Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.500/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_500/2007

Urteil vom 16. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Lustenberger,
Gerichtsschreiberin Riedi Hunold.

Parteien
D.________, Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Rémy Wyssmann, Hauptstrasse 36, 4702 Oensingen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn
vom 20. Juni 2007.

Sachverhalt:

A.
D.________, geboren 1951, war vom 7. Juli 1980 bis 31. Dezember 2001 bei der
X.________ AG als Sekretärin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Bei einer Kollision von zwei Zügen am 11. August 2001
zog sie sich Verletzungen am Nacken zu. Am 20. August 2001 nahm sie ihre Arbeit
wieder voll auf. In der Folge war sie vom 17. bis 24. September 2001 voll, ab
10. Juli 2002 zu 25 %, von 26. November 2002 bis 5. Januar 2003 erneut voll, ab
6. Januar 2003 zu 25 % und ab 8. Januar 2003 zu 50 % arbeitsunfähig. Die SUVA
erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 1. Juli 2005,
bestätigt mit Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2005, stellte die SUVA ihre
Leistungen per 17. Juli 2005 ein.

B.
Das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn wies die hiegegen erhobene
Beschwerde mit Entscheid vom 20. Juni 2007 ab.

C.
D.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
mit dem Antrag, es seien der kantonale Entscheid aufzuheben, die Vorinstanz
resp. der Unfallversicherer anzuweisen, die erforderlichen Abklärungen
vorzunehmen und in dieser Zeit die gesetzlichen Leistungen bei einer
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % zuzüglich eines Verzugszinses zu
erbringen. Eventualiter seien ihr die gesetzlichen Leistungen bei einer
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % zuzüglich eines Verzugszinses
auszurichten. Die Vorinstanz und die SUVA schliessen auf Abweisung der
Beschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.

D.
Nach Erlass des Urteils BGE 134 V 109 gewährt das Bundesgericht den Parteien
das rechtliche Gehör, von welchem diese mit Eingaben vom 12. März 2008 (SUVA)
und 10. April 2008 (D.________) Gebrauch machen.

Erwägungen:

1.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über die
Leistungsvoraussetzungen des natürlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit
Hinweisen) und des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181
mit Hinweis), den Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195, 122 V 157
E. 1a S. 158, je mit Hinweisen) sowie die Anforderungen an einen ärztlichen
Bericht (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis) zutreffend dargelegt. Darauf
wird verwiesen.

2.
2.1 Dr. med. R.________ diagnostizierte am 3. Oktober 2001 den Status nach
Beschleunigungs-/Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (HWS) und attestierte
volle Arbeitsunfähigkeit vom 11. bis 20. August und vom 17. bis 24. September
2001. Am 15. Februar 2002 gab er an, die Behandlung sei abgeschlossen, da die
Versicherte nur noch geringe Restbeschwerden aufgewiesen habe.

2.2 Dr. med. von W.________, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten,
speziell Hals- und Gesichtschirurgie, hielt am 4. Juni 2002 eine
posttraumatische Vestibularisstörung bei Status nach HWS-Schleudertrauma fest.

2.3 Am 18. Juli 2002 stellte der Kreisarzt weder Dolenzen an den
Dornfortsätzen, der paravertebralen, nuchalen Muskulatur oder des
Schultergürtels noch Einschränkungen der Kopf-Nackenbeweglichkeit fest.
Anamnestisch berichte die Versicherte von einem Weichteilrheumatismus, der
medikamentös behandelt worden sei. Die Arbeitsunfähigkeit von 25 % sei zur Zeit
nötig. Da die Brückensymptome durchgehend seien, gehe er von einer
Unfallkausalität aus. Die psychologische Beratung begrüsse er. Die Versicherte
könne vom geplanten stationären Aufenthalt profitieren, zur Abklärung sei er
aber nicht nötig.

