Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.530/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

8C_530/2007 {T 0/2}

Urteil vom 10. Juni 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Riedi Hunold.

Parteien
R.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Urs Schaffhauser,
Seidenhofstrasse 14, 6003 Luzern,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Rechtsdienst, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Jäger, Magnolienstrasse
3, 8034 Zürich.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern
vom 17. Juli 2007.

Sachverhalt:

A.
R.________, geboren 1965, ist seit 1. Dezember 1996 in der psychiatrischen
Klinik, Spital X.________, als Krankenschwester tätig und in dieser Eigenschaft
bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Zürich) gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Am 4. Juli 2002 zog sie sich bei einem
Verkehrsunfall mit dem Velo Schürfungen und Kontusionen zu. Die Zürich
erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 19. August 2002 nahm R.________ ihre
Tätigkeit im Rahmen ihres bisherigen Pensums von 50 % wieder auf. Gemäss
Schreiben der Arbeitgeberin vom 20. November 2003 konnte die bereits vor dem
Unfall geplante Pensumserhöhung auf 70 % wegen Schmerzen statt auf den 1.
Januar 2003 erst auf den 1. August 2003 vorgenommen werden. Gestützt auf das
Gutachten des Prof. Dr. med. V.________, Facharzt für Chirurgie, vom 26. März
2005 stellte die Zürich mit Verfügung vom 26. Oktober 2005, bestätigt mit
Einspracheentscheid vom 8. Mai 2006, ihre Leistungen per 30. September 2004
ein.

B.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern wies die hiegegen erhobene Beschwerde
mit Entscheid vom 17. Juli 2007 ab.

C.
R.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
mit dem Antrag, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die Zürich
zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen weiterhin zu erbringen, und die
Sache zur Einholung eines interdisziplinären Gutachtens an die Zürich
zurückzuweisen. Die Vorinstanz und die Zürich schliessen auf Abweisung der
Beschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über die
Leistungsvoraussetzungen des natürlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit
Hinweisen) und des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181
mit Hinweis), insbesondere bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen (BGE
115 V 133), die Massgeblichkeit der bisherigen Rechtsprechung auch unter der
Geltung des ATSG (RKUV 2004 Nr. U 530 S. 576 [= U 123/04] und Urteil U 218/04
vom 3. März 2005, E. 2 mit Hinweisen) sowie die Anforderungen an einen
ärztlichen Bericht (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis) zutreffend
dargelegt. Darauf wird verwiesen.

2.
Streitig ist, ob Verwaltung und Vorinstanz den Sachverhalt hinreichend
abgeklärt haben und ob die nach dem 30. September 2004 noch geklagten
Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem
Unfall vom 4. Juli 2002 stehen.

3.
3.1 Die Chirurgische Klinik A, Spital X.________, wo die Versicherte nach dem
Unfall ambulant versorgt wurde, diagnostizierte im Bericht vom 4. Juli 2002
eine Kontusion und Hautabschürfungen am Ellenbogen links, eine
Handgelenkskontusion links, eine Kontusion der Brustwirbelsäule (BWS) distal
sowie eine Kontusion der Lumbalwirbelsäule (LWS) und des Sakrums. Ein
Schädeltrauma, Bewusstlosigkeit oder eine Amnesie wurden verneint. Gestützt auf
konventionelles Röntgen konnten Frakturen ausgeschlossen werden.

3.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Innere Medizin, stellte am 30. August
2002 die Diagnose Kontusion des Sakrums, der LWS und unteren BWS sowie Status
nach Kontusion von Handgelenk und Ellenbogen links und bescheinigte eine volle
Arbeitsunfähigkeit vom 4. Juli bis 18. August 2002.

3.3 Dr. med. M.________, Facharzt für Radiologie, fand am 4. September 2002
keinen Nachweis einer Diskushernie, aber zirkuläre Diskusprotrusionen auf allen
Etagen sowie eine kleine, mediolateral rechtsseitige Protrusion L5/S1 und eine
ISG-Arthrose beidseits mit Zeichen einer Gelenksüberlastung.

