Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.696/2007
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_696/2007

Urteil vom 4. September 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Schüpfer.

Parteien
B.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein,
Ankerstrasse 24, 8004 Zürich,

gegen

Zürich Versicherungsgesellschaft, SSC/Rechtliches Inkasso, Postfach, 8085
Zürich Versicherung,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. André Largier,
Sonneggstrasse 55, 8006 Zürich.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom
19. September 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1967 geborene B.________ war bei der Stiftung X.________ als
Sekretariatsmitarbeiterin angestellt und über diese Arbeitgeberin bei der
Zürich Versicherungsgesellschaft (Zürich) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle
versichert, als sie am 22. Februar 2003 in einen Verkehrsunfall verwickelt
wurde. Während sie am Steuer ihres Personenwagens darauf wartete von einer
Stopp-Strasse auf eine querende Fahrbahn einzubiegen, fuhr ein nachfolgender
Autolenker auf ihr Fahrzeug auf. Der fünf Tage später konsultierte Dr. med.
F.________, Allgemeinmedizin FMH stellte die Diagnose eines
HWS-Beschleunigungstraumas bei fortbestehendem Hemisyndrom. Dieses rührte von
einem spontanen Intracerebralhämatom bei ausgedehntem arteriovenösen Aneurysma,
verbunden mit angiomatösen kapillären Gefässmissbildungen, welches B.________
im Alter von acht Jahren erlitten hatte. Zudem war die Versicherte im Jahre
1986 Opfer eines Verkehrsunfalles, bei dem sie insbesondere Verletzungen im
unteren Rumpfbereich (extraperitoneale Harnblasenruptur, instabile
Beckenringfraktur mit leicht dislozierter ISG-Sprengung links sowie obere und
untere Schambeinastfraktur links und obere Schambeinastfraktur rechts) erlitten
hatte. Im Zeitpunkt des Unfalls ging B.________ aufgrund ihrer gesundheitlichen
Beschwerden einer Erwerbstätigkeit im Rahmen von 80% eines Vollpensums nach.
Die Zürich kam für die Heilbehandlung auf, richtete Taggelder aus und ordnete
eine polydisziplinäre Begutachtung am Spital Y.________ an (Gutachten vom 26.
Juli 2006). Mit Verfügung vom 19. Dezember 2006 eröffnete sie B.________, die
Versicherungsleistungen würden auf Ende August 2006 eingestellt. Daran hielt
sie auf Einsprache hin fest (Entscheid vom 14. März 2007).

B.
Die dagegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons
Schwyz mit Entscheid vom 19. September 2007 ab.

C.
B.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sowie des
Einspracheentscheides seien ihr weiter Taggelder auszurichten und
Heilbehandlung zu gewähren, es sei ein Bericht zu Frage ihrer Arbeitsfähigkeit
und zur Integritätseinbusse einzuholen und es seien ihr nach Beendigung der
Taggeldphase eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
auszurichten.
Die Zürich schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit
verzichtet auf eine Vernehmlassung.

D.
In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht seine Praxis zur Kausalitätsprüfung bei
Unfällen mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der Halswirbelsäule oder
Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden (so
genannte Schleudertrauma-Praxis) präzisiert (Urteil U 394/06 vom 19. Februar
2008). Den Parteien wurde am 14. März 2008 Gelegenheit gegeben, sich zu dieser
Präzisierung der Rechtsprechung und allfälligen Auswirkungen derselben auf die
in ihren bisherigen Rechtsschriften eingenommenen Standpunkte zu äussern. Davon
hat die Zürich mit Eingabe vom 10. April 2008 Gebrauch gemacht.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen,
wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die
Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur
insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Im Beschwerdeverfahren um die
Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Militär- oder
Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und
Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
2.1 Im angefochtenen Entscheid wurden die vorliegend massgeblichen Bestimmungen
(Art. 6 UVG [in Verbindung mit Art. 4 ATSG; Unfallbegriff], Art. 10 Abs. 1 UVG
[Anspruch auf Heilbehandlung], Art. 16 Abs. 1 UVG [Anspruch auf Taggeld] und
Art. 18 Abs. 1 UVG [in Verbindung mit Art. 8 ATSG; Anspruch auf
Invalidenrente]) sowie die Rechtsprechung zu dem für die Leistungspflicht des
Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 129 V
177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) und zur im Weiteren erforderlichen Adäquanz
des Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 402 E. 2.2
S. 405, je mit Hinweisen) sowie bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133 E.
6 S. 138 ff.), bei Folgen eines Unfalls mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule
(BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff.) oder einem diesem äquivalenten
Verletzungsmechanismus (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316, E. 3, U 160/98; SVR 1995 UV
Nr. 23 S. 67, E. 2) bzw. einem Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369) ohne
organisch nachweisbare Funktionsausfälle im Besonderen zutreffend dargelegt.
Gleiches gilt für die Erwägungen zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181
mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert und zur Beweiswürdigung medizinischer
Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis). Darauf wird
verwiesen.

