Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.605/2008
Zurück zum Index II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2008
Retour à l'indice II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2008


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_605/2008/bnm

Urteil vom 28. Januar 2009
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter L. Meyer, Bundesrichter Marazzi, von
Werdt,
Gerichtsschreiber von Roten.

Parteien
K.________ (Ehefrau),
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Roger Seiler,

gegen

B.________ (Ehemann),
Beschwerdegegner,
vertreten durch Rechtsanwalt Cornel Wehrli,

Gegenstand
Ehescheidung (Güterrecht),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
1. Kammer, vom 24. Juni 2008.

Sachverhalt:

A.
B.________ (Ehemann), Jahrgang 1965, und K.________ (Ehefrau), Jahrgang 1964,
heirateten am xxxx 1990. Sie wurden Eltern zweier Söhne, geboren in den Jahren
xxxx und xxxx. Seit dem 1. April 2001 leben die Ehegatten getrennt.

B.
Am 3. März 2004 reichte die Ehefrau die Scheidungsklage ein. Der Ehemann
schloss ebenfalls auf Scheidung der Ehe. Das Bezirksgericht P.________ schied
die Ehe. Streitig waren praktisch sämtliche Scheidungsfolgen, insbesondere aber
die güterrechtliche Auseinandersetzung. Der Hauptstreitpunkt bezog sich dabei
auf Ersatzforderungen für Investitionen in das landwirtschaftliche Gewerbe, das
der Ehemann am 27. März 1993 zum Ertragswert von Fr. 130'000.-- aus dem
Nachlass seines Vaters zu Alleineigentum erworben und während des
Scheidungsverfahrens am 22. März 2005 für Fr. 710'000.-- (Gebäudeplatz und
Umgelände sowie zwei Parzellen) und am 24. August 2005 für Fr. 930'000.-- (in
Bauland eingezonte landwirtschaftliche Grundstücke) teilweise verkauft hatte,
um mit dem Verkaufserlös wiederum ein landwirtschaftliches Gewerbe als
Realersatz zu erwerben. Das Bezirksgericht verpflichtete den Ehemann, der
Ehefrau aus Güterrecht Fr. 164'450.-- zu bezahlen (Dispositiv-Ziff. 6.1 des
Urteils vom 20. August 2007). In teilweiser Gutheissung der Appellation des
Ehemannes legte das Obergericht des Kantons Aargau die Güterrechtsforderung der
Ehefrau gegen den Ehemann auf Fr. 29'128.-- fest (Dispositiv-Ziff. 1.2/6.1).
Die Anschlussappellation der Ehefrau wurde abgewiesen (Dispositiv-Ziff. 1.4 des
Urteils vom 24. Juni 2008).

C.
Dem Bundesgericht beantragt die Ehefrau (Beschwerdeführerin), das
obergerichtliche Urteil aufzuheben, was die güterrechtliche Auseinandersetzung
und die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen betrifft, und die
Angelegenheit zur Feststellung des relevanten Sachverhalts und zur
Neubeurteilung des ehelichen Güterrechts an das Obergericht zurückzuweisen.
Eventualiter erneuert sie ihr Begehren, den Ehemann zur Zahlung von Fr.
250'000.-- zu verpflichten. Der Ehemann (Beschwerdegegner) schliesst auf
Abweisung der Beschwerde. Das Obergericht hat die Akten zugestellt, auf eine
Vernehmlassung aber verzichtet.
Erwägungen:

1.
Streitgegenstand vor Bundesgericht ist eine Forderung von Fr. 250'000.-- aus
ehelichem Güterrecht. Die Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG ist grundsätzlich
zulässig (vgl. zum Rechtsbegehren: BGE 134 III 379 E. 1.3 S. 383). Auf formelle
Einzelfragen wird im Sachzusammenhang zurückzukommen sein.

2.
Die Parteien schlossen am 21. Juni 1993 einen Ehevertrag, mit dem sie unter
anderem den "Landwirtschaftsbetrieb zum Ertragswert gemäss Kaufvertrag" als
Eigengut des Beschwerdegegners bezeichneten und für die Teilung des Vorschlags
im Falle einer Scheidung auf die Vorschriften über die
Errungenschaftsbeteiligung verwiesen. Bei diesem Landwirtschaftsbetrieb
handelte es sich um eine Vielzahl von Grundstücken landwirtschaftlicher
Kulturart (Wiese/Acker/Wald) mit Gebäuden (Wohnhaus/Scheune/Schopf) in
G.________, die der Beschwerdegegner am 27. März 1993 von der Erbengemeinschaft
seines Vaters und von seiner Mutter für Fr. 130'000.-- gekauft hatte. Der
Beschwerdegegner hat während des Scheidungsverfahrens sein landwirtschaftliches
Gewerbe in G.________ bzw. Teile davon veräussert, um mit dem Verkaufserlös ein
landwirtschaftliches Gewerbe in H.________ zu erstehen. Streitig ist, ob eine
Ersatzanschaffung vorliegt (E. 4) und - verneinendenfalls - wie der Wert des
landwirtschaftlichen Gewerbes mit Blick auf die Mehrwert- und/oder
Minderwertanteile von Ersatzforderungen und die Vorschlagsbeteiligung zu
bemessen ist (E. 5) und in welcher Höhe Ersatzforderungen bestehen (E. 6
hiernach).

