Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.614/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_614/2007

Urteil vom 10. Juli 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger,
nebenamtlicher Bundesrichter Weber,
Gerichtsschreiber Lanz.

Parteien
S.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Herbert Schober,
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,

gegen

Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, Dufourstrasse 46/48, 8034 Zürich,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Frey, Genferstrasse
24, 8002 Zürich.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.
August 2007.

Sachverhalt:

A.
S.________ (geb. 1970) war bei der B.________ Betriebs AG als Fussballer
angestellt und damit bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG
(nachfolgend: Gerling) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert, als er am
30. Mai 2001 als Autolenker innerorts einen Heckauffahrunfall erlitt. Die
erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten eine Distorsion der Halswirbelsäule
(HWS) sowie eine commotio cerebri resp. ein postcommotionelles Syndrom und
bestätigten eine Arbeitsunfähigkeit (u.a. Berichte der Klinik P.________ vom 1.
und 26. Juni 2001, des Notfallzentrums Chirurgie, Spital E.________, undatiert,
und des Hausarztes vom 21. Juni 2001). Eine Untersuchung mittels
Magnetresonanztomographie ergab zudem eine grosse Diskushernie auf Höhe C4/5
(Abklärungsbericht vom 13. Juni 2001). Die Gerling, welcher der Auffahrunfall
mit Bagatellunfall-Meldung vom 7. Juni 2001 angezeigt wurde, erbrachte die
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Sie holte nebst weiteren
medizinischen Abklärungen ein Gutachten des Dr. med. A.________, Chefarzt der
Klinik T.________ für Neurorehabilitation, Parkinsonzentrum und Epileptologie,
vom 18. Dezember 2003/14. April 2004 und ein Aktengutachten ihres beratenden
Arztes Dr. med. C.________, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 24. April 2004 ein.
Gestützt darauf schloss der Unfallversicherer den Fall mit Verfügung vom 20.
Mai 2005 unter Zusprechung einer ab 1. August 2005 laufenden, einem
Invaliditätsgrad von 17 % entsprechenden Übergangsrente ab. Daran hielt die
Gerling mit Einspracheentscheid vom 16. Februar 2006 fest.

B.
S.________ erhob beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde mit dem
Rechtsbegehren, in Aufhebung des Einspracheentscheides sei die Gerling zu
verpflichten, die gesetzlich geschuldeten Leistungen, insbes. weiterhin Taggeld
und Heilbehandlung, evtl. eine höhere Rente und eine Integritätsentschädigung
auszurichten. Im Verlauf des Verfahrens legte S.________ u. a. ein von ihm
eingeholtes neurologisches-neuropsychologisches Gutachten des Dr. med.
M.________, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom 27. Mai 2005 (mit
psychiatrischem Teilgutachten des Dr. med. H.________, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 17. Dezember 2004) und einen Bericht des Dr. med.
N.________, F.________ Zentrum, vom 17. April 2007 über einen mit funktioneller
Magnetresonanztomographie erhobenen Befund am craniocervicalen Übergang und im
oberen Bereich der HWS auf. Das Verwaltungsgericht holte die Akten der
Invalidenversicherung, bei der sich S.________ im Juni 2002 zum Leistungsbezug
angemeldet hatte, ein. Sodann zeigte es S.________ mit Verfügung vom 29. März
2007 eine mögliche reformatio in peius an. S.________ hielt an der Beschwerde
fest. Das Verwaltungsgericht wies diese ab, hob den Einspracheentscheid vom 16.
Februar 2006 bezüglich der zugesprochenen Übergangsrente auf und stellte fest,
dass über den 1. August 2005 hinaus kein Anspruch auf Leistungen der
Unfallversicherung bestehe. Zur Begründung wurde ausgeführt, die noch
bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung stehe nicht in einem natürlichen
und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 30. Mai 2001 (Entscheid vom 31.
August 2007).

C.
S.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
und beantragen, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und es seien die
im kantonalen Verfahren geltend gemachten Leistungen zuzusprechen; evtl. sei
die Sache für ergänzende Abklärungen an Vorinstanz oder Versicherer
zurückzuweisen. Mit dem Rechtsmittel wird u.a. ein fachradiologisches Gutachten
des Dr. med. N.________ vom 6. Oktober 2007 aufgelegt.

