Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.491/2007
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8C_491/2007

Urteil vom 28. Dezember 2007

I. sozialrechtliche Abteilung

Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Frésard, nebenamtlicher Bundesrichter Maeschi,
Gerichtsschreiber Hochuli.

F. ________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Marco
Unternährer, Sempacher
strasse 6 (Schillerhof), 6003 Luzern,

gegen

CSS Versicherung AG, Tribschenstrasse 21,
6005 Luzern, Beschwerdegegnerin.

Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom

6. August 2007

Sachverhalt:

A.
F. ________, geboren 1965, war seit 1. Oktober 2000 mit einem Arbeitspensum
von 50% als Mitarbeiterin bei der Firma C.________ tätig und bei der CSS
Versicherung AG obligatorisch für die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert gewesen. Am 14. Mai
2001 erlitt sie als Mitfahrerin im Personenwagen des Ehemannes einen
Verkehrsunfall, bei dem sie sich ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule
(HWS) zuzog. Die CSS übernahm die Kosten der Heilbehandlung und richtete ein
Taggeld aus. Wegen eines protrahierten Heilungsverlaufs ordnete sie eine
stationäre Untersuchung und Behandlung in der Rehaklinik E.________ vom 7.
Januar bis 1. Februar 2002 an. Nach weiteren Abklärungen und Beizug eines von
der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachtens
der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) vom 20. August 2004 erliess sie am
3. März 2005 eine Verfügung, mit der sie die Leistungen mangels
Unfallkausalität der bestehenden Beschwerden per 31. März 2005 einstellte.
Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 14. September 2005 fest.

B.
F.________ beschwerte sich gegen diesen Entscheid und beantragte, es seien
ihr weiterhin die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld, Rente)
zuzusprechen.

Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche
Abteilung, holte bei Prof. Dr. med. S.________, Spital I.________, ein
Gutachten ein, welches am 5. Februar 2007 erstattet und aufgrund von
Stellungnahmen der Parteien am 24. März 2007 ergänzt wurde. Mit Entscheid vom
6. August 2007 wies das kantonale Gericht die Beschwerde im Wesentlichen mit
der Begründung ab, dass die bestehenden Beschwerden nicht in einem adäquaten
Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 14. Mai 2001 stünden.

C.
F.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erheben
mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids seien ihr
die gesetzlichen Leistungen (Taggeldnachzahlungen, Übernahme der
Heilbehandlungskosten, Rentenleistungen und Integritätsentschädigung)
zuzusprechen.

Die CSS beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten
sei. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verzichtet auf Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
1.1 Weil der angefochtene Entscheid nach dem Datum des Inkrafttretens des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110), dem 1. Januar 2007
(AS 2006 1242), ergangen ist, untersteht die Beschwerde dem neuen Recht (Art.
132 Abs. 1 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht
nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung für den Anspruch
auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG)
geltenden Voraussetzungen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E.
3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei Schleudertraumen und
schleudertraumaähnlichen Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359 ff.; RKUV 2000
Nr. U 395 S. 317 E. 3 [U 160/98]; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 [U 183/93]),
zutreffend dargelegt. Das Gleiche gilt hinsichtlich der vorinstanzlichen
Ausführungen zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung und zum Beweiswert
ärztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, 122 V 157
E. 1c S. 160). Darauf wird verwiesen.

