Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.537/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_537/2007

Urteil vom 24. Juni 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Frésard,
Gerichtsschreiber Krähenbühl.

Parteien
P.________, Beschwerdeführerin,
vertreten durch B.________,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 4. Juli 2007.

Sachverhalt:

A.
P.________ (Jg. 1948) war seit dem 1. Juni 1988 als Labormitarbeiterin mit
einem Pensum von 80 % tätig gewesen. Sie zog sich in den Jahren 2000 und 2002
je einen Riss der Achillessehne, zunächst links, darauf rechts zu, wobei es im
Rahmen der Heilbehandung vor allem im rechten Fuss zu langwierigen
Komplikationen kam. Zudem wurde eine als unfallbedingt anerkannte
antero-superiore Labrumläsion (SLAP II) an der linken Schulter diagnostiziert.
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) kam jeweils für die
Heilungskosten auf und richtete Taggelder aus. Mit Verfügung vom 1. April 2005
sprach sie P.________ mit Wirkung ab 1. März 2005 eine Invalidenrente auf Grund
einer 18%igen Erwebsunfähigkeit sowie eine Entschädigung für eine
Integritätseinbusse von 37,33 % zu. Diese einzig im Rentenpunkt angefochtene
Verfügung bestätigte sie mit Einspracheentscheid vom 28. Dezember 2005.

B.
Eine hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons
Aargau mit Entscheid vom 4. Juli 2007 ab.

C.
Beschwerdeweise lässt P.________ die Zusprache einer Rente auf der Basis eines
nach Massgabe einer Arbeitsunfähigkeit von 60 % ermittelten Invaliditätsgrades
beantragen; eventuell sei die Sache zur Ergänzung des rechtserheblichen
Sachverhaltes durch ein fachärztliches Obergutachten und zu anschliessendem
neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen; zudem seien die Kosten für
von ihr in Auftrag gegebene ärztliche Berichte in Höhe von insgesamt Fr.
3479.15 von der SUVA zu übernehmen.
Während die SUVA auf Beschwerdeabweisung schliesst, verzichtet das Bundesamt
für Gesundheit auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG)
kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Im
Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der
Militär- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den
übrigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1 BGG) - nicht an die
vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art.
97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

1.2 Wie schon die SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 28. Dezember 2005 hat
das kantonale Gericht die in materiell- und beweisrechtlicher Hinsicht für die
Beurteilung des geltend gemachten Rentenanspruches massgebenden gesetzlichen
Grundlagen (Art. 18 Abs. 1 UVG; Art. 7 und 8 Abs. 1 sowie Art. 16 ATSG) und die
diesbezügliche Rechtsprechung (BGE 114 V 310 E. 3a S. 312 f.) zutreffend
dargelegt. Auf den kantonalen Entscheid verwiesen werden kann ferner
hinsichtlich der Bedeutung ärztlicher Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Rahmen
der Invaliditätsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261 mit Hinweisen) und der
Beweistauglichkeit medizinischer Berichte und Stellungnahmen (BGE 125 V 351 E.
3a S. 352 mit Hinweisen). Richtig sind weiter die Ausführungen über die
Vergütung von der versicherten Person erwachsenen Kosten für von ihr
veranlasste medizinische Berichte (Art. 45 Abs. 1 und 2, Art. 61 lit. g ATSG,
Kieser, ATSG-Kommentar, N 11 und 12 zu Art. 45).

2.
2.1 Unbestrittenermassen ist die Beschwerdeführerin zufolge ihrer
unfallbedingten Gehbehinderung in ihrer früheren Tätigkeit vollständig
arbeitsunfähig. SUVA und Vorinstanz gingen davon aus, dass sie in einer
leichten, sitzend zu verrichtenden Tätigkeit hingegen ganztags arbeitsfähig und
zumutbarerweise in der Lage wäre, eine normale Leistung zur erbringen. Dabei
konnten sie sich auf den über einen vierwöchigen stationären Aufenthalt in der
Rehaklinik X.________ erstellten Austrittsbericht vom 22. November 2004 sowie
auf die Stellungnahmen von Kreisarzt Dr. med. C.________ vom 12. Januar 2005
und des Chirurgen Dr. med. S.________ von der Abteilung Versicherungsmedizin
der SUVA vom 20. Dezember 2005 stützen. Diese ärztlichen Berichte, deren
Beweistauglichkeit von der Vorinstanz mit Recht bejaht worden ist, geben
zusammen mit den im Laufe der langwierigen Behandlung erteilten Auskünften
insbesondere der behandelnden Ärztin Frau Dr. med. M.________ vom Spital
Y.________, Abteilung Plastische-, Rekonstruktive-, Ästhetische- und
Handchirurgie, über die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin
erschöpfend Auskunft und stimmen insbesondere bezüglich der Beurteilung des
trotz Unfallfolgen verbliebenen erwerblichen Leistungsvermögens überein. Von
der eventualiter beantragten Rückweisung an die Vorinstanz zur Einholung eines
gerichtlichen Obergutachtens sind wie von den von der Beschwerdeführerin zum
Teil bereits veranlassten (vgl. nachstehende E. 2.2) weiteren medizinischen
Erhebungen keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, welche sich auf den
Ausgang des Verfahrens auswirken könnten (antizipierte Beweiswürdigung; vgl.
BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162, je mit Hinweisen), weshalb
davon abzusehen ist.