Das Obergericht ist von einer Ersatzanschaffung ausgegangen. Es hat
dafürgehalten, es komme nicht darauf an, dass der Beschwerdegegner zur Zeit des
Abschlusses des Schriftenwechels noch nicht Eigentümer des von ihm
bewirtschafteten neuen Betriebs in H.________ sei, könne doch die
Beschwerdeführerin eine ihrer güterrechtlichen Beteiligungsquote entsprechende
Gewinnbeteiligung geltend machen, falls der Eigentumserwerb nicht zustande
kommen und/oder der Beschwerdegegner die noch in seinem Eigentum stehenden
Grundstücke in G.________t veräussern sollte (E. 6.4 und E. 6.5 S. 17 f.). Zu
den Ersatzforderungen hat das Obergericht festgehalten, das landwirtschaftliche
Gewerbe in G.________ habe zum Eigengut des Beschwerdegegners gehört (E. 6.4 S.
17). In das landwirtschaftliche Gewerbe hätten beide Ehegatten während der Ehe
je Fr. 5'000.-- aus Eigengut für den Erwerb und je Fr. 4'378.-- aus Eigengut
für einen Umbau und der Beschwerdegegner aus seiner Errungenschaft zusätzlich
Fr. 53'744.-- für die neue Heizung und den Umbau investiert (E. 6.6 und E. 6.7
S. 18 ff.). Der Beschwerdegegner habe das landwirtschaftliche Gewerbe in
G.________ zum Ertragswert von Fr. 130'000.-- übernommen und bei den Verkäufen
im Jahre 2005 je nach Darstellung der Parteien Fr. 1'340'000.-- oder Fr.
1'200'000.-- erzielt. Mit dem Verkaufserlös und zusätzlichen Fremdmitteln wolle
der Beschwerdegegner gemäss den Vertragsentwürfen für total Fr. 2'150'275.--
das landwirtschaftliche Gewerbe in H.________ erwerben. Der Vergleich zeige,
dass kein Mehrwert vorhanden sei, der auf die von beiden Ehegatten geleisteten
Investitionen zurückzuführen sei und auf die entsprechenden Gütermassen
aufgeteilt werden könnte (E. 6.8 S. 23 f. des angefochtenen Urteils).

Die Beschwerdeführerin bestreitet eine Ersatzanschaffung und belegt, dass der
Beschwerdegegner bis heute keines der zum landwirtschaftlichen Betrieb im
H.________ gehörenden Grundstücke erworben habe und zur Zeit in I.________
wohne (S. 3 ff. Ziff. 1). Sie macht geltend, die güterrechtliche
Auseinandersetzung müsse deshalb auf der Grundlage von Verkehrswerten
durchgeführt werden, die die kantonalen Gerichte indessen nicht festgestellt
hätten. Der Beschwerdegegner habe im Jahre 2008 zudem weitere Grundstücke des
früheren landwirtschaftlichen Gewerbes in G.________ veräussert. Ihrer
Berechnung nach betrage die Differenz zwischen dem Verkehrswert beim Erwerb und
demjenigen im Zeitpunkt der Auseinandersetzung Fr. 1'673'000.-- (S. 5 ff. Ziff.
2). Schliesslich wendet sich die Beschwerdeführerin gegen die festgestellte
Höhe der Ersatzforderungen (S. 7 ff. Ziff. 3 und 4 der Beschwerdeschrift). Der
Beschwerdegegner betont, das Obergericht habe keinen Eigentumserwerb in
H.________ festgestellt, sondern sei lediglich davon ausgegangen, es genüge die
Absicht, dass er in H.________ ein landwirtschaftliches Gewerbe als Realersatz
erwerben wolle. Heute beabsichtige er, in I.________ ein landwirtschaftliches
Gewerbe als Realersatz zu kaufen, wobei der Kaufvertrag noch nicht notariell
beurkundet sei (S. 3 ff. Ziff. 1). Der Verkehrswert sei im Falle eines
Realersatzes für sein landwirtschaftliches Gewerbe nicht massgebend. Die
Verkehrswertberechnung der Beschwerdeführerin sei zudem unzutreffend und beruhe
auf unzulässigen neuen Vorbringen (S. 6 f. Ziff. 2). Gegen die obergerichtliche
Feststellung der Ersatzforderungen gebe es keine Einwände (S. 7 ff. Ziff. 3 und
4 der Beschwerdeantwort).

3.
Die ehevertragliche Erklärung des landwirtschaftlichen Gewerbes in G.________
zu Eigengut (Art. 199 Abs. 1 ZGB) gilt auch im Fall der Scheidung. Alle anderen
Fragen der Auflösung des Güterstandes durch Scheidung, vorab die Mehr- und
Minderwertbeteiligung gemäss Art. 206 und Art. 209 Abs. 3 ZGB sowie die
Beteiligungsforderung gemäss Art. 215 ZGB beurteilen sich mangels gegenteiliger
ehevertraglicher Abreden nach den Bestimmungen über den ordentlichen Güterstand
der Errungenschaftsbeteiligung (Art. 120 Abs. 1 i.V.m. Art. 196 ff. ZGB). Davon
sind die Parteien und das Obergericht zutreffend ausgegangen (vgl. HAUSHEER/
AEBI-MÜLLER, Basler Kommentar, 2006, N. 7 f. zu Art. 199, N. 43 f. zu Art. 206,
N. 32 zu Art. 209 sowie N. 1 und N. 4 zu Art. 217 ZGB, mit Hinweisen).

