Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.589/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_589/2007

Urteil vom 14. April 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Bundesrichterin Leuzinger,
Gerichtsschreiber Hochuli.

Parteien
T.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Duri Poltera,
Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, 9016 St.
Gallen, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ergänzungsleistung zur AHV/IV,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 22. August 2007.

Sachverhalt:

A.
T.________, geboren 1965, ist seit 6. Juli 2001 mit einer 1967 geborenen
deutschen Staatsangehörigen verheiratet, welche zwei Söhne (geboren 1992 und
1997) mit in die Ehe brachte. Der ältere Sohn lebt in einem Kinderheim.
T.________ leidet seit 1995 an einer Persönlichkeitsstörung und bezieht seit
2001 Ergänzungsleistungen zu einer ganzen Rente der Invalidenversicherung. Mit
Schreiben vom 15. September 2005 wies die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen (nachfolgend: SVA oder Beschwerdegegnerin) den EL-Bezüger
auf die gemeinsame eheliche Unterhaltspflicht hin und forderte ihn auf, dass
sich seine Ehefrau beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
zur Stellensuche anzumelden habe. Daraufhin meldete sich die Ehegattin wegen
seit zwanzig Jahren anhaltendem Übergewicht am 31. Oktober 2005 zum Bezug einer
Rente der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen wies
dieses Rentengesuch mit rechtskräftiger Verfügung vom 18. Januar 2006 ab, weil
keine anspruchsbegründende Invalidität vorliege. Nach erneuter Aufforderung zur
Anmeldung beim RAV vom 28. Februar 2006 und Androhung der Berücksichtigung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens rechnete die SVA T.________ bei
Ermittlung der Ergänzungsleistung ab 1. Dezember 2006 auf der Einnahmenseite
einen Jahres-Bruttolohn der Ehefrau - basierend auf einem 50%igen Erwerbspensum
- von Fr. 23'358.- an (Verfügung vom 16. November 2006) und hielt daran mit
Einspracheentscheid vom 5. März 2007 fest.

B.
Die hiegegen erhobene Beschwerde des T.________ hiess das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 22. August 2007 teilweise gut, hob den
Einspracheentscheid vom 5. März 2007 auf und wies die Sache zur neuen
Berechnung des EL-Anspruchs ab Dezember 2006 unter Anrechnung eines
(reduzierten) hypothetischen Jahres-Erwerbseinkommens der Ehefrau von brutto
Fr. 17'175.- an die SVA zurück.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten lässt T.________
sinngemäss unter Aufhebung des angefochtenen Gerichtsentscheids und des
Einspracheentscheids beantragen, bei Ermittlung der Ergänzungsleistung habe die
SVA auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens seiner Ehefrau zu
verzichten.
Während die SVA auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das
Bundesamt für Sozialversicherungen auf eine Vernehmlassung.

D.
Unaufgefordert lässt T.________ mit nachträglicher Eingabe vom 3. Dezember 2007
einen Bericht vom 30. Oktober 2007 zur schulpsychologischen Abklärung des
jüngeren Sohnes seiner Ehegattin einreichen.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann
wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht
legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt
hat. Die beschwerdeführende Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der
Vorinstanz anfechten will, muss substantiiert darlegen, inwiefern die
Voraussetzungen einer Ausnahme gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG gegeben sind.
Andernfalls kann ein von dem im angefochtenen Entscheid festgestellten
abweichender Sachverhalt nicht berücksichtigt werden (vgl. BGE 130 III 136 E.
1.4 S. 140; Urteil 8C_533/2007 vom 9. Januar 2008, E. 1). Neue Tatsachen und
Beweismittel dürfen nur soweit vorgebracht werden, als der Entscheid der
Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht wendet das
Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in
der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der
Vorinstanz gebunden. Es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem
angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von der
Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (Urteile 8C_480/
2007 vom 20. März 2008, E. 1, und 9C_294/2007 vom 10. Oktober 2007, E. 2 mit
Hinweis; vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140).

2.
2.1 Praxisgemäss können nach Ablauf der Beschwerdefrist oder nach Abschluss
eines zweiten Schriftenwechsels neue erhebliche Tatsachen oder schlüssige
Beweismittel nur noch vorgebracht werden, wenn diese eine Revision zu
rechtfertigen vermöchten (BGE 127 V 353; Urteil 9C_40/2007 vom 31. Juli 2007,
E. 3.1 mit Hinweis).

