Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.560/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_560/2007

Urteil vom 17. März 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Heine.

Parteien
W.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 11.
Juli 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1958 geborene W.________ arbeitete seit 1. Oktober 1980 in der Firma
X.________ AG als Elektromonteur und war damit bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert. Am 7. Januar 1981 zog er sich bei einem Skiunfall eine
Unterschenkeltorsionsfraktur links zu. Wegen einer komplikationsreichen
Heilungsphase nahm er erst am 1. November 1983 die Arbeit wieder auf. Am 9.
Dezember 1983 stürzte er im Badezimmer und erlitt am linken Bein eine
Tibiafraktur. 1985 meldete er einen Rückfall infolge einer nässenden alten
Operationsnarbe. Weitere Rückfälle datierten von 1985 und 1987, wiederum wegen
des Narbenbereichs, weshalb der Tibiamarknagel operativ entfernt wurde. Mit in
Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 17. November 1987 sprach die SUVA dem
Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis eines
Integritätsschadens von 10 % zu. In den Jahren 1994 und 2001 erlitt W.________
weitere Unfälle, welche nicht in Zusammenhang mit der Unterschenkelverletzung
standen. Mit Schreiben vom 27. Dezember 2005 beantragte er eine Invalidenrente,
da seine Gehbehinderung seit dem Unfall von 1981 massiv zugenommen habe. Nach
Durchführung einer ärztlichen Untersuchung vom 26. Juni 2006 lehnte die SUVA
mit Verfügung vom 17. Juli 2006 die Ausrichtung einer Invalidenrente ab, da
sich die Unfallfolgen seit der letzten einschlägigen Untersuchung vom 10. Juli
1987 nicht erheblich verschlimmert hätten. Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid vom 19. Januar 2007 fest.

B.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft ab
(Entscheid vom 11. Juli 2007).

C.
W.________ beantragt sinngemäss eine Invalidenrente.

Ein Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

Erwägungen:

1.
Es steht einem Versicherten jederzeit frei, einen Rückfall oder Spätfolgen
eines rechtskräftig beurteilten Unfalls geltend zu machen und erneut Leistungen
der Unfallversicherung zu beanspruchen (vgl. Art. 11 UVV; RKUV 1994 Nr. U 189
S. 139 E. 3a). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern
einer vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung,
möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen
spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit
organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen können eine
Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen
den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit unfallbedingten
Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(BGE 118 V 293 E. 2c S. 296). Eine allfällige hinsichtlich des natürlichen
Kausalzusammenhangs bestehende Beweislosigkeit wirkt sich zum Nachteil des
Versicherten aus, da dieser aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte
ableiten wollte (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).

2.
2.1 Laut angefochtenem Entscheid wird eine Verschlimmerung der Unfallfolgen
zwischen dem Zeitpunkt der Abschlussuntersuchung im Jahr 1987 und heute
ausgeschlossen, da aus medizinischer Sicht keine Anhaltspunkte für eine
gesundheitliche Verschlechterung gegeben seien.

2.2 Der Beschwerdeführer behauptet hingegen, er müsse seit dem Skiunfall von
1981 starke Einschränkungen in Kauf nehmen und leide unter Schmerzen.

2.3 In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 10. Juli 1987 wurde eine
mässige Funktionseinschränkung des linken oberen und unteren Sprunggelenks und
eine sehr fragile Narbe am Unterschenkel diagnostiziert. Ferner ergaben die
damaligen Röntgenbilder eine initiale Femuropatellararthrose. Entsprechend den
Untersuchungen aus dem Jahre 1987 stellte der Kreisarzt Dr. med. G.________,
Facharzt für Chirurgie, in seinem Bericht vom 26. Juni 2006, prekäre, aber
stabile Hautverhältnisse fest, sowie ebenfalls eine Femuropatellararthrose und
eine eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks. Der Kreisarzt verweist
zudem auf den langjährigen Alkoholkonsum, welcher möglicherweise zu
synaptischen Defiziten und einer toxischen Neuropathie geführt habe. Die von
ihm angeordnete radiologische Untersuchung ergab ein ähnliches Bild wie 1987,
zusätzlich seien altersentsprechende normale ossäre Strukturen und
Gelenkverhältnisse sowie leichtgradige Verknöcherungen, welche mit den alten
posttraumatischen Veränderungen vereinbar seien, feststellbar (Befundbericht
vom 26. Juni 2006). Dr. med. G.________ schliesst sodann gestützt auf diese
bildgebenden Untersuchungen in seiner Stellungnahme vom 28. Juni 2006 eine
Verschlimmerung aus.

Eine unfallbedingte Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist unter diesen
Umständen nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad nachgewiesen. Das Vorliegen
eines die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründenden Rückfalls ist
deshalb zu verneinen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung
Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich
mitgeteilt.
Luzern, 17. März 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung i.V. Fleischanderl