2.2 Es gilt ferner zu berücksichtigen, worauf das kantonale Gericht ebenfalls
korrekt hingewiesen hat, dass innerhalb des Sozialversicherungsrechts die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt (BGE 123 V
98 E. 3b S. 102, 118 V 286 E. 3a S. 291 f., 117 V 359 E. 5d/bb S. 365, je mit
Hinweisen). Bei Unfällen mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS
oder Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden ist
auch nach der erwähnten Präzisierung der Schleudertrauma-Praxis in BGE 134 V
109 am Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung festzuhalten (BGE 134 V 109
E. 7 S. 118 f. bis E. 9 S. 121 ff.). Ebenso besteht keine Veranlassung, die
bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Einteilung der
Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere
gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die
Adäquanzbeurteilung zu ändern (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f.). Das
Bundesgericht hat hingegen die Anforderungen an den Nachweis einer natürlichen
unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
rechtfertigt, erhöht (BGE 134 V 109 E. 9 S. 121 ff.) und die adäquanzrelevanten
Kriterien teilweise modifiziert (BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff.).

3.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Zürich für das Unfallereignis vom 22.
Februar 2003 über den 31. August 2006 hinaus Leistungen zu erbringen hat.

3.1 Das kantonale Gericht hat die medizinischen Unterlagen ausführlich
dargestellt und gewürdigt. Es kam dabei zum Schluss, es sprächen verschiedene
Indizien dafür, dass die natürliche Kausalität zwischen dem versicherten Unfall
und den von der Beschwerdeführerin geklagten gesundheitlichen
Beeinträchtigungen nicht (mehr) gegeben, beziehungsweise der Status quo sine
eingetreten sei, womit die weitere Leistungspflicht der Versicherung bereits
aus diesem Grunde entfalle. Die Frage der natürlichen Kausalität müsse jedoch
nicht abschliessend beantwortet und von einer weiteren Begutachtung könne
abgesehen werden, da der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen sei.

3.2 Die Beschwerdeführerin lässt einwenden, die Vorinstanz habe die
medizinischen Unterlagen nicht richtig gewürdigt und insbesondere nicht
berücksichtigt, dass die insgesamt überzeugenden Gutachten im Rahmen der
polydisziplinären Expertise des Spitals Y.________ einerseits und des
neurologischen Gutachtens der Klinik V.________ andererseits übereinstimmend
von einer Unfallkausalität ausgingen und durch keine andere ärztliche
Beurteilung widerlegt worden seien. In jedem Fall sei nicht nur der natürliche,
sondern auch der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem vorliegenden
Beschwerdebild und dem Unfallereignis gegeben.

4.
Umstritten ist hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts insbesondere,
inwiefern sich der erhebliche neurologische Vorzustand auf die gutachterlich
festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen auswirken, oder mit anderen
Worten, ob der Status quo sine spätestens im August 2006 erreicht war. Die
Gutachter des Spitals Y.________ haben eine deutliche Einschränkung der
geistigen Leistungsfähigkeit ermittelt und angesichts der guten Dokumentation
des Vorunfallzustandes keine andere Ursache ausmachen können. Prof. Dr. med.
K.________ ist dabei letztlich überzeugend zur Erkenntnis gelangt, es sei
überwiegend wahrscheinlich, dass die Patientin beim Unfall eine milde
traumatische Hirnschädigung erlitten habe, respektive, dass das bereits
vorgeschädigte Gehirn auf Grund der äusserst geringen neuen Schädigung zur
Dekompensation gekommen sei. Er stellte eine richtungsweisende Verschlechterung
fest. Es ist daher davon auszugehen, dass das Unfallereignis zumindest eine -
rechtsprechungsgemäss für die Bejahung der natürlichen Kausalität genügende
(BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweisen) - Teilursache für die vorhandenen -
zusätzlichen - gesundheitlichen Einschränkungen darstellen dürfte, weshalb der
adäquate Kausalzusammenhang nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff.
dargelegten, mit erwähntem Urteil BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 modifizierten
Grundsätze zu prüfen ist.

5.
5.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis
anzuknüpfen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.; BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Die
Heckauffahrkollision vom 22. Februar 2003 ist im Rahmen der für die Belange der
Adäquanzprüfung vorzunehmenden Einteilung entsprechend der Rechtsprechung zu
den Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug den mittelschweren
Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen (vgl. RKUV 2005
Nr. U 549 S. 236, U 380/04, E. 5.1.2). Es sind keine Faktoren ersichtlich,
welche zu einer anderen Beurteilung Anlass geben würden.
Weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehen oder als Folge davon erscheinen, müssen daher in eine
Gesamtwürdigung mit einbezogen werden (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.). Für eine
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs müssten von diesen entweder ein
einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f.
mit Hinweis auf BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff., 369 E. 4b S. 382 f. und E. 4c S.
384). Uneinigkeit herrscht zwischen den Parteien bezüglich der konkreten
Beurteilung einzelner dieser Kriterien.

5.2 Der Auffahrunfall vom 22. Februar 2003 ereignete sich weder unter besonders
dramatischen Begleitumständen noch ist er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr.
U 335 S. 207, E. 3b/cc, U 287/97) - von besonderer Eindrücklichkeit. Das
diesbezügliche - unverändert gebliebene (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127) -
Kriterium ist ohne weiteres zu verneinen.

5.3 Was das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen
Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127
präzisiert, dass die Diagnose eines Schleudertraumas der HWS dieses für sich
allein nicht zu begründen vermag. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der
für das Verletzungsbild typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche
das Beschwerdebild beeinflussen können. Es kann sich dabei beispielsweise um
eine beim Unfall eingenommene spezielle Körperhaltung und die dadurch bewirkten
Komplikationen handeln (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, E. 5.2.3 mit Hinweisen, U
380/04; SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, E. 5.3, U 339/06). Derartige Umstände sind
hier nicht auszumachen. Die für ein HWS-Distorsionstrauma charakteristischen
Beschwerden liegen zudem nicht in akzentuierter Form vor, und es sind in diesem
Kontext auch keine erheblichen Verletzungen ausgewiesen, welche sich die
Versicherte neben der HWS-Distorsion zugezogen hat.

5.4 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung entscheidwesentlich ist gemäss
BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128, ob nach dem Unfall eine fortgesetzt
spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum
Fallabschluss notwendig war. Dafür bestehen ebensowenig Anhaltspunkte wie auf
eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert
hätte.
5.5
5.5.1 Das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit wurde in der mit BGE 134 V 109
modifizierten Rechtsprechung neueren Erkenntnissen angepasst. Es ist dem
Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren
Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich zu behandelnden
Verletzung) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom
medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer
der Arbeitsunfähigkeit ist massgebend, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person
ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte
Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu
werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch
Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein,
sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person
können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger
persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche
Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen.
Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung
besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit
bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse
arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das
Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129).
5.5.2 Rund drei Monate nach dem Unfall war die Beschwerdeführerin wieder zu 50%
arbeitsfähig. Verglichen mit der wegen dem unfallfremden Vorzustand auf 80%
reduzierten Tätigkeit, ist demnach von einer relevanten 30%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Anzurechnen ist ihr, dass sie sich innert
nützlicher Frist nach dem Unfall um die Wiederaufnahme ihrer Erwerbstätigkeit
bemühte und auch eine neue, ihrem Gesundheitszustand entsprechend geeignete
Stelle suchte und fand. In der Folge versuchte sie aber nicht mehr, diese
Arbeitsfähigkeit zu steigern. Am neuen Arbeitsplatz wäre dies auch nicht
möglich gewesen. Demnach ist dieses Kriterium bei einer über zwei Jahre
dauernden Arbeitsunfähigkeit im Rahmen von 30% nicht ausgeprägt erfüllt.
5.5.3 Ohne den Aspekt der erheblichen Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 10.2.4. S.
128) näher zu prüfen, was angesichts des massiven Vorzustandes, welcher auch
mit entsprechenden Beschwerden verbunden ist, in der Abgrenzung zu den
unfallrelevanten Beschwerden mit grossen Schwierigkeiten verbunden wäre, ist
zusammenfassend weder eines der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden
Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt noch sind die für die
Beurteilung geltenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben,
da bei allerhöchstens zwei Kriterien nicht von einer Häufung gesprochen werden
kann. Die Adäquanz ist zu verneinen. Damit besteht über den 31. August 2006
hinaus keine Leistungspflicht der Zürich mehr im Zusammenhang mit dem Unfall
vom 22. Februar 2003.

6.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten von der
Beschwerdeführerin als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz und
dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 4. September 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Schüpfer