2.4 Dr. med. U.________, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation,
hielt am 19. Juli 2002 ein cervicocephales Syndrom mit/bei episodischen
rechtsorientierten Cervicocephalgien, ungerichtetem Schwindel,
posttraumatischer Vestibularisstörung sowie Status nach Kontusion von HWS/
Cranium am 11. August 2001 fest und bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 25
% seit 10. Juli 2002.

2.5 Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie, kam am 3. September 2002 zum
Schluss, die chronifizierenden, rechtsseitigen, teils migräneformen Cephalea
könnten mit einer HWS-Distorsion in Zusammenhang stehen. Gestützt auf das
Hirn-MRI vom 17. September 2002 diagnostizierte er teils migräneforme, teils an
Spannungskopfschmerzen erinnernde, rechts einseitige rezidivierende
Kopfschmerzen bei Status nach HWS-Distorsion und zentral vollständig
kompensierter peripher-vestibulärer Störung des rechten Labyrinthes.

2.6 Die Rehaklinik Z.________ diagnostizierte anlässlich des Aufenthalts vom
26. November bis 24. Dezember 2002 den Status nach Contusio capitis mit
wahrscheinlicher HWS-Distorsion am 11. August 2001 mit Verdacht auf
posttraumatische Belastungsstörung, persistierendem cervicocephalem Syndrom bei
permanent vorhandenem Schwindel, episodisch auftretenden, rechts orientierenden
Cervicocephalgien, deutlich verminderter Belastbarkeit im Alltag und Verdacht
auf leichte traumatische Hirnverletzung. Bei Austritt attestierte sie eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % bei einem Pensum von 75 % für drei Wochen, mit
folgender schrittweiser Steigerung (Bericht vom 14. Januar 2003).

2.7 Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Medizin und Arbeitsmedizin,
berichtete am 6. März 2003, die Versicherte habe die Arbeit infolge
persistierender Probleme zwischenzeitlich auf 50 % gesenkt. Nun sei sie eher im
Gleichgewicht. Er bezweifle die Möglichkeit einer Steigerung der
Arbeitsfähigkeit auf 70 % bis 80 %.

2.8 Am 15. Mai 2003 gab die Versicherte an, wegen ihrer gesundheitlich
reduzierten Leistung werde sie von ihrer Chefin unter Druck gesetzt. Sie habe
auch etwas Rheuma in den Fingern und Händen sowie zeitweise Probleme mit dem
Rücken, weshalb sie Vioxx einnehme. Nach Einschätzung des Kreisarztes wirkte
sie deprimiert, aber ansonsten in gutem Zustand. Die Kopf-Nackenbeweglichkeit
sei nicht eingeschränkt. Am unangenehmsten seien die Schwindelgefühle und der
Tinnitus im rechten Ohr. Er gehe davon aus, dass die Schwindelgefühle vom Vioxx
unterhalten würden, und empfehle ein anderes NSAR. Bei der aktuellen
Stimmungslage halte er eine medikamentöse und gesprächstherapeutische
Psychotherapie für notwendig. Die Arbeitssituation sei ein sehr ungünstiger,
aber unfallfremder Faktor. Die psychische Störung liege klar im Vordergrund.
Ein Fallabschluss sei verfrüht.

2.9 Dr. phil. K.________, Fachpsychologe für Psychotherapie, führte in seinem
Bericht vom 7. Oktober 2003 persistierende Symptome an, die aus psychologischer
Sicht erklärbar seien: Dauerschwindel mit Übelkeit, chronische Müdigkeit bzw.
Erschöpfung als latente depressive Entwicklung, Rückzugstendenzen (reaktiv
depressive Symptomatik in Komorbidität mit dem Schmerz), Trauerreaktionen
(einerseits Lebensereignisse, andererseits Verlust von gewohnten Tätigkeiten),
migräneartige Kopfschmerzen. Die derzeitige Arbeit sei infolge der
Daueranspannung und der fehlenden Erfolgserlebnisse sowie der
Bildschirmtätigkeit und Isolation am Arbeitsplatz einer Rehabilitation nicht
förderlich. Grundsätzlich sei eine Arbeit aber wichtig.

