Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.439/2007
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8C_439/2007

Urteil vom 24. Oktober 2007

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiber Jancar.

Hotela Kranken- und Unfallversicherung,
Rue de la Gare 18, 1820 Montreux,
Beschwerdeführerin,

gegen

C.________, 1954, Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Advokat Dr. Costantino Testa,
Gurtengasse 2, 3011 Bern.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 6. Juni 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1954 geborene C.________ war seit 16. Dezember 2002 im Hotel Q.________
angestellt und damit bei der Hotela Kranken- und Unfallversicherung
(nachfolgend Hotela) unfallversichert. Am 9. April 2004 verletzte sie sich
bei einem Treppensturz am rechten Knie. Am 4. Juni 2004 begab sie sich zu Dr.
med. S.________, praktischer Arzt, in Behandlung, der den Verdacht auf eine
Meniskusläsion im rechten Knie diagnostizierte. Am 3. September 2004 wurde
sie von den Dres. med. S.________ und K.________ operiert (mediale
Teilmeniskektomie, Entfernung der Gelenkmäuse sowie Setzen von Microfracteurs
in freiliegendem Knochen). Im Operationsbericht wurden folgende Diagnosen
gestellt: grosser Lappenriss am medialen Meniskus, intakter diskoider
Meniskus lateral, ausgedehnte Knorpelläsion am lateralen Femurkondylus sowie
retropatellär. Die Hotela erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld). Zur Abklärung der Verhältnisse holte sie unter
anderem ein Gutachten des Dr. med. R.________, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik X.________, vom
3. Dezember 2004 mit ergänzendem Bericht vom 7. Februar 2005 sowie
Stellungnahmen ihres Vertrauenarztes Dr. med. V.________, Spezialist FMH für
Orthopädische Chirurgie, vom 23. Dezember 2004 und 3. März 2005 ein. Am
22. Februar 2005 wurde im Spital Y.________ eine Re-Arthroskopie am rechten
Knie (Nachresektion des Hinterhorns) vorgenommen. Mit Verfügung vom 16. Juni
2005 verneinte die Hotela ihre Leistungspflicht für die Kniebeschwerden
rechts ab dem 20. Dezember 2004, da der Status quo sine erreicht sei; die
danach bestehenden Beschwerden seien nicht natürlich unfallkausal. Hiegegen
erhoben die Versicherte und die Groupe Mutuel, ihr Krankenversicherer,
Einsprache; Letztere zog sie am 12. Juli 2005 zurück. Die Hotela holte unter
anderem ein Gutachten des Prof. Dr. med. T.________, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie, vom 2. Mai 2006, eine Stellungnahme des Dr. med.
V.________ vom 12. Mai 2006 und Berichte des Dr. med. A.________,
Rheumatologie FMH, vom 3. Januar, 28. August und 9. November 2006 sowie des
Spitals Z.________, Universitätsklinik für Orthopädische Chirurgie, vom
30. August 2006 ein. Mit Schreiben vom 30. Juni 2006 eröffnete die Hotela der
Versicherten, der Status quo sine sei erst am 8. April 2006 erreicht worden,
weshalb sie bis zu diesem Datum die Taggelder und die Heilbehandlung
übernehmen werde. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2006 hielt sie an diesem
Standpunkt fest. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom
30. Oktober 2006 ab. Weiter zog die Hotela einen Bericht des Dr. med.
B.________, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 23. Dezember 2006 bei.

B.
In Gutheissung der gegen den Einspracheentscheid vom 30. Oktober 2006
eingereichten Beschwerde hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die
Leistungseinstellung per 8. April 2006 auf und wies die Hotela an, über die
der Versicherten ab 9. April 2006 weiterhin zustehenden Leistungen zu
verfügen (Entscheid vom 6. Juni 2007).

C.
Mit Beschwerde beantragt die Hotela die Aufhebung des kantonalen Entscheides
und die Rückweisung der Sache an das kantonale Gericht zur weiteren Abklärung
respektive zur Erstellung eines Obergutachtens.
Die Versicherte schliesst auf Abweisung der Beschwerde, während das Bundesamt
für Gesundheit auf eine Vernehmlassung verzichtet.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an
(Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend
gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann
eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es
kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden
Begründung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Gemäss Art. 42
Abs. 1 BGG ist die Beschwerde hinreichend zu begründen, andernfalls wird
darauf nicht eingetreten (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Das Bundesgericht
prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten,
wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu
prüfen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann
die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht
nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht
nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Auf die Beschwerde ist einzutreten. Aus deren Begründung geht hervor, dass
die Beschwerdeführerin ihre Leistungspflicht wegen Wegfalls des natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 9. April 2004 und den von der
Versicherten ab 9. April 2006 weiterhin geltend gemachten Kniebeschwerden
rechts bestreitet. Es hätte demnach genügt, wenn die Beschwerdeführerin nur
die Aufhebung des angefochtenen Entscheides beantragt hätte: Folgt das
Gericht diesem Antrag, bleibt es beim leistungsablehnenden
Einspracheentscheid. Es schadet der Beschwerdeführerin nicht, dass sie im
Zusammenhang mit der Beanstandung der vorinstanzlichen Beweiswürdigung
zusätzlich noch die Rückweisung zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die
Vorinstanz beantragt hat.

