Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.321/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_321/2007

Urteil vom 6. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Bundesrichterin Leuzinger,
Gerichtsschreiber Jancar.

Parteien
K.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin Petra Oehmke
Schiess, Bahnhofplatz 9, 8910 Affoltern am Albis,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 7. Mai 2007.

Sachverhalt:

A.
A.a Der 1953 geborene K.________ war seit 1. März 1997 als Gipser beim
Gipsergeschäft I.________ angestellt. Am 27. Januar 2004 stürzte er aus ca. 4 m
Höhe von einer Leiter und zog sich dabei eine nicht subkapitale Humerusfraktur
rechts mit leicht dislozierten Abrissfrakturen der Tubercula majus und minus
zu. Vom 4. August bis 8. September 2004 war er in der Rehaklinik B.________
hospitalisiert. Am 4. Oktober 2004 meldete er sich bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle zog diverse
Arztberichte bei. Mit Verfügung vom 22. März 2005 verneinte sie den Anspruch
auf berufliche Massnahmen. Die hiegegen erhobene Einsprache wies sie mit
Entscheid vom 18. Mai 2005 ab. Mit Verfügung vom 3. August 2005 verneinte sie
den Rentenanspruch (Invaliditätsgrad 29 %). Dagegen erhob der Versicherte
ebenfalls Einsprache. Die IV-Stelle holte einen Bericht des Augenarztes Dr.
med. E.________ vom 2. Dezember 2005 ein. Mit Entscheid vom 15. Februar 2006
wies sie auch diese Einsprache ab.
A.b Mit Verfügung vom 24. Mai 2005 sprach die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) dem Versicherten ab 1. Juni 2005 eine
Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 29 % und eine
Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 15 % zu. Die
hiegegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 15. Juli 2005 ab. Die
dagegen eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich mit Entscheid vom 7. Mai 2007 ab. Diese Sache ist Gegenstand des beim
Bundesgericht hängigen Verfahrens 8C_319/2007.

B.
Die gegen den Einspracheentscheid der IV-Stelle vom 15. Februar 2006 erhobene
Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid
vom 7. Mai 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte die Aufhebung des kantonalen
Entscheides und Zusprechung einer ganzen, eventuell einer halben
Invalidenrente. Eventuell sei das kantonale Gericht anzuweisen, seine
Arbeitsfähigkeit nochmals einlässlich medizinisch abzuklären. Ferner verlangt
er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das letztinstanzliche
Verfahren.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Beschwerde, während das Bundesamt für
Sozialversicherungen auf eine Vernehmlassung verzichtet.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140).
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder
ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG) und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Es ist aufgrund der Vorbringen in der Beschwerde zu prüfen, ob der
angefochtene Gerichtsentscheid in der Anwendung der massgeblichen materiell-
und beweisrechtlichen Grundlagen Bundesrecht verletzt (Art. 95 BGG),
einschliesslich einer allfälligen rechtsfehlerhaften Tatsachenfeststellung
(Art. 97 BGG). Hingegen hat eine freie Überprüfung des vorinstanzlichen
Entscheides in tatsächlicher Hinsicht ebenso zu unterbleiben wie eine Prüfung
der Ermessensbetätigung nach den Grundsätzen zur Angemessenheitskontrolle (BGE
126 V 75 E. 6 S. 81 mit Hinweisen). Auch besteht Bindung an die Parteianträge
(nicht publ. E. 2.2 des Urteils BGE 133 V 640).

2.
2.1 Der Einspracheentscheid datiert vom 15. Februar 2006, weshalb die am 1.
Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen des IVG vom 6. Oktober 2006 und der
IVV vom 28. September 2007 (5. IV-Revision) nicht anwendbar sind (BGE 129 V 354
E. 1 S. 356). Die Vorinstanz hat die Bestimmungen über die Invalidität (Art. 8
Abs. 1 ATSG, Art. 4 IVG), die Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen
Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V
343 E. 3.4 S. 348) sowie die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs
(vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt betreffend die
Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs (BGE 131 V 120 E. 3.3.3 S. 123), die
Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen; vgl.
BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweis) sowie die Bestimmung des trotz
Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch erzielbaren Einkommens
(Invalideneinkommen) nach den vom Bundesamt für Statistik in der
Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelten Tabellenlöhnen oder der Dokumentation
von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 und E.
4.2.3 S. 481). Darauf wird verwiesen.

