Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.707/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

8C_707/2007{T 0/2}

Urteil vom 6. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Hofer.

Parteien
F.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Erich Züblin, Spalenberg 20, 4051
Basel,

gegen

Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft, Steinengraben 41, 4051
Basel,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom
9. Oktober 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1959 geborene F.________ war seit März 2002 als Systemspezialist bei der
Firma X.________ AG angestellt und damit bei der Schweizerischen
National-Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: National) gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Am 18. Dezember 2003 meldete er dem Unfallversicherer,
am 12. Dezember 2003 sei ein Fahrzeuglenker von hinten auf sein Motorrad
aufgefahren, worauf er auf die rechte Seite gestürzt sei. Dabei habe er ein
Schleudertrauma erlitten und sich eine leichte Zerrung zugezogen. Der Hausarzt
Dr. med. S.________ stellte im "Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma" vom 20. Januar 2004 die Diagnose einer
leichten Verspannung der Halswirbelsäule und des Trapezius. Aufgrund der
Angaben des Versicherten bestanden sofort nach dem Unfall beidseits leichte
Nackenbeschwerden, während das Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel,
Übelkeit, Erbrechen oder anderer Symptome sowie Bewusstseinsstörungen verneint
wurde. Bei der Untersuchung vom 17. Dezember 2003 konnten ausser einem
Druckschmerz im Nacken keine Befunde im Bereich der Halswirbelsäule erhoben
werden. Motorische Schwäche, äussere Verletzungen und psychische
Auffälligkeiten wurden verneint. Es bestand auch keine Arbeitsunfähigkeit. Die
Behandlung bei Dr. med. S.________ wurde gemäss Schreiben vom 15. Juni 2006 mit
der Nachkontrolle vom 26. Januar 2004 abgeschlossen. Seit dem 17. März 2004
stand F.________ in der Behandlung des Chiropraktors Dr. C.________, welcher im
Bericht vom 26. März 2004 folgende Diagnosen stellte: oberes bilaterales
Cervikalsyndrom, Cervikothorakalsyndrom rechts betont, Facettensyndrom TH1-TH3,
myofasziales Triggerpunktsyndrom der Skapulafixatoren rechts, scapula alata.
Die National, welche bisher für die Behandlungskosten aufgekommen war, legte
die Akten dem Neurologen Dr. med. M.________ vor, welcher am 16. November 2005
zum Schluss kam, die Beschwerden seien nicht überwiegend wahrscheinlich auf das
Unfallereignis zurückzuführen. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2005 verneinte
sie ihre weitere Leistungspflicht ab 17. November 2005, da der status quo sine
erreicht sei. Nach erfolgter Einsprache und Beizug weiterer medizinischer
Unterlagen legte sie die Akten Dr. med. V.________ vor, welcher sich am 28.
Juli 2006 äusserte. Zudem holte sie die Stellungnahme des Dr. med. M.________
vom 21. August 2006 ein. Mit Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2006 wies sie
die Einsprache ab.

B.
Die dagegen erhobene Beschwerde, welcher der Bericht des Neurologen Dr. med.
D.________ vom 18. Januar 2006 (recte: 2007) beilag, wies das
Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt mit Entscheid vom 9. Oktober 2007 ab.

C.
F.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen
und beantragen, die National sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen
Leistungen zu erbringen. Zudem gibt er die Berichte des Dr. C.________ vom 7.
November 2007 und des Dr. med. D.________ vom 9. November 2007 zu den Akten.
Während die National auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das
Bundesamt für Gesundheit auf eine Vernehmlassung.

D.
In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht seine Praxis zur Kausalitätsprüfung bei
Unfällen mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der Halswirbelsäule oder
Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden (so
genannte Schleudertrauma-Praxis) präzisiert. Den Parteien wurde am 12. März
2008 Gelegenheit gegeben, sich zu dieser Präzisierung der Rechtsprechung und
allfälligen Auswirkungen derselben auf die in ihren bisherigen Rechtsschriften
eingenommenen Standpunkte zu äussern. Davon haben F.________ am 14. März 2008
und die National am 9. April 2008 Gebrauch gemacht.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen
Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen,
wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Richtet sich die
Beschwerde gegen einen Entscheid über die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung, so kann jede unrichtige
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 97 Abs. 2 BGG), und das Bundesgericht ist nicht an die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz gebunden (Art. 105 Abs. 3 BGG).