3.4 Am 18. September 2002 hielt Dr. med. G.________ ein persistierendes
lumbospondylogenes Syndrom bei Status nach Wirbelsäulenkontusion fest. Ausser
lumbosakral bestünden keine Beschwerden mehr. Die Versicherte arbeite zu einem
Pensum von 50 %, was sie gerade noch toleriere. Eine angestrebte Erhöhung des
Pensums sei aus gesundheitlicher Sicht vorerst nicht möglich. In seinem Bericht
vom 31. Oktober 2002 erwähnte er zusätzlich einen gestörten Schlaf. Ob ein
bleibender Nachteil zu erwarten sei, sei noch nicht voraussehbar. Am 15.
November 2002 diagnostizierte er ein persistierendes lumbosakrales und
iliosakrales Schmerzsyndrom, rechts betont, bei Status nach
Wirbelsäulenkontusion sowie eine posttraumatische Angststörung. Die Beschwerden
der HWS und der BWS seien weitgehend verschwunden. Die persistierenden
Schmerzen würden vor allem liegend auftreten, was den Nachtschlaf massiv störe.
Analgetika würden wegen der Nebenwirkungen nicht toleriert. Die
Arbeitsfähigkeit als psychiatrische Krankenschwester betrage 50 %.

3.5 Dr. med. U._________, Facharzt für orthopädische Chirurgie diagnostizierte
am 11. Februar 2003 den Status nach Velounfall vom 4. Juli 2002 mit Kontusion
und Hautabschürfungen des Ellenbogens links, Handgelenkskontusion links,
Kontusion BWS distal und Kontusion LWS und Sakrum. In der Notfallstation des
Spitals X._________ hätten nach dem Unfall ausser Kontusionen und Schürfungen
keine Pathologie und auch kein Schockzustand, wie ihn die Versicherte geltend
mache, festgestellt werden können. Der folgende protrahierte Verlauf sei
schulmedizinisch nicht erklärbar. Auch in den Röntgenaufnahmen vom 4. September
2002 hätten keine unfallkausalen Befunde erhoben werden können. Es könnten auf
somatischer Ebene weder radiologisch noch klinisch Pathologien nachgewiesen
werden, welche das angegebene Beschwerdebild erklären könnten. Deshalb müsse
davon ausgegangen werden, dass eine sogenannt psychosomatische Chronifizierung
vorliege. Die Arbeit der Versicherten sei eine ausgesprochen leichte und für
Frauen sehr geeignete Arbeitsstelle, so dass eine volle Arbeitsfähigkeit ohne
weiteres zugemutet werden dürfe.

3.6 In seinem Bericht vom 12. März 2003 hielt Dr. med. G.________ fest, dass er
sich den Schlussfolgerungen von Dr. med. U._________ nicht anschliessen könne.
Bei seinen Untersuchungen komme er zu ganz anderen Ergebnissen als dieser,
insbesondere bei der Beweglichkeit im Bereich der einzelnen
Wirbelsäulenabschnitte. Deshalb beantrage er die Einholung einer Zweitmeinung.

3.7 Die Neurochirurgische Klinik, Spital Y.________, hielt im Gutachten vom 2.
Juni 2003 eine unauffällige, nicht eingeschränkte Beweglichkeit der HWS, BWS
und LWS fest und kam zum Schluss, die Patientin leide an zwischenzeitlich
deutlich regredienten Lumbalgien. Auffällig sei der Fingerbodenabstand von 50
cm; hier zeige sich noch eine Persistenz der Symptomatik. Am 24. Juli 2003
führte das Spital Y.________ aus, zum Zeitpunkt der Begutachtung sei die
Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Ihre Tätigkeit als
Psychiatrieschwester dürfte mit körperlich belastenden Arbeiten verbunden sein.
Somit betrage die Arbeitsunfähigkeit gesamthaft gesehen 50 %.