2.2 Zu ergänzen ist, dass das ATSG (in Kraft seit 1. Januar 2003) hinsichtlich
des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen
gebracht hat, weshalb die davor hiezu ergangene Rechtsprechung weiterhin
massgebend ist (BGE 130 V 343 ff.); hieran hat auch die 4. IV-Revision (in
Kraft sei 1. Januar 2004) nichts geändert (Urteil I 128/07 vom 16. Januar 2008,
E. 2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob er
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V
351 E. 3a S. 352; SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2, U 571/06).

3.
3.1 Die aufgrund von medizinischen Untersuchungen gerichtlich festgestellte
Arbeits(un)fähigkeit ist Entscheidung über eine Tatfrage. Gleiches gilt für die
Frage, ob sich eine Arbeits(un)fähigkeit in einem bestimmten Zeitraum verändert
hat. Tatfrage ist weiter, in welchem Umfang eine versicherte Person vom
funktionellen Leistungsvermögen und vom Vorhandensein bzw. von der
Verfügbarkeit psychischer Ressourcen her eine (Rest-)Arbeitsfähigkeit aufweist
und ihr die Ausübung entsprechend profilierter Tätigkeiten zumutbar ist, es sei
denn, andere als medizinische Gründe stünden der Bejahung der Zumutbarkeit im
Einzelfall in invalidenversicherungsrechtlich erheblicher Weise entgegen.
Soweit die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen auf die
allgemeine Lebenserfahrung gestützt wird, geht es um eine Rechtsfrage (BGE 132
V 393 E. 3.2 S. 397 ff.).

3.2 Die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdigungsregeln
nach Art. 61 lit. c ATSG ist Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397
ff.; Urteil 8C_18/2007 vom 1. Februar 2008, E. 1.2.3). Die konkrete
Beweiswürdigung wie auch die antizipierte Beweiswürdigung (als Teil derselben;
in BGE 133 III 638 nicht publizierte E. 3 des Urteils 5A_453/2007 vom 3.
Oktober 2007) betreffen Tatfragen, die das Bundesgericht lediglich auf
offensichtliche Unrichtigkeit und Rechtsfehlerhaftigkeit hin zu überprüfen
befugt ist (Art. 105 Abs. 2 BGG). Unter diesem Blickwinkel hält ein Verzicht
der Vorinstanz auf weitere Beweisvorkehren aufgrund antizipierter
Beweiswürdigung etwa dann nicht stand, wenn die Sachverhaltsfeststellung
unauflösbare Widersprüche enthält (vgl. BGE 124 II 103 E. 1a S. 105; in BGE 126
III 431 nicht publizierte E. 4c/bb des Urteils 5P.119/2000 vom 24. Juli 2000)
oder wenn eine entscheidwesentliche Tatsache auf unvollständiger
Beweisgrundlage - beispielsweise ohne Beizug des notwendigen Fachwissens
unabhängiger Experten/Expertinnen, obwohl im Einzelfall unabdingbar -
beantwortet wird (vgl. etwa BGE 132 III 83 E. 3.5 S. 88; vgl. auch Urteil I
1051/06 vom 4. Mai 2007, E. 3.3 und 3.4 [publ. in: SVR 2007 IV Nr. 39 S. 132]).
Dagegen ändern blosse Zweifel an der Richtigkeit der vorinstanzlichen
Sachverhaltsfeststellung an deren Verbindlichkeitswirkung gemäss Art. 105 Abs.
1 BGG nichts (Urteil 9C_539/2007 vom 31. Januar 2008, E. 2.2.2 mit weiteren
Hinweisen).

4.
4.1 Im psychosomatischen Konsilium vom 6. September 2004 diagnostizierten die
Dres. med. A.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
O.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Arzt, Rehaklinik
B.________, eine Anpassungsstörung in psychosozialer Belastungssituation
(ICD-10: F43.2) mit teils dysfunktionalem Umgang. Die Kriterien für eine
depressive Episode oder eine posttraumatische Belastungsstörung seien nicht
erfüllt. Zudem bestehe der Verdacht auf eine somatoforme Komponente. Allerdings
sei es aus sprachlichen Gründen schwierig, den Versicherten differenziert zu
explorieren.

