Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.370/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_370/2007

Urteil vom 26. Juni 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger,
nebenamtlicher Bundesrichter Weber,
Gerichtsschreiberin Riedi Hunold.

Parteien
G.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Hablützel,
Lutherstrasse 4, 8004 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom
16. Mai 2007.

Sachverhalt:

A.
G.________, geboren 1965, war von 2. Oktober 2000 bis 31. Dezember 2001 bei der
Y.________ als Aushilfe tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) gegen die Folgen von Unfällen
versichert. Zudem arbeitete sie vom 1. März 1999 bis 30. November 2001 als
Buffetdame für die Firma S.________ AG und war in dieser Eigenschaft bei der
Allianz Versicherung AG gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 23.
Februar 2001 erlitt sie mit ihrem Auto einen frontalen Zusammenstoss mit einem
nicht korrekt entgegenkommenden Fahrzeug. Dabei prallte sie mit dem Kopf an die
Frontscheibe und zog sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zu. Die
Notfallstation, Spital L.________, hielt in ihrem Bericht vom 23. Februar 2001
fest, dass keine Bewusstlosigkeit vorgelegen habe. Dr. med. H.________,
Facharzt für Neurologie attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von anfänglich 100
%, ab 8. Juni 2001 von 30 % und ab 9. Juli 2001 von 20 %. Ab 1. Januar 2002
bezog G.________ Arbeitslosenentschädigung und war dadurch bei der SUVA gegen
die Folgen von Unfällen versichert. Im Rahmen eines
Stellenvermittlungsversuches, welcher im Mai 2002 abgebrochen wurde, war
G.________ aufgefordert worden, ihr zusagende Stelleninserate der
Vermittlungsstelle zuzustellen, was sie jedoch unterliess. Am 3. Mai 2002 war
G.________ erneut in einen Verkehrsunfall verwickelt. Dr. med. A.________,
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, diagnostizierte am 23.
Juni 2002 ein Extensionstrauma der HWS. Vom 16. August bis 6. September 2002
war G.________ in der Klinik X.________ hospitalisiert. Diesen Aufenthalt brach
sie vorzeitig ab, weil sie nicht in ein Einzelzimmer umziehen konnte. Die
Z.________ kam in ihrer Kurzbeurteilung vom 16. Dezember 2002 zum Schluss, bei
G.________ seien als biomechanisch relevante Besonderheiten ein Zustand nach
Distorsionstrauma der HWS am 23. Februar 2001 sowie degenerative Veränderungen
der HWS zu berücksichtigen, so dass eine Abweichung vom Normalfall vorliege und
aus biomechanischer Sicht die festgestellten Beschwerden schon durch die
Kollisionseinwirkung und durch den Vorzustand umso besser erklärbar seien. Die
neuropsychologische Untersuchung durch Frau Dr. phil. O.________ vom 28.
November und 19. Dezember 2002 ergab eine leichte kognitive Funktionsstörung im
Bereich bifrontaler Strukturen unter Einbezug tieferer Strukturen (Hirnstamm).
Vom 7. April bis 8. Mai 2003 fanden in der BEFAS berufliche Abklärungen statt
und es wurde eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperlich leichte Arbeiten
attestiert. G.________ absolvierte vom 11. August 2003 bis 3. Juli 2004 eine
Umschulung im Hinblick auf eine Bürotätigkeit zu Lasten der
Invalidenversicherung. In seinem Bericht vom 26. Januar 2005 stellte der
Kreisarzt eine gewisse Verminderung der Arbeitsfähigkeit in einer Bürotätigkeit
fest, da G.________, vor allem in Grossraumbüros, wegen der
neuropsychologischen Störung relativ schnell in eine Stresssituation gerate,
weshalb sie Pausen benötige; dieselbe Einschränkung sei auch für Tätigkeiten
bei der Post, als Zimmermädchen sowie als Verkäuferin gegeben. Den
Integritätsschaden schätzte er auf 10 %. Mit Verfügung vom 3. August 2005,
bestätigt mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2005, stellte die SUVA ihre
Leistungen per 14. August 2005 ein.

