Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.508/2007
Zurück zum Index I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2007
Retour à l'indice I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2007


Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_508/2007

Urteil vom 16. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiber Jancar.

Parteien
S.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. André Largier,
Sonneggstrasse 55, 8006 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 15. Juni 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1944 geborene S.________ erlangte 1981 das Lizentiat der
Wirtschaftswissenschaft und war in der Folge selbstständig erwerbstätig. Er war
Inhaber der Firmen X.________, Y.________, sowie Z.________, und einziger
Verwaltungsrat der Firma A.________. Er arbeitete zudem als Allrounder in der
von seiner Ehefrau geführten Agentur B.________. Am 22. Februar 2003 erlitt er
bei einem Skiunfall eine luxierte subkapitale 3-Fragment-Humerusfraktur links.
Gleichentags wurde er im Spital D.________ (offene Reposition, Osteosynthese
mittels 4-Loch-Kleeplatte) und am 29. Januar 2004 von Dr. med. E.________, FMH
Chirurgie, Klinik F.________, in der Klinik G.________ (Plattenentfernung,
arthrotische Arthrolyse), operiert. Am 9. Januar 2005 meldete er sich bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle zog diverse
Arztberichte, den IK-Auszug des Versicherten und die Akten des
Unfallversicherers bei. Mit Verfügung vom 8. März 2005 verneinte die IV-Stelle
den Anspruch auf berufliche Massnahmen und Invalidenrente, wogegen der
Versicherte Einsprache erhob. Am 8. März 2006 forderte ihn die IV-Stelle auf,
ihr bis 24. März 2006 die Steuererklärungen und Jahreabschlüsse der Jahre 2002
bis 2004 einzureichen, ansonsten sie aufgrund der Akten entscheiden müsse. Der
Versicherte reichte diese Unterlagen nicht ein, nachdem er sich zu dieser
Aufforderung am 21. März 2006 schriftlich geäussert hatte. Mit Entscheid vom
18. April 2006 wies die IV-Stelle die Einsprache ab. Der Versicherte sei in der
bisherigen Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig und könne weiterhin ein
Einkommen von Fr. 42'120.- erzielen, welches aufgrund der Akten des
Unfallversicherers festgestellt worden sei. Da jedoch keine erheblichen
Einschränkungen bei der Ausübung der angestammten Tätigkeit bestünden, sei die
Festlegung des Valideneinkommens vorliegend unerheblich.

B.
Hiegegen reichte der Versicherte beim Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich Beschwerde ein. Er legte Berichte des Dr. med. E.________ vom 22. Mai
und 18. September 2006 auf. Mit Entscheid vom 15. Juni 2007 wies das kantonale
Gericht die Beschwerde ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen
Entscheides sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen und sie zu
verpflichten, nach ergänzenden Abklärungen über den Anspruch auf die
gesetzlichen Leistungen neu zu entscheiden. Er ersucht um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung für das bundesgerichtliche Verfahren. Er legt
neu ein Gutachten des Dr. med. H.________, Leitender Oberarzt Orthopädie, Klink
I.________, vom 9. Februar 2007 auf.

Die IV-Stelle schliesst auf Beschwerdeabweisung, während das Bundesamt für
Sozialversicherungen auf Vernehmlassung verzichtet.

Mit Verfügung vom 8. Januar 2008 wies das Bundesgericht das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege mangels Bedürftigkeit des Versicherten ab. Mit
Verfügung vom 15. Januar 2008 forderte es den Versicherten auf, bis spätestens
30. Januar 2008 einen Kostenvorschuss von Fr. 500.- einzuzahlen, was er
fristgemäss tat.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140).
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder
ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG) und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Dies ist aufgrund der Vorbringen in der Beschwerde zu prüfen. Eine freie
Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheides in tatsächlicher Hinsicht hat
ebenso zu unterbleiben wie eine Prüfung der Ermessensbetätigung nach den
Grundsätzen zur Angemessenheitskontrolle. Auch besteht Bindung an die
Parteianträge (nicht publ. E. 2.2 des Urteils BGE 133 V 640).

2.
Der Versicherte beantragt letztinstanzlich unter dem Titel "Begehren", die
Sache sei an die IV-Stelle zurückzuweisen und diese zu verpflichten, nach
ergänzenden Abklärungen über den Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen neu
zu entscheiden. Ein präzises Begehren zu den verlangten Leistungen stellt er an
dieser Stelle nicht. In der Beschwerdebegründung legt er aber dar, die
vorinstanzliche Auffassung, die IV-Stelle habe den Anspruch auf berufliche
Massnahmen und Invalidenrente zu Recht abgewiesen, vermöge nicht zu überzeugen
und sei willkürlich. Hieraus geht hervor, dass er die Zusprechung dieser
Leistungen anstrebt. In diesem Sinne ist die Eintretensvoraussetzung des
rechtsgenüglichen Antrags erfüllt (vgl. BGE 133 III 489 E. 3.1; Urteile 9C_495/
2007 vom 20. März 2008, E. 1.2.2 und 1.3, sowie 8C_674/2007 vom 6. März 2008,
E. 3.1 f.).