Die Gerling schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für
Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.

D.
Mit Eingaben vom 23. resp. 25. April 2008 ergänzen die Parteien ihre Vorbringen
im Hinblick auf das Urteil BGE 134 V 109.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen
Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht
wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder
an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der
Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem
angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation
der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (BGE 130 III 136 E. 1.4 S.
140). Das Bundesgericht prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es
ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden
rechtlichen Fragen zu prüfen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr
vorgetragen wurden. Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem
und interkantonalem Recht nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der
Beschwerde vorgebracht wird (Art. 106 Abs. 2 BGG).

Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen
der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die
vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art.
97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Der Beschwerdeführer lässt zunächst geltend machen, die Vorinstanz habe im
Zusammenhang mit der erfolgten reformatio in peius seinen Anspruch auf
rechtliches Gehör und ein faires Verfahren verletzt.

Das kantonale Gericht hat dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 29. März 2007
mitgeteilt, der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 30. Mai
2001 und der ab 1. August 2005 noch bestandenen gesundheitlichen
Beeinträchtigung dürfte wohl zu verneinen sein, womit die Beschwerde abzuweisen
und der auf Zusprechung einer Übergangsrente lautende Einspracheentscheid
aufzuheben wäre. Dem Versicherten wurde die Gelegenheit eingeräumt, hiezu
Stellung zu nehmen und er wurde informiert, dass er die Beschwerde zurückziehen
könne. Der Versicherte nahm mit Eingabe vom 10. Mai 2007 Stellung und hielt an
der Beschwerde fest. Diese wurde von der Vorinstanz mangels eines natürlichen
und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und noch bestehenden
Beschwerden abgewiesen. Der Versicherte lässt nun beanstanden, das Vorliegen
des natürlichen Kausalzusammenhangs sei vom kantonalen Gericht vor dem
verfahrensabschliessenden Entscheid nicht in Frage gestellt worden.

Wie die folgenden Erwägungen zeigen, ist indessen jedenfalls der adäquate
Kausalzusammenhang - als eine der kumulativ erforderlichen Voraussetzungen für
einen Leistungsanspruch - zu verneinen, weshalb die Frage des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht beantwortet zu werden braucht. Damit kann auch offen
bleiben, ob das Vorgehen des kantonalen Gerichts in Bezug auf den von ihr
ebenfalls verneinten natürlichen Kausalzusammenhang rechtens ist. Eine
Voreingenommenheit kann der Vorinstanz deswegen jedenfalls entgegen der vom
Beschwerdeführer vertretenen Auffassung nicht vorgeworfen werden.

3.
Streitig und zu prüfen ist, ob das kantonale Gericht einen Anspruch auf
Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung aus der Auffahrkollision vom
30. Mai 2001 ab 1. August 2005 zu Recht verneint hat.

Die Rechtsgrundlagen für die Beurteilung der Streitsache sind im angefochtenen
Entscheid, auf welchen verwiesen wird, zutreffend dargelegt. Es betrifft dies
insbesondere den für einen Leistungsanspruch erforderlichen natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhang, namentlich auch bei organisch nicht objektiv
ausgewiesenen Beschwerden nach Unfall und bei Diskushernien.

Anzufügen bleibt, dass das Bundesgericht jüngst die sog.
Schleudertrauma-Praxis, welche bei nicht mit organisch objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen verbundenen Schleudertraumen, äquivalenten Verletzungen der HWS
und Schädel-Hirntraumen gilt, in zweierlei Hinsicht präzisiert hat: Zum einen
wurden die Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen
Verletzung, welche die Anwendung dieser Praxis bei der Prüfung des adäquaten
Kausalzusammenhangs rechtfertigt, erhöht. Zum anderen wurden die Kriterien,
welche abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls in die Adäquanzbeurteilung
einzubeziehen sind, teilweise modifiziert (BGE 134 V 109 E. 9 und 10 S. 121
ff.). Die bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätze
(BGE 115 V 133) liess das Bundesgericht hingegen unverändert bestehen (BGE 134
V 109 E. 6.1 S. 116).