2.2 Die Vorinstanz hat für das Bundesgericht in tatsächlicher Hinsicht
verbindlich festgestellt, dass seit Frühsommer 2005 nur noch der jüngere Sohn
(D.________, geboren am 27. August 1997) im ehelichen Haushalt lebt, dieses
Kind 2004 schulpflichtig wurde und seither während den Schulzeiten täglich
mehrere Stunden ausserhalb des elterlichen Einflussbereichs verbringt. Daran
ändert auch der mit nachträglicher Eingabe vom 3. Dezember 2007 unaufgefordert
eingereichte Bericht des schulpsychologischen Dienstes des Kantons Y.________
vom 30. Oktober 2007 nichts. Denn durch D.________s Übertritt von der regulären
dritten Primarschulklasse in die dritte Kleinklasse X.________ wird die
schulische Betreuung dieses Kindes jedenfalls nicht eingeschränkt. Aus dem
schulpsychologischen Bericht ergeben sich zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass
der EL-Bezüger und/oder dessen Ehefrau die elterlichen Erziehungspflichten
gegenüber D.________ in irgend einer Weise vernachlässigt hätten. Die Eingabe
vom 3. Dezember 2007 ist unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel unerheblich
und hat daher bei der Beurteilung ausser Acht zu bleiben.

3.
Die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
haben durch das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6.
Oktober 2006 über die Schaffung von Erlassen zur Neugestaltung des
Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (AS 2007
5779) eine umfassende Neuregelung erfahren. Weil in zeitlicher Hinsicht
grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend sind, welche bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und
weil ferner das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich auf den bis zum
Zeitpunkt des Einspracheentscheids (hier: vom 5. März 2007) eingetretenen
Sachverhalt abstellt (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen), ist die
hier strittige, mit Wirkung ab 1. Dezember 2006 berücksichtigte Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau des EL-Ansprechers nach den
bis Ende 2007 gültig gewesenen Bestimmungen zu beurteilen (Urteil 8C_594/2007
vom 10. März 2008, E. 2).

4.
Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid die massgebenden
gesetzlichen Bestimmungen und die von der Rechtsprechung entwickelten
Grundsätze über die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens, auf
welches die Ehegattin des EL-Bezügers verzichtet hat (Art. 3c Abs. 1 lit. g in
Verbindung mit lit. a ELG; vgl. BGE 117 V 287, AHI 2001 S. 132 [P 18/99]),
richtig wiedergegeben. Darauf wird verwiesen.

5.
Der Beschwerdeführer rügt zunächst, die Vorinstanz habe Art. 3c Abs. 1 lit. g
ELG falsch ausgelegt. Soweit die Rechtsprechung aus Art. 163 ZGB die gemeinsame
eheliche Unterhalts- und gegenseitige Unterstützungspflicht herleite, habe sie
auch die zivilrechtliche Praxis zu berücksichtigen, wonach bei getrennter Ehe
eine Ehefrau erst mit einer Teilzeitarbeit zu beginnen habe, wenn das jüngste
Kind zehn Jahre alt sei. Diese Voraussetzung sei bei der Ehegattin des
EL-Bezügers im Dezember 2006 nicht erfüllt gewesen.

