Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.454/2007
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_454/2007

Urteil vom 26. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiber Lanz.

Parteien
S.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Fürsprecher Herbert Schober, Ulrichstrasse
14, 8032 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 9. August 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1953 geborene S.________ war als Chefdisponentin in der Firma X.________ AG
tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert, als sie am 12. August 2002 einen
Verkehrsunfall erlitt. Sie hatte den von ihr gelenkten VW Vento innerorts vor
einem Fussgängerstreifen angehalten. Ein nachfolgender Opel Omega prallte ins
Heck des VW. Der anderntags aufgesuchte Dr. med. H.________ diagnostizierte
eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und bestätigte eine
Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 3. September 2002). Die SUVA erbrachte die
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Nach Abklärungen zum
Unfallhergang und zum medizinischen Sachverhalt eröffnete die SUVA der
Versicherten mit Verfügung vom 28. April 2005, die Leistungen würden auf den
30. November 2005 eingestellt. Zur Begründung wurde ausgeführt, die noch
geklagten Beschwerden stünden nicht in einem rechtserheblichen Zusammenhang mit
dem Unfall vom 12. August 2002. Daran hielt der Unfallversicherer auf die von
S.________ und ihrem Krankenversicherer eingereichten Einsprachen hin fest. Die
SUVA verneinte dabei auch einen Anspruch auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung (Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006).

B.
Beschwerdeweise beantragte S.________, die SUVA sei zu verpflichten, die
gesetzlich geschuldeten Leistungen, insbesondere Taggeld und Heilbehandlung,
eventuell eine Rente und eine Integritätsentschädigung, auszurichten. Im
Beschwerdeverfahren reichte sie einen Bericht des Dr. med. E.________ vom 21.
August 2006 über einen mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT)
erhobenen Befund im Bereich der Kopfgelenke ein. Gestützt darauf liess sie
geltend machen, es liege eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge vor.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wies die Beschwerde mit
Entscheid vom 9. August 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten lässt S.________ ihr
vorinstanzliches Rechtsbegehren erneuern; eventuell sei die Sache zu
ergänzenden Abklärungen an die Vorinstanz oder an den Unfallversicherer
zurückzuweisen.

Die SUVA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit
verzichtet auf eine Vernehmlassung.

D.
Den Parteien wurde die Gelegenheit eingeräumt, ihre Vorbringen im Hinblick auf
das Urteil BGE 134 V 109 zu ergänzen. Während die SUVA darauf verzichtet, lässt
S.________ mit Eingabe vom 21. April 2008 Stellung nehmen.

Erwägungen:

1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aus dem Unfall vom 12.
August 2002 über den 30. November 2005 hinaus Leistungen der obligatorischen
Unfallversicherung beanspruchen kann.

Die Rechtsgrundlagen für die Beurteilung der Streitsache sind im angefochtenen
Entscheid und im Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006, auf welchen die
Vorinstanz verweist, richtig wiedergegeben. Es betrifft dies namentlich die
Grundsätze zum für eine Leistungsberechtigung erforderlichen natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden,
insbesondere auch bei psychischen Fehlentwicklungen und bei Vorliegen eines
Schleudertraumas, einer äquivalenten Verletzung der HWS oder eines
Schädel-Hirntraumas ohne organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge (sog.
Schleudertrauma-Praxis).

Anzufügen bleibt, dass das Bundesgericht jüngst die Schleudertrauma-Praxis in
zweierlei Hinsicht präzisiert hat: Zum einen wurden die Anforderungen an den
Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung dieser
Praxis bei der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs rechtfertigt, erhöht.
Zum anderen wurden die Kriterien, welche abhängig von der Unfallschwere
gegebenenfalls in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehen sind, teilweise
modifiziert (BGE 134 V 109 E. 9 und 10 S. 121 ff.). Die bei psychischen
Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätze (BGE 115 V 133) liess das
Bundesgericht hingegen unverändert bestehen (BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116).

2.
Es besteht zunächst Uneinigkeit in der Beantwortung der Frage, ob die noch
bestehenden Beschwerden mit einem natürlich unfallkausalen, organisch objektiv
ausgewiesenen Gesundheitsschaden zu erklären sind.