3.
Im Einspracheverfahren gilt grundsätzlich das Rügeprinzip (Art. 52 Abs. 1 ATSG,
Art. 10 Abs. 1 ATSV). Die Verfügung des Versicherungsträgers tritt deshalb in
Rechtskraft, soweit sie unangefochten bleibt und nicht von Amtes wegen
überprüft wird (BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; RKUV 1999 Nr. U 323 S. 98; Urteil U
11/07 vom 27. Februar 2008, E. 10.2.2). Mit Verfügung vom 8. März 2005
verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Massnahmen und
Invalidenrente. Im Einspracheentscheid vom 18. April 2006 nahm sie nur noch zur
Invalidenrente ablehnend Stellung, da der Versicherte einspracheweise einzig
die Zusprechung mindestens einer ganzen Rente beantragt habe. Der Versicherte
machte vorinstanzlich zu Recht geltend, im Einspracheentscheid sei ihm ein
falscher Einspracheantrag unterstellt worden. Denn er hatte einspracheweise die
Fortsetzung des Verfahrens gemäss der vom Gesetzgeber geforderten Prüfung im
Einzelfall beantragt. Die Vorinstanz hat die Beurteilung mithin zu Recht auch
auf die Frage der Umschulung ausgedehnt (E. 7.2 hienach), da diese mit dem
Rentenpunkt derart zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit
gesprochen werden kann, und sich die IV-Stelle vorinstanzlich zur Frage
beruflicher Massnahmen geäussert hat (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1, 130 V 501 E.
1.2 S. 502 f., je mit Hinweisen).

4.
Der Einspracheentscheid datiert vom 18. April 2006, weshalb die am 1. Januar
2008 in Kraft getretenen Änderungen des IVG vom 6. Oktober 2006 und der IVV vom
28. September 2007 (5. IV-Revision) nicht anwendbar sind (BGE 129 V 354 E. 1 S.
356). Der Versicherte verunfallte am 22. Februar 2003. Damit ist teilweise ein
Sachverhalt zu beurteilen, der sich vor dem Inkrafttreten der Änderungen des
IVG vom 21. März 2003 und der IVV vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision) am 1.
Januar 2004 verwirklicht hat (Art. 29 Abs. 1 lit. b, Art. 48 Abs. 2 IVG). Da
der Rechtsstreit auch eine Dauerleistung (Invalidenrente) betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist für die Zeit bis 31. Dezember 2003
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen
Normen der 4. IV-Revision abzustellen (BGE 130 V 445 ff.).

Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über die Erwerbsunfähigkeit
(Art. 7 ATSG), die Invalidität (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 IVG), die
Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten nach der
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 343 ff.) sowie die
Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG in der
bis Ende 2003 und ab 1. Januar 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung)
zutreffend dargelegt. Gleiches gilt zum Begriff der Umschulung (vgl. Art. 17
Abs. 1 IVG, Art. 6 Abs. 1 IVV; BGE 130 V 488 E. 4.2 f. S. 89 ff. mit Hinweisen;
SVR 2006 IV Nr. 15 S. 53 E. 2, I 18/05), zur Aufgabe des Arztes bei der
Invaliditätsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261), zum Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) und zur
Schadenminderungspflicht (BGE 130 V 97 E. 3.2 S. 99) sowie zu den Auskunfts-
und Mitwirkungspflichten der versicherten Person (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Darauf
wird verwiesen.

5.
Die aufgrund medizinischer Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeits(un)
fähigkeit ist Entscheidung über eine Tatfrage. Tatfrage ist weiter, in welchem
Umfang eine versicherte Person vom funktionellen Leistungsvermögen und vom
Vorhandensein bzw. von der Verfügbarkeit psychischer Ressourcen her eine
(Rest-)Arbeitsfähigkeit aufweist und ihr die Ausübung entsprechend profilierter
Tätigkeiten zumutbar ist, es sei denn, andere als medizinische Gründe stünden
der Bejahung der Zumutbarkeit im Einzelfall in invalidenversicherungsrechtlich
erheblicher Weise entgegen. Soweit die Beurteilung der Zumutbarkeit von
Arbeitsleistungen auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt wird, geht es um
eine Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.).