2.10 Am 23. Oktober 2003 berichtete die Versicherte, psychisch gehe es ihr gar
nicht so schlecht, aber sie müsse darauf achten, sich ausruhen zu können. Der
Kreisarzt stellte uneingeschränkte Spontanbewegungen fest. Sie wirke höchstens
etwas verhalten und ängstlich. Die Kopf- und Nackenbeweglichkeit sei
vorsichtig, aber keineswegs eingeschränkt. Die erheblichen subjektiven
Einschränkungen seien objektiv nicht erklärbar. Zur Zeit bestehe keine
nennenswerte muskuläre nuchale Verspannung oder Bewegungseinschränkung. Der
Schultergürtel sei weitgehend frei. Er finde auch keine Hinweise auf eine
Fibromyalgie. Höchst ungünstig wirke sich die Arbeitssituation aus. Dies sei am
ehesten als Stress und Panikreaktion zu werten. Ein Berufswechsel sei dringend,
allerdings nur bei psychotherapeutischer Begleitung und vermutlich
medikamentöser Behandlung der Depression.

2.11 Dr. med. C.________, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin,
diagnostizierte am 26. Januar 2004 eine Akzentuierung vorbestehender
Kopfschmerzen nach craniocervicalem Distorsionstrauma mit anamnestisch
vorbestehendem Fibromyalgiesyndrom, passagerem cervicocephalem Syndrom, teils
migräneformen, teils Spannungskopfschmerzen, wahrscheinlicher
Labyrinthverletzung rechts und psychogen unterhaltenen Beschwerden bei Verdacht
auf eine Anpassungsstörung. Die Nackenbeschwerden hätten sich nach dem Unfall
zeitgerecht zurückgebildet und der Hausarzt habe die Behandlung abgeschlossen.
Das Hauptproblem seien die Kopfschmerzen mit Schwindel und Unwohlsein. Die
Kernspintomographie habe keine traumatische Hirnverletzung nachgewiesen.
Während der stationären Behandlung sei von einer Hirnverletzung gesprochen
worden, ohne spezifische Befunde anzuführen. So habe die neuropsychologische
Abklärung keine Funktionsstörungen ergeben. Der behandelnde Psychotherapeut
sehe psychogene Gründe für das Andauern der Beschwerden. Bei der aktuellen
Untersuchung hätten sich unspezifische segmentale Befunde cervicothorakal
ergeben, die am ehesten auf eine statische Störung mit
Kopfprotraktionsfehlhaltung und Abflachung der thorakalen Kyphosierung
zurückzuführen seien. Ein Zusammenhang mit dem Unfall sei sehr wahrscheinlich.
Er empfehle eine osteopathische Behandlung. Gemäss Bericht vom 9. März 2004
ergab diese keine weiteren erklärbaren Befunde oder Veränderung der
Kopfschmerzen. Die Beurteilungen der übrigen Ärzte seien widersprüchlich. Dem
Fibromyalgiesyndrom komme vordergründige Bedeutung zu. Die subjektiven
neuropsychologischen Schwächen seien in diesem Zusammenhang zu sehen.

2.12 Die Neurologisch-Neurochirurgische Poliklinik, Spital Y.________, schloss
am 10. Mai 2004 auf ein chronisches Schmerzsyndrom, überlagert durch
Spannungskopfschmerzen. Hinsichtlich der Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen könne ebenfalls ein Zusammenhang mit dem chronischen
Schmerzsyndrom bestehen, möglicherweise überlagert durch die soziale Situation.
In der Anamnese werde mütterlicherseits eine familiäre Anhäufung von
rheumatischen Erkrankungen angegeben. Am 19. Mai 2004 präzisierte die Klinik,
trotz der glaubhaft geschilderten Schmerzen finde sich kein pathologischer
Befund im Neurostatus. Die Patientin leide vor allem unter psychischen Folgen
des als lebensbedrohlich erlebten Zugunglücks. Man schliesse sich der
Beurteilung des Dr. phil. K.________ an. Der soziale Rückzug, die
Energielosigkeit, die Verstimmung mit Hoffnungslosigkeit und die Besserung in
den Ferien sprächen stark für eine psychische Komponente. Häufig resultiere bei
Patienten eine Verunsicherung, weil ihnen anstelle der Traumaverarbeitung
falsche Ideen von erlittenen Schäden vermittelt würden, anstatt das
Schwergewicht auf die positive Anschauung (keine schweren Verletzungen, normale
Ergebnisse) zu richten. Eine neuropsychologische Testung sei sicher sinnvoll.