Im Austrittsbericht vom 28. September 2004 stellten die Dres. med. M.________,
Assistenzarzt/praktischer Arzt, und T.________, Spezialarzt FMH Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Rehaklinik B.________,
folgende Diagnosen: A. Unfall vom 27. Januar 2004 (Sturz von Leiter aus ca. 4 m
Höhe); subkapitale Humerusfraktur rechts mit leicht dislozierten
Abrissfrakturen der Tubercula majus und minus, zeitgerecht gut konsolidiert;
frozen shoulder, Hinweise für retraktile Kapsulitis. B. Anpassungsstörung in
psychosozialer Belastungssituation (ICD-10: F43.2) mit teils dysfunktionalem
Umgang. C. Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt. D. Adipositas (BMI
33,4). Als Bauarbeiter sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Die Arbeit
als Gipser sei ihm auch langfristig nicht zumutbar. Empfohlen werde eine
kreisärztliche Untersuchung in ca. zwei Monaten und bei stagnierendem Verlauf
eine Zumutbarkeitsbeurteilung sowie Fallabschluss, falls der Versicherte von
medizinischen Massnahmen nicht mehr profitieren könne. Im Bericht zu Handen der
IV-Stelle vom 18. Oktober 2004 legten die Dres. med. M.________ und T.________
ohne weitere Untersuchung des Versicherten dar, Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit habe seit 27. Januar 2004 die "Diagnose A", nicht aber die
"Diagnose B, C und D" gemäss dem Bericht vom 28. September 2004.

4.2 Der Hausarzt Dr. med. A.________, Allgemeine Medizin FMH, stellte im
Bericht vom 5. Januar 2005 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: Retinablutung mit Blindheit rechtes Auge; subkapitale
Humerusfraktur rechts mit leicht dislozierten Abrissfrakturen der Tubercula
majus und minus. Die Hypertonie sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Seit 27. Januar 2004 sei der Versicherte als Gipser zu 100 % arbeitsunfähig.

4.3 Der Kreisarzt Dr. med. W.________, Facharzt für Chirurgie FMH, führte im
Bericht vom 11. Januar 2005 aus, es bestehe eine eindeutige Symptomausweitung.
Als Restfolgen bestünden eine massive PHS (periarthropathia humeroscapularis)
der rechten Schulter nach Humeruskopfmehrfragmentfraktur konsolidiert in guter
Stellung bei massiver Funktionseinschränkung/Bewegung: aktive Elevation/
Abduktion 20°, passiv bis mindestens zur Waagrechten; Krafteinbusse; leichte
Ruheschmerzen und belastungsabhängige Verstärkung; bildgebend arthrotische und
degenerative Veränderungen des rechten Schultergelenks. Die angestammte
Tätigkeit als Gipser sei aufgrund der somatischen Befunde nicht mehr möglich.
Vollzeitlich und vollschichtig zumutbar seien leichte Tätigkeiten,
Zusatzbelastungen vom Boden bis Tischhöhe vereinzelt 10 kg, von der Hüfte bis
Schulterhöhe 2 bis 1 kg, wechselbelastend, an tischhoher Oberfläche bei freier
Arbeitsposition. Arbeitsrahmen: 1 bis 2 m2 mit Abspreizbewegungen 50 bis 60 cm.
Unzumutbar seien Zwangshaltungen für die rechte Schulter; repetitive Stoss-,
Zug- und Drehbewegungen für den rechten Arm; Bewegungen über Schulterhöhe;
schwere Arbeiten wie Spitzen, Hämmern, Bohren, Vibrationen. Der linke
adominante Arm sei voll einsetzbar. Am ehesten vorstellbar seien leichte
Montage- oder Sortierarbeiten bis Arbeitshöhe Tischfläche, Kontrollaufgaben,
Übermittlungsaufgaben, Transportaufgaben mit leichten Gewichten für den linken
Arm ohne Beschränkung für die Gehdistanz.

4.4 Der Augenarzt Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht vom 2.
Dezember 2005 rechts einen Status nach ischämischer Venenastthrombose temporal
unten, bestehend seit 24. September 2003. Aus ophthalmologischer Sicht bestehe
100%ige Arbeitsfähigkeit.