3.8 Am 24. Oktober 2003 beschrieb die Leiterin des Pflegedienstes Psychiatrie,
Spital X.________, die Arbeitsstelle der Versicherten. Diese arbeite als
Nachtwache und habe es mit Patienten zu tun, die nicht bettlägerig seien.
Umlagern und Heben seien Tätigkeiten, welche eigentlich nicht vorkämen. Müsse
die Versicherte einem Patienten behilflich sein, was äusserst selten sei, könne
sie sich in jedem Fall Hilfe von einer anderen Station holen. Ihre Arbeit
bestehe mehr aus dem Hiersein und aus Gesprächen mit den Patienten.

3.9 Gemäss Bericht vom 14. November 2003 hat Dr. med. G.________ die
Versicherte erstmals am 19. August 2002 behandelt. Damals habe sie vor allem
über lumbale Schmerzen geklagt. Anlässlich der letzten Konsultation am 17.
Oktober 2003 habe sie weiterhin Beschwerden im lumbosakralen Übergang
angegeben. Die Physiotherapie, zweimal wöchentlich, führe zu einer leider nicht
andauernden Beschwerdelinderung. Im oberen Wirbelsäulenbereich verspüre sie nur
noch selten Schmerzen. Dr. med. G.________ attestierte eine volle
Arbeitsunfähigkeit vom 4. Juli bis 18. August 2002 sowie bezüglich einer vollen
Anstellung und in der Funktion als Hausfrau und Mutter eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % vom 19. August 2002 bis 31. Oktober 2003 sowie von 25 % vom 1.
November bis 31. Dezember 2003. Aus somatischer Sicht sei nur mit einem
geringen Dauerschaden zu rechnen. Was die psychische Reaktion und die
Unfallverarbeitung betreffe, sei mit einer länger dauernden Beeinträchtigung zu
rechnen. In seinem Bericht vom 3. Februar 2004 gab Dr. med. G.________ an, es
bestehe ab 1. Januar 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % bei einem
Anstellungsgrad von 100 %. Es sei mit einer bleibenden Einschränkung zu
rechnen. Weitere regelmässige Physiotherapie erscheine sinnvoll. Am 4. Februar
2004 hielt er fest, die Versicherte leide immer noch an lumbalen
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Gesäss beidseits. Sie bewältige ihr
momentanes Arbeitspensum von 70 % als Psychiatrieschwester gerade noch. Eine
Erhöhung sei nicht zumutbar. Eine medizinische Trainingstherapie zum Aufbau der
Rückenmuskulatur habe wegen Zunahme der Schmerzen abgebrochen werden müssen.

3.10 Prof. Dr. med. V.________, Vertrauensarzt der Zürich, kam in seinem
Aktengutachten vom 26. März 2005 zum Schluss, die Versicherte habe sich am 4.
Juli 2002 leichte Verletzungen zugezogen. Die computertomographischen Befunde
des Dr. med. M.________ vom 4. September 2002 hätten degenerative
Bandscheibenveränderungen auf allen Ebenen und eine deutliche ISG-Arthrose
ergeben, die für die Beurteilung besonders wichtig seien. Weiter machte Prof.
Dr. med. V.________ Unstimmigkeiten im Gutachten des Spitals Y._________ sowie
in den Berichten des Dr. med. U._________ und des Dr. med. G.________ geltend.
Abschliessend hielt er fest, die gesundheitlichen Einschränkungen seien ab
September 2004 nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt.