4.
Der erste Streitpunkt betrifft das Vorliegen einer Ersatzanschaffung, wie sie
in Art. 197 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB für die Errungenschaft und in Art. 198 Ziff. 4
ZGB für das Eigengut vorgesehen ist. Der Beschwerdegegner hat während des
Scheidungsverfahrens im März und August 2005 wesentliche Teile des zum
landwirtschaftlichen Gewerbe in G.________ gehörenden Grundbesitzes verkauft in
der Absicht, mit dem Verkaufserlös ein landwirtschaftliches Gewerbe in
H.________ bzw. heute in I.________ zu erstehen.

4.1 Nach der gesetzlichen Regelung werden Errungenschaft und Eigengut jedes
Ehegatten nach ihrem Bestand im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes
ausgeschieden (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Als Zeitpunkt der Auflösung des
Güterstandes gilt bei Scheidung der Ehe der Tag, an dem das Begehren
eingereicht worden ist (Art. 204 Abs. 2 ZGB). Massgebend für die Bewertung ist
hingegen der Zeitpunkt der Auseinandersetzung (vgl. Art. 214 Abs. 1 ZGB). Die
für den Bestand und für die Bewertung massgebenden Zeitpunkte sind klar zu
unterscheiden. Dass zwischen der Klageeinreichung am 3. März 2004 und der
güterrechtlichen Auseinandersetzung durch das angefochtene Urteil vom 24. Juni
2008 eingetretene Wertveränderungen berücksichtigt werden mussten, ist nach der
gesetzlichen Regelung gewollt. Grundsätzlich ausgeschlossen ist hingegen, dass
Veränderungen der Vermögensmassen in ihrem Bestand nach der Auflösung des
Güterstandes die güterrechtliche Auseinandersetzung noch beeinflussen können.
Nach der Auflösung des Güterstandes (Klageeinreichung) entsteht - und zwar auf
der Aktiv- und der Passivseite - keine Errungenschaft mehr, die unter den
Ehegatten zu teilen wäre und nach diesem Zeitpunkt veräusserte Vermögenswerte
bleiben - und zwar zum Wert im Zeitpunkt der Veräusserung - weiterhin für die
güterrechtliche Auseinandersetzung massgebend (vgl. Urteil 5P.82/2004 vom 7.
Oktober 2004 E. 2.2.1, in: Fampra.ch 2005 S. 317 f., mit Hinweisen auf
Rechtsprechung und Lehre, insbesondere auf DESCHENAUX/ STEINAUER/BADDELEY, Les
effets du mariage, Bern 2000, N. 1226 S. 501 und N. 1409 S. 565).

4.2 Die gesetzliche Unterscheidung zwischen dem Zeitpunkt der Auflösung des
Güterstandes und dem Zeitpunkt der Bewertung bedeutet für die hier zu
beurteilende Streitfrage, dass nach Auflösung des Güterstandes auch keine
Ersatzanschaffungen mehr möglich sind (vgl. Urteil 5C.52/2006 vom 30. Mai 2006
E. 2.4, in: Fampra.ch 2006 S. 945 f., mit Hinweis auf HAUSHEER/REUSSER/GEISER,
Berner Kommentar, 1992, N. 13 und N. 18 zu Art. 207 ZGB). Diese Folgerung ist
in der Lehre - soweit ersichtlich - unbestritten (vgl. DESCHENAUX/STEINAUER/
BADDELEY, a.a.O., N. 1409 S. 565; STECK, in: FamKommentar Scheidung, Bern 2005,
N. 7, und HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N. 9, je zu Art. 207 ZGB, mit
Hinweisen). Die einst abweichende Lehrmeinung wurde ausdrücklich widerrufen
(HEGNAUER/BREITSCHMID, Grundriss des Eherechts, 4.A. Bern 2000, N. 26.13 S.
260). Für seine gegenteilige Ansicht vermag sich das Obergericht nicht auf den
Berner Kommentar zu stützen (E. 6.5 S. 18 mit Hinweis auf N. 59 zu Art. 206
ZGB). Die dort erwähnte "Veräusserung zum Zwecke der Ersatzanschaffung"
betrifft eine Veräusserung vor der Auflösung des Güterstandes, wie der
Gesamtzusammenhang zeigt (vgl. HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 58 Abs. 2 zu
Art. 206 ZGB; gl.M. STECK, a.a.O., N. 28 zu Art. 206 ZGB; einschränkend:
HEGNAUER/BREITSCHMID, a.a.O., N. 26.55 S. 269).

4.3 In tatsächlicher Hinsicht steht hier fest, dass die Auflösung des
Güterstandes am 3. März 2004 (Klageeinreichung) eingetreten ist, die fraglichen
Verkäufe aber erst danach am 22. März 2005 und am 24. August 2005 stattgefunden
haben. Was der Beschwerdegegner mit dem Verkaufserlös tatsächlich getan hat
oder hat tun wollen, ist in rechtlicher Hinsicht unerheblich, fällt doch die
behauptete Ersatzanschaffung nach der Auflösung des Güterstandes ausser
Betracht. Damit überhaupt von einer Ersatzanschaffung gesprochen werden könnte,
müsste dem Beschwerdegegner zudem die Rechtsträgerschaft am Vermögensgegenstand
zukommen, den er an Stelle des aufgegebenen Vermögensgegenstandes erworben hat
(vgl. HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 118 zu Art. 197 ZGB; DESCHENAUX/
STEINAUER/ BADDELEY, a.a.O., N. 1016-1020 S. 411 f. und N. 1139 S. 466). Diese
Rechtsträgerschaft an einem neu erworbenen Landwirtschaftsbetrieb ist dem
Beschwerdegegner nach den obergerichtlichen Feststellungen im Zeitpunkt der
güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zugekommen und kommt ihm nach seinen
eigenen Angaben auch heute nicht zu.

4.4 Die Diskussion einer Ersatzanschaffung im Sinne des Realersatzes nach den
Bestimmungen des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB, SR
211.412.11) führt bereits deshalb nicht weiter, weil der Realersatz gemäss Art.
32 Abs. 2 BGBB auf zwei Jahre, bezogen auf den Zeitpunkt der Veräusserung,
beschränkt ist. Ein erst nach Fristablauf zustande gekommener Kauf wird nicht
mehr als Realersatz anerkannt (vgl. HENNY, in: Das bäuerliche Bodenrecht:
Kommentar zum Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht vom 4. Oktober 1991,
N. 13 zu Art. 32 BGBB). Die Veräusserungen haben hier im März und August 2005
stattgefunden, ein Kauf ist hingegen bis heute nicht erfolgt. Die Frage, ob
bäuerliches Bodenrecht über die besonderen Bewertungsvorschriften (Art. 212 f.
ZGB) hinaus auf das Ehegüterrecht einwirkt, bedarf damit keiner weiteren
Erörterung.

4.5 Die obergerichtliche Annahme einer Ersatzanschaffung erweist sich als
bundesrechtswidrig und verfälscht die güterrechtliche Auseinandersetzung
insgesamt. Das landwirtschaftliche Gewerbe in G.________ bzw. die davon
erfassten Vermögensgegenstände müssen einzeln bewertet werden. Soweit die
Beschwerdeführerin eine Ersatzanschaffung bestreitet, ist ihre Beschwerde -
jedenfalls im Ergebnis - begründet.

5.
Der zweite Streitpunkt betrifft die Bewertung des landwirtschaftlichen Gewerbes
in G.________ bzw. der dazugehörigen Vermögensgegenstände. Die Bewertung ist
erforderlich zur Bestimmung der Mehr- und/oder Minderwertbeteiligung der
Ersatzforderungen für Investitionen in das Gewerbe und damit verbunden zur
Berechnung der Vorschlagsbeteiligung.

5.1 Gegenstand der Bewertung sind alle zum landwirtschaftlichen Gewerbe in
G.________ gehörenden Vermögensgegenstände, soweit es um die Ersatzforderung
der Beschwerdeführerin für ihren Beitrag zum Erwerb des landwirtschaftlichen
Gewerbes geht (Art. 206 ZGB). Gegenstand der Bewertung ist insbesondere die
Liegenschaft mit dem Wohnhaus, soweit es um Ersatzforderungen für die
Verbesserung und Erhaltung der Liegenschaft (Renovation der Stube, Einbau einer
neuen Heizung u.ä.) geht, an die Beiträge geleistet wurden sowohl aus der
Errungenschaft des Beschwerdegegners (Art. 209 Abs. 3 ZGB) als auch aus dem
Eigengut der Beschwerdeführerin (Art. 206 ZGB). Dass das Eigengut des
Beschwerdegegners zum Erwerb sowie zur Verbesserung und Erhaltung des
landwirtschaftlichen Gewerbes beigetragen hat, ist rechtlich unerheblich.
Beiträge des Eigenguts in das Eigengut des gleichen Ehegatten führen zu keinen
Ersatzforderungen (vgl. BGE 121 III 152 E. 3b S. 154). Der Mehrwert besteht in
der Differenz zwischen dem Endwert des Vermögensgegenstandes und dessen
Anfangswert, der je nach dem, ob ein Beitrag zum Erwerb oder zeitlich später
zur Verbesserung oder Erhaltung geleistet wurde, unterschiedlich sein kann, was
zu äusserst aufwändigen Berechnungen führt (vgl. BGE 132 III 145 E. 2.3 S. 150
ff.). Im vorliegenden Fall dürfte eine Vereinfachung gerechtfertigt sein, zumal
die Beiträge zur Verbesserung und Erhaltung (1993-1996) unmittelbar an den
Erwerb (1993) anschlossen (vgl. BGE 123 III 152 E. 6 S. 156 ff.). Der
Vollständigkeit halber ist zusätzlich anzumerken, dass ein Mehrwert im Sinne
des Gesetzes auf Massnahmen der öffentlichen Hand zurückzuführen sein kann, wie
bei Erschliessung oder - hier (2002) - Zonenänderung eines Grundstücks (vgl.
HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 23 zu Art. 206 ZGB).

5.2 Für die Wertbestimmung sieht Art. 211 ZGB vor, dass die
Vermögensgegenstände bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu ihrem
Verkehrswert einzusetzen sind. Eine Sonderregelung besteht in Art. 212 f. ZGB
für landwirtschaftliche Gewerbe. Nach Art. 212 Abs. 1 ZGB ist ein
landwirtschaftliches Gewerbe, das ein Ehegatte als Eigentümer selber
weiterbewirtschaftet oder für das der überlebende Ehegatte oder ein Nachkomme
begründet Anspruch auf ungeteilte Zuweisung erhebt, bei Berechnung des
Mehrwertanteils und der Beteiligungsforderung zum Ertragswert einzusetzen. Die
Anwendung des Ertragswertprinzips rechtfertigt sich somit nur, wenn das
landwirtschaftliche Gewerbe erhalten bleibt, d.h. nach Auflösung des
Güterstandes weiterbewirtschaftet wird durch den Eigentümer oder den
überlebenden Ehegatten bzw. die Nachkommen, die eine ungeteilte Zuweisung
verlangen können (vgl. STECK, a.a.O., N. 6 zu Art. 212 ZGB). Diese
Voraussetzung ist hier nicht erfüllt, zumal der Beschwerdegegner das
landwirtschaftliche Gewerbe oder zumindest den Hauptteil davon zum Verkehrswert
verkauft hat und nicht mehr weiterführt (vgl. E. 4 hiervor). Das
landwirtschaftliche Gewerbe ist damit aufgelöst worden. Da einzelne
landwirtschaftliche Grundstücke vom Ertragswertprinzip ausgenommen sind (vgl.
HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N. 5 zu Art. 212 ZGB), müssen die
Vermögensgegenstände, die das einstige landwirtschaftliche Gewerbe umfasst hat,
zur Bestimmung der Mehr- und/oder Minderwertbeteiligung der Ersatzforderungen
mit ihrem Verkehrswert eingesetzt werden, und zwar sowohl der Anfangswert als
auch der Endwert (vgl. das Beispiel im Fall von Investitionen beim Erwerb:
HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 37a zu Art. 212/213 ZGB). Der Einwand der
Beschwerdeführerin, der Verkehrswert sei massgebend, ist somit im Grundsatz
berechtigt.

5.3 Für die während des Scheidungsverfahrens verkauften Liegenschaften ist der
Wert im Zeitpunkt der Veräusserung massgebend, d.h. in der Regel der
tatsächlich erzielte Nettoerlös. Auf Grund der konkreten Umstände des
Einzelfalls kann sich erweisen, dass der bezahlte Preis von den Parteien zu
niedrig angesetzt worden ist. Diesfalls muss die Differenz zwischen
tatsächlichem Verkaufserlös und höherem Verkehrswert berücksichtigt werden
(zit. Urteil 5P.82/2004 E. 2.2.2, in: Fampra.ch 2005 S. 318, mit Hinweisen;
seither: STECK, a.a.O., N. 3, und HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N. 5, je zu
Art. 214 ZGB; vgl. DESCHENAUX/STEINAUER/BADDELEY, a.a.O., N. 1409 S. 565). Weil
das Obergericht von einer Ersatzanschaffung ausgegangen ist, hat es den genauen
Erlös aus den Verkäufen vom März und August 2005 nicht festgestellt und auch
nicht eindeutig erklärt, ob es der Darstellung des Beschwerdegegners (1.34 Mio.
Fr.) oder der Annahme der Beschwerdeführerin (1.2 Mio. Fr.) folgen wolle (E.
6.8.2 S. 23 des angefochtenen Urteils). Soweit der Erlös als angemessen
erscheint, wäre der Beschwerdegegner freilich auf seiner Zugabe zu behaften. Da
aber diesbezüglich nichts festgestellt ist, verlangt die Beschwerdeführerin
begründeterweise eine Rückweisung.

5.4 Nach Abschluss des Schriftenwechsels Ende Oktober 2007 hat das
obergerichtliche Verfahren während rund acht Monaten bis zur Urteilsfällung am
24. Juni 2008 geruht. Die Beschwerdeführerin behauptet und belegt vor
Bundesgericht, dass der Beschwerdegegner im Februar/März 2008 weitere
Grundstücke, die zum landwirtschaftlichen Gewerbe gehört haben, veräussert hat.
Die entsprechenden Behauptungen und Belege der Beschwerdeführerin sind entgegen
der Darstellung des Beschwerdegegners nur teilweise neu. Das Obergericht hat
den Sachverhalt vielmehr vorhergesehen und insofern berücksichtigt, als die
Beschwerdeführerin auch in diesem Fall eine ihrer güterrechtlichen
Beteiligungsquote entsprechende Gewinnbeteiligung gemäss Art. 212 Abs. 3 ZGB
geltend machen könne (E. 6.5 S. 18 des angefochtenen Urteils). Da das
Ertragswertprinzip im Sinne der Art. 212 f. ZGB hier nicht massgebend ist (E.
5.2 soeben), muss die Sache auch in diesem Punkt zur Festsetzung des Wertes
zurückgewiesen werden. Im Neubeurteilungsverfahren wird das Obergericht nach
kantonalem Recht zu beurteilen haben, inwiefern die weiteren Veräusserungen
noch berücksichtigt werden können. Andernfalls ist der Wert der veräusserten
Liegenschaften wie auch aller weiteren Vermögensgegenstände, die zum einstigen
landwirtschaftlichen Gewerbe gehört haben, auf Grund der Beweisanträge der
Parteien, namentlich der von der Beschwerdeführerin bereits in der Klage
verlangten "Verkehrswertschätzung sämtlicher Liegenschaften des Klägers [recte:
Beklagten] im Gemeindebann G.________" (act. 12; ebenso S. 15 der Replik, act.
97) zu ermitteln.

5.5 Aus den dargelegten Gründen ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache
antragsgemäss an das Obergericht zwecks Bestimmung des Wertes im Sinne der
vorstehenden Erwägungen und zur Berechnung der Ersatzforderungen mit
allfälligen Mehrwert- und/oder Minderwertanteilen und der Vorschlagsbeteiligung
zurückzuweisen. Die Eventualvorbringen der Beschwerdeführerin für den Fall,
dass das Ertragswertprinzip massgebend sein sollte (S. 12 ff. Ziff. 5 der
Beschwerdeschrift), werden damit gegenstandslos.

6.
Schliesslich ist die Höhe der Investitionen und damit der Ersatzforderungen
streitig. Vor Obergericht hat die Beschwerdeführerin darauf beharrt, dass sie
ihr gesamtes, vom Bezirksgericht zutreffend mit Fr. 98'742.-- beziffertes
Eigengut in die Liegenschaft des Beschwerdegegners investiert habe. Das
Obergericht hat davon lediglich Fr. 9'378.-- anerkannt, nämlich eine
Beteiligung mit Fr. 5'000.-- beim Erwerb im Jahre 1993 und mit Fr. 4'378.-- am
Umbau (E. 6.6 S. 18 ff. des angefochtenen Urteils). Die Beiträge sind im
Einzelnen streitig (S. 7 ff. Ziff. 3 und 4 der Beschwerdeschrift und S. 7 ff.
Ziff. 3 und 4 der Beschwerdeantwort).

6.1 Rechtsfragen betreffen die Grundsätze und die Methode der Bewertung von
Vermögensgegenständen (vgl. E. 5 hiervor), Tatfragen hingegen die
Feststellungen über den Wert eines bestimmten Vermögensgegenstandes und über
die betragsmässige Höhe von Aktiven und Passiven der einzelnen Vermögensmassen
sowie Feststellungen darüber, was ein Ehegatte mit seiner Zahlung beabsichtigt
oder gewollt hat (zit. Urteil 5P.82/2004 E. 2.2.3 und E. 2.5.2, in: Fampra.ch
2005 S. 318 und S. 320 mit Hinweisen). Tatsachenfeststellungen betreffen auch
der erfolgte Einsatz der Mittel (z.B. BGE 109 II 92 E. 2 S. 93) und die durch
Investitionen bewirkten Wertvermehrungen (z.B. BGE 96 II 305 E. 1a S. 308). Sie
sind für das Bundesgericht allesamt verbindlich (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) und
können nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig sind oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen und wenn die Behebung des
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (vgl. Art. 97
Abs. 1 BGG). Eine offensichtlich unrichtige bedeutet eine willkürliche
Sachverhaltsfeststellung (BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62; 134 IV 36 E. 1.4.1 S. 39).
Ob die tatsächlichen Voraussetzungen für eine Ersatzforderung gegeben sind, hat
auf Grund der Beweisregel von Art. 8 ZGB die Beschwerdeführerin nachzuweisen
(vgl. BGE 131 III 559 E. 4.3 S. 565).

6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Fr. 10'000.--, die zum Erwerb des
landwirtschaftlichen Gewerbes im Jahre 1993 gedient hätten, stammten aus dem
Vermögen ihrer Eltern und seien einer natürlichen Vermutung entsprechend ihr
allein und nicht beiden Ehegatten geschenkt worden. Ihrem Eigengut stehe
deshalb eine Ersatzforderung von Fr. 10'000.-- und nicht bloss von Fr. 5'000.--
zu (S. 7 Ziff. 3.1 der Beschwerdeschrift). Die Beschwerdeführerin bzw. ihr
damaliger Rechtsvertreter im kantonalen Verfahren hat diese Rüge vor
Obergericht nirgends erkennbar erhoben und damit den kantonalen Instanzenzug
offenkundig nicht erschöpft (Art. 75 Abs. 1 BGG; BGE 134 III 524 E. 1.3 S.
527). Die Rüge ist unzulässig, aber auch unbegründet, wie der Beschwerdegegner
hervorhebt. Die Feststellung, die Schenkung der Fr. 10'000.-- sei an beide
Ehegatten erfolgt, lässt sich auf die Aussage des Vaters der Beschwerdeführerin
stützen (Protokoll vom 24. November 2005, act. 196: "Die Fr. 10'000.-- waren
für beide.") und erscheint bereits deshalb nicht als willkürlich.

6.3 Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass ihr das Obergericht die Auszahlung
der vorehelichen Berufsvorsorge im geltend gemachten Betrag von Fr. 8'864.60
nicht an das Eigengut angerechnet und zu Unrecht auf Beweislosigkeit erkannt
habe. Sie habe den genauen Betrag urkundlich nicht beweisen können (S. 7 f.
Ziff. 3.2 der Beschwerdeschrift). Die Beschwerdeführerin rügt damit sinngemäss
eine Verletzung von Art. 8 ZGB, belegt aber in keiner Weise, inwiefern sie sich
in einer Beweisnot befunden haben soll, die eine Herabsetzung des Beweismasses
rechtfertigen könnte (vgl. BGE 133 III 81 E. 4.2.2 S. 88). Dass für die
Auszahlung von Guthaben der beruflichen Vorsorge ein strikter Beweis nach der
Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar sein soll und deshalb eine
regelrechte Beweisnot anzunehmen wäre (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 S. 324),
trifft nicht zu. Es ist vielmehr mit dem Obergericht (E. 6.6.2 S. 20) davon
auszugehen, dass der Nachweis für die Höhe des Guthabens gegenüber der
Vorsorgeeinrichtung zur Zeit der Eheschliessung mittels Bestätigung der
Arbeitgeberin möglich gewesen wäre. Mit der blossen Behauptung des Gegenteils
vermag die Beschwerdeführerin keine Bundesrechtsverletzung zu begründen.

6.4 In ihrer Appellationsantwort hat die Beschwerdeführerin erneut behauptet,
sie habe nicht bloss Fr. 65'000.--, sondern ihr gesamtes Eigengut von Fr.
98'742.-- in die Liegenschaft investiert. Das Obergericht ist auf die von der
Beschwerdeführerin behaupteten höheren Investitionen mangels rechtsgenüglicher
Substanziierung nicht weiter eingegangen und hat anschliessend geprüft, ob der
Beweis für Investitionen der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 65'000.--
erbracht sei (E. 6.6.3.2 S. 21 des angefochtenen Urteils). Die
Beschwerdeführerin rügt eine offensichtlich falsche Feststellung des
Sachverhalts (S. 8 f. Ziff. 3.3 der Beschwerdeschrift).

Beweiserheblich ist die Klagebeilage Nr. 26 (= Replikbeilage Nr. 16), umfassend
zwei Seiten, auf denen tabellarisch "Liegenschaftsaufwand /Schulden 1993/1994"
bzw. "1995/1996" verzeichnet sind. Das Bezirksgericht hat dazu bemerkt, dass
daraus nicht zu entnehmen sei, mit welchen Mitteln die behaupteten Auslagen
bezahlt worden seien, und dass die Darstellung, wonach Auslagen von insgesamt
Fr. 32'145.60 eine Hypothekarerhöhung bzw. ein Darlehensbetrag von Fr.
30'500.-- gegenüberstehe, jedenfalls keinen Rückschluss auf die konkrete
Verwendung von Geldmitteln der Beschwerdeführerin gestatte (E. 5.4.3 S. 24 f.
des bezirksgerichtlichen Urteils). Die Beschwerdeführerin hat dagegen in ihrer
Appellationsantwort und Anschlussappellation vorgebracht, die Zusammenstellung
sei im ausdrücklichen Einverständnis und nach Absprache mit dem
Beschwerdegegner erfolgt und deshalb nicht anzuzweifeln. Im Übrigen sei sie
auch in den Steuern berücksichtigt worden, was sich aus den vom
Beschwerdegegner neu eingereichten Steuerdeklarationen zweifelsfrei ergeben
dürfte. Allerdings habe das Bezirksgericht übersehen, dass der von ihm gewählte
Betrag von Fr. 140'500.-- lediglich die Jahre 1993/94 beschlage, derweil
untergegangen sei, dass die beiden Jahre 1995/96 ebenfalls mit erheblichen
Investitionen belastet seien. Das Gericht habe offenbar nur die Vorderseite von
Klagebeilage Nr. 26 berücksichtigt (S. 10 Ziff. III/9).

Entgegen der Rüge der Beschwerdeführerin hat das Obergericht kein Bundesrecht
verletzt, indem es davon ausgegangen ist, die Vorbringen genügten inhaltlich
den Anforderungen an die Substantiierung nicht, die für die Subsumtion unter
die massgebliche Bestimmung des materiellen Bundesrechts notwendig sei (vgl.
BGE 108 II 337 Nr. 66; 127 III 365 E. 2b S. 368). Zum einen ist nicht
nachvollziehbar, weshalb das Bezirksgericht nur die Vorderseite der
Klagebeilage Nr. 26 (1993/1994) berücksichtigt haben soll, steht doch der in
seinem Urteil ausdrücklich erwähnte Betrag von Fr. 32'145.60 auf der zweiten
Seite (1995/1996). Zum anderen und entscheidend zeigen die Vorbringen nicht
auf, dass und in welchem Betrag der Klagebeilage Nr. 26 entnehmbar sein soll,
die behaupteten Auslagen seien aus dem Eigengut der Beschwerdeführerin bezahlt
worden. Der blosse Hinweis auf die Eignung der Tabelle als Steuerbeilage belegt
lediglich, dass der Beschwerdegegner die Unterhaltsaufwendungen und Schulden
hat steuerlich berücksichtigt wissen wollen, hingegen nicht, dass die Mittel
aus dem Eigengut der Beschwerdeführerin stammen. Dass das Obergericht auf die
Vorbringen mangels Substantiierung nicht eingetreten ist, verletzt kein
Bundesrecht.

6.5 Das Obergericht hat festgestellt, dass während der Ehe einerseits die
Beschwerdeführerin über Geldmittel verfügte und andererseits die Liegenschaft
des Beschwerdegegners umgebaut wurde. Es hat dafürgehalten, es sei damit
grundsätzlich möglich, dass Geldmittel der Beschwerdeführerin in die Sanierung
der Liegenschaft des Beschwerdegegners geflossen seien, ebenso möglich sei
jedoch die Verwendung der Geldmittel für andere Bedürfnisse der Familie oder
der Verbrauch für persönliche Bedürfnisse. Die Beschwerdeführerin habe damit
den ihr obliegenden Beweis für die Ersatzforderung nicht erbracht (E. 6.6.3.3
S. 21 f. des angefochtenen Urteils). Die Auffassung kann nicht beanstandet
werden. Das Vorhandensein von Geldmitteln auf Seiten der Beschwerdeführerin und
von Rechnungen auf Seiten des Beschwerdegegners gestattet nicht zwingend den
Schluss, die Geldmittel seien zur Bezahlung der Rechnungen verwendet worden.
Hierfür bedürfte es weiterer Indizien, die einen Zusammenhang zwischen dem
Verbrauch bestimmter Geldbeträge und der Bezahlung konkreter Rechnungen
zeitlich und sachlich nahelegen, ansonsten es bei einer blossen Möglichkeit
bleibt, die für sich allein keinen Beweis bedeutet und mit der sich das
Sachgericht nicht begnügen darf (vgl. BGE 118 II 235 E. 2c S. 238 f.). Bei
behaupteten Investitionen in Vermögenswerte einer anderen Gütermasse ist der
Zahlungsfluss nachzuweisen (vgl. BÄHLER, Zur Führung von Prozessen über das
Güterrecht, in dubio 2006, Heft 5, S. 236 ff., S. 242). Mit ihren Vorbringen,
dass sie über Geldmittel verfügt habe, vermag die Beschwerdeführerin deshalb
keine Bundesrechtsverletzung darzutun. Es bleibt letztlich offen, inwiefern der
erwähnte Zusammenhang besteht, und es wird ohne konkret aufgezeigte
Anhaltspunkte lediglich behauptet, dass vorhandene Geldmittel der
Beschwerdeführerin in das Eigengut des Beschwerdegegners geflossen seien (S. 9
ff. Ziff. 3.4-3.7 der Beschwerdeschrift).

6.6 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin eine unrichtige Feststellung
ihres Errungenschaftsvermögens geltend, belegt ihre Rüge aber mit einem
Kontoauszug für die Zeit von 15. Juni 2008 bis 15. August 2008 (S. 11 Ziff. 3.8
der Beschwerdeschrift mit Hinweis auf Beschwerde-Beilage Nr. 8). Aus dem
belegten Zeitraum folgt, dass der Auszug nach der letzten Verbuchung vom 12.
August 2008 und damit nach der Urteilsfällung am 24. Juni 2008 erstellt worden
ist. Es handelt sich dabei um ein echtes neues Beweismittel, das im
Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht unzulässig ist (vgl. BGE 134 IV 97 E.
5.1.3 S. 103) und deshalb auch nicht der Begründung einer Sachverhaltsrüge
dienen kann.

6.7 Aus den dargelegten Gründen muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit
sie sich gegen die Tatsachenfeststellungen richtet. Für die Ersatzforderungen
bleibt es dabei, dass am Erwerb des landwirtschaftlichen Gewerbes in
G.________, die zum Eigengut des Beschwerdegegners gehört, das Eigengut der
Beschwerdeführerin mit Fr. 5'000.-- beteiligt war und dass zur Verbesserung und
Erhaltung der Wohnliegenschaft, die zum Eigengut des Beschwerdegegner gehört,
aus dem Eigengut der Beschwerdeführerin Fr. 4'378.-- und aus der Errungenschaft
des Beschwerdegegners Fr. 53'744.-- geleistet wurden. Auf Grund dieser Zahlen
und der noch vorzunehmenden Bewertungen (E. 5 hiervor) sind die
Ersatzforderungen des Eigenguts der Beschwerdeführerin einschliesslich eines
allfälligen Mehrwertanteils (Art. 206 ZGB) und der Errungenschaft des
Beschwerdegegners einschliesslich eines allfälligen Mehr- oder
Minderwertanteils (Art. 209 Abs. 3 ZGB) zu berechnen. Letzterer Betrag
zuzüglich der weiteren festgestellten Vermögenswerte der jeweiligen
Errungenschaften beider Parteien (vgl. E. 7 und E. 8 S. 25 f. des angefochtenen
Urteils) sind der Berechnung des Vorschlags zugrunde zu legen (Art. 215 ZGB).

7.
Die Beschwerde muss gutgeheissen werden, soweit darauf einzutreten ist, und das
Obergericht wird sich mit der Sache im Sinne der Erwägungen nochmals zu
befassen haben. Die Beschwerdeführerin obsiegt mit ihrem Hauptantrag. Der
Beschwerdegegner wird damit kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1
und Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die
Dispositiv-Ziff. 1.2/6.1 und 1.4 sowie die Dispositiv-Ziff. 2 und 3 des Urteils
des