2.1 Die nach dem Unfall am 13. und 16. August 2002 durchgeführten
Untersuchungen der HWS mittels Röntgen und - konventioneller -
Magnetresonanztomographie (MRT, auch: MRI) haben keine pathologischen Befunde
ergeben. Darauf haben Unfallversicherer und Vorinstanz abgestellt. Die
Beschwerdeführerin lässt in diesem Zusammenhang geltend machen, die
durchgeführte MRT-Untersuchung habe nicht die gesamte HWS erfasst, was
nachzuholen sei. Dieser Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Zwar gab
ein Verdacht auf eine discoligamentäre Instabilität auf Höhe des
Halswirbelkörpers (HWK) 3/4 Anlass für die MRT-Untersuchung. Gemäss Bericht des
Medizinisch-Radiodiagnostischen Instituts an der Klinik Y.________ vom 19.
August 2002 wurde bei der MRT-Abklärung vom 16. August 2002 aber "eine
regelrechte Anordnung der HWS" festgestellt. Sodann wurde "das MRI der HWS"
als, insbesondere auch auf Höhe HWK 3/4, "nicht pathologisch" beurteilt. Dies
zeigt, dass die bildgebende Untersuchung der gesamten HWS galt, was denn auch
in den folgenden Arztberichten nicht in Frage gestellt wurde.

2.2 Umstritten ist im Weiteren, ob trotz der unauffälligen Befunde, welche die
genannten bildgebenden Untersuchungen ergeben haben, auf ein unfallbedingtes
organisches Substrat zu schliessen ist.
2.2.1 Die Versicherte bejaht dies gestützt auf den Bericht des Dr. med.
E.________ vom 21. August 2006. Danach wurde mittels funktioneller
Magnetresonanztomographie ein Zustand nach subtotaler Ruptur beider Ligamenta
alaria festgestellt. Dr. med. E.________ äussert sich weiter dahingehend, eine
aus diesem Grund entstehende hypermobile Instabilität der Kopfgelenke gelte als
sehr wahrscheinlich.

Das kantonale Gericht ist zum Ergebnis gelangt, eine organisch objektiv
ausgewiesene Unfallfolge sei mit dem Bericht des Dr. med. E.________ nicht
dargetan. Sie stützt sich dabei namentlich auf die neurologische Beurteilung
der Frau Dr. med. C.________, Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA, vom 5.
Februar 2007, wonach die von Dr. med. E.________ gestellte Diagnose nicht
bestätigt werden könne.
2.2.2 Das Bundesgericht hat sich jüngst eingehend mit der funktionellen
Magnetresonanztomographie (fMRT; englisch: functional magnetic resonance
imaging, fmri) auseinandergesetzt. Bei dieser Untersuchungsart handelt es sich
um eine neuere Form der Kernspintomographie, welche sich von der herkömmlichen
Magnetresonanztomographie dadurch unterscheidet, dass Aufnahmen in
verschiedenen Funktionsstellungen (oder Aktivierungszuständen) durchgeführt
werden. Das Bundesgericht ist dabei zum Ergebnis gelangt, den mit dieser
Untersuchungsart erhobenen Befunden komme für die Beurteilung der
Unfallkausalität von Beschwerden nach Schleudertraumen der HWS und äquivalenten
Unfallmechanismen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft kein Beweiswert zu.
Insbesondere könne aus solchen Befunden nicht geschlossen werden, dass
bestehende Schmerzen auf organisch (hinreichend) nachweisbare Unfallfolgen
zurückzuführen seien (BGE 134 V 231).

Wenn das kantonale Gericht geschlossen hat, der Bericht des Dr. med. E.________
vom 21. August 2008 lasse nicht zuverlässig auf eine organisch objektiv
ausgewiesene Unfallfolge schliessen, ist dies im Lichte der dargelegten
Grundsätze nicht zu beanstanden.

Sämtliche Vorbringen der Versicherten rechtfertigen keine andere
Betrachtungsweise. Dies gilt auch für die undatierte Stellungnahme des Dr. med.
N.________ und die vor- und letztinstanzlich eingereichten medizinischen
Aufsätze.

3.
3.1 Nach dem Gesagten bleibt es bei der Feststellung, dass keine organisch
objektiv ausgewiesene Unfallfolge vorliegt. Dies hat zur Folge, dass der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden Beschwerden und dem
versicherten Ereignis nicht ohne weiteres mit dem natürlichen
Kausalzusammenhang bejaht werden kann. Es bedarf vielmehr einer besonderen
Adäquanzprüfung. Dabei ist zu unterscheiden: Liegt ein Schleudertrauma, eine
äquivalente Verletzung der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma vor, gelangt die
Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung. Ist dies nicht der Fall, gelten die für
psychische Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätze (zum Ganzen: BGE
127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S.
112).

3.2 In diesem Zusammenhang macht die Versicherte zunächst wie schon
vorinstanzlich geltend, die SUVA habe den adäquaten Kausalzusammenhang zu früh
geprüft, sei doch der medizinische Endzustand noch nicht erreicht gewesen.
Das kantonale Gericht ist dieser Auffassung zu Recht nicht gefolgt. In BGE 134
V 109 hat sich das Bundesgericht auch kritisch mit dem verschiedentlich
erhobenen Einwand auseinandergesetzt, mit der Prüfung des adäquaten
Kausalzusammenhanges bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden
müsse bis zur Beendigung des normalen, unfallbedingten Heilungsprozesses
zugewartet werden. Es hat erkannt, dass nicht danach zu fragen ist, in welchem
Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorzunehmen ist, sondern wann der
Unfallversicherer den Fall (unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen
und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung) abzuschliessen hat. Dies hat gestützt auf Art. 19
Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des
Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Das Bundesgericht hat
klargestellt, der Fallabschluss dürfe nicht mit der Begründung, der adäquate
Kausalzusammenhang könne noch nicht geprüft werden, über diesen Zeitpunkt
hinausgezögert werden (BGE 134 V 109 E. 3 und 4 S. 112 ff.).

Aus dem Gesagten erhellt, dass der von der SUVA auf den 30. November 2005
vorgenommene Fallabschluss nicht mit der Begründung der verfrühten
Adäquanzprüfung für unrechtmässig erklärt werden kann. Massgeblich ist, da
keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung zur Diskussion stehen,
ob von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den 30. November 2005
hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden
konnte. Dies lässt sich aufgrund der medizinischen Akten zuverlässig verneinen.

3.3 Das kantonale Gericht liess bei der Prüfung des adäquaten
Kausalzusammenhangs offen, ob allenfalls gemäss den bei psychischen
Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen vorzugehen wäre, und wandte
die Schleudertrauma-Praxis an. Die Beschwerdeführerin geht ebenfalls davon aus,
die Adäquanz sei nach dieser Praxis zu beurteilen. Damit erübrigt sich, zur
Frage der Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis ein poly-/interdisziplinäres
medizinisches Gutachten einzuholen, wie dies von der Versicherten unter Hinweis
auf BGE 134 V 109 E. 9 S. 121 ff. verlangt wird.

4.
4.1 Für die Adäquanzprüfung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis
anzuknüpfen. Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien
in die Beurteilung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; E. 1 hievor).

Das kantonale Gericht hat den Unfall vom 12. August 2002 im mittleren Bereich
und dort im Grenzbereich zu den leichten Unfällen eingestuft. Diese Beurteilung
ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden.
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2008 UV Nr. 8 S.
26, U 2, 3 und 4/07, E. 5.2 und 5.3.1; Urteil 8C_536/2007 vom 11. Juni 2008, E.
6.1). Dabei werden Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug regelmässig
dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zugerechnet (statt vieler: RKUV 2005
Nr. U 549 S. 236, U 380/04, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Diese Einstufung ist auch
aufgrund der hier konkret gegebenen Umstände richtig. Zwar wiesen die
Unfallautos nicht unerhebliche Beschädigungen auf. Die kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeuges der Versicherten lag aber gemäss
biomechanischer Kurzbeurteilung vom 30. August 2004 lediglich innerhalb oder
oberhalb (demnach höchstens knapp oberhalb) eines Bereichs von 10 - 15 km/h
(vgl. hiezu: Urteil 8C_51/2007 vom 20. November 2007, E. 4.3). Gegen erhebliche
Krafteinwirkungen beim Unfall spricht auch, dass die unfallbeteiligten Personen
von der Polizei als unverletzt betrachtet wurden und am Unfallort keine
ärztliche Hilfe beanspruchten.

