen dem
Einspracheentscheid und dem kantonalen Entscheid - die in BGE 117 V 359
begründete Rechtsprechung zur Anwendung zu gelangen. Dabei wird auf eine
Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet
(BGE 117 V 359 E. 6a S. 367).

6.
6.1 Der von der Beschwerdeführerin 12. Januar 1998 erlittene Unfall, bei
welchem das Fahrzeug, in dem sie sich als Beifahrerin auf der Autobahn
befand, zuerst mit der rechten Leitplanke kollidierte und von dort quer über
beide Fahrstreifen in eine Mauer der Mittelleitplanke katapultiert wurde, ist
dem mittleren Bereich zuzuordnen, ohne dass ein Grenzfall zu schweren oder zu
den leichten Unfällen anzunehmen wäre. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs
ist demnach zu bejahen, falls ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien
(besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; ungewöhnlich
lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der
Arbeitsunfähigkeit) in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die zu
berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise
erfüllt sind (BGE 117 V 359 S. 367 f.).
6.2
6.2.1 Von besonders dramatischen Begleitumständen oder von einer besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalles kann nicht gesprochen werden. Ebenso wenig
erfüllt die HWS-Distorsion das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der
erlittenen Verletzungen (vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3 mit
Hinweisen [Urteil C. vom 15. März 2005, U 380/04]). Anhaltspunkte für eine
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte,
liegen nicht vor.

6.2.2 Gemäss Gutachten vom 30. Juli 2003 leidet die Beschwerdeführerin bei
einem Status nach HWS-Distorsionstrauma 1998 unter anderem an einem
chronifizierten cervikovertebralen und cervikocephalen Schmerzsyndrom mit
neuropsychologischen Defiziten, auch wenn dieses durch verschiedene
zusätzliche Faktoren wie eine schwere depressive Episode und eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung erheblich mitunterhalten wird. In Würdigung der
gesamten Sachlage ist das Kriterium der Dauerbeschwerden gegeben.

6.2.3 Bezüglich der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist
eine Behandlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach einem
Schleudertrauma der HWS oder äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem
Beschwerdebild noch als in einem üblichen Rahmen liegend zu betrachten
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 462/04 vom 13. Februar
2006, E. 2.4.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin steht seit dem Unfall
in Behandlung, wobei die psychiatrische im Gutachten vom Januar 2001 noch als
zu wenig intensiv erachtet worden war, weshalb die Spezialisten von der
Klinik L.________ einen stationären Aufenthalt in der PUK empfahlen, welcher
in der Folge auch durchgeführt worden war. Bis zum Verfügungserlass im Mai
2006 stand sie in regelmässiger ärztlicher Behandlung. Auch diesbezüglich ist
bei einer weit über drei Jahre reichenden Dauer von einem erfüllten Kriterium
auszugehen.

6.2.4 Schliesslich ist auch das Kriterium der langandauernden
Arbeitsunfähigkeit erfüllt, nachdem die Beschwerdeführerin seit dem Unfall im
Januar 1998 - mit Ausnahme einer drei bis vier Monate dauernden 50%igen
Arbeitsfähigkeit vom Juli 1998 bis Oktober 1998, der vom Arbeitgeber als
nicht verständlicher Arbeitsversuch gewertet wurde ("Sie sei sehr bald
weinend zu ihm [dem Chef] gekommen, weil sie die Arbeit nicht erledigen
könne: Sie habe von Schmerzen und Schwindel berichtet. Es sei für ihn
ersichtlich gewesen, dass Frau N.________ die Arbeit aus gesundheitlichen
Gründen endgültig nicht mehr bewältigen könne") - immer zu mindestens 70 %
arbeitsunfähig war. Bis zur verfügten Einstellung der Versicherungsleistungen
ergibt das eine über acht Jahre dauernde Arbeitsunfähigkeit in erheblichem
Ausmass, weshalb dieses Kriterium mit Sicherheit erfüllt ist.

6.3 Eine Gesamtwürdigung des Unfallgeschehens und der unfallbezogenen
Kriterien, welche in gehäufter Weise erfüllt sind, ergibt, dass dem Unfall
vom 12. Januar 1998 für die über den 30. April 2006 hinaus anhaltenden
gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit Einschränkung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt, weshalb die Adäquanz,
entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin, zu bejahen
ist. Hinsichtlich der Zusprechung konkreter Versicherungsleistungen wird auf
die Beschwerde nicht eingetreten, da die Beschwerdegegnerin darüber noch zu
verfügen haben wird.

7.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten dem
Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführerin steht eine aufwandgemässe Parteientschädigung
zu (Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des
Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 16. April 2007 und der
Einspracheentscheid der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft vom
22. Juni 2006 werden aufgehoben. Im Übrigen wird auf die Beschwerde nicht
eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 2500.- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientschädigung des vorangegangenen
Verfahrens an das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 14. Januar 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung  Schüpfer