B.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons
Aargau mit Entscheid vom 16. Mai 2007 ab.

C.
G.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
mit dem Antrag, es seien der vorinstanzliche Entscheid sowie der
Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2005 aufzuheben und die SUVA zu
verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auch nach dem 14. August 2005 zu
erbringen sowie die Ausrichtung einer Rente und einer Integritätsentschädigung
zu prüfen. Eventualiter sei die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die
Vorinstanz bzw. die SUVA zurückzuweisen. Zudem ersucht sie um unentgeltliche
Rechtspflege. Die SUVA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt
für Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.

D.
Mit Verfügung vom 17. März 2008 wies das Bundesgericht das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege ab. Gleichzeitig setzte es eine Frist zur Leistung
eines Kostenvorschusses an, welcher rechtzeitig bezahlt wurde. Den Parteien
wurde das rechtliche Gehör zur präzisierten Schleudertraumapraxis des
Bundesgerichtes gewährt, wovon die SUVA mit Eingabe vom 7. April 2008 und
G.________ mit Eingabe vom 14. April 2008 Gebrauch machten.

Erwägungen:

1.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über die
Leistungsvoraussetzungen des natürlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit
Hinweisen) und des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181
mit Hinweis), den Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195, 122 V 157
E. 1a S. 158, je mit Hinweisen) sowie die Anforderungen an einen ärztlichen
Bericht (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis) zutreffend dargelegt. Darauf
wird verwiesen.

2.
2.1 Hat die versicherte Person mehr als einen Unfall mit Schleudertrauma der
HWS oder gleichgestellter Verletzung erlitten, ist die Adäquanz grundsätzlich
für jeden Unfall gesondert zu beurteilen. In diesem Rahmen ist es nach der
Rechtsprechung jedoch nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte
Betroffenheit desselben Körperteils bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen.
Letzteres ist insbesondere dann denkbar, wenn die Auswirkungen der
verschiedenen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/oder auf Grad und Dauer
der Arbeitsunfähigkeit nicht von einander abgegrenzt werden können. Der
hinreichend nachgewiesenen, durch einen früheren versicherten Unfall
verursachten dauerhaften Vorschädigung der HWS kann diesfalls im Rahmen der
Beurteilung der einzelnen Kriterien - beispielsweise der besonderen Art der
Verletzung - Rechnung getragen werden (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.3.2 mit
Hinweisen [= U 39/04]).

2.2 Die von der Versicherten erlittenen Unfälle vom 23. Februar 2001 und vom 3.
Mai 2002 hatten beide eine Distorsion der HWS zur Folge. Da somit bei beiden
Unfällen der gleiche Körperteil betroffen war, rechtfertigt es sich, eine
gesamthafte Beurteilung vorzunehmen, weil sich gerade auch im massgebenden
Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 14. August 2005 kaum unterscheiden
lässt, welche Beeinträchtigungen nun welchem Ereignis zugeordnet werden können.

3.
Zu prüfen ist vorab, ob der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den beiden
Ereignissen vom 23. Februar 2001 und vom 3. Mai 2002 und den von der
Versicherten geklagten Leiden gegeben ist. Die neu ergangene
Schleudertraumapraxis (BGE 134 V 109) sieht vor, dass bei längerem Andauern der
Beschwerden bis hin zur Chronifizierung eine eingehende medizinische Abklärung
bereits in einer ersten Phase nach dem Unfall vorzunehmen ist. Da die beiden
Unfälle jedoch bereits mehrere Jahre zurückliegen und dieses Erfordernis damals
noch nicht bekannt war, kann eine solche Abklärung nicht nachgeholt werden.
Dies kann jedoch nicht der Versicherten angelastet werden, so dass auf Grund
beider Ereignisse der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten
Beschwerden und den beiden Unfällen nicht einfach verneint werden kann. Da, wie
nachstehend dargelegt wird, nach der präzisierten Rechtsprechung von BGE 134 V
109 auch bei Berücksichtigung der Folgen beider Unfälle kein adäquater
Kausalzusammenhang auszumachen ist, kann die Frage letztlich offen bleiben, ob
mit der Vorinstanz für das Ereignis vom 23. Februar 2001 nicht die
Schleudertraumapraxis, sondern jene gemäss BGE 115 V 133 anzuwenden ist.