Die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdigungsregeln nach
Art. 61 lit. c ATSG ist Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397 ff.;
Urteil 8C_18/2007 vom 1. Februar 2008, E. 1.2.3). Die konkrete Beweiswürdigung
wie auch die antizipierte Beweiswürdigung (als Teil derselben; in BGE 133 III
638 nicht publizierte E. 3 des Urteils 5A_453/2007 vom 3. Oktober 2007)
betreffen Tatfragen, die das Bundesgericht lediglich auf offensichtliche
Unrichtigkeit und Rechtsfehlerhaftigkeit hin zu überprüfen befugt ist (Art. 105
Abs. 2 BGG). Unter diesem Blickwinkel hält ein Verzicht der Vorinstanz auf
weitere Beweisvorkehren aufgrund antizipierter Beweiswürdigung etwa dann nicht
stand, wenn die Sachverhaltsfeststellung unauflösbare Widersprüche enthält
(vgl. BGE 124 II 103 E. 1a S. 105; in BGE 126 III 431 nicht publ. E. 4c/bb des
Urteils 5P.119/2000 vom 24. Juli 2000) oder wenn eine entscheidwesentliche
Tatsache auf unvollständiger Beweisgrundlage - beispielsweise ohne Beizug des
notwendigen Fachwissens unabhängiger Experten/Expertinnen, obwohl im Einzelfall
unabdingbar - beantwortet wird (vgl. etwa BGE 132 III 83 E. 3.5 S. 88; SVR 2007
IV Nr. 39 S. 132 E. 3.3 f., I 1051/06). Dagegen ändern blosse Zweifel an der
Richtigkeit der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung an deren
Verbindlichkeitswirkung gemäss Art. 105 Abs. 1 BGG nichts (Urteil 9C_539/2007
vom 31. Januar 2008, E. 2.2.2 mit Hinweisen).

6.
Letztinstanzlich reicht der Versicherte neu ein Gutachten des Dr. med.
H.________ vom 9. Februar 2007 ein. Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur
soweit vorgebracht werden, als der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt
(Art. 99 Abs. 1 BGG). Demnach sind die Parteien grundsätzlich gehalten, alle
rechtsrelevanten Tatsachen und Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen zu
nennen (Urteil 8C_463/2007 vom 28. April 2008, E. 6.2.4 mit Hinweisen). Gründe
zur Abweichung von dieser Regel sind vorliegend nicht gegeben. Unbehelflich ist
der Einwand des Versicherten, er habe sich nicht getraut, das erst nach
Beendigung des Schriftenwechsels (2. Oktober 2006) erstellte Gutachten bei der
Vorinstanz einzureichen; zudem sei er davon ausgegangen, sie werde die Sache
ohnehin zu weiterer Abklärung an die IV-Stelle zurückweisen.

7.
7.1
7.1.1 Dr. med. E.________, der den Versicherten am 29. Januar 2004 an der
linken Schulter operiert hatte, diagnostizierte im Bericht vom 22. Januar 2005
eine posttraumatische Omarthrose links (Humeruskopfnekrose). In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit sei der Versicherte seit 21. Juli 2004 bis auf Weiteres zu
25 % arbeitsunfähig. Er könne ganztags, aber mit reduzierter Belastung
arbeiten. Eine berufliche Umstellung sei nicht zu prüfen. Im Zeugnis vom 15.
Juli 2005 bestätigte Dr. med. E.________ die 25%ige Arbeitsunfähigkeit bis 24.
Juni 2005; die Behandlung sei nicht abgeschlossen.

Im Bericht vom 22. Mai 2006 diagnostizierte Dr. med. E.________ eine zunehmende
Ankylosierung des Gelenks mit Exostosenbildung. Von Seiten der Beschwerden
könne der Versicherte die momentane Situation der linken Schulter mit
Analgetika und lokalen Behandlungen soweit kontrollieren. Die Nachtschmerzen
seien unterschiedlich stark. Zwischenzeitlich mache er konsequent Behandlungen
in der Spiraldynamik. Die Kompensation der ankylosierten Schulter über die
Brustwirbelsäule und den thorako-scapulären Bewegungsrhythmus sei eindrücklich;
das globale Bewegungsausmass nehme aber weiterhin ab. Aufgrund der Osteophyten
cranial bestehe die Gefahr, dass bei deren Zunahme die RM zerstört werde, und
mittelfristig kein prothetischer Ersatz mit Totalprothese oder Resurfacing
möglich sei.

Im vorinstanzlich aufgelegten Bericht vom 18. September 2006 führte Dr. med.
E.________ aus, dem Versicherten nicht zumutbar seien Hochheben schwerer
Gegenstände bei Beanspruchung des linken Arms und der linken Schulter,
Hochheben des linken Arms über Schulterhöhe (z.B. Kameraführung). Es bestehe
eine geringe Tragkraft bei ausgestrecktem linken Arm vor allem in
Aussenrotation, eine deutliche Einschränkung der Innen- und Aussenrotation und
somit umständlich langsame Handhabung, soweit eine Bewegungsausführung
überhaupt möglich sei. Von Aussicht auf Heilung könne keine Rede sein. Der
Versicherte müsse mit zunehmendem Ausfall der Funktionalität leben. Die
Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes sei nicht möglich. Die
Arbeitsunfähigkeit sei somit nicht vorübergehend. Der Prozentsatz von 25 %
bedeute nur, dass dem Versicherten eine Präsenzzeit von 75 % zugemutet werden
könne. Es müsse jedoch generell von einer zusätzlich verringerten
Arbeitsleistung ausgegangen werden. Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
dürfe sich nicht nur auf die unmittelbare körperliche Schädigung bzw.
Behinderung beziehen, sondern auch auf die Schmerzsituation, das beklagte stark
gestörte Schlafverhalten und die psychosomatischen Auswirkungen. Die seit 2003
beklagte eingeschränkte Ausdauer und der teilweise Verlust der
Konzentrationsfähigkeit stellten sicher auch einen Nachteil dar. Insbesondere
sollten auch die postoperativ erlittenen diversen Kreislaufzusammenbrüche und
Ohnmachten (Hospitalisierung im Spital K.________) ernst genommen und gewürdigt
werden. Eine Präsenzzeit von 75 % könnte dem Versicherten zugemutet werden.
Aber seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitsproduktivität könnte
aufgrund der erwähnten Situation vermutlich tiefer, auf der Höhe von 50 %,
liegen. Zumutbar sei eventuell eine Tätigkeit als Empfangsperson in einer
Portierloge ohne eigentliche Trägertätigkeit.
7.1.2 Dr. med. L.________, Oberarzt, Klinik M.________, diagnostizierte im
Bericht vom 18. Februar 2005 eine posttraumatische Humeruskopfnekrose Schulter
links. Die letzte Untersuchung des Versicherten datiere vom 9. Februar 2004.
Dieser gebe eine Bewegungseinschränkung und belastungsabhängige Schmerzen in
der linken Schulter an. Sein Zustand sei stationär. Ihrerseits sei nie eine
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Der Versicherte sei aber von anderen
Ärzten behandelt worden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch diese sei
ihnen nicht bekannt. Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt. Bezüglich
seiner Arbeitsfähigkeit als Ökonom sollte im momentanen Zustand keine
wesentliche Beeinträchtigung vorliegen. Die bisherige Berufstätigkeit sollte
noch nahezu voll zumutbar sein. Im Rahmen ihrer Sprechstundentätigkeit könnten
sie nicht auf die von der IV-Stelle gewünschte Detail-Genauigkeit eingehen.
Wäre diese auf eine detaillierte Angabe angewiesen, müsste eine
arbeitsspezifische Abklärung durchgeführt werden.
7.1.3 Dr. med. N.________, Institutsleiter, Klinik O.________, führte im
Bericht vom 23. November 2005 aus, die Physiotherapie habe sehr gut geholfen in
Sachen Beweglichkeit wie auch Kraft, Anwendung und Transfer in den Alltag. Der
Versicherte könne wieder rückwärts Auto fahren, schwerere Gegenstände, z.B.
einen Koffer, mit linkem Arm anheben und tragen und sogar wieder Liegestütze
ausführen. Schmerzen bestünden vor allem noch nachts und in Ruhelage. Mit der
Therapie habe subjektiv eine signifikante Beschwerdenreduktion, eine
eindrückliche Zunahme der Beweglichkeit von Schultergelenk und Schultergürtel
sowie ein verbessertes, nahezu normales Management der ADL (activities of daily
life) erreicht werden können. Eine versuchsweise durchgeführte dreimonatige
Therapiepause habe prompt zu einer langsamen progredienten Verschlechterung der
Symptome geführt, trotz Weiterführung des Heimprogramms. Eine Operation komme
weder für ihn noch für den Versicherten in Frage. Sinnvoll sei es, die aktuelle
Therapie im Sinne einer Langzeit-Therapie weiterzuführen.

