Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.637/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_637/2007

Urteil vom 11. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiber Lanz.

Parteien
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, 8048 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

S.________, Beschwerdegegner,
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schmid, Lange Gasse 90, 4052 Basel.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des
Kantonsgerichts Basel-Landschaft
vom 28. März 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1970 geborene S.________ war seit dem 1. Januar 2003 als Verkaufsleiter in
der Firma X.________ GmbH tätig und dadurch bei der Allianz Suisse
Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) obligatorisch gegen
Unfallfolgen versichert, als er am 8. Januar 2003 einen Verkehrsunfall erlitt.
Ein nachfolgender Renault 19 fuhr innerorts ins Heck des von ihm gelenkten und
vor einer Ampel angehaltenen Audi A6. Wegen auftretender Schmerzen im
Nackenbereich begab sich S.________ noch am Unfalltag zur Untersuchung ins
Spital Y.________. Dessen Ärzte diagnostizierten eine Distorsion der
Halswirbelsäule (HWS). Der Hausarzt bestätigte eine volle Arbeitsunfähigkeit ab
dem Unfall. Seither geht der Versicherte keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Die
Allianz richtete Taggelder aus und gewährte Heilbehandlung. Es folgten
verschiedene medizinische Abklärungen, wobei mit MR-Untersuchung vom 8. Mai
2003 eine Diskushernie auf Höhe C3/4 festgestellt wurde. Mit Verfügung vom 23.
März 2004 stellte der Unfallversicherer die Leistungen mit sofortiger Wirkung
ein. Daran hielt er auf die von S.________ und dessen Krankenversicherer
erhobenen Einsprachen hin fest. Zur Begründung führte die Allianz aus, soweit
die noch bestehenden Beschwerden mit der Diskushernie zu erklären seien, fehle
es an der natürlichen, bezüglich der restlichen, objektiv nicht ausgewiesenen
Beschwerden an der adäquaten Unfallkausalität (Einspracheentscheid vom 21.
Dezember 2004).

B.
S.________ erhob Beschwerde. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft hiess diese
mit Entscheid vom 31. August 2005 mit der Begründung, die Allianz habe den
adäquaten Kausalzusammenhang zu früh geprüft, gut und bejahte eine weitere
Leistungspflicht des Unfallversicherers. Das Eidgenössische
Versicherungsgericht (heute Teil des Bundesgerichts) hob diesen Entscheid auf.
Es bejahte den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch
bestehenden Beschwerden und wies die Sache an die Vorinstanz zurück, damit sie
die Adäquanz prüfe und über die Leistungsansprüche materiell urteile (Urteil U
106/06 vom 5. Oktober 2006).

Mit Entscheid vom 28. März 2007 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde erneut
gut. Es hob den Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2004 auf und verpflichtete
die Allianz, die Versicherungsleistungen über den 23. März 2004 hinaus zu
gewähren.

C.
Die Allianz führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem
Rechtsbegehren, der kantonale Entscheid vom 28. März 2007 sei aufzuheben.
S.________ lässt auf Abweisung der Beschwerde schliessen. Das Bundesamt für
Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.

D.
Mit Eingaben vom 21. April 2008 ergänzen die Parteien ihre Vorbringen im
Hinblick auf die mit BGE 134 V 109 vorgenommene Präzisierung der
Schleudertrauma-Praxis.

Erwägungen:

