Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.320/2007
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8C_320/2007

Urteil vom 7. Dezember 2007

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterinnen Widmer, Leuzinger,
Gerichtsschreiber Holzer.

T. ________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Rémy Wyssmann,
Hauptstrasse 36, 4702 Oensingen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt
vom 26. April 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1983 geborene T.________ war als Lagerarbeiter bei der Firma X.________
AG angestellt und über diese bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert,
als er am 28. Juli 2003 bei der Arbeit von einer Leiter ungefähr vier Meter
in die Tiefe fiel und sich dabei den dritten Lendenwirbelkörper brach. Die
SUVA anerkannte in der Folge ihre Leistungspflicht für diesen Berufsunfall.
Mit Schreiben vom 20. September 2004 stellte die Versicherung die
Taggeldleistungen per 31. Oktober 2005 ein, da der Versicherte stellenlos und
auf dem allgemeinen zumutbaren Arbeitsmarkt zu mindestens 75 % arbeitsfähig
sei. Diese Einstellung bestätigte die Verwaltung in der Folge mit Verfügung
vom 6. April 2005. Die dagegen erhobene Einsprache hiess die SUVA mit
Entscheid vom 16. August 2005 in dem Sinne teilweise gut, als der Versicherte
Anspruch auf Taggelder auf der Basis einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der
Zeit zwischen dem 1. November 2004 und dem 4. April 2005 habe. Ab dem 5.
April 2005 seien die Taggelder einzustellen.

Da der Kreisarzt, Dr. med. W.________, am 10. Oktober 2005 festgehalten
hatte, dass nunmehr ein stabiler Gesundheitszustand vorliege, stellte die
SUVA mit Verfügung vom 11. Oktober 2005 ihre Leistungen ein und verneinte
gleichzeitig den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung. Mit Einspracheentscheid vom 10. Mai 2006 hielt die
Verwaltung an ihrer Verfügung vom 11. Oktober 2005 fest.

B.
Nachdem T.________ sowohl gegen den Einspracheentscheid vom 16. August 2005
als auch gegen jenen vom 10. Mai 2006 rechtzeitig Beschwerde erhoben hatte,
vereinigte das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt die beiden Verfahren
und wies die Beschwerden nach Parteiverhandlung am 26. April 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt T.________, ihm seien unter Aufhebung der beiden
Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides weiterhin die gesetzlichen
Leistungen nach Massgabe einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 %,
eventuell nach Massgabe einer Invalidität von mindestens 10 % zuzüglich eines
Verzugzines von 5 % zuzusprechen. Zudem beantragt er für das
bundesgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die
Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides
über Eingliederungsmassnahmen nach IVG.

Während die SUVA auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das
Bundesamt für Gesundheit auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art.
106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend
gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann
eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es
kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden
Begründung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht
prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten,
wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu
prüfen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann
die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht
nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht
nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Der Beschwerdeführer beantragt die Sistierung des Verfahrens bis zum
Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides betreffend
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung.

Gemäss Art. 6 Abs. 1 BZP in Verbindung mit Art. 71 BGG kann das Gericht aus
Gründen der Zweckmässigkeit das Verfahren aussetzen, insbesondere wenn das
Urteil von der Entscheidung in einem anderen Rechtsstreit beeinflusst werden
kann.
Entgegen der Ansicht des Versicherten hängt der Ausgang des vorliegenden
Verfahrens nicht vom Entscheid betreffend Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung ab, da es für einen Fallabschluss ausreicht, dass von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung
mit Art. 30 UVV). Das Sistierungsgesuch ist somit abzuweisen.

3.
Der Versicherte rügt, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei dadurch
verletzt worden, dass ihm das kantonale Gericht keine Abschrift des
Verhandlungsprotokolls vom 26. April 2007 zustellte. Gemäss Eingabe der
Vorinstanz vom 20. Juni 2007 werden Protokollabschriften vom
Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt nicht unaufgefordert zusammen mit dem
Urteil verschickt, sondern den Parteien - wie auch im Falle des
Beschwerdeführers - nur auf entsprechendes Verlangen hin zugestellt. Diese
Vorgehensweise erscheint zweckmässig und führt nicht zu einer Verletzung des
rechtlichen Gehörs.

