Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.727/2007
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_727/2007

Urteil vom 26. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Hofer.

Parteien
S.________, Schweden, Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ueli Kieser, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 25. September 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1958 geborene, schwedische Staatsangehörige S.________ war seit dem 1.
September 1994 als Angestellter der Firma AU.________ bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
4. Juli 1995 liess er der SUVA einen am 2. Juli 1995 in Schweden mit einem
Mietauto erlittenen Selbstunfall melden. Laut den im Polizeirapport vom 2. Juli
1995 festgehaltenen Aussagen des Versicherten wich er einem Rentier aus, kam
daraufhin von der Strasse ab und fuhr den Strassengraben hinunter auf einen
Acker. Anschliessend klagte er über Schmerzen im Nacken und Rücken sowie ein
Prickeln und ein schlechtes Gefühl in den Beinen. Der SUVA gegenüber gab er
später an, er habe ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) mit multiplen
Symptomen und Beschwerden in verschiedenen Körperteilen erlitten. Von der
Unfallstelle aus wurde er mit der Ambulanz in die orthopädische Klinik des
Spitals AG.________ gebracht, wo er bis 7. Juli 1995 hospitalisiert blieb. Von
dort wurde er zur weiteren Abklärung in die neurologische Klinik des Spitals
AK.________ überwiesen. Vom 19. Juli bis 25. September 1995 wurde ärztlich
verordnete Krankengymnastik durchgeführt. Am 10. Oktober 1995 erfolgte eine
multidisziplinäre Untersuchung im Center AR.________ und am 14. Dezember 1995
auf dessen Veranlassung hin eine Abklärung durch Frau Dr. med. AE.________. Am
8. Februar 1996 konsultierte S.________ Dr. med. AL.________ vom Center
AF.________. Die SUVA veranlasste alsdann eine Untersuchung durch Kreisarzt Dr.
med. AD.________, welche am 23. Februar 1996 in Schweden durchgeführt wurde,
und die neurologische Abklärung des Dr. med. AO.________ vom 2. Oktober 1996.
Am 3. Oktober 1996 erlitt der Versicherte als Fahrgast eines Taxis eine
Auffahrkollision. Es folgten weitere Beurteilungen durch Dr. med. AB.________
des Spitals AK.________ am 3. Oktober 1996, durch Frau Dr. med. AE.________ am
28. Oktober 1996 und im Auftrag des schwedischen Unfallversicherers durch Dr.
med. AY.________ am 4. November 1996. Nachdem die SUVA dem Versicherten am 3.
April 1997 mitgeteilt hatte, sie stelle sämtliche Versicherungsleistungen -
insbesondere das bis 28. Februar 1997 ausgerichtete Taggeld - ein, verneinte
sie mit Verfügung vom 28. April 1998 ihre Leistungspflicht für das geltend
gemachte Unfallereignis vom 2. Juli 1995, da dieses weder erwiesen noch
wahrscheinlich sei und davon auszugehen sei, dass S.________ den Wagen in
betrügerischer Absicht bewusst von der Strasse gelenkt habe; überdies habe
dieser Vorfall gemäss den medizinischen Unterlagen keine neuen
behandlungsbedürftigen Unfallfolgen bewirkt; für das Unfallereignis vom 3.
Oktober 1996 bestehe keine Versicherungsdeckung. Gleichzeitig forderte die SUVA
einen Betrag von Fr. 143'158.05 zurück. Eine in Schweden durchgeführte
Untersuchung wegen allfälligen Versicherungsbetrugs stellte die
Staatsanwaltschaft am 17. Juni 2002 ein, da sich kein eindeutiges Bild über den
Verlauf des Verkehrsunfalls ermitteln lasse. Mit Einspracheentscheid vom 27.
April 2006 hiess die SUVA die Einsprache des Versicherten insofern gut, als sie
von der Rückforderung der bereits erbrachten Versicherungsleistungen absah.

B.
Die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde wies das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 25. September
2007 ab.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten lässt S.________
beantragen, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen für den Unfall vom 2. Juli
1995 zuzusprechen; eventuell sei die Sache zu diesem Zweck an die SUVA
zurückzuweisen; subeventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen,
damit sie gegebenenfalls gestützt auf ergänzende Abklärungen erneut über den
Leistungsanspruch befinde. Zudem reichte er den Bericht des Prof. AA.________
vom 12. November 2007 zu den verschiedenen Erklärungen über den Unfallverlauf
sowie eine Übersetzung der Bescheinigung des Psychiaters Dr. med. AM.________
vom 23. Februar 2006 ein.

Die SUVA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit
verzichtet auf eine Stellungnahme.

Am 26. Februar 2008 lässt S.________ eine Stellungnahme zur Vernehmlassung der
SUVA einreichen.

D.
In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht seine Praxis zur Kausalitätsprüfung bei
Unfällen mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der Halswirbelsäule oder
Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden (so
genannte Schleudertrauma-Praxis) präzisiert. Den Parteien wurde am 10. März
2008 Gelegenheit gegeben, sich zu dieser Präzisierung der Rechtsprechung und
allfälligen Auswirkungen derselben auf die in ihren bisherigen Rechtsschriften
eingenommenen Standpunkte zu äussern. Davon hat S.________ am 9. April 2008
Gebrauch gemacht, während die SUVA auf eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen
Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen,
wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Richtet sich die
Beschwerde gegen einen Entscheid über die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung, so kann jede unrichtige
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 97 Abs. 2 BGG), und das Bundesgericht ist nicht an die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz gebunden (Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend, welche bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1 S. 447). Soweit die Qualifikation des
Ereignisses vom 2. Juli 1995 in Frage steht, hat sich die Beurteilung daher
nach den zu diesem Zeitpunkt, also vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
am 1. Januar 2003, gültig gewesenen Bestimmungen zu richten.

2.2 Ein Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt,
von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, das Vorliegen eines
Berufsunfalls, eines Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus (Art.
6 Abs. 1 UVG). Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
(Art. 9 Abs. 1 UVV in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung; vgl.
jetzt Art. 4 ATSG). Die Unfreiwilligkeit der schädigenden Einwirkung ist ein
wesentliches Kriterium für die Beurteilung der Frage, ob ein körperliches
Ereignis als Unfall zu gelten hat (BGE 100 V 76 E. 1a S. 78). Da der
Leistungsansprecher das Vorliegen eines Unfalles zu beweisen hat, muss er
grundsätzlich auch die Unfreiwilligkeit der Schädigung nachweisen (RKUV 1996
Nr. U 247 S. 168 E. 2a [U 21/95], 1988 Nr. U 55 S. 361 E. 1b).

Den Parteien obliegt jedoch in dem vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten
Sozialversicherungsprozess keine subjektive Beweisführungslast im Sinne von
Art. 8 ZGB. Eine Beweislast besteht nur insofern, als im Falle der
Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Diese Beweisregel
greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit
zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweisen).

2.3 Als Indizien, mit welchen der behauptete, von keinem Zeugen beobachtete
Unfall nachgewiesen werden kann, fallen vorab der Zeitpunkt und das Motiv der
Unfallmeldung, die Zeitspanne zwischen Ereignis und Meldung sowie die Anamnese,
namentlich ob diese frühere gleiche oder analoge Gesundheitsstörungen enthält,
die erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten auftreten können,
in Betracht. Von erheblicher Bedeutung für die Beweiswürdigung ist auch, ob die
erste Schilderung des Unfallgeschehens mit späteren Darstellungen, die bewusst
oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder
anderer Art beeinflusst sein können, in wesentlichen Punkten übereinstimmt.
Auch den medizinischen Erkenntnissen bezüglich der traumatischen oder
pathologischen Ursachen eines Gesundheitsschadens kommt im Rahmen der
Beweiswürdigung von unklaren Unfallsachverhalten die Bedeutung von Indizien zu
(Urteil U 161/04 vom 30. November 2004; Alfred Bühler, Der Unfallbegriff, in:
Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, St.
Gallen 1995, S. 265 ff.).

2.4 Hat der Versicherte den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich
herbeigeführt, so besteht kein Anspruch auf Versicherungsleistungen, mit
Ausnahme der Bestattungskosten (Art. 37 Abs. 1 UVG). Zum einen fehlt es bei
Vorliegen von Absicht gemäss Art. 9 Abs. 1 UVV (in Kraft gestanden bis 31.
Dezember 2002) und Art. 4 ATSG (in Kraft seit 1. Januar 2003) an den
Voraussetzungen des Unfallbegriffs. Zum andern soll die Versicherung mit dem
Ausschluss von sogenannten Versicherungsbetrügern geschützt werden. Aufgrund
der Beweislastverteilung im Sinne von E. 2.2 hievor hat der Versicherer die
Absicht nachzuweisen, während die versicherte Person den Gegenbeweis, dass es
sich um einen Unfall gehandelt hat, führen muss (Gabriela Riemer-Kafka, Die
Pflicht zur Selbstverantwortung: Leistungskürzungen und Leistungsverweigerungen
zufolge Verletzung der Schadensverhütungs- und Schadensminderungspflicht im
schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Freiburg 1999, S. 319). Allerdings
sind Fragen des Versicherungseintritts und eines allfälligen betrügerischen
Vorgehens oft ineinander verzahnt. Begleitumstände und vom Versicherungsnehmer
für den Eintritt des Versicherungsfalles vorgebrachte Tatsachenbehauptungen,
die sich als fragwürdig erweisen, können Indizien für betrügerisches Vorgehen
sein. Reichen die Indizien für den Nachweis des Betrugs nicht aus, können sie
dennoch gewichtig genug sein, um die Glaubwürdigkeit des Ansprechers zu
erschüttern (JdT 2002 I 531, Urteil 5C.11/2002 vom 11. April 2002). Auf die
Kontroverse, welche sich um den Gegenstand der Absicht im
Unfallversicherungsrecht gebildet hat (vgl. dazu Gabriela Riemer-Kafka, a.a.O.,
S. 321 ff.; zum Vorsatz vgl. RKUV 1996 Nr. U 247 S. 168), braucht hier nicht
näher eingegangen zu werden, da sie auf die Beurteilung des vorliegenden Falles
im Ergebnis keine Auswirkungen hat.

2.5 Der Versicherer kann jede Leistung um die Hälfte kürzen, wenn ihm der
Unfall oder der Tod infolge unentschuldbarer Versäumnisse des Versicherten oder
seiner Hinterlassenen nicht binnen dreier Monate gemeldet worden ist; er kann
die Leistungen verweigern, wenn ihm absichtlich eine falsche Unfallmeldung
erstattet worden ist (Art. 46 Abs. 2 UVG).

2.6 Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von
Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et
pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der
prozessualen Revision einzustellen und den Fall abzuschliessen mit der
Begründung, ein versichertes Ereignis liege bei richtiger Betrachtungsweise gar
nicht vor (BGE 130 V 380 E. 2 S. 381).

3.
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob es sich beim Ereignis vom 2. Juli 1995
- wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht - um einen Unfall im Rechtssinne
handelt. Dabei stellt sich die Frage, ob das Merkmal der fehlenden Absicht
erfüllt ist, was von SUVA und Vorinstanz verneint wird.

3.1 Das kantonale Gericht hat geprüft, ob die Sachverhaltsvariante, das
Fahrzeug des Versicherten sei am 2. Juli 1995 ohne dessen Absicht von der
Strasse abgekommen, wahrscheinlicher erscheine als jene, wonach dieser sein
Fahrzeug mit Absicht von der Strasse gefahren habe. Dabei hat es erwogen, der
Beschwerdeführer habe innerhalb eines Zeitraumes von rund 2 1/2 bis 6 Monaten
vor dem fraglichen Ereignis in der Schweiz insgesamt neun zusätzliche
Versicherungen mit einem kumulierten Invaliditätskapital von 3.4 Millionen
Franken abgeschlossen und damit zusammen mit den weiteren, mehrheitlich in
Schweden getätigten Versicherungen insgesamt über ein Dutzend Policen bei
verschiedenen Gesellschaften verfügt, ohne für diese Häufung von
Versicherungsverträgen eine überzeugende Begründung vorzulegen. Zudem lasse
sich über den Unfallhergang, in dessen Folge am Fahrzeug ein Sachschaden in
Höhe von rund Fr. 1000.- entstanden sei, kein eindeutiges Bild ermitteln, was
denn auch die Staatsanwaltschaft in Schweden dazu bewogen habe, das
Strafverfahren einzustellen. Während der Beschwerdeführer laut Polizeirapport
über den Hergang nicht mehr habe aussagen können, als dass er mit 70 km/h ein
Rentier touchiert habe und deshalb von der Strasse abgekommen sei, habe er rund
einen Monat später erstmals minutiös geschildert, was sich in den
Sekundenbruchteilen nach dem Aufprall des Fahrzeugs zugetragen habe, wann sein
Kopf in welchem Winkel und in welche Richtung geschnellt sei, was er dabei
verspürt habe und wann er den Kopf wo angeschlagen habe. Die angegebene
Geschwindigkeit erscheint nach Ansicht des kantonalen Gerichts bereits deshalb
als unwahrscheinlich, weil das Fahrzeug dabei sozusagen über die Böschung
hinaus hätte fliegen und beim Aufprall im Feld zum Stillstand hätte kommen
müssen, was zu grösseren Schäden und insbesondere solchen an der Struktur des
Fahrzeugs hätte führen müssen. An der Annahme, dass es sich bei der
Geschwindigkeitsangabe des Versicherten um eine krasse Übertreibung handeln
dürfte, vermöge auch das von diesem aufgelegte unfallanalytische Gutachten des
Prof. AQ.________ nichts zu ändern. Überdies fehle es an Hinweisen für das
angebliche Touchieren des Fahrzeugs mit einem Rentier. Weder sei - trotz
entsprechender Suche - ein verletztes Tier gefunden worden, noch hätten auf der
Strasse Spuren für die behauptete Kollision sichergestellt oder entsprechende
Schäden am Fahrzeug vorne links festgestellt werden können. Auffällig sei
weiter, dass der vom Beschwerdeführer geschilderte Geschehensablauf praktisch
identisch sei mit dem Hergang des im Jahre 1991 erlittenen Selbstunfalls, wobei
der Versicherte angeblich nach einer im Sommer 1994 durchgeführten
Knieoperation von den damaligen Kopf- und Nackenbeschwerden vollständig geheilt
gewesen sei. Das kantonale Gericht hat gestützt auf diese Überlegungen
befunden, die Schilderung des Ereignisablaufs durch den Beschwerdeführer habe
sich in verschiedener Hinsicht als die weniger wahrscheinliche von mehreren
Möglichkeiten erwiesen, sei teilweise nicht überzeugend und vor allem gänzlich
unbelegt. Daraus schloss die Vorinstanz, der Nachweis der fehlenden Absicht im
Zusammenhang mit dem schädigenden Ereignis vom 2. Juli 1995 sei nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht.

3.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe das Kriterium der
Unabsichtlichkeit des Unfalls in Verkennung der besonderen Beweisanforderungen
bei behaupteter Selbstverletzung geprüft. Anders als bei Suizid, wo von der
durch den Selbsterhaltungstrieb gegebenen Vermutung der Unfreiwilligkeit einer
Selbsttötung auszugehen ist, wenn Zweifel bestehen, ob der Tod einer
versicherten Person durch Unfall oder Suizid herbeigeführt wurde, ist bei
Selbstschädigungen der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzuwenden. Denn bei der Selbstschädigung wird
eine Beeinträchtigung der körperlichen Integrität bewusst in Kauf genommen, um
einen bestimmten Vorteil zu erreichen, wobei das Motiv hauptsächlich im Streben
nach materiellen Vorteilen besteht. Dabei dürfen angesichts der praktischen
Beweisschwierigkeiten an den Nachweis einer freiwilligen Selbstbeeinträchtigung
keine überspitzten Anforderungen gestellt werden (RKUV 1996 Nr. U 247 S. 168 E.
2b). Indem das kantonale Gericht in beweisrechtlicher Hinsicht davon
ausgegangen ist, angesichts des unbelegten Unfallherganges sei dem Urteil jener
Sachverhalt zugrunde zu legen, der nach Würdigung der Akten am
wahrscheinlichsten erscheint, hat es die Beweisanforderungen nicht verletzt.

3.3 Was den Unfallhergang betrifft, wich der Beschwerdeführer angeblich zwei
von links vor sein Auto gesprungenen Rentieren aus, wobei er laut seinen
Ausführungen vom 30. August und 3. Oktober 1995 mit dem einen Tier
zusammengestossen sein will, während er dieses gemäss Beschwerdeschrift
lediglich gestreift haben soll. Da gemäss den Angaben im Polizeirapport kein
verletztes Tier gefunden und in diesem Zusammenhang auch keine Spuren
sichergestellt wurden, bleibt letztlich unklar, aus welchem Grund der
Beschwerdeführer auf gerader Fahrbahn an übersichtlicher Stelle und bei
trockenen Strassenverhältnissen über eine leicht geneigte Böschung hinaus auf
das Ackerland fuhr. Der Hinweis auf die Häufigkeit von Wildunfällen in Schweden
stellt kein schlüssiges Indiz dar, noch kann damit der mangelnde Nachweis
ersetzt werden.

3.4 Unklarheit besteht auch bezüglich der Geschwindigkeit, mit welcher das Auto
die Fahrbahn verlassen hat und ob der Versicherte über das Strassenbord
hinuntergefahren oder darüber hinweg geflogen ist. Dazu enthält das
Unfallprotokoll keine Hinweise. Es fehlen auch Angaben über allenfalls
festgestellte Brems- oder Reifenspuren auf dem Asphalt und der angrenzenden
grasbewachsenen Böschung. Festgehalten wurden nur die mutmassliche Unfallstelle
("500 m westlich vom Ekerökyrkvägen") und die auf der Hauptstrasse zugelassene
Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Wie dem Beschluss der Staatsanwaltschaft in
Stockholm vom 17. Juni 2002 zu entnehmen ist, konnte auf der Grundlage der
Vermerke der Polizei und der Angaben des Versicherten trotz Beizugs von
technischen Experten der Universität AT.________ AB, des schwedischen Strassen-
und Transportforschungsinstituts (VTI) und der vom Versicherten eingereichten
Analyse der Fahrt in den Graben durch Prof. AQ.________ kein eindeutiges Bild
über den Unfallverlauf ermittelt werden. Mit Blick auf die umfassende Aktenlage
liegt nichts vor, was für den vorliegenden Sozialversicherungsprozess eine
gegenteilige Auffassung nahelegen könnte. Insbesondere ist nicht ersichtlich,
was die Aussagen der von der schwedischen Staatsanwaltschaft einvernommenen
Familie AN.________, welche als erste bei der Unfallstelle eintraf, das
eigentliche Abkommen von der Strasse jedoch unbestrittenermassen nicht aus
eigener Wahrnehmung beobachtet hatte, zur Rekonstruktion des Herganges
beitragen könnte. An der prekären Beweislage nichts zu ändern vermag auch die
Analyse des Prof. AA.________ vom 12. November 2007, der eine Würdigung der
Einschätzungen des von der Zürich Versicherungsgesellschaft beigezogenen
Unfallanalytikers AH.________ vom 1. April 1998, des vom Beschwerdeführer
beigezogenen Prof. AQ.________ aus den Jahren 2000, 2003, 2006 und 2007 und des
Experten AI.________ von der Universität AT.________ aus den Jahren 2001 und
2005, welche zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kamen, verfasste. Fehlen
konkrete Angaben und Anhaltspunkte, auf welche Weise das Fahrzeug von der
Strasse abgekommen ist, beruhen die von den Unfallanalytikern durchgeführten
Rekonstruktionen letztlich auf Hypothesen. Wie die Vorinstanz richtig erwogen
hat, würde die von Analytiker AH.________ postulierte geringe Geschwindigkeit
eher für die Variante eines gewollten Selbstunfalles sprechen. Dabei weist der
von diesem festgehaltene, vom Beschwerdeführer grundsätzlich nicht in Abrede
gestellte, relativ geringe Sachschaden vorne rechts am Spoiler mit integrierter
Nebellampe und am vorderen rechten Pneu bei unbeschädigten Felgen, Fahrwerk,
Unterboden und übriger Karosserie eher in diese Richtung. Inwiefern die
beantragte gerichtliche Unfallanalyse angesichts der ungesichterten
Sachverhaltsvorgaben, welche sich weder durch den Polizeirapport, noch durch
das aufgelegte Fotomaterial sowie die Aussagen des Versicherten oder von Zeugen
erhärten lassen, zu überzeugenden Erkenntnissen führen könnte, ist nicht
ersichtlich, weshalb davon abzusehen ist. Aus dem Umstand, dass die ermittelnde
Staatsanwaltschaft das Verfahren angesichts der widersprüchlichen technischen
Beweislage eingestellt hat, kann im vorliegenden Prozess nichts zugunsten des
Versicherten abgeleitet werden, da im Bereich des Sozialversicherungsrechts
kein Grundsatz besteht, wonach im Zweifel zugunsten des Versicherten zu
entscheiden ist.

3.5 Der Beschwerdeführer bestreitet weiter die Plausibilität der von der
Vorinstanz angeführten Umstände, die ihrer Ansicht nach erhebliche Zweifel an
der Version des Selbstunfalles mit unfreiwilligem Fahren ab der Strasse in
einen Acker aufkommen lassen. Soweit sich der Einwand gegen die Anzahl der
abgeschlossenen Versicherungen richtet, vermag der Beschwerdeführer nicht
überzeugend darzutun, weshalb bei einem Grundlohn gemäss Unfallmeldung vom 4.
Juli 1995 von monatlich Fr. 10'833.- (wozu laut den Angaben der
Arbeitgeberfirma vom 28. November 1996 im selben Jahr noch ein Bonus von Fr.
8'450.- kam) für den Aufbau eines möglichst guten Versicherungsschutzes unter
Berücksichtigung der geplanten beruflichen Entwicklung und zur Beibehaltung des
bisherigen Lebensstandards im Invaliditätsfall bei verschiedenen Gesellschaften
in der Schweiz Policen über ein Invaliditätskapital von mindestens 3 Millionen
Franken (laut einem Schreiben der SUVA an die schwedische Versicherung vom 16.
Dezember 1997 waren es insgesamt sogar weit über 10 Millionen Franken)
notwendig waren. Die angeblich für einen mit den schweizerischen
Sozialversicherungsverhältnissen nicht bewanderten Schweden unklare Lage im
Versicherungsbereich stellt keine plausible Erklärung für die Vielzahl von
privaten Versicherungsabschlüssen dar, zumal den Beschäftigten seitens der
Firma eine fachmännische Beratung über Versicherungsfragen angeboten wurde und
ihnen laut Schreiben der Beratungsgesellschaft AC.________ vom 13. März 1995
ein Tabellenpaket bereitgestellt wurde, damit sie sich über die verfügbare
Versicherungsdeckung ein Bild machen konnten. Es ist daher nicht zu
beanstanden, wenn die Vorinstanz im Umstand, dass sich der Beschwerdeführer
trotzdem eine erhebliche, über den betrieblichen oder staatlichen
Versicherungsschutz hinausgehende private Versicherungsdeckung für den
Invaliditätsfall aufbaute, ein gewichtiges, gegen die fehlende Absicht
sprechendes Indiz begründet sah.

3.6 Ebenfalls nichts einwenden lässt sich gegen die vorinstanzliche Annahme,
die praktisch vollständige Parallelität der behaupteten Ereignisabläufe aus den
Jahren 1991 und 1995 sei ein nicht gering zu wertender Hinweis, dass es sich
ebenso gut um eine Konstruktion wie um einen effektiven Hergang handeln könne.
Erheblich ins Gewicht fällt in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdeführer
dem für die Verkehrsunfälle aus den Jahren 1990 und 1991 zuständigen
schwedischen Unfallversicherer am 2. März 1995 mitteilen liess, nach einer im
August 1994 durchgeführten Knieoperation seien die Nackenschmerzen
verschwunden, weshalb angenommen werden könne, dass keine
Schleudertraumaverletzung vorliege und er sich vor Antritt der Stelle in der
Schweiz am 1. September 1994 als vollständig gesund bezeichnete. Nachdem ihm
angeblich von ärztlicher Seite erklärt worden war, nur ein Teil seiner
Beschwerden könne auf das Ereignis vom Sommer 1995 zurückgeführt werden,
gelangte er am 20. Februar 1996 erneut an den schwedischen Versicherer mit der
Mitteilung, die Beschwerden seien doch teilweise auf die früheren Unfälle von
1990 und 1991 zurückzuführen.

3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei unbewiesenem Unfallhergang
einige gewichtige auf Selbstschädigung hinweisende Anhaltspunkte vorliegen. Die
Frage braucht indessen nicht abschliessend beurteilt zu werden, denn selbst
wenn auf einen Unfall im Rechtssinne zu schliessen wäre, könnte der Versicherte
daraus keine (weitere) Leistungspflicht der SUVA ableiten, wie sich aus den
nachstehenden Erwägungen ergibt.

4.
Das kantonale Gericht hat in einer Alternativbegründung erwogen, im Zeitpunkt
der effektiven Leistungseinstellung durch die SUVA Ende Februar 1997 hätten
keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestanden, die in rechtsgenüglichem
Kausalzusammenhang mit dem geltend gemachten Ereignis vom 2. Juli 1995 stünden.
Aufgrund einer eingehenden Würdigung der umfangreichen medizinischen Unterlagen
stellte es fest, es ergebe sich das Bild einer eindrücklichen Präsentation
mannigfacher Beschwerden ohne zugehöriges Substrat. Nicht nur sei der geltend
gemachte Gehörschaden nachweislich simuliert worden, auch bezüglich weiterer
Beschwerden hätten die Ärzte ausdrücklich auf ein simulatorisches Verhalten
anlässlich der Untersuchung hingewiesen. Ausser der als Serratus-Parese,
Scapula alata und Flügelschulterblatt bezeichneten Schulterproblematik, welche
befundmässig gesichert erscheine, habe kein den geltend gemachten
Beeinträchtigungen zuzuordnendes Substrat ausfindig gemacht werden können. Die
Schulterproblematik habe jedoch bereits vor dem Unfall von 1995 bestanden und
sei schon im September 1992 elektromyographisch untersucht worden, wobei die
damaligen mit den im November 1995 erhobenen Befunden identisch gewesen seien.
Möglicherweise bestehe eine Neigung, vermeintliche oder ansatzweise vorhandene
Beschwerden und erlebte Beeinträchtigungen in ausgeprägter, ausserhalb der
Normalität liegender Weise völlig übertrieben wahrzunehmen und zu präsentieren,
was auch das pathologisch übersteigerte Sicherheitsbedürfnis mit dem daraus
folgenden übertriebenen Versicherungsschutz erklären könne. Jedenfalls fehle es
aber in jedem Fall an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs, welche das
kantonale Gericht gestützt auf die Kriterien gemäss BGE 115 V 133 verneinte.

5.
Der Beschwerdeführer bestreitet unter Hinweis auf die Berichte des Dr. med.
AW.________ vom 29. November 1994 und des Dr. med. AV.________ vom 19. Januar
1995 das Bestehen von erheblichen gesundheitlichen Beschwerden und einer
Arbeitsunfähigkeit vor dem Ereignis vom Juli 1995. Dazu im Widerspruch steht
indessen, dass Dr. med. AP.________ unter dem Untersuchungsdatum vom 23.
Februar 1993 erhebliche, sich verschlimmernde Beschwerden vor allem im Nacken-,
Brustrücken- und Kniebereich vermerkte, der Versicherte am 18. Juli 1994 die
Klinik AX.________ wegen angeblich seit den Verkehrsunfällen von 1990 und 1991
bestehenden, jedoch zunehmenden Beschwerden im Nacken und Rücken aufsuchte, und
Dr. med. AJ.________, welcher den Versicherten im Auftrag der Krankenkasse
Artisana beurteilt hatte, im ärztlichen Untersuchungsbericht vom 6. Oktober
1994 ein intermittierendes Cervikothorakovertebralsyndrom anführte. Im Journal
der Klinik AX.________ wurde unter dem Datum vom 15. August 1994 festgehalten,
gemäss den vom Versicherten mitgebrachten Unterlagen sei ein Teil der
Beschwerden psychosomatisch. Bei der kursorischen Untersuchung vom 18. Juli
1994 seien eine Thoraxkyphose und eine eingeschränkte Beweglichkeit von Hals
und Rücken festgestellt worden. Gemäss Bericht von Frau Dr. med. AE.________,
Oberärztin am Spital AZ.________ vom 28. Oktober 1996 erschien es angesichts
der von Dr. med. BK.________ im Gutachten vom 23. März 1992 beschriebenen
ständigen und zunehmenden Rücken- und Nackenbeschwerden seit den Autounfällen
von 1990 und 1991, dem Bedarf an Physiotherapie, dem täglichen
Schmerzmittelkonsum und den Anhaltspunkten für eine neurologische Verletzung im
rechten Schulterbereich beim Unfall von 1991 als unwahrscheinlich, dass der
Versicherte durch eine arthroskopische Meniskusresektion im August 1994
beschwerdefrei geworden sein könnte. Im Widerspruch zur angeblichen
Beschwerdefreiheit steht auch, dass der Beschwerdeführer der schwedischen
Versicherung am 20. Februar 1996 mitteilte, er mache nun doch einen
Leistungsanspruch aus den Verkehrsunfällen von 1990 und 1991 geltend, da er
entgegen seiner bisheringen Auffassung nach jenen Ereignissen nicht völlig
wiederhergestellt gewesen sei.

6.
6.1 Des Weitern bringt der Beschwerdeführer vor, er leide an einer
Rückenmarkverletzung, Verletzungen im Bereich der HWS (C4-C5) sowie einer
Rechtsverschiebung der dens epistrophei (C1-C2). Damit sei für die beklagten
Beschwerden ein organisches Substrat ausgewiesen, weshalb die Adäquanz des
Kausalzusammenhangs ohne weiteres zu bejahen sei.

6.2 Im Sozialversicherungsrecht spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung
der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des
Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen
Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber
organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es
sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109
E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann auf nähere
Abklärungen zur natürlichen Kausalität mit der Begründung verzichtet werden, es
fehle jedenfalls an einem adäquaten Kausalzusammenhang, wenn die zur Diskussion
stehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen organisch nicht (hinreichend)
nachgewiesen werden können (Urteil 8C_42/2007 vom 14. April 2008; SVR 1995 UV
Nr. 23 S. 67 E. 3c S. 68, U 183/93).

6.3 Laut Bericht der orthopädischen Klinik des Spitals AG.________ zeigte das
Röntgenbild des Halsrückens keine Verletzungen oder Luxationen des Skeletts
auf. Hingegen fanden sich alte degenerative Veränderungen bei C4 bis C7 sowie
eine Kyphose in diesem Bereich. Das MRI des Brustrückens ergab eine
ausgestreckte Brustrückenkurvatur ohne Anzeichen eines Diskusbruchs, spinaler
Stenose, Wurzelkanaleinfluss oder Signalveränderungen im Rückenmark. Die vom
Versicherten angegebene Verminderung des Gefühls und der Kraft in den Armen und
Beinen interpretierte Dr. med. BT.________ am 7. Juli 1995 als
Rückenmarkquetschung. Vermutlich sei das Rückenmark aufgrund der Kyphosebildung
im Halsrücken verletzt worden. Dies führte zur Hauptdiagnose einer
Rückenmarkverletzung durch Verletzung von Knochen der Wirbelsäule zervikal und
einer Kortisonbehandlung. Die Ärzte des Spitals AG.________ gingen allerdings
davon aus, das Auto habe sich überschlagen, was hinsichtlich des Unfalls von
1995 - im Gegensatz zu jenem aus dem Jahre 1991 - indessen unbestrittenermassen
nicht der Fall war. Abgesehen davon handelt es sich bezüglich der angeführten
Rückenmarkquetschung lediglich um eine Vermutung, ohne dass diese hätte
erhärtet werden können. Weder Röntgenbild noch MRI enthielten Anhaltspunkte für
eine ernstere Ligamentverletzung im Halsrücken. Eine Signalveränderung im
Rückenmark lag nicht vor. Die Ärzte der Neurologischen Klinik des Spitals
AK.________, an welches der Versicherte überwiesen worden war, fanden keine
neurologischen Ausfallsymptome. Die Röntgenbilder und das MRI zeigten nebst
einer Diskusdegeneration und einer Haltungsanomalie einen kleinen Diskusbruch,
der das Rückenmark jedoch nicht erreichte. Sie gingen davon aus, dass der
Versicherte bis Ende August 1995 wiederhergestellt sein werde und überwiesen
ihn an die Krankengymnastik. Daraus ist zu schliessen, dass die vermutete
Rückenmarkbeeinträchtigung höchstens zu einer vorübergehenden Verschlechterung
des Vorzustandes geführt haben konnte.

Dr. med. AD.________ weist im Bericht vom 23. Februar 1996 auf schwierig zu
interpretierende rechtsbetonte Sensibilitätsstörungen hin, die möglicherweise
auf eine partielle Läsion oder Irritation des Rückenmarkes auf Höhe C5-C6
zurückzuführen seien, eventuell im Sinne eine intermittierenden spinalen
Durchblutungsinsuffizienz oder einer leichten Syringomyelie, wobei ihm das Bild
im Verlauf etwas wechselhaft erschien. Laut Dr. med. AY.________ (Gutachten vom
4. November 1996) könnten die Symptome theoretisch durch eine commotio medullae
spinalis mit Rückenmarkverletzung verursacht worden sein. Prof. BI.________
zitiert im Bericht vom 5. Oktober 2004 diese Aussage, ohne sich jedoch damit
weiter auseinanderzusetzen oder diese gar durch objektive Befunde zu erhärten,
weshalb daraus - entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung -
nichts abgeleitet werden kann. Gemäss Bericht des Dr. med. BG.________ vom
Center AR.________ vom 19. Oktober 1995 ergab die MRI-Untersuchung keine
spinale Stenose oder Anzeichen einer Beeinflussung des Knochenmarks oder von
Signalveränderungen im Rückenmark. Dr. med. BJ.________ stützte sich im Bericht
vom 19. August 2005 auf eine am 26. Mai 2005 durchgeführte Untersuchung mittels
Magnetresonanztechnik, welche krankhafte Veränderungen an der Halswirbelsäule
und Veränderungen des Rückenmarks in Höhe C4/C5 zeigte, bei denen es sich
möglicherweise um eine chronische Medullopathie und somit eine Verletzung des
Rückenmarks in diesem Bereich handle, welche auf ein Trauma zurückzuführen sei.
Abgesehen davon, dass die Untersuchung rund zehn Jahre nach dem zur Diskussion
stehenden Ereignis vom Sommer 1995 durchgeführt wurde, gibt der Gutachter nicht
an, ob die Traumatisierung auf einen der erlittenen Verkehrsunfälle und
gegebenenfalls auf welchen, oder auf ein anderes Ereignis zurückzuführen ist,
weshalb daraus für die Zuordnung im Sinne einer natürlichen Kausalität nichts
abgeleitet werden kann. Der von Dr. med. BW.________ im Bericht vom 20. Januar
2001 zitierte Dr. med. BR.________ gab lediglich an "celui-ci a indiqué que la
vraisemblable ancienne lésion ligamentaire n'avait pu se produire que sous
l'effet d'un choc très violent". Über das schädigende Ereignis ist damit aber
ebenfalls nichts ausgesagt. Eine Beeinträchtigung des Rückenmarks beim Unfall
vom 2. Juli 1995 wurde somit stets nur vermutet, aber nie mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als natürlich
kausal nachgewiesen.

6.4 Dr. med. AD.________ führt im Bericht vom 23. Februar 1996 eine
wahrscheinliche Schädigung oder Irritation des Halsmarks an mit
Sensibilitätsstörungen C5/C6 rechtsbetont und mit Paralyse des nervus
thoracicus longus rechts im Sinne einer scapula alata, ohne sich zur
Unfallkausalität zu äussern. Dem Bericht von Frau Dr. med. AE.________ vom 14.
Dezember 1995 lässt sich entnehmen, dass das Flügelschulterblatt alten Datums
und der neurophysiologische Status gegenüber jenem von 1991 unverändert war.
Die EMG- und ENeG-Untersuchung im Spital AK.________ vom 22. November 1995
ergab pathologische Befunde mit im thoracicus longus und axillaris innervierter
Muskulatur auf der rechten Seite und mässiger, partiell peripherer
Nervenschädigung mit chronischem Bild und einem Nerveneinpflanzungsmuster ohne
nachweisbare akute Denervierung und mässige chronische neurogene Veränderungen
in anderen proximalen Muskeln der rechten Schulter und des Oberarmes, welche
mit der vorangegangenen Untersuchung vom 1. September 1992 übereinstimmten. Dr.
med. BJ.________, führt im Bericht vom 19. August 2005 aus, bei einer scapula
alata seien bestimmte Muskeln, die das Schulterblatt stabilisierten,
deaktiviert. Eine Deaktivierung erfolge nicht selten bei einem Trauma, weil der
periphere Nerv, der diese Muskeln versorge, verletzt werde und damit die
Funktion zerstöre. Allein gestützt auf diese Erfahrungstatsache lässt sich das
Flügelschulterblatt jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dem
Ereignis vom Juli 1995 zuordnen. Auch bezüglich der geltend gemachten, erst
einige Zeit nach dem Unfall vom 2. Juli 1995 festgestellten linksseitigen
scapula alata ist durch nichts belegt, dass es sich um eine direkte Folge
dieses Unfalles handeln würde.

6.5 SUVA-Kreisarzt Dr. med. AD.________ weist im Bericht vom 23. Februar 1996
auf einen massiven Vorzustand mit paradoxer Kyphosierung der HWS nach
wahrscheinlicher Kompressionsfraktur von HWS 5 hin, mit ausgeprägter reaktiver
spondylotischer Veränderung der angrenzenden Segmente und Verschmälerung des
Spinalkanals. Als vorbestanden erwähnt er auch degenerative Sekundärreaktionen
an den benachbarten Bandscheiben und Wirbeln mit Kyphosewinkel von 40° und
Einengung des Wirbelkanals. Ebenfalls unfallfremd sei die Dysplasie am
lumbosakralen Übergang (Spina bifida occulta V) mit angedeuteter
Spondylolisthesis L5/S1 und wahrscheinlicher Spondylolyse L5. Dr. med.
AY.________ führt im Gutachten vom 4. November 1996 aus, die subjektiv schweren
und eigenartigen Symptome würden entweder auf eine schwerwiegende Verletzung
hindeuten, deren organischer Kern nicht habe festgestellt werden können, oder
auf einen Zustand der Verschlimmerung oder aber auf Simulation.

6.6 Angesichts des massiven Vorzustandes kann auch die von Dr. med. BL.________
erwähnte leichte Rechtsverschiebung der dens epistrophei in der Röntgenaufnahme
vom 3. Juli 1995, sofern sie denn überhaupt relevant ist, nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad dem Unfallereignis vom 2. Juli 1995 zugeordnet
werden.

6.7 Wenn sowohl SUVA wie auch Vorinstanz davon ausgingen, es liege keine
organisch hinreichend nachweisbare Symptomatik vor, welche mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem geltend
gemachten Ereignis vom Sommer 1995 stehe, ist dies auch unter
Mitberücksichtigung der Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht zu
beanstanden. Von einer durch zuverlässige ärztliche Angaben als Unfallfolge
gesicherten medizinisch fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung (vgl. BGE
134 V 109 E. 9.5 S. 125, 119 V 335 E. 2b/aa S. 340) kann mit Blick auf die
medizinischen Unterlagen nicht gesprochen werden.

6.8 Hingegen ist nicht auszuschliessen, dass es beim Ereignis vom 2. Juli 1995
zu einer richtungsweisenden Verschlimmerung des medizinischen Vorzustandes
gekommen ist. Die Ärzte des Spitals AG.________ gingen aufgrund der Angaben des
Versicherten von einer starken Whiplash-Verletzung aus. Dieser habe die Zähne
am Steuerrad und den Hinterkopf am Mittelpfosten angeschlagen, einen Schlag
gegen das Knie und den rechten Fuss bekommen und sei ohnmächtig geworden. Er
habe ein Prickeln in der linken Hand, Schmerzen in beiden Schultern und eine
Schwäche in beiden Armen angegeben. Unter dem Datum des 6. Juli 1995 hielten
sie fest, der Versicherte wisse nicht, ob er ohnmächtig geworden sei. Als
Symptome wurden teils Schmerzen den ganzen Rücken entlang vom Steisswirbel bis
hinauf zum Kopf, vor allem im Übergang von Hals- und Brustrücken erwähnt, sowie
übermässige Steigerung der Atmung, Übelkeit, Schwindel,
Konzentrationsschwierigkeiten, Zuckungen um das linke Auge, vermindertes Gehör,
Schwäche in beiden Armen mit vermindertem Gefühl, leichte Gefühlsstörungen in
Rumpf und Beinen, Schmerzen im rechten Knie und an der Rückseite des linken
Beins, an der Vorderseite des rechten Unterschenkels und am rechten Mittelfuss
sowie an beiden Schultern. In der Folge reichte der Beschwerdeführer eine ganze
Symptomenliste ein, welche in der Beschwerdeschrift aktualisiert wird. Wie der
Versicherte selber festhält, wird in den medizinischen Unterlagen die
Unfallkausalität der geltend gemachten Beschwerden unterschiedlich beurteilt,
weshalb sich die Frage, ob es sich bei den organisch nicht objektiv
ausgewiesenen Gesundheitsstörungen um eine natürliche Folge des versicherten
Unfalles vom 2. Juli 1995 handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantworten lässt. Die
beantragte Durchführung ergänzender Abklärungen erübrigt sich aber, da es - wie
die nachstehenden Erwägungen zeigen - selbst dann an der Adäquanz des
Kausalzusammenhangs fehlt, wenn diese nach den Kriterien gemäss BGE 134 V 109
beurteilt wird.

7.
7.1 SUVA und Vorinstanz sind von einem mittelschweren Unfall ausgegangen,
wogegen der Beschwerdeführer grundsätzlich nichts einzuwenden hat.
Übereinstimmend sind demnach die Parteien der Ansicht, dass im Rahmen der
Adäquanzbeurteilung nebst dem Unfallgeschehen als solchem weitere, objektiv
fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen
oder als Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung mit einzubeziehen sind
(BGE 117 V 359 E. 6b S. 367 f.). Für eine Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs müssten von diesen entweder ein einzelnes in besonders
ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder auffallender Weise
gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweis auf BGE 117 V 359 E.
6 S. 366 ff., 369 E. 4b S. 382 f. und E. 4c S. 384). Uneinigkeit herrscht
zwischen den Parteien bezüglich der konkreten Beurteilung dieser Kriterien.

7.2 Von den bisherigen Kriterien gemäss BGE 117 V 359 E. 6a S. 367 und 369 E.
4b S. 383 sind diejenigen der besonders dramatischen Begleitumstände oder
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, der ärztlichen Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie des schwierigen
Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen gemäss BGE 134 V 109 (E.
10.2.1, 10.2.5 und 10.2.6) unverändert beibehalten worden. Im vorliegenden Fall
können die genannten drei Kriterien zuverlässig verneint werden.

7.3 Beim Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung
wurde bei gleichem Wortlaut der Kriterienumschreibung der Sinngehalt näher
umschrieben. Danach braucht es zur Bejahung dieses Kriteriums einer besonderen
Schwere der für die gegebene Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer
Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E.
10.2.2 S. 127). Davon kann in casu selbst unter Berücksichtigung einer
Verschlimmerung des Vorzustandes, welche als vorübergehend zu bezeichnen ist,
und des Umfanges der Schmerzsymptomatik nicht ausgegangen werden.

7.4 Die restlichen drei adäquanzrelevanten Kriterien hiessen bisher:
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerbeschwerden sowie Grad
und Dauer der Arbeitsunfähigkeit. In der präzisierten (Kurz-)Form lauten sie:
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche
Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung
(BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130).

Eine fortgesetzte spezifische, den Versicherten belastende ärztliche Behandlung
bis zum Fallabschluss war nicht notwendig. Nach einer einmaligen
Kortisonbehandlung unterzog er sich vor allem physiotherapeutischen Massnahmen
und einer medikamentösen Schmerztherapie, während die zahlreichen ärztlichen
Untersuchungen vorwiegend der Abklärung dienten. Die sich allein aus dem
Umstand der Therapierung und Untersuchung ergebende Zusatzbelastung erfüllt das
Kriterium im vorliegenden Fall nicht.

Beim Kriterium der erheblichen Beschwerden können nur die glaubhaften Schmerzen
und Beeinträchtigungen berücksichtigt werden, die die verunfallte Person im
Lebensalltag erfährt. Dieses Kriterium kann zwar als grundsätzlich erfüllt
angesehen werden, mit Blick auf die von ärztlicher Seite vorgebrachten Zweifel
am Ausmass der effektiv empfundenen Schmerzen indessen nicht in besonders
ausgeprägter Form.

Sodann sind keinerlei Anstrengungen ersichtlich, welche der Beschwerdeführer
zur Überwindung seiner Arbeitsunfähigkeit unternommen hätte. Darin liegt jedoch
der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder
teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen
nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss
ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder
optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Obwohl sich der Personalchef
gegenüber der SUVA am 7. Dezember 1995 bereit erklärt hatte, für eine
Wiedereingliederung Hand zu bieten, hat der Versicherte keine Arbeitsversuche
unternommen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG
in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen
vermag, kann das Kriterium erfüllen.

7.5 Die Vorinstanz hat daher eine rechtserhebliche Bedeutung des Unfalles vom
2. Juli 1995 für die geltend gemachten Beschwerden über den 28. Februar 1997
hinaus, und damit eine Leistungspflicht der SUVA hiefür, im Ergebnis zu Recht
verneint.

8.
Das bundesgerichtliche Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4
lit. a BGG). Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer als unterliegender
Partei aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 26. August 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Hofer