Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.395/2007
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8C_395/2007

Urteil vom 18. Februar 2008

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Fleischanderl.

D. ________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Beratungsstelle für
Ausländer, Schützengasse 7, 8001 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 6. Juni 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1957 geborene D.________, Mutter dreier 1978, 1981 und 1986 geborener
Kinder, meldete sich, nachdem sie vom 1. März 1999 bis 23. Januar 2004 zu
einem Pensum von knapp 59 % als Produktionsmitarbeiterin bei der Firma
K.________ AG tätig gewesen war, am 21. Oktober 2004 unter Hinweis auf seit
längerer Zeit bestehende Rücken- und Hüftbeschwerden bei der
Invalidenversicherung zum Rentenbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Zürich
klärte die Verhältnisse in medizinischer, beruflich-erwerblicher sowie
haushaltlicher Hinsicht ab. Gestützt darauf gelangte sie - ausgehend von
einer Aufteilung der Aufgabenbereiche Erwerbstätigkeit/Haushalt im
Gesundheitsfall von 59 %/41 %, einer Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer
leidensangepassten Tätigkeit von 50 %, einer Erwerbsunfähigkeit von 32 % und
einer Behinderung in den häuslichen Verrichtungen von 17,75 % - am 30. Mai
2005 verfügungsweise zu einem gewichteten, rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 26 % ([0,59 x 32 %] + [0,41 x 17,75 %]), woran mit
Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2005 festgehalten wurde.

B.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des
Kantons Zürich ab (Entscheid vom 6. Juni 2007).

C.
D.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihr eine
Dreiviertelrente zuzusprechen.

Während die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das
Bundesamt für Sozialversicherungen auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff.
BGG) kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das
Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz
festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und kann deren
Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen nur berichtigen oder ergänzen, wenn
sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von
Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).

1.2 Mit Blick auf diese Kognitionsregelung ist auf Grund der Vorbringen in
der Beschwerde ans Bundesgericht zu prüfen, ob der angefochtene kantonale
Gerichtsentscheid in der Anwendung der massgeblichen materiell- und
beweisrechtlichen Grundlagen (u.a.) Bundesrecht, Völkerrecht oder kantonale
verfassungsmässige Rechte verletzt (Art. 95 lit. a-c BGG), einschliesslich
einer allfälligen rechtsfehlerhaften Tatsachenfeststellung (Art. 97 Abs. 1,
Art. 105 Abs. 2 BGG). Hingegen hat unter der Herrschaft des BGG eine freie
Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheides in tatsächlicher Hinsicht zu
unterbleiben (ausser wenn sich die Beschwerde gegen einen - im hier zu
beurteilenden Fall indessen nicht anfechtungsgegenständlichen - Entscheid
über die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Militär- oder
Unfallversicherung richtet; Art. 97 Abs. 2 BGG). Ebenso entfällt eine Prüfung
der Ermessensbetätigung nach den Grundsätzen zur Angemessenheitskontrolle
(BGE 126 V 75 E. 6 S. 81 zu Art. 132 lit. a OG [in der bis 30. Juni 2006
gültig gewesenen Fassung]).
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung - insbesondere bei der Ermittlung von
Gesundheitsschaden, Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeitsprofil sowie bei der
Festsetzung der Vergleichseinkommen - sind zwecks Abgrenzung der (für das
Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen) Tatsachenfeststellungen von den
(letztinstanzlich frei überprüfbaren) Rechtsanwendungsakten der Vorinstanz
weiterhin die kognitionsrechtlichen Grundsätze heranzuziehen, wie sie in BGE
132 V 393 E. 3 S. 397 ff. für die ab 1. Juli bis 31. Dezember 2006 gültig
gewesene Fassung von Art. 132 des nunmehr aufgehobenen OG entwickelt wurden.

2.
2.1 Das kantonale Gericht hat den für den Anspruch auf eine Invalidenrente und
dessen Umfang massgeblichen Invaliditätsgrad (Art. 28 Abs. 1 IVG) nach der
gemischten Bemessungsmethode festgesetzt (vgl. dazu BGE 130 V 393, 125 V 146
E. 2a-c S. 148 ff.; siehe auch BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 507 f. sowie BGE I
246/05 vom 30. Oktober 2007, E. 7). Der Anteil der Erwerbstätigkeit (= ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung geleistetes erwerbliches Arbeitspensum als
Produktionsmitarbeiterin) wurde, entsprechend den Angaben der ehemaligen
Arbeitgeberin vom 31. Januar 2005, wonach die Beschwerdeführerin im Jahre
2003 durchschnittlich zu 58,7 % gearbeitet hatte, mit 0,59 % veranschlagt und
eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von - ungewichtet - 25 %
ermittelt. Dabei ist die Vorinstanz gestützt auf die medizinische Aktenlage,
namentlich den Bericht des Dr. med. W.________, FMH Physikalische Medizin,
Rehabilitation, Rheumatologie, vom 2. Dezember 2004, davon ausgegangen, eine
leidensangepasste Tätigkeit sei weiterhin in einem Umfang von (mindestens)
50 % zumutbar. Im Aufgabenbereich Haushalt (Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung
mit Art. 8 Abs. 3 ATSG sowie Art. 28 Abs. 2bis IVG und Art. 27 IVV) hat sie
gemäss den Ergebnissen der vor Ort durchgeführten, im Abklärungsbericht
Haushalt vom 31. Januar 2005 wiedergegebenen Erhebungen eine
krankheitsbedingte Einschränkung von 17,75 % angenommen und damit, in
Anbetracht eines Invaliditätsgrades von insgesamt 22 % ([0,59 x 25 %] + [0,41
x 17,75 %]), den einen Anspruch auf Invalidenrente verneinenden
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezember 2005 im Ergebnis
bestätigt.

