Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.759/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_759/2007

Urteil vom 14. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer,
nebenamtliche Bundesrichterin Buerki Moreni,
Gerichtsschreiber Holzer.

Parteien
E.________, Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Alex Beeler, Frankenstrasse 3, 6003 Luzern,

gegen

Basler Versicherungs-Gesellschaft, Aeschengraben 21, 4051 Basel,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Ineichen, Weggisgasse 29, 6004 Luzern.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern
vom 29. Oktober 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1958 geborene E.________ war seit dem Jahre 1991 als Nachtwache des
Alterswohnheim X.________ erwerbstätig, als sie am 24. November 1999 einen
Auffahrunfall erlitt. Die Basler Versicherungs-Gesellschaft (nachstehend: die
Basler) lehnte mit Verfügung vom 20. Dezember 1999 eine Leistungspflicht für
die Folgen dieses Ereignisses ab, da es sich dabei um einen nicht versicherten
Nichtberufsunfall handelte. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
E.________ erlitt am 10. Juli 2001 erneut einen Auffahrunfall. Für dieses
Ereignis anerkannte die Basler ihre Leistungspflicht und erbrachte die
gesetzlichen Leistungen, stellte diese jedoch mit Verfügung vom 30. Juli 2002
per 10. Januar 2002 ein. In der Folge widerrief die Basler am 20. August 2002
diese Verfügung und stellte weitere Abklärungen in Aussicht. Nachdem die Klinik
Y.________ am 5. November 2003 ein Gutachten über die Versicherte erstattet
hatte, stellte die Basler ihre Leistungen mit Verfügung vom 19. August 2004 per
1. August 2002 ein, da die über dieses Datum hinaus anhaltend geklagten
Beschwerden nicht mehr in einem rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis vom 10. Juli 2001 stünden. Daran hielt die Basler mit
Einspracheentscheid vom 13. Januar 2006 fest.

B.
Die von E.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des
Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Entscheid vom 29.
Oktober 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt E.________, die Basler sei unter Aufhebung des
Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, rückwirkend
ab Leistungseinstellung Taggelder bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens
30 % auszurichten und die Heilkosten zu übernehmen. Zudem habe die Basler sie
aufgrund eines Invaliditätsgrades von mindestens 52 % zu berenten und es sei
ihr eine Integritätsentschädigung bei einer Einbusse von mindestens 10 %
auszurichten.
Während die Basler auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das
Bundesamt für Gesundheit auf eine Vernehmlassung.

D.
Mit Urteil vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) hat das Bundesgericht die sog.
Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden
präzisiert. Die Parteien hielten im Rahmen des ihnen zu dieser Präzisierung
gewährten rechtlichen Gehörs an ihren Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen,
wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die
Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur
insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht
an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden
(Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
2.1 Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung für den Anspruch
auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG)
geltenden Voraussetzungen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem versicherten Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E.
3.1 und 3.2 S. 181) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Entsprechendes
gilt für die von der Judikatur entwickelten Grundsätze zum Erfordernis des
adäquaten Kausalzusammenhangs bei Folgen eines Unfalles mit Schleudertrauma der
HWS oder äquivalenten Verletzungen ohne organisch nachweisbare
Funktionsausfälle (BGE 117 V 359; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 [U 264/
97] mit Hinweisen).

2.2 Mit Urteil vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) hat das Bundesgericht die
sog. Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen
Beschwerden präzisiert. Im genannten Urteil wurde zunächst der Grundsatz
bestätigt, dass der Fallabschluss und damit verbunden die Adäquanzprüfung im
Hinblick auf die Rentenleistungen in dem Zeitpunkt zu erfolgen hat, in dem von
der Weiterführung der medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (zitiertes Urteil, E. 4).
Hinsichtlich der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfallereignis und den geklagten organisch nicht hinreichend nachweisbaren
Beschwerden wurde festgehalten, dass diese aufgrund einer eingehenden
medizinischen Abklärung zu erfolgen hat (zitiertes Urteil, E. 9.4 und 9.5).
Schliesslich wurden in E. 10 des zitierten Urteils die Kriterien, welche zur
Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen (vgl. dazu insbesondere
SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]) dienen, neu gefasst. Der Katalog
der adäquanzrelevanten Kriterien lautet nunmehr:
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück- lichkeit des
Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
- erhebliche Beschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Weiterhin gilt, dass nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in
die Gesamtwürdigung erforderlich ist. Je nach den konkreten Umständen kann für
die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium
genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt,
welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im
gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw.
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien
herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im
mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird.
Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur
Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6b
S. 367).