4.
Umstritten ist zunächst, ob die noch bestehenden Beschwerden mit einer
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge zu erklären sind. Das kantonale
Gericht hat dies verneint. Demgegenüber bejaht der Beschwerdeführer einen
solchen Gesundheitsschaden unter Hinweis auf die festgestellte Diskushernie auf
Höhe C4/5 und die mittels funktioneller Magnetresonanztomographie sowie
Posturographie erhobenen Befunde.
4.1
4.1.1 Die Vorinstanz ist zum Ergebnis gelangt, der Unfall vom 30. Mai 2001 habe
die Diskushernie nicht verursacht.

Diese Beurteilung ist nach Lage der medizinischen Akten und unter
Berücksichtigung der Rechtsprechung nicht zu beanstanden. Danach entspricht es
im Bereich des Unfallversicherungsrechts einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen
degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur
ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in
Betracht fällt (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192, U 138/99, E. 2a, und Nr. U 378 S.
190, U 149/99, E. 3, je mit Hinweisen; zuletzt: Urteile 8C_452/2007 vom 10.
Juni 2008, E. 2.1, und 8C_213/2008 vom 9. Juni 2008, E. 3.3). Diese
Voraussetzungen sind hier nicht gegeben.

Was der Versicherte einwenden lässt, führt zu keinem anderen Ergebnis.
Namentlich trifft nicht zu, dass einzig der beratende Arzt der Gerling, Dr.
med. C.________, einen vorbestehenden Gesundheitsschaden bejaht. Vielmehr geht
auch Dr. med. A.________ im Gutachten vom 18. Dezember 2003/14. April 2004
davon aus, dass die betreffende Bandscheibe mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall geschädigt war. Dr. med. M.________
schliesst in dem vom Versicherten eingeholten Gutachten vom 27. Mai 2005
ebenfalls auf einen Vorzustand. Sodann ergeben sich aus dem vom Versicherten
letztinstanzlich aufgelegten fachradiologischen Gutachten des Dr. med.
N.________ vom 6. Oktober 2007 und den übrigen medizinischen Akten ebenfalls
keine Hinweise, welche die Annahme einer Unfallkausalität der Diskushernie
zuverlässig stützen könnten. Weiterungen zu der überdies kontrovers
diskutierten Frage, ob der Bandscheibenschaden allenfalls durch Kopfbälle
verursacht wurde, erübrigen sich. Denn es geht hier einzig darum, ob dem Unfall
vom 30. Mai 2001 eine kausale Bedeutung für die Entstehung der Diskushernie
zukommt. Das trifft nach dem Gesagten nicht zu.
4.1.2 Eine unfallbedingte Verschlimmerung des vorbestandenen
Bandscheibenschadens hingegen bejahen die berichterstattenden Fachärzte
überwiegend. Die Meinungen gehen aber darin auseinander, ob es sich um eine
bloss vorübergehende und (spätestens) im Mai 2005 beendete oder um eine
richtunggebende und damit für noch bestehende Beschwerden verantwortliche
Verschlimmerung handelt.

Das kantonale Gericht hat auf einen nur vorübergehenden unfallbedingten
Beschwerdeschub geschlossen. Es stützt sich dabei in erster Linie auf die
fachärztliche Beurteilung durch Dr. med. C.________. Dieser geht im Bericht vom
15. Februar 2003 davon aus, der Unfall vom 30. Mai 2001 habe zu wieder
abgeklungenen Beschwerden aus der vorgeschädigten Bandscheibe geführt. Daran
hält der Arzt im Aktengutachten vom 24. April 2004 fest. Er führt darin weiter
aus, eine unfallbedingte reversible Vergrösserung der vorbestehenden
Diskushernie könne kurzfristig radikulär bedingte Ausfälle und Beschwerden
verursacht haben, welche allerdings als vollständig reversibel zu betrachten
seien. Ein allfälliges späteres Rezidiv sei jedenfalls als unfallfremd zu
betrachten.