2.13 Gemäss Bericht der Abteilung für neuropsychologische Rehabilitation,
Spital Y.________, vom 30. August 2004 zeigten sich deutliche
Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses. Dabei seien
insbesondere Aspekte der Aufmerksamkeitsintensität wie Ermüdbarkeit/
Daueraufmerksamkeit und Aktivierung, die kognitive Verarbeitungskapazität sowie
im Gedächtnisbereich Abrufleistungen vermindert gewesen. Es bestehe keine
Depression, die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung seien
auch nicht erfüllt. Als Ursache für die verminderte kognitive
Leistungsfähigkeit kämen in erster Linie das Schmerzerleben und/oder psychische
Faktoren in Frage.

2.14 Am 21. Oktober 2004 hielt Dr. med. C.________ gestützt auf die Berichte
des Spitals Y.________an seiner Einschätzung im Bericht vom 26. Januar 2004
fest. Die Beurteilung durch ihn, Dr. med. I.________, das Spital Y.________
sowie Dr. phil. K.________ ergebe ein kongruentes Bild, welches einzig zum
Bericht der Rehaklinik kontrastiere. Bezüglich des Distorsionstraumas der HWS
seien keine benennbaren Befunde mehr nachweisbar. Er empfehle eine
abschliessende psychiatrische Begutachtung. Weitere medizinische Abklärungen
seien nicht angezeigt.

2.15 Dr. med. B.________ berichtete am 16. Juni 2005, er könne keine Unterlagen
über die Fibromyalgie vor dem Unfall beisteuern. Die Versicherte gebe jedoch
an, dieses Syndrom früher gehabt zu haben, dass aber keine Abklärungen
durchgeführt und sie deswegen nie wesentlich eingeschränkt gewesen sei. Sie
kenne dieses Syndrom von ihrer Mutter und ihrer Schwester her. Dieselbe
Symptomatik verspüre sie nun, was sie jedoch nicht beeinträchtige und mit den
bekannten Einschränkungen nach dem Unfall nicht zu vergleichen sei.

2.16 Dr. med. S.________, Facharzt für Allgemeine Medizin, hielt für Dr. med.
R.________ fest, häufige Kopfschmerzen seien im September und November 1992
erstmals erwähnt. Im Februar 2000 seien Nackenverspannungen mit Ausstrahlungen
in die rechte Kopfhälfte und rechte Axilla im Sinne eines
Cervicothorakalsyndroms vermerkt. Bezüglich der Fibromyalgie seien im Januar
1995 eine Lumbosakralgie, im November 1995 eine Periarthropathia
humeroscapularis links mehr als rechts und im September 1998 Nackenbeschwerden
sowie Beschwerden am Ellenbogen, der Hüfte und beiden Knien festgehalten.

