Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.394/2008
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_394/2008

Urteil vom 2. März 2009
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter L. Meyer, von Werdt,
Gerichtsschreiber Schett.

Parteien
X.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Dina Raewel,
Doggwiler Späni Dünner Raewel, Rechtsanwälte, Stockerstrasse 38, 8002 Zürich,

gegen

Y.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Georg Lechleiter

Gegenstand
Abänderung des Scheidungsurteils,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Zivilkammer, vom 14. Mai 2008.

Sachverhalt:

A.
A.a Mit Verfügung des Landesgerichts Amsterdam vom 2. August 2000 wurde die Ehe
von X.________ und Y.________ geschieden. Beide sind Staatsangehörige der
Niederlande. Das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn Z.________ wurde den
Parteien gemeinsam belassen. Mit Verfügung des Gerichtshofs Amsterdam vom 6.
April 2006 wurde X.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) die Erlaubnis
erteilt, zusammen mit Z.________ in die Schweiz umzuziehen. Am 16. April 2006
zog die Beschwerdeführerin mit Z.________ in die Schweiz.

A.b Die Beschwerdeführerin leitete mit Eingabe vom 23. Oktober 2006 beim
Bezirksgericht Zürich eine "Unterhaltsklage Abänderung/ Ergänzung
Scheidungsurteil" ein, mit der sie verlangte, die elterliche Sorge für
Z.________ sei ihr allein zuzuteilen und Y.________ (nachfolgend:
Beschwerdegegner) sei zu verpflichten, dem Sohn Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.
Mit Urteil vom 27. Juli 2007 entschied die Einzelrichterin der 2. Abteilung des
Bezirksgerichts Zürich, dass - in Abänderung des Entscheids des Landsgerichts
Amsterdam vom 2. August 2000, unter Einschluss der Umgangsregelung vom 25. März
2000 sowie des Entscheids des Gerichtshofes Amsterdam vom 6. April 2006 - für
das Kind Z.________ neu die alleinige elterliche Sorge bei der
Beschwerdeführerin liege, dem Beschwerdegegner ein Besuchsrecht in den Ferien
zustehe und dieser rückwirkend ab 1. Mai 2007 monatliche Unterhaltsbeiträge von
Fr. 565.-- an Z.________ zu bezahlen habe.

B.
B.a Der Beschwerdegegner reichte am 13. August 2007 gegen das
bezirksgerichtliche Urteil beim Obergericht des Kantons Zürich (I. Zivilkammer)
Berufung ein. Mit Urteil vom 14. Mai 2008 wies das Obergericht die Klage ab.
B.b Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 18. Juli 2008 (recte:
18. Juni 2008 gemäss Posteingangsstempel) beim Bundesgericht Beschwerde in
Zivilsachen ein. Sie beantragt:
"1. Es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur neuen
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Eventualiter sei das angefochtene Urteil wie folgt zu ändern:
a) Die elterliche Sorge über den Sohn Z.________ sei der Beschwerdeführerin
zuzuteilen.
b) Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin Fr. 565.--
zu bezahlen als Kostenanteil für den Unterhalt und die Erziehung des Sohnes.
c) Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.
d) Der Beschwerdegegner sei zu berechtigen, den Sohn Z.________ pro
Kalenderjahr während den Schulferien für die Dauer von insgesamt 7 Wochen auf
eigene Kosten zu sich oder mit sich zu Besuch zu nehmen, davon 1 Woche über
Weihnachten oder Neujahr und 2 Wochen in den Sommerschulferien.
3. Es sei der Beschwerdeführerin auch für das Beschwerdeverfahren vor
Bundesgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr die
unterzeichnende Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin
beizustellen."
B.c Da die Beschwerdeführerin gegen das Urteil des Obergerichts auch
Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons Zürich erhoben
hatte, wurde das Verfahren mit Verfügung des Präsidenten der II.
zivilrechtlichen Abteilung vom 25. Juni 2008 bis zum Entscheid des
Kassationsgerichts des Kantons Zürich sistiert.

C.
Mit Zirkulationsbeschluss vom 23. Dezember 2008 trat das Kassationsgericht auf
die Nichtigkeitsbeschwerde nicht ein, unter anderem weil Rügen vorgebracht
wurden, welche das Bundesgericht frei überprüfen kann oder solche, die nicht
hinreichend begründet wurden.

Es sind die Akten, aber keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht überprüft von Amtes wegen und mit freier Kognition seine
Zuständigkeit bzw. die Zulässigkeit der ihm unterbreiteten Beschwerden (Art. 29
Abs. 1 BGG; BGE 134 III 115 E. 1, 235 E. 1, 379 E. 1; 133 III 439 E. 2; 132 III
747 E. 4 S. 748).

1.1 Angefochten ist ein Entscheid, mit welchem die Übertragung der ungeteilten
elterlichen Sorge sowie die Neufestsetzung von Unterstützungsbeiträgen
verweigert worden sind. Wie schon unter der Herrschaft des
Bundesrechtspflegegesetzes gelten derartige Verfahren als nicht
vermögensrechtliche Streitigkeiten (Urteile 5A_108/2007 vom 11. Mai 2007; 5D_41
/2007 vom 27. November 2007), weshalb die Beschwerde in Zivilsachen unabhängig
eines Streitwertes zulässig ist (Art. 72 Abs. 1 und 74 Abs. 1 lit. b BGG).

1.2 Gemäss Art. 75 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde zulässig gegen Entscheide
letzter kantonaler Instanzen und des Bundesverwaltungsgerichts.
Letztinstanzlichkeit gemäss Art. 75 Abs. 1 BGG bedeutet, dass der kantonale
Instanzenzug für die Rügen, die dem Bundesgericht vorgetragen werden,
ausgeschöpft sein muss (BGE 134 III 524 E. 1.3 S. 527).

Nach § 281 ZPO/ZH kann gegen Vor-, Teil-, und Endentscheide sowie gegen
Rekursentscheide und Rückweisungen im Berufungsverfahren Nichtigkeitsbeschwerde
erhoben werden, wenn geltend gemacht wird, der angefochtene Entscheid beruhe
zum Nachteil des Nichtigkeitsklägers auf einer Verletzung eines wesentlichen
Verfahrensgrundsatzes (Ziff. 1), auf einer aktenwidrigen oder willkürlichen
tatsächlichen Annahme (Ziff. 2) oder auf einer Verletzung klaren materiellen
Rechts (Ziff. 3). Ausgeschlossen ist die Nichtigkeitsbeschwerde, wenn das
Bundesgericht einen Mangel frei überprüfen kann (§ 285 Abs. 2 ZPO/ ZH; Frank/
Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl.
Zürich 2000, N. 6 zu § 285 ZPO [BGE 133 III 585 E. 3.2]).

Mit Bezug auf die Kritik an der Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung
ist das obergerichtliche Urteil von vornherein nicht letztinstanzlich, weil mit
Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht des Kantons Zürich geltend
gemacht werden kann, der Entscheid beruhe auf einer aktenwidrigen oder
willkürlichen tatsächlichen Annahme (§ 281 Ziff. 2 ZPO/ZH). Dies deckt sich mit
der vor Bundesgericht zulässigen Rüge, der Sachverhalt sei offensichtlich
unrichtig festgestellt worden (Art. 97 Abs. 1 BGG), geht es doch hierbei um
willkürliche Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung (Botschaft, BBl 2001
IV 4338; BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252; 133 III 393 E. 7.1 S. 398). Insoweit
ist der kantonale Instanzenzug nicht ausgeschöpft worden mit der Folge, dass
auf die entsprechenden, über die ganze Beschwerde verteilten Sachverhalts- und
Beweiswürdigungsrügen nicht eingetreten werden kann.

1.3 Auf die im Übrigen rechtzeitig erhobene Beschwerde kann nach dem Gesagten
nur insoweit eingetreten werden, als die Beschwerdeführerin die Verletzung von
Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG) - ungeachtet der Tatsache, ob sie dieses als
nicht, nicht richtig oder gar willkürlich angewandt - rügt.

1.4 Die Beschwerdeführerin hat dem Bundesgericht neue Dokumente vorgelegt.
Echte tatsächliche Noven, das heisst solche Tatsachen, die erst nach dem
Ergehen des angefochtenen Entscheids aufgetreten sind, werden vom Bundesgericht
in keinem Fall berücksichtigt (BGE 133 IV 343 E. 2.1 S. 344).

Tatsachen und Beweismittel, welche bereits anlässlich des vorinstanzlichen
Entscheids Bestand hatten und nicht vorgebracht wurden, dürfen vor
Bundesgericht nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der
Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 BGG; BGE 133 III 393 E. 3 S. 395). In der
Beschwerde ist darzutun, inwiefern die erwähnte Voraussetzung für eine
nachträgliche Einreichung von Beweismitteln erfüllt sein soll. Die
Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern erst der angefochtene Entscheid
Anlass zur Nachreichung von Dokumenten gegeben habe. Die neu ins Recht gelegten
Schriftstücke sind daher unbeachtlich.

2.
Die Beschwerdeführerin rügt als Erstes, die Vorinstanz habe Art. 134 Abs. 1 und
4 sowie Art. 145 ZGB verletzt, indem sie ihr zu Unrecht das alleinige
Sorgerecht über ihren Sohn verweigert habe.

2.1 Vor Obergericht war nicht bestritten, dass die schweizerischen Gerichte für
die Klage zuständig sind. Desgleichen steht fest, dass für die Frage der
Regelung der Elternrechte und der Unterhaltsbeiträge Schweizer Recht zur
Anwendung gelangt.

2.2 Gemäss Art. 145 Abs. 1 ZGB gilt in sämtlichen Kinderbelangen die
Untersuchungsmaxime. Nötigenfalls zieht das Gericht Sachverständige bei (Art.
145 Abs. 2 ZGB). Die Parteien sind von ihrer Mitwirkungspflicht bei der
Sachverhaltsabklärung nicht entbunden, und es bleibt in erster Linie ihre
Sache, die rechtserheblichen Tatsachen und Beweismittel zu benennen (BGE 128
III 411 E.3.2.1 S. 413 f.).
2.3
2.3.1 Das Obergericht des Kantons Zürich führt - zusammengefasst - aus, dem
Entscheid des Einzelrichters des erstinstanzlichen Gerichts in Amsterdam vom
20. Juli 2005 sei zu entnehmen, dass das Gesuch der Beschwerdeführerin um
Zuteilung des alleinigen Sorgerechts abgewiesen worden sei, da das Gericht die
Situation für das Kind in der Schweiz sinngemäss als zu wenig gesichert
erachtet habe. Damit sei der Beschwerdeführerin auch der Umzug in die Schweiz
mit dem Kind faktisch verunmöglicht worden. Im Berufungsverfahren habe sie
daher offenbar nur noch die Erlaubnis verlangt, mit dem Sohn in die Schweiz
umziehen zu dürfen. Gemäss Entscheid vom 6. April 2006 des Obergerichts
Amsterdam sei diesem Gesuch entsprochen worden. Bei geänderten Verhältnissen
könne jedoch heute noch über die Zuweisung der elterlichen Sorge entschieden
werden, da dies im Urteil des Obergerichts Amsterdam nicht Prozessthema gewesen
sei.
Die Vorinstanz fährt fort, die Beschwerdeführerin habe in Holland praktisch
seit der Scheidung der Parteien im Jahre 2000 den Sohn, abgesehen von den
Besuchs- und Betreuungszeiten des Beschwerdegegners allein betreut und sei auch
für dessen Unterhalt allein aufgekommen. Sie könne keine Umstände anführen,
welche seit ihrem Umzug wegen des gemeinsamen Sorgerechts zu Unzukömmlichkeiten
geführt hätten. Sie seien bis anhin immer in der Lage gewesen, mitei-nander zu
kommunizieren und insbesondere die Ferienzeiten, welche Z.________ beim
Beschwerdegegner verbringen sollte, abzusprechen, einschliesslich der Übernahme
der Reisekosten. Die Beschwerdeführerin könne kein einziges Beispiel dafür
anführen, in welcher Hinsicht sich die Parteien bei konkret stellenden
Problemen nicht hätten aussprechen und eine gemeinsame Lösung erarbeiten
können. Schon bei Klageeinleitung habe sie als Abänderungsgrund lediglich die
durch den Umzug grössere räumliche Distanz angeführt, welche es nicht zulasse,
dass sie mit dem Beschwerdegegner auf angemessene Weise die fortwährend
notwendigen Entscheidungen des täglichen Lebens betreffend den Sohn bespreche.
Andere Gründe habe sie schon damals nicht vorbringen können. Es sei evident,
dass die Beschwerdeführerin die Abänderung vor allem auch mit ihren eigenen
Interessen begründe. Sie habe ausgeführt, dass die Parteien immer schlecht
kooperiert hätten und es sich auch heute noch so verhalte. Sie habe es jedoch
unterlassen, substantiiert darzulegen, inwiefern das Kindeswohl unter der
angeblich mangelnden Kooperation gelitten habe. Es fehle die Erwähnung
konkreter Vorfälle, welche sich zum Nachteil des Kindes hätten auswirken
können. Gemäss dem Urteil des Bundesgerichts vom 12. November 2002 (5P. 212/
2002) lägen vor allem stabile Lebensverhältnisse im Interesse des Kindes,
weshalb nicht jede Veränderung genüge. Entsprechend stelle auch nicht jede
Uneinigkeit der Eltern im Bezug auf Kinderbelange eine wesentliche Veränderung
der Verhältnisse dar. Die gemeinsame elterliche Sorge könne nicht einfach
gekündigt werden. Allein die räumliche Distanz könne aber nicht als ein
Abänderungsgrund qualifiziert werden, wenn sich im Übrigen die Verhältnisse in
keiner Weise geändert hätten. Wenn die räumliche Distanz allein eine derartige
Rolle spielen würde, könnten Eltern, die - auch im selben Land - in grösster
Distanz voneinander lebten, nie ein gemeinsames Sorgerecht innehaben.
Angesichts der heute bestehenden elektronischen Kommunikationsmittel sollte
sich immer ein Verständigungsweg finden lassen. Es bestehe daher kein Grund, um
die nach holländischem Recht angeordnete gemeinsame elterliche Sorge
abzuändern.
2.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, die Vorinstanz sei
verpflichtet gewesen, sie, beziehungsweise den Sohn nach Beispielen zu
befragen, wie sich die räumliche Distanz und die mangelhafte
Kooperationsbereitschaft zwischen den Parteien ausgewirkt hätten. Indem das
Obergericht in Verletzung von Bundesrecht es unterlassen habe, jene Abklärungen
zu treffen - selbst ohne entsprechenden Parteiantrag -, die nötig und geeignet
seien, den massgeblichen Sachverhalt zu erstellen, sei nur schon die
Beurteilung, ob ein Veränderungsgrund vorliege, verunmöglicht worden.

Vorab ist zu erwähnen, dass der Vorwurf der Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes nicht zutrifft, denn der Richter ist nicht
verpflichtet, weitere Nachforschungen anzustellen, wenn er sich bereits auf
Grund der erbrachten Beweise ein Bild hat machen können (Peter Breitschmid,
Basler Kommentar, ZGB I, 3 Aufl. 2006, N.1 zu Art. 145 ZGB, S. 912 mit Hinweis
auf das Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2005 [5C.22/2005], E. 2.2, publ.
in FamPra.ch 2005, S. 950). Im Übrigen ist nicht einzusehen, was der Sohn
Entscheidendes betreffend die Auswirkungen der räumlichen Distanz auf das
Sorgerecht hätte aussagen können. Mit Bezug auf die behaupteten
Verständigungsschwierigkeiten der Parteien ist anzuführen, dass das Obergericht
für das Bundesgericht verbindlich festgestellt hat, die Beschwerdeführerin sei
mit Bezug auf ihre Rüge, das Kindeswohl habe unter der angeblich mangelnden
Kooperation gelitten, ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen (E. 2.3.1
hiervor).
2.3.3 Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, das Obergericht habe
Bundesrecht verletzt, weil es von einer abgeurteilten Sache ausgegangen sei und
keine wesentliche Änderung seit dem "negativen niederländischen Urteil"
anerkannt habe. Die Lehre sei sich einig, dass die Gerichte keine hohen
Anforderungen an die Veränderung der Verhältnisse stellen dürfen, wenn die
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge für das Wohl des Kindes
erforderlich sei (Annatina Wirz, in: FamKommentar Scheidung, Hrsg. Ingeborg
Schwenzer, N.11 ff. S.356 ff.).

Richtig ist, dass das Obergericht mit Bezug auf das Begehren der
Beschwerdeführerin um Zuweisung des alleinigen Sorgerechts von einer
abgeurteilten Sache ausgegangen ist, aber, weil geänderte Verhältnisse
vorlägen, dennoch über diesen Antrag entschieden hat. Der Einwand ist somit
ohne Belang. Die Vorinstanz hat ihr Augenmerk vorwiegend auf das Kindeswohl
ausgerichtet und dabei zu Recht angemerkt, dass dieses durch eine mangelnde
Kooperation der Eltern unabhängig davon, ob eine gemeinsame oder eine alleinige
elterliche Sorge bestehe, in Mitleidenschaft gezogen werden könne. Eine
Gefährdung des Kindeswohls wurde verneint (E. 2.3.1 hiervor). Dass das
Obergericht eine Intervention nicht schon allein aufgrund der Stellung eines
Abänderungsbegehrens als notwendig erachtet hat, ist somit nicht zu
beanstanden.
2.3.4 Ferner trägt die Beschwerdeführerin vor, die mangelnde Kooperation
zwischen den Parteien würde das Wohl des Sohnes beeinträchtigen. Die Konflikte
hätten zu Konzentrationsschwierigkeiten bei Z.________ geführt. In
willkürlicher Weise habe die Vorinstanz diese Tatsachen verharmlost, indem sie
ausgeführt habe, die Parteien hätten sich am Ende einigen können. Es sei
offensichtlich, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Nähe des
Beschwerdegegners sein wolle. Im Weiteren würde der Vater in den Ferien mit
seinem Sohn exzessiv Computerspiele betreiben, und überdies habe sie die
Tragweite des niederländischen Urteils nicht verstanden, da sie diese Sprache
nicht beherrscht und lediglich zwecks ihres Studiums in Holland geweilt habe.

Alle diese tatsächlichen Vorbringen können nicht gehört werden, da das
Bundesgericht an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt gebunden ist
und auch Willkürrügen - im vorliegenden Fall - unzulässig sind (E. 1.3
hiervor).

2.4 Nach dem Ausgeführten hat das Obergericht somit kein Bundesrecht verletzt,
indem es die gemeinsame Sorge nicht aufgehoben hat.
3. Die Beschwerdeführerin rügt ferner mit Bezug auf das dem Beschwerdegegner
gewährte Besuchsrecht eine Verletzung von Art. 134 Abs. 4 ZGB.

3.1 Die Vorinstanz führt diesbezüglich aus, das Obergericht in Amsterdam habe
in seinem Entscheid vom 6. April 2006 den Umfang des Besuchsrechts gemäss dem
von der Beschwerdeführerin selbst eingereichten Vorschlag festgelegt, wonach
sich Z.________ während der Schulferien insgesamt für ca. 75 Tage pro Jahr beim
Beschwerdegegner aufhalten könne. Da von der Beibehaltung der gemeinsamen
elterlichen Sorge auszugehen sei und sich keine wesentlichen Änderungen ergeben
hätten, bestehe kein Anlass, von dieser Entscheidung abzuweichen. Diesbezüglich
sei von einer abgeurteilten Sache auszugehen.

3.2 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sie habe lediglich für die Jahre
2005 und 2006 Vorschläge gemacht und eingereicht. Sie beruft sich auch hier auf
die (behauptete) mangelnde und von der Vorinstanz marginalisierte Kooperation
zwischen den Parteien. Sie habe im kantonalen Verfahren klar gemacht, dass es
wesentliche Änderungen betreffend die Besuchstage gebe. So habe Z.________ in
der Schweiz einen anderen Schulalltag und andere Ferienaktivitäten und könne
dementsprechend nicht die gesamten Schulferien beim Vater verbringen. Während
der Sommerferien besuche Z.________ seine Verwandten in Bulgarien und zudem
müssten die schulischen wie die Freizeitaktivitäten berücksichtigt werden. Es
liege eine dauerhafte wesentliche Änderung im Sinne von Art. 134 Abs. 4 ZGB
vor. Betrachte man die Änderung als unwesentlich und belasse man die Zuteilung
der Besuchstage unklar, würden die Parteien noch mehr streiten und es
entstünden noch mehr Pattsituationen.

Auch diese Vorbringen können nicht entgegengenommen werden, denn das
Bundesgericht ist an die tatsächliche Feststellung im angefochtenen Entscheid
gebunden, wonach die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner ein Besuchsrecht
von 75 Tagen während der Schulferien zugestanden hat. Um diese
Tatsachenfeststellung umzustossen, hätte die Beschwerdeführerin beim
Kassationsgericht geltend machen und dartun müssen, dass der Entscheid des
Obergerichts willkürlich sei, sie - angesichts veränderter Verhältnisse - auf
diesem Zugeständnis zu behaften (E. 1.3 hiervor). Der Hinweis auf das Urteil
(des Bundesgerichts) 5C.170/2001 vom 31. August 2001 E. 2 ändert daran nichts.

4.
4.1 Bezüglich der Unterhaltsregelung hat das Obergericht festgehalten, dass die
Parteien seinerzeit eine zum Bestandteil des Scheidungsurteil erklärte
"Umgangsregelung" getroffen hätten, welche sich unter anderem darüber
ausgesprochen habe, dass jeder Elternteil während der ihm zugewiesenen
Obhutsperioden die Verantwortung für die Versorgung und die Betreuung für den
Sohn Z.________ zu übernehmen und damit entsprechend für seinen Unterhalt zu
sorgen habe. Dieses Vorgehen habe dem niederländischen Scheidungs(verfahrens-)
recht entsprochen (vgl. Bergmann /Ferid, Internationales Ehe- und
Kindschaftsrecht, Abschnitt Niederlande, S. 45/46 mit entsprechenden Hinweisen
auf die Bestimmungen im Burgerlijk Wetboek [BW]). Das Obergericht in Amsterdam,
welches in Abweichung vom Entscheid des erstinstanzlichen Einzelrichters der
Beschwerdeführerin die Übersiedlung in die Schweiz gestattet gehabt habe, habe
in den Erwägungen festgehalten, die Beschwerdeführerin habe ausreichend
begründet, dass ihre Chancen, für ihren Lebensunterhalt und denjenigen ihres
Sohnes Z.________ in der Schweiz, wo sie schon eine Teilzeitarbeit gefunden und
gute Aussichten auf mehr Arbeit habe, besser seien als in den Niederlanden,
wobei sie dazu noch mit der Unterstützung ihrer Familie rechnen könne. Ihre
Mutter leiste Sicherheit für sie und Z.________. Unter Hinweis auf diese
Erwägungen habe das Obergericht die - wie erwähnt - Bestandteil des
Scheidungsurteils bildende Umgansregelung einzig hinsichtlich der
Betreuungsperioden für Z.________ abgeändert und festgehalten, dass die
Parteien die damit anfallenden Reisekosten zu teilen hätten, habe im Übrigen
aber von einer Änderung der Versorgungsregelung abgesehen. Die
Beschwerdeführerin habe denn auch im holländischen Abänderungsverfahren weder
vor erster noch vor zweiter Instanz eine Änderung des in der Umgangsregelung
enthaltenen Versorgungsmodus beantragt noch sonstwann. Damit liege auch hier
abgeurteilte Sache vor, und weitere Erwägungen erübrigten sich.

4.2 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 145 und Art. 286 Abs.
1 ZGB. Begründet werden die Bundesrechtverletzungen insbesondere mit folgenden
Argumenten: es sei aktenkundig, dass die finanziellen Kräfte der
Beschwerdeführerin mehr als knapp seien; ihr Notbedarf sei nachweislich nicht
gedeckt, denn der Nettolohn betrage gegenwärtig Fr. 2'900.--, und ab August
2008 sei wegen einer Weiterbildung nur noch von einem Nettolohn von etwa Fr.
1'830.-- auszugehen. Indem die Vorinstanz die Klage abgewiesen habe mit der
Begründung, es liege eine abgeurteilte Sache vor, habe sie die
Untersuchungsmaxime gemäss Art. 145 ZGB verletzt. Es sei aktenkundig, dass ihr
durch den Umzug in die Schweiz eine - infolge höherer Lebenshaltungskosten -
beachtliche finanzielle Mehrbelastung entstanden sei. Da sie in der Schweiz
nicht das verdiene, was sie erwartet habe, liege eine neue wesentliche,
dauerhafte und veränderte Situation im Sinne von Art. 286 Abs. 1 ZGB vor. Mit
diesen und den weiteren Vorbringen widersetzt sich die Beschwerdeführerin dem
für das Bundesgericht verbindlich festgestellten Sachverhalt (E. 1.3 hiervor),
wonach sie für ihren Lebensunterhalt und denjenigen ihres Sohnes aufkommen
könne. Auch darauf kann nicht eingetreten werden.

5.
Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Die Beschwerdeführerin hat ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege gestellt, welches jedoch nicht bewilligt werden kann, da die
Beschwerde von vornherein keine Aussicht auf Erfolg haben konnte. Die
Beschwerdeführerin wird damit kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem
Beschwerdegegner ist keine Parteientschädigung zuzusprechen, da er nicht zur
Vernehmlassung aufgefordert worden ist (vgl. Art. 68 Abs. 1 BGG).

Das Bundesgericht erkennt:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Zivilkammer, und dem Kassationsgericht des Kantons Zürich schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 2. März 2009

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Schett