2.2 In der Beschwerde wird die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung in
verschiedener Hinsicht als bundesrechtswidrig gerügt. Die Vorbringen, soweit
substantiiert, sind indessen nicht stichhaltig.

2.2.1 Der Einwand, die Beschwerdeführerin habe stets vollzeitlich arbeiten
wollen und sei lediglich infolge ihrer Erkrankung daran gehindert worden, ist
insofern unbehelflich, als sich die Gesundheitsstörungen erst in der zweiten
Hälfte des Jahres 2003 auf die Arbeitsfähigkeit auszuwirken begonnen haben
(vgl. diesbezüglich auch E. 6.4 des angefochtenen Entscheides). Weder den
Angaben der Firma K.________ AG, bei welcher die Versicherte seit 1. März
1999 angestellt gewesen war, vom 7. Dezember 2004 noch dem die erwerblichen
Verhältnisse der Jahre 2001 bis 2003 aufzeigenden Auszug aus dem
Individuellen Konto vom 12. November 2004 sind jedoch Anhaltspunkte zu
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin Anstalten unternommen hätte, ihr
Pensum in einem gesundheitlich noch unbelasteten Zeitpunkt zu erhöhen,
obgleich ihre Kinder der intensivsten Betreuungsphase damals bereits
entwachsen waren. Der auf einer Würdigung konkreter Umstände basierenden -
eine Tatfrage betreffenden (vgl. dazu Urteil I 693/06 vom 20. Dezember 2006,
E. 4.1) - Festsetzung des hypothetischen Umfanges der Erwerbstätigkeit durch
das kantonale Gericht kommt, da sie mithin weder offensichtlich unrichtig
ist, noch auf einer Rechtsverletzung beruht, für das Bundesgericht
Verbindlichkeitswirkung zu (E. 1.1 und 1.2 hievor).

2.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, das kantonale Gericht habe
bei der Beurteilung der noch verbliebenen Arbeitsfähigkeit insbesondere die
aus dem psychischen Krankheitsbild resultierende Verminderung nur ungenügend
berücksichtigt, übersieht sie, dass rechtsprechungsgemäss anhaltende
somatoforme Schmerzstörungen (BGE 131 V 49, 130 V 396 und 352), die auch zum
Formenkreis der somatoformen Störungen gehörende Somatisierungsstörung
(Urteil I 437/05 vom 25. Oktober 2005, E. 3.3.2 mit Hinweisen) sowie
Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4 S. 70 ff.; Urteil I 288/04 vom 13. April
2006, E. 5.1 und 5.2, je mit Hinweisen) in aller Regel keine Invalidität im
Rechtssinne (Art. 4 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2003 geltenden Fassung in
Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1-3.3 S. 345 ff.)
begründen (dazu namentlich: BGE 132 V 65 E. 4 S. 70 ff., 131 V 49 E. 1.2 S.
50, je mit Hinweisen). Abweichendes gilt nur, worauf im vorinstanzlichen
Entscheid einlässlich hingewiesen worden ist (vgl. E. 5.3 und 5.4), wenn
Umstände vorliegen, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant
behindern und den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen,
weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den
Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob eine solche Ausnahmesituation
vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (im
Einzelnen: BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71 f., 131 V 49 E. 1.2 S. 50 f.), welche
vorliegend als nicht erfüllt zu betrachten sind. Inwiefern die entsprechende
vorinstanzliche Feststellung, welche tatsächlicher Natur und damit ebenfalls
grundsätzlich verbindlich ist (E. 1.2 hievor), qualifiziert falsch sein soll,
legt die Versicherte nicht dar, zumal deren Anliegen mit der Annahme einer um
50 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit bereits grosszügig Rechnung getragen
worden ist (vgl. E. 5.6 des angefochtenen Entscheides). Weitere Abklärungen
in dieser Hinsicht erübrigen sich daher.

2.2.3 Mit Bezug auf die - zu Recht - nicht bestrittenen weiteren Faktoren der
Invaliditätsbemessung (Ermittlung der Vergleichseinkommen, Behinderung in den
häuslichen Verrichtungen etc.) kann auf die entsprechenden Erwägungen des
kantonalen Gerichts verwiesen werden, denen nichts beizufügen ist.

3.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 65 Abs. 4 lit. a in Verbindung mit Art.
66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich, der Ausgleichskasse des Kantons Zürich und dem Bundesamt für
Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 18. Februar 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Fleischanderl