7.2 Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, aufgrund der Berichte des Dr.
med. E.________ und der Klinik M.________ seien dem Versicherten als Folge des
Unfalls vom 22. Februar 2003 das Heben schwerer Gewichte mit dem linken Arm und
Überkopfarbeiten mit dem linken Arm nicht mehr möglich. Er sei jedoch Ökonom
und führe aufgrund der Handelsregisterauszüge drei Einzelfirmen in den
Bereichen Unternehmungsberatung, Kommunikation sowie Prozess- und
Projektsupport. Zudem sei er einziges Mitglied der Firma A.________. Diese
Firma sei zusammen mit der Ehefrau des Versicherten Gesellschafterin der
P.________, welche die Organisation und Abwicklung von Anlässen und
betrieblichen Projekten, einschliesslich Herstellung und Integration von
Software sowie Handel mit zugehöriger technischer Ausrüstung bezwecke. Die
Ausübung dieser vorwiegenden Beratungstätigkeiten sei dem Versicherten
weiterhin uneingeschränkt zumutbar. Dementsprechend sehe er sich durchaus in
der Lage, an einer Umschulung im entsprechenden Bereich teilzunehmen. Die
Einschätzung des Dr. med. E.________, der von 75%iger Präsenzzeit und rund
50%iger Leistungsfähigkeit ausgehe, betreffe allein die Tätigkeit des
Versicherten als Allrounder in der Agentur B.________ der Ehefrau, bei der Dr.
med. E.________ im Gegensatz zum Unfallversicherer nicht annehme, dass der
Anteil der Überkopfarbeiten gering gehalten werden könne und das Heben und
Tragen von Gewichten somit selten vorkomme. Weiter führte die Vorinstanz aus,
im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei es dem Versicherten zuzumuten, die
Tätigkeit in der Agentur B.________ seiner Ehefrau aufzugeben und wieder
ausschliesslich für seine eigenen Firmen zu arbeiten, wie er das bis knapp vier
Monate vor dem Unfall getan habe. Dafür verfüge er über eine genügende
Ausbildung und - so wie sich die Aktenlage aufgrund seiner Weigerung, trotz
formgerechter Mahnung der IV-Stelle vom 8. März 2006, die einschlägigen
Geschäftsunterlagen einzureichen, präsentiere - in seinen Firmen über
zahlreiche Betätigungsmöglichkeiten, bei deren Ausübung - wie sich aus
sämtlichen Arztberichten ergebe - keine wesentliche Einschränkung gegeben sei.
Er könne somit auch ohne berufliche Massnahmen weiter ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Die IV-Stelle habe seinen
Leistungsanspruch - insbesondere auf Umschulung - mithin zu Recht verneint.

7.3 Der Versicherte wendet im Wesentlichen ein, die Vorinstanz habe den
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, da sie auf seinen Antrag bzw. seine
Rüge, die IV-Stelle habe nicht nur die unmittelbare körperliche Schädigung bzw.
Behinderung abzuklären, sondern auch die Schmerzsituation und die
psychosomatischen Auswirkungen abzuklären, mit keinem Wort eingegangen sei.
Weiter habe die Vorinstanz die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren
Folgen auf die Arbeitsfähigkeit offensichtlich unrichtig festgestellt sowie die
medizinischen Beweismittel willkürlich gewürdigt bzw. ausser Acht gelassen.
Gerade die Konzentrationsstörungen, die chronischen Schlafstörungen, die
Verlangsamung und die Ablenkung durch die ständigen Schmerzen wirkten sich auch
in einer rein beratenden Tätigkeit sowie bei der Akquisition erst recht negativ
aus. Vorinstanzlich habe er eine Aufstellung über sein gesamtes Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit in den Jahren 2001 bis 2006 eingereicht. Die
Vorinstanz habe sich damit nicht auseinandergesetzt und habe auch nicht
allfällig notwendige zusätzliche Informationen oder Unterlagen einverlangt. Sie
habe es auch versäumt einen aktuellen IK-Auszug beizuziehen (im bei den
IV-Akten liegenden IK-Auszug fehlten die Angaben zu seiner selbstständigen
Erwerbstätigkeit in den Jahren 2001/2002). Damit habe die Vorinstanz seinen
Anspruch auf rechtliches Gehör und die Offizialmaxime verletzt sowie den
Sachverhalt offenkundig unrichtig festgestellt. Die von ihr zitierten
Handelsregisterauszüge sagten nichts über seine Einkommensverhältnisse aus. Im
fristgerecht eingereichten Schreiben vom 21. März 2006 habe er die IV-Stelle
gebeten, ihm mitzuteilen, worin die Prüfung seiner Steuererklärungen und
Jahresabschlüsse bestehen solle und nach welchen Bemessungskriterien die
buchhalterischen Kennzahlen vorzulegen seien. Hierauf habe die IV-Stelle nicht
reagiert. Auch bezüglich des Invalideneinkommens fehlten im vorinstanzlichen
Urteil jegliche Angaben. Unerfindlich sei, woraus die Vorinstanz ableiten
wolle, er habe seit 1. November 2002 (Aufnahme der Erwerbstätigkeit im Geschäft
der Ehefrau) seine Beschäftigungspensen in seinen Firmen entsprechend
reduziert. Dies sei bloss eine Vermutung aufgrund eines offenkundig nicht
ermittelten Sachverhalts. Tatsächlich habe er seine Ehefrau in deren Betrieb
von Anfang an, d.h. seit dem Jahre 1992, unterstützt. Bis 1. November 2002 sei
für diese seine Tätigkeit kein Lohn ausgewiesen worden, weil die Aufteilung des
Einkommens aus den Einzelfirmen der Ehefrau keinen wirtschaftlichen Sinn
gemacht habe. Dies habe sich erst geändert, als sie erfahren hätten, dass er im
Falle einer Anstellung aufgrund einer Gesetzesänderung Kinderzulagen beziehen
könne. Seine offizielle Anstellung ab 1. November 2002 habe somit an seiner
effektiven Erwerbstätigkeit nichts geändert, sondern die faktischen
Verhältnisse seien nur offizialisiert worden. Somit sei zum für das Jahr 2002
ausgewiesenen Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 40'043.-
(dieses sei zudem steueroptimiert) das Einkommen aus der unselbstständigen
Erwerbstätigkeit von Fr. 42'120.- (gemäss der in den IV-Akten befindlichen
Unfallmeldung UVG) hinzuzuzählen, weshalb für das Jahr 2002 ein
Valideneinkommen von mindestens Fr. 82'163.- resultiere. Die vorinstanzliche
Annahme, er könne seinen Beschäftigungsgrad in seinen Firmen erhöhen, sei somit
willkürlich.

