Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.772/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_772/2007

Urteil vom 6. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger, Bundesrichterin Leuzinger,
Gerichtsschreiber Jancar.

Parteien
K.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Ana Dettwiler, Advokaturbüro
Kunz Borter Wassmer, Fischmarkt 12, 4410 Liestal,

gegen

IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, vom 8.
August 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1960 geborene K.________ arbeitete seit Mai 1990 zu 100 % als Schweisserin
bei der Firma T.________ AG. Sie war vom 29. August bis 5. September 2003 im
Spital X.________ vom 20. Oktober bis 21. November 2003 sowie vom 15. März bis
23. April 2004 in der Psychiatrischen Klinik Y.________ hospitalisiert. Am 13.
Juli 2004 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Am 6. Juli 2004 errichtete die Gemeinde Z.________ über die Versicherte eine
Beistandschaft. Die IV-Stelle Basel-Landschaft holte diverse Arztberichte sowie
ein Gutachten des Psychiaters Dr. med. F.________ vom 23. Juni 2005 ein. Am 3.
August 2005 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit der
Versicherten. Mit Verfügung vom 11. August 2005 verneinte die IV-Stelle den
Rentenanspruch (Invaliditätsgrad 30 %). Hiegegen erhob die Versicherte
Einsprache. Der behandelnde Psychiater Dr. med. B.________ legte einen Bericht
vom 1. Oktober 2005 auf, wozu der Gutachter Dr. med. F.________ am 16. Dezember
2005 Stellung nahm. Die Versicherte reichte Berichte des Dr. med. B.________
vom 21. Februar 2006 und des Hausarztes Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin
FMH, vom 9. März 2006 ein. Die IV-Stelle zog einen Aktenbericht des Psychiaters
Dr. med. V.________, medizinischer Dienst der IV-Stelle, vom 31. Mai 2006 bei.
Mit Entscheid vom 11. Januar 2007 wies sie die Einsprache ab.

B.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft
mit Entscheid vom 8. August 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt die Versicherte die Aufhebung des kantonalen
Entscheides und Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. August 2004.
Ferner ersucht sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das
bundesgerichtliche Verfahren.
Die IV-Stelle und das Bundesamt für Sozialversicherungen verzichten auf eine
Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140).
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder
ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG) und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG). Es ist aufgrund der Vorbringen in der Beschwerde zu prüfen, ob der
angefochtene Gerichtsentscheid in der Anwendung der massgeblichen materiell-
und beweisrechtlichen Grundlagen Bundesrecht verletzt (Art. 95 BGG),
einschliesslich einer allfälligen rechtsfehlerhaften Tatsachenfeststellung
(Art. 97 BGG). Hingegen hat eine freie Überprüfung des vorinstanzlichen
Entscheides in tatsächlicher Hinsicht ebenso zu unterbleiben wie eine Prüfung
der Ermessensbetätigung nach den Grundsätzen zur Angemessenheitskontrolle (BGE
126 V 75 E. 6 S. 81 mit Hinweisen). Auch besteht Bindung an die Parteianträge
(nicht publ. E. 2.2 des Urteils BGE 133 V 640).

2.
Der Einspracheentscheid datiert vom 11. Januar 2007, weshalb die am 1. Januar
2008 in Kraft getretenen Änderungen des IVG vom 6. Oktober 2006 und der IVV vom
28. September 2007 (5. IV-Revision) nicht anwendbar sind (BGE 129 V 354 E. 1 S.
356).

Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über die Arbeitsunfähigkeit
(Art. 6 ATSG; BGE 130 V 343 E. 3.1.1 S. 345), die Invaliditätsbemessung bei
erwerbstätigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG;
BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348), die Voraussetzungen und den Umfang des
Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2004 bis Ende 2007
gültig gewesenen Fassung), die Aufgabe des Arztes im Rahmen der
Invaliditätsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261) sowie die freie
Beweiswürdigung und den Beweiswert von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3 S.
352, SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2, U 571/06, je mit Hinweisen) zutreffend
dargelegt. Richtig wiedergegeben hat die Vorinstanz auch die Rechtsprechung zum
invaliditätsbegründenden Charakter somatoformer Schmerzstörungen (BGE 131 V 49
ff., 130 V 352 ff., 396 ff., 127 V 294 ff.). Gleiches gilt betreffend die
Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen; BGE
129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweis) sowie die Bestimmung des trotz
Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch erzielbaren Einkommens
(Invalideneinkommen) nach den vom Bundesamt für Statistik in der
Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelten Tabellenlöhnen und die von diesen
zulässigen Abzüge (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 und E. 4.2.3 S. 481). Darauf
wird verwiesen.

Das ATSG (in Kraft seit 1. Januar 2003) hat hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gebracht, weshalb die
davor hiezu ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (BGE 130 V 343
ff.); hieran hat die 4. IV-Revision (in Kraft seit 1. Januar 2004) nichts
geändert (Urteil I 128/07 vom 16. Januar 2008, E. 2).

3.
3.1 Bei den vorinstanzlichen Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur
Arbeits(un)fähigkeit (Art. 6 ATSG) der versicherten Person handelt es sich
grundsätzlich um Entscheidungen über eine Tatfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397
ff.). Für die Beurteilung der Frage, ob eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung - oder ein sonstiger vergleichbarer pathogenetisch (ätiologisch)
unklarer syndromaler Zustand (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 399) - mit
invalidisierender Wirkung vorliegt, gilt Folgendes: Zu den vom Bundesgericht
nur eingeschränkt überprüfbaren Tatsachenfeststellungen zählt zunächst, ob eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorliegt, und bejahendenfalls sodann, ob
eine psychische Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind, welche die
Schmerzbewältigung behindern. Als Rechtsfrage frei überprüfbar ist, ob eine
festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne
oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und
Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer
Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung und somit eine invalidisierende
Gesundheitsschädigung zu gestatten (BGE 131 V 49, 130 V 352 E. 2.2.4 S. 356;
Urteil 8C_18/2007 vom 1. Februar 2008, E. 1.2.1 mit Hinweis).

3.2 Rechtsfragen sind die gesetzlichen und rechtsprechungsgemässen Regeln über
die Durchführung des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG; BGE 130 V 121, 343 E.
3.4 S. 348, 129 V 222), einschliesslich derjenigen über die Anwendung der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen LSE (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). In
dieser Sicht stellt sich die Feststellung der beiden hypothetischen
Vergleichseinkommen als Tatfrage dar, soweit sie auf konkreter Beweiswürdigung
beruht, hingegen als Rechtsfrage, soweit sich der Entscheid nach der
allgemeinen Lebenserfahrung richtet. Letzteres betrifft etwa die Frage, ob
Tabellenlöhne anwendbar sind, welches die massgebliche Tabelle ist und ob ein
(behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter) Leidensabzug (hiezu vgl. BGE
129 V 472 E. 4.2.3 S. 481) vorzunehmen ist. Dagegen beschlägt der Umgang mit
den Zahlen in der massgeblichen LSE-Tabelle Tatfragen. Schliesslich ist die
Frage nach der Höhe des (im konkreten Fall grundsätzlich angezeigten)
Leidensabzuges eine typische Ermessensfrage, deren Beantwortung
letztinstanzlicher Korrektur nur mehr dort zugänglich ist, wo das kantonale
Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat, also
Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung vorliegt (BGE 132 V
393 E. 3.3. S. 399; erwähntes Urteil 8C_18/2007, E. 1.2.2 mit Hinweis).

3.3 Die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdigungsregeln
nach Art. 61 lit. c ATSG ist Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397
ff.; erwähntes Urteil 8C_18/2007, E. 1.2.3). Die konkrete Beweiswürdigung wie
auch die antizipierte Beweiswürdigung (als Teil derselben; in BGE 133 III 638
nicht publizierte E. 3 des Urteils 5A_453/2007 vom 3. Oktober 2007; SVR 2007 IV
Nr. 45 S. 149 E. 4, I 9/07) - betreffen Tatfragen, die das Bundesgericht
lediglich auf offensichtliche Unrichtigkeit und Rechtsfehlerhaftigkeit hin zu
überprüfen befugt ist (Art. 105 Abs. 2 BGG). Unter diesem Blickwinkel hält ein
Verzicht der Vorinstanz auf weitere Beweisvorkehren aufgrund antizipierter
Beweiswürdigung etwa dann nicht stand, wenn die Sachverhaltsfeststellung
unauflösbare Widersprüche enthält (vgl. BGE 124 II 103 E. 1a S. 105; in BGE 126
III 431 nicht publizierte E. 4c/bb des Urteils 5P.119/2000 vom 24. Juli 2000)
oder wenn eine entscheidwesentliche Tatsache auf unvollständiger
Beweisgrundlage - beispielsweise ohne Beizug des notwendigen Fachwissens
unabhängiger Experten/Expertinnen, obwohl im Einzelfall unabdingbar -
beantwortet wird (vgl. etwa BGE 132 III 83 E. 3.5 S. 88; vgl. auch Urteil I
1051/06 vom 4. Mai 2007, E. 3.3 und 3.4 [publ. in: SVR 2007 IV Nr. 39 S. 132]).
Demgegenüber ändern blosse Zweifel an der Richtigkeit der vorinstanzlichen
Sachverhaltsfeststellung an deren Verbindlichkeitswirkung gemäss Art. 105 Abs.
1 BGG nichts (Urteil 9C_539/2007 vom 31. Januar 2008, E. 2.2.2 mit weiteren
Hinweisen).

