Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.355/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_355/2007

Urteil vom 16. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Polla.

Parteien
Unfallversicherung Stadt Zürich, Stadelhoferstrasse 33, 8001 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Guy Reich,
Münchhaldenstrasse 24, 8008 Zürich.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 11. Mai 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1965 geborene B.________ war als Pflegerin tätig und dadurch bei der
Unfallversicherung Stadt Zürich gegen Unfallfolgen versichert, als sie am 13.
September 2002 als Fahrgast eines Busses der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich
(VBZ) einen Verkehrsunfall erlitt. Als der Buschauffeur eine Vollbremsung
vornehmen musste, schlug sie mit dem Gesicht gegen eine Glastrennwand. Der
gleichentags aufgesuchte Hausarzt Dr. med. A.________, Allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte mit Arztzeugnis vom 8. November 2002 multiple Kontusionen sowie
eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS). Er bestätigte eine volle
Arbeitsaufnahme ab 16. Oktober 2002. Die Unfallversicherung Stadt Zürich
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Im
Überweisungsschreiben an die Klinik D._______ (vom 4. September 2003) hielt Dr.
med. A.________ fest, anfänglich habe die Versicherte kaum Schmerzen gespürt.
Nach einer Stunde seien Schmerzen im linken Oberkiefer, im linken Arm, am
rechten Oberschenkel und am rechten Bein aufgetreten und es sei zu Kopfweh und
Schwindel gekommen. Bei der Kontrolle nach drei Tagen sei eine Dysästhesie der
ganzen linken Körperhälfte auffällig gewesen, wobei sich keine motorischen
Ausfälle gefunden hätten und nach zwei weiteren Tagen habe sich ein wesentlich
anderes Beschwerdebild gezeigt. Die letztlich nun chronischen Beschwerden seien
Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schmerzen am ganzen Rücken mit Einschlafen der
linken Körperseite; zeitweise sei die Versicherte subdepressiv gewesen. Eine
Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht. Nach stationärem Aufenthalt in der Klinik
D._______ vom 11. Mai bis 28. Mai 2004 diagnostizierten die Ärzte ein
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom sowie eine depressive Entwicklung
(Austrittsbericht vom 16. Juni 2004). Mit Verfügung vom 21. September 2004
stellte die Unfallversicherung Stadt Zürich ihre Leistungen rückwirkend auf den
1. Oktober 2003 ein. Daran hielt sie auf die von der Versicherten und vom
Krankenversicherer eingereichten Einsprachen hin fest (Einspracheentscheid vom
5. Januar 2006).

B.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess die von B.________
hiegegen geführte Beschwerde insofern gut, als es den Einspracheentscheid vom
5. Januar 2006 aufhob und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Einholung eines
polydisziplinären Gutachtens an die Unfallversicherung Stadt Zürich zurückwies
(Entscheid vom 11. Mai 2007).

C.
Die Unfallversicherung Stadt Zürich führt dagegen Beschwerde mit dem
Rechtsbegehren um Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids.
Die Versicherte lässt Abweisung der Beschwerde beantragen. Das Bundesamt für
Gesundheit hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.

D.
Mit Eingaben vom 25. März 2008 ergänzte die Unfallversicherung ihre Vorbringen
im Hinblick auf das zwischenzeitlich ergangene Urteil BGE U 394/06 vom 19.
Februar 2008. Die Beschwerdegegnerin hat auf eine weitere Stellungnahme
verzichtet.

Erwägungen:

1.
1.1 Vor dem kantonalen Gericht war die rückwirkende Leistungseinstellung des
Unfallversicherers per 30. September 2003 und die damit verbundene Frage, ob
die über dieses Datum hinaus bestehenden Beschwerden mit dem am 13. September
2002 erlittenen Unfall in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang
stehen, streitig. Die Vorinstanz hat die Sache zur Einholung eines
polydisziplinären Gutachtens an die Unfallversicherung Stadt Zürich
zurückgewiesen. Ein solcher Entscheid stellt rechtsprechungsgemäss einen
Zwischenentscheid dar, der nur unter den eingeschränkten Voraussetzungen der
Art. 92 f. BGG selbstständig anfechtbar ist (BGE 133 V 477 E. 4.2 S. 481 f. mit
Hinweisen).