8.
8.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Vorinstanz auf die Berichte der
Dres. med. E.________ vom 22. Januar 2005, 22. Mai und 18. September 2006,
L.________ vom 18. Februar 2005 und N.________ vom 23. November 2005 (vgl.
deren Wiedergabe in E. 7.1 hievor).
8.1.1 Diesbezüglich ist als Erstes festzuhalten, dass Dr. med. N.________ im
Bericht vom 23. November 2005 zur Arbeits(un)fähigkeit des Versicherten nicht
Stellung nahm (E. 7.1.3 hievor).

Dr. med. L.________ führte im Bericht vom 18. Februar 2005 zwar aus, in der
bisherigen Tätigkeit als Ökonom sollte im momentanen Zustand keine wesentliche
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegen. Weiter legte er jedoch dar,
wäre die IV-Stelle auf eine detaillierte Angabe angewiesen, müsste eine
arbeitsspezifische Abklärung durchgeführt werden. Zur Arbeits(un)fähigkeit des
Versicherten als Allrounder in der Agentur B.________ seiner Ehefrau nahm er
nicht Stellung. Zudem ist zu beachten, dass dieser Bericht auf einer
Untersuchung des Versicherten vom 9. Februar 2004 beruhte, die mithin mehr als
zwei Jahre vor dem massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides (18. April
2006) stattfand. Zwar wurde in der Klinik M.________, wo auch Dr. med.
L.________ tätig war, am 12. Januar 2005 durch PD Dr. med. R.________,
Leitender Arzt, eine Arthro-MRI der Schulter links durchgeführt, worüber
Letzterer gleichentags und am 7. März 2005 Berichte erstattete, ohne allerdings
zur Arbeits(un)fähigkeit des Versicherten Stellung zu nehmen. Auf diese
Abklärung vom 12. Januar 2005 verwies Dr. med. L.________ im Bericht vom 18.
Februar 2005 nicht (E. 7.1.2 hievor).

In diesem Lichte stellen die vorinstanzlich angeführten Berichte der Dres. med.
L.________ vom 18. Februar 2005 und N.________ vom 23. November 2005 keine
rechtsgenügliche Grundlage für die Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit dar.
Gleiches gilt für die Berichte des PD Dr. med. R.________ vom 12. Januar und 7.
März 2005.
8.1.2 Dr. med. E.________ ging im Bericht vom 22. Januar 2005 von 25%iger
Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit
21. Juli 2004 aus. Im Zeugnis vom 15. Juli 2005 bestätigte er dies bis 24. Juni
2005; die Behandlung sei nicht abgeschlossen. Im Bericht vom 18. September 2006
ergänzte er, der Prozentsatz von 25 % bedeute nur, dass dem Versicherten eine
Präsenzzeit von 75 % zugemutet werden könne. Aber seine wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitsproduktivität könnte vermutlich auf der Höhe von
50 % liegen (E. 7.1.1 hievor). Unbestritten ist, dass der Bericht des Dr. med.
E.________ vom 18. September 2006 geeignet ist, die Beurteilung bezogen auf den
Zeitraum vor Erlass des Einspracheentscheides (18. April 2006) zu beeinflussen
(BGE 129 V 167 E. 1 S. 169, 121 V 362 E. 1b S. 366). Die Vorinstanz hat richtig
erwogen, dass sich dieser Bericht in erster Linie auf die Tätigkeit des
Versicherten als Allrounder in der Agentur B.________ seiner Ehefrau bezieht.
Hieraus folgt aber, dass für den vorinstanzlichen Schluss, der Versicherte
könne als Berater in seinen eigenen Firmen weiter uneingeschränkt arbeiten,
keine rechtsgenügliche medizinische Grundlage besteht (vgl. auch E. 8.1.1
hievor). Dem Versicherten ist beizupflichten, dass die von Dr. med. E.________
im Bericht vom 18. September 2006 angeführten Probleme (Schmerzsituation, stark
gestörtes Schlafverhalten, psychosomatische Auswirkungen, eingeschränkte
Ausdauer und teilweiser Verlust der Konzentrationsfähigkeit) auch in der Arbeit
in seinen Firmen einschränkend sein können, zumal dieser Arzt lediglich eine
Tätigkeit als Empfangsperson in einer Portier-Loge ohne eigentliche
Trägertätigkeit als zumutbar anführte. Zudem enthalten die Akten keine
Unterlagen über die von Dr. med. E.________ angeführten postoperativen
Kreislaufzusammenbrüche und Ohnmachten (Hospitalisierung im Spital K.________)
des Versicherten (E. 7.1.1 hievor). Die Angaben des Dr. med. E.________ können
für sich allein auch nicht als massgebend gelten, zumal behandelnde Ärzte
aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S.
353).