1.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner aus dem Unfall vom 8.
Januar 2003 über den 23. März 2004 hinaus Anspruch auf Leistungen der
obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist umstritten, ob der Unfall in
einem rechtserheblichen Zusammenhang zu den noch vorhandenen gesundheitlichen
Beschwerden steht.
Die massgeblichen Rechtsgrundlagen sind in den bisher in dieser Sache
ergangenen Entscheiden zutreffend dargelegt. Hervorzuheben ist, dass die
Leistungspflicht des Unfallversicherers nebst anderem einen natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden
voraussetzt. Liegt eine Gesundheitsschädigung mit einem klaren organischen
Substrat vor, kann der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres
zusammen mit dem natürlichen Kausalzusammenhang bejaht werden. Anders verhält
es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv
ausgewiesenen Beschwerden. Hier lässt sich die Adäquanzfrage nicht ohne eine
besondere Prüfung beantworten. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf
auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien
einzubeziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während nach
der sog. Schleudertrauma-Praxis, welche bei Schleudertraumen und äquivalenten
Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen zur Anwendung gelangt, auf eine
Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird
(zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen).
Anzufügen bleibt, dass das Bundesgericht jüngst die Schleudertrauma-Praxis in
zweierlei Hinsicht präzisiert hat: Zum einen wurden die Anforderungen an den
Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung dieser
Praxis bei der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs rechtfertigt, erhöht.
Zum anderen wurden die Kriterien, welche abhängig von der Unfallschwere
gegebenenfalls in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehen sind, teilweise
modifiziert (BGE 134 V 109 E. 9 und 10 S. 121 ff.). Die bei psychischen
Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätze (BGE 115 V 133) liess das
Bundesgericht hingegen unverändert bestehen (BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116).

2.
Die Vorinstanz hat die natürliche und die adäquate Unfallkausalität der noch
bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung bejaht. Bei der
Kausalitätsprüfung hat sie unterschieden zwischen Beschwerden aus der
cervikalen Diskushernie einerseits und aus der erlittenen HWS-Distorsion
anderseits.

2.1 Bezüglich der Bandscheibenproblematik hat das kantonale Gericht erwogen,
die Diskushernie habe zwar vorbestanden, sei aber durch den Unfall
richtunggebend verschlimmert worden. Somit sei die Diskushernie für einen Teil
der aktuellen Beschwerden nach wie vor kausal. Da demnach ein organisches
Substrat, nämlich die Diskushernie, für diese Beschwerden vorliege, sei der
adäquate Kausalzusammenhang ohne weiteres mit dem natürlichen
Kausalzusammenhang zu bejahen. Die Allianz habe daher für die durch die
Diskushernie verursachten Beschwerden aufzukommen.
Die Beschwerde führende Allianz wendet namentlich ein, der Schluss von der
vorbestandenen und damit unfallfremden Diskushernie auf eine organisch objektiv
ausgewiesene Unfallfolge sei nicht zulässig. Da keine solche Unfallfolge
vorliege, welche Beschwerden im Bereich der betreffenden Bandscheibe zu
erklären vermöge, habe eine besondere Adäquanzprüfung stattzufinden.

2.2 Es entspricht im Bereich des Unfallversicherungsrechts einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen
degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur
ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in
Betracht fällt (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 und Nr. U 378 S. 190; vgl. auch RKUV
2000 Nr. U 363 S. 45). Im vorliegenden Fall trifft dies nicht zu; die
festgestellte cervikale Diskushernie bestand unbestrittenermassen schon vor dem
Unfall.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers erfasst auch die Beeinträchtigung
durch Beschwerden, welche aus einer unfallbedingten (vorübergehenden oder
richtunggebenden) Verschlimmerung einer vorbestandenen Diskushernie herrühren
(RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, U 149/99; Urteil 8C_677/2007 vom 4. Juli 2008, E.
2.1 und 2.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 8C_614/2007 vom 10. Juli 2008, E.
4.1 mit Hinweisen). Wie bei jedem Gesundheitsschaden setzt dies aber nebst
anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten
Unfallereignis voraus. Dabei besteht die anspruchsbegründende gesundheitliche
Beeinträchtigung entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht in der
unfallfremden Diskushernie, sondern in deren unfallbedingten Verschlimmerung.
Die Diskushernie kann daher auch nicht als organisches Substrat betrachtet
werden, welches gestatten würde, den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den
Beschwerden und dem Unfall ohne besondere Prüfung zu bejahen. Hiefür müsste
vielmehr die natürlich unfallkausale Verschlimmerung selber organisch objektiv
ausgewiesen sein. Daran ändert nichts, dass die Diskushernie als
gesundheitlicher Vorzustand notwendige Voraussetzung der gesundheitlichen
Verschlimmerung bildet.