4.
Die Versicherte verlangt in ihrer Eingabe vom 14. April 2008 eine
polydisziplinäre Begutachtung. Es kann offen bleiben, ob dieser Antrag, welcher
erst im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zufolge Präzisierung der
Schleudertraumapraxis gestellt wurde, verspätet ist. Denn der medizinische
Sachverhalt ist gestützt auf die vorhandenen ärztlichen Berichte und Gutachten
für die Beurteilung der strittigen Fragen hinreichend abgeklärt, so dass im
Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4b mit
Hinweisen) darauf verzichtet werden kann.

5.
5.1 Im jüngst ergangenen BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht die Praxis zur
Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der
HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden
(sog. Schleudertrauma-Praxis) in mehrfacher Hinsicht präzisiert. Gemäss diesem
Urteil ist am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung bei Unfällen mit
solchen Verletzungen festzuhalten (E. 7-9 des erwähnten Urteils). Auch besteht
keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung
vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig
von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien
in die Adäquanzbeurteilung zu ändern (E. 10.1). Das Bundesgericht hat aber die
Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche
die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt, erhöht (E. 9) und die
adäquanzrelevanten Kriterien teilweise modifiziert (E. 10).

5.2 Nach der Praxis ist für die Bejahung der Adäquanz im Einzelfall zu
verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt.
Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei -
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten
Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem
dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate
Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und
bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz
bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände,
welche mit dem Unfall unmittelbar in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw.
indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je
nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon,
ob einzelne Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere
herangezogen werden (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126mit Hinweisen).
Im Rahmen der Beurteilung der Adäquanz von Unfällen mit Schleudertraumen der
Halswirbelsäule ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle oder ähnlichen
Verletzungsmechanismen sowie bei Unfällen mit Schädel-Hirntraumen sind dies
folgende Kriterien: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, fortgesetzte spezifische und belastende ärztliche Behandlung,
erhebliche Beschwerden, eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz nachgewiesener
Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.2 und 10.3 S. 127).

