Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.633/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_633/2007

Urteil vom 7. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Frésard,
Gerichtsschreiber Holzer.

Parteien
C.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Kurt Pfändler, Schifflände 22,
8001 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom
29. August 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1969 geborene C.________ war als Zuschneiderin in der Polsterei der
X.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen
die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 14. Juni 2001 als Mitfahrerin
Opfer eines Autounfalles wurde: Der Lenker eines Personenwagens übersah des
Nachts auf der österreichischen Autobahn einen Stau vor der Grenze, fuhr von
hinten auf das Fahrzeug, in dem sich die Versicherte und ihr Ehemann befanden,
auf und schob dieses in einen weiteren Personenwagen hinein. Gemäss den
Wahrnehmungen der österreichischen Polizei am Unfallort wurde die Versicherte
leicht verletzt, ihr Ehemann, der das Fahrzeug der Familie lenkte, schwer. Die
SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und
erbrachte der Versicherten die gesetzlichen Leistungen. Nach umfangreichen
medizinischen Abklärungen stellte die SUVA mit Verfügung vom 20. Januar 2006
und Einspracheentscheid vom 28. September 2006 per 20. Januar 2006 ein, da die
über dieses Datum hinaus anhaltend geklagten Beschwerden nicht mehr in einem
rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 14. Juni 2001
stünden.

B.
Die von C.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht
des Kantons Aargau mit Entscheid vom 29. August 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt C.________, die SUVA sei unter Aufhebung des
Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, die
gesetzlichen Leistungen auch über den 20. Januar 2006 hinaus zu erbringen.
Darüberhinaus beantragt sie, die SUVA sei zur Übernahme der Kosten für die
Erstellung der ärztlichen Berichte des Dr. med. H.________ und der Dr. med.
Z.________ zu verpflichten.

Während die SUVA auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das
Bundesamt für Gesundheit auf eine Vernehmlassung.

D.
Mit Urteil U 394/06 vom 19. Februar 2008 hat das Bundesgericht die sog.
Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden
präzisiert. Die Parteien hielten im Rahmen des ihnen zu dieser Präzisierung
gewährten rechtlichen Gehörs an ihren Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen,
wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die
Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur
insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht
an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden
(Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
2.1 Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung für den Anspruch
auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG)
geltenden Voraussetzungen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem versicherten Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E.
3.1 und 3.2 S. 181) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Entsprechendes
gilt für die von der Judikatur entwickelten Grundsätze zum Erfordernis des
adäquaten Kausalzusammenhangs bei Folgen eines Unfalles mit Schleudertrauma der
Halswirbelsäule ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle (BGE 117 V 359).

2.2 Mit Urteil U 394/06 vom 19. Februar 2008 hat das Bundesgericht die sog.
Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden
präzisiert. Im genannten Urteil wurde zunächst der Grundsatz bestätigt, dass
der Fallabschluss und damit verbunden die Adäquanzprüfung im Hinblick auf die
Rentenleistungen in dem Zeitpunkt zu erfolgen haben, in dem von der
Weiterführung der medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (zitiertes Urteil, E. 4).
Hinsichtlich der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfallereignis und den geklagten organisch nicht hinreichend nachweisbaren
Beschwerden wurde festgehalten, dass diese aufgrund einer eingehenden
medizinischen Abklärung zu erfolgen hat (zitiertes Urteil, E. 9.4 und 9.5).
Schliesslich wurden in E. 10 des zitierten Urteils die Kriterien, welche zur
Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen (vgl. dazu insbesondere
SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]) dienen, neu gefasst. Der Katalog
der adäquanzrelevanten Kriterien lautet nunmehr:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück- lichkeit des
Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
- erhebliche Beschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Weiterhin gilt, dass nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in
die Gesamtwürdigung erforderlich ist. Je nach den konkreten Umständen kann für
die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium
genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt,
welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im
gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw.
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien
herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im
mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird.
Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur
Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6b
S. 367).

2.3 Rechtsprechungsgemäss ist eine Änderung oder Präzisierung einer
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nur auf zukünftige Fälle anwendbar,
sondern auch auf jene Fälle, die im Zeitpunkt der Änderung oder der
Präzisierung der Praxis bereits beim Bundesgericht hängig waren (BGE 120 V 128
E. 3a 131 mit Hinweisen).

3.
Streitig und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdeführerin über den 20.
Januar 2006 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden noch in einem
rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 14. Juni 2001
standen.

4.
Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die am 6. September 2002 im
Kantonsspital Y.________ festgestellten Diskushernien seien auf das Ereignis
vom 14. Juni 2001 zurückzuführen.

4.1 Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, entspricht es einer
medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass
praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise,
unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt.
Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das
Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der
Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit
auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a [U 138/99] mit Hinweis auf das
Urteil U 159/95 vom 26. August 1996, E. 1b).

4.2 Gemäss der Krankengeschichte des österreichischen Landeskrankenhauses
Q.________ beklagte sich die Beschwerdeführerin am Unfalltag über Druckschmerz
in der unteren Halswirbelsäule sowie über geringen Bewegungsschmerz. Aus diesem
echtzeitlichen Befund ist zu entnehmen, dass unverzüglich nach dem
Unfallerereignis keine Symptome einer Diskushernie auftraten. Damit fällt das
Unfallereignis als Ursache der Diskushernien ausser Betracht, ohne dass geprüft
werden müsste, ob der Unfallmechanismus theoretisch geeignet und von genügender
Schwere gewesen wäre, eine Hernie auszulösen.

4.3 Die vorinstanzliche Feststellung, dass bei der Versicherten am 20. Januar
2006 keine organisch nachweisbaren Unfallfolgen vorlagen, ist somit nicht zu
beanstanden.

5.
Aufgrund des Auftretens von Nackenschmerzen innerhalb kurzer Latenzzeit nach
dem Unfall, dem anschliessenden Vorliegen eines für ein Schleudertrauma
typischen komplexen Beschwerdebildes und nach Würdigung der medizinischen Akten
bejahte die Vorinstanz den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfallereignis und den geklagten, organisch aber nicht hinreichend
nachweisbaren Beschwerden. Die umfangreichen medizinischen Abklärungen, auf
welche sich die Vorinstanz hiebei abstützte, genügen auch den erhöhten (vgl.
erwähntes Urteil U 394/06 vom 19. Februar 2008, E. 9) Anforderungen für den
Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der
Schleudertrauma-Praxis rechtfertigen.

6.
Zu prüfen ist demnach die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem
Unfallereignis vom 14. Juni 2001 und den über den 20. Januar 2006 hinaus
anhaltenden organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden der
Versicherten.

6.1 Die Vorinstanz verneinte die Adäquanz dieses Kausalzusammenhanges, da es
sich bei dem Ereignis vom 14. Juni 2001 um einen im engeren Sinne
mittelschweren Unfall gehandelt habe. Von den gemäss BGE 117 V 359 E. 6a S. 366
f. massgeblichen Kriterien sei lediglich jenes der Dauerbeschwerden und ? knapp
? jenes des Grades und der langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit erfüllt.
6.2
6.2.1 Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem augenfälligen
Geschehensablauf und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der
Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden. Zu prüfen ist im Rahmen
einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als
mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich
gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder
schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf
mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder
Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können.
Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist
gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für
die ? ein eigenes Kriterium bildenden ? Verletzungen, welche sich die
versicherte Person zuzieht, aber auch für ? unter dem Gesichtspunkt der
besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des
Unfalls zu prüfende ? äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im
Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für
andere Personen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]).
Dabei werden einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug in der
Regel als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
betrachtet (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 S. 237 [U 380/04]).
6.2.2 Aufgrund dieser Rechtsprechung ist das Ereignis vom 14. Juni 2001 als
mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifizieren: Gemäss
der biomechanischen Kurzbeurteilung des Dr. med. W.________ vom 19. November
2001 lag die durch die Heckkollision bedingte Geschwindigkeitsänderung
(delta-v) des Fahrzeuges der Versicherten oberhalb des Bereiches von 10-15 km/
h, auch die anschliessende Frontalkollision habe erhebliche
Beschleunigungskräfte freigesetzt. Nach dem von der Beschwerdeführerin
eingereichten Kurzgutachten des Dr. L.________ vom 12. April 2007 hat das
delta-v 30-35 km/h betragen. Die Endposition der beteiligten Fahrzeuge und die
Beschädigung am Fahrzeug der Versicherten (sowohl das Fahrzeugheck als auch die
Front wurden vollständig zertrümmert und deformiert) weisen darauf hin, dass
durch den Unfall massive Kräfte freigesetzt wurden. Aus dem Umstand, dass im
Fahrzeuginnern die Sitzlehnen verbogen wurden, ist zu schliessen, dass sich
diese massiven Kräfte auch auf die Körper der Insassen übertrugen. Entgegen den
Ausführungen der Vorinstanz ist zudem die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin
durch den Unfall augenscheinlich nur leicht verletzt wurde, nicht bei der
Qualifikation des Unfalles, sondern beim Adäquanzkriterium der Schwere oder der
besonderen Art der erlittenen Verletzung zu berücksichtigen. Der Sachverhalt
ist zudem nicht mit jenem zu vergleichen, welcher dem Urteil des EVG U 380/04
vom 15. März 2005 zu Grunde lag: Im vorliegenden Fall wurde das Fahrzeug der
Versicherten nicht nur in ein weiteres Fahrzeug hineingeschoben, die Wucht des
Aufpralles reichte vielmehr aus, dass sich dieses weitere Fahrzeug durch das
Auffahren querdrehte, ebenfalls einen Totalschaden erlitt und seinerseits in
ein drittes Fahrzeug hineingeschoben wurde.
6.2.3 Ist das Ereignis vom 14. Juni 2001 somit als mittelschwer im Grenzbereich
zu den schweren Unfällen zu qualifizieren, so genügt die Erfüllung eines der in
E. 10.3 des erwähnten Urteils U 394/06 (vgl. E. 2.2 hievor) genannten
Kriterien, um den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis und den
organisch nicht nachweisbaren Beschwerden als adäquat und damit als
rechtsgenüglich erscheinen zu lassen.