2.3 Dass der Unfall vom 8. Januar 2003 zu einer Verschlimmerung der
vorbestandenen Diskushernie geführt hat, ist nach Lage der medizinischen Akten
organisch nicht objektiv ausgewiesen. Dies schliesst zwar nicht aus, eine durch
den Unfall bewirkte Verschlimmerung des Bandscheibenschadens als natürlich
unfallkausale Ursache der bestehenden Beschwerden anzunehmen, wie dies die
Vorinstanz getan hat. Der adäquate Kausalzusammenhang kann indessen nicht ohne
besondere Prüfung bejaht werden. Insofern verhält es sich nicht anders, als bei
der ebenfalls diagnostizierten, unbestrittenermassen natürlich unfallkausalen
HWS-Distorsion, für welche ebenfalls kein organisches Substrat gefunden werden
konnte.

2.4 In Bezug auf die durch die erlittene HWS-Distorsion hervorgerufenen
Beschwerden ist der adäquate Kausalzusammenhang unstreitig nach der
Schleudertrauma-Praxis zu prüfen. Es liesse sich fragen, ob die Verschlimmerung
der Diskushernie unabhängig von der besagten HWS-Verletzung zu betrachten und
daher adäquanzrechtlich nach den bei psychischen Fehlentwicklungen geltenden
Grundsätzen zu beurteilen wäre. Dies muss aber nicht abschliessend beantwortet
werden, ist doch der adäquate Kausalzusammenhang auch dann zu verneinen, wenn
er gesamthaft nach der - für die versicherte Person in der Regel und jedenfalls
hier günstigeren - Schleudertrauma-Praxis beurteilt wird. Das zeigen die
folgenden Erwägungen.
2.5
2.5.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare)
Unfallereignis anzuknüpfen, wobei zwischen banalen bzw. leichten Unfällen
einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen
liegenden mittleren Bereich unterschieden wird (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126).
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften. Dieser Grundsatz,
den das Bundesgericht jüngst in Bezug auf die Adäquanzbeurteilung bei
psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall bestätigt hat (SVR 2008 UV Nr. 8 S.
26, U 2, 3 und 4/07, E. 5.2 und 5.3.1), gilt auch bei Anwendung der
Schleudertrauma-Praxis (Urteil 8C_536/2007 vom 11. Juni 2008, E. 6.1).
Das kantonale Gericht hat den Unfall vom 8. Januar 2003 als mittelschweres
Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen eingestuft. Das ist aufgrund
des augenfälligen Geschehensablaufes und im Lichte der Rechtsprechung zur
Unfallschwere bei einfachen Auffahrunfällen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/
06, E. 5.2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04, E. 5.1.2 mit Hinweisen)
richtig und auch nicht umstritten.
Von den weiteren in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien müssten demnach
entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in
gehäufter oder auffälliger Weise erfüllt sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f.,
117 V 359 E. 6a S. 367).
2.5.2 Die massgeblichen Kriterien wurden teilweise durch BGE 134 V 109
modifiziert. Das kantonale Gericht hat sie noch in ihrer früheren Fassung
geprüft. Die (durch BGE 134 V 109 nicht veränderten) Kriterien der besonders
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, der
Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen und der ärztlichen
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, hat es
verneint. Das ist zu Recht nicht umstritten. Die Vorinstanz hat sodann erwogen,
die Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen (recte: Dauerbeschwerden; vgl.
BGE 134 V 109 E. 10.2 S. 127, 117 V 359 E. 6a S. 367), des schwierigen
Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen sowie des Grades und der
Dauer der Arbeitsunfähigkeit seien erfüllt. Ob dies auch für das Kriterium der
ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung gelte, könne offen bleiben,
da die Adäquanz ohnedies zu bejahen sei.
Der Beschwerdegegner erachtet im Wesentlichen dieselben Kriterien, und zwar in
der früheren wie in der mit BGE 134 V 109 modifizierten Fassung für gegeben.
Demgegenüber vertritt die Allianz die Auffassung, von den Kriterien in der