5.1 Unter dem Titel des Verzichtseinkommens (Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG) ist
auch ein hypothetisches Einkommen der Ehefrau eines EL-Ansprechers anzurechnen,
sofern diese auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder auf deren zumutbare
Ausdehnung verzichtet (BGE 117 V 287 E. 3b S. 291, AHI 2001 S. 133 E. 1b [P 18/
99]). Bei der Ermittlung der zumutbaren Erwerbstätigkeit der Ehefrau ist der
konkrete Einzelfall unter Anwendung familienrechtlicher Grundsätze zu
berücksichtigen (BGE 117 V 287 E. 3c S. 292). Dementsprechend ist auf das
Alter, den Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die
bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die
Dauer der Abwesenheit vom Berufsleben abzustellen (BGE 117 V 287 E. 3a S. 290,
AHI 2001 S. 133 f. E. 1b mit weiteren Hinweisen [P 18/99]). Praxisgemäss ist
Art. 3 Abs. 1 lit. f ELG (in der bis Ende 1997 gültig gewesenen Fassung, welche
identisch ist mit der hier anwendbaren [vgl. E. 3 hievor], bis Ende 2007 gültig
gewesenen Fassung von Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG) auch auf die Ermittlung des
anrechenbaren Einkommens von Teilinvaliden anwendbar, die von einer Verwertung
der verbleibenden Erwerbsfähigkeit absehen (BGE 115 V 88 E. 1 S. 90; vgl.
Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, Zürich 1994, S. 33 mit Hinweisen). Bei der Festlegung
eines hypothetischen Einkommens ist ferner zu berücksichtigen, dass für die
Aufnahme und Ausdehnung der Erwerbstätigkeit eine gewisse Anpassungsperiode
erforderlich und nach einer langen Abwesenheit vom Berufsleben die volle
Integration in den Arbeitsmarkt in einem gewissen Alter nicht mehr möglich ist.
Dies geschieht einerseits in Anlehnung an die Festsetzung von nachehelichen
Unterhaltsansprüchen durch Einräumung einer gewissen realistischen
Übergangsfrist für die Aufnahme oder Erhöhung des Arbeitspensums, bevor ein
hypothetisches Einkommen angerechnet wird. Andererseits ist zu berücksichtigen,
dass nach neuem Scheidungsrecht bezüglich der durch die Rechtsprechung
festgelegten bisherigen Altersgrenze von 45 Jahren für einen vollständigen und
dauerhaften (Wieder-) Einstieg ins Erwerbsleben eine Erhöhung in Betracht zu
ziehen ist und auch Art. 14b lit. c ELV von der Hypothese ausgeht, dass noch
über 50jährigen Frauen ohne minderjährige Kinder der Wiedereinstieg ins
Berufsleben zumutbar ist, dass dort aber von einem Minimaleinkommen ausgegangen
wird. Diese zivil- und EL-rechtlichen Leitlinien sind zu berücksichtigen, wenn
in einem konkreten Fall zu entscheiden ist, ob und in welchem Umfang der
Ehefrau eines EL-Ansprechers die (Wieder-) Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in
einem bestimmten Alter überhaupt noch zugemutet werden kann (zum Ganzen: AHI
2001 S. 133 E. 1b [P 18/99], Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
P 2/06 vom 18. August 2006 E. 1.2 und P 64/03 vom 27. Februar 2004 E. 3.3.1, je
mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat jüngst die anwendbaren Kriterien bei der
Beurteilung einer zumutbaren Erwerbstätigkeit der Ehefrau des EL-Ansprechers
und bei der allfälligen Festlegung des anrechenbaren hypothetischen
Erwerbseinkommens bestätigt (BGE 134 V 53 E. 4.1 S. 61). Der Beschwerdeführer
bringt nichts vor, was die ständige Praxis in Frage zu stellen vermöchte.
5.2
5.2.1 Fest steht, dass der allein neben den Eheleuten im ehelichen Haushalt
lebende jüngere Sohn der Ehegattin des EL-Bezügers im Dezember 2006 (Beginn der
Anrechnung eines Verzichtseinkommens bei der Ermittlung der Ergänzungsleistung)
neun Jahre und drei Monate alt war, dass die Ehefrau - trotz ihres Übergewichts
von 120 Kilogramm bei einer Körpergrösse von 164 Centimeter - gemäss
rechtskräftig verneintem Anspruch auf eine Invalidenrente (Verfügung vom 18.
Januar 2006) in ihrer Leistungsfähigkeit aus medizinischen Gründen nicht
eingeschränkt war und dass sie - trotz wiederholter Aufforderungen seit 15.
September 2005 - keinerlei Stellenbewerbungsbemühungen unternommen hat.
5.2.2 Die vom EL-Bezüger angeführte Rechtsprechung, wonach eine Teilzeitarbeit
aufgenommen werden kann, sobald das jüngste Kind zehn Jahre alt ist, stellt
keine starre Regel, sondern eine Richtlinie dar, die auf durchschnittliche
Verhältnisse zugeschnitten ist und vor einer jeden Einzelfallbetrachtung
standhalten muss (in BGE 132 III 593 [5C.43/2006] nicht publizierte E. 6.3 mit
Hinweis). Diese Rechtsprechung bezieht sich insbesondere auf die Regelung des
nachehelichen Unterhalts nach Auflösung des gemeinsamen Haushalts und ist schon
deshalb nicht auf den hier zu beurteilenden Fall anwendbar, weil vorliegend die
nicht invalide Ehegattin (und Mutter zweier Kinder) den bereits seit 1995 an
einer Persönlichkeitsstörung leidenden Beschwerdeführer 2001 heiratete, mit ihm
einen gemeinsamen Haushalt gründete und seit Februar 2002 zu dritt zusammen mit
ihrem jüngeren Sohn in der gemeinsamen ehelichen Wohnung lebt. Fest zu halten
ist, dass der invalide EL-Ansprecher keine Hilflosenentschädigung bezieht und
ihm nach medizinischer Beurteilung trotz fehlender Teamfähigkeit die Ausübung
einer angepassten Tätigkeit zum Beispiel als Hauswart in zeitlich geringem
Ausmass möglich und zumutbar ist. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung,
wonach der Beschwerdeführer bei der Ausführung von Arbeiten im Haushalt nicht
erheblich beeinträchtigt sei, blieb unbestritten. Auch wenn die Betreuung des
Sohnes nicht zu den primären Aufgaben des EL-Bezügers gehören kann, ist es
unter den gegebenen Umständen zumutbar, dass der nach dem Schulunterricht (vgl.
E. 2.2 hievor) nach Hause zurückkehrende Sohn während einer kurzen Zeitdauer
bis zur Rückkehr der Mutter nach Erfüllung des ihr angerechneten 50%igen
Teilzeitpensums allein mit dem Stiefvater im ehelichen Haushalt verbringt.
Insoweit vermag der Beschwerdeführer aus der zivilrechtlichen Praxis zu Art.
163 ZGB nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Insbesondere steht die ständige
Rechtsprechung zu Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG nicht im Widerspruch zur
gemeinsamen ehelichen Unterhaltspflicht im Sinne von Art. 163 Abs. 1 ZGB.

