Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.89/2007
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_89/2007

Urteil vom 20. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Lustenberger, Bundesrichterin Leuzinger,
Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiberin Hofer.

Parteien
J.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Pierre Heusser,
Kernstrasse 8, 8004 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons Solothurn, Allmendweg 6, 4528 Zuchwil,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn
vom 21. Februar 2007.

Sachverhalt:

A.
A.a Die IV-Stelle des Kantons Solothurn wies das Rentenbegehren der 1954
geborenen J.________ ab, was das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit
Entscheid vom 14. April 2003 bestätigte. Aufgrund der von der Versicherten im
September 2003 geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes gab
die Verwaltung das psychiatrische Gutachten des Dr. K.________ vom 22. März
2004 in Auftrag. Mit Verfügung vom 29. April 2004 lehnte sie das
Leistungsbegehren ab und hielt daran mit Einspracheentscheid vom 9. November
2004 fest. Das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn wies die dagegen
erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 12. Dezember 2005 ab. Auf
Verwaltungsgerichtsbeschwerde hin hob das damalige Eidgenössische
Versicherungsgericht mit Urteil vom 26. Mai 2006 den angefochtenen
vorinstanzlichen Entscheid und den Einspracheentscheid vom 9. November 2004 auf
und wies die Sache an die Verwaltung zurück, damit sie nach Abklärungen im
Sinne der Erwägungen über den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
neu verfüge.
A.b Die IV-Stelle holte daraufhin den Bericht des Dr. R.________ vom 26. August
2006 ein. Zudem ordnete sie am 5. Oktober 2006 eine erneute medizinische
Abklärung durch Dr. K.________ an und gewährte der Versicherten das rechtliche
Gehör. Mit Schreiben vom 26. Oktober 2006 machte ihr Rechtsvertreter geltend,
die Begutachtung habe durch einen neuen, mit der Sache bisher nicht befassten
Facharzt zu erfolgen. Die IV-Stelle hielt in der Folge an der Begutachtung
durch Dr. K.________ fest und weigerte sich, dem Antrag auf Erlass einer
anfechtbaren Verfügung stattzugeben.

B.
Am 6. Dezember 2006 liess J.________ beim Versicherungsgericht des Kantons
Solothurn Rechtsverweigerungsbeschwerde einreichen mit dem Antrag, die
IV-Stelle sei zu verpflichten, über die geltend gemachten Ausstands- und
Ablehnungsgründe gegenüber Dr. med. K.________ zu verfügen. Dieses wies mit
Entscheid vom 21. Februar 2007 die Beschwerde (Dispositiv-Ziffer 1) und das
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Dispositiv-Ziffer 2) ab;
Verfahrenskosten wurden keine erhoben (Dispositiv-Ziffer 3).

C.
Mit Beschwerde lässt J.________ beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen
Entscheids sei die IV-Stelle zu verpflichten, eine beschwerdefähige
Zwischenverfügung betreffend der von ihr geltend gemachten Ausstands- und
Ablehnungsgründe gegen den vorgesehenen Gutachter Dr. K.________ zu erlassen.
Zudem ersucht sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das
letztinstanzliche Verfahren und um unentgeltliche Verbeiständung für das
vorinstanzliche wie auch für das Verfahren vor Bundesgericht.

Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für
Sozialversicherungen hat sich nicht vernehmen lassen.

D.
Am 20. August 2008 hat das Bundesgericht eine publikumsöffentliche Beratung
durchgeführt.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann
wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht
wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es darf nicht über
die Begehren der Parteien hinausgehen (Art. 107 Abs. 1 BGG).

2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle mittels einer anfechtbaren
Zwischenverfügung über die Einholung eines nochmaligen psychiatrischen
Gutachtens bei Dr. K.________ hätte befinden müssen, wovon die
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die von ihr geltend gemachten Ausstands-
und Ablehnungsgründe ausgeht, während IV-Stelle und Vorinstanz dies verneinen.

2.2 Der Anordnung einer Begutachtung durch den Sozialversicherer kommt
rechtsprechungsgemäss kein Verfügungscharakter zu. Einwendungen gegen
Sachverständige sind in Form einer selbstständig anfechtbaren Zwischenverfügung
zu behandeln, sofern substanziierte gesetzliche Ausstandsgründe geltend gemacht
werden, währenddessen Rügen, welche über die gesetzlichen Ausstandsgründe
hinausge-hen, im Rahmen der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen ist (BGE 132 V
93 E. 5 und 6 S. 100 ff., 376 E. 2.5 S. 378).

3.
3.1 Im Beschwerdeverfahren, welches zum Urteil vom 26. Mai 2006 führte, liess
die Beschwerdeführerin den Beweiswert des Gutachtens des Dr. K.________ vom 22.
März 2004 beanstanden und eventualiter beantragen, die Sache sei zur weiteren
Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In der Begründung wurde ausgeführt,
es sei entweder eine neue Begutachtung anzuordnen, oder es seien zumindest bei
Dr. K.________ ergänzende Erkundigungen einzuholen, insbesondere zur
abweichenden Haltung gegenüber Dr. R.________ und zur Klärung der aufgezeigten
Widersprüche.

3.2 Mit Urteil vom 26. Mai 2006 entsprach das Gericht dem
beschwerdeführerischen Eventualantrag auf nochmalige psychiatrische
Begutachtung. Dabei hat es erwogen, Dr. K.________ habe die Gründe nicht
dargelegt, weshalb auf die Feststellungen und Schlussfolgerungen des
behandelnden Psychiaters Dr. R.________ und des Hausarztes Dr. M.________ nicht
abgestellt werden könne. Zudem bestehe eine erklärungsbedürftige Diskrepanz
zwischen dem Gutachten des Dr. K.________ und jenem der Abklärungsstelle
X.________ vom 8. April 2002. Überdies hätten sieben der zehn von Dr.
K.________ durchgeführten Tests wegen fehlender Deutschkenntnisse trotz
Anwesenheit einer Übersetzerin nicht ausgewertet werden können, wobei diese
laut Hausarzt zur Beurteilung der Krankheit und Erhebung des Psychostatus
wichtig gewesen wären. Der Test auf Persönlichkeitsstörung habe Hinweise auf
histerione und paranoide Persönlichkeitszüge ergeben. Akzentuierte (histerione,
paranoide) Persönlichkeitszüge seien unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit aufgezählt. Widersprüchlich oder zumindest
erklärungsbedürftig sei, dass Dr. K.________ bei der Frage nach zumutbaren
Tätigkeiten vollumfänglich auf das Gutachten der Abklärungsstelle X.________
verweise, wo indessen histerione und paranoide Persönlichkeitszüge unter den
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht erwähnt worden seien.
Dies führte das Gericht zum Schluss, dass sich aufgrund der bei den Akten
liegenden medizinischen Unterlagen nicht beurteilen lasse, ob sich der
Gesundheitsschaden der Versicherten seit der Verfügung vom 13. Dezember 2002
bis zum Einspracheentscheid vom 9. November 2004 in anspruchserheblicher Weise
verschlechtert habe und ob sich dies auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit
auswirke.

4.
4.1 Das kantonale Gericht ging davon aus, das Bundesgericht habe dem Gutachten
des Dr. K.________ einzig wegen der festgestellten materiellen Mängel den
Beweiswert abgesprochen, während an der Person des Gutachters in jenem
Verfahren keinerlei Kritik geübt worden sei. Die notwendige Objektivität und
Sachlichkeit sei nie in Frage gestanden. Vom Facharzt dürfe daher verlangt
werden, dass er mit der nötigen Professionalität an die Abklärungen herangehe
und die Akten sowie das Urteil vom 26. Mai 2006 in seine Begutachtung
einbeziehe, zumal die Versicherte keine konkreten Einwände vorbringe, welche
Zweifel an dessen Fähigkeiten erwecken würden. Nachdem weder der Begründung
noch dem Dispositiv des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids zu entnehmen
sei, dass das erforderliche psychiatrische Gutachten bei einem andern Facharzt
in Auftrag zu geben sei, erweise sich die Anordnung einer erneuten Begutachtung
durch Dr. K.________ als rechtmässig. Da dagegen lediglich Einwendungen
materieller Natur vorgebracht würden, habe die IV-Stelle zu Recht keine
Zwischenverfügung erlassen.

4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, da das Gutachten des Dr. K.________
vom Bundesgericht als nicht schlüssig und folglich qualitativ ungenügend
bezeichnet worden sei, bestehe die Gefahr der Befangenheit, wenn derselbe
Psychiater noch einmal ein Gutachten erstelle. Dieser könne versucht sein, die
zweite Expertise möglichst in Einklang mit der ersten zu bringen. Da damit ein
Ausstandsgrund geltend gemacht werde, sei die IV-Stelle verpflichtet, darüber
mittels einer Zwischenverfügung zu befinden.

