Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.522/2007
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_522/2007

Urteil vom 1. September 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Lustenberger,
Gerichtsschreiberin Schüpfer.

Parteien
Basler Versicherungs-Gesellschaft, Aeschengraben 21, 4051 Basel,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Oskar Müller, Wengistrasse 7,
8004 Zürich,

gegen

A.________,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Herrn lic. iur. Georg Biedermann, Praxis
für Sozialversicherungsrecht, Ruhtalstrasse 14, 8400 Winterthur.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 30. Juli 2007.

Sachverhalt:

A.
A.________, geboren 1965, ist Mutter von drei in den Jahren 1983, 1986 und 1994
geborenen Söhnen. Sie arbeitete seit 1988 als Mitarbeiterin in der
Schnittblumenabteilung eines Blumengrosshandels und war bei der Basler
Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Basler) obligatorisch gegen die Folgen
von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Als sie am 9. Mai 1996 morgens
um ca. 3.40 Uhr als erste an ihrem Arbeitsplatz erschien, wurde sie von drei
schwarz gekleideten und vermummten Einbrechern überrascht. Diese bedrohten sie
mit einer Schusswaffe, befahlen ihr, sich auf den Boden zu legen, fesselten sie
an Armen und Beinen und schlossen sie in eine Toilette ein. Dabei zog sie sich
ein Hämatom am rechten Hinterkopf zu. Der erstbehandelnde Arzt schilderte eine
psychische Veränderung und stellte die Diagnose von psychosomatischen
Beschwerden bei einem Status nach Überfall mit Hämatom am Hinterkopf rechts.
A.________ konnte ihre Arbeit in der Folge nicht wieder aufnehmen und steht in
dauernder psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Die Basler erbrachte
Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) und liess die Versicherte
zweimal psychiatrisch begutachten (Expertisen des PD Dr. med. G.________ vom
28. September 1998 und vom 28. Februar 2003). Seit dem 1. Mai 1997 bezieht
A.________ eine ganze Rente der Invalidenversicherung (nebst Zusatzrente für
den Ehemann und Kinderrenten). Mit Verfügung vom 8. Juli 2005 teilte die Basler
der Versicherten mit, sie stelle ihre Leistungen auf den 1. Januar 2005
rückwirkend ein. Auf Einsprache hin bestätigte sie diesen Beschluss und
begründete ihn mit dem mangelnden adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den
noch bestehenden Beschwerden und dem Ereignis vom 9. Mai 1996 (Entscheid vom
25. Januar 2006).

B.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess die gegen den
Einspracheentscheid erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 30. Juli 2007 gut.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die Basler,
der kantonale Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur Vervollständigung des
Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventualiter sei ihr
Einspracheentscheid zu bestätigen. Verfahrensleitend wird um die Gutheissung
der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels ersucht.
A.________ lässt auf Abweisung der Beschwerde schliessen. Das Bundesamt für
Gesundheit verzichtet auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu
untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es
kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem
Recht nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht
und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht
an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden
(Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen über den Unfallbegriff (Art. 6 Abs.
1 UVG, Art. 4 ATSG) sowie die Voraussetzungen, unter welchen ein
Schreckereignis den Unfallbegriff erfüllt (BGE 129 V 177 E. 2.1 S. 179),
zutreffend dargelegt. Gleiches gilt hinsichtlich der Ausführungen zu dem gemäss
Art. 6 Abs. 1 UVG für die Leistungspflicht des Unfallversicherers
vorausgesetzten natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem
Schreckereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität; BGE 129
V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181). Darauf wird verwiesen. Richtig ist, dass die
Adäquanz zwischen einem Schreckereignis und den nachfolgend aufgetretenen
psychischen Störungen nach der allgemeinen Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge
und allgemeine Lebenserfahrung) zu beurteilen ist (BGE 129 V 177 Erw. 4.2 S.
184 f.). Diese Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei
Schreckereignissen - anders als im Rahmen üblicher Unfälle - die psychische
Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine
(entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. Aus diesem Grund ist die
(analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 entwickelten Adäquanzkriterien ebenso
ungeeignet wie diejenige der so genannten Schleudertraumapraxis (BGE 117 V 359;
vgl. BGE 129 V 177 E. 4.2 S. 184). Nicht anders verhält es sich, wenn die
versicherte Person zwar körperlich verletzt wird, die somatischen
Beeinträchtigungen indessen lediglich von untergeordneter Bedeutung sind und im
Vergleich zum erlittenen psychischen Stress in den Hintergrund treten. Denn
auch in solchen Fällen kommt dem somatischen Geschehen keine wesentliche
Bedeutung zu. Mithin hat die Beurteilung der Adäquanz zwischen
Schreckereignissen, bei welchen die versicherte Person zwar (auch) körperliche
Beeinträchtigungen davonträgt, letztere indessen nicht entscheidend ins Gewicht
fallen, und psychischen Schäden nach der allgemeinen Adäquanzformel
(gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu erfolgen (SVR
2008 UV Nr. 7 S. 22 mit Hinweisen). Dabei ist mit der Vorinstanz gemäss
Rechtsprechung nicht allein auf den psychisch gesunden Versicherten, sondern
auf eine weite Bandbreite der Versicherten abzustellen. In diesem Rahmen bilden
auch solche Versicherte Bezugspersonen für die Adäquanzbeurteilung, welche im
Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung eines Unfalles zu einer Gruppe
mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen
Unfall nicht "optimal" reagieren. Daraus ergibt sich, dass für die Beurteilung
der Frage, ob ein konkretes Unfallereignis als alleinige Ursache oder als
Teilursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen
Lebenserfahrung geeignet ist, zu einer bestimmten psychischen Schädigung zu
führen, kein allzu strenger, sondern im dargelegten Sinne ein
realitätsgerechter Massstab angelegt werden muss (BGE 129 V 177 Erw. 3.3 S. 181
ff. mit Hinweisen).

