Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.761/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_761/2007

Urteil vom 5. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Frésard,
Gerichtsschreiberin Kopp Käch.

Parteien
I.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Hans Rüdlinger, patentierter Rechtsagent,
Churfirstenstrasse 14, 9642 Ebnat-Kappel,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 16. Oktober 2007.

Sachverhalt:
Mit Verfügung vom 14. November 2006 lehnte die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) das Leistungsbegehren des 1964 geborenen
I.________ ab, da zwischen den geltend gemachten Beschwerden (Kopf- und
Nackenschmerzen, Depression) und dem Unfallereignis vom 19. Dezember 2000 kein
sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid vom 18. Januar 2007 fest und präzisierte, dass keine
organisch hinreichend nachgewiesenen Beschwerden bestünden und die psychischen
Beschwerden nicht adäquat kausal zum Unfall seien.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen mit Entscheid vom 16. Oktober 2007 ab.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten lässt I.________
beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei die SUVA zu
verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen ab Januar 2006 weiterhin zu
erbringen. Gleichzeitig ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege.
Mit Verfügung vom 22. Februar 2008 hat das Schweizerische Bundesgericht, I.
sozialrechtliche Abteilung, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen
Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen
Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das
Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist
somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die
Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen
als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der
Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (vgl. BGE 130 III
136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht prüft grundsätzlich nur die geltend
gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Behörde alle
sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen, wenn diese vor Bundesgericht
nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die Verletzung von Grundrechten und von
kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern prüfen, als eine solche Rüge
in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen
der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die
vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art.
97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Das kantonale Gericht hat die Grundsätze zu dem für die Leistungspflicht des
Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität; Tod; BGE 129 V
177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie zum Erfordernis des adäquaten
Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis)
und bei psychischen Unfallfolgen im Besonderen (BGE 115 V 133) zutreffend
dargelegt. Richtig sind auch die vorinstanzlichen Ausführungen zum Wegfall
dieser Leistungspflicht nach Dahinfallen jeglicher kausalen Bedeutung des
Unfalles für die noch geltend gemachten Beschwerden (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326
E. 3b mit Hinweisen) sowie zum im Sozialversicherungsrecht erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181
mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.

3.
3.1 In pflichtgemässer Würdigung der medizinischen Aktenlage, namentlich der
Berichte des Hausarztes Dr. med. F.________ vom 7. April 2001, 14. Januar 2002,
4. Februar 2003 und 8. März 2006, der Berichte der Kreisärzte Dres. med.
C.________ und G.________ vom 19. Februar 2001, 19. September und 2. November
2006, des Berichtes des Dr. med. O.________ vom 23. Februar 2001 sowie des
Austrittsberichtes des Spitals X.________ vom 27. März 2006, hat das kantonale
Gericht festgestellt, dass im Jahr 2006 keine organischen Befunde erhoben
werden konnten. Die geltend gemachten Nacken- und Kopfschmerzen stünden - so
das kantonale Gericht - nicht (mehr) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in
einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis. Ausserdem bestehe kein
adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem psychischen Beschwerdebild
(Depression mit Somatisierungstendenz) und dem Unfallereignis. Den
überzeugenden und einlässlichen Erwägungen im angefochtenen Entscheid kann
vollumfänglich beigepflichtet werden.

3.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringen lässt, rechtfertigt keine
andere Betrachtungsweise. Soweit geltend gemacht wird, der adäquate
Kausalzusammenhang sei anhand der Rechtsprechung für Unfälle mit
Schleudertrauma gemäss BGE 117 V 359 zu prüfen, weil das für ein
Schleudertrauma typische bunte Beschwerdebild bereits kurz nach dem Unfall
vorhanden gewesen, ist dem entgegenzuhalten, dass die psychischen Beschwerden
erst im Verlaufe des Jahres 2005, somit rund 4 ½ Jahre nach dem Unfallereignis
auftraten und ab 5. Januar 2006 zu einer Arbeitsunfähigkeit führten. Wenn das
kantonale Gericht daher erkannt hat, es läge kein komplexes Gesamtbild von aus
dem Unfall hervorgehenden organischen und psychischen Beschwerden vor, und
deshalb den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem psychischen
Beschwerdebild und dem Unfallereignis unter dem Gesichtspunkt einer psychischen
Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133 geprüft hat, ist dies nicht zu
beanstanden. Die Frage, in Anwendung welcher Rechtsprechung die
Adäquanzbeurteilung zu erfolgen hat, kann aber letztlich offen bleiben. Wie die
Vorinstanz und die SUVA im Entscheid vom 16. Oktober 2007 bzw. im
Einspracheentscheid vom 18. Januar 2007 überzeugend dargelegt haben, ist der
Unfall vom 19. Dezember 2000 der Kategorie der mittelschweren Unfälle
zuzuordnen und ist - was insbesondere aus dem Einspracheentscheid hervorgeht -
auch bei fehlender Differenzierung zwischen physischen und psychischen
Beschwerden gemäss BGE 117 V 359 bzw. der mit dem Urteil U 394/06 vom 19.
Februar 2008 präzisierten Rechtsprechung keines der rechtsprechungsgemäss
geforderten Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt.
Nicht stichhaltig ist sodann die Kritik einer nicht angemessen Behandlung des
Beschwerdeführers. Angesichts der Tatsache, dass keine organischen Befunde
erhoben werden konnten und keinerlei Hinweise auf eine psychische Störung mit
Krankheitswert vorhanden waren, bestand kein Anlass dazu, weitere Behandlungen
anzuordnen. Es widerspricht schliesslich auch nicht dem Grundsatz von Treu und
Glauben, dass die SUVA die Frage des Kausalzusammenhanges einlässlich prüft,
wenn rund 5 Jahre nach einem Unfallereignis Leistungen wegen neu aufgetretener
psychischer Beschwerden beansprucht werden. Dass seitens der Unfallversicherung
bis zu diesem Zeitpunkt Leistungen für Physiotherapie erbracht wurden, vermag
daran nichts zu ändern und ist mit dem kantonalen Gericht als grosszügig und
entgegenkommend zu bezeichnen. Damit hat es beim vorinstanzlichen Entscheid
sein Bewenden.

4.
Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und im Verfahren nach Art. 109
BGG, insbesondere ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit
summarischer Begründung, zu erledigen.

5.
Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdeführer als unterliegender Partei
auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 5. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Kopp Käch