3.
3.1 Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen über den Unfall (Art. 4 ATSG)
und den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im
Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie die Grundsätze zu dem für die
Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden
(Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 123 V 43 E. 2a
S. 45, je mit Hinweisen), zur vorausgesetzten Adäquanz des
Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis)
sowie zum Wegfall des ursächlichen Zusammenhangs und damit des
Leistungsanspruchs der versicherten Person bei Erreichen des Status quo sine
vel ante und zu den sich dabei stellenden Beweisfragen (BGE 117 V 261 E. 3b
in fine S. 264; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; Urteil des
Bundesgerichts U 241/06 vom 26. Juli 2007, E. 2.2.2) zutreffend dargelegt.
Gleiches gilt zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden
Untersuchungsgrundsatz (BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68 f.), zum massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 150 E. 2.1 S. 153
mit Hinweisen) sowie zur Beweiswürdigung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, SVR
2006 IV Nr. 27 S. 92 E. 3.2.4, I 3/05, je mit Hinweisen). Darauf wird
verwiesen.

3.2 Zu ergänzen ist, dass ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang auch das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Die blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls
genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim
Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Praxisgemäss muss sodann der
Beweis des Wegfalls eines natürlichen Kausalzusammenhangs nicht durch
Nachweis unfallfremder Gründe erbracht werden. Entscheidend ist vielmehr
ausschliesslich, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens
dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b mit Hinweisen). Eine
Vielzahl möglicher Ursachen genügt daher für sich allein nicht, um dem Unfall
jegliche kausale Bedeutung für nachfolgend aufgetretene gesundheitliche
Beschwerden abzusprechen. Im Falle ätiologisch unspezifischer Beschwerden
sowie einer Ursachenkonkurrenz kann jedoch aus der Dominanz unfallfremder
Gründe in Verbindung mit der fraglichen Eignung des Unfallereignisses,
dauernde Schädigungen zu erzeugen, unter Umständen auf den Wegfall der
natürlichen Kausalität geschlossen werden (vgl. Urteil U 264/04 vom 16. Juni
2005, zusammenfassend publiziert in HAVE 2005 S. 351; Urteile U 497/06 vom
24. August 2007, E. 2.2, und U 523/06 vom 14. August 2007, E. 4.1).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V
351 E. 3a S. 352; SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2, U 571/06).

4.
4.1
4.1.1 Dr. med. R.________ legte im Gutachten vom 3. Dezember 2004 dar, es
bestehe eine Meniskusverletzung medial am rechten Knie, behandelt mit einer
arthroskopischen Teilmeniskektomie; gleichzeitig bestehe ein Knorpelschaden
am lateralen Femurkondylus, der durch ein Knorpelshaving und Chondropicking
behandelt worden sei. Es lägen wahrscheinlich teilweise unfallfremde Ursachen
vor, vor allem die Schädigung des Gelenkknorpels im lateralen Femurkondylus,
da der laterale, offenbar discoide Meniskus nicht lädiert sei, was bei einem
traumatischen Geschehen im lateralen Kompartiment anzunehmen wäre. Die
Auswirkung dieses Knorpelschadens sei wahrscheinlich erst jetzt erkennbar,
nachdem es durch die arthroskopische Teilmeniskektomie medial zu einer
Dekompensation der Arthrose gekommen sei. Die ab Juni 2004 geltend gemachte
Gesundheitsstörung sei überwiegend wahrscheinlich (mehr als 50 %) kausale
Folge des Unfalls vom 9. April 2004. Dieser habe zu einer dauernden
Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geführt; der Status quo sine vel
ante sei nicht erreicht. Im Bericht vom 7. Februar 2005 führte Dr. med.
R.________ aus, der Sturz sei seines Erachtens geeignet gewesen, eine
Meniskusverletzung medial zu verursachen; der Knorpelschaden lateral sei
wahrscheinlich unfallunabhängig. Die Versicherte habe angegeben,
üblicherweise gehe sie nicht sofort zum Arzt, sie habe diesen erst
aufgesucht, als die Beschwerden nicht zurückgegangen seien. Das Körpergewicht
(95 kg bei einer Grösse von 168 cm) könne die Schwere einer Knieverletzung
wahrscheinlich beeinflussen. Der Unfall habe zu einer dauernden
Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geführt, indem der mediale Meniskus
teilreseziert worden sei, was zu einer Störung des Gelenkspiels führe. Der
Status quo sine sei nicht erreicht. Er schätze die Auswirkung der
unfallfremden Faktoren auf einen Drittel ein.