1.2 Die Beschwerde der Unfallversicherung Stadt Zürich richtet sich gegen die
Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Sachverhaltsabklärungen in
medizinischer Hinsicht gemäss dem angefochtenen Entscheid. Ob die
Voraussetzungen für ein Eintreten nach Art. 92 f. BGG gegeben sind, kann offen
bleiben. Denn die Unfallversicherung Stadt Zürich konnte bei Einreichung ihrer
Beschwerde vom 28. Juni 2007 (Eingang: 3. Juli 2007) noch nicht wissen, dass
die langjährige Praxis im Sozialversicherungsverfahren, wonach ein (kantonaler)
Rückweisungsentscheid einen Endentscheid darstellte (BGE 133 V 477 E. 3.1 S.
479 mit Hinweisen), nach Inkrafttreten des BGG nicht weitergeführt würde, da
der die Rechtslage klärende BGE 133 V 477 erst am 25. Juli 2007 erging. Im
Sinne einer rechtsschonenden Einführung des neuen Bundesrechtspflegegesetzes
ist daher auf die Beschwerde einzutreten (vgl. Urteil 8C_37/2007 vom 8. Januar
2008, E. 2.3).

2.
Die Vorinstanz hat die Grundsätze über den für die Leistungspflicht des
Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 129 V
181 E. 3.1 mit Hinweisen), die vorausgesetzte Adäquanz des Kausalzusammenhangs
im Allgemeinen (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis), bei psychischen Unfallfolgen
(BGE 129 V 183 E. 4.1, 115 V 133 ff.; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [U 164/01],
2000 Nr. U 397 S. 327 [U 273/99]) sowie Folgen eines Unfalls mit
HWS-Schleudertrauma bzw. einer diesem äquivalenten Verletzung (SVR 1995 UV Nr.
23 S. 67 E. 2) ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle (BGE 127 V 102 E.
5b/bb S. 103, 122 V 415, 117 V 359 ff.; SVR 2007 UV Nr. 23 S. 75 [U 215/05],
RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 [U 380/04], 2001 Nr. U 412 S. 79 [U 96/00], BGE U
394/06 vom 19. Februar 2008, E. 2.1, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt.
Darauf wird verwiesen.

Im jüngst ergangenen Urteil BGE U 394/06 hat das Bundesgericht die Praxis zur
Kausalitätsbeurteilung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung
der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene
Beschwerden (so genannte Schleudertrauma-Praxis) in mehrfacher Hinsicht
präzisiert. Demgemäss ist am Erfordernis einer besonderen Adäquanzbeurteilung
bei Unfällen mit solchen Verletzungen festzuhalten (E. 7-9 des erwähnten
Urteils). Auch besteht keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die
bei dieser Beurteilung vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren
Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls
erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilung zu ändern
(E. 10.1). Das Bundesgericht hat aber die Anforderungen an den Nachweis einer
natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der
Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt, erhöht (E. 9) und die adäquanzrelevanten
Kriterien teilweise modifiziert (E. 10).

3.
Streitig ist, ob die Vorinstanz die Sache zu Recht zur Einholung eines
polydisziplinären Gutachtens an den Unfallversicherer zurückgewiesen hat.

3.1 Im Urteil BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008 hat sich das Bundesgericht auch
kritisch mit dem verschiedentlich erhobenen Einwand auseinandergesetzt, mit der
Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhanges bei organisch nicht objektiv
ausgewiesenen Beschwerden müsse bis zur Beendigung des normalen,
unfallbedingten Heilungsprozesses zugewartet werden. Es hat erkannt, dass nicht
danach zu fragen ist, in welchem Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorzunehmen ist,
sondern wann der Unfallversicherer den Fall (unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente
und eine Integritätsentschädigung) abzuschliessen hat (erwähntes Urteil, E.
3.2). Dies hat gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen,
in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind. Das Bundesgericht hat klargestellt, der Fallabschluss dürfe nicht mit der
Begründung, der adäquate Kausalzusammenhang könne noch nicht geprüft werden,
über diesen Zeitpunkt hinausgezögert werden (erwähntes Urteil, E. 3 und 4).

Aus dem Gesagten erhellt, dass der von der Unfallversicherung Stadt Zürich auf
den 30. September 2003 verfügte Fallabschluss nicht mit der Begründung der
verfrühten Adäquanzbeurteilung für unrechtmässig erklärt werden kann. Die
Rechtmässigkeit des Fallabschlusses beurteilt sich, da keine
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung zur Diskussion stehen,
danach, ob von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung ab 1. Oktober 2003
noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte,
was die Unfallversicherung bestreitet.

Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art.
19 Abs. 1 UVG zu verstehen ist, hat das Bundesgericht im Urteil BGE U 394/06
vom 19. Februar 2008 näher umschrieben. Danach bestimmt sich dies namentlich
nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende
Verbesserungen genügen nicht (besagtes Urteil, E. 4.3 mit Hinweisen).
3.2
3.2.1 Der Hausarzt Dr. med. A.________ bezeichnete am 4. September 2003 die
persistierenden Beschwerden in Form von Kopf- und Nackenschmerzen, Schmerzen am
ganzen Rücken mit Einschlafen der linken Körperhälfte, - mithin rund ein Jahr
nach dem Unfallereignis - als chronisch, welche wenig Abhängigkeit zeigen
würden und von der Beschwerdegegnerin nicht beeinflussbar seien. Er erachtete
die Versicherte ansonsten als somatisch gesund, wobei er von einer zunehmend
schweren, durch den Unfall nicht erklärbaren Schmerzproblematik ausging.
Gleiches ergibt sich aus dem Bericht des Dr. med. E.________, FMH für Innere
Medizin, vom 14. Januar 2004, den die Versicherte am 18. und 19. August 2003
konsultiert hatte. Er kam zum Schluss, dass ein generalisiertes Schmerzsyndrom
(bei Status nach Kontusion Gesicht links und linke Körperseite am 13. September
2003) vorliege und schlug eine Anmeldung zur Teilnahme am ambulanten
interdisziplinären Schmerzprogramm (AISP) am Spital F.________ vor. Beide Ärzte
gingen überdies von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus, was auch der
im Umfang von 80 % tatsächlich ausgeübten Pflegetätigkeit entsprach, wobei
ärztlicherseits auf eine völlige kräftemässige Überlastung mit der
Berufstätigkeit und alleinigen Führung des Haushalts mit drei schulpflichtigen
Kindern hingewiesen wurde. Diese Diagnosestellung deckt sich sodann mit
derjenigen der Klinik D._______ im Austrittsbericht vom 16. Juni 2004. Die zur
Behandlung des chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms durchgeführten
stationären Therapien hatten die Tonusregulation der Rumpf- und
Nackenmuskulatur sowie die Kräftigung der Rumpfmuskulatur zur
Haltungsverbesserung zum Ziel. Hiezu wurde nach Beendigung des
Klinikaufenthaltes ambulante Physiotherapie verordnet. Die festgestellte
depressive Entwicklung bedurfte offenbar keiner Behandlung. Daraus ergibt sich,
dass die von den Fachärzten empfohlenen therapeutischen Massnahmen primär zur
Schmerzlinderung und Stabilisierung des Erreichten dienen sollten. Obwohl sich
die Beschwerdegegnerin auch nach Fallabschluss weiterhin physiotherapeutischen
und chiropraktischen Massnahmen unterzog, war demnach von einer Fortsetzung der
Heilbehandlung ab 1. Oktober 2003 keine namhafte Besserung mehr zu erwarten,
zumal Physiotherapie und Chiropraxis die Beschwerden eher verschlimmerten
(Bericht des Dr. med. E.________ vom 14. Januar 2004). Die nach dem Unfall
notwendig gewordene Zahnbehandlung war offensichtlich beendet.