2.17 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte am 27. April 2005 im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung
mit Dr. med. M.________, Facharzt für Neurologie, den Status nach depressiver
Episode bei einer nach einem HWS-Distorsionstrauma entwickelten
Schmerzproblematik (ICD-10: F 32.0). Aktuell könne keine Symptomatik
festgestellt werden, die diagnostisch verwertbar sei. Insbesondere finde sich
kein depressives Syndrom, auch keine Erkrankungen aus dem Formenkreis der
ängstlich-affektiven Störungen. Aus psychiatrischer Sicht sei sie gesund und
als Sekretärin sowie in einer anderen körperlich nicht belastenden Tätigkeit
voll arbeitsfähig. Dr. med. M.________ diagnostizierte am 12. Mai 2006 den
Status nach Zugunfall am 11. August 2001 mit HWS-Distorsion sowie milder
traumatischer Gehirnverletzung und peripherer traumatischer Vestibulopathie mit
heute noch bestehenden mässig ausgeprägtem oberem und leicht bis mässig
ausgeprägtem mittleren Cervicalsyndrom, cervicocephalem Syndrom mit Schwindel
und Übelkeit, cervicogen getriggerten Kopfschmerzen im Sinne einer "migraine
cervicale", leicht ausgeprägter Gleichgewichtsstörung bei Zustand nach
Labyrinth-Verletzung rechts sowie cervicogenem Schwindel und leicht
ausgeprägten kognitiven Störungen bei vorbestehend intermittierenden
Spannungskopfschmerzen und Gelenkbeschwerden. Als Sekretärin bestehe eine
Beeinträchtigung von 50 %; in einer angepassten Tätigkeit sei von einer
Arbeitsfähigkeit von 60 % bis 70 % auszugehen.

3.
Die Versicherte macht geltend, die Vorinstanz hätte gar keine Adäquanzprüfung
vornehmen dürfen, da durch das klar feststellbare organische Korrelat die
Adäquanz deckungsgleich mit der natürlichen Kausalität sei. Dem kann nicht
gefolgt werden. Die bei Leistungseinstellung noch geklagten Beschwerden werden
von keinem der Ärzte einem klar definierbaren organischen Substrat zugeordnet.
Vielmehr handelt es sich um organisch nicht nachweisbare Funktionsausfälle im
Sinne des typischen Beschwerdebilds bei einem Schleudertrauma der
Halswirbelsäule (wie etwa Kopfschmerzen und Schwindel). Daran ändert auch die
Erwähnung des verschobenen Wirbels nichts. Denn dies ergibt sich nur aus der
von der Arbeitgeberin verfassten Unfallmeldung, nicht aber aus einem ärztlichen
Bericht. Dr. med. R.________ führt in seinem Bericht vom 3. Oktober 2001 als
Röntgenbefund nur den Verdacht einer Instabilität C4/5 an und verneint frische
ossäre Läsionen. Dr. med. U.________ erwähnt in seinem Bericht vom 19. Juli
2002 eine Translation während der Flexion auf Höhe C4/5, misst dem in der Folge
aber keine Bedeutung zu. Auch in den späteren ärztlichen Berichten werden diese
Befunde nicht wieder aufgenommen. Somit liegt ihren Beschwerden kein klar
fassbares organisches Substrat zugrunde und es besteht keine Deckungsgleichheit
von natürlichem und adäquatem Kausalzusammenhang, so dass die Adäquanz nach
einem der von der Rechtsprechung entwickelten Schema zu prüfen ist. Auch kann
auf weitere Beweisvorkehren verzichtet werden. Denn es erübrigen sich
Weiterungen zu den die natürliche Kausalität und diesbezüglichen Beweisfragen
betreffenden Vorbringen, wenn der adäquate Kausalzusammenhang ohnehin zu
verneinen ist (Urteil 8C_209/2007 vom 7. März 2008, E. 2 mit Hinweis).