4.
Der Bericht des Dr. med. U._________ vom 11. Februar 2003 entspricht den
Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis) und
es kommt ihm voller Beweiswert zu. Daran ändern auch die Einwände der
Versicherten nichts. Einerseits sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die
Zweifel an der fachlichen Kompetenz des Experten begründen würden. So ist die
Rüge, Dr. med. U._________ sei auch in der Ärzteschaft umstritten, allgemein
gehalten und nicht näher dargelegt. Dasselbe gilt für den angeblich
"hemdsärmeligen" Umgang, da dieser weder belegt ist noch Zweifel an der
inhaltlichen Richtigkeit des Berichtes begründet. Die Versicherte beruft sich
weiter darauf, sie habe bereits bei Auftragserteilung Einwände gegen Dr. med.
U._________ erhoben. Aus der Korrespondenz ihres Rechtsvertreters mit der
Zürich sind jedoch keine diesbezüglichen Vorbehalte ersichtlich. Die erst im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens aufgelegte Handnotiz vermag die
Auftragserteilung an Dr. med. U._________ nicht nachträglich als unzulässig
erscheinen lassen. Schliesslich bringt die Versicherte keine überzeugenden
Gründe gegen den Bericht vor, die Zweifel an dessen inhaltlicher Richtigkeit
begründen würden. Vielmehr kommt Dr. med. U._________ zu den selben
Untersuchungsergebnissen wie das Spital Y.________ (keine wesentliche
Einschränkungen der Beweglichkeit von HWS, BWS und LWS) und seine Beurteilung
der Anforderungen in ihrer Tätigkeit als Psychiatrieschwester deckt sich mit
den Ausführungen der Leiterin des Pflegedienstes Psychiatrie (leichte
körperliche Tätigkeit). Dass er zu einer anderen Einschätzung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit als der Hausarzt gelangte, ist - entgegen der Ansicht der
Versicherten - gerade auf die Vertrauensstellung zwischen Hausarzt und
Patientin zurückzuführen, so dass im Zweifelsfall den Berichten der
begutachtenden Ärzte zu folgen ist (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353 mit
Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist denn auch darauf hinzuweisen, dass auf
Grund der unterschiedlichen Natur von Begutachtungs- und Behandlungsauftrag ein
Administrativgutachten nicht schon allein deshalb in Frage gestellt wird, weil
der Experte zu einem anderen Ergebnis als der behandelnde Arzt gelangt (Urteil
I 844/06 vom 24. September 2007, E. 2.3.2 mit Hinweisen). Was das Gutachten des
Prof. Dr. med. V.________ betrifft, ist auf die dagegen vorgebrachten Einwände
nicht weiter einzugehen, da der medizinische Sachverhalt gestützt auf die
übrigen ärztlichen Berichte für die Beurteilung der strittigen Fragen
hinreichend erstellt ist.