3.
Vorliegend hat die Basler das Ereignis vom 9. Mai 1996 als Unfall im Sinne
eines Schreckereignisses anerkannt und Versicherungsleistungen ausgerichtet.
Streitig und zu prüfen ist einzig, ob das bei der Beschwerdeführerin
diagnostizierte posttraumatische Stresssyndrom über den 31. Dezember 2004
hinaus die adäquat kausale Folge des Raubüberfalles ist. Unbestritten ist
dabei, dass die äusserst geringe somatische Verletzung - ein Hämatom am
Hinterkopf - keiner Behandlung bedurfte und längst abgeheilt ist. Weiter ist
unter den Parteien unbestritten, dass die diagnostizierten psychischen
Beschwerden natürlich kausal zum Unfall wird. Dies steht angesichts der
gesamten aktenmässig belegten Situation, insbesondere der zwei Gutachten des PD
Dr. med. G.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie vom 28.
September 1998 und vom 28. Februar 2003, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
fest.

4.
Die Vorinstanz hat das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen
den auch im Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung noch bestehenden
psychischen Beschwerden und dem Unfall bejaht.

4.1 An den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und so
genannten Schreckereignissen werden hohe Anforderungen gestellt. Nach der
Rechtsprechung besteht die übliche und einigermassen typische Reaktion auf
solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine Traumatisierung
stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder
Monate überwunden wird (BGE 129 V 177; Urteile U 2/05 vom 4. August 2005 und U
390/04 vom 14. April 2005; vgl. auch David Weiss, Die Qualifikation eines
Schreckereignisses als Unfall nach Art. 4 ATSG, in: SZS 2007 S. 56). So
verneinte das Eidgenössische Versicherungsgericht (allerdings in Anwendung der
Adäquanzkriterien von BGE 115 V 139) im Fall einer Versicherten, die auf
offener Strasse von einem Unbekannten angegriffen, zu Boden gedrückt und in
Tötungsabsicht gewürgt worden war (wobei sie auch körperliche
Beeinträchtigungen - Schrammen am Hals und Schmerzen in der Lendengegend -
erlitt; RKUV 1996 Nr. U 256 S. 215) die Adäquanz ebenso wie im Fall eine Frau
bei einem nächtlichen Angriff eines alkoholisierten Mannes mit Beschimpfungen
und Würgen (Urteil B. vom 14. April 2005, U 390/04), bei einem Mann, der in
Zusammenhang mit seinem Geschäft von einem unbekannten Begleiter eines Kunden
mit dem Messer bedroht und erpresst worden war (jedoch keine somatischen
Verletzungen davontrug; Urteil C. vom 19. März 2003, U 15/00) und im Fall einer
Spielsalonaufsicht, die nach Geschäftsschluss überraschend von einem Vermummten
mit der Pistole bedroht und (ohne dass sie körperlich angegriffen worden wäre)
zur Geldherausgabe gezwungen worden war (BGE 129 V 177). Bejaht hat das
Bundesgericht den adäquaten Kausalzusammenhang unter anderem in einem Fall, in
welchem das weibliche Opfer von einem betrunkenen und mit einem Messer
bewaffneten Unbekannten zu sexuellen Handlungen in Form von oralem
Geschlechtsverkehr gezwungen wurde (Urteil S. vom 20. Oktober 2006, U 193/06)
und in verschiedenen Fällen, in denen Versicherte Opfer des Tsunami vom 26.
Dezember 2004 im indischen Ozean wurden (vgl. beispielsweise SVR 2008 U Nr. 7
S. 22).