5.
5.1 Die materiellen (inhaltlichen) Anforderungen an die zu erstattende
ärztliche Expertise ergeben sich aus dem im Einzelfall zur Diskussion stehenden
Beweisgegenstand in Verbindung mit den darauf bezogenen Fragestellungen.
Erscheint dem zuständigen Justizorgan die Schlüssigkeit einer Expertise in
wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat es nötigenfalls ergänzende Beweise zur
Klärung dieser Zweifel zu erheben. Dafür können sich namentlich eine Ergänzung
des bestehenden Gutachtens oder die Anordnung eines neuen Gutachtens,
allenfalls einer Oberexpertise anbieten. Das Abstellen auf eine nicht
schlüssige Expertise im Rahmen der Beweiswürdigung kann Verstösse gegen das
Willkürverbot oder gegen die Verfahrensrechte der Parteien nach sich ziehen
(vgl. BGE 130 I 337 E. 5.4.2 S. 346; 129 I 49 E. 4 S. 57 f.; 118 Ia 144 E. 1c
S. 146 f.). Welche Art von Gutachten anzuordnen ist (Zweitgutachten
[Obergutachten] oder Ergänzungsgutachten), ist eine Ermessensfrage (Urteil
6B_283/2007 vom 5. Oktober 2007, E. 2).

5.2 Ergänzende Gutachten sind einzuholen, wenn die Würdigung des bereits
erstatteten Gutachtens ergeben hat, dass einzelne der behandelten Punkte einer
erneuten sachverständigen Stellungnahme bedürfen oder wenn bestimmte Fragen
ausserhalb des gutachterlich bereits abgehandelten Bereichs abzuklären sind
(Ueli Kieser, Die rechtliche Würdigung von medizinischen Gutachten, in: René
Schaffhauser/ Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen
Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 157 f.). Nach der
Rechtsprechung ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, dass ein Gutachter
seine Feststellungen im späteren Verfahren ergänzt oder im Lichte neuer
Tatsachen oder erhobener Einwendungen prüft, soweit dabei das bereits
erstattete Gutachten zum Ausgangspunkt der weiteren Untersuchungen und
Ausführungen gemacht wird (RKUV 1985 Nr. K 646 S. 235, E. 5b). Ein
Zweitgutachten steht im Vordergrund, wenn das Gericht ein bestehendes Gutachten
für klar unzureichend und kaum verwertbar erachtet (Urteil 6B_283/2007 vom 5.
Oktober 2007, E. 2) oder wenn es die Würdigung der vorhandenen, gegensätzlich
lautenden gutachterlichen Stellungnahmen nicht erlaubt, auf eine derselben
abzustellen, weil die Kenntnis fehlt, eine der beiden vertretenen Auffassungen
als schlüssig und nachvollziehbar zu bezeichnen (Ueli Kieser, a.a.O., S. 158
f.).

6.
6.1 Nach der materiell unverändert von Art. 58 aBV in Art. 30 Abs. 1 BV
überführten, ebenfalls in Art. 6 Ziff. 1 EMRK enthaltenen Garantie des
verfassungsmässigen Richters hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache
von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne
Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Liegen bei objektiver
Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die
Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen, so ist die Garantie
verletzt (BGE 127 I 196 E. 2b S. 198 mit Hinweisen). Für Sachverständige gelten
grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für
Richterinnen und Richter vorgesehen sind (BGE 120 V 357 E. 3a S. 364). Da sie
nicht Mitglied des Gerichts sind, richten sich die Anforderungen zwar nicht
nach Art. 30 Abs. 1 BV, sondern nach Art. 29 Abs. 1 BV. Hinsichtlich der
Unparteilichkeit und Unbefangenheit kommt Art. 29 Abs. 1 BV indessen ein mit
Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu (BGE 127 I 196 E. 2b
S. 198).

