Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.461/2008
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_461/2008/don

Urteil vom 27. November 2008
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiberin Gut.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Suter,

gegen

Y.________,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Bühlmann.

Gegenstand
Eheschutzmassnahmen (Unterhalt),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
5. Kammer, vom 2. Juni 2008.

Sachverhalt:

A.
A.a Aus der im Jahre 1990 geschlossenen Ehe der Parteien gingen die drei
Töchter Z.________, geb. 1991, A.________, geb. 1994, und B.________, geb.
1998, hervor.
A.b Nachdem sich die Parteien getrennt hatten, verlangte die Ehefrau mit
Eheschutzgesuch vom 3. Januar 2007 u.a. ab September 2006 monatliche
Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 1'500.-- zuzüglich Kinder- bzw.
Ausbildungszulagen für jedes der drei Kinder sowie einen Betrag für ihren
persönlichen Unterhalt von Fr. 4'500.--. Der Ehemann stellte das Begehren, es
seien per Januar 2007 Unterhaltsbeiträge für die Kinder von je Fr. 1'000.--
zuzüglich Kinderzulagen und für die Ehefrau von Fr. 600.-- für die Monate
Januar bis April 2007 und von Fr. 750.-- ab Mai 2007 festzusetzen.

Anlässlich der Eheschutzverhandlung vom 22. Mai 2007 änderte die Ehefrau ihren
Antrag betreffend persönliche Unterhaltsbeiträge dahingehend ab, dass die
Beträge von Fr. 4'500.-- ab Januar 2008 auf Fr. 5'100.-- erhöht werden sollten.
A.c Mit Urteil vom 6. Juni 2007 bestimmte der Gerichtspräsident des
Bezirksgerichts C.________ Kinderunterhaltsbeiträge von je Fr. 1'200.--
zuzüglich allfällig bezogener Kinderzulagen sowie Beträge an den persönlichen
Unterhalt der Ehefrau von Fr. 1'820.-- von Oktober 2006 bis April 2007 und Fr.
2'970.-- ab Mai 2007.
A.d Das Obergericht des Kantons Aargau verpflichtete den Ehemann mit Urteil vom
2. Juni 2008 in teilweiser Gutheissung von Beschwerde und Anschlussbeschwerde
zur Leistung von persönlichen Unterhaltsbeiträgen an seine Ehefrau von Fr.
1'857.-- von Oktober bis Dezember 2006, von Fr. 1'986.-- von Januar bis April
2007, von Fr. 2'849.-- von Mai bis Dezember 2007 und von Fr. 2'372.-- ab Januar
2008. Betreffend die zu leistenden Kinderunterhaltsbeiträge bestätigte es das
erstinstanzliche Urteil. Weiter wurde der Ehemann verpflichtet, der Ehefrau
innert Monatsfrist nach Freigabe der als Bonus erhaltenen, gesperrten Aktien
die Hälfte des aktuellen Werts auszubezahlen und zudem der Klägerin
hinsichtlich allfälliger in bar ausbezahlter Boni nach deren Erhalt
Rechenschaft abzulegen und ihr die Hälfte davon, samt Belegen, binnen eines
Monats zu überweisen.

B.
Gegen das obergerichtliche Urteil hat die Ehefrau am 8. Juli 2008 Beschwerde in
Zivilsachen und eventualiter subsidiäre Verfassungsbeschwerde eingereicht. Sie
beantragt monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 1'500.-- zuzüglich
allfällig bezogener Kinder- bzw. Ausbildungszulagen je Kind sowie Beiträge an
ihren persönlichen Unterhalt von Fr. 2'174.-- von Oktober bis Dezember 2006,
von Fr. 2'304.-- von Januar bis April 2007, von Fr. 3'454.-- von Mai bis
Dezember 2007 und von Fr. 2'861.-- ab Januar 2008. Eventualiter beantragt sie
für den Fall, dass die Kinderunterhaltsbeiträge nicht angehoben würden,
persönliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'774.-- von Oktober bis Dezember 2006,
von Fr. 2'904.-- von Januar bis April 2007, von Fr. 4'054.-- von Mai bis
Dezember 2007 und von Fr. 3'461 ab Januar 2008. Zusätzlich zur monatlichen
Unterhaltszahlung sei der Ehemann zu verpflichten, ihr nach Freigabe der als
Bonus erhaltenen, gesperrten Aktien die Hälfte des dannzumal aktuellen Werts
auszubezahlen und hinsichtlich allfälliger in bar ausbezahlter Boni nach deren
Erhalt Rechenschaft abzulegen und ihr die Hälfte davon zu überweisen.

Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt.

Erwägungen:

1.
Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Unterhaltspflicht des Beschwerdegegners gegenüber der Beschwerdeführerin und
den drei Kindern ab Oktober 2006. In den übrigen Punkten ist das Urteil des
Obergerichts unangefochten geblieben und damit in Rechtskraft erwachsen.

1.1 Der angefochtene Eheschutzentscheid ist kantonal letztinstanzlich (Art. 75
Abs. 1 BGG). Es handelt sich um einen Endentscheid in Zivilsachen (Art. 72 Abs.
1 und Art. 90 BGG; BGE 133 III 393 E. 4 S. 395 f.). Streitig sind
ausschliesslich vermögensrechtliche Belange in einem Fr. 30'000.--
übersteigenden Betrag (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerde erweist sich
somit als zulässig, womit die eventualiter erhobene subsidiäre
Verfassungsbeschwerde von vornherein nicht greifen kann (Art. 113 BGG).

1.2 Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG setzt die Legitimation zur Beschwerde in
Zivilsachen ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung
des angefochtenen Entscheids voraus. Die Beschwerdeführerin muss somit eine
Verletzung ihrer Rechte geltend machen (BGE 133 III 421 E. 1.1. S. 425 f.).
Die Beschwerdeführerin beantragt u.a., der Beschwerdegegner sei zusätzlich zur
monatlichen Unterhaltszahlung zu verpflichten, ihr nach Freigabe der als Bonus
erhaltenen, gesperrten Aktien die Hälfte des dannzumal aktuellen Werts
auszubezahlen und hinsichtlich allfälliger in bar ausbezahlter Boni
Rechenschaft abzulegen und ihr die Hälfte davon zu überweisen. Dieser Antrag
deckt sich mit Dispositiv-Ziffer 1 des obergerichtlichen Urteils, mit welchem
der Beschwerdegegner bereits zu diesen Handlungen verpflichtet worden ist.
Bezüglich dieses Begehrens fehlt es somit der Beschwerdeführerin an einem
schutzwürdigen Interesse, weshalb nicht darauf einzutreten ist.

1.3 Neue Begehren sind gemäss Art. 99 Abs. 2 BGG im Beschwerdeverfahren
unzulässig.

Die Beschwerdeführerin verlangte vor Obergericht Kinderunterhaltsbeiträge von
je Fr. 1'500.-- (zuzüglich Kinderzulagen) und einen persönlichen
Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'262.-- von Oktober 2006 bis April 2007 und von Fr.
2'720.-- ab Mai 2007. Für den Fall, dass die Kinderunterhaltsbeiträge nicht wie
beantragt auf Fr. 1'500.-- angehoben würden, bezifferte die Beschwerdeführerin
ihren persönlichen Unterhaltsanspruch mit Fr. 2'860.-- von Oktober 2006 bis
April 2007 und Fr. 3'320.-- ab Mai 2007.

Vor Bundesgericht verlangt die Beschwerdeführerin nun Kinderunterhaltsbeiträge
in der gleichen Höhe von Fr. 1'500.-- (zuzüglich Kinderzulagen), jedoch von Mai
bis Dezember 2007 persönliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'454.-- und von Fr.
2'861.-- ab Januar 2008. Soweit diese Beträge die vor Obergericht für diese
Zeitspanne beantragten persönlichen Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'720.--
übersteigen, handelt es sich um unzulässige neue Begehren. Darauf ist nicht
einzutreten. Weiter verlangt die Beschwerdeführerin für den Fall, dass die
Kinderunterhaltsbeiträge nicht angehoben würden, von Mai bis Dezember 2007
persönliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 4'054.-- und von Fr. 3'461 ab Januar
2008. Auch bei diesen Beträgen handelt es sich, soweit sie den vor Obergericht
eventualiter beantragten Betrag von Fr. 3'320.-- übersteigen, um neue und damit
unzulässige Begehren.

1.4 Eheschutzentscheide betreffen vorsorgliche Massnahmen im Sinn von Art. 98
BGG, weshalb nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann
(BGE 133 III 393 E. 5 S. 396 f.). Zur Anwendung gelangt deshalb das strenge
Rügeprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG), wie es für die frühere staatsrechtliche
Beschwerde gegolten hat (BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Das bedeutet, dass
das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und soweit möglich belegte
Rügen prüft, während es auf ungenügend begründete Rügen und rein
appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt (BGE 125 I 492
E. 1b S. 495; 130 I 258 E. 1.3 S. 262).

Wird die Verletzung des Willkürverbots gerügt, reicht es nicht aus, die
Rechtslage aus Sicht des Beschwerdeführers darzulegen und den davon
abweichenden angefochtenen Entscheid als willkürlich zu bezeichnen; vielmehr
ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht willkürlich
entschieden haben soll und der angefochtene Entscheid deshalb an einem
qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 117 Ia 10 E. 4b S. 11
f.). Diese Grundsätze gelten insbesondere auch für die Rüge, es seien
offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellungen getroffen worden (Art. 97
Abs. 1 BGG), weil "offensichtlich unrichtig" mit "willkürlich" gleichzusetzen
ist (Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege,
BBl 2001 4338 Ziff. 4.1.4.2; BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252; 133 III 393 E. 7.1
S. 398).

2.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Obergericht habe die monatlichen
Unterhaltsbeiträge für die drei Kinder willkürlich festgesetzt und verlangt
eine Erhöhung der Kinderunterhaltsbeiträge auf je Fr. 1'500.-- zuzüglich
Kinder- bzw. Ausbildungszulagen.

2.1 Die Vorinstanz hat die Kinderunterhaltsbeiträge unter Berücksichtigung des
Barbedarfs eines Kindes gemäss den Empfehlungen des Obergerichts des Kantons
Aargau für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder vom 1. November
2005 (XDI.2005.65) auf je Fr. 1'200.-- festgesetzt. Gegen diese
Berechnungsmethode hat die Beschwerdeführerin grundsätzlich nichts einzuwenden,
sie macht jedoch sinngemäss geltend, es sei unhaltbar und damit willkürlich,
dass das Obergericht die gemäss Barbedarfstabelle empfohlenen Beträge lediglich
um 25 % erhöht habe. Es sei unbestritten, dass die Parteien wie im Besonderen
auch die Kinder während der Zeit des Zusammenlebens einen ausserordentlich
hohen Lebensstandard gepflegt hätten. Zudem erziele der Beschwerdegegner als
Unterhaltsverpflichteter mit Fr. 14'000.-- ein fast doppelt so hohes, als das
den Empfehlungen zugrundeliegende Monatseinkommen von Fr. 7'650.--. Diesen
Tatsachen gelte es bei der Berechnung und Fixierung der
Kinderunterhaltsbeiträge angemessen Rechnung zu tragen, was auf die
Überlegungen des Obergerichts, das seine eigenen Empfehlungen lediglich um 25%
erhöhte, in keiner Art und Weise zutreffe. Aufgrund der Umstände sei vielmehr
auch von einer Verdoppelung des Barbedarfs der drei Kinder auszugehen.

2.2 Der Kinderunterhaltsbeitrag wird im Falle der Eheschutzmassnahmen nach Art.
285 ZGB bemessen (Art. 176 Abs. 3 ZGB). Er soll den Bedürfnissen des Kindes
sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und
ausserdem Vermögen und Einkünfte des Kindes sowie den Beitrag des nicht
obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes berücksichtigen
(Art. 285 Abs. 1 ZGB). Das Gesetz schreibt keine konkrete Bemessungsmethode
vor. Sind die finanziellen Verhältnisse - wie vorliegend - gut, sollten der
Kindesunterhalt und der Bedarf des Kindes auf Grund der massgeblichen
Lebenshaltung des Unterhaltspflichtigen konkret bemessen werden. Die Berechnung
der "tatsächlich gelebten Lebensstellung" (BGE 116 II 110 E. 3b S. 113) bzw.
die konkrete Bedarfsermittlung kommt freilich nicht ohne gewisse
Pauschalierungen aus, so dass das Abstellen auf vorgegebene Bedarfszahlen
unumgänglich und auch ohne weiteres zulässig ist, soweit die erforderlichen
Anpassungen vorgenommen werden. Die Festsetzung des Unterhaltsbeitrags bleibt
ein Ermessensentscheid, bei dem alle bedeutsamen Umstände berücksichtigt werden
müssen (Urteil 5C.238/2005 vom 2. November 2005 E. 3.1, in: FamPra.ch 2006 S.
193; BGE 128 III 161 E. 2c/aa S. 162, 411 E. 3.2.2 S. 414).

2.3 Das Obergericht hat sich bei der Kinderunterhaltsbeitragsberechnung auf die
obergerichtlichen Barbedarfstabellen gestützt, dabei jedoch erkannt, dass die
sich daraus ergebenden Beträge für die drei Töchter von rund Fr. 800.--, Fr.
850.-- und Fr. 1'100.-- aufgrund der günstigen wirtschaftlichen Verhältnisse
angemessen zu erhöhen sind. Nach Ansicht des Obergerichts erscheint bei
Berücksichtigung der finanziellen Leistungskraft des Beschwerdegegners eine
Erhöhung der Werte um 25 % angemessen. Demzufolge würde sich der Barbedarf auf
rund Fr. 1'000.--, Fr. 1'062.-- und Fr. 1'375.-- belaufen, wobei nach Abzug der
Kinderzulagen von rund Fr. 190.-- ein ungedeckter Betrag von rund Fr. 800.--
bis Fr. 1'180.-- verbliebe. Da der Beschwerdeführer jedoch Unterhaltsbeiträge
von je Fr. 1'200.-- zuzüglich Kinderzulagen explizit anerkannt habe, sei er zur
Bezahlung von Beiträgen in dieser Höhe zu verpflichten.

2.4 Kinderunterhaltsbeiträge sind bei überdurchschnittlich guten
wirtschaftlichen Verhältnissen nicht einfach linear nach der finanziellen
Leistungskraft des zahlungspflichtigen Elternteils zu bemessen (BGE 120 II 285
E. 3b/bb S. 290 f.; 116 II 110 E. 3b S. 113; HANS HOYER, Recht des Kindes auf
Unterhalt über seine Bedürfnisse hinaus?, in: Festschrift für Heinz Hausheer,
2002, S. 421 ff.). Daher kann aus dem Umstand, dass der Beschwerdegegner mit
ungefähr Fr. 14'000.-- ein fast doppelt so hohes, als das den Empfehlungen
zugrundeliegende Monatseinkommen von Fr. 7'650.-- erzielt, entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin, nicht gefolgert werden, dass auch der
Barbedarf der Kinder verdoppelt werden müsste. Das Obergericht wollte den guten
finanziellen Verhältnissen durch Erhöhung der empfohlenen Beträge um 25 %
Rechnung tragen. Ob die Erhöhung um diesen Prozentsatz vorliegend genügen
würde, kann aber offen bleiben, da das Obergericht im Ergebnis
Kinderunterhaltsbeiträge von je Fr. 1'200.-- (exkl. Kinderzulagen) zugesprochen
hat, somit Beträge, welche den gemäss Barbedarfstabelle empfohlenen Betrag für
die Tochter B.________ um rund 100 %, für die Tochter A.________ um rund 85 %
und für die Tochter Z.________ um rund 35 % übersteigen.

Damit bezahlt der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin gesamthaft einen
Kinderunterhaltsbeitrag, welcher die Summe der gemäss Tabelle empfohlenen drei
Richtwerte um durchschnittlich rund 75 % übersteigt. Dieser Zuschlag zu den
tabellarischen Bedarfszahlen trägt den günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen
genügend Rechnung. Insbesondere ist es nicht ersichtlich und in der Beschwerde
auch nicht genügend detailliert dargelegt, inwiefern das Gericht durch die
Festsetzung dieser Kinderunterhaltsbeiträge willkürlich entschieden haben und
der angefochtene Entscheid deshalb im Ergebnis an einem qualifizierten und
offensichtlichen Mangel leiden sollte. Die Beschwerde ist insoweit abzuweisen,
soweit darauf eingetreten werden kann.

3.
Die Beschwerdeführerin sieht weiter einen Verstoss gegen das Willkürverbot
darin, dass das Obergericht bei der Berechnung des Ehegattenunterhaltsbeitrags
den Überschuss hälftig und nicht im Verhältnis 2:1 auf die Parteien aufgeteilt
hat. Sie verlangt die Zuweisung von 2/3 des Überschusses zu ihren Gunsten und
dementsprechend die Erhöhung der persönlichen Unterhaltsbeiträge.

3.1 Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin insbesondere aus, eine hälftige
Überschussteilung bewirke im Ergebnis eine nicht zu rechtfertigende
Besserstellung des Beschwerdegegners zu Lasten der drei Kinder, da dieser als
Einzelperson am hälftigen Überschuss partizipiere, während sie selber und die
drei Kinder, so letztlich vier Personen, sich die andere Hälfte des
Überschusses teilen müssten. Dass dies unhaltbar und damit willkürlich sei,
habe das Bundesgericht mit BGE 126 III 8 entschieden, was zur gefestigten
Rechtsprechung wie Praxis geführt habe, wonach der Überschuss bei einem oder
mehreren Kindern nicht hälftig zugewiesen werden dürfe, sondern, weil auch die
gemeinsamen Kinder am rechnerischen Überschuss partizipieren sollen, dieser
zwar nicht nach Köpfen aber immerhin mit einer vernünftigen Quote, so bereits
bei zwei Kindern mit 2/3, dem obhutsberechtigten Elternteil und damit auch zu
Gunsten der gemeinsamen Kinder zugewiesen werden müsse. Zudem sei die
Besserstellung, die der Beschwerdegegner durch die hälftige Überschussteilung
erfahre, auch deshalb unhaltbar, weil der hohe Überschuss zu einem guten Teil
darauf zurückgeführt werden könne, dass sie selber, zusätzlich zur
Kinderbetreuung, einer Arbeitstätigkeit nachgehe und ebenfalls ein Einkommen
erziele.

3.2 Das Obergericht begründet seinen Entscheid, den Überschuss hälftig und
nicht im Verhältnis 2:1 zugunsten der Beschwerdeführerin aufzuteilen,
insbesondere damit, dass die obhutsberechtigte Beschwerdeführerin nicht - über
die Kinderalimente - eine gegenüber dem Beschwerdegegner nicht zu
rechtfertigende Besserstellung erfahren dürfe.

3.3 In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass das Obergericht, in Abweichung
von der ersten Instanz, nicht einen Gesamtunterhaltsbeitrag ermittelt und
diesen in der Folge auf Frau und Kinder aufgeteilt hat. Vielmehr hat es vorab
die Kinderunterhaltsbeiträge gemäss den Kriterien von Art. 285 ZGB separat
festgesetzt und erst in einem zweiten Schritt den Unterhaltsbeitrag für die
Beschwerdeführerin nach der Methode der Notbedarfsberechnung mit
Überschussverteilung bestimmt. Dabei hat es den erweiterten Notbedarf der
Beschwerdeführerin - unter Ausklammerung des Notbedarfs der Kinder - und den
erweiterten Notbedarf des Beschwerdegegners sowie die festgesetzten
Kinderunterhaltsbeiträge von gesamthaft Fr. 3'600.-- vom Gesamteinkommen der
Parteien abgezogen und diesen Überschuss hälftig geteilt. Inwiefern diese
hälftige Überschussteilung bei Anwendung dieser zweistufigen
Unterhaltsberechnungsmethode, bei welcher der Kinder- und der
Ehegattenunterhaltsbeitrag separat berechnet werden, zu einem unsachgerechten
oder gar willkürlichen Ergebnis geführt haben soll, ist weder ersichtlich noch
substantiiert dargelegt. Insbesondere sei nochmals zu erwähnen, dass der
Beschwerdeführer mit obergerichtlichem Urteil zur Bezahlung von separaten
Kinderunterhaltsbeiträgen für die drei Kinder verpflichtet wurde, welche die
gemäss Barbedarfstabelle empfohlenen Werte um durchschnittlich fast 75 % und
damit bei weitem übersteigen. Folglich partizipieren die Kinder aufgrund der
hohen Kinderunterhaltsbeiträge bereits genügend an den günstigen
wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern (vgl. dazu Hausheer/Spycher, Die
verschiedenen Methoden der Unterhaltsberechnung, ZBJV 133/1997 S. 149 ff., S.
177 f.).
Anzumerken ist, dass die Berufung auf BGE 126 III 8 wenig hilfreich ist, da das
Bundesgericht mit diesem Entscheid die hälftige Überschussteilung bei der
Methode der Ermittlung eines Gesamtunterhaltsbeitrags für Ehegatte und Kinder
beanstandet hat. Dazu hat es ausgeführt, dass die hälftige Aufteilung zu
unhaltbaren Ergebnissen führe, wenn eine Partei mit dem errechneten
Unterhaltsbeitrag auch die Kosten für die Kinder begleichen müsse. Zudem hat
das Bundesgericht in seinem Urteil 5P.341/2002 vom 25. November 2002
festgestellt, dass ein Abweichen von der hälftigen Überschussteilung weiter
dann befürwortet werden könne, wenn der Kinderunterhaltsbeitrag nur einen
minimalen, nicht aber den effektiven Bedarf des Kindes decke. Vorliegend muss
die Beschwerdeführerin jedoch mit dem mittels Überschussteilung errechneten
Unterhaltsbeitrag weder die Kosten für die Kinder begleichen noch decken die
separat festgesetzten Kinderunterhaltsbeiträge lediglich den minimalen Bedarf
der drei Kinder. Vielmehr stehen der Beschwerdeführerin neben ihrem
persönlichen Unterhaltsbeitrag Kinderunterhaltsbeiträge zu, die den günstigen
finanziellen Verhältnissen angesichts ihrer Höhe genügend Rechnung tragen

Vor diesem Hintergrund kann die hälftige Überschussteilung - und in der Folge
auch die Bemessung des Ehegattenunterhaltsbeitrags - nicht beanstandet werden.

4.
Schliesslich erblickt die Beschwerdeführerin einen Verstoss gegen das
Willkürverbot darin, dass das Obergericht die im Barbedarf der Kinder
mitenthaltenen Unterkunftskosten von Fr. 226.--, Fr. 191.-- und Fr. 191.--,
mithin bei Erweiterung um je 25 % von insgesamt Fr. 760.--, vollumfänglich als
Wohnkostenanteil bei ihrem Existenzminimum berücksichtigt und somit bei der
Berechnung ihres Notbedarfs lediglich Wohnkosten von Fr. 1'000.--, anstatt der
effektiven Kosten von Fr. 1'760.--, eingesetzt habe.

Dazu führt die Beschwerdeführerin aus, die Teilkostenposition "Unterkunft" in
den Empfehlungen des Obergerichts für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für
Kinder beinhalte nicht nur reine Unterkunftskosten und damit einen Mietanteil,
sondern auch einen Anteil für die Möblierung. Demzufolge sei das Vorgehen des
Obergerichts, die gesamten Unterkunftskosten als Mietanteil zu gewichten,
unhaltbar und willkürlich.
Es trifft zu, dass diese Kostenposition nicht nur reine Unterkunftskosten,
sondern auch einen Betrag für die Möblierung eines Zimmers enthält. Jedoch
dürfte dieser Betrag im Vergleich zum effektiven Mietanteil gering ausfallen,
handelt es sich doch bei der Möblierung nicht um monatlich anfallende Kosten
und in der Regel um Anschaffungen von längerer Lebensdauer. Es kommt hinzu,
dass Beträge für die Möblierung vorwiegend im Falle der endgültigen
Unterhaltsregelung bei der Scheidung zu berücksichtigen sein dürften, hingegen
nicht im Rahmen von Massnahmen während des Getrenntlebens. Jedenfalls führt
vorliegend der Umstand, dass die Vorinstanz den ganzen Wohnkostenanteil bei der
Berechnung des Existenzminimums der Beschwerdeführerin berücksichtigt hat,
nicht bereits dazu, dass der Ehegattenunterhalt im Ergebnis offensichtlich
falsch und damit willkürlich festgesetzt worden wäre. Ergänzend ist zu
erwähnen, dass den Gerichten bei der Unterhaltsfestsetzung ein weites Ermessen
zukommt (Art. 4 ZGB; vgl. BGE 127 III 136 E. 3a S. 141).

5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Ausgangsgemäss trägt die Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten
(Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 5. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. November 2008
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Raselli Gut