4.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz
gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a
S. 158, je mit Hinweisen). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im
Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (Kummer, Grundriss des
Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht
hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen.
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S.
360, 125 V 193 E. 2 S. 195, je mit Hinweisen; vgl. 130 III 321 E. 3.2 und
3.3, S. 324). Diesbezüglich ist in beweisrechtlicher Hinsicht ergänzend
festzustellen, dass für den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten
entscheidend ist, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet
sind. Ausschlaggebend ist grundsätzlich weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351
E. 3a S. 352, 122 V 157 E. 1c S. 160 mit Hinweisen). In Bezug auf Berichte
von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen. Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein,
dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das
Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (BGE 125 V 351
E. 3b S. 353 mit Hinweisen).

5.
Nachdem der Kreisarzt Dr. med. W.________ am 4. April 2005 berichtete, die
aktuellen konditionellen Bemühungen des Versicherten hätten schon bald in
dessen Eigenverantwortung überzugehen, hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer
Verfügung vom 6. April 2005 explizit fest, dass der medizinische Endzustand
noch nicht effektiv erreicht worden sei. Folgerichtig übernahm sie im
Frühjahr und Sommer 2005 weiterhin die Kosten der Physiotherapie. Gestützt
auf die Ergebnisse der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. Oktober 2005
befürwortete Dr. med. W.________ den Fallabschluss. Dementsprechend verneinte
die SUVA mit Verfügung vom 11. Oktober 2005 den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Rente und bestimmte damit gleichzeitig das Datum
des Erreichens des medizinischen Endzustandes. Entgegen der Ansicht der
Vorinstanz, dass bereits nach dem 4. April 2005 keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen sei, ist kein Grund
ersichtlich, diesbezüglich von der Beurteilung des Kreisarztes abzuweichen.
Somit ist davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand am 10. Oktober
2005 erreicht wurde, weshalb die am 11. Oktober 2005 verfügte Einstellung der
Heilbehandlung nicht zu beanstanden ist.

6.
Vor Bundesgericht ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Taggelder in der
Zeit bis zum 4. April 2005 nicht mehr streitig. Während die SUVA davon
ausging, dass er ab dem 5. April 2005 keinen Taggeldanspruch mehr habe, macht
der Versicherte geltend, er sei auch nach dem 5. April 2005 noch zu 50 %
arbeitsunfähig gewesen.

6.1 Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder teilweise
arbeitsunfähig, so hat er gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.
Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er
erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn
einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG). Daraus
folgt, dass ein Taggeldanspruch längstens bis zum Fallabschluss gegeben sein
kann, bei andauernder Arbeitsunfähigkeit besteht danach allenfalls ein
Anspruch auf eine definitive Rente (Art. 19 Abs. 1 UVG) oder, wenn noch kein
rechtskräftiger Entscheid über Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung vorliegt, auf eine Übergangsrente (Art. 19 Abs. 3 UVG
in Verbindung mit Art. 30 UVV).

6.2 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu
leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Eine Person gilt
demnach als arbeitsunfähig, wenn sie infolge eines Gesundheitsschadens ihre
bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder nur unter der
Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben kann (BGE 114 V
281 E. 1c S. 283 f.; RKUV 1987 Nr. U 27 S. 393 E. 2b S. 394 [U 106/86], je
mit Hinweisen). Massgebend ist grundsätzlich die auf Grund ärztlicher
Feststellungen ermittelte tatsächliche Unfähigkeit, am angestammten
Arbeitsplatz nutzbringend tätig zu sein, nicht hingegen die bloss
medizinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 114 V 281 E.
1c S. 283 f.; RKUV 1987 Nr. U 27 S. 393 E. 2b S. 394 [U 106/86], je mit
Hinweisen). Der Grad der Arbeitsunfähigkeit ist indessen nur solange unter
Berücksichtigung des bisherigen Berufs festzusetzen, als von der versicherten
Person vernünftigerweise nicht verlangt werden kann, ihre restliche
Arbeitsfähigkeit in einem anderen Berufszweig zu verwerten. Versicherte, die
ihre restliche Arbeitsfähigkeit nicht verwerten, obgleich sie hiezu unter
Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage und gegebenenfalls einer bestimmten
Anpassungszeit in der Lage wären, sind nach der beruflichen Tätigkeit zu
beurteilen, die sie bei gutem Willen ausüben könnten (BGE 115 V 133 E. 2 mit
Hinweisen); das Fehlen des guten Willens ist nur dort entschuldbar, wo es auf
einer Krankheit beruht. Bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten
Beruf hat die versicherte Person daher andere ihr offenstehende
Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen, und zwar solange, als man dies unter den
gegebenen Umständen von ihr verlangen kann (BGE 114 V 281 E. 1d S. 283; RKUV
1987 Nr. U 27 S. 393 E. 2b S. 394 [U 106/86]). Dabei ist der versicherten
Person eine Übergangszeit von drei bis fünf Monaten zur Stellensuche und zur
Anpassung an die veränderten Verhältnisse einzuräumen (BGE 114 V 281 E. 5b
S. 290, RKUV 2005 Nr. KV 342 S. 356, S. 358 [K 42/05]).

6.3 Dr. med. R.________ äusserte sich als Privatgutachter des
Beschwerdeführers am 21. März 2005 zu dessen Gesundheitszustand. Dieser Arzt
hielt den Versicherten zum Zeitpunkt der Untersuchung (17. März 2005) in
seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist zu 100 % arbeitsunfähig; in einer
leichten Tätigkeit mit wechselnder gehender, stehender und sitzender
Postition betrage die Arbeitsfähigkeit 50 %. Kreisarzt Dr. med. W.________
berichtete am 4. April 2005, der Beschwerdeführer sei tauglich für ganztags
zu besorgende leichte bis mittelschwere abwechslungsreiche Tätigkeiten ohne
Rückenmonotonie mit Traglimiten von zehn bis zwanzig Kilogramm stehend bzw.
fünf bis zehn Kilogramm gehend. Die von Dr. med. R.________ bescheinigte
halbe Arbeitsfähigkeit gelte nur für die konditionellen Probleme bis zur
Einarbeitung an einer neuen Stelle. Der behandelnde Arzt Dr. med. F.________
hat dem Versicherten in Kenntnis der Einschätzung des Kreisarztes am 13.
April 2005 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt; ab dem 25. April 2005
war der Beschwerdeführer nach Ansicht des Dr. med. F.________ voll
arbeitsfähig. Aufgrund dieser ärztlichen Stellungnahmen ist davon auszugehen,
dass der Versicherte über den 5. April 2005 hinaus vorübergehend selbst in
einer angepassten Tätigkeit noch zu 50 % arbeitsunfähig war; ab 25. April
2005 bestand dann nach dem Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit.

6.4 Am 5. April 2005 war der Beschwerdeführer schon seit längerer Zeit in
seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist arbeitsunfähig. Da er von Seiten
der SUVA bereits am 20. September 2004 aufgefordert worden war, sich bei der
Arbeitslosenkasse anzumelden und damit seine Arbeitsfähigkeit in einem
anderen Beruf zu verwerten, ist die dem Versicherten einzuräumende
Anpassungsfrist abgelaufen. Zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit in der hier
strittigen Zeit ist daher auch eine zumutbare Tätigkeit in einem anderen
Beruf zu berücksichtigen. Es ist daher nachfolgend zu prüfen, ob er mit einer
solchen Tätigkeit das Einkommen, welches er überwiegend wahrscheinlich nach
dem 5. April 2005 ohne Unfall bezogen hätte, hätte erzielen können (vgl. BGE
114 V 281 E. 3c S. 286).

6.4.1 Bezüglich des Einkommens, welches der Versicherte ohne Unfall hätte
erzielen können, kann nicht unbesehen auf das Valideneinkommen gemäss der
angefochtenen Verfügung der Invalidenversicherung vom 27. Februar 2006
abgestellt werden. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers war er nie
gleichzeitig als Lagerist und als Pizzakurier tätig. Den Akten ist zu
entnehmen, dass sein Vertrag mit der Firma P.________, auf Ende März 2003
beendet wurde. Die Tätigkeit als Lagerarbeiter bei der Firma L.________ GmbH
nahm er demgegenüber erst am 14. April 2003 auf. Seine neue Arbeitgeberin hat
den Beschwerdeführer als willigen und zuverlässigen Mitarbeiter
kennengelernt, so dass davon auszugehen ist, dass er ohne Unfall weiterhin in
dieser Firma tätig gewesen wäre. Somit ist das Valideneinkommen ausgehend vom
Verdienst in dieser Tätigkeit zu bestimmen. Der Versicherte erzielte einen
Stundenlohn von Fr. 20.31; dies ergibt bei einer durchschnittlich tatsächlich
geleisteten Arbeitszeit von 50,875 Stunden pro Woche ein Jahressalär für das
Jahr 2003 von Fr. 53'730.10 (20,31 x 50,875 x 52). Angepasst an die
Entwicklung der nominalen Männerlöhne bis zum Jahr 2005 beträgt das
Valideneinkommen somit Fr. 54'663.10 (Fr. 53'730.10 x (1992 : 1958); vgl.
Tabelle B 10.3 in: Die Volkswirtschaft 11/2007, S. 99).