5.
5.1 Die Vorinstanz hat erwogen, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sei
ausschliesslich unfallbedingt, weshalb sich die IV-Stelle zu Recht an den
SUVA-Feststellungen orientiert habe. Die Schwellungstendenz der rechten Hand
auch ohne entsprechende Belastung sei gemäss Beurteilung der Rehaklinik
B.________ schonungsbedingt, mithin ein Element der dysfunktionalen
Schmerzbewältigung, also einer der Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Es sei auf die Einschätzung des Kreisarztes Dr. med.
W.________ vom 11. Januar 2005 abzustellen, wonach der Versicherte in
leidensangepasster Arbeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt existierten Stellen, die dem Belastungsprofil des Dr. med.
W.________ entsprächen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern zusätzliche
Abklärungen weitere Erkenntnisse bringen könnten.

5.2 Der Versicherte macht im Wesentlichen geltend, der SUVA-Entscheid beruhe
hinsichtlich der festgestellten Arbeitsfähigkeit auf willkürlichen
tatsächlichen Annahmen. Er könne aufgrund der vom Kreisarzt festgestellten
Einschränkungen weder mit der rechten noch mit der linken Hand mehr als 2 kg
bis Schulterhöhe heben, den Arm kaum abspreizen und infolgedessen unmöglich das
heute erforderliche Arbeitstempo einhalten. Es hätte eine interdisziplinäre
Begutachtung angeordnet werden müssen. Denn ohne zusätzliche psychiatrische
Abklärung lasse sich nicht eruieren, ob eine Arbeitsunfähigkeit auch aus
psychischen Gründen resultiert habe. Die Anpassungsstörung habe möglicherweise
im Jahre 2004 keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt. Ohne neuerliche
Abklärung hätten IV-Stelle und Vorinstanz nicht davon ausgehen dürfen, dass
sich die Anpassungsstörung auch im Zeitpunkt des Einpracheentscheides im Jahre
2006 nicht verschlechtert und chronifiziert habe. Zudem könne nicht beurteilt
werden, ob eine somatofome Schmerzstörung im Sinne der Praxis vorliege. Die
Tatsache, dass er auf einem Auge praktisch erblindet sei, möge für sich allein
vielleicht zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen. Anders verhalte
sich die Situation, wenn er aufgrund der Schulterprobleme auf einen
Nischenarbeitsplatz angewiesen wäre. Gerade leichte körperliche Arbeiten und
Kontrollarbeiten bedingten regelmässig eine gute Sehschärfe auf beiden Augen.
Seine Arbeitsunfähigkeit müsse aufgrund der funktionellen Unbrauchbarkeit des
rechten Arms und der rechten Hand, der Anpassungsstörung, der einseitigen
Erblindung und der Hypertonie gänzlich verneint werden.

6.
6.1
6.1.1 Im psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik B.________ vom 6. September
2004, erstellt gestützt auf eine Untersuchung des Versicherten vom 2. September
2004, wurde zu seiner Arbeits(un)fähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht
Stellung genommen. Weiter ist es fragwürdig, wenn in diesem Konsilium - mehr
als sieben Monate nach dem Unfall vom 27. Januar 2004 - noch eine
Anpassungsstörung in psychosozialer Belastungssituation (ICD-10: F43.2) mit
teils dysfunktionalem Umngang diagnostiziert wurde. Denn nach ICD-10: F43.2
beginnt die Anpassungsstörung im allgemeinen innerhalb eines Monats nach dem
belastenden Ereignis und die Symptome halten meist nicht länger als sechs
Monate an, ausser bei der längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F43.21). Sehr
heftige und länger als sechs Monate andauernde sind unter ICD-10: F43.21 zu
verschlüsseln (vgl. Dilling/ Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch
diagnostische Leitlinien, 5. A., Bern etc. 2005, S. 171).