4.2 Die Beschwerde führende Unfallversicherung rügt in erster Linie, die
Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem sie den Bericht
der Klinik X.________ vom 18. November 2004 nicht in ihre Beurteilung
miteinbezogen habe. Darin werde darauf hingewiesen, dass die Versicherte
zusätzlich zu den durch den Unfall verursachten Schwierigkeiten auch Probleme
mit ihrem Ehemann habe.

Dem ist entgegenzuhalten, dass die psychische Wirkung des Unfalles - und diese
ist für die Adäquanzbeurteilung entscheidend - in den Gutachten des PD Dr. med.
G.________, insbesondere in jenem vom 28. September 1998, zeitlich näher am
Ereignis selbst liegt als der erwähnte Bericht vom 18. November 2004. Die
Argumentation der Beschwerdeführerin betrifft nicht die Adäquanzbeurteilung,
sondern zielt vielmehr auf die Frage nach der natürlichen Kausalität, welche
aber auch von ihr selbst als unbestritten erachtet wird. Zudem genügt es nach
der Kausalitätslehre, wenn der Unfall eine nicht wegzudenkende Teilursache zu
dem zu beurteilenden "Erfolg" gesetzt hat. Das wird in keinem der ärztlichen
Berichte und Gutachten bestritten. Die gesamte Aktenlage lässt zudem den
Schluss zu, dass die gravierende Persönlichkeitsveränderung der Versicherten zu
den geschilderten familiären Problemen geführt hat, dass der Unfall also auch
als - nicht wegzudenkende - Ursache für letztere zu gelten hat. Daran ändern
auch die Ausführungen im eher kurzen und kaum begründeten Bericht der Klinik
X.________ nichts. Für den hier zu beurteilenden adäquaten Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis vom 9. Mai 1996 und den nach dem 1. Januar 2005
andauernden psychischen Beschwerden der Versicherten muss die Ursache nach den
Erfahrungen des Lebens geeignet sein, auch bei Gesunden in der vom Gericht zu
Recht auch bei Schreckereignissen anerkannten weiten Bandbreite psychische
Beschwerden zu verursachen.