8.2 Zusammenfassend enthält der vorinstanzliche Entscheid nicht für den
gesamten relevanten Zeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheides (18.
April 2006) rechtsgenügliche Feststellungen zur Arbeits(un)fähigkeit (vgl. Art.
6 ATSG) des Versicherten, denen mit Blick auf Art. 105 Abs. 1 BGG
Verbindlichkeit beigemessen werden kann. Ergänzend sei angefügt, dass auch die
übrigen in den Akten befindlichen, aber von der Vorinstanz nicht angeführten
Arztberichte hiezu keine hinreichenden Angaben enthalten. Die Sache ist daher
in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG; E. 5 hievor)
zwecks Einholung eines medizinischen Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen
(vgl. auch erwähntes Urteil 9C_539/2007, E. 3.4; Urteil I 1048/06 vom 13.
Dezember 2007, E. 7.2).

9.
In erwerblicher Hinsicht ist Folgendes festzuhalten:
9.1
9.1.1 Am 8. März 2005 erliess die IV-Stelle die leistungsabweisende Verfügung,
da es dem Versicherten weiter zumutbar sei, seine Tätigkeit im bisherigen
Rahmen auszuüben. Hiegegen erhob dieser am 7. April 2005 Einsprache. Mit
Schreiben vom 8. März 2006 forderte die IV-Stelle den Versicherten (wie schon
mit Schreiben vom 30. Dezember 2005) auf, ihr die Steuererklärungen inkl. die
Hilfsblätter A und die Jahreabschlüsse (Erfolgsrechnungen und Bilanzen) der
Jahre 2002 bis 2004 einzureichen. Am 8. März 2006 setzte sie ihm hiefür eine
Frist bis 24. März 2006, ansonsten sie aufgrund der Akten entscheiden müsse.
Mit Entscheid vom 18. April 2006 wies sie die Einsprache ab. Der Versicherte
könne weiterhin ein rentenausschliessendes Einkommen von Fr. 42'120.- erzielen;
dieses Valideneinkommen sei aufgrund der Akten des Unfallversicherers
festgelegt worden, nachdem er sich trotz Mahnungen weiterhin widersetze,
jegliche buchhalterische Kennzahlen zur Einsicht zuzustellen, wofür die Frist
am 24. März 2006 abgelaufen sei. Da jedoch grundsätzlich keine erheblichen
Einschränkungen bei der Ausübung der angestammten Tätigkeit bestünden und die
bisherige Tätigkeit weiter in vollem Umfang zumutbar sei, sei die Festlegung
des Valideneinkommens vorliegend unerheblich.
9.1.2 Das mit Schreiben vom 8. März 2006 eingeleitete Vorgehen der IV-Stelle
stützte sich auf Art. 43 Abs. 3 ATSG (vgl. hiezu auch SVR 2007 IV Nr. 48 S. 156
E. 6 f., I 988/06 mit Hinweis). Die Vorinstanz hat erwogen, der Versicherte
habe sich trotz formgerechter Abmahnung der IV-Stelle geweigert, die
einschlägigen Geschäftsunterlagen einzureichen; auf Grund der Aktenlage
bestünden in seinen Firmen überwiegend wahrscheinlich zahlreiche
Betätigungsmöglichkeiten, bei deren Ausübung - wie sich aus sämtlichen
Arztberichten ergebe - keine wesentliche Einschränkung gegeben sei (E. 7.2
hievor).