4.
4.1 Der die Versicherte behandelnde Psychiater Dr. med. B.________ stellte im
Bericht vom 29. Oktober 2004 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit: mittelschwere Episode einer rezidivierenden depressiven
Störung (ICD-10: F33.10: seit 1998) bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4 seit ca. 2002), hereditären Belastungen (Vater, Brüder,
Tochter), chronischem Ehekonflikt (ICD-10: F63.0; seit ca. 1998),
Schwierigkeiten mit der Arbeit (ICD-10: Z56; seit ca Dezember 1998),
Schwierigkeiten mit den ökonomischen Verhältnissen (ICD-10: Z59; seit ca
Dezember 1998), familiären Problemen (ICD-10: Z63.8); Status nach
Hospitalisation mit kardiologischen Abklärungen (Spital X.________; September
2003); Status nach zwei Hospitalisationen in der Psychiatrischen Klinik
Y.________ (Oktober/November 2003 und März/April 2004); Status nach Venen- und
Fersenentzündungen rechts (seit Dezember 1990). Ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen: Analphabetin; rezidivierende Blasen-
und Ovarentzündungen (seit ca. 2000); rezidivierender Herpes labialis (seit ca.
2000); Status nach zwei Spontangeburten (1977, 1982); Status nach
Harnwegsinfekt (seit Januar 2004). Seit ca. 1995 klage die Versicherte über
zunehmende Schwindelgefühle mit konsekutiv generalisierten Glieder- und
Körperschmerzen (Kopf, Nacken, Schultern, Rücken, Arme, Beine), Kraftlosigkeit,
Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Ein- und
Durchschlafstörungen, Erschöpfung, Herz- und Thoraxbeschwerden, Augen- und
Magenbrennen sowie Nausea, Appetitstörungen und Abnahme des Körpergewichts.
Aktuell klage sie vor allem über Schlafstörungen, mit ausgeprägter Müdigkeit,
Kraft- und Energielosigkeit, "Kopfleere", rezidivierendem Magen- und
Augenbrennen, Herzstechen, Brennen der Fusssohlen sowie Heiss-/Kältegefühlen
und Ameisenlaufen in den Beinen. Letztere Symptome habe sie subjektiv auf die
Einnahme von Remeron zurückgeführt. Ausserdem habe die Versicherte ausgeprägte
soziale Ängste beschrieben. Seit 20. Januar 2004 sei sie zu 100 % arbeits- und
erwerbsunfähig.

4.2 Der Psychiater Dr. med. F.________ diagnostizierte im Gutachten vom 23.
Juni 2005 gestützt auf die Untersuchung der Versicherten vom 14. Juni 2005 eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.1;
recte: F33.0) und einen Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10:
Z73.1). So wie sich die Versicherte heute präsentiere, könne eine leichte
depressive Störung angenommen werden. Sie sei wohl etwas vermindert belastbar
und stressintolerant; sie benötige auch längere Erholungspausen. Es sollte ihr
aber durchaus möglich sein, während sechs Stunden täglich einer einfach
strukturierten Tätigkeit ohne Hektik und Zeitdruck nachzugehen, weshalb
höchstens von 30%iger Arbeitsunfähigkeit seit August 2003 ausgegangen werden
könne. Der Versicherten wäre die bisherige wie auch jegliche alternative
Tätigkeit zumutbar. Für die Haushaltarbeiten könne keine Einschränkung
begründet werden. Es bestehe ein prolongierter Verlauf und wenig Einsicht in
die Problematik. Zudem schienen motivationelle Probleme eine Rolle zu spielen.
Auch wirkten sich die soziokulturellen Begebenheiten als Hindernis aus. In
Zukunft sei wohl keine relevante Zustandsverbesserung zu erwarten.

4.3 Im Bericht vom 1. Oktober 2005 stellte Dr. med. B.________, bei dem die
Versicherte zuletzt am 7. September 2005 in Behandlung war, die gleichen
Diagnosen wie im Bericht vom 29. Oktober 2004 ohne indessen nach deren Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit zu differenzieren. Zusätzlich diagnostizierte er
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10: F60.3) und verwies
beim chronischen Ehekonflikt auf den kranken Ehemann (ICD-10: F63.0/1) sowie
auf Venen- und Fersenentzündungen rechts im Dezember 2003. Der Zustand der
Versicherten habe sich seit seinem Bericht vom Oktober 2004 tendenziell weiter
verschlechtert und chronifiziert. Die Kriterien einer somatoformen
Schmerzstörung seien weitgehend erfüllt: die Symptomatik habe sich auf der
Grundlage multipler psychosozialer Belastungen und Verunsicherungen entwickelt
und zeige mit gescheiterten Rehabilitationsmassnahmen und weitgehender
Therapieresistenz einen chronifizierten Verlauf; die Versicherte habe auch
notgedrungen ihre Lebensführung auf ihre Symptomatik anpassen müssen und dürfte
durch die vermehrte Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit in der Familie einen
sekundären Krankheitsgewinn erfahren. Obwohl die somatoforme Schmerzstörung in
allen Berichten erwähnt worden sei, sei Dr. med. F.________ darauf nicht
eingegangen. Auch die von ihm (Dr. med. B.________) im Bericht vom 29. Oktober
2004 ausführlich dargestellten Hinweise auf eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit hypochondrisch-ängstlichen,
abhängigen, depressiven, zwanghaften und narzisstischen Anteilen widerlege Dr.
med. F.________ nicht argumentatorisch, sondern postuliere lediglich die
Verdachtsdiagnose einer akzentuierten Persönlichkeit (ICD-10: Z73.1), ohne
deren Herleitung jedoch zu begründen. Nach seiner Beurteilung, derjenigen der
Psychiatrischen Klinik Y.________ des Spitals X.________, der Externen
Psychiatrischen Dienste, Beratungsstelle H.________, und des Hausarztes liege
eine zeitweise mittelschwere bis sogar schwere depressive Störung vor. Die vom
Gutachter geforderten sechs Stunden einfach strukturierter Tätigkeit ohne
Hektik und Zeitdruck wären allenfalls an einer geschützten Arbeitsstelle
realistisch, der Versicherten im aktuellen Allgemeinzustand in diesem Umfang
aber kaum zumutbar. Die Prognose hinsichtlich des weiteren Krankheitsverlaufs
sei weiterhin pessimistisch zu beurteilen. Die Beschwerden und deren Verlauf
hätten zum weitgehenden sozialen Rückzug mit Vermeidung der schmerzauslösenden
Faktoren und zur Resignation geführt und liessen die weitere Erwerbstätigkeit
auch bei optimaler medizinischer Betreuung unwahrscheinlich erscheinen.

4.4 Mit Stellungnahme vom 16. Dezember 2005 legte Dr. med. F.________ dar, er
habe die somatoforme Schmerzstörung nicht speziell erwähnt, weil eine solche im
Rahmen einer depressiven Störung fast immer auftrete. Es könne natürlich immer
gestritten werden, ob diese Diagnose noch separat gestellt werden müsse,
insbesondere wenn die Schmerzen derart im Vordergrund stünden. Unter den
gegebenen Umständen könne die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung tatsächlich noch einmal aufgeführt werden. Die Diagnose einer
Persönlichkeitsstörung sei oft sehr schwierig zu stellen. Eine solche Störung
sei meistens seit der Kindheit, Jugend oder dem jungen Erwachsenenalter
vorhanden. Diese Diagnose werde von Dr. med. B.________ in keiner Weise
begründet und ergebe sich auch nicht aus den anderen Berichten. Es hätten sich
wohl gewisse Verhaltensauffälligkeiten während den Hospitalisationen und
innerhalb der Therapie gezeigt, die aber bei weitem nicht die Diagnose einer
Persönlichkeitsstörung rechtfertigten. Er (Dr. med. F.________) gehe deshalb
vom Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge aus. Der Vorwurf des Dr. med.
B.________, die Herleitung der akzentuierten Persönlichkeit sei nicht
begründet, könne demnach nicht so recht nachvollzogen werden. Weiter bestätige
Dr. med. B.________ wiederholt mehrere psychosozial belastende Umstände. Es
werde allerdings nie richtig klar, worin sich die Eheproblematik manifestiere,
zumal die Versicherte anlässlich der Begutachtung massive eheliche Probleme
verneint habe. Derartige Probleme würden in den Berichten allerdings immer
wieder erwähnt, doch leider nicht umschrieben. Es würden Schwierigkeiten mit
Arbeitslosigkeit, ökonomischen Verhältnissen, familiären Problemen und
kultureller Eingewöhnung angegeben. Diese psychosozial sicher belastenden
Umstände seien verbesserungsfähig, erforderten allerdings die Mitarbeit der
Versicherten. Nicht nachvollziehbar seien die von Dr. med. B.________
gestellten Diagnosen "Analphabetin", Status nach zwei Spontangeburten sowie
Hospitalisationen, da es sich nicht um eine Krankheit handle. Weiter erwähne
dieser klar somatische Erkrankungen, die psychiatrischerseits in der Auswirkung
nicht quantifiziert werden könnten, wenn nicht entsprechende spezialärztliche
Erklärungen vorhanden seien. Eine rezidivierende depressive Störung könne
bestätigt werden, doch entspreche diese nicht einer schweren depressiven
Störung. Es könne allenfalls zwischen einer leichten bis mittelschweren Störung
diskutiert werden. Schmerzstörungen nähmen für den Betroffenen oft ein
subjektiv äusserst starkes Ausmass an, begründeten in der Regel allerdings
nicht eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, wenn nicht eine
ausgesprochen schwere körperliche Tätigkeit verrichtet werde und keine
psychische Komorbidität bestehe. Eine gewisse Komorbidität durch die depressive
Störung sei allerdings vorhanden. Nicht nachvollzogen werden könne die
Argumentation des Dr. med. B.________, dass keine eigentliche genügende
antidepressive medikamentöse Therapie durchgeführt werden könne. Die
Versicherte sei nicht motiviert, entsprechende Therapiemassnahmen
durchzuführen. Es würden nur Konsultationen in Abständen von ein bis zwei
Monaten durchgeführt, was gegen eine schwere Störung spreche. Weiter fänden
sich einige psychosozial belastende Faktoren und Defizite im bildungsmässigen
und sprachlichen Bereich, was verbessert werden könne. Auf jeden Fall dürften
solche Faktoren nicht zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit beigezogen werden.
Es seien aber im Wesentlichen diese psychosozialen und persönlichen Defizite,
die Dr. med. B.________ zur Begründung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
beiziehe. Dies erkläre auch die Diskrepanz zu seiner Einschätzung. Er (der
Gutachter) nehme auf die Anamnese Rücksicht, berücksichtige die depressive
Störung zusammen mit den körperlichen Beschwerden (anhaltende somatoforme
Schmerzstörung) und stufe so die Leistungseinschränkung ein. Die körperlichen
Erkrankungen, die persönlichen Defizite und die psychosozialen Faktoren sowie
auch die möglichen perönlichkeitsspezifischen Probleme (akzentuierte
Persönlichkeit) könnten bei entsprechende Motivation geändert und verbessert
werden. Leider weise die Versicherte diesbezüglich wenig Anstrengungen auf. Er
halte an der im Gutachten vom 23. Juni 2005 dargelegten Leistungsfähigkeit der
Versicherten fest.

4.5 Im Bericht vom 21. Februar 2006 führte Dr. med. B.________ aus, er habe im
Bericht vom 1. Oktober 2005 darzustellen versucht, dass der Gutachter Dr. med.
F.________ die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu hoch eingestuft und sich
auch ihr Allgemeinzustand seit der Begutachtung vor allem durch die
Intensivierung der Symptomatik und fortschreitende Therapieresistenz weiter
verschlechtert habe. Im Übrigen hielt Dr. med. B.________ im Wesentlichen an
der Einschätzung gemäss seinen Berichten vom 29. Oktober 2004 und 1. Oktober
2005 fest. Er führte aus, die Diagnosen der rezidivierenden Depressivität und
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung schienen ihm für eine Berentung
ausreichend, weshalb er auf eine weitere Diskussion der vermuteten kombinierten
Persönlichkeitsstörung verzichtet habe. Wenn die erhobenen psychopathologischen
Befunde jedoch für eine Berentung nicht ausreichten, erachte er eine
differenzierte und begründete Stellungnahme zu den erhobenen Verdachtsdiagnosen
als notwendig. Wie sein Bericht vom 29. Oktober 2004 zeige, habe die
Versicherte seit 1998 eine Vielzahl von Therapien und Medikamenten ausprobiert,
ohne dass sich zuletzt die erhofften therapeutischen Effekte eingestellt
hätten. Die vom Gutachter aufgeworfene Frage der Therapiemotivation habe sich
im Laufe der langjährigen therapeutischen Beziehung nie gestellt. Bei
anhaltender Erfolglosigkeit habe sich allerdings zuletzt verständlicherweise
eine gewisse - auch therapeutische - Resignation eingestellt. Er erachte die
verhältnismässigen Therapiemöglichkeiten als ausgeschöpft, so dass mit einem
Wiedererlangen der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit realistischerweise nicht mehr
gerechnet werden könne.

5.
5.1
5.1.1 Die Vorinstanz hat in medizinischer Hinsicht auf die Einschätzung des
Gutachters Dr. med. F.________ abgestellt. Sie hat im Wesentlichen erwogen, die
leichte depressive Episode erfülle das Kriterium einer psychischen Komorbidität
von erheblicher Schwere nicht. Die seit 1995 bestehenden Schwindelgefühle mit
konsekutiv generalisierten Glieder- und Körperschmerzen (Kopf, Nacken,
Schulter, Rücken, Arme, Beine) bewirkten bezüglich leichter bis mittelschwerer
Tätigkeiten keine Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens. Gemäss
dem Gutachten des Dr. med. F.________ stehe die Versicherte morgens um sechs
Uhr auf, trinke einen Tee und gehe anschliessend spazieren, einkaufen und
Besorgungen erledigen; anschliessend lege sie sich ein bis zwei Stunden hin und
schlafe ein wenig. Sie halte sich meistens zu Hause auf, ausser bei schönem
Wetter gehe sie spazieren. Da sie nicht lesen könne, schaue sie oft fern. Ihre
Tochter helfe ihr im Haushalt. Sie koche jedoch regelmässig und verrichte zudem
gewisse Haushaltarbeiten selber. Von einem sozialen Rückzug in allen
Lebensbelangen oder gar einem apathischen Verharren in sozialer Isolierung
könne daher nicht gesprochen werden. Weiter sei den Akten nicht zu entnehmen,
dass die Versicherte unter einem innerseelischen Konflikt leide und und
therapeutisch keine Ergebnisse mehr erzielt werden könnten. Dr. med. F.________
habe die Durchführung der psychotherapeutischen Behandlung in einer Tagesklinik
empfohlen, die eine Zustandsverbesserung herbeiführen würde. Gemäss Dr. med.
F.________ unternehme die Versicherte nur wenige Anstrengungen, um sich aktiv
für eine Verbesserung einzusetzten. Ein sekundärer Krankheitsgewinn könne nicht
ausgeschlossen werden, bliebe aber ohnehin unbeachtlich. Schliesslich könne
auch nicht von unbefriedigenden Behandlungsergebnissen gesprochen werden, da
die Versicherte aufgrund der Akten bezüglich der Schmerzproblematik gut auf
Bewegungsprogramme, Schafgarbenwickel und gewisse Medikamente angesprochen
habe. Weshalb sie die ärztlichen Empfehlungen (Medikamenteneinnahme,
Entspannungsmöglichkeiten und andere Verhaltensänderungen) im Alltag nicht
umsetze, habe Dr. med. B.________ nicht ausführlich erörtert. Insbesondere
wiege der Umstand, dass trotz wiederholter Therapieversuche die Schmerzen nicht
abgeklungen seien, nicht derart schwer, dass er allein die Unzumutbarkeit der
Schmerzüberwindung rechtfertigen würde. Insgesamt sei nicht vom Grundsatz
abzuweichen, dass die somatoforme Schmerzstörung keine Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit bewirke. Die Versicherte könne daher eine leichte Arbeit ohne
Hektik und Zeitdruck während sechs Stunden am Tag ausüben.
5.1.2 Der Versicherte bestreitet die Rechtsgenüglichkeit des Gutachtens des Dr.
med. F.________. Es sei auf die Einschätzung des Dr. med. B.________
abzustellen, wonach sie zu 100 % arbeitsunfähig sei.
5.2
5.2.1 Eine mittelschwere Episode einer rezidivierenden depressiven Störung
(ICD-10: F. 33.10 [ohne somatisches Syndrom]) wurde in den Berichten der
Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 9. Januar und 7. Juni 2004 sowie des Dr.
med. B.________ vom 29. Oktober 2004 und 1. Oktober 2005 diagnostiziert. Die
Externen Psychiatrischen Dienste, Beratungsstelle H.________, diagnostizierten
im Bericht vom 9. September 2003 rezidivierende depressive Störungen,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.11 [mit somatischem Syndrom]).
Im Bericht vom 1. Oktober 2005 legte Dr. med. B.________ dar, zeitweise sei die
depressive Störung sogar schwer. Gemäss diesen Berichten sowie denjenigen des
Spitals X.________ vom 8. September 2004 und des Hausarztes Dr. med.
S.________, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 30. November 2004 liegt zudem
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) vor.
5.2.2 Demgegenüber ging Dr. med. F.________ im Gutachten vom 23. Juni 2005
lediglich von einer leichten depressiven Störung (ICD-10: F33.1; recte: F33.0)
und dem Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10: Z73.1) aus. Erst im
ergänzenden Bericht vom 16. Dezember 2005 legte er dar, es könne allenfalls
zwischen einer leichten bis mittelschweren depressiven Störung diskutiert
werden. So wie sich die Versicherte anlässlich der Begutachtung präsentiert
habe, hätte keine Depression diagnostiziert werden müssen. Weiter hat Dr. med.
F.________ im Gutachten vom 23. Juni 2005 die Diagnose der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt. Im Bericht vom 16. Dezember 2005
hat er sich dann - aufgrund der Einwände des Dr. med. B.________ vom 1. Oktober
2005 - mit dieser zusätzlichen Diagnose einverstanden erklärt.

Nach dem Gesagten bestehen in diagnostischer Hinsicht Widersprüche einerseits
zwischen dem Gutachten des Dr. med. F.________ vom 23. Juni 2005 und seiner
Ergänzung vom 16. Dezember 2005 und andererseits zwischen diesen Akten und den
in E. 5.2.1 angeführten medizinischen Berichten. Auch wenn Dr. med. F.________
nunmehr der Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung beipflichtet,
besteht weiter eine Diskrepanz zwischen seiner Einschätzung und derjenigen des
Dr. med. B.________ hinsichtlich der Frage, in welchem Ausmass die psychische
Komorbidität Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten hat (vgl.
auch erwähntes Urteil 9C_539/2007, E. 3.2.1 betreffend Komorbidität zwischen
Schmerzsyndrom und "rezidivierender depressiver Störung mittelgradige Episode
kombiniert mit Panikattacken und somatischen Beschwerden ICD-10: F33.11").
Abweichende Auffassungen haben diese beiden Ärzte auch hinsichtlich des
Vorhandenseins der weiteren Kriterien, welche für die Beurteilung des
invalidisierenden Charakters der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
heranzuziehen sind (vgl. BGE 130 V 49 E. 1.2 S. 50 f. mit Hinweisen). Weiter
ist zu beachten, dass Dr. med. B.________ im Bericht vom 21. Februar 2006
feststellte, der Allgemeinzustand der Versicherten habe sich seit der
Begutachtung durch Dr. med. F.________ vom 14. Juni 2005 vor allem durch die
Intensivierung der Symptomatik und fortschreitende Therapieresistenz weiter
verschlechtert.
5.2.3 Das Gutachten des Dr. med. F.________ vom 23. Juni 2005 und seine
Ergänzung vom 16. Dezember 2005 erfüllen für sich allein angesichts der
zwischen ihnen bestehenden Divergenzen die rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht (BGE 125 V 351
S. 352 E. 3a). Die Angaben des Dr. med. B.________ können für sich allein
ebenfalls nicht als massgebend gelten, da behandelnde Ärzte im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353; Urteil I 1048/
06 vom 13. Dezember 2007, E. 7.1.2).

Die Berichte der Externen Psychiatrischen Dienste, Beratungsstelle H.________,
vom 9. September 2003 sowie der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 9. Januar
und 7. Juni 2004 sind nicht geeignet, den relevanten Sachverhalt
rechtsgenüglich zu belegen, zumal sie weit zurückliegen und darin zur Arbeits
(un)fähigkeit der Beschwerdeführerin nicht hinreichend Stellung genommen wird.

Auf den Aktenbericht des Dr. med. V.________ vom 31. Mai 2006, der die
Einschätzung des Dr. med. F.________ vom 23. Juni 2005 bestätigte, kann
ebenfalls nicht abgestellt werden. Denn ein Aktenbericht ist zulässig, wenn ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil
U 300/05 vom 7. November 2005, E. 4.2). Diese Voraussetzungen sind vorliegend
nicht erfüllt.

Zusammenfassend enthält der vorinstanzliche Entscheid nicht für den gesamten
relevanten Zeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheides (11. Januar 2007;
BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) rechtsgenügliche Feststellungen zur Arbeits(un)
fähigkeit, welchen mit Blick auf Art. 105 Abs. 1 BGG Verbindlichkeit
beigemessen werden kann. Die Vorinstanz hat die hier wesentlichen
Sachverhaltsfeststellungen allein gestützt auf die Angaben des Dr. med.
F.________ getroffen, deren Widersprüche und Ungereimtheiten sich auch im
Lichte der übrigen medizinischen Akten nicht beheben lassen. Die Sache ist
daher in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (E. 3.3 hievor) zwecks
Einholung eines fachärztlichen Gutachtens zum psychischen Gesundheitszustand
sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - allenfalls veranlasst im
Rahmen einer interdisziplinären medizinischen Abklärung - und erneuter
Verfügung über den Rentenanspruch an die IV-Stelle zurückzuweisen (vgl. auch
erwähnte Urteile 9C_539/2007, E. 3.4, und I 1048/06, E. 7.2). Damit bleiben den
Parteien alle Rechte, insbesondere der doppelte Instanzenzug, gewahrt (vgl. BGE
125 V 413 E. 2c S. 417; Urteil U 11/07 vom 27. Februar 2008, E. 11.3).

6.
6.1 In erwerblicher Hinsicht ist das vorinstanzlich gestützt auf die Angaben
der Firma T.________ AG (letzte Arbeitgeberin der Versicherten) ermittelte
hypothetische Valideneinkommen von Fr. 45'262.- unbestritten.

6.2 Anzufügen ist Folgendes: IV-Stelle und Vorinstanz haben das
Invalideneinkommen von Fr. 31'683.- ermittelt, indem sie das Valideneinkommen
von Fr. 45'262.- (E. 6.1 hievor) gestützt auf die von Dr. med. F.________
festgestellte Arbeitsunfähigkeit um 30 % gekürzt haben. Sie haben mithin im
Ergebnis die Arbeitsunfähigkeit dem Invaliditätsgrad gleichgesetzt. Der
Versicherten ist beizupflichten, dass dieses Vorgehen nicht angängig ist. Denn
sofern die versicherte Person - wie vorliegend - nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt, sind für die Bestimmung
des trotz der Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren
Einkommens (Invalideneinkommen) grundsätzlich die LSE-Tabellenlöhne
heranzuziehen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). Nur ausnahmsweise darf von der
ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne weiteres auf einen
entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen werden. Dies trifft beispielsweise
bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person zu. Eine genaue
Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen erübrigt sich zum Beispiel auch,
wenn sie ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen sind. Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (BGE 129 V 472 E.
4.2.3 S. 481; erwähntes Urteil I 1048/06, E. 7.2; Urteil I 241/03 vom 10. Mai
2004, E. 2.3.2). Nach dem Gesagten war das Vorgehen von IV-Stelle und
Vorinstanz zur Bestimmung des Invalideneinkommens nicht rechtskonform.

Über das zu veranschlagende Invalideneinkommen und die Frage, ob und
bejahendenfalls in welchem Umfang vom heranzuziehenden Tabellenlohn ein Abzug
gerechtfertigt ist (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 und 4.2.3 S. 475 und 481), kann erst
nach rechtsgenüglicher Ermittlung der Arbeits(un)fähigkeit befunden werden
(vgl. auch Urteil I 785/06 vom 31. Oktober 2007, E. 8).

Weiter wird die IV-Stelle zu prüfen haben, ob das Valideneinkommen der
Versicherten (E. 6.1 hievor) unter dem Durchschnitt der Löhne für eine
vergleichbare Tätigkeit lag und davon auszugehen ist, dass die Versicherte sich
nicht aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommen begnügen wollte.
Bejahendenfalls muss auch beim Invalideneinkommen eine entsprechende Reduktion
des bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage noch erzielbaren
Durchschnittsverdienstes erfolgen (Grundsatz der Parallelität der
Vergleichseinkommen; BGE 129 V 222 E. 4.4 S. 225, AHI 1999 S. 237 E. 1; Urteil
8C_700/2007 vom 18. März 2008, E. 2 und 4).

7.
Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten
(Art. 66 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 68 Abs. 1 BGG) zu tragen und der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zu entrichten (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist damit
gegenstandslos.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des
Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 8. August 2007 und der Einspracheentscheid
der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. Januar 2007 aufgehoben werden und die
Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abklärung
im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch neu verfüge.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 2500.- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientschädigung des
vorangegangenen Verfahrens an das Kantonsgericht Basel-Landschaft
zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung
Sozialversicherungsrecht, der Ausgleichskasse Basel-Landschaft und dem
Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 6. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Jancar