3.
Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin beim
Unfall vom 14. Mai 2001 ein Schleudertrauma oder eine schleudertraumaähnliche
Verletzung der HWS erlitten hat und dass die im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 31. März 2005 geklagten Beschwerden zumindest
teilweise noch in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten
Unfall standen. Fest steht des Weiteren, dass sich für die geltend gemachten
Beschwerden trotz eingehender und wiederholter fachärztlicher Untersuchungen
keine objektiv nachweisbaren organischen Unfallfolgen finden liessen, weshalb
eine spezifische Adäquanzprüfung vorzunehmen ist. Diese hat nach den für
Schleudertraumen und schleudertraumaähnliche Verletzungen der HWS geltenden
Regeln (BGE 117 V 359 ff.) zu erfolgen, weil nicht gesagt werden kann, dass
die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas oder einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise gegeben waren, gegenüber der psychischen Problematik aber ganz
in den Hintergrund getreten sind (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99). Es liegt auch
keine selbständige (sekundäre) psychische Gesundheitsschädigung vor, welche
zu einer Adäquanzbeurteilung nach den für psychische Unfallfolgen geltenden
Regeln (BGE 115 V 133 ff.) Anlass geben würde (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 80 [U
96/00]).

4.
4.1 Laut Polizeirapport war die Beschwerdeführerin in dem vom Ehemann
gelenkten Personenwagen mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h unterwegs,
als ein anderer Fahrzeuglenker von rechts aus einem Parkfeld rückwärts auf
die Strasse fuhr. Der Ehemann konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und
stiess mit seinem Wagen frontal in die hintere rechte Seite des den Unfall
verursachenden Fahrzeuges. Brems- oder Schleuderspuren konnten auf der
feuchten Fahrbahn nicht gefunden werden. Der Schaden wurde am
unfallverursachenden Fahrzeug auf ca. Fr. 4'000.--, am andern Fahrzeug auf
ca. Fr. 6'000.-- geschätzt. Aufgrund des Unfallhergangs und der sich dabei
entwickelnden Kräften (Urteil U 2/07 vom 19. November 2007 E. 5.3.1) ist der
Unfall mit der Vorinstanz als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen zu qualifizieren (vgl. zu den Auffahrunfällen: RKUV 2005 Nr. U 549
S. 237 E. 5.1.2 [U 380/04] mit Hinweisen). Damit die Adäquanz bejaht werden
könnte, müsste daher ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden
Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein oder es müssten die zu
berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben
sein (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367).

4.2 Zu den einzelnen Beurteilungskriterien ergibt sich aufgrund der Akten
Folgendes:
4.2.1 Der Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen
ereignet und war - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc
[U 287/97]; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 [U 248/98]) - nicht von
besonderer Eindrücklichkeit. Etwas anderes wird auch von der
Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht.

4.2.2 Der Unfall hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art zur Folge. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für
das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche
das Beschwerdebild beeinflussen können (Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts U 386/04 vom 28. April 2005, U 371/02 vom 4. September
2003, U 61/00 vom 6. Februar 2002 und U 21/01 vom 16. August 2001). Diese
können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen
Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003
Nr. U 489 S. 361 Erw. 4.3 [U 193/01] mit Hinweisen). Solche Umstände sind
hier nicht gegeben. Die erstmals in der Beschwerde an das Bundesgericht
geltend gemachte Tatsache, dass die Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt den
Kopf rückwärts zu dem auf dem rechten hinteren Sitz befindlichen Sohn
gewendet habe, ist nicht glaubhaft. Sowohl gegenüber den Gutachtern der MEDAS
als auch gegenüber Gerichtsgutachter Prof. Dr. med. S.________ hatte die
Beschwerdeführerin stets nur von einer Drehung des Kopfes nach links in
Richtung des Ehemannes gesprochen. Dass die Kopfdrehung - wie in der
Beschwerde vorgebracht wird - mindestens 90% ausgemacht hat, ist nicht
erstellt, hat die Beschwerdeführerin dem Gerichtsgutachter doch lediglich
angegeben, sie habe im Zeitpunkt der Kollision den Blick zum Ehemann
gerichtet, um ihm den Einkaufsplan zu erklären. Eine aussergewöhnliche
Körperhaltung, welche geeignet war, zu Komplikationen Anlass zu gegeben, kann
darin nicht erblickt werden (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 [U 380/04]; Urteile
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 290/04 vom 24. Juni 2005 und
U 82/04 vom 14. März 2005). Der Unfall hat auch zu keiner besonderen Schwere
der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden geführt.

