Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.467/2007
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8C_467/2007

Urteil vom 25. Oktober 2007

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterinnen Widmer, Leuzinger,
Gerichtsschreiber Holzer.

R. ________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat Hans-Ulrich Zumbühl,
Steinentorstrasse 35, 4051 Basel,

gegen

ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 9, 7302 Landquart,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Martin Schmid, Hartbertstrasse 11, 7000 Chur.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 23. Mai 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1940 geborene R.________ stürzte am 12. Mai 2006 eine Treppe hinunter.
Die ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (nachstehend: ÖKK), bei welcher
er gegen die Folgen von Unfällen versichert war, erbrachte die gesetzlichen
Leistungen nach UVG. Am 12. Juli 2006 informierte der ferienhalber während
drei Monaten im Ausland  weilende Versicherte die ÖKK unter anderem darüber,
dass die Behandlung in der Schweiz vor seiner Abreise "eigentlich
abgeschlossen" gewesen sei. Daraufhin stellte die ÖKK ihre Leistungen mit
Verfügung vom 1. November 2006 per 30. Juni 2006 ein, da der Status quo sine
erreicht worden sei. Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache hiess
die ÖKK mit Einspracheentscheid vom 6. Februar 2007 teilweise gut und
verschob den Terminierungszeitpunkt auf den 31. Dezember 2006.

B.
Die von R.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht
des Kantons Aargau mit Entscheid vom 23. Mai 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt R.________, die ÖKK sei unter Aufhebung des
Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, auch ab
1. Januar 2007 Leistungen aus der Unfallversicherung zu erbringen. Eventuell
sei die Unfallkausalität durch eine unabhängige Fachperson zu beurteilen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art.
106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend
gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann
eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es
kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden
Begründung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht
prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten,
wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu
prüfen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann
die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht
nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht
nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Das kantonale Gericht hat die gesetzliche Bestimmung über den Anspruch auf
Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 UVG), die
Rechtsprechung zu dem für die Leistungspflicht vorausgesetzten natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden
(Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen), zum
Dahinfallen des natürlichen Kausalzusammenhanges bei Erreichen des Status quo
sine (RKUV 2000 U 363 S. 45 E. 2 [U 355/98]) sowie zum Beweiswert
medizinischer Berichte (BGE 125 V 351) zutreffend dargelegt. Darauf wird
verwiesen.

3.
3.1 Wie die Vorinstanz in ausführlicher Würdigung der medizinischen Akten
überzeugend erwogen hat, ist die laut Bericht des erst drei Tage nach dem
Unfall erstbehandelnden Dr. med. A.________ einzig diagnostizierte
posttraumatische Lumboischialgie des Versicherten auf eine Traumatisierung
der degenerativ vorgeschädigten lumbalen Wirbelsäule zurückzuführen. Der vom
Vertrauensarzt der ÖKK, Dr. med. W.________, auf den 31. Dezember 2006
festgesetzte Zeitpunkt des Erreichens des Status quo sine ist
nachvollziehbar. Denn nach derzeitigem Wissensstand kann das Erreichen dieses
Status bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis
vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtungsgebende
Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der
altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung
eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in
der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als
abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 354/04
vom 11. April 2005, E. 2.2, mit Hinweisen). Da sich der Unfall im
vorliegenden Fall am 12. Mai 2006 ereignete, ist die Terminierung sämtlicher
Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2006, mithin rund sieben Monate nach
dem Ereignis, unter den gegebenen Umständen rechtens.

3.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ändert nichts daran.
Diskushernien sind in aller Regel nicht durch den Unfall verursacht. Eine der
Bedingungen, damit eine solche Unfallkausalität ausnahmsweise anzunehmen ist,
stellt das Auftreten der Symptome der Diskushernie unmittelbar nach dem
Unfall dar (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a [U 138/99]). Daraus kann aber
nicht der Umkehrschluss gezogen werden, dass dann, wenn die Symptome sofort
auftreten, ohne weiteres eine Unfallkausalität im engeren Sinne bejaht werden
muss. Im vorliegenden Fall sind nicht nur der Vertrauensarzt der ÖKK, Dr.
med. K.________, sondern auch die Dres. med. P.________ und S.________ von
einer degenerativen Veränderung der Wirbelsäule ausgegangen. Ist jedoch die
Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert,
nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen
für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu
erbringen (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 191 [U 149/99]). In der Regel ist zu
erwarten, dass dieses in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Unfall stehende
Schmerzsyndrom nach sechs bis neun Monaten abgeschlossen und damit der Status
quo sine erreicht sein wird (vgl. E. 3.1 hievor).

3.3 Aufgrund der eindeutigen medizinischen Aktenlage hat die Vorinstanz in
zulässiger antizipierter Beweiswürdigung (BGE 130 II 425 E. 2.1 S. 428) auf
weitere Abklärungen verzichtet.

4.
Da die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist, wird sie im Verfahren nach
Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG erledigt. Bei diesem Verfahrensausgang sind die
Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau
und dem Bundesamt für Gesundheit zugestellt.

Luzern, 25. Oktober 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: