Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.817/2007
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_817/2007

Urteil vom 11. Dezember 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterinnen Widmer, Leuzinger,
Gerichtsschreiber Holzer.

Parteien
B.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Rainer Braun,
Oberdorfstrasse 6, 8887 Mels,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004
Luzern, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom
14. November 2007.

Sachverhalt:

A.
Der 1953 geborene B.________ war über die Arbeitslosenkasse des Kantons Glarus
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als er am 15. April 2004 in X.________ beim Snowboarden
nach vorne stürzte und auf den Kopf fiel. Dieses Ereignis führte gemäss Angaben
des Versicherten zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit. Der Versicherte suchte
am Tag nach dem Unfall Dr. med. A.________ auf und beklagte sich über Nacken-
und Kopfschmerzen. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen des
Ereignisses vom 15. April 2004 und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit
Verfügung vom 4. März 2005 stellte die SUVA ihre Taggeldleistungen per 16.
Dezember 2004 ein, da der Versicherte nunmehr zu 75 % arbeitsfähig sei und
damit die Anspruchsvoraussetzungen nicht mehr erfülle. Zudem stellte die
Versicherung mit Verfügung vom 27. April 2005 sämtliche Leistungen per 1. Mai
2005 ein, da die über dieses Datum hinaus geklagten Beschwerden nicht mehr in
einem rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 15. April 2004
stünden. Mit Wiedererwägungsverfügung vom 25. Juli 2005 hob die SUVA ihre
Verfügung vom 27. April 2005 auf und anerkannte einen Taggeldanspruch des
Versicherten ab 1. Mai 2005 bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25 %. Am 5. Januar
2006 erliess die Versicherung eine erneute Verfügung, mit welcher sie
einerseits wiedererwägungsweise einen Taggeldanspruch für die Zeit vom 1. Mai
2005 bis 31. Dezember 2005 aufgrund einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit
anerkannte, anderseits ihre Leistungen per 31. Dezember 2005 einstellte, da die
über dieses Datum hinaus anhaltend geklagten Beschwerden nicht mehr durch den
Unfall verursacht seien. Mit Einspracheentscheid vom 11. August 2006 bestätigte
die SUVA diese Leistungseinstellung.

B.
Die von B.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des
Kantons Glarus mit Entscheid vom 14. November 2007 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt B.________, die SUVA sei unter Aufhebung des
Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, die
gesetzlichen Leistungen über den 1. Januar 2006 hinaus zu erbringen.

Während die SUVA auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das
Bundesamt für Gesundheit auf eine Vernehmlassung.

D.
Mit Urteil vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) hat das Bundesgericht die sog.
Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden
präzisiert. Die Parteien hielten im Rahmen des ihnen zu dieser Präzisierung
gewährten rechtlichen Gehörs an ihren Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen
Rechtsverletzungen gemäss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht
wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich
weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die
Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen
als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von
der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (vgl. BGE 132
II 257 E. 2.5 S. 262; 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Immerhin prüft das
Bundesgericht, unter Berücksichtigung der allgemeinen Begründungspflicht der
Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grundsätzlich nur die geltend gemachten
Rügen, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist
jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich
stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht
nicht mehr vorgetragen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).

1.2 Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von
Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht
an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden
(Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Zusammen mit seiner Beschwerde reicht der Versicherte den Austrittsbericht der
Klinik Y.________ vom 23. Januar 2007 und das Gutachten der MEDAS vom 2.
November 2007 ein. Dabei handelt es sich um zulässige neue Beweismittel, da
vorliegend erst der vorinstanzliche Entscheid zu diesen Vorbringen Anlass
gegeben hat.

3.
3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt
grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles
oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer
haftet jedoch für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur
in einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum
versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3 S. 181). Dabei spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich
organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich
hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V
109 E. 2 S. 111 f.; 127 V 102 E. 5b/bb S. 103). Objektivierbar sind
Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des
Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch
objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden,
wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt
wurden und die hiebei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich
anerkannt sind (Urteil 8C_806/2007 vom 7. August 2008, E. 8.2 mit zahlreichen
Hinweisen). Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber
in diesem Sinne objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz
vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls
weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111
f.). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung
der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE
134 V 109 E. 10 S. 126 ff. präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese
Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien,
welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden
(BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.;
vgl. auch Urteil 8C_583/2007 vom 10. Juni 2008, E. 2.2).

3.2 Mit Urteil vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) hat das Bundesgericht die
sog. Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen
Beschwerden präzisiert. Im genannten Urteil wurde zunächst der Grundsatz
bestätigt, dass der Fallabschluss und damit verbunden die Adäquanzprüfung im
Hinblick auf die Rentenleistungen in dem Zeitpunkt zu erfolgen hat, in dem von
der Weiterführung der medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (zitiertes Urteil, E. 4).
Hinsichtlich der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfallereignis und den geklagten organisch nicht hinreichend nachweisbaren
Beschwerden wurde festgehalten, dass diese aufgrund einer eingehenden
medizinischen Abklärung zu erfolgen hat (zitiertes Urteil, E. 9.4 und 9.5).
Schliesslich wurden in E. 10 des zitierten Urteils die Kriterien, welche zur
Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen (vgl. dazu insbesondere
SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]) dienen, neu gefasst. Der Katalog
der adäquanzrelevanten Kriterien lautet nunmehr:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
- erhebliche Beschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Weiterhin gilt, dass nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in
die Gesamtwürdigung erforderlich ist. Je nach den konkreten Umständen kann für
die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium
genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt,
welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im
gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw.
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien
herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im
mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird.
Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur
Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6b
S. 367).

3.3 Rechtsprechungsgemäss ist eine Änderung oder Präzisierung einer
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nur auf zukünftige Fälle anwendbar,
sondern auch auf jene Fälle, die im Zeitpunkt der Änderung oder der
Präzisierung der Praxis bereits beim Bundesgericht hängig waren (BGE 120 V 128
E. 3a 131 mit Hinweisen).

4.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungen
für die Folgen des Unfalles vom 15. April 2004 per 31. Dezember 2005
eingestellt hat.

5.
5.1 Gemäss eigenen Angaben stürzte der Versicherte am 15. April 2004 beim
Snowboarden auf den Kopf, worauf er kurzzeitig bewusstlos war. Der
Beschwerdeführer suchte am folgenden Tag wegen leichten Kopf- und
Nackenschmerzen Dr. med. A.________ auf. Dieser diagnostizierte eine Commotio
cerebri und ein Schleudertrauma. Eine Hirnblutung konnte am 27. Mai 2004 durch
eine Computer-Tomographie des Schädels im Spital Z.________ ausgeschlossen
werden. Am 17. Mai 2005 wurde zudem in demselben Spital ein MRI der
Halswirbelsäule (HWS) durchgeführt, dabei konnten keine posttraumatischen
Residuen festgestellt werden. Somit ist davon auszugehen, dass nach dem 31.
Dezember 2005 keine objektiv nachweisbaren Unfallfolgen mehr vorlagen.

5.2 Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Einspracheentscheid vom 11. August
2006 ihre Leistungspflicht, da ein allfälliger natürlicher Kausalzusammenhang
zwischen dem Ereignis vom 15. April 2004 und den über den 31. Dezember 2005
hinaus anhaltend geklagten objektiv nicht nachweisbaren Beschwerden jedenfalls
nicht adäquat im Sinne von BGE 115 V 133 sei. Wie der Beschwerdeführer
demgegenüber zu Recht geltend macht, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhanges
zwischen dem Ereignis und den geklagten Beschwerden vorliegend nicht nach der
Rechtsprechung, welche für psychische Unfallfolgeschäden entwickelt wurde,
sondern nach der sog. "Schleudertrauma-Praxis" (BGE 134 V 109) zu prüfen: Zwar
ist dem Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. B.________ vom 2. September 2004
zu entnehmen, dass aufgrund des Unfallmechanismus nicht von einem klassischen
Schleudertrauma, wie es etwa bei Heckkollisionen auftritt, auszugehen ist. Aus
der Stellungnahme des Dr. med. A.________ vom 20. August 2004 ergibt sich
jedoch, dass sich der Beschwerdeführer beim Snowboard-Unfall auch ein
Schädel-Hirn-Trauma zugezogen hat, welches seinerseits als eine dem
Schleudertrauma ähnliche Verletzung zu qualifizieren ist.
5.3
5.3.1 Nach konstanter Rechtsprechung (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 113 f. mit
weiteren Hinweisen) hat der Versicherer - sofern allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - die
Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Trifft
dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden
Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und
auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen. Was unter einer namhaften
Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten zu verstehen ist,
umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale
Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen
ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt
beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes
"namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu
erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen
genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit weiteren Hinweisen).
5.3.2 Dem Gutachten der MEDAS vom 2. November 2007 ist zu entnehmen, dass
jedenfalls im Zeitpunkt der Begutachtung, mithin im August 2007, von einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war. Da die über Ende August 2007 hinaus
anhaltend geklagten Beschwerden nicht mehr adäquat kausal durch das
Unfallereignis verursacht wurden (vgl. E. 6 hienach), ist die SUVA jedenfalls
berechtigt, ihre Leistungen per Ende August 2007 abzuschliessen.
5.3.3 Unklar bleibt aufgrund der vorliegenden Akten demgegenüber, ob in der
Zeit zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 31. August 2007 durch weitere
ärztliche Behandlungsmassnahmen noch eine namhafte Besserung der unfallkausalen
Beschwerden erzielt werden konnte. Am 4. September 2006 schlug Dr. med.
C.________ einen stationären Behandlungsversuch zur Bekämpfung der seines
Erachtens durch den Unfall verursachten gesundheitlichen Probleme vor. Dieser
fand in der Folge in der Klinik Y.________ statt; gemäss dem Austrittsbericht
vom 23. Januar 2007 verliess der Versicherte am 11. Dezember 2006 diese Klinik
in deutlich gebesserten Allgemeinzustand. Gegenüber den Gutachtern der MEDAS
beklagte sich der Beschwerdeführer indessen darüber, dass die positive Wirkung
des stationären Aufenthaltes nicht lange angedauert habe und sich die Probleme
bereits ab Januar 2007 wieder verstärkt hätten. Somit bleibt offen, ob vor dem
Aufenthalt prognostisch noch eine im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG namhafte
Besserung eines unfallbedingt geschädigten Gesundheitszustandes erwartet werden
konnte; insbesondere fehlt es an einer kreisärztlichen Stellungnahme zu dieser
Frage. Folglich sind Einsprache- und kantonaler Gerichtsentscheid aufzuheben,
und die SUVA wird nach Klärung dieser Frage über den Leistungsanspruch des
Versicherten ab dem 1. Januar 2006 neu zu entscheiden haben.

6.
Bezüglich der Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom
15. April 2004 und den über den 31. August 2007 (vgl. E. 5.3.2 hievor)
anhaltend geklagten Beschwerden ist Folgendes festzuhalten:

6.1 Die SUVA hat den von keinen Zeugen beobachteten Sturz mit dem Snowboard als
mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen qualifiziert.
Aufgrund der Aktenlage ist nicht von einem besonders heftigen Sturz auszugehen.
Somit ist der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts beizupflichten,
bestimmt sich doch die Schwere eines Unfalles aufgrund des augenfälligen
Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2008 UV Nr. 8
S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]). Gleich beurteilt wurden etwa der Sturz eines
Bauarbeiters in einen Lichtschacht (Urteil U 232/02 vom 5. August 2003), der
Sturz an einem steinigen Flussufer hangabwärts auf den Rücken (Urteil U 173/03
vom 15. November 2004, E. 4.2.2) oder ein Sturz auf einer Treppe kopfüber
(Urteil 8C_798/2007 vom 3. Juli 2008, E. 4.1) bzw. auf den Hinterkopf (Urteil
8C_402/2007 vom 23. April 2008, E. 5.2). Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges
wäre somit dann zu bejahen, wenn eines der in E. 3.2 hievor aufgezählten
Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre, oder wenn
mehrere dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären.

6.2 Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, dass er die Kriterien
der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des
Unfalles, der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der
ärztlichen Fehlbehandlung und des schwierigen Heilverlaufs und der erheblichen
Komplikationen erfüllt.

6.3 Entgegen der Ansicht des Versicherten ist das Kriterium der fortgesetzen
spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung nicht erfüllt. Schon bald nach
dem Unfall beschränkten sich die Therapiemassnahmen auf eine
Cranio-Sacral-Therapie, zu welcher sich ab Juni 2005 eine grobmaschige
physikalische Therapie gesellte (vgl. auch Urteile 8C_340/2007 vom 12. Juni
2008, E. 5.3.3 und 8C_415/2007 vom 1. Juli 2008, E. 7.3). Eine
neuropsychologische Therapie konnte von Dr. phil. D.________ in seinem Bericht
vom 15. April 2005 ausdrücklich nicht empfohlen werden. Auch wenn man den
vierwöchigen Aufenthalt in der Klinik Y.________ in die Beurteilung
miteinbezieht, so reicht dies nicht aus für eine Bejahung des Kriteriums.

6.4 Ebenfalls nicht erfüllt ist das Kriterium der erheblichen Beschwerden. Die
Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der
Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im
Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128 und Urteil 8C_415/ 2007
vom 1. Juli 2008, E. 7.4 mit Hinweisen). Gegenüber Dr. med. E.________
beschrieb der Versicherte am 6. April 2005 belastungsabhängige Kopfschmerzen,
wobei er vor allem auf intellektuelle Belastungen und weniger auf solche
körperlicher Art, nachteilig reagiere. Als weiteren Beschwerdekomplex erwähnte
er Körperfühlstörungen, betont an der rechten Hand und verstärkt auftretend
nach einigen Stunden Schlaf. Auch Dr. med. F.________ ging in seinen Berichten
vom 6. Juni 2005 und vom 7. Dezember 2005 davon aus, dass nur noch
Restbeschwerden vorlagen, die Cervikobrachalgien hätten sich deutlich
verbessert. Auch dem MEDAS-Gutachten vom 2. November 2007 ist zu entnehmen,
dass die Beschwerden in erster Linie belastungsabhängig sind. Somit ist nicht
von einer starken Beeinträchtigung des Lebensalltages durch diese Beschwerden
auszugehen (vgl. auch Urteil 8C_798/2007 vom 3. Juli 2008, E. 4.2.4).

6.5 Was schliesslich das durch BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f. präzisierte
Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen
betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn dies bejaht werden könnte, es
jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben ist.

6.6 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt
und selbst dann, wenn man zugunsten des Versicherten das Kriterium der
erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt
erachten würde, die Kriterien nicht in gehäufter Weise gegeben sind, wäre ein
allfälliger natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 15.
April 2004 und den über den 31. August 2007 hinaus geklagten Beschwerden nicht
adäquat und damit nicht rechtsgenüglich.

7.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Als unterliegende Partei hat
die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG; BGE
133 V 642 E. 5). Diese hat dem Beschwerdeführer überdies eine
Parteientschädigung zu entrichten (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom 14. November 2007 und der
Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom
11. August 2006 aufgehoben werden und die Sache an die SUVA zurückgewiesen
wird, damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab dem 1. Januar 2006 bis 31. August
2007 neu verfüge.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 2500.- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientschädigung des vorangegangenen
Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Glarus und
dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 11. Dezember 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Holzer