6.3 Das kantonale Gericht erachtete das Adäquanzkriterium der
"Dauerbeschwerden" gemäss der Rechtsprechung von BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.
als erfüllt. Nach dem im zitierten Urteil U 394/06 erfolgten Präzisierung ist
dieses Kriterium neu mit "erhebliche Beschwerden" zu umschreiben. Gemäss dem
Bericht über die Abklärungen in beruflicher Hinsicht durch die Stiftung
P.________ vom 17. November 2004 wird die Versicherte trotz vorhandener
Motivation zur Arbeitsaufnahme durch die Beschwerden sowohl bei der
Erwerbstätigkeit als auch bei einer Tätigkeit im Haushalt erheblich
eingeschränkt. Das Kriterium ist somit als erfüllt zu betrachten. Die Adäquanz
des Kausalzusammenhanges ist daher zu bejahen, ohne dass die übrigen Kriterien
im Einzelnen überprüft werden müssten. Immerhin ist aber Folgendes zu bemerken:
Zum Einen ist dem Ereignis vom 14. Juni 2001 aufgrund der Tatsache, dass sich
der Unfall bei Nacht auf einer Autobahn ereignete, eine Vielzahl von
Unfallopfer und Rettungskräfte beteiligt waren und der Ehemann der Versicherten
so schwer verletzt wurde, dass sie zunächst fürchtete, er habe nicht überlebt,
eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen. Zum Andern ist bezüglich des
im Urteil U 394/06 neu formulierten Kriteriums der "erheblichen
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen" festzuhalten, dass die
Versicherte wiederholt versuchte, den Grad ihrer Arbeitsfähigkeit zu steigern.
Auch während den Abklärungen bei der Stiftung P.________ zeigte sie sich
bereit, trotz der damit verbundenen persönlichen Unannehmlichkeiten ihre
Leistungen schrittweise zu erhöhen. Ob diese beiden Kriterien damit ebenfalls
erfüllt wären, kann indessen vorliegend offenbleiben.

6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auch die von der Beschwerdeführerin
über den 20. Januar 2006 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden noch in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 14. Juni
2001 standen. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen.

7.
7.1 Die Kosten eines von einer versicherten Person veranlassten Gutachtens sind
vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizinische
Sachverhalt erst aufgrund des neu beigebrachten Untersuchungsergebnisses
schlüssig feststellen lässt und dem Unfallversicherer insoweit eine Verletzung
der ihm im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes obliegenden Pflicht zur
rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist (RKUV 2004 Nr. U 503 S.
186 ff. [U 282/00]). Dies ist vorliegend nicht der Fall, so dass dem Antrag der
Versicherten, die Kosten für die von ihr eingeholten Arztbericht der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, nicht stattzugeben ist.

7.2 Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Als unterliegende Partei
hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG;
BGE 133 V 642 E. 5). Diese hat der Beschwerdeführerin überdies eine
Parteientschädigung zu entrichten (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 29. August 2007 und der
Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom
28. September 2006 werden aufgehoben. Es wird festgestellt, dass die von der
Beschwerdeführerin geklagten organisch nicht hinreichend nachweisbaren
gesundheitlichen Beschwerden auch über den 20. Januar 2006 hinaus noch in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 14. Juni
2001 standen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 3000.- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientschädigung des vorangegangenen
Verfahrens an das Versicherungsgericht des Kantons Aargau zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 7. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

i.V. Lustenberger Holzer