6.2 Vorbefassung begründet nicht zwingend den Anschein der Befangenheit. Nach
der Rechtsprechung kann ein Sachverständiger nicht allein deshalb abgelehnt
werden, weil er den Exploranden schon früher einmal begutachtet hat (BGE 132 V
93 E. 7.2.2 S. 110). Als massgebendes Kriterium für die Beurteilung dieser
Frage im Einzelfall hielt das Bundesgericht fest, es sei generell zu fordern,
dass das Verfahren in Bezug auf den konkreten Sachverhalt und die konkret zu
entscheidenden Rechtsfragen trotz der Vorbefassung als offen erscheine und
nicht der Anschein der Vorbestimmtheit erweckt werde (BGE 117 Ia 182 E. 3b S.
184 mit Hinweis). Es ist somit danach zu fragen, ob das Ergebnis der
Begutachtung nach wie vor als offen und nicht vorbestimmt erscheint. Kann die
Offenheit bejaht werden, ist die Besorgnis der Voreingenommenheit trotz
Vorbefassung unbegründet (Regina Kiener/Melanie Krüsi, Die Unabhängigkeit von
Gerichtssachverständigen, in: ZSR 2006 S. 506). Dies ist beispielsweise der
Fall, wenn der Experte andere Fragen zu beantworten oder sein erstes Gutachten
lediglich zu erklären, zu erläutern oder zu ergänzen hat, nicht aber, wenn er
die Schlüssigkeit seiner früheren Expertise zu überprüfen oder objektiv zu
kontrollieren hat (Urteil 2A.259/1998 vom 30. November 1998).

7.
7.1 Aus den Urteilserwägungen des Rückweisungsentscheids vom 26. Mai 2006 wird
ersichtlich, dass es im Rahmen der Neubegutachtung in erster Linie um eine
Klärung von nach Vorliegen des Gutachtens des Dr. K.________ vom 22. März 2004
offen gebliebenen Fragen geht. Das Gericht präzisierte nicht, dass die
nochmalige psychiatrische Begutachtung durch einen bisher mit der Versicherten
nicht befassten Facharzt vorzunehmen sei. Es liess auch in keiner Weise
durchblicken, es gehe davon aus, Dr. K.________ habe sich in seiner Beurteilung
bereits auf eine Meinung festgelegt und komme daher für die nochmalige
psychiatrische Begutachtung nicht mehr in Frage. Davon ging offensichtlich auch
die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift vom 30. Januar 2006 nicht aus,
sonst hätte sie im damaligen Verfahren nicht eine erneute Untersuchung durch
Dr. K.________ und dessen Beantwortung von Ergänzungsfragen verlangt. Auch der
regionalärztliche Dienst der IV-Stelle nahm in der Stellungnahme vom 4. Oktober
2006 an, dem Psychiater seien die sich aus dem Urteil vom 26. Mai 2006
ergebenden Zusatzfragen zu unterbreiten. Während die Versicherte gegen die
Einholung des Berichts des behandelnden Psychiaters Dr. R.________ vom 26.
August 2006 nichts einzuwenden hatte, liess sie am 26. Oktober 2006, nachdem
die IV-Stelle ihr Gelegenheit gegeben hatte, sich zur Person des zu
beauftragenden Dr. K.________ zu äussern, erstmals und ohne dass neue
Erkenntnisse hinzugekommen wären, die darauf schliessen liessen, dass Dr.
K.________ objektiv betrachtet den Anforderungen an die erneute psychiatrische
Expertise nicht gerecht werden könnte, geltend machen, dieser sei in der Sache
befangen. Dazu hat sich die IV-Stelle am 2. November 2006 in ablehnendem Sinne
geäussert. Ob sie damit faktisch über die geltend gemachte Befangenheit verfügt
hat, braucht nicht abschliessend beurteilt zu werden.

7.2 Die Aufgabe des Dr. K.________ besteht in erster Linie darin, sein erstes
Gutachten im Sinne der im Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts vom 26. Mai
2006 festgestellten Unvollständigkeiten zu überarbeiten und sich insbesondere
mit dem Gutachten der Abklärungsstelle X.________ vom 8. April 2002 und
weiteren bei den Akten liegenden Arztberichten vertiefter auseinanderzusetzen.
Es stellen sich im damaligen Gutachten nicht beantwortete Fragen, die vom
Gericht nicht selber überprüft werden können und daher, wie vorliegend
geschehen, dem bereits tätig gewordenen Gutachter vorzulegen sind. Bei der
Beantwortung der ihm gestellten Fragen verfügt der Facharzt über einen grossen
Interpretationsspielsraum, was für die Offenheit der Expertise spricht (vgl.
dazu BGE 114 Ia 50 E. 3d S. 59 sowie Regina Kiener/Melanie Krüsi, a.a.O., S.
506 f.).
Für die hier in Frage stehende Konstellation der Vorbefassung ist festzuhalten,
dass Dr. K.________ nicht einzig deswegen als befangen abgelehnt werden kann,
weil er das Gutachten vom 22. März 2004 verfasst hat. Es müssten hiefür
bestimmte Umstände hinzukommen, die bei objektiver Betrachtung den Schluss auf
Befangenheit zuliessen. Solche sind nicht zu ersehen. Es ist daher nicht zu
beanstanden, dass die IV-Stelle Dr. K.________ mit der nochmaligen
Überarbeitung des psychiatrischen Gutachtens betraut hat. Denn es ist auch nach
dem gerichtlichen Rückweisungsentscheid in erster Linie Sache der zuständigen
Behörde, nach dem Untersuchungsgrundsatz die materielle Wahrheit zu ermitteln
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; BGE
132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2007 IV Nr. 22 S. 77, I 478/04). Erst die Vorlage des
ergänzten Gutachtens wird Klarheit darüber erbringen, ob im Rahmen der freien
Beweiswürdigung darauf abgestellt werden kann, oder ob sich die Einholung eines
Zweitgutachtens aufdrängt. Der Fortgang des Abklärungsverfahrens bleibt somit
offen. Das kantonale Gericht hat daher nicht Bundesrecht verletzt, wenn es
geschlossen hat, die IV-Stelle habe die Rü-gen der Beschwerdeführerin in das
Beweisverfahren verweisen dürfen, ohne eine Rechtsverweigerung zu begehen.

8.
Die Vorinstanz hat die Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. Pierre Heusser als
unentgeltlichen Rechtsbeistand zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde
abgewiesen. Aufgrund der sich stellenden Rechtsfragen kann die Beschwerde vor
kantonalem Gericht jedoch nicht als aussichtslos bezeichnet werden, und eine
Vertretung durch einen Rechtsanwalt erwies sich als geboten. Zur Bedürftigkeit
hat sich das kantonale Versicherungsgericht nicht geäussert. Diese erscheint
indes aufgrund der Begründung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege für
das bundesgerichtliche Verfahren und der eingereichten Beilagen als
offensichtlich. Die Beschwerde ist daher bezüglich der unentgeltlichen
Verbeiständung für das vorinstanzliche Verfahren gutzuheissen und die Sache zur
Festsetzung der Entschädigung an das kantonale Gericht zurückzuweisen.

9.
9.1 In der Hauptsache sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin als
unterliegender Partei aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Ihrem Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren ist
stattzugeben, da die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind
(Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Es wird indessen ausdrücklich auf Art. 64 Abs. 4
BGG aufmerksam gemacht, wonach die begünstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz
zu leisten haben wird, wenn sie später dazu in der Lage ist.

9.2 Entsprechend seinem Ausgang sind im Beschwerdeverfahren um die
unentgeltliche Verbeiständung für das vorinstanzliche Verfahren keine Kosten zu
erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Der Kanton Solothurn hat die Beschwerdeführerin
für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 625.- zu entschädigen (vgl.
Urteile 8C_630/2007 vom 10. März 2008 und 5A_368/2007 vom 18. September 2007).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Ziffer 2 des Entscheids des
Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 21. Februar 2007 wird
aufgehoben. Rechtsanwalt Dr. Pierre Heusser, Zürich, wird als unentgeltlicher
Anwalt der Beschwerdeführerin für das vorinstanzliche Verfahren bestellt. Die
Sache wird zur Festsetzung seiner Entschädigung an die Vorinstanz
zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Der Beschwerdeführerin wird im bundesgerichtlichen Verfahren die unentgeltliche
Rechtspflege gewährt.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 400.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, indes
vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.

4.
Der Kanton Solothurn hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 625.- zu entschädigen.

5.
Rechtsanwalt Dr. Pierre Heusser, Zürich, wird als unentgeltlicher Anwalt der
Beschwerdeführerin bestellt, und es wird ihm für das bundesgerichtliche
Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entschädigung von Fr. 1875.- ausgerichtet.

6.
Dieses Urteil wird den Parteien, der AHV-Ausgleichskasse Metzger, Bern, dem
Versicherungsgericht des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für
Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 20. August 2008

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Hofer