Im Austrittsbericht der Rehaklinik B.________ vom 28. September 2004 empfahlen
die Dres. med. M.________ und T.________ eine kreisärztliche Untersuchung in
ca. zwei Monaten und bei stagnierendem Verlauf eine Zumutbarkeitsbeurteilung.
Soweit diese beiden Ärzte im Bericht vom 18. Oktober 2004 darlegten, die
psychiatrische Diagnose habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, ist
festzuhalten, dass ihnen in psychiatrischer Hinsicht die Fachkompetenz fehlt
und dieser Bericht auch nicht auf einer weiteren Untersuchung des Versicherten
beruhte.
Eine zusätzliche psychiatrische Abklärung (neben derjenigen vom 2. September
2004) wurde bis zum massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides (15.
Februar 2006; BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) nicht durchgeführt.
6.1.2 Weiter ist Folgendes zu beachten: Der bestmöglichen sprachlichen
Verständigung zwischen Experte und versicherter Person kommt insbesondere bei
der psychiatrischen Abklärung besonderes Gewicht zu. Auf der anderen Seite
besteht kein Anspruch auf Untersuchung in der Muttersprache der versicherten
Person oder den Beizug eines Übersetzers. Zu beachten ist sodann, dass der
Beizug eines Dolmetschers auch problematische Aspekte hat, ist der Gutachter
doch auf möglichst spontane, unverfälschte Antworten angewiesen, andernfalls
deren Aussagekraft herabgesetzt ist. Die Frage, ob eine medizinische Abklärung
unter Beizug eines Dolmetschers im Einzelfall geboten ist, hat grundsätzlich
der Gutachter im Rahmen sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden.
Entscheidend dafür, ob und in welcher Form bei medizinischen Abklärungen dem
Gesichtspunkt der Sprache respektive der sprachlichen Verständigung Rechnung
getragen werden muss, ist letztlich die Bedeutung der Massnahme im Hinblick auf
die in Frage stehende Leistung. Es geht um die Aussagekraft und damit die
beweismässige Verwertbarkeit des Gutachtens als Entscheidungsgrundlage. Danach
müssen die Feststellungen des Experten nachvollziehbar sein, seine Beschreibung
der medizinischen Situation muss einleuchten und die Schlussfolgerungen müssen
begründet sein (E. 2.2 hievor; Urteil U 336/06 vom 30. Juni 2007, E. 8.2.1 mit
Hinweisen).

Im psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik B.________ vom 6. September 2004
wurde neben der Diagnose einer Anpassungsstörung ausgeführt, die Kriterien für
eine depressive Episode oder eine posttraumatische Belastungsstörung seien
nicht erfüllt. Es bestehe der Verdacht auf eine somatoforme Komponente.
Allerdings sei es aus sprachlichen Gründen schwierig, den Versicherten
differenziert zu explorieren (E. 4.1 hievor). Unter diesen Umständen drängt
sich eine psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers in seiner
Muttersprache oder unter Beizug eines Dolmetschers auf. In diesem Lichte
erfüllt die bisherige psychiatrische Abklärung nicht die
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine medizinische
Beurteilungsgrundlage (E. 2.2 hievor).

6.2 Die im Austrittsbericht der Rehaklinik B.________ vom 28. September 2004
empfohlene kreisärztliche Untersuchung wurde am 11. Januar 2005 vom Chirurgen
Dr. med. W.________ durchgeführt. Dieser stellte im Bericht gleichen Datums
unter anderem eine eindeutige Symptomausweitung fest, ohne sich zur psychischen
Problematik zu äussern, wozu ihm übrigens die Fachkompetenz fehlte. Aus
somatischer Sicht widersprüchlich und klärungsbedürtig ist, dass Dr. med.
W.________ in diesem Bericht einerseits angab, der linke adominante Arm sei
vollumfänglich einsetzbar, gleichzeitig aber ausführte, der linke Arm ertrage
nur leichte Gewichte.

6.3 Nach dem Gesagten enthält der vorinstanzliche Entscheid nicht für den
gesamten relevanten Zeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheides (15.
Februar 2006) rechtsgenügliche Feststellungen zum psychischen Beschwerdebild
und zur Arbeits(un)fähigkeit des Versicherten aus psychischer und somatischer
Sicht, denen mit Blick auf Art. 105 Abs. 1 BGG Verbindlichkeit beigemessen
werden kann. Festzuhalten ist weiter, dass es beim Zusammenwirken von
physischen und psychischen Beeinträchtigungen grundsätzlich nicht
gerechtfertigt ist, die somatischen und psychischen Befunde isoliert zu
betrachten (Urteil I 130/06 vom 9. Mai 2007, E. 8.4). Die Sache ist daher in
Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (E. 3.2 hievor) zwecks Einholung eines
interdisziplinären medizinischen Gutachtens und erneuter Verfügung über den
Rentenanspruch an die IV-Stelle zurückzuweisen (vgl. auch erwähntes Urteil
9C_539/2007, E. 3.4; Urteil I 1048/06 vom 13. Dezember 2007, E. 7.2). Damit
bleiben den Parteien alle Rechte, insbesondere der doppelte Instanzenzug,
gewahrt (vgl. BGE 125 V 413 E. 2c S. 417; Urteil U 11/07 vom 27. Februar 2008,
E. 11.3).

7.
7.1 In erwerblicher Hinsicht sind Rechtsfragen die gesetzlichen und
rechtsprechungsgemässen Regeln über die Durchführung des Einkommensvergleichs
(Art. 16 ATSG; BGE 130 V 121, 343 E. 3.4 S. 348, 129 V 222), einschliesslich
derjenigen über die Anwendung der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
LSE (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). In dieser Sicht stellt sich die
Feststellung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen als Tatfrage dar,
soweit sie auf konkreter Beweiswürdigung beruht, hingegen als Rechtsfrage,
soweit sich der Entscheid nach der allgemeinen Lebenserfahrung richtet.
Letzteres betrifft etwa die Frage, ob Tabellenlöhne anwendbar sind, welches die
massgebliche Tabelle ist und ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig
begründeter) Leidensabzug (hiezu vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481)
vorzunehmen ist. Dagegen beschlägt der Umgang mit den Zahlen in der
massgeblichen LSE-Tabelle Tatfragen. Schliesslich ist die Frage nach der Höhe
des (im konkreten Fall grundsätzlich angezeigten) Leidensabzuges eine typische
Ermessensfrage, deren Beantwortung letztinstanzlicher Korrektur nur mehr dort
zugänglich ist, wo das kantonale Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt
hat, also Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung vorliegt
(BGE 132 V 393 E. 3.3. S. 399; erwähntes Urteil 8C_18/2007, E. 1.2.2 mit
Hinweis).

7.2 IV-Stelle und Vorinstanz gingen gestützt auf die Berechnung der SUVA von
einem Valideneinkommen des Versicherten als Gipser von Fr. 66'228.- aus. Dieser
Betrag basiert auf den Angaben seiner letzten Arbeitgeberin, wonach er im Jahre
2004 ohne den Unfall Fr. 65'572.- (Fr. 5044.- x 13) verdient hätte. Die SUVA
rechnete eine Teuerung von 1 % auf, was für das Jahr 2005 Fr. 66'228.- ergab.
Der Versicherte macht - wie bereits vorinstanzlich - geltend, das
Valideneinkommen sei unbestritten und betrage angepasst an die
Nominallohnentwicklung bis zum Jahre 2005 Fr. 66'555.-.

Die Nominallohnentwicklung für Männer im Baugewerbe betrug zwischen den Jahren
2004 und 2005 1,1 % (vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Männer,
2002-2006, T1.1.93_V). Der Validenlohn für das Jahr 2005 ist demnach auf Fr.
66'293.- (Fr. 65'572.- plus 1,1 %) festzusetzen.