4.
4.1 Dr. med. H.________ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 27. April 2005
den Zustand nach depressiver Episode im Rahmen einer nach einem
HWS-Distorsionstrauma entwickelten Schmerzproblematik und hielt fest, dass "zum
heutigen Zeitpunkt" bei der Versicherten "aus psychiatrischer Sicht keine
Symptomatik festgestellt werden (könne), die diagnostisch verwertbar" sei.
Insbesondere finde sich "kein depressives Syndrom, auch keine Erkrankungen aus
dem Formenkreis der ängstlich-affektiven Störungen oder eine andere
psychiatrische Erkrankung". Die Versicherte sei "aus psychiatrischer Sicht
gesehen gesund". Bei den gestellten Fragen führte er aus: "Aus psychiatrischer
Sicht leidet die Explorandin an keiner relevanten Symptomatik mehr." Dr. med.
H.________ verneint demnach im Zeitpunkt der Leistungseinstellung psychische
Beschwerden. Damit ist aber noch nichts gesagt über die Zeit nach dem Unfall
bis zur Leistungseinstellung. Dr. med. H.________ bestätigt mit seiner Diagnose
vielmehr, dass die Versicherte zuvor unter psychischen Einschränkungen litt
("Status nach depressiver Episode"), diese in der Zwischenzeit jedoch
überwunden hat ("Aus psychiatrischer Sicht leidet die Explorandin an keiner
relevanten Symptomatik mehr."). Somit vermag sein Gutachten die
Schlussfolgerungen des Dr. phil. K.________, bei welchem die Versicherte in den
Jahren 2002 und 2003 in Behandlung stand, nicht in Zweifel zu ziehen.

4.2 Weder die ausführliche Befragung der Versicherten noch die umfangreiche
Untersuchung durch Dr. med. M.________ fast fünf Jahre nach dem Ereignis
vermögen den Mangel an medizinischen Unterlagen in den ersten Tagen und Wochen
nach dem Unfall wettzumachen. Die Vorinstanz hält auch zu Recht fest, dass Dr.
med. M.________ sich in seinem Gutachten vom 12. Mai 2006 nicht mit den
Schlussfolgerungen der übrigen Ärzte auseinandersetzt. Entgegen der Ansicht der
Versicherten stellt die Erwähnung und Zusammenfassung eines Berichts noch keine
Auseinandersetzung damit dar. Vielmehr ist verlangt, dass der Experte darlegt,
weshalb er von der Einschätzung eines Kollegen abweicht. Dies kann dem
Gutachten des Dr. med. M.________ jedoch nicht zu all seinen Aussagen entnommen
werden. Dazu ist auch festzuhalten, dass seine Behauptung, die vorbehandelnden
Ärzte hätten die Kopfbeweglichkeit nicht untersucht, nicht zutrifft. So halten
etwa der Kreisarzt als auch Dr. med. C.________ dies im Rahmen der Befunde
explizit fest. Ob mit Dr. med. M.________ bei der diagnostizierten Fibromyalgie
von einer Fehleinschätzung auszugehen ist, kann ebenso offen gelassen werden
wie die Frage, ob eine psychische Fehlentwicklung nach dem Unfall vorliegt und
damit die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach BGE 115 V 133
vorzunehmen ist. Denn selbst wenn die Einschränkungen der Versicherten nicht
auf eine Fibromyalgie resp. ein psychisches Leiden, sondern auf die typischen
Beschwerden nach einem Schleuder- bzw. Schädel-Hirntrauma zurückzuführen sind
und die Adäquanz nach dieser Rechtsprechung (BGE 134 V 109; BGE 117 V 359 und
369) geprüft wird, ist sie, wie nachfolgend dargelegt wird, zu verneinen.

5.
5.1 Im jüngst ergangenen BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht die Praxis zur
Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der
HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden
(sog. Schleudertrauma-Praxis) in mehrfacher Hinsicht präzisiert. Gemäss diesem
Urteil ist am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung bei Unfällen mit
solchen Verletzungen festzuhalten (E. 7-9 des erwähnten Urteils). Auch besteht
keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung
vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig
von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien
in die Adäquanzbeurteilung zu ändern (E. 10.1). Das Bundesgericht hat aber die
Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche
die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt, erhöht (E. 9) und die
adäquanzrelevanten Kriterien teilweise modifiziert (E. 10).