1.2 Obwohl das beschwerdeführerische Rechtsbegehren generell auf Zusprechung
der gesetzlichen Leistungen lautet, ergibt sich aus der Beschwerdebegründung,
dass nur die Ansprüche auf Übernahme der Heilbehandlung und Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung streitig sind. Da die Heilbehandlung eine Sachleistung
darstellt (vgl. Art. 14 ATSG), ist das Bundesgericht diesbezüglich an die
vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gebunden (Art.
97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG e contrario). Es kann daher die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur dann berichtigen oder ergänzen,
wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne
von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).

2.
2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG für Heilbehandlung
und Integritätsentschädigung setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend
dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs
nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache
gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen).

2.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht. Diese
Grundsätze gelten auch, wenn bei nachgewiesener Unfallkausalität in Frage
steht, ob die deswegen anerkannte oder festgestellte Leistungspflicht des
Unfallversicherers entfällt, weil der noch bestehende Gesundheitsschaden nur
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Da es sich hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, obliegt der Nachweis - in dem vom
Untersuchungsgrundsatz gesetzten Rahmen - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beim
Unfallversicherer (in BGE 133 V 57 nicht publizierte E. 3.1 des Urteils U 455/
05 und U 457/05 vom 29. November 2006).

3.
Das kantonale Gericht hat erwogen, aufgrund der Berichte des Dr. med.
M.________, des Chiropraktors Dr. C.________, des Dr. med. S.________ und der
bildgebenden Untersuchung des Dr. med. G.________ sei ein klar fassbares
somatisches Substrat für die vom Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der
Leistungseinstellung noch geklagten Beschwerden nicht nachgewiesen. Dass die
von Dr. med. D.________ im Rahmen der elektromyographischen Untersuchung
erhobenen Befunde in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis
vom 12. Dezember 2003 stünden, sei gemäss den Aussagen des Neurologen zwar
möglich, nicht aber mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt. Ob organisch nicht (hinreichend) nachweisbare Unfallschäden in einem
natürlich kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 12. Dezember 2003
stehen, hat die Vorinstanz nicht abschliessend beantwortet, da der einer
besonderen Prüfung zu unterziehende adäquate Kausalzusammenhang nach den
Kriterien gemäss BGE 115 V 133 nicht gegeben sei.

4.
Die Beschwerde richtet sich zunächst gegen die vorinstanzliche Auffassung,
aufgrund der medizinischen Unterlagen könne das Beschwerdebild nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit einem fassbaren, durch das Unfallereignis
verursachten somatischen Substrat zugeordnet werden. Was der Beschwerdeführer
unter Hinweis auf den Bericht des Dr. med. D.________ vom 18. Januar 2007
dagegen vorträgt, gibt keinen Anlass, an der Richtigkeit der
Sachverhaltsfeststellung des kantonalen Gerichts zu zweifeln. Diesem Arzt
gegenüber erwähnte er, sein Hauptproblem sei ein persistierendes, dumpfes
Druckgefühl über dem rechten Schulterblatt. Bei seiner vorwiegend sitzenden
Tätigkeit als Informatiker sei er dabei nicht eingeschränkt und auch seine
bisherigen sportlichen Aktivitäten - vor allem Tennis - könne er als
Rechtshänder weiter ausüben. Zudem verneinte er, auf Schmerzmittel angewiesen
zu sein. Nachdem bereits aufgrund der Röntgenuntersuchungen der rechten
Schulter durch Dr. med. G.________ vom Mai 2004 Frakturen und Fissuren im
Schulter-Nackenbereich hatten ausgeschlossen werden können, fand Dr. med.
D.________ bei insgesamt athletischem Körperbau ohne feststellbare Paresen in
den Muskeln, eine diskrete Atrophie der Pars superior des M. trapezius rechts
und einen leicht überwindbaren M. infraspinatus, latissimus dorsi und teres
major auf der rechten Seite. Zeichen für ein Zervikalsyndrom, eine
Reizsymptomatik im Bereich der zervikalen Nervenwurzeln oder eine spinale
Beeinträchtigung fanden sich nicht. Hingegen ergaben sich in der
Elektromyographie sehr diskrete, chronisch neurogene Denervationszeichen im M.
infraspinatus sowie im M. trapezius rechts, bei Normalbefunden in den M.
supraspinatus und deltoideus sowie trapezius links. Dieser Befund korreliert
laut Dr. med. D.________ mit dem klinischen Eindruck und spricht für einen
Zustand nach diskreter, älterer Zerrung der oberen zervikalen Nervenwurzeln und
des oberen Plexus brachialis rechts. Die Aussage des Neurologen, die Befunde
"können durchaus durch den Motorradunfall" verursacht worden sein, hat die
Vorinstanz dahingehend gedeutet, dies sei zwar eine Möglichkeit, nicht aber
eine mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwiesene
Tatsache. Hinweise auf vorbestandene Veränderungen ergeben sich überdies aus
der radiologischen Untersuchung vom Mai 2004, bezüglich welcher Dr. med.
G.________ auf eine diskrete AC-Arthrose und kaudodorsale osteophytäre
Anlagerungen am Glenoid mit Verdacht auf eine alte Labrum-Läsion hinwies. Wenn
Dr. med. D.________ seine damalige Beurteilung auf Intervention des
behandelnden Chiropraktors Dr. C.________ hin im Schreiben vom 9. November
2007, ohne nachvollziehbare Begründung, nunmehr als mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit unfallkausal bezeichnet, ist diese nach Erlass des die
Leistungspflicht verneinenden vorinstanzlichen Entscheids vom 9. Oktober 2007
und somit in dessen Kenntnis ergangene Präzisierung bereits aus diesem Grund in
beweisrechtlicher Hinsicht mit Zurückhaltung zu würdigen, soweit es sich nicht
ohnehin um ein unzulässiges Novum im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG handelt.
Hinzu kommt, dass Dr. med. D.________ nicht eine eigentliche Zerrung
tatsächlich festgestellt hat, sondern neurogene Denervationszeichen, welche
seiner Ansicht nach für einen Zustand nach diskreter älterer Zerrung sprechen.
Bei einer Denervierung handelt es sich um einen partiellen oder kompletten
Funktionsausfall eines Organs bzw. Organsystems infolge Degeneration, Trauma
oder nach operativer Durchtrennung der nervalen Verbindungen (Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch). Die Annahme einer Zerrung der oberen zervikalen
Nervenwurzeln stützt sich somit allein auf klinische Feststellungen, während es
diesbezüglich an einer organisch (hinreichend) nachweisbaren unfallkausalen
strukturellen Schädigung fehlt. An diesem Ergebnis ändert das Schreiben des Dr.
C.________ vom 7. November 2007 nichts, gemäss welchem es für die vollständige
Entwicklung und Atrophie der Muskulatur bei einer Nervenläsion eine gewisse
Zeit brauche, bis die Symptomatik vollends ausgebildet sei. Auch er vermag
keine unfallkausalen strukturellen Läsionen in den Schmerzregionen
nachzuweisen.

5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin führt aus, sie habe bezüglich der Beschwerden im
hinteren Schulterbereich und der oberen BWS den natürlichen Kausalzusammenhang
gar nie anerkannt, sondern nur für die unmittelbar nach dem Unfall vom 12.
Dezember 2003 aufgetretenen Beschwerden Leistungen erbracht. Diesbezüglich sei
der status quo sine spätestens im Zeitpunkt des Gutachtens des Dr. med.
M.________ vom 16. November 2005 erreicht worden und die rein unfallkausale
Gesundheitsschädigung geheilt gewesen.

5.2 Wie dem Dokumentationsfragebogen über die Erstkonsultation des Dr. med.
S.________ vom 20. Januar 2004 zu entnehmen ist, bestand anfänglich lediglich
ein Druckschmerz im Nacken- und Hinterkopfbereich bei normaler Beweglichkeit
der Halswirbelsäule in alle Richtungen, symmetrischem Reflexbild an den oberen
Extremitäten und normalen neurologischen Verhältnissen. Die Diagnose lautete
auf leichte Verspannung der Muskulatur im Bereich der Cervikalregion und des M.
trapezius. Die Behandlung bei Dr. med. S.________ wurde am 26. Januar 2004
abgeschlossen. Ab 17. März 2004 stand der Beschwerdeführer beim Chiropraktor
Dr. C.________ in Behandlung, welcher im Bericht vom 26. März 2004 ein oberes
bilaterales Cervikalsyndrom und Cervikothorakalsyndrom mit myofaszialen
Triggerpunkten der Scapulafixatoren beschrieb. Es gehe darum, die muskuläre
Situation zu optimieren, wobei die Prognose als gut bezeichnet wurde. Laut
Bericht vom 11. Juli 2005 trat durch die chiropraktische und
physiotherapeutische Behandlung eine namhafte Besserung im Sinne einer
deutlichen Abnahme der Schmerzintensität, Frequenz und Dauer ein, so dass die
Therapiehäufigkeit von anfänglich vier Mal pro Monat auf einmal alle zwei
Monate oder nach Bedarf reduziert werden konnte. Dieser Trend könne vermutlich
weiterverfolgt werden.

5.3 In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht ausgeführt, bei organisch nicht
objektiv ausgewiesenen Beschwerden habe der Unfallversicherer den Fall (unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung) abzuschliessen, wenn gestützt
auf Art. 19 Abs. 1 UVG von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr
erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Die Rechtmässigkeit des
Fallabschlusses beurteilt sich, da keine Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung zur Diskussion stehen, danach, ob von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung über den 16. November 2005 hinaus noch eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte. Dies bestimmt sich
namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch
weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss.
Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115).

5.4 Aus den Zeugnissen des Dr. C.________ ergibt sich, dass die therapeutischen
Massnahmen primär dazu dienen, die Schmerzen zu lindern und eine Stabilisierung
des Erreichten zu bewirken. Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes
konnte davon aber nicht mehr erwartet werden. Laut den Berichten vom 8.
Dezember 2005 und 25. April 2006 konnten die endgradigen thorakalen
Bewegungsschmerzen zwar verringert, aber nicht vollends behoben werden. Eine
erhebliche, die Arbeitsfähigkeit und den Lebensalltag beeinträchtigende
Funktionseinschränkung bestand deswegen nicht. War somit das im Sinne von Art.
19 Abs. 1 UVG endgültige Heilbehandlungsergebnis erreicht, ist die
vorinstanzlich bestätigte Einstellung der vorübergehenden Leistungen ab 17.
November 2005 nicht zu beanstanden.

6.
6.1 Im Sozialversicherungsrecht spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung
der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des
Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen
Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber
organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es
sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109
E. 2.1 S. 112).

6.2 Im Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2006 hat die Beschwerdegegnerin die
Adäquanz des Kausalzusammenhangs mit der Begründung verneint, dass sich die
Adäquanzbeurteilung der teilweise klinisch fassbaren, aber organisch nicht
hinreichend nachweisbaren Beschwerden nach BGE 115 V 133 und nicht nach den für
Schleudertraumen der HWS (BGE 117 V 359, präzisiert durch BGE 134 V 109)
geltenden Regeln zu erfolgen habe und die entsprechenden Kriterien nicht
erfüllt seien. Die Adäquanz sei indessen selbst dann zu verneinen, wenn die für
Schleudertraumen und schleudertraumaähnliche Verletzungen der HWS geltenden
Regeln zur Anwendung gelangten. Die Vorinstanz hat dies bestätigt.

7.
7.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis
anzuknüpfen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Gemäss dem angefochtenen Entscheid
ist der Sturz mit dem Motorrad im Kreisel vom 12. Dezember 2003 als
mittelschweres Ereignis an der Grenze zu den leichten Unfällen einzustufen.
Diese Beurteilung ist zu Recht nicht umstritten.

Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in
Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als
massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind, müssten
demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs entweder ein
einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder
auffallender Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f., 117 V 359 E.
6a S. 367).

7.2 Die (durch BGE 134 V 109 nicht geänderten) Kriterien der besonders
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sowie
der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert,
werden nicht geltend gemacht. Eine spezifische, belastende ärztliche Behandlung
(bisher: ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung) ist nicht
auszumachen. Die verschiedenen durchgeführten Therapien genügen hiefür nicht.
Das (unveränderte) Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher
Komplikationen liegt ebenfalls nicht vor. Dass letztlich erfolglos therapiert
wurde, reicht nicht aus. Es müssten besondere Gründe gegeben sein, welche die
Heilung beeinträchtigt haben (vgl. SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81, U 479/05, E. 8.5).
Dafür bestehen keine Anzeichen. Auch die verbleibenden Kriterien (Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen [unverändert]; erhebliche Beschwerden
[bisher: Dauerbeschwerden]; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen [bisher: Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit]) sind nicht
erfüllt. Die weitere Leistungspflicht des Unfallversicherers ist daher mangels
eines rechtserheblichen Zusammenhangs zwischen den noch bestehenden Beschwerden
und dem versicherten Ereignis zu verneinen.

8.
Die Gerichtskosten sind vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen (Art. 65
Abs. 4 lit. a in Verbindung mit Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegegnerin hat
trotz ihres Obsiegens keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 68 Abs. 3
BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt und
dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 6. August 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Hofer