Diese fachärztliche Beurteilung ist entgegen der vom Versicherten vertretenen
Auffassung überzeugend. Sie hält sich namentlich auch im Rahmen der
Erkenntnisse der Unfallmedizin, welche die Rechtsprechung als allgemein
anerkannt betrachtet und für massgeblich hält. Danach ist die unfallbedingte
Verschlimmerung einer vorbestehenden Wirbelsäulenerkrankung nur unter
bestimmten Voraussetzungen, welche hier nicht vorliegen, als richtunggebend zu
betrachten. Ansonsten ist sie vorübergehender Natur (u.a. SVR 2008 UV Nr. 11 S.
34, E. 4.2.1 mit Hinweisen, und Urteile 8C_452/2007 vom 10. Juni 2008, E.
2.2.2, 8C_213/2008 vom 9. Juni 2008, E. 3.4). Die Beurteilung durch Dr. med.
C.________ wird im Übrigen auch durch Dr. A.________ nicht in Frage gestellt.
Vielmehr führt dieser im Gutachten vom 18. Dezember 2003/14. April 2004 aus,
die von Dr. med. C.________ in der Stellungnahme vom 15. Februar 2003
geäusserte Hypothese werde durch die Akten, insbesondere auch durch die
MRI-Untersuchung vom 26. Juni 2003 gestützt. Abweichend äussert sich namentlich
Dr. med. M.________ in der Expertise vom 27. Mai 2005. Er begründet die Annahme
einer richtunggebenden Verschlimmerung aber im Wesentlichen damit, der
Versicherte sei vor dem Unfall vom 30. Mai 2001 beschwerdefrei gewesen. Der
Umstand, dass erst nach einem Unfall Beschwerden auftreten, gestattet aber noch
nicht den Schluss, diese seien unfallkausal (vgl. zur unzulässigen Beweismaxime
"post hoc ergo propter hoc": BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.; SVR 2008 UV Nr.
11 S. 34, U 290/06, und 2006 UV Nr. 16 S. 57, U 289/05, in BGE 132 V 241 nicht
veröffentlichte E. 2.6). Sämtliche Vorbringen des Beschwerdeführers
rechtfertigen kein anderes Ergebnis. Es bleibt somit dabei, dass ein durch den
Unfall vom 30. Mai 2001 verursachter Beschwerdeschub im Bereich der besagten
Diskushernie spätestens am 1. Mai 2005 beendet war und keinen Leistungsanspruch
über diesen Zeitpunkt hinaus zu begründen vermag.

4.2 Gemäss Bericht des Dr. med. N.________, F.________ Zentrum, vom 17. April
2007 hat die am 12. April 2007 durchgeführte Untersuchung mittels funktioneller
Magnetresonanztomographie Läsionen der Ligamenta alaria und des Ligamentum
transversum atlantis ergeben. Nach Auffassung des Versicherten sind damit
organische Unfallfolgen bildgebend nachgewiesen. Vorinstanz und
Unfallversicherer verneinen dies.
Das Bundesgericht hat sich jüngst eingehend mit der funktionellen
Magnetresonanztomographie (fMRT; englisch: functional magnetic resonance
imaging, fmri) auseinandergesetzt. Bei dieser Untersuchungsart handelt es sich
um eine neuere Form der Kernspintomographie, welche sich von der herkömmlichen
Magnetresonanztomographie dadurch unterscheidet, dass Aufnahmen in
verschiedenen Funktionsstellungen (oder Aktivierungszuständen) durchgeführt
werden. Das Bundesgericht ist dabei zum Ergebnis gelangt, den mit dieser
Untersuchungsart erhobenen Befunden komme für die Beurteilung der
Unfallkausalität von Beschwerden nach Schleudertraumen der HWS und äquivalenten
Unfallmechanismen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft kein Beweiswert zu.
Insbesondere könne aus solchen Befunden nicht geschlossen werden, dass
bestehende Schmerzen auf organisch (hinreichend) nachweisbare Unfallfolgen
zurückzuführen seien (noch nicht in der Amtlichen Sammlung veröffentlichtes
Urteil 8C_152/2007 vom 26. Mai 2008, E. 5).

Wenn das kantonale Gericht geschlossen hat, der Bericht des Dr. med. N.________
vom 17. April 2007 lasse nicht zuverlässig auf eine organisch objektiv
ausgewiesene Unfallfolge schliessen, ist dies im Lichte der dargelegten
Grundsätze nicht zu beanstanden.