6.
Weiter beanstandet der EL-Bezüger, eine aus der Lebenserfahrung resultierende
natürliche Vermutung, wonach eine arbeitswillige und einsatzfreudige,
nötigenfalls auch eine unterdurchschnittliche Entlöhnung akzeptierende Person
im Allgemeinen eine Arbeitsstelle finde, lasse sich nicht auf das bestehende
Gesetzesrecht abstützen. Von der Ehefrau des Beschwerdeführers eine
überdurchschnittliche Leistung für eine unterdurchschnittliche Bezahlung zu
verlangen, "nur mit dem Zweck weniger Ergänzungsleistungen ausrichten zu
müssen", sei gesetzwidrig.

6.1 Die Schadenminderungspflicht ist als allgemeiner Grundsatz des
Sozialversicherungsrechts bei der Leistungsfestsetzung regelmässig und zwingend
zu beachten (BGE 129 V 460 E. 4.2 i.f. S. 463 mit Hinweis). Art. 3c Abs. 1 lit.
g ELG bezweckt ganz allgemein die Verhinderung von Missbräuchen (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts P 53/04 vom 9. Mai 2005 E. 4.1). Mit der
am 1. Januar 1987 in Kraft getretenen Regelung (damals Art. 3 Abs. 1 lit. f
ELG; vgl. E. 3 und 5.1 hievor) sollte eine einheitliche und gerechte Lösung
ermöglicht werden, indem sich eben gerade die schwierige Prüfung der Frage
fortan erübrigte, ob beim Verzicht auf Einkommen oder Vermögen (hier Verzicht
auf die erwerbliche Verwertung eines Teilzeitpensums von 50 %) der Gedanke an
eine Ergänzungsleistung tatsächlich eine Rolle gespielt hat oder nicht (BGE 122
V 394 E. 2 S. 397, 120 V 10 E. 1 S. 11, 117 V 153 E. 2a S. 155 mit Hinweisen;
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts P 53/04 vom 9. Mai 2005 E.
4.1). Schon unter dem Blickwinkel der allgemeinen Schadenminderungspflicht darf
vom Beschwerdeführer, bei welchem sich das von den Ergänzungsleistungen
abgedeckte Risiko bereits verwirklicht hat, ohne weiteres erwartet werden, dass
er sämtliche Einkunftsmöglichkeiten, über die er verfügt, auch tatsächlich
realisiert (vgl. dazu AHI 1997 S. 255 E. 3b; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts P 56/05 vom 29. Mai 2006 E. 3.5). Dies ist mit Blick auf
die gemeinsame eheliche Unterhaltspflicht nach der gesetzmässigen Praxis zu
Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG auch von der nicht invaliden, im gemeinsamen
ehelichen Haushalt lebenden Ehegattin des EL-Bezügers zu verlangen.