9.2 Hiezu ist festzuhalten, dass der Versicherte - wie er geltend macht - nach
der Aufforderung der IV-Stelle vom 8. März 2006 mit Schreiben vom 21. März 2006
innert gesetzter Frist an diese gelangte und ausführte, er habe gegen die
Verfügung vom 8. März 2005 am 7. April 2005 rekurriert. Seither sei kein
Rekursentscheid bei ihm eingetroffen. Aus diesen Gründen, Rechtsirrtum
vorbehalten, sei es weder üblich noch bestehe Veranlassung, mit der IV-Stelle
Korrespondenz zu führen. Er vermute eine Unterlassung der IV-Stelle, nämlich
dass seine Eingabe in pflichtwidriger Weise nicht an die zuständige
Rekursinstanz weiter geleitet worden sei. Wenn die IV-Stelle buchhalterische
Kennzahlen verlange, müsse sie selbstverständlich im Voraus darlegen, nach
welchen Bemessungskriterien diese bewertet werden sollen. Ansonsten wäre einer
willkürlichen Interpretation Tür und Tor geöffnet. Die IV-Stelle habe zwar das
Recht auf Akteneinsicht, nicht aber Anspruch auf Übergabe der umfangreichen
buchhalterischen Original-Unterlagen.

Auf Grund dieses Schreibens des Versicherten - der damals noch allein, ohne
Anwalt handelte - war von der IV-Stelle nach Treu und Glauben (Art. 9 BV) zu
erwarten, dass sie ihm vor Erlass des Einspracheentscheides unter
Nachfristansetzung eröffnet hätte, ob und bejahendenfalls weshalb sie an der
Einreichung der angeforderten Dokumente festhalte. Dies um so mehr, als sie im
Einspracheentscheid vom 18. April 2006 die Auffassung vertrat, die Festlegung
des Valideneinkommens sei unerheblich, da dem Versicherten die bisherige
Tätigkeit weiterhin in vollem Umfang zumutbar sei. Die IV-Stelle erachtete
mithin die einverlangten betrieblichen und steuerlichen Unterlagen als gar
nicht entscheidrelevant (E. 9.1.1 hievor). Demnach kann dem Versicherten - wie
er zu Recht geltend macht - die Nichteinreichung der von ihm am 8. März 2006
einverlangten Unterlagen bei der IV-Stelle nicht vorgeworfen werden (vgl. auch
Urteil 5A_26/2008 vom 4. Februar 2008, E. 4.3).

9.3 Falls die Vorinstanz der Auffassung war, sie benötige die von der IV-Stelle
am 8. März 2006 angeforderten Unterlagen als Beurteilungsgrundlage, hätte sie
den Versicherten zu deren Einreichung auffordern müssen mit der Androhung, sie
werde ansonsten aufgrund der Akten entscheiden (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
Zürich 2003, N 59 zu Art. 61 ATSG).
10.
Nach Abklärung der Arbeits(un)fähigkeit (E. 8.2 hievor) wird die IV-Stelle zur
erwerblichen Seite Stellung zu nehmen haben. Falls eine relevante
Arbeitsunfähigkeit vorliegt, wird sie die Rechtsfrage zu prüfen haben,
inwiefern der Invaliditätsgrad nach der Methode des Einkommensvergleichs (BGE
130 V 343 E. 3.4 S. 348) und nach dem ausserordentlichen Bemessungsverfahren
(vgl. BGE 128 V 29 S. 30 E. 1 mit Hinweisen) zu ermitteln ist, nachdem der
Versicherte vor Eintritt des Gesundheitsschadens (22. Februar 2003)
unbestrittenermassen gleichzeitig als Selbstständig- und
Unselbstständigerwerbender gearbeitet hatte (E. 7.2 f. hievor; vgl. auch Urteil
I 990/06 vom 28. März 2007, E. 4.1).
11.
Da die Beschwerde gutgeheissen wird, braucht nicht geprüft zu werden, ob die
Vorinstanz den Anspruch des Versicherten auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2
BV) verletzt hat (vgl. E. 7.3 hievor).
12.
Die unterliegende IV-Stelle hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1
BGG) und dem Versicherten eine Parteientschädigung zu entrichten (Art. 68 Abs.
2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts
des Kantons Zürich vom 15. Juni 2007 und der Einspracheentscheid der IV-Stelle
des Kantons Zürich vom 18. April 2006 werden aufgehoben und die Sache wird an
die IV-Stelle des Kantons Zürich zurückgewiesen, damit sie, nach erfolgter
Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Anspruch auf berufliche Massnahmen
und Invalidenrente neu verfüge.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 2500.- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientschädigung des vorangegangenen
Verfahrens an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 16. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Jancar