5.
5.1 Aus somatischer Sicht ergibt sich aus den Berichten des Spitals X._____ vom
4. Juli 2002, des Dr. med. M.________ vom 4. September 2002 und des Dr. med.
U._________ vom 11. Februar 2003 sowie dem Gutachten des Spitals Y._________
vom 2. Juni 2003, dass sich die Versicherte lediglich Hautschürfungen und
Kontusionen der Wirbelsäule, des Ellenbogens sowie des Handgelenks zugezogen
hatte. Sowohl ossäre Läsionen wie auch eine Diskushernie konnten ausgeschlossen
werden (vgl. Berichte des Spitals X.________ vom 4. Juli 2002 und des Dr. med.
M.________ vom 4. September 2002). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten,
dass die bereits zwei Monate nach dem Unfall erstellte deutliche ISG-Arthrose
nicht auf den Unfall zurückzuführen, sondern vorbestehend ist. Die Kontusionen
des Ellenbogens, des Handgelenks und der oberen Wirbelsäule (HWS und BWS)
bereiteten schon kurz nach dem Unfall keine Beschwerden mehr (vgl. dazu die
Berichte des Dr. med. G.________ vom 18. September und 31. Oktober 2002).
Insgesamt lässt sich eine wenn auch zögerliche, so doch kontinuierliche
Verbesserung bezüglich der Beschwerden im Bereich der LWS und des Sakrums
feststellen (vgl. dazu insbesondere das Gutachten des Spitals Y._________ vom
2. Juni 2003). Die Beschwerdeführerin hatte denn auch ihren Beruf seit dem 19.
August 2002 im Rahmen des Arbeitspensums vor dem Unfall (50 %) ausgeübt. Eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergab sich in der Folge nur wegen der durch
den Unfall verspäteten Ausdehnung des Arbeitspensums (vgl. Schreiben der
Leiterin Pflegedienst Psychiatrie, Spital X.________, vom 20. November 2003).
Somit ist davon auszugehen, dass die Versicherte im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung (30. September 2004) an keinen körperlichen, die
Arbeitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden mehr litt, welche auf den Unfall
vom 4. Juli 2002 zurückzuführen wären.
5.2
5.2.1 Mit der Vorinstanz ist im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung (SVR
2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4b mit Hinweisen) von Abklärungen des psychischen
Gesundheitszustandes abzusehen. Denn selbst wenn ein psychisches Leiden im
Sinne einer psychischen Fehlentwicklung nach dem Unfall von einem Psychiater
festgestellt würde, wären, wie nachfolgend dargelegt wird, mangels adäquatem
Kausalzusammenhang keine Leistungen geschuldet.
5.2.2 Der Unfall vom 4. Juli 2002, bei welchem die Versicherte in einem Kreisel
von einem Personenwagen angefahren wurde und vom Velo stürzte (vgl.
Unfallmeldung vom 26. Juli 2002 sowie den Polizeirapport vom 5. Juli 2002), ist
unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle (vgl. etwa Urteile U 158/04 vom 6.
Dezember 2004, E. 2.4, U 300/03 vom 30. November 2004, E. 3.3, und U 337/03 vom
30. Juli 2004, E. 2) als mittelschwer im Bereich zu den leichten Unfällen
einzuordnen, so dass für die Bejahung der Adäquanz mehrere der massgebenden
Kriterien oder eines in besonders schwerer oder auffälliger Weise gegeben sein
müssen (BGE 115 V 133 E. 6c S. 140).
5.2.3 Der Unfall hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen
abgespielt noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Daran ändert auch der
Umstand nichts, dass die Versicherte glaubte, sie würde sterben, da ein
objektiver Massstab gilt (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc). Sie erlitt auch
keine schweren körperlichen Verletzungen oder solche besonderer Art. Vielmehr
zog sie sich bloss Schürfungen und Kontusionen zu (vgl. Bericht des
Kantonsspitals vom 4. Juli 2002). Dass dabei die Wirbelsäule betroffen war,
vermag nichts daran zu ändern. Ebenfalls nicht erfüllt ist das Kriterium der
langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Denn dafür ist eine planmässige, auf
die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gerichtete Behandlung verlangt. Eine
physiotherapeutische und/oder medikamentöse Behandlung sowie ärztliche
Verlaufskontrollen genügen hingegen nicht (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4
mit Hinweisen [= U 380/04]). Beim Kriterium von Grad und Dauer der
Arbeitsunfähigkeit hat die Vorinstanz zu Recht eine Teilzeittätigkeit
angenommen, da bei der Festsetzung der massgebenden unfallbedingten
Arbeitsunfähigkeit vom Arbeitspensum vor dem Unfall auszugehen ist (vgl. Urteil
U 604/06 vom 16. Januar 2008, E. 3.1 und 3.2). Ein schwieriger Heilungsverlauf
ist ebenfalls zu verneinen. Dieses Kriterium ist nicht bereits erfüllt, wenn
die ärztlich angeordnete und von der versicherten Person befolgte Therapie
keine vollständige Heilung bringt. Vielmehr bedarf es dazu besonderer Gründe,
welche die Heilung beeinträchtigt haben (SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 8.5 [= U
479/05]). Solche Gründe liegen hier nicht vor. Eine ärztliche Fehlbehandlung
wird weder geltend gemacht noch ist eine solche aus den Akten ersichtlich. Ob
das Kriterium der physischen Dauerschmerzen zu bejahen ist, kann offen bleiben,
da es jedenfalls nicht in besonderer oder ausgeprägter Weise erfüllt ist. Somit
sind weder mehrere Kriterien gegeben noch liegt eines in besonders ausgeprägter
Weise vor, so dass der adäquate Kausalzusammenhang allfälliger psychischer
Beschwerden mit dem Unfall vom 4. Juli 2002 zu verneinen ist.

5.3 Nach dem Gesagten haben Vorinstanz und Verwaltung den Anspruch auf weitere
Leistungen nach dem 30. September 2004 im Ergebnis zu Recht verneint.

6.
Die unterliegende Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66
Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern,
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit
schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 10. Juni 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Riedi Hunold