nunmehr massgeblichen Fassung könne höchstens, und auch nur ansatzweise, das
der erheblichen Beschwerden bejaht werden.
2.5.3 Nach Lage der Akten war der Beschwerdegegner im Anschluss an den Unfall
zunächst in hausärztlicher Behandlung. Es folgten vier bis fünf Monate
Physiotherapie. Sodann fanden vereinzelte medizinische Abklärungen statt. Das
genügt nicht, um das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden
ärztlichen Behandlung zu bejahen. Dies gilt auch dann, wenn die im weiteren,
allerdings erst nach dem die zeitliche Grenze der gerichtliche
Überprüfungsbefugnis bildenden (BGE 130 V 445 E. 1.2 S. 446 mit Hinweisen)
Erlass des Einspracheentscheides vom 21. Dezember 2004, erfolgte stationäre
Behandlung mitberücksichtigt wird.
Ebenfalls nicht erfüllt ist das (unveränderte) Kriterium des schwierigen
Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen. Die Vorinstanz ist
diesbezüglich zu einem anderen Ergebnis gelangt, weil einerseits das
Vorhandensein einer Diskushernie eine Komplikation bedeute und anderseits die
Allianz eine stationäre medizinische Behandlung abgelehnt habe. Eine
vorbestehende Diskushernie begründet indessen wie jede andere vorbestehende
Gesundheitsschädigung keine Komplikation im Sinne dieses Kriteriums. Und es
trifft zwar zu, dass der Unfallversicherer die von ärztlicher Seite empfohlene
stationäre Behandlung abgelehnt hat. Der Versicherte ist dann aber doch in den
Genuss dieser Behandlung gelangt, wenn auch nicht auf Kosten der Allianz. Dass
der Verzug bei der Durchführung der Behandlung den Heilungsverlauf erschwert
oder zu erheblichen Komplikationen geführt hat, ist unwahrscheinlich.
Namentlich kann entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen und vom
Beschwerdegegner geteilten Auffassung nicht davon ausgegangen werden, mit einer
früheren Behandlung hätte eine Chronifizierung von Beschwerden verhindert
werden können.
Das bisherige Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit wird
von der Vorinstanz unter Hinweis auf die ärztlichen Atteste bejaht. Von einer
erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesenen Anstrengungen gemäss neuer
Umschreibung kann aber nicht gesprochen werden. Namentlich unternahm der
Versicherte keine Anstrengungen, um sich wieder in den Arbeitsprozess
einzugliedern, obwohl von ärztlicher Seite verschiedentlich eine zumindest
teilweise Arbeitsfähigkeit bestätigt wurde. Und wenn der Gesundheitszustand die
Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit aufgrund der damit verbundenen
zahlreichen Autofahrten erschwerte, hätten sich die Anstrengungen auch auf
andere, geeignetere Berufe erstrecken müssen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130).
Ob das verbleibende Kriterium der erheblichen Beschwerden (bisher:
Dauerbeschwerden) erfüllt ist, erscheint eher zweifelhaft, muss aber nicht
abschliessend geprüft werden. Es liegt jedenfalls nicht in besonders
ausgeprägter Weise vor. Damit wäre auch bei seiner Bejahung der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch bestehenden Beschwerden
nicht gegeben, weshalb die Allianz ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat.
Das führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids.

3.
Die Gerichtskosten trägt der Beschwerdegegner als unterliegende Partei (Art. 66
Abs. 1 BGG). Die Allianz hat, da als Organisation mit öffentlich-rechtlichen
Aufgaben handelnd, entgegen ihrem Antrag und ungeachtet ihres Obsiegens keinen
Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 68 Abs. 3 BGG; BGE 126 V 143 E. 4a S.
150; Urteil 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008, E. 5.2).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Kantonsgerichts
Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 28. März 2007
aufgehoben.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdegegner auferlegt.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung
Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich
mitgeteilt.
Luzern, 11. August 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Lanz