5.3 Die Ereignisse vom 23. Februar 2001 und vom 3. Mai 2002 sind nicht schwer.
Vielmehr sind sie den Unfällen im mittleren Bereich zuzuordnen. Damit sind für
die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mehrere der gemäss BGE 134 V 109
präzisierten Kriterien oder eines in besonders schwerer oder auffälliger Weise
erforderlich.
5.4
5.4.1 Dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit waren
weder beim Ereignis vom 23. Februar 2001 noch beim Unfall vom 3. Mai 2002
gegeben.
5.4.2 Das Kriterium der besonderen Schwere oder Art der Verletzung wurde
ursprünglich mit Bezug auf die physischen Unfallfolgen entwickelt und betrifft
insbesondere die erfahrungsgemässe Eignung einer Verletzung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140). Übertragen auf
die Schleudertraumapraxis hat es dementsprechend als erfüllt zu gelten, wenn
die durch den Unfall verursachte Verletzung in besonderer Weise geeignet ist,
eine intensive, dem sogenannten typischen Beschwerdebild (BGE 119 V 335 E. 1 S.
338) entsprechende Symptomatik zu bewirken (vgl. dazu BGE 117 V 359 E. 7b S.
369). Es entspricht allgemeiner Erfahrung, dass pathologische Zustände nach
Verletzungen der HWS bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark
exazerbieren können. Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen
früheren Unfall vorbeschädigte HWS trifft, ist demnach speziell geeignet, die
"typischen Symptome" hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art
zu qualifizieren. Da beim Unfall vom 3. Mai 2002 bereits eine Vorschädigung der
HWS gegeben war, hat dieses Kriterium als erfüllt zu gelten (vgl. Urteile
8C_194/2007 vom 4. Oktober 2007, E. 4.2.2, und SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.4.2
[= U 39/04]).
5.4.3 Eine fortgesetzte, belastende ärztliche Behandlung ist nicht auszumachen.
Die Versicherte war zwar bei verschiedenen Ärzten in Behandlung und wurde auch
neuropsychologisch untersucht. Doch diese Konsulationen fanden über einen
längeren Zeitraum statt und dienten - wie etwa die neuropsychologische
Untersuchung - lediglich der Abklärung. Die Versuche mit
alternativmedizinischen Therapien (wie etwa Akupunktur oder Feldenkrais) wurden
wegen Erfolglosigkeit jeweils schon nach wenigen Behandlungen abgebrochen. Im
Übrigen stellen weder eine manualtherapeutische und/oder medikamentöse
Behandlung sowie blosse ärztliche Verlaufskontrollen eine spezifische und die
Versicherte speziell belastende ärztliche Behandlung dar (Urteil 8C_500/2007
vom 16. Mai 2008, E. 5.4 mit Hinweisen). Das Kriterium ist somit nicht erfüllt.
5.4.4 Die Beschwerden der Versicherten sind nicht zu bagatellisieren. Jedoch
ist zu berücksichtigen, dass ihr nach ärztlicher Einschätzung die Ausübung
einer Bürotätigkeit respektive einer Tätigkeit bei der Post, als Zimmermädchen
oder als Verkäuferin zumutbar ist, sofern sie Pausen einlegen kann (vgl.
Bericht des Kreisarztes vom 26. Januar 2005). Ihre Einschränkung liegt allein
in der neuropsychologischen Störung begründet. Insgesamt können ihre
Beschwerden somit nicht als erheblich im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet
werden. Letztlich kann jedoch offen bleiben, ob dieses Kriterium erfüllt ist,
da es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben ist (vgl. E. 5.5).
5.4.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung ist nicht auszumachen.
5.4.6 Ebenso sind ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
zu verneinen.
5.4.7 Zwar trifft es zu, dass die Versicherte der Aufforderung der
Stellenvermittlerin, welche ihr bei der Stellensuche behilflich war, zur
Einreichung von ihr zusagenden Stelleninseraten nicht nachkam. Der Versicherten
ist aber zugute zu halten, dass sie sich nach dem ersten Unfall um die
Erhaltung ihres Arbeitsplatzes bemühte und nach dem zweiten Unfall auf eigene
Initiative hin eine Umschulung begann, welche anschliessend von der IV
unterstützt und von der Versicherten erfolgreich abgeschlossen wurde. Dennoch
bestanden längere Perioden hälftiger Arbeitsunfähigkeit und es ist insbesondere
auch nach erfolgter beruflicher Eingliederung durch die IV eine bleibende
Einschränkung (verminderte Stressbelastung, Einlegen von regelmässigen Pausen)
zu verzeichnen (vgl. Bericht des Kreisarztes vom 26. Januar 2005). Das
Kriterium bezüglich der Arbeitsunfähigkeit ist zu bejahen; allerdings liegt es
nicht in besonders ausgeprägter Weise vor.

5.5 Nach dem Gesagten sind höchstens drei der Kriterien und diese nicht in
besonders schwerer oder auffälliger Weise erfüllt. Das genügt praxisgemäss
nicht zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs (Urteil 8C_252/2007 vom
16. Mai 2008, E. 8 mit Hinweisen). Verwaltung und Vorinstanz haben demnach zu
Recht auf Einstellung der Leistungen per 14. August 2005 entschieden.

6.
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Versicherte hat als unterliegende Partei
die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 26. Juni 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Riedi Hunold