Nachdem die natürliche Kausalität der psychischen Beschwerden mit dem Unfall
unbestritten ist, bedarf der Sachverhalt keiner Ergänzung oder
Vervollständigung durch die Vorinstanz. Der Antrag auf entsprechende
Rückweisung ist daher abzuweisen.
4.3
4.3.1 Damit sind die Ereignisse vom 9. Mai 1996 auf ihre Wirkung auf die
Betroffene hin zu analysieren. Wie dargelegt (E. 4.1) werden gemäss geltender
Rechtsprechung an den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen sogenannten
Schreckereignissen und nachfolgender psychischen Beschwerden hohe Anforderungen
gestellt (so ausdrücklich im Urteil H. vom 14. April 2005 [U 390/04]).
Andererseits ist der Versicherungsschutz einer weiten Bandbreite von
Versicherten zu gewähren (BGE 129 V 177 E. 3.3 S. 182 mit Hinweis auf 115 V 133
E. 4b S. 135, 125 V 456 E. 5c S. 462). Damit sind die strengen Anforderungen
insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst
haben und an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den
entsprechenden psychischen Schock zu stellen.
4.3.2 Da es sich bei der Adäquanzbeurteilung um eine reine Rechtsfrage handelt,
ist es entgegen der Darstellung in der Beschwerde irrelevant, ob im konkreten
Einzelfall noch weitere Sachverhaltselemente - hier insbesondere verschiedene
in der Folge des Unfalls aufgetretene familiäre Probleme - hinzukommen, die
möglicherweise einer Heilung entgegenstehen. Diese betreffen den natürlichen
und eben gerade nicht den adäquaten Kausalzusammenhang. Nur letzterer steht
gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführerin überhaupt zur Diskussion.
4.3.3 Nach der unbestrittenen Sachverhaltsdarstellung sah sich die Versicherte
morgens um 3.40 Uhr beim Eintreffen in der Halle ihres Arbeitsplatzes in der
Blumengrosshandlung völlig überraschend zuerst einem vermummten, schwarz
gekleideten Einbrecher gegenüber, welcher sie überwältigte und ihr den Mund
zuhielt, um sie am Schreien zu hindern. In der Folge kamen noch zwei weitere
gleichermassen vermummte Männer hinzu. A.________ wurde mit einer Pistole sowie
verbal bedroht, auf den Boden gedrückt und an Armen und Beinen gefesselt. Dann
wurde sie aufgehoben, unsanft ins WC getragen, wobei sie sich am Kopf leicht
verletzte, am Boden fixiert und im Dunkeln eingesperrt. Ungefähr eine halbe
Stunde später hörte sie Mitarbeiterinnen und konnte sich befreien.
4.3.4 Das kantonale Gericht hat den Unfallhergang zutreffend gewürdigt und ist
im Vergleich mit vom Bundesgericht beurteilten Fällen zur zutreffenden
Überzeugung gelangt, er wiege schwerer als jene, in denen die Adäquanz verneint
wurde. Als erschwerende Elemente sind insbesondere zu erwähnen, dass die
Versicherte an ihrem Arbeitsplatz, also innerhalb eines ihr vertrauten
Gebäudes, das auch eine gewisse Geborgenheit und Schutz bieten sollte,
überfallen wurde. Weiter sah sie sich einer geballten Übermacht von drei
Männern gegenüber. Das bedeutet, dass sie keinerlei Chance hatte, sich zu
wehren oder zu fliehen. Dies ist nicht vergleichbar mit den in Erwägung 4.1
erwähnten Fällen, bei denen jeweils eine Person dem Opfer gegenüberstand.
Weiter ist von Bedeutung, dass ihr eine Pistole an den Kopf gehalten wurde. Die
Tatsache, dass die Einbrecher mit einer Schusswaffe ausgerüstet waren, deutet
auf ihre grosse Gefährlichkeit hin. Zudem wurde sie gezwungen, sich auf den
Boden zu legen, während sich die Männer an ihr zu schaffen machten, um sie zu
fesseln. Dass sie dabei ständig befürchtete, es konnte auch zu sexueller Gewalt
kommen, ist absolut nachvollziehbar. Entgegen der Vermutung der
Beschwerdeführerin wusste die Versicherte nicht, was sie erwartet und wann
gegebenenfalls mit einer Rettung zu rechnen wäre. Sie hatte auch Angst, dass
die Sache beim Eintreffen ihrer Mutter und weiteren Kolleginnen eskalieren
könnte. Aus den gesamten Akten geht hervor, dass sie während 30 Minuten ganz
konkret mit einer Vergewaltigung und/oder mit dem Tod rechnete und angesichts
der Umstände, beispielsweise der effektiven Gefährlichkeit der Täter, aus ihrer
Sicht rechnen musste. Diese Ängste haben sich in der Folge auch eingeprägt, was
die anhaltenden chronifizierten psychischen Beschwerden erklärt.
4.3.5 Mit der Vorinstanz, deren Entscheid in allen Teilen zu bestätigen ist,
steht zusammenfassend fest, dass die Summe der einzelnen Bedrohungselemente ein
Bild ergibt, welches nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen
Lebenserfahrung als geeignet erscheint, Beschwerden herbeizuführen, wie sie
tatsächlich eingetreten sind. Das gilt nicht nur hinsichtlich des sehr schnell
nach dem Unfall eingetretenen posttraumatischen Stresssyndroms, sondern auch
des Umstandes, dass seither trotz vielfältigen Bemühungen und Therapien keine
wesentliche Besserung eingetreten und die Versicherte immer noch vollständig
arbeitsunfähig ist. Damit ist die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen
dem Überfall vom 9. Mai 1996 und den psychischen Beeinträchtigungen der
Versicherten auch im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch zu bejahen. Die
Beschwerde ist abzuweisen.

5.
Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird mit dem Entscheid in der Hauptsache
gegenstandslos (Urteil 8C_482/2007 vom 25. Februar 2008 E. 4 mit Hinweis).

6.
Für das Verfahren vor Bundesgericht sind von der unterliegenden
Beschwerdeführerin Gerichtskosten zu erheben (Art. 65 und Art. 66 Abs. 1 BGG).
Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht eine Parteientschädigung zu (Art. 68
Abs. 1 und 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat A.________ für das bundesgerichtliche Verfahren mit
Fr. 1000.- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich, dem Bundesamt für Gesundheit und der Helsana Versicherungen AG
schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 1. September 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Schüpfer