4.2.3 Zum Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
lässt sich den Akten entnehmen, dass im Anschluss an den Unfall eine
Behandlung mit Halskragen und Medikamenten, Neuraltherapie, Atlaslogie und
Magnetfeldtherapie erfolgte. Später wurden nebst ambulanter Physiotherapie
weitere alternativmedizinische Massnahmen (u.a. Kraniosakraltherapie,
Rolfing, Osteopathie, Fussreflexzonenmassage) durchgeführt. Nach der
stationären Behandlung in der Rehaklinik E.________ vom 7. Januar bis 1.
Februar 2002 wurde die physiotherapeutische Behandlung eingestellt, weil
davon keine wesentliche Besserung mehr zu erwarten war. Es wurde ein
Selbsthilfeprogramm instruiert und eine psychotherapeutische Begleitung
empfohlen (Austrittsbericht der Rehaklinik E.________ vom 8. Februar 2002).
Eine von Dr. med. A.________ im Herbst 2002 angeordnete chiropraktische
Behandlung wurde von der Versicherten nach rund zwei Monaten abgebrochen. In
der Folge wurden erneut während begrenzter Zeit ambulante
physiotherapeutische Behandlungen durchgeführt. Die MEDAS-Gutachter
bezeichneten nebst einer psychotherapeutischen Behandlung eine weitere
Behandlung mit physikalischen oder ähnlichen Massnahmen als notwendig, wobei
darauf hingewiesen wurde, dass damit wahrscheinlich keine Besserung des
Gesundheitszustandes zu erreichen sei, wohl aber eine Verschlechterung
vermieden werden könne. In ähnlichem Sinn äusserte sich Prof. Dr. med.
S.________ im Gerichtsgutachten vom 5. Februar 2007. Eine längerfristige
gezielte Psychotherapie hat offenbar nicht stattgefunden. Bei den
durchgeführten Massnahmen handelte es sich zudem weitgehend um alternativ-
oder komplementärmedizinische Therapien, welche primär auf die
Symptombekämpfung bzw. die Schmerzlinderung gerichtet waren und nach den
Angaben der Beschwerdeführerin zu keiner wesentlichen Besserung des
Gesundheitszustandes geführt haben. Auch wenn über Jahre hinweg immer wieder
Behandlungen durchgeführt worden sind, liegt insgesamt keine kontinuierliche,
mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer
Dauer vor (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 420/05 vom 31.
August 2006, U 82/04 vom 14. März 2005, U 361/02 vom 24. September 2003 und U
357/01 vom 8. April 2002). Im Übrigen stand die Versicherte bis zur
MEDAS-Begutachtung, anlässlich welcher eine weitere Besserung des
Gesundheitszustand nicht mehr als wahrscheinlich erachtet wurde, während rund
drei Jahren in ärztlicher Behandlung. Nach einem Schleudertrauma oder einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS ist eine Behandlungsbedürftigkeit
von zwei bis drei Jahren im Allgemeinen noch als im üblichen Rahmen liegend
zu betrachten (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 239 E. 5.2.4 [U 380/04] mit Hinweisen).
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung kann
daher nicht als erfüllt gelten.

4.2.4 Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hat, kann nicht gesprochen werden, was auch von der
Beschwerdeführerin anerkannt wird.