6.4.2 Nach dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil des Dr. med. W.________ ist
davon auszugehen, dass dem Versicherten ein breiter Fächer möglicher
Verweisungstätigkeiten offfenstand. Zur Bestimmung des nach dem 5. April 2005
zumutbarerweise erzielbaren Einkommens ist daher von den Männerlöhnen gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2004 auszugehen (vgl. zur
analogen Vorgehensweise bei der Bestimmung des Invalideneinkommens: BGE 129 V
472 E. 4.2.1 S. 475). Im Anforderungsniveau 4 beträgt der Totalwert
Fr. 4'588.- (vgl. Tabelle TA1 der LSE 2004). Dieser Betrag ist auf ein
Jahresgehalt und auf die im Jahre 2004 betriebsübliche Arbeitszeit von 41,6
Stunden (vgl. Tabelle B 9.2 in: Die Volkswirtschaft 11/2007, S. 98)
umzurechnen und ebenfalls der Nominallohnentwicklung anzupassen. Unter
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges (BGE 126 V 75) von 5 % vom
Tabellenlohn (vgl. das Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 138/00 vom
21. Februar 2001), resultiert für die Zeit zwischen dem 5. und dem 25. April
2005 bei einer 50%igen Einsatzfähigkeit ein zumutbares Einkommen von Fr.
27'431.75 (Fr. 4'588.- x 12 x (41,6 : 40) x (1992 : 1975) x 95 % x 50 %)
sowie für die Zeit ab 26. April 2005 bei einer in Bezug auf eine angepasste
Tätigkeit voller Einsatzfähigkeit ein solches von Fr. 54'863.55 (Fr. 4'588.-
x 12 x [41,6 : 40] x [1992 : 1975] x 95 %).

6.5 Vergleicht man die zumutbaren Einkommen mit jenem Einkommen, welches der
Versicherte überwiegend wahrscheinlich ohne Gesundheitsschaden erzielt hätte,
so ergibt sich für die Zeit zwischen dem 5. und dem 25. April 2005 eine
unfallbedingte Einbusse von Fr. 27'231.85 (Fr. 54'663.10 - Fr. 27'431.75),
was gerundet einer Arbeitsfähigkeit von 50 % entspricht. Ab 26. April 2005
war es dem Beschwerdeführer zumutbar, die ihm in einer angepassten Tätigkeit
verbleibende volle Leistungsfähigkeit ohne Verdiensteinbusse zu verwerten.
Somit hat der Versicherte vom 5. bis 25. April 2005 Anspruch auf ein Taggeld
in der Höhe von 50 %. Ab 26. April 2005 war er in Bezug auf eine angepasste
Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig, weshalb ab diesem Zeitpunkt kein Anspruch
auf Taggeld mehr besteht.

7.
Der Versicherte macht nicht geltend, sein Gesundheitszustand habe sich nach
dem 26. April 2005 verschlechtert. War er indessen ab diesem Datum in der
Lage, das Einkommen welches er vor dem Unfall mit einem Vollzeitpensum zu
beziehen vermochte, zumutbarerweise wieder zu erzielen, so ist daraus ohne
weiteres der Schluss zu ziehen, dass der Beschwerdeführer auch nach dem
Erreichen des medizinischen Endzustandes und dem Fallabschluss am 11. Oktober
2005 keine unfallbedingte Erwerbseinbusse hinzunehmen hatte und damit kein
Anspruch auf eine Invalidenrente bestand.

8.
Da der Beschwerdeführer lediglich in einem untergeordneten Nebenpunkt obsiegt
(Taggeldanspruch während zwanzig Tagen), rechtfertigt es sich, ihm die
Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG) und von der
Zusprechung einer Parteientschädigung Umgang zu nehmen (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Ebenso kann es bei der Verlegung der Parteikosten im vorinstanzlichen
Verfahren sein Bewenden haben. Dem Gesuch des Versicherten um unentgeltliche
Rechtspflege ist demgegenüber stattzugeben, da die entsprechenden
gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Es wird
indessen ausdrücklich auf Art. 64 Abs. 4 BGG aufmerksam gemacht, wonach die
begünstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie
später dazu in der Lage ist.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Sistierungsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. In teilweiser Aufhebung des
Entscheides des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 26. April 2007
und des Einspracheentscheides der SUVA vom 16. August 2005 wird festgestellt,
dass eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bis zum 25. April 2005 gegeben war. Ab
dem 26. April 2005 besteht kein Taggeldanspruch mehr. Im Übrigen wird die
Beschwerde abgewiesen.

3.
Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt, indes
vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.

5.
Rechtsanwalt Rémy Wyssmann, Oensingen, wird aus der Gerichtskasse eine
Entschädigung von Fr. 2'500.- ausgerichtet.

6.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 7. Dezember 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Holzer