8.
8.1
8.1.1 Hinsichtlich des Invalideneinkommens hat die Vorinstanz erwogen, aufgrund
des LSE-Tabellenlohns für das Jahr 2004 betrage dieses Fr. 57'258.-. Die
IV-Stelle habe der SUVA folgend aufgrund der DAP ein Invalideneinkommen von Fr.
47'100.- errechnet, was einem Abzug von rund 18 % gegenüber dem
LSE-Tabellenlohn entspreche. Damit sei den gesundheitlichen Einschränkungen des
Versicherten genügend Rechnung getragen worden.
8.1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, grundsätzlich müsse seine
Arbeitsfähigkeit gänzlich verneint werden (vgl. E. 5.2 hievor), was den
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ergebe. Selbst wenn nicht, müsste seine
Leistungseinschränkung oder das Erfordernis vermehrter Pausen bei der
Festsetzung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden. In Anbetracht der
Tatsache, dass er weder mit der rechten noch mit der linken Hand mehr als 2 kg
bis Schulterhöhe heben könne, den Arm kaum abspreizen und folglich unmöglich
das heute erforderliche Arbeitstempo einhalten könne, sei es völlig
unrealistisch und willkürlich, ihm im Alter von 54 Jahren ein
Invalideneinkommen von Fr. 47'000.- anzurechnen. Soviel verdienten viele
Arbeitnehmer selbst bei bester Gesundheit heute nicht. Zumindest in der
Gastronomie als auch in der Produktion lägen die durchschnittlichen Einkommen
erheblich tiefer, was sich übrigens aus den von der SUVA eingereichten
DAP-Unterlagen ergebe. Der vorinstanzlich vorgenommene Leidensabzug von 18 %
erscheine angesichts seiner gesundheitlichen Leiden und seiner Alters als
willkürlich. Es sei der maximale Leidensabzug von 25 % zu veranschlagen, was
bei einer 75%igen Arbeitsfähigkeit gestützt auf die LSE-Tabelle 1,
Anforderungsniveau 4, ein Invalideneinkommen von Fr. 32'625.- und verglichen
mit dem Valideneinkommen von Fr. 66'555.- einen Invaliditätsgrad von 51 %
ergebe.

8.2 Über das zu veranschlagende Invalideneinkommen und die Frage, ob und
bejahendenfalls in welchem Umfang von einem allfällig heranzuziehenden
Tabellenlohn ein Abzug gerechtfertigt ist (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 und 4.2.3 S.
475 und 481), kann erst nach rechtsgenüglicher Ermittlung der Arbeits(un)
fähigkeit befunden werden (E. 6.3 hievor; vgl. auch Urteil I 785/06 vom 31.
Oktober 2007, E. 8). Im Hinblick auf das weitere Vorgehen ist Folgendes zu
ergänzen:
8.2.1 Der IV-Stelle kann nicht vorgeschrieben werden, welche Berechnungsmethode
- LSE-Tabellen- oder DAP-Löhne - sie bei der Berechnung des Invalideneinkommens
heranzuziehen hat. Im Gegensatz zur Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt
auf LSE-Löhne sind allerdings bei der Heranziehung von DAP-Profilen Abzüge vom
Durchschnittswert unzulässig (BGE 129 V 472; Urteil U 407/06 vom 3. September
2007, E. 4.3.1 und 4.4).
8.2.2 Das Alter des Versicherten (geb. 10. April 1953) fällt kaum ins Gewicht,
weil Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden
und sich das Alter bei Männer-Hilfsarbeitertätigkeiten im Anforderungsniveau 4
(einfache und repetitive Tätigkeiten) ab dem 40. Altersjahr bis zum Lebensalter
63/65 sogar lohnerhöhend auswirkt (LSE 2002 Tabelle TA9 S. 55, LSE 2004 Tabelle
TA9 S. 65; vgl. auch AHI 1999 S. 237 E. 4c; Urteile U 11/07 vom 27. Februar
2008, E. 8.3, und 8C_223/2007 vom 2. November 2007, E. 6.2.2).
8.2.3 Die Vorinstanz hat das Valideneinkommen für das Jahr 2005 bestimmt und
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf die LSE des Jahres 2004
abgestellt (E. 7.2 und 8.1.1 hievor). Entgegen diesem Vorgehen sind Validen-
und Invalideneinkommen auf der Basis des gleichen Jahres und auch für das Jahr
des streitigen Einspracheentscheides (2006) zu bestimmen (BGE 128 V 174).

9.
Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten
(Art. 66 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 68 Abs. 1 BGG) zu tragen und dem
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zu entrichten (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist damit
gegenstandslos.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 7. Mai 2007 und der
Einspracheentscheid der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 15. Februar 2006
werden aufgehoben und die Sache wird an die IV-Stelle des Kantons Zürich
zurückgewiesen, damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen,
über den Rentenanspruch neu verfüge.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 1500.- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientschädigung des
vorangegangenen Verfahrens an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich, der Ausgleichskasse des Kantons Zürich und dem Bundesamt für
Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 6. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

i.V. Lustenberger Jancar