Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.330/2007
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8C_330/2007

Urteil vom 3. Januar 2008

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Heine.

G. ________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Susanne
Schaffner-Hess, Dornacherstrasse 10, 4600 Olten,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 25. April 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1955 geborene G.________ arbeitete seit 13. Februar 1989 bei der Firma
P.________ AG als Direktionsassistentin und war bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert. Am 23. Februar 2004 zog sie sich bei einer Frontalkollision eine
Zerrung der Halswirbelsäule (HWS) zu. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen
Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Nach einer erneuten Untersuchung und
Bericht des Kreisarzts Dr. med. C.________ vom 4. Oktober 2005 stellte die
SUVA mit Verfügung vom 13. Dezember 2005 die laufenden Taggeldzahlungen mit
Arbeitsaufnahme vom 5. Oktober 2005 und die Leistungen für Heilkosten ab 31.
Dezember 2005 ein, da der Status quo sine ab 4. Oktober 2005 erreicht sei.
Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 16. Mai 2006 fest.

B.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons
Aargau ab (Entscheid vom 25. April 2007).

C.
G.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen und das Rechtsbegehren
stellen, die SUVA sei, in Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids, zu
verpflichten, über den 31. Dezember 2005 hinaus weiterhin Heilungskosten und
weitere Versicherungsleistungen zu erbringen.

Die SUVA beantragt Abweisung der Beschwerde, während das Bundesamt für
Gesundheit auf Vernehmlassung verzichtet.

Erwägungen:

1.
Das kantonale Gericht hat die gesetzliche Bestimmung über den Anspruch auf
Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie
die Grundsätze zu dem für die Leistungspflicht des Unfallversicheres
vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181,
402 E. 4.3.1 S. 406) und zum Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) zutreffend wiedergegeben. Darauf wird verwiesen.

2.
Streitig und zu prüfen ist, ob für die Zeit über den 31. Dezember 2005 hinaus
ein behandlungsbedürftiger und/oder zu Arbeitsunfähigkeit führender
Gesundheitsschaden auszumachen ist, welcher in natürlich kausaler Weise auf
den versicherten Unfall vom 23. Februar 2004 (Auffahrunfall) zurückzuführen
ist.

2.1 Laut angefochtenem Entscheid sind sich die beteiligten Mediziner
hinsichtlich der somatischen Befunde weitgehend einig. Demnach leidet die
Beschwerdeführerin an vorbestehenden Veränderungen der HWS. Mit Blick auf die
Kausalitätsbeurteilung folgert die Vorinstanz, dass die Schmerzen ohne die
vorbestehenden Veränderungen der Wirbelsäule nicht oder zumindest nicht im
geklagten Ausmass aufgetreten wären, weshalb gesamthaft von einem Status quo
sine ab 4. Oktober 2005 (100%ige Arbeitsaufnahme ab 5. Oktober 2005)
auszugehen sei.

2.2 Die Beschwerdeführerin behauptet, sie habe vor dem Unfall nicht an
Rückenbeschwerden gelitten. Weiter führt sie hingegen aus, zwei Jahre vor dem
Unfall habe sie sich letztmals ärztlich wegen Rückenbeschwerden behandeln
lassen. Seit dem Unfall sei es immer wieder zu Rückfällen gekommen. Da sich
die Diskusprotrusionen nachweislich verschlimmert hätten, sei der Status quo
sine nicht erreicht.

2.3 Dr. med. L.________, Röntgeninstitut, hält im Bericht vom 1. März 2004
fest, es liege eine minimale Anteroposition von C3 gegenüber C4 um ca. 3 mm
vor. Festzustellen seien auch mehrsegmentale degenerative Veränderungen mit
Osteochondrosen und Uncarthrosen sowie beginnende Spondylosen. Im Bericht vom
25. März 2004 bestätigt Dr. med. L.________ den Befund und ergänzt, es handle
sich um persistierende, cervicale Schmerzen, welche seit 2 bis 3 Jahren
vorbestehen würden. Im kreisärztlichen Bericht vom 3. Dezember 2004 schliesst
Dr. med. C.________ auf eine Traumatisierung eines wesentlichen Vorzustandes.
Die bildgebende Untersuchung von Dr. med. V.________,
Medizinisch-Radiologisches Institut, konkretisiert die Befunde der
Voruntersuchungen (Bericht vom 6. Juli 2005). Im Bericht vom 4. Oktober 2005
hält der Kreisarzt Dr. med. C.________ sodann fest, dass unter
Berücksichtigung der bildgebenden vorbestehenden Pathologie und der nicht
symptomfreien Verhältnisse vor dem Unfall der Status quo sine erreicht sei.
Anlässlich des Unfalls habe sich die Beschwerdeführerin keine strukturellen
Verletzungen der Halswirbelsäule zugezogen, denn die nach einer Woche
abgebildeten Diskusprotrusionen seien auch anlässlich einer erneuten
MRI-Untersuchung im Vergleich unverändert. Eine richtungsweisende
Verschlechterung könne ausgeschlossen werden.
Insgesamt geben die medizinischen Unterlagen ein einheitliches Bild, das von
Dr. med. C.________ in der ärztlichen Beurteilung vom 4. Oktober 2005
zusammengefasst wurde. Mit der Vorinstanz ist deshalb auf die medizinische
Beurteilung abzustellen, wonach die Kollision eine traumatische
Verschlimmerung des bereits vor dem Ereignis gegebenen degenerativen
Zustandes auslöste, jedoch spätestens am 4. Oktober 2005 der Status quo sine
erreicht war. Demnach ist überwiegend wahrscheinlich, dass gesamthaft die
degenerativen Vorzustände durch den Unfall zwar vorübergehend traumatisch
verschlimmert wurden, dieser sich aber nicht auf die bereits bestehende
degenerative Veränderung richtungsweisend ausgewirkt hat. Von weiteren
medizinischen Abklärungen kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE
122 V 162 E. 1d S. 162) abgesehen werden. Die - vorinstanzlich bestätigte -
Leistungseinstellung der Taggelder ab 100%iger Arbeitsaufnahme ab 5. Oktober
2005 und Heilbehandlungen auf den 31. Dezember 2005 erfolgte demnach zu Recht

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 3. Januar 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

i.V. Leuzinger Heine