2.2 Die von der Beschwerdeführerin beigebrachten ärztlichen Auskünfte der Frau
Dr. med. M.________ vom 28. August und 25. September 2006 sowie des Dr. med.
W.________ von der Orthopädischen Klinik am Spital Y.________ vom 10. November
2006 und des Rheumatologen Dr. med. R.________ vom 7. Februar 2007 stellen die
Schlussfolgerungen, welche die Vorinstanz auf Grund der von ihr als massgeblich
betrachteten medizinischen Unterlagen bezüglich der noch vorhandenen
Arbeitsfähigkeit gezogen hat, nicht in Frage. Die in der Beschwerdeschrift
erhobene Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung vermag nicht zu
überzeugen. Das kantonale Gericht hat sich mit den von der Beschwerdeführerin
eingereichten ärztlichen Berichten des Dr. med. R.________ und der Frau Dr.
med. M.________ auseinandergesetzt und namentlich festgehalten, dass es auf die
Einschätzung des Dr. med. R.________ nicht abstellen kann, zumal dieses
widersprüchlich sei. Wenn Dr. med. R.________ eine Erwerbstätigkeit während
4,25 Stunden täglich als zumutbar erachtet, entspricht dies verglichen mit der
üblichen Normalarbeitszeit nicht einer Arbeitsunfähigkeit von 60 %, was die von
der Vorinstanz angeführte Widersprüchlichkeit im Gutachten des Dr. med.
R.________ belegt. Überdies spricht Dr. med. R.________ bezüglich der von der
Patientin geklagten Rückenbeschwerden einerseits von krankhaften degenerativen
Veränderungen, während er andererseits diese wiederum als durch ergonomisch
ungünstige Sitzhaltungen und daher unfallbedingt interpretiert. Anzufügen
bleibt, dass zumindest im massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheentscheids vom 28. Dezember 2005 auch nicht von der Notwendigkeit
einer ständigen Hochlagerung des rechten Beines auszugehen war, hat doch Frau
Dr. med. M.________ noch am 25. September 2006 lediglich erwähnt, dass das Bein
so oft wie möglich hochgelagert werden sollte, da es sonst immer wieder zu
schmerzhaften Schwellungen komme. Daraus kann entgegen der Argumentation in der
Beschwerdeschrift nicht geschlossen werden, dass nur ein Arbeitsplatz in Frage
käme, an welchem eine ständige Hochlagerung des Beines gewährleistet werden
kann. Da zudem die Ärzte bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 28.
Dezember 2005 das Erfordernis einer konstanten Hochlagerung des rechten Beines
zur Vermeidung von Rücken- und Schulterschmerzen nicht erwähnten, darf davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerden von dieser Seite her zumindest damals
nicht so gravierend waren, dass sie eine Erwerbstätigkeit ernsthaft
beeinträchtigt hätten.

2.3 Dementsprechend hat die Vorinstanz mit Recht den Antrag der
Beschwerdeführerin, die Kosten der Berichte der Frau Dr. med. M.________ und
des Dr. med. R.________ seien ihr von der SUVA zu vergüten, abgelehnt.

3.
Die von der SUVA unter Beizug ihrer Arbeitsplatzdokumentation (DAP-Blätter)
durchgeführte Invaliditätsbemessung ist beschwerdeweise nicht beanstandet
worden, sodass darauf nicht weiter einzugehen ist.

4.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten von der
Beschwerdeführerin als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 24. Juni 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Krähenbühl