4.1.2 Dr. med. A.________ diagnostizierte im Bericht vom 3. Januar 2006 eine
femorotibiale und femoropatelläre Gonarthrose rechts sowie eine Adipositas.
Die Knorpelläsionen im Bereich der Patella und wahrscheinlich auch des
lateralen Gelenkspaltes seien wenigstens teilweise vorbestehend. Allerdings
habe sich wahrscheinlich durch den Unfall und die erfolgte Meniskektomie eine
Destabilisierung des Kniegelenks ergeben mit anhaltendem Reizzustand, der
doch mindestens indirekt auf den Unfall zurückzuführen sei. Ausdruck einer
weiter bestehenden Aktivierung könnte abgesehen von den subjektiven Schmerzen
die Ödembildung im Bereich des Tibiaknochens und des Femurkondylus sein.

4.1.3 Prof. Dr. med. T.________ führte im Gutachten vom 2. Mai 2006 aus,
vorbestehende, für die vorliegende Problematik relevante Affektionen seien
eine Adipositas permagna sowie eine Genua vara mit beginnender, beidseits
asymptomatischer Varus- und Femoropatellararthrose. Er gewichte retrospektiv
die vorbestehenden Faktoren und die Unfallfolgen für das rechte Knie je zu
50 %. Der Knorpelschaden des medialen femorotibialen Kompartimentes und der
vorwiegend zentral und lateral femoropatellär beschriebene Knorpelschaden
seien zum Teil vorbestehend, zum Teil durch die grossen Anpress- und
Abscherkräfte anlässlich des Treppensturzes wahrscheinlich traumabedingt
ausgelöst. Im Anschluss an die traumabedingte Kniearthroskopie rechts am
3. September 2004 und an die Re-Kniearthroskopie vom 22. Februar 2005 habe
sich im Bereich des rechten Knies eine so genannte Patella infera (Tiefstand)
und eine Patella flexa ausgebildet mit MR-tomographisch nachgewiesenen
Vernarbungen des Hoffa'schen Fettgewebekörpers vom oberen Schienbeinende und
vom Ligamentum transversum, das beide Meniskusvorderhörner miteinander
verbinde, bis zum Unterpol der Patella reichend. Diese sekundären narbigen
Veränderungen führten zusätzlich zu einem vermehrten femoropatellären
Anpressdruck. Der Unfall mit signifikanter Knietraumatisierung rechts bei
einem Treppensturz mit Hyperflexionstrauma und Direkt-Kontusion habe zu einer
deutlichen und signifikanten traumabedingten Verschlimmerung eines
asymptomatischen, aber wesentlich degenerativ bedingten Vorzustandes geführt.
Die traumabedingte Verschlimmerung eines asymptomatischen Vorzustandes könne
aus seiner Erfahrung durchaus zwei Jahre in Anspruch nehmen. Bezüglich der
unfallbedingten Beschwerden könne nicht von einer Stabilisierung des
Zustandes gesprochen werden; die Beschwerden im medialen und vor allem
femoropatellären Kompartiment dauerten an und würden aller Voraussicht nach
langsam progredient verlaufen. Der Status quo sine sei wohl kaum mehr zu
erreichen.

4.2 Auf Grund dieser ärztlichen Unterlagen ist erstellt, dass die über den
8. April 2006 hinaus andauernden Kniebeschwerden rechts zumindest teilweise
und mittelbar auf den Unfall vom 9. April 2004 sowie auf die am 3. September
2004 und 22. Februar 2005 erfolgten arthroskopischen Eingriffe zurückzuführen
sind. Dies genügt für die weitere Bejahung der natürlichen Kausalität (BGE
129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; Urteil U 482/06 vom 8. Februar 2007,
E. 3.2). Nach Art. 6 Abs. 3 UVG hat die Hotela insbesondere auch für
Schädigungen aufzukommen, die in einem natürlichen und adäquat kausalen
Zusammenhang mit den auf Grund des versicherten Unfalls erfolgten
Heilbehandlung (Eingriffe vom 3. September 2004 und 22. Februar 2005) stehen
(BGE 128 V 169 E. 1c S. 171 f.; Urteil U 360/05 vom 21. August 2006, E. 1.3).
Ergänzend sei angefügt, dass die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich
aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des
Unfallversicherers im Rahmen der hier klar ausgewiesenen organischen
Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103).
Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt
(vgl. E. 3.2 hievor). Eine weitere medizinische Begutachtung ist nicht
durchzuführen, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157, 124 V 90 E. 4b
S. 94; SVR 2005 MV Nr. 1 S. 1 E. 2.3, M 1/02). Dieser käme unter den
gegebenen Umständen nur der Charakter einer "second opinion" zu, auf deren
Einholung kein Anspruch besteht (SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2, U 571/06;
Urteil U 523/06 vom 14. August 2007, E. 4.3). Nach dem Gesagten erweist sich
der angefochtene Entscheid im Ergebnis als rechtens.

4.3 Sämtliche Einwendungen der Beschwerdeführerin vermögen zu keinem anderen
Ergebnis zu führen.
Sie macht geltend, gemäss Dr. med. R.________ seien die ab Januar 2005
bestehenden Beschwerden ausschliesslich auf den Unfall zurückzuführen, obwohl
in diesem Zeitpunkt lediglich noch die nach seiner Ansicht unfallfremde
Gonarthrose Beschwerden bereitet habe. Dem ist entgegenzuhalten, dass Dr.
med. R.________ nicht davon ausging, es sei einzig noch die vorbestehende
Gonarthrose Ursache der Beschwerden. Er schätzte den Anteil der unfallfremden
Faktoren auf einen Drittel ein. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
gab Dr. med. R.________ auch nicht an, die Gonarthrose sei durch die am
3. September 2004 durchgeführte Meniskektomie verursacht worden. Er ging, wie
Dr. med. A.________ am 3. Januar 2006 und Prof. Dr. med. T.________ am 2. Mai
2006, von einer Verschlimmerung des vorbestehenden Zustandes durch den Unfall
vom 9. April 2004 und die nachfolgende Operation (Meniskektomie) aus.
Nicht gefolgt werden kann der Auffassung der Beschwerdeführerin, hinsichtlich
des einzig unfallbedingten Meniskusrisses habe sich der Gesundheitszustand
spätestens mit dem auf den 15. Dezember 2004 vorgesehenen 50%igen
Arbeitsversuch stabilisiert, zumal allen seit Januar 2005 erstellten
Arztberichten zu entnehmen sei, dass ab Mitte Dezember 2004 lediglich noch
die vorbestehende Arthrose behandelt worden sei. Diese Sachlage geht
insbesondere nicht aus dem von ihr angeführten Bericht des Dr. med.
E.________, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Leitender Arzt am Spital
Y.________, vom 3. Januar 2005 hervor. Vielmehr gingen die behandelnden Ärzte
Dr. med. S.________ (Bericht vom 30. Mai 2005) und Dr. med. A.________
(Bericht vom 3. Januar 2006) weiterhin von Folgen des Unfalls bzw. der damit
verbundenen operativen Behandlung aus.
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin haben Dr. med. R.________ und
Prof. Dr. med. T.________ bei ihrer Beurteilung berücksichtigt, dass die
Versicherte während zwei Monaten nach dem Unfall keinen Arzt aufgesucht hatte
und arbeitsfähig war. Gleiches gilt für das Körpergewicht der Versicherten.
Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Ärzte hätten eine Varus-
oder Valgusachse festgestellt (Dr. med. A.________ spreche von Valgus-, Prof.
Dr. med. T.________ von Varusstellung). Es sei eine medizinische
Erfahrungstatsache, dass eine solche Fehlstellung (egal ob Varus oder Valgus)
nicht nur eine Arthrose, sondern auch Meniskusschäden verursachen könne. Dem
ist entgegenzuhalten, dass Prof. Dr. med. T.________ im Gutachten vom 2. Mai
2006 feststellte, die Funktion des rechten Knies sei objektiv und subjektiv
schlechter als die des linken Gelenks, obschon auch das linke Knie
geringgradige beginnende Arthrosezeichen des medialen femorotibialen und des
femoropatellären Gelenkabschnittes zeige. Die Gelenkspaltverschmälerung des
medialen Kniekompartiments rechts betrage jedoch um mehr als 1 mm gegenüber
der linken Gegenseite als Zeichen einer doch signifikanten traumabedingten
Verschlechterung eines Vorzustandes.
Nicht stichhaltig ist nach dem Gesagten schliesslich die Auffassung der
Beschwerdeführerin, wenn tatsächlich von einer Aktivierung der Arthrose durch
den Unfall vom 9. April 2004 auszugehen sei, sei diese allerspätestens nach
2 Jahren, d.h. am 8. April 2006, abgeheilt.

5.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Der Beschwerdegegnerin steht eine
aufwandgemässe Parteientschädigung zu (Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt und
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin für das Verfahren vor dem
Bundesgericht eine Parteientschädigung von Fr. 250.- (einschliesslich
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern,
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit
zugestellt.
Luzern, 24. Oktober 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: