Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.800/2007
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Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_800/2007

Urteil vom 13. Mai 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Schüpfer.

Parteien
S.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Beratungsstelle für Ausländer,
Schützengasse 7, 8001 Zürich,

gegen

Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, Generaldirektion, General
Guisan-Strasse 40, 8400 Winterthur,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin Marianne I. Sieger,
Kuttelgasse 8, 8001 Zürich.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 29. Oktober 2007.

Sachverhalt:

A.
Die 1955 geborene S.________ arbeitete als Küchenhilfe in einem Wohn- und
Pflegezentrum und war in dieser Eigenschaft bei der Winterthur Schweizerische
Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Winterthur) gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als sie am 22. Januar 2003 am Arbeitsplatz ausrutschte und
auf den Rücken und das Gesäss stürzte. Die Versicherte zog sich eine
Lumboischialgie und eine blockierte Lendenwirbelsäule zu und wurde initial für
einige Tage als arbeitsunfähig erachtet. Eine Röntgenuntersuchung der LWS und
des Beckens zeigte erhebliche degenerative Veränderungen. S.________ wurde vom
16. April bis 17. Mai 2003 stationär an der Rheumaklinik und Institut für
Physiotherapie am Spital X.________ behandelt. Mit Verfügung vom 26. August
2003 teilte die Winterthur der Versicherten mit, dass die Leistungen ab 11.
Juni 2003 eingestellt würden, da die darüber hinaus anhaltenden Beschwerden
nicht mehr in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall
stünden. Die Hausärztin der S.________ erhob namens ihrer Patientin dagegen
Einsprache, welche mit Entscheid vom 16. Januar 2007 abgewiesen wurde.

B.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des
Kantons Zürich mit Entscheid vom 29. Oktober 2007 ab.

C.
S.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen,
mit dem Antrag, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die Winterthur zu
verpflichten, ihr auch ab 12. Juni 2003 Versicherungsleistungen zu erbringen.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG
erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106
Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine
Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann
sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung
abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht prüft
grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen; es ist nicht gehalten, wie eine
erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu prüfen,
wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die
Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur
insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Im Beschwerdeverfahren um die
Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Militär- oder
Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und
Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Nach den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz setzt die grundsätzliche
Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass
zwischen Unfallereignis und eingetretenem Gesundheitsschaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen)
und adäquater (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181) Kausalzusammenhang besteht. Dabei
werden im kantonalen Entscheid die in der Rechtsprechung entwickelten
massgebenden Kriterien der Adäquanzbeurteilung bei psychischen
Fehlentwicklungen mit Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nach
Unfällen (BGE 115 V 133; vgl. BGE 123 V 98 E. 2a S. 99 mit Hinweisen) richtig
dargelegt. Darauf wird verwiesen. Richtig wiedergegeben ist ferner die
Rechtsprechung zum im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 126 V 353 E. 5b
S. 360 je mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert und zur Beweiswürdigung
ärztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a und b S. 352 mit
Hinweisen).

3.
Zu prüfen ist, ob die Anspruchsvoraussetzungen für Leistungen der
Unfallversicherung, insbesondere die Kausalität zwischen den geklagten
Beschwerden und dem Unfall vom 22. Januar 2003, auch ab dem 12. Juni 2003 noch
gegeben sind.

3.1 Die Vorinstanz ist in sehr sorgfältiger Würdigung der medizinischen Akten,
insbesondere der nur wenige Tage nach dem Ereignis angefertigten
Röntgenbefunde, des Berichts über den einen Monat dauernden
Rehabilitationsaufenthalt im Spital X.________ sowie der vertrauensärztlichen
Stellungnahmen der Dres. med. H.________ und A.________ zum Ergebnis gelangt,
der Sturz auf das Gesäss habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines
vorbestehenden Gesundheitsschadens, konkret von erheblichen degenerativen
Veränderungen inklusive einer Diskushernie der unteren Wirbelsäule, geführt.
Indem die Unfallversicherung Leistungen für den durch den Unfall ausgelösten
Beschwerdeschub erbracht habe, sei sie ihrer Leistungspflicht genügend
nachgekommen.

Die von der Beschwerdeführerin dagegen vorgebrachten Argumente vermögen an
dieser fundierten Beurteilung nichts zu ändern. Insbesondere kann die von den
behandelnden Ärzten Dr. med. T.________, allgemeine Medizin FMH, und Dr. med.
O.________, Spezialarzt für Chirurgie FMH, vorgebrachte Argumentation, welche
mit "post hoc ergo propter hoc" zusammenzufassen ist, an den einleuchtenden
Schlussfolgerungen des kantonalen Gerichts keine Zweifel zu erwecken. Es wird
auf die im angefochtenen Entscheid zitierte umfangreiche Rechtsprechung zum
Umstand verwiesen, dass Diskushernien nur unter ganz seltenen Konstellationen
unfallbedingt sind, und dass eine solche hier mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit nicht vorliegt.

3.2 Dasselbe gilt für die vorinstanzliche Beurteilung des adäquaten
Kausalzusammenhanges des psychischen Beschwerdebildes mit dem Unfall vom 22.
Januar 2003. Die Vorinstanz hat sowohl die Frage offen gelassen, ob der
diagnostizierte psychische Gesundheitsschaden in einem natürlichen
Kausalzusammenhang mit dem Unfall steht, als auch diejenige, ob der Sturz in
der Adäquanzbeurteilung als leichtes oder mittelschweres Ereignis zu
qualifizieren sei, und hat die Adäquanz angesichts des Fehlens von
rechtsprechungsgemäss erheblichen Kriterien verneint. An dieser Beurteilung des
kantonalen Gerichts ist nichts auszusetzen.

4.
Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren nach
Art. 109 BGG, insbesondere ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und
summarischer Begründung, erledigt wird.

5.
Als unterliegende Partei hat die Versicherte die Gerichtskosten zu tragen (Art.
66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons
Zürich und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 13. Mai 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

i.V. Leuzinger Schüpfer