Sämtliche Vorbringen des Versicherten rechtfertigen keine andere
Betrachtungsweise. Gleiches gilt für die Ausführungen im fachradiologischen
Gutachten des Dr. med. N.________ vom 6. Oktober 2007 und in den vor- und
letztinstanzlich eingereichten medizinischen Aufsätzen.

4.3 Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung weisen auch die
Ergebnisse der gemäss Bericht des Dr. med. R.________, Spezialarzt FMH für
Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 18. Dezember 2002
vorgenommenen Posturographie keine Unfallfolge organisch objektiv aus. Mit
dieser Untersuchungsmethode können zwar bestimmte Informationen gewonnen werden
und es lassen sich damit sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen
objektivieren. Die Posturographie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur
Ätiologie eines Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen
(Urteil U 197/04 vom 29. März 2006, E. 3.2, und seitherige Entscheide, zuletzt
Urteil 8C_53/2007 vom 25. Februar 2008, E. 6.3).

4.4 Festzuhalten bleibt, dass zwar in einem Teil der Arztberichte die Diagnose
einer milden traumatischen Hirnverletzung gestellt wird. Die durchgeführten
bildgebenden Untersuchungen haben aber keine Hinweise auf eine unfallbedingte
Hirnschädigung ergeben. Eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge liegt
somit auch hier nicht vor (vgl. SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81, U 479/05, E. 5.4;
Urteil U 197/04 vom 29. März 2006, E. 3.1).

5.
Nach dem Gesagten bleibt es bei der Feststellung, dass keine organisch objektiv
ausgewiesene Unfallfolge vorliegt. Dies hat zur Folge, dass der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden Beschwerden und dem versicherten
Ereignis, anders als bei klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen in der
Regel der Fall, nicht ohne weiteres zusammen mit dem natürlichen
Kausalzusammenhang bejaht werden könnte. Es bedarf vielmehr einer besonderen
Adäquanzprüfung. Dabei ist zu unterscheiden: Liegt ein Schleudertrauma, eine
äquivalente Verletzung der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma vor, gelangt die
Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung. Ist dies nicht der Fall, gelten die für
psychische Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätze (zum Ganzen: BGE
127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S.
112).

5.1 Das kantonale Gericht ist zum Ergebnis gelangt, die noch bestehenden
Beschwerden seien mit einer vom diagnostizierten HWS-Distorsionstrauma zu
trennenden psychischen Problematik zu erklären. Der adäquate Kausalzusammenhang
sei daher nach bei psychischen Fehlentwicklungen geltenden Regeln zu prüfen.
Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, der Unfall habe zu
einem HWS-Schleudertrauma und einem Schädel-Hirntrauma im Sinne einer milden
traumatischen Hirnverletzung geführt. Diese Gesundheitsschäden seien natürlich
kausal für die persistierenden Beschwerden, weshalb die Adäquanzprüfung nach
der Schleudertrauma-Praxis zu erfolgen habe.

Ob die Adäquanz tatsächlich nach den bei psychischen Fehlentwicklungen nach
Unfall geltenden Grundsätzen zu prüfen wäre, wie die Vorinstanz erwogen hat,
muss nicht abschliessend beantwortet werden. Denn der adäquate
Kausalzusammenhang ist, wie nachfolgend gezeigt wird, auch bei Anwendung der
Schleudertrauma-Praxis zu verneinen.

5.2 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis
anzuknüpfen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Gemäss dem angefochtenen Entscheid
ist die Auffahrkollision vom 30. Mai 2001 bei den mittelschweren Unfällen und
dort jedenfalls nicht nahe den schweren Unfällen einzuordnen. Diese Beurteilung
ist zu Recht nicht umstritten.

Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als
massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind, müssten
demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein
einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder
auffallender Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f., 117 V 359 E.
6a S. 367).
5.2.1 Die (durch BGE 134 V 109 nicht geänderten) Kriterien der besonders
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sowie
der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert,
werden zu Recht nicht geltend gemacht. Hingegen erachtet der Beschwerdeführer
die fünf weiteren in Betracht kommenden Kriterien als in teilweise ausgeprägter
Weise erfüllt. Dies gilt es zu prüfen.
5.2.2 Eine spezifische, belastende ärztliche Behandlung (bisher: ungewöhnlich
lange Dauer der ärztlichen Behandlung) ist nicht auszumachen. Die verschiedenen
durchgeführten Therapien genügen hiefür nicht. Gleiches gilt für die
medizinischen Begutachtungen, welche teils von der Gerling und teils vom
Versicherten, im Hinblick auf den von ihm angestrebten Nachweis der
Unfallkausalität seiner Beschwerden, veranlasst wurden.

