Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.288/2008
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_288/2008

Urteil vom 27. August 2008
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Meyer,
Gerichtsschreiber von Roten.

Parteien
A X.________, Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Engelberger-Koller

gegen

B X.-Y.________, Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Bühler

Gegenstand
Ehescheidung (nachehelicher Unterhalt),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer,
vom 25. März 2008.

Sachverhalt:

A.
A X.________, Jahrgang 1948, und B X.________, Jahrgang 1956, heirateten am 4.
November 1983 und wurden Eltern eines Sohnes, geboren 1984, und einer Tochter,
geboren 1987. Die Ehegatten trennten sich im Sommer 2003. Die Ehefrau blieb mit
den beiden Kindern in der ehelichen Liegenschaft. Das Getrenntleben musste
gerichtlich geregelt werden (Entscheid vom 9. September 2003).

B.
Auf gemeinsames Begehren der Ehegatten schied das Amtsgericht Luzern-Land die
Ehe. Sein Urteil vom 1. März 2007 wurde im Scheidungspunkt wie auch mit Bezug
auf die güterrechtliche Auseinander setzung und den Vorsorgeausgleich am 5.
April 2007 rechtskräftig. Strittig blieb der nacheheliche Unterhalt. In
teilweiser Gutheissung der Appellationen beider Ehegatten verpflichtete das
Obergericht des Kantons Luzern den Ehemann, ab Rechtskraft des
Scheidungsurteils der Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr.
3'500.-- bis Ende September 2008, danach von Fr. 2'700.-- bis Ende Februar 2013
und danach von Fr. 1'500.-- bis zur ordentlichen Pensionierung der Ehefrau zu
bezahlen. Es bestätigte die amtsgerichtliche Prozesskostenverlegung, wonach dem
Ehemann 3/4 der Gerichtskosten und eine Anwaltskostenentschädigung an die
Ehefrau von Fr. 6'000.-- auferlegt wurden. Das Obergericht verpflichtete den
Ehemann zur Tragung der Gerichts- und Beweiskosten im Appellationsverfahren und
schlug die Parteikosten wett (Urteil vom 25. März 2008).

C.
Dem Bundesgericht beantragt der Ehemann, die monatlichen Unterhaltsbeiträge an
seine Ehefrau auf Fr. 1'000.-- bis Ende September 2008 herabzusetzen, danach
bis Ende Februar 2009 aufzuheben und danach neu auf Fr. 600.-- bis zu seiner
ordentlichen Pensionierung festzulegen. Die kantonalen Gerichtskosten seien den
Parteien je hälftig aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen. Er
ersucht um aufschiebende Wirkung. Die Ehefrau schliesst auf Abweisung des
Gesuchs, während sich das Obergericht dazu nicht hat vernehmen lassen. Der
Präsident der II. zivilrechtlichen Abteilung hat das Gesuch abgewiesen
(Verfügung vom 15. Mai 2008). In der Sache sind die Akten, hingegen keine
Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen das Urteil über die Dauer und die
Höhe des nachehelichen Unterhalts (Art. 125 ZGB) ist zulässig. Dessen
Festsetzung hat das Bundesgericht nicht von Amtes wegen frei zu überprüfen,
sondern lediglich im Rahmen der geltend gemachten und ausreichend begründeten
Rechtsverletzungen (BGE 134 III 102 E. 1.1 S. 104/105). Darauf und auf weitere
formelle Einzelfragen wird im Sachzusammenhang einzugehen sein.

2.
Das Obergericht hat den Bedarf der Ehegatten deren Einkommen gegenübergestellt.
Für den Beschwerdeführer hat die Rechnung einen monatlichen Überschuss von Fr.
6'430.-- bzw. von Fr. 6'930.-- nach Wegfall des Unterhaltsbeitrags an die
Tochter ab August 2010 und von Fr. 3'352.-- ab der ordentlichen Pensionierung
im März 2013 ergeben (E. 3.4 S. 7 f.), für die Beschwerdegegnerin hingegen
monatliche Fehlbeträge von Fr. 2'103.--, von Fr. 1'103.-- ab Erhöhung des
Arbeitspensums auf 50 % im Oktober 2008 und von Fr. 1'703.-- nach Wegfall des
Wohnkostenbeitrags des Sohnes im Februar 2009 (E. 3.5 S. 9 ff.). Das
Obergericht ist davon ausgegangen, auf Grund der Ehedauer von zwanzig Jahren,
der Geburt zweier Kinder und der traditionellen Aufgabenteilung in der Familie
sei der nacheheliche Unterhalt am letzten ehelichen Lebensstandard zu bemessen,
den die Beschwerdegegnerin indessen nicht bewiesen habe. Eine Überschussteilung
falle ausser Betracht (mit Hinweis auf BGE 134 III 145), und ihren Anspruch auf
Vorsorgeunterhalt habe die Beschwerdegegnerin nicht substantiiert. Mit
Unterhaltsbeiträgen von Fr. 3'500.-- bis Ende September 2008 und danach von Fr.
2'700.-- bis Ende Februar 2013 komme die Beschwerdegegnerin auf Fr. 1'500.--
und ab März 2009 auf Fr. 1'000.-- über ihren Notbedarf zu liegen. Nach der
Pensionierung des Beschwerdeführers sei der Unterhaltsbeitrag, dem Antrag der
Beschwerdegegnerin gemäss, auf Fr. 1'500.-- festzusetzen (E. 3.6 S. 12 ff. des
angefochtenen Urteils).

3.
Der Beschwerdeführer rügt, das Obergericht habe in seinem monatlichen Bedarf
die für seine Tochter bezahlten Unterhaltsbeiträge nur mit Fr. 500.-- statt im
tatsächlich bezahlten Betrag von Fr. 1'200.-- berücksichtigt (S. 5 ff. Ziff.
12-17). Was seine Leistungsfähigkeit angeht, macht er gesundheitliche
Schwierigkeiten geltend (S. 12 Ziff. 30-31 der Beschwerdeschrift).

3.1 Das Amtsgericht setzte im Notbedarf des Beschwerdeführers den Betrag von
monatlich Fr. 500.-- unter der Bezeichnung "Alimente für die Tochter
C.________" ein (E. 4.4 S. 5, mit Hinweis auf Amtl.Bel. 31). In seiner
Appellationsschrift focht der Beschwerdeführer die Berechnung seines Notbedarfs
an, aber nicht mit Bezug auf den Beitrag an die Tochter (S. 2 Ziff. 1a,
Amtl.Bel. 9). Obwohl die Beschwerdegegnerin in ihrer Appellationsbegründung
ausdrücklich auf den Beitrag von Fr. 500.-- einging und dessen Wegfall nach dem
Lehrabschluss der Tochter berücksichtigt wissen wollte (S. 2 Ziff. 3, Amtl.Bel.
10), äusserte sich der Beschwerdeführer auch in der Appellationsantwort zur
Höhe des Beitrags an seine Tochter nicht (S. 2 Ziff. 2, Amtl.Bel. 13). Er
bestätigte schliesslich an der mündlichen Einvernahme vom 9. Juli 2007 auf
Befragen ausdrücklich, er bezahle die Fr. 500.-- für die Tochter C.________
immer noch. Das heutige Vorbringen des Beschwerdeführers ist neu und gemäss
Art. 99 Abs. 1 BGG unzulässig, weil mit Blick auf den geschilderten
Verfahrensablauf nicht erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gegeben
haben kann. Der Beschwerdeführer hatte vielmehr Grund und Gelegenheit, die vom
Amtsgericht festgestellte Höhe des Unterhaltsbeitrags an seine Tochter vor
Obergericht anzufechten und im hier angegebenen Betrag von monatlich Fr.
1'200.-- zu behaupten und zu belegen. Dazu ist es heute zu spät (vgl. BGE 134 V
223 E. 2.2.1 S. 226/227).

3.2 Vor Obergericht hat der Beschwerdeführer geltend gemacht, er müsse sich aus
gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensionieren lassen. Nach den Feststellungen
des Obergerichts hat er es aber versäumt, im Verlaufe des
Appellationsverfahrens entsprechende Beweise zu offerieren (E. 3.4.1 S. 7 des
angefochtenen Urteils). Gegen die Feststellung zum Beweisverfahren wendet der
Beschwerdeführer nichts ein. Soweit er heute erstmals seine gesundheitlichen
Schwierigkeiten beweisen will, ist es dazu vor Bundesgericht zu spät (Art. 99
Abs. 1 BGG). Davon abgesehen sind seine Beweisurkunden teilweise erst nach
Erlass des angefochtenen Urteils erstellt worden. Sie wären insoweit auch als
ausnahmsweise statthafte neue Vorbringen unzulässig (BGE 133 IV 342 E. 2 S. 343
f.; 134 IV 97 E. 5.1.3 S. 103).

3.3 Weitere Rügen gegen die Bestimmung seines Notbedarfs und seiner
Leistungsfähigkeit erhebt der Beschwerdeführer nicht. Auslagen von Fr. 5'170.--
bzw. ab August 2010 von Fr. 4'670.-- steht ein Einkommen von Fr. 11'600.--
gegenüber. Der monatliche Überschuss beträgt damit Fr. 6'430.-- bzw. ab August
2010 Fr. 6'930.-- und nach der Pensionierung ab März 2013 Fr. 3'352.-- (E.
3.4.3 S. 8 des angefochtenen Urteils).

4.
Die Beschwerdegegnerin verfügt über eine Ausbildung als kaufmännische
Angestellte und arbeitet seit September 2000 teilzeitlich bei einer Bank. Das
Obergericht ist von einer fünfzigprozentigen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdegegnerin und einem entsprechenden Arbeitseinkommen ausgegangen. Wenn
dem so sein sollte, wendet der Beschwerdeführer ein, sei ihr rückwirkend eine
hypothetische Teilinvalidenrente von monatlich F. 1'105.-- anzurechnen, habe es
doch die Beschwerdegegnerin trotz langjähriger Beschwerden und festgestellter
Arbeitsunfähigkeit von 50 % pflichtwidrig unterlassen, sich bei der
Invalidenversicherung anzumelden (S. 9 f. Ziff. 23-26). Er macht weiter
geltend, die gutachterlich festgestellte Depression der Beschwerdegegnerin sei
nicht ehebedingt (S. 11 f. Ziff. 27-29 der Beschwerdeschrift).

4.1 Die Frage nach der tatsächlich möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit
der Beschwerdegegnerin war ab der Trennung der Ehegatten streitig. Das
Eheschutzgericht hielt eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit von damals 20 % auf
Grund der Wirtschaftslage für ausgeschlossen (E. 5 S. 6). Das Amtsgericht
verneinte eine bleibende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer
Sicht und rechnete der Beschwerdegegnerin ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit
von 60 % ab 1. Februar 2008 und von 100 % ab 1. Januar 2011 an (E. 4.6 S. 7).
Im Appellationsverfahren ging der Beschwerdeführer von einer vollen
Reintegration in das Erwerbsleben ab spätestens 31. Januar 2008 aus (S. 3 Ziff.
1b, Amtl.Bel. 9), während die Beschwerdegegnerin selbst eine gesundheitlich
eingeschränkte Erwerbsfähigkeit von noch maximal 60 % behauptete (S. 3 ff.
Ziff. 5, Amtl.Bel. 10). Über die Arbeitsfähigkeit ordnete das Obergericht zwei
Gutachten an (Amtl.Bel. 23). Die Gutachter legten die Arbeitsfähigkeit im
angestammten Beruf aus rheumatologischer Sicht auf 100 % und aus
forensisch-psychiatrischer Sicht auf 50 % fest. Beide Parteien erhielten
Gelegenheit zur Stellungnahme. Gegen die festgestellte Arbeitsunfähigkeit von
50 % wendete der Beschwerdeführer ein, die Beeinträchtigung sei auf eine
erbliche Belastung zurückzuführen und damit nicht ehebedingt (Amtl.Bel. 59).
Das Obergericht hat gestützt auf die beiden von ihm als schlüssig bezeichneten
Gutachten eine fünfzigprozentige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdegegnerin
angenommen und den Einwand als nicht stichhaltig verworfen, die gesundheitliche
Beeinträchtigung sei nicht durch die Ehe bedingt (E. 3.5.1 S. 9 f. des
angefochtenen Urteils).

4.2 Mit Blick auf den geschilderten Verfahrensablauf steht fest, dass der
Beschwerdeführer vor Bundesgericht erstmals geltend macht, der
Beschwerdegegnerin sei im Umfang der Arbeitsunfähigkeit von 50 % eine
hypothetische Rente der Invalidenversicherung von monatlich Fr. 1'105.--
anzurechnen. Als neues rechtliches Vorbringen ist der Einwand im
Beschwerdeverfahren grundsätzlich zulässig, sofern er - wie bis anhin im
Berufungsverfahren (BGE 116 II 695 E. 4 S. 699) - nicht auf einer Ausweitung
des vorinstanzlich festgestellten Sachverhalts beruht. Dass sich die
Beschwerdegegnerin ein Ersatzeinkommen anrechnen lassen müsste, wenn sie eine
IV-Rente ausgerichtet erhielte, ist eine Rechtsfrage und zu bejahen (vgl. BGE
107 II 292 E. 5 S. 295 ff.; Urteil 5C.278/2002 vom 28. Januar 2003, E. 3.1,
zusammengefasst in FamPra.ch 2003 S. 433). Die Beantwortung der Frage, ob die
Beschwerdegegnerin eine IV-Rente auch wirklich zugesprochen erhielte, setzt
hingegen entsprechende Tatsachenfeststellungen voraus (vgl. BGE 126 III 10 E.
2b S. 12; 128 III 4 E. 4c/bb S. 7). Dazu fehlen jegliche konkreten
Anhaltspunkte. Aus der blossen Feststellung einer fünfzigprozentigen
Arbeitsunfähigkeit lässt sich weder ein Invaliditätsgrad bestimmter Höhe noch
ein Anspruch auf eine fünfzigprozentige Invalidenrente von Fr. 1'105.--
ableiten (vgl. zum Begrifflichen: BGE 130 V 343 E. 3 S. 345 ff.). Es bedürfte
vielmehr weiterer Tatsachenfeststellungen, die erst die rechtliche Beurteilung
gestatteten, hier aber fehlen (vgl. zur Abgrenzung von Tat- und Rechtsfrage:
BGE 132 V 393 E. 3 S. 397 ff.). Das neue Vorbringen erweist sich als
unzulässig. Das vom Beschwerdeführer beigelegte Schreiben der Ausgleichskasse
betreffend AHV-Splitting datiert im Übrigen vom 1. April 2008 und könnte damit
ohnehin nicht mehr berücksichtigt werden (Art. 99 Abs. 1 BGG; E. 3.2 hiervor).

4.3 Gestützt auf das psychiatrische Gutachten hat das Obergericht den Einwand
des Beschwerdeführers als nicht stichhaltig verworfen, die gesundheitliche
Beeinträchtigung sei nicht durch die Ehe bedingt. Seinen gegenteiligen
Standpunkt stützt der Beschwerdeführer auf eine Stellungnahme aus
psychotherapeutischer Sicht, die seine Rechtsvertreterin nach Vorliegen des
angefochtenen Urteils eingeholt hat (Beschwerde-Beilage Nr. 11). Der
Beschwerdeführer hat indessen bereits in seiner Stellungnahme zum Gutachten die
Frage nach der Ehebedingtheit der gesundheitlichen Beeinträchtigung aufgeworfen
(E. 4.1 soeben) und hätte deshalb Grund und Gelegenheit gehabt, dem Gutachter
diesbezüglich Zusatzfragen zu stellen oder ein Obergutachten zu verlangen. Sein
Versäumnis kann er nicht dadurch beheben, dass er nunmehr dem Bundesgericht
einen neu eingeholten Fachbericht vorlegt (vgl. E. 3.1 und E. 3.2 hiervor).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kommt es nach einer rund zwanzig
Jahre dauernden Ehe, aus der zwei gemeinsame Kinder hervorgegangen sind, zudem
nicht darauf an, ob eine Krankheit ehebedingt ist. Unter der Voraussetzung
dieser sog. lebensprägenden Ehe wird der Gesundheitszustand ungeachtet der
Ehebedingtheit seiner Beeinträchtigung berücksichtigt (vgl. Urteil 5C.169/2006
vom 13. September 2006, E. 2.6, in: FamPra.ch 2007 S. 148 f.).

4.4 Weitere Rügen gegen die Bestimmung von Leistungsfähigkeit und Notbedarf der
Beschwerdegegnerin erhebt der Beschwerdeführer nicht. Auslagen von Fr. 4'203.--
stehen Einkünfte - aus eigener Erwerbstätigkeit zuzüglich Fr. 600.-- als
Wohnkostenbeitrag des Sohnes - von Fr. 2'100.-- bzw. ab Oktober 2008 von Fr.
3'100.-- (Erhöhung des Arbeitspensums) und nach dem Auszug des Sohnes ab
Februar 2009 von Fr. 2'500.-- gegenüber. Der monatliche Fehlbetrag beläuft sich
damit auf Fr. 2'103.-- bzw. ab Oktober 2008 auf Fr. 1'103.-- und ab Februar
2009 auf Fr. 1'703.-- (E. 3.5.3 S. 12 des angefochtenen Urteils).

5.
Rechtsverletzungen erblickt der Beschwerdeführer darin, dass das Obergericht
die geltenden Grundsätze bei der Dispositionsmaxime verletzt und gegen die
Bundesrechtsprechung verstossen habe (S. 7 ff. Ziff. 18-22 und S. 12 Ziff. 29
der Beschwerdeschrift).

5.1 Auf Grund der Ehedauer von zwanzig Jahren, der Geburt zweier Kinder und der
Aufgabenteilung in der Ehe bemisst sich der gebührende Unterhalt an dem zuletzt
gemeinsam gelebten Standard (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten), auf
dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Ehegatten Anspruch haben (BGE
134 III 145 E. 4 S. 146). Davon ist das Obergericht zutreffend ausgegangen.

5.2 Massgebend ist somit die vor der Trennung der Ehegatten tatsächlich gelebte
Lebenshaltung. Die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung der
Dispositionsmaxime - gemeint ist die Verhandlungsmaxime (BGE 128 III 411 E.
3.2.2 S. 414) - steht vor dem Hintergrund, dass die obergerichtliche
Feststellung der massgebenden wirtschaftlichen Verhältnisse teilweise weder auf
einem konkreten Ergebnis des Beweisverfahrens beruht noch ausdrücklich auf
bestimmte Belege der für den ehelichen Lebensstandard beweispflichtigen
Beschwerdegegnerin gestützt wird. Tatfragen können indessen auch ohne
Beweiserhebung beantwortet werden auf Grund von Indizien (z.B. Einkommen und
Ersparnisse während der Ehe), Erfahrungssätzen (z.B. durchschnittliche
Lebenskosten für eine vierköpfige Familie) oder eigenem Wissen des Sachgerichts
(vgl. BGE 130 III 554 E. 3.2 S. 559). Was in tatsächlicher Hinsicht als
festgestellt zu gelten hat, wird im angefochtenen Urteil regelmässig
ausdrücklich begründet, kann sich daraus aber auch nur sinngemäss ergeben (vgl.
BGE 108 II 225 E. 1b S. 227). Eine Verletzung der Verhandlungsmaxime liegt
nicht vor. Der festgestellte Sachverhalt gestattet die rechtliche Beurteilung,
wie nachstehend zu zeigen sein wird.

5.3 Die Beschwerdegegnerin hat den letzten ehelichen Lebensstandard
zahlenmässig nicht nachgewiesen und ist - implizit mit Blick auf die praktisch
fehlenden Ersparnisse - davon ausgegangen, das gesamte Einkommen habe der
Bestreitung des Familienunterhalts gedient. Das Obergericht hat diese Ansicht
nicht geteilt. Auf Grund seiner Tatsachenfeststellungen hat der
Beschwerdeführer mit einem Monatslohn von mehr als Fr. 10'000.-- ein
überdurchschnittlich hohes Einkommen erzielt, was den Parteien einen gehobenen
Lebensstil ermöglicht hat, auch wenn daraus der Unterhalt der vierköpfigen
Familie zu finanzieren war. Das Obergericht hat daraus geschlossen, dass die
Methode der Überschussteilung nicht angewendet werden könne und der Notbedarf
der Beschwerdegegnerin nur den Ausgangspunkt für die Unterhaltsbemessung bilde
(vgl. E. 3.6 S. 12 f. des angefochtenen Urteils).

5.4 Der gegenteilige Standpunkt des Beschwerdeführers, wonach die
Beschwerdegegnerin keinen über ihrem Notbedarf stehenden Unterhalt beanspruchen
könne, entbehrt der Grundlage. Die Folgerung des Obergerichts, dass die Familie
angesichts eines monatlichen Einkommens von über Fr. 10'000.-- vor der Trennung
nicht auf dem Existenzminimum gelebt haben dürfte, ist nicht
bundesrechtswidrig. In guten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt das einzelne
Mitglied der ehelichen Gemeinschaft nicht auf dem Existenzminimum, sondern hat
am - den verfügbaren Mitteln entsprechenden - höheren Lebensstandard teil. Das
ist eine Erfahrungstatsache, die die Methode einer Rückrechnung der gelebten
Lebenshaltung nach betreibungsrechtlichen Richtlinien nur bedingt als tauglich
erscheinen lässt. An den guten wirtschaftlichen Verhältnissen während der Ehe
hat die Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Vertrauensposition auch nach der
Scheidung Anteil (E. 5.1 hiervor), so dass ihr Notbedarf bloss als
Ausgangspunkt für die Unterhaltsbemessung dienen kann. Mit Rücksicht auf die
Höhe der Einkommen kann der Unterhalt nicht nach der Methode der
Notbedarfsberechnung mit Überschussverteilung bemessen werden, die nur bei
mittleren Familieneinkommen (bis ca. Fr. 8'000.-- oder Fr. 9'000.--) anwendbar
ist. Methodisch braucht sich das Obergericht nichts vorwerfen zu lassen (vgl.
Urteil 5A_257/2007 vom 6. August 2007, E. 3.3, in: FamPra.ch 2007 S. 942 f.).

5.5 Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis Ende September 2008 hat das
Obergericht den monatlichen Unterhaltsbeitrag der Beschwerdegegnerin auf Fr.
3'500.-- festgesetzt, so dass ihr bei einem Fehlbetrag von gut Fr. 2'100.--
rund Fr. 1'400.-- an zusätzlichen Mitteln verbleiben. Dem Beschwerdeführer
stehen in dieser ersten Phase monatlich Fr. 2'930.-- (= Überschuss von Fr.
6'430.-- ./.. Unterhalt von Fr. 3'500.--) zur freien Verfügung. Die zweite
Phase der Unterhaltsbemessung beginnt mit der höheren Erwerbstätigkeit der
Beschwerdegegnerin und dem wenig später wegfallenden Wohnkostenbeitrag des
Sohnes und endigt mit der Pensionierung des Beschwerdeführers. Das Obergericht
hat den Unterhaltsbeitrag auf Fr. 2'700.-- monatlich festgesetzt. Der
Beschwerdegegnerin verbleiben damit ab März 2009 bei Auslagen von gut Fr.
1'703.-- durchschnittlich Fr. 1'000.-- an zusätzlichen Mitteln, während der
Beschwerdeführer über Fr. 3'730.-- (= Fr. 6'430.-- ./.. Fr. 2'700.--) und ab
August 2010 über Fr. 4'230.-- (= Fr. 6'930.-- ./.. Fr. 2'700.--) frei verfügen
kann (vgl. E. 3.6 S. 13 f. des angefochtenen Urteils). Stichhaltiges wendet der
Beschwerdeführer gegen die Unterhaltsbemessung nicht ein. Die Gegenüberstellung
der frei verfügbaren Mittel der Parteien nach der Scheidung verdeutlicht, dass
von einer Rechtsverletzung zu Lasten des Beschwerdeführers nicht ausgegangen
werden kann. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits hat keine Beschwerde erhoben.

5.6 Ab der Pensionierung des Beschwerdeführers hat sich die obergerichtliche
Unterhaltsbemessung auf die Feststellung beschränkt, dass die
Beschwerdegegnerin lediglich Fr. 1'500.-- monatlich bis zu ihrem AHV-Eintritt
begehrt hat, obwohl sich ihr Fehlbetrag auf Fr. 1'703.-- beläuft und der
Beschwerdeführer mit einem Überschuss von Fr. 3'352.-- immer noch in der Lage
gewesen wäre, zumindest bedarfsdeckende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. Das
Obergericht hat den monatlichen Unterhaltsbeitrag deshalb antragsgemäss auf Fr.
1'500.-- festgesetzt (E. 3.6 S. 14 des angefochtenen Urteils). Der
Beschwerdeführer wendet dagegen ein, nacheheliche Solidarität bestehe nach
seiner Pensionierung nicht mehr. Seine Auffassung trifft nicht zu. Das
Scheidungsfolgenrecht von 1998/2000 schliesst eine lebenslängliche, d.h. eine
zeitlich unbefristete Pflicht zur Leistung von nachehelichem Unterhalt nicht
aus (BGE 132 III 593 E. 7.2 S. 595 f.). Ihre Dauer beurteilt sich nach den in
Art. 125 Abs. 2 ZGB aufgezählten Kriterien. Im Falle einer sog. lebensprägenden
Ehe steht grundsätzlich ausser Frage, dass der Ehegatte, der für den ihm
gebührenden Unterhalt nie mehr selbst aufzukommen vermag, einen dauernden
Anspruch auf nachehelichen Unterhalt hat, wenn der andere Ehegatte über
ausreichende Mittel verfügt (vgl. Urteile 5C.42/2002 vom 26. September 2002, E.
2.3.2, und 5C.180/2002 vom 20. Dezember 2002, E. 5.3, in: FamPra.ch 2003 S. 423
und S. 431 f.). Diese Voraussetzungen sind hier klar erfüllt, so dass es nicht
als rechtswidrig erscheint, der Beschwerdegegnerin - mit Rücksicht auf die
Dispositionsmaxime (BGE 129 III 417 E. 2.1 S. 420) - den beantragten
Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 1'500.-- bis zu ihrem Eintritt in die
AHV-Berechtigung zuzusprechen.

5.7 Aus den dargelegten Gründen kann die Bemessung der Unterhaltsbeiträge
insgesamt - jedenfalls auf Grund der Vorbringen des Beschwerdeführers - nicht
beanstandet werden.

6.
Schliesslich ficht der Beschwerdeführer - losgelöst vom Erfolg des
Beschwerdeverfahrens (vgl. Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG) - die Verlegung der
kantonalen Gerichts- und Parteikosten an und verlangt, sämtliche Gerichtskosten
zu teilen und die Parteikosten beider Instanzen wettzuschlagen (S. 12 f. Ziff.
32-33 der Beschwerdeschrift). Die Rüge ist unbegründet. Abweichend vom
Erfolgsprinzip (§ 119 ZPO/LU) kann der Richter die Gerichts- und Parteikosten
nach Ermessen verlegen oder auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichten,
wenn es sich um eine personen-, familien- oder erbrechtliche Streitigkeit
handelt (§ 121 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c ZPO/LU). Nach kantonaler Praxis sind in
Scheidungs- und Unterhaltsprozessen namentlich die wirtschaftlichen
Kräfteverhältnisse zu berücksichtigen (LGVE 2002 I Nr. 37 S. 82 f.). Inwiefern
die Ermessensausübung bei der Verlegung der kantonalen Gerichts- und
Parteikosten willkürlich sein könnte, ist weder ersichtlich noch dargetan (Art.
106 Abs. 2 BGG; BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88). Mit dem blossen Hinweis darauf,
dass er der Beschwerdegegnerin seit der Trennung im Jahre 2003 monatlich Fr.
2'800.-- bezahlen muss, vermag der Beschwerdeführer ein wirtschaftliches
Gleichgewicht nicht zu belegen, hat er doch im Urteilszeitpunkt ein Einkommen
von rund Fr. 11'600.-- erzielt, während sich das Einkommen der
Beschwerdegegnerin auf Fr. 1'500.-- belaufen hat. Willkür liegt nicht vor (Art.
9 BV; vgl. zum Begriff: BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148).

7.
Die Beschwerde muss insgesamt abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist.
Der Beschwerdeführer wird damit kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG) und hat
die Beschwerdegegnerin, die erfolgreich auf Abweisung des Gesuchs um
aufschiebende Wirkung geschlossen hat, für ihre Vernehmlassung im
Gesuchsverfahren angemessen zu entschädigen (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für ihre Vernehmlassung zum
Gesuch um aufschiebende Wirkung mit Fr. 1'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, II.
Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. August 2008

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Raselli von Roten