4.2.5 Als fraglich erscheint, ob das Kriterium eines schwierigen
Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen als erfüllt gelten kann. Das
kantonale Gericht hat dies bejaht mit der Feststellung, dass die ärztliche
Behandlung zu keiner vollständigen Heilung der Beschwerden geführt habe, rund
drei Jahre nach dem Unfall immer noch Unfallfolgen bestanden hätten und
zwecks Verhinderung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes weitere
Massnahmen erforderlich gewesen seien. Dazu ist festzustellen, dass aus der
blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden nicht
schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden darf. Es
bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben
(Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 173/03 vom 15. November
2004, U 89/03 vom 4. Mai 2004 und U 343/02 vom 10. September 2003). Solche
Gründe sind hier nicht ersichtlich. Insbesondere lässt der Umstand, dass nach
dem Unfall psychische Beeinträchtigungen (sekundäre depressive Störung,
Angstsymptome) aufgetreten sind, welche zu einer Schmerzchronifizierung und
fortdauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beigetragen haben, nicht
schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf schliessen, weil sie zum
typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumen und schleudertraumaähnlichen
Verletzungen der HWS gehören (Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts U 265/05 vom 21. Juni 2006 und U 282/00 vom 21. Oktober
2003). Zum protrahierten Verlauf haben zudem Faktoren beigetragen, welche als
unfallfremd zu betrachten sind. Zum einen wurden während längerer Zeit
alternativ- bzw. komplementärmedizinische Massnahmen verschiedenster Art
durchgeführt, welche sich als weitgehend erfolglos erwiesen haben. Zum andern
lehnte die Versicherte die seitens der Ärzte als indiziert erachtete
psychologische oder psychotherapeutische Behandlung zunächst ab, was sich auf
den Heilungsverlauf negativ ausgewirkt haben dürfte. Die gesamten Umstände
sprechen daher eher gegen eine Bejahung dieses Kriteriums. Jedenfalls ist es
nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt.

4.2.6 Das Gleiche gilt für das Kriterium der Dauerbeschwerden, welches von
der Vorinstanz ebenfalls bejaht wurde. Aus den medizinischen Akten geht
hervor, dass die Beschwerden schwankend verliefen und nicht nur von den
Belastungen, sondern auch von den äusseren Bedingungen (verstärkte
Beschwerden bei feuchter und kalter, weitgehende Beschwerdefreiheit bei
warmer und trockener Witterung) abhängig waren. Selbst wenn davon auszugehen
wäre, dass die Versicherte ständig an Schmerzen gelitten hat, ist das
Kriterium jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt.

4.2.7 Das kantonale Gericht hat schliesslich auch das Kriterium von Grad und
Dauer der Arbeitsunfähigkeit bejaht. Dieser Beurteilung ist beizupflichten,
wobei auf die eingehenden und zutreffenden Ausführungen im angefochtenen
Entscheid verwiesen werden kann. Danach ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Rahmen des von ihr absolvierten Arbeitspensums von 50%
bis zum 1. Juni 2001 vollständig und ab 2. Juli 2001 zu 50% arbeitsfähig war.
Dabei handelte es sich um einen Dauerzustand ohne wesentliche
Unterbrechungen, an dem nach ärztlicher Einschätzung auch mit weiteren
medizinischen Massnahmen voraussichtlich nichts geändert werden kann. Es
liegt damit eine Arbeitsunfähigkeit vor, welche bezüglich Grad und Dauer die
nach der Rechtsprechung verlangten Anforderungen erfüllt (BGE 117 V 359 E. 7b
S. 368 u. 369 E. 5b S. 385; vgl. auch RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff. [U
56/00] und die dort erwähnte Rechtsprechung). Nicht gefolgt werden kann der
Versicherten, wenn sie geltend macht, das Kriterium sei in besonders
auffallender Weise erfüllt. Etwas anderes lässt sich auch dem von der
Beschwerdeführerin erwähnten, in BGE 117 V 359 ff. veröffentlichten Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts nicht entnehmen.

4.3 Nach dem Gesagten sind höchstens drei der massgebenden Kriterien
(schwieriger Heilungsverlauf, Dauerbeschwerden, Grad und Dauer der
Arbeitsunfähigkeit) erfüllt, wovon zwei Kriterien lediglich knapp, was für
die Bejahung der Unfalladäquanz nicht genügt (Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts U 398/04 vom 10. April 2006 und U 61/03 vom 25. Oktober
2004). Da auch kein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist,
haben Unfallversicherer und Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhangs
zu Recht verneint.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern,
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit
schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 28. Dezember 2007
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Hochuli