3.2.2 Gestützt auf die gesamte medizinische Aktenlage durfte die
Beschwerdeführerin sodann davon ausgehen, dass keine unfallbedingten,
somatischen Gesundheitsschäden mehr vorlagen. Wenn das kantonale Gericht einzig
gestützt auf die im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens erstellten Berichte
vom 22. April 2005 und 9. März 2006 des seit Oktober 2004 neu als Hausarzt
konsultierten Dr. med. G.________, prakt. Arzt, Zweifel am fehlenden
organischen Substrat hegte, kann ihr nicht gefolgt werden. Mit der
Beschwerdeführerin ist vielmehr festzuhalten, dass sich aus den initialen
Unfallakten keinerlei Hinweise auf eine Verletzung der rechten Schulter
ergeben. Sowohl der Unfallmeldung vom 17. Oktober 2002 wie dem Polizeirapport
vom 13. September 2002 ist zu entnehmen, dass das Gesicht und die linke
Körperseite betroffen waren. Gegenüber der Polizei gab die Versicherte an, nach
dem brüsken Bremsmanöver des Buschauffeurs nebst Oberkiefer- und Kopfschmerzen,
Schmerzen am linken Bein und Oberarm zu verspüren. Auch Dr. med. E.________ und
die Ärzte der Klinik D._______ gingen von einer unfallbeteiligten linken und
nicht rechten Körperhälfte aus; der Hausarzt Dr. med. H.________ stellte zu
Beginn einzig eine leichte Druckdolenz der linken Schulter fest (Bericht vom 4.
September 2003). Auf die knappe Aussage des Dr. med. G.________ im Bericht vom
9. März 2006 "der dabei erhobene Befund eines Risses der Supraspinatussehne im
rechten Schultergelenk ist meiner Meinung nach unfallbedingt und spricht für
eine doch beträchtliche äussere Gewalteinwirkung" ist daher nicht abzustellen.
Gleiches gilt für seine ungenauen Ausführungen zu den festgestellten Befunden
an der HWS und LWS (rechtsseitige DH C4/5, linkslaterale DH L4/5), welche in
die gleiche Richtung weisen würden. Die am Röntgeninstitut Oerlikon
durchgeführten Untersuchungen der HWS und LWS ergaben vielmehr eine
Osteochondrose C4/5/6 mit entsprechend verschmälertem Zwischenwirbelraum, eine
Uncovertebralarthrose in Höhe C3/4 rechts und C5/6 beidseits sowie eine
mittelgradige ossäre Einengung des Neuroforamens C3/4 rechts, geringfügige
ossäre Einengung der Neuroforamina C5/6 beidseits bei ansonsten unauffälliger
Knochenstrukur. Weiter fand sich eine kleine, subligamentäre,
medio-linkslaterale Diskushernie LWK 4/5 und eine geringfügige Protrusion LWK 5
/S1 (Berichte vom 23. März und 5. April 2005). Ebenfalls nicht beweiskräftig
ist das Schreiben des Dr. med. G.________ vom 22. April 2005, worin er eine
unfallbedingte Diskushernie theoretisch auch bei relativ geringer
Krafteinwirkung auf eine auf den Unfall nicht vorbereitete Patientin als
plausibel erachtete. Er begründete jedoch nicht nachvollziehbar, weshalb hier
die erst rund zweieinhalb Jahre nach dem Unfall festgestellte Diskushernie
ausnahmsweise nicht degenerativer Natur sein sollte (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192
E. 2a [U 138/99] mit Hinweis auf das nicht veröffentlichte Urteil U 159/95 vom
26. August 1996, E. 1b; zuletzt Urteil 8C_167/2008 vom 8. April 2008, E.
3.2.2), zumal er einräumte, den genauen Unfallablauf und die einwirkenden
Kräfte nicht zu kennen. Der Fallabschluss auf den genannten Zeitpunkt ist daher
nicht zu beanstanden.
3.3
3.3.1 Ob die chronifizierte Schmerzproblematik ausschliesslich psychisch
begründet ist braucht nicht näher abgeklärt zu werden, da praxisgemäss auf
weitere Beweisvorkehren zur natürlichen Kausalität verzichtet werden kann, wenn
der adäquate Kausalzusammenhang ohnehin zu verneinen ist, was hier zutrifft (E.
3.4 und E. 3.5 hernach; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 3c; zur Anwendbarkeit
dieses Grundsatzes auch im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis vgl. aus jüngerer
Zeit etwa: Urteile U 70/07 vom 31. Januar 2008, E. 5.1, und U 42/07 vom 16.
Januar 2008, E. 3.3 mit Hinweisen). Daran hat sich mit dem erwähnten Urteil BGE
U 394/06 vom 19. Februar 2008 (vgl. dortige E. 11) nichts geändert.
3.3.2 Obwohl sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin beim Ereignis vom 13.
September 2002 ein Schleudertrauma, eine äquivalente Verletzung oder ein
Schädel-Hirntrauma erlitten hat, im Lichte der mit Urteil BGE U 394/06 vom 19.
Februar 2008 erhöhten Anforderungen an den Nachweis derartiger Verletzungen
anhand der medizinischen Akten auch nicht abschliessend beantworten lässt,
braucht dies nach dem soeben Dargelegten ebensowenig geklärt zu werden. Ob der
adäquate Kausalzusammenhang nach der Rechtsprechung von BGE 115 V 133 oder nach
jener von BGE 117 V 359 zu erfolgen hat, kann demnach offen bleiben, da auch
bei einer Beurteilung nach der Schleudertrauma-Praxis der adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen ist.

3.4 Den Polizeiakten ist zu entnehmen, dass sich der VBZ-Bus im Wegfahren von
einer Haltestelle befand und somit erst Anfahrgeschwindigkeit aufwies. Es
gelang dem Buschauffeur durch das brüske Bremsmanöver eine Kollision mit einem
knapp vor ihm in die Kolonne einmündenden Personenwagen zu vermeiden, führte
aber gemäss Polizeirapport zum "Stoppunfall". Auf dem trockenen Asphaltbelag
waren keinerlei Brems- oder Blockierspuren sichtbar.
Bei einer objektiven Betrachtungsweise des augenfälligen Geschehensablaufs mit
den sich dabei entwickelnden Kräften (zur diesbezüglichen Relevanz bei der
Prüfung der Unfallschwere: SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07; Urteile U 503/05
vom 17. August 2006, zusammengefasst wiedergegeben in SZS 2008 S. 183 und
8C_402/2007 vom 23. April 2008) ist gegen die vom Unfallversicherer
vorgenommene Einordnung des Geschehens im Rahmen der für die
Adäquanzbeurteilung vorzunehmenden Einteilung (Urteil BGE U 394/06, E. 10.1,
117 V 369 E. 4b S. 383) als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen, nichts einzuwenden. Daran ändert nichts, dass ein weiteres
Unfallopfer immerhin einen Wirbelkörperbruch erlitten hat, kann doch der nach
objektiver Betrachtungsweise zu beurteilende augenfällige Geschehensablauf bei
verschiedenen Unfallopfern leichte, mittlere oder schwere Verletzungen zur
Folge haben. Aus diesem Grund sind die Verletzungen beim Geschehensablauf des
Unfalles nicht zu berücksichtigen.

Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als
massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 117 V 359
E. 6a S. 367), müssten demnach für eine Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise
oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V
359 E. 6b S. 367 f.). Daran hat sich mit dem Urteil BGE U 394/06 vom 19.
Februar 2008 (E. 10. 1) nichts geändert.

3.5 Ohne Weiteres zu verneinen sind die drei Kriterien der besonders
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, der
ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte,
sowie der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen
(bisher: Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit). Was die Schwere oder besondere
Art der erlittenen Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in E. 10.2.2
(mit Hinweisen) des Urteils BGE U 394/06 präzisiert, dass es zur Bejahung
dieses Kriteriums einer besonderen Schwere der für die gegebene Verletzung
typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild
beeinflussen können, bedarf. Dies ist in casu nicht gegeben, zumal unfallfremde
Faktoren, wie die beruflich-familiäre Überlastungssituation ausser Acht zu
lassen sind.

Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung entscheidwesentlich ist (vgl. E.
10.2.3 des Urteils BGE U 394/06), ob nach dem Unfall eine fortgesetzt
spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum
Fallabschluss notwendig war. Die Beschwerdegegnerin unterzog sich zwar
regelmässig einer physiotherapeutischen und chiropraktischen Behandlung.
Gestützt darauf rechtfertigt sich jedoch noch nicht die Bejahung des zu
prüfenden Kriteriums, resultiert daraus doch keine erhebliche - im Sinne einer
sich allein daraus ergebenden zusätzlichen - Mehrbelastung. Ebenfalls zu
verneinen sind schliesslich die - unverändert übernommenen - Kriterien der
ärztlichen Fehlbehandlung sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und
erheblicher Komplikationen (E. 10.2.5 und 10.2.6 des Urteils BGE U 394/06).
Adäquanzrelevant können sodann nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte
Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (E. 10.2.4 des Urteils BGE
U 394/06). Dieses Kriterium kann in Anbetracht der andauernden Schmerzen als
grundsätzlich erfüllt angesehen werden. Dies aber, da es der Beschwerdegegnerin
immer noch möglich ist, nebst ihrer Arbeit als Hauspflegerin einen Haushalt mit
drei Kindern zu führen, nicht in besonders ausgeprägter Form. Was das Kriterium
der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, war die Versicherte bereits ab 16. November
2002 wieder in ihrem angestammten 80%-Pensum tätig und somit rasch in den
Arbeitsprozess reintegriert, weshalb dieses Kriterium nicht erfüllt ist. Damit
ist die Adäquanz zu verneinen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 11. Mai 2007 aufgehoben.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 16. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung i.V. Kopp Käch