6.2 Ob eine aus der Lebenserfahrung resultierende natürliche Vermutung besteht,
wonach eine arbeitswillige und einsatzfreudige, nötigenfalls auch eine
unterdurchschnittliche Entlöhnung akzeptierende Person im Allgemeinen eine
Arbeitsstelle findet, wie dies im angefochtenen Entscheid (S. 10) ausgeführt
wird, braucht nicht abschliessend geprüft zu werden. Denn es steht aktenkundig
fest und wird auch nicht bestritten, dass die Ehefrau - trotz wiederholter
Aufforderungen seit 15. September 2005 - überhaupt keine Anstrengungen
unternommen hat, eine ihr zumutbare Arbeitsstelle zu suchen. Damit hat sie die
ihr obliegende Schadenminderungspflicht verletzt.

6.3 Nach dem Gesagten hat das kantonale Gericht gestützt auf eine einlässliche
Würdigung der konkreten Verhältnisse, ohne Bundesrecht zu verletzen, im
Ergebnis zutreffend festgestellt, dass es der 1967 geborenen, arbeitsfähigen
Ehegattin deutscher Muttersprache auch ohne Berufsausbildung trotz ihres
Übergewichtes bei ernsthaften und intensiven Arbeitsbemühungen unter Aufbietung
allen guten Willens (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen [I 138/
98]) und in Nachachtung des Grundsatzes der Schadenminderungspflicht möglich
und zumutbar war (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts P 2/06 vom
18. August 2006 E. 3.3), zwischen September 2005 und November 2006 auf dem für
sie in Frage kommenden ostschweizerischen Arbeitsmarkt eine einfache und
repetitive Teilzeit-Hilfsarbeitstätigkeit mit 50%-Pensum zu finden.

7.
Was die Höhe des hypothetischen Einkommens anbelangt, ist auf die
Rechtsprechung zu verweisen, wonach Annahmen kantonaler Instanzen über
hypothetische Geschehensabläufe, die auf Schlussfolgerungen aus konkreten
Anhaltspunkten (vorliegend: Alter, Gesundheitszustand, Arbeitsmarktlage)
beruhen, nicht als Rechtsfrage, sondern als Ergebnis von Beweiswürdigung gelten
(in BGE 132 III 593 [5C.43/2006] nicht publizierte E. 6.4 mit Hinweisen). Die
Feststellung des kantonalen Gerichts, wonach die Ehegattin des
Beschwerdeführers aus der erwerblichen Verwertung einer zumutbaren repetitiven
und einfachen Teilzeittätigkeit im Umfang eines 50%-Pensums ein jährliches
Bruttoeinkommen von 17'175.- zu erzielen vermag, ist tatsächlicher Natur und
für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397
ff.). Was der EL-Ansprecher dagegen vorbringt, lässt diese Entscheidung über
eine Tatfrage weder als offensichtlich unrichtig noch sonstwie als
bundesrechtswidrig erscheinen. Insbesondere zeigt der Beschwerdeführer nicht
auf, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung rechtsfehlerhaft sei.

8.
Somit bleibt es bei der mit angefochtenem Entscheid verfügten Rückweisung der
Sache an die SVA zur Neuverfügung des EL-Anspruchs ab Dezember 2006 unter
Anrechnung eines reduzierten hypothetischen Bruttoerwerbseinkommens der Ehefrau
des Beschwerdeführers von Fr. 17'175.-

9.
Die Gerichtskosten werden dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt (Art.
66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 14. April 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Hochuli