5.2 Nach der Praxis ist für die Bejahung der Adäquanz im Einzelfall zu
verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt.
Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei -
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten
Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem
dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate
Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und
bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz
bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände,
welche mit dem Unfall unmittelbar in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw.
indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je
nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon,
ob einzelne Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere
herangezogen werden (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 mit Hinweisen).
Im Rahmen der Beurteilung der Adäquanz von Unfällen mit Schleudertraumen der
Halswirbelsäule ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle oder ähnlichen
Verletzungsmechanismen sowie bei Unfällen mit Schädel-Hirntraumen sind dies
folgende Kriterien: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, fortgesetzte spezifische und belastende ärztliche Behandlung,
erhebliche Beschwerden, eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz nachgewiesener
Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.2 und 10.3 S. 127).

5.3 Der Unfall ist mit der Vorinstanz dem mittleren Bereich zuzuordnen. Dies
wird denn auch von der Versicherten nicht beanstandet. Damit müssen für die
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mehrere der Kriterien oder eines in
besonders schwerer oder auffälliger Weise gegeben sein.

5.4 Der Unfall hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen
abgespielt noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Daran ändert auch der
Umstand nichts, dass die Versicherte den Unfall als lebensbedrohlich erlebte,
da ein objektiver Massstab gilt (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc). Die
Versicherte zog sich beim Unfall vom 11. August 2001 auch keine schweren
Verletzungen oder solche besonderer Art zu, da ein Schleudertrauma und die
damit verbundenen Beschwerden für sich allein dieses Kriterium nicht zu
erfüllen vermögen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3 [= U 380/04]). Ebenfalls
zu verneinen ist das Kriterium der fortgesetzten spezifischen und belastenden
ärztlichen Behandlung. Die Beschwerdeführerin befand sich zwar seit ihrem
Rückfall im Jahr 2002 mehr oder weniger in konstanter ärztlicher Behandlung.
Dabei ging es jedoch vornehmlich um manualtherapeutische und medikamentöse
Behandlung sowie um Verlaufskontrollen. Diese stellen jedoch keine spezifische
und die Versicherte speziell belastende ärztliche Behandlung im Sinne dieses
Kriteriums dar (vgl. dazu auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4 mit
Hinweisen [= U 380/04]). Die psychotherapeutische Behandlung durch Dr. phil.
K.________ dauerte 24 Sitzungen und kann damit auch nicht als fortgesetzt im
Sinne dieses Kriteriums gelten. Daran ändern auch die zahlreichen
spezialärztlichen Untersuchungen und die versuchte osteopathische Behandlung
nichts. Denn erstere dienten vornehmlich der Abklärung und letztere wurde wegen
Erfolglosigkeit schon nach wenigen Sitzungen aufgegeben. Das Merkmal der
erheblichen Beschwerden kann angesichts der praktisch permanent bestehenden
Kopfschmerzen und des erheblich einschränkenden Schwindels bejaht werden.
Allerdings liegt es nicht in besonders ausgeprägter Weise vor. Eine ärztliche
Fehlbehandlung wie auch ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche
Komplikationen sind nicht gegeben. Das Merkmal der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen liegt - wenn auch nicht in
ausgeprägter Weise - vor. Denn die Versicherte war nach ihrem Rückfall im Juli
2002 durchwegs nicht in der Lage, ein Pensum wie vor dem Unfall (80 %) zu
erbringen; sie setzte jedoch - abgesehen vom stationären Aufenthalt in der
Rehaklinik - nie mit der Arbeit vollständig aus, sondern war bestrebt, ihre
Arbeitsfähigkeit wieder zu steigern. Nach dem Gesagten liegen die massgebenden
Kriterien weder gehäuft vor noch ist eines davon in ausgeprägter Weise gegeben.
Vorinstanz und Verwaltung haben damit den adäquaten Kausalzusammenhang im
Ergebnis zu Recht verneint.

6.
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Versicherte hat als unterliegende Partei
die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 16. Mai 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Riedi Hunold