Das (unveränderte) Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher
Komplikationen liegen ebenfalls nicht vor. Dass letztlich erfolglos therapiert
wurde, reicht nicht aus. Es müssten besondere Gründe gegeben sein, welche die
Heilung beeinträchtigt haben (vgl. SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81, U 479/05, E. 8.5;
Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008, E. 9.6.1 mit Hinweis). Dafür bestehen keine
Anzeichen.
5.2.3 Selbst wenn die verbleibenden Kriterien (Schwere oder besondere Art der
erlittenen Verletzungen [unverändert]; erhebliche Beschwerden [bisher:
Dauerbeschwerden)]; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen [bisher: Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit]) bejaht würden,
wären sie nicht in gehäufter oder auffallender Weise gegeben. Es müsste daher
mindestens ein Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Das ist
nicht der Fall. Soweit der Beschwerdeführer bezüglich der Kriterien der
Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit eine andere Auffassung vertritt, kann
ihm nicht gefolgt werden.

Das Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch
die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Auch
wenn der Versicherte nach ärztlicher Einschätzung an verschiedenen Beschwerden
leidet, übersteigen diese und die damit verbundenen Einschränkungen doch das
nach Schleudertrauma-Verletzungen Übliche nicht derart, dass das Kriterium in
besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte. Dass der behandelnde
Psychiater den Zustand als trostlos bezeichnet, ändert hieran nichts. Es liesse
sich sogar hinterfragen, ob das Kriterium in der einfachen Form vorliegt, zumal
sich zumindest anfänglich eine vorübergehende Besserung eingestellt hatte,
worauf sich die Symptome dann schleichend wieder verschlechterten.
Abschliessend muss dies aber nicht geprüft werden.

Sodann wurde dem Beschwerdeführer zwar seit dem Unfallereignis von ärztlicher
Seite eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit attestiert. Gerade in der angestammten
Tätigkeit eines Fussballspielers ist er aber namentlich durch den unfallfremden
cervicalen Bandscheibenschaden, welcher Kopfballspielen als höchst unratsam
erscheinen lässt, eingeschränkt. Zudem fehlt es an überzeugenden Hinweisen,
dass der Versicherte sich in besonders ausgeprägter Weise bemüht hat, die
Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Zu verzeichnen sind im Wesentlichen der
Besuch eines Deutschkurses, die Inanspruchnahme von medizinischen Therapien und
der zumindest vorübergehende Versuch, die Invalidenversicherung zu beruflichen
Massnahmen zu bewegen. Selbst wenn das Kriterium trotz dieser Bedenken
grundsätzlich bejaht würde, läge es jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter
Weise vor.

5.3 Zusammenfassend ist die weitere Leistungspflicht des Unfallversicherers
mangels eines rechtserheblichen Zusammenhangs zwischen den noch bestehenden
Beschwerden und dem versicherten Ereignis zu verneinen. Damit fehlt es auch an
den Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Übergangsrente, so dass die von
der Vorinstanz vorgenommene reformatio in peius zu bestätigen und die
Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist. Daran vermögen sämtliche weiteren
Vorbringen des Versicherten nichts zu ändern. Insbesondere kann der Vorinstanz
weder eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und beweisrechtlicher Regeln
noch eine Missachtung prozessualer Vorschriften vorgehalten werden, welche ein
anderes Ergebnis zu rechtfertigen vermöchten.

6.
Die Gerichtskosten sind vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen (Art. 65
Abs. 4 BGG). Die Beschwerdegegnerin hat trotz ihres Obsiegens keinen Anspruch
auf Parteientschädigung (Art. 68 Abs. 3 BGG; BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235, 128 V
124 E. 5b S. 133 f., 126 V 143 E. 4b S. 150 f.; Urteil 8C_369/2007 vom 6. Mai
2008, E. 5.2).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern,
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit
schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 10. Juli 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung i.V. Hochuli