2.3 Hat die versicherte Person mehr als einen Unfall mit Schleudertrauma der
HWS oder gleichgestellter Verletzung erlitten, so ist die Adäquanz prinzipiell
für jeden Unfall gesondert zu beurteilen. In diesem Rahmen ist es nach der
Rechtsprechung jedoch nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte
Betroffenheit desselben Körperteils bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen.
Letzteres ist insbesondere dann denkbar, wenn die Auswirkungen der
verschiedenen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/oder auf Grad und Dauer
der Arbeitsunfähigkeit nicht voneinander abgegrenzt werden können (SVR 2007 UV
Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E. 3.3.2 mit Hinweisen).

2.4 Rechtsprechungsgemäss ist eine Änderung oder Präzisierung einer
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nur auf zukünftige Fälle anwendbar,
sondern auch auf jene Fälle, die im Zeitpunkt der Änderung oder der
Präzisierung der Praxis bereits beim Bundesgericht hängig waren (BGE 120 V 128
E. 3a S. 131 mit Hinweisen).

3.
Streitig und zu prüfen ist, ob die über den 1. August 2002 hinaus anhaltend
geklagten Beschwerden in einem rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis vom 10. Juli 2001 standen.

4.
4.1 Die Beschwerdeführerin macht unter Hinweis auf das im IV-Verfahren
eingeholte Gutachten der MEDAS vom 2. März 2006 geltend, somatische
Unfallfolgen erlitten zu haben. Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges sei daher
direkt zu bejahen. Dr. med. J.________ (Facharzt für physikalische Medizin und
Rehabilitation speziell Rheumaerkrankungen), diagnostizierte in seinem
Teilgutachten zuhanden der MEDAS vom 21. Dezember 2005 ein chronifiziertes
cervikocephales und cervikobrachiales Syndrom links mit ausgeprägtem
myofaszialem Reizzustand. Wie der Rheumatologe in seinem Teilgutachten indessen
selber bedauert, stünden ihm keine Methoden zur Verfügung, mit denen er solche
Unfallfolgen nach einem Beschleunigungsmechanismus der Halswirbelsäule objektiv
nachweisen und quantifizieren könne. Daraus folgt, dass es sich bei dem von ihm
diagnostizierten Syndrom nicht um eine organisch ausgewiesene Unfallfolge
handelt.

4.2 Wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, ist insbesondere durch
das Gutachten der MEDAS vom 21. Dezember 2005 ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis mit HWS-Distorsion vom 10. Juli
2001 und den anhaltend geklagten Beschwerden erstellt. Da diese jedoch keine
organisch ausgewiesene Unfallfolge darstellen, ist der Vorinstanz auch darin
beizupflichten, dass die Adäquanz dieses Kausalzusammenhanges nach der
sogenannten "Schleudertrauma-Praxis" zu beurteilen ist.

5.
5.1 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs
mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu bestimmen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26,
E. 5.3.1 [U 2/07]). Dabei werden einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes
Fahrzeug in der Regel als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen betrachtet (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.1.2 S. 237 [U 380/04]).
Die entsprechende Qualifikation des Unfallereignisses vom 10. Juli 2001 durch
die Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges
wäre somit dann zu bejahen, wenn eines der in E. 2.2 hievor aufgezählten
Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre, oder wenn
mehrere dieser Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt wären.

5.2 Es liegt zu Recht ausser Streit, dass vorliegend weder das Kriterium der
besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des
Unfalles noch jenes der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert hätte, gegeben sind.