4.2 Von den weiteren massgebenden Kriterien müssten für eine Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter
Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE
134 V 109 E. 10.1 S. 126 f., 117 V 359 E. 6 S. 367 f.).

Die Vorinstanz ist zum Ergebnis gelangt, es seien einzig und höchstens in
fraglicher Weise die bisherigen Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen
(recte: Dauerbeschwerden; vgl. BGE 117 V 359 E. 6a S. 367) sowie des Grades und
der Dauer der Arbeitsunfähigkeit erfüllt. Demgegenüber vertritt die
Beschwerdeführerin die Auffassung, sämtliche Kriterien in der bisherigen wie in
der mit BGE 134 V 109 präzisierten Form seien, teilweise in ausgeprägter Weise,
gegeben.
4.2.1 Weshalb die (unveränderten) Kriterien der besonders dramatischen
Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sowie der
ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert,
gegeben sein sollen, wird nicht weiter begründet. Es ergeben sich auch aus den
Akten keine Anhaltspunkte, welche die Bejahung dieser Kriterien gestatten
könnten.

Das (unveränderte) Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen
Verletzungen liegt ebenfalls nicht vor. Einen allfälligen Vorzustand haben die
- entgegen der von der Versicherten vertretenen Auffassung ausreichenden -
medizinischen Abklärungen nicht ergeben. Es kann daher offen bleiben, ob ein
solcher Vorzustand gestattet hätte, das Kriterium zu bejahen. Die im Weiteren
geltend gemachten jahrelangen Beschwerden sind unter dem neu gefassten
Kriterium der erheblichen Beschwerden zu prüfen.

Ebenso zu verneinen ist das (unveränderte) Kriterium des schwierigen
Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen. Die gesundheitliche
Entwicklung nach dem Unfall hält sich im Rahmen des bei derartigen Verletzungen
Üblichen. Besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81, U 479/05, E. 8.5; Urteile 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E.
9.6.1, und U 56/07 vom 25. Januar 2008, E. 6.6 mit Hinweis), liegen nicht vor.

Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (früher: ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung)
betrifft, ergibt sich aus den Akten, dass nach dem Unfall phasenweise
Physiotherapie und Akupunktur nebst Medikation zur Anwendung gelangten. Daneben
fanden im Wesentlichen einige Sitzungen Craniosacraltherapie und Psychotherapie
sowie periodisch ärztliche Beratungen und im Herbst 2003 ein rund sechswöchiger
stationärer Rehabilitationsaufenthalt statt. Dies genügt nicht für die Bejahung
des Kriteriums, zumal auch teils erhebliche Behandlungsunterbrüche zu
verzeichnen waren.
4.2.2 Selbst wenn die zwei verbleibenden Kriterien der erheblichen Beschwerden
(früher: Dauerbeschwerden) und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen (früher: Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit)
bejaht würden, lägen sie jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter oder
auffallender Weise vor. Soweit die Versicherte vorbringen lässt, das Kriterium
Arbeitsunfähigkeit sei besonders ausgeprägt gegeben, kann ihr nicht gefolgt
werden. Denn selbst wenn - ohne abschliessende Prüfung - von einer erheblichen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wird, genügen die für die massgebliche Zeit bis
zum Fallabschluss (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129) ausgewiesenen Anstrengungen
zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit nicht, um das Kriterium als in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt zu betrachten.
4.2.3 Zusammenfassend liegt weder eine Häufung adäquanzrelevanter Kriterien vor
noch sind solche in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise gegeben. Die
Vorinstanz hat daher einen rechtserheblichen Zusammenhang zwischen dem Unfall
vom 12. August 2002 und den noch bestehenden Beschwerden, und damit eine
weitere Leistungspflicht des Unfallversicherers, zu Recht verneint.

Daran vermögen sämtliche weiteren Vorbringen der Versicherten nichts zu ändern.
Insbesondere sind keine formellrechtlichen Mängel im Einsprache- und im
vorinstanzlichen Verfahren erkennbar, welche ein anderes Ergebnis zu begründen
vermöchten. Auch liegt keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vor;
soweit auf weitere Sachverhaltsabklärungen verzichtet wurde, ist dies in
rechtmässiger antizipierter Beweiswürdigung erfolgt.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 26. August 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Lanz