5.3 Das Bundesgericht hat im erwähnten Urteil BGE 134 V 109, E. 10.2.2 S. 127
f. seine Rechtsprechung bestätigt, wonach die Diagnose einer HWS-Distorsion für
sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art
der erlittenen Verletzung genügt. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der
für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche
das Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 [U 339/06], E.
5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 [U 380/04] E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese
können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen
Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV
Nr. 26 S. 86 [U 339/06], E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 [U 193/01] E. 4.3
mit Hinweisen). Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche
eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell geeignet
ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung
besonderer Art zu qualifizieren ist (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E.
3.4 und Urteil 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008, E. 4.4).
Beim Auffahrunfall vom 10. Juli 2001 handelte es sich bereits um den dritten
Auffahrunfall mit HWS-Distorsion der Beschwerdeführerin. Während ein Unfall mit
HWS-Distorsion im Jahre 1989 folgenlos ausheilte, kam es nach jenem vom 24.
November 1999 nicht zu einer vollständigen Heilung. Allerdings konnte die
Versicherte, wenn auch unter Einnahme von Schmerzmitteln, ab dem 14. März 2000
bis zum erneuten Unfall - mithin während mehr als einem Jahr - ihre bisherige
Tätigkeit im gewohntem Umfang wieder ausführen. Schmerzen waren in dieser Zeit
nicht mehr konstant vorhanden und traten nur noch bei körperlicher Belastung
auf. Somit ist nicht davon auszugehen, dass die Wirbelsäule dermassen erheblich
vorgeschädigt war, dass die am 10. Juli 2001 erlittene Distorsion als
Verletzung besonderer Art zu qualifizieren wäre.

5.4 Neu gefasst wurde in BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128 das Kriterium der
ärztlichen Behandlung. Nunmehr ist zu seiner Bejahung erforderlich, dass nach
dem Unfall fortgesetzt eine spezifische, die versicherte Person belastende
ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Die
Behandlungsmassnahmen beschränkten sich bei der Versicherten im Wesentlichen
auf Physiotherapie, Gymnastik und Massagen. Diese waren nicht besonders
belastend. Auch wenn sich die Beschwerdeführerin im November 2001 in
stationärer Behandlung mit intensiverer Physiotherapie befand, so ist doch
insgesamt gesehen das Kriterium nicht erfüllt.

5.5 Die von Dr. med. P.________ in seinem Bericht zuhanden der IV-Stelle Luzern
vom 6. September 2002 festgehaltenen Beschwerden sind als erheblich zu
betrachten; dieses Kriterium liegt somit vor.

5.6 Anders als in den von der Beschwerdeführerin angerufenen Präjudizien war
die Wirbelsäule beim Unfall vom 11. Juli 2001 nicht dermassen vorgeschädigt,
als dass deshalb von einem schwierigen Heilungsverlauf auszugehen wäre (vgl.
auch E. 5.3 hievor). Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlauf und der
erheblichen Komplikationen ist nicht gegeben.

5.7 Bezüglich des durch BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f. präzisierten
Kriteriums der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen
ist Folgendes festzuhalten: Gemäss dem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen
Einspracheentscheid der IV-Stelle Luzern vom 26. Mai 2006 bestand im Zeitpunkt
des hypothetischen Rentenbeginns der Invalidenversicherung (Juli 2002) in einer
leidensangepassten Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %. Damit hätte
die Beschwerdeführerin im Rahmen ihres bisherigen Pensums von 25 % tätig sein
können. Aus den Akten ist nicht klar ersichtlich, ab wann genau vor Juli 2002
der Beschwerdeführerin Arbeiten in diesem Rahmen zumutbar gewesen wären. Fest
steht jedoch, dass sie die verbleibende Erwerbsfähigkeit nicht verwertet hat,
da sie im Einvernehmen mit ihrem Hausarzt Dr. med. P.________ die Steigerung
ihrer Leistungsfähigkeit im Haushalt als prioritär erachtete (vgl. den
erwähnten Bericht dieses Arztes vom 6. September 2002). Das Kriterium ist somit
jedenfalls nicht besonders ausgeprägt erfüllt.

5.8 Somit ist keines der massgebenden Kriterien besonders ausgeprägt erfüllt.
Selbst wenn man zu Gunsten der Versicherten davon ausgeht, dass neben dem
Kriterium der erheblichen Beschwerden auch jenes der Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesenen Anstrengungen erfüllt ist, so liegt doch keine auffallende
Häufung der Kriterien vor. Vorinstanz und Verwaltung haben somit die Adäquanz
des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 11. Juli 2001 und den
über 1. August 2002 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht hinreichend
nachweisbaren Beschwerden zu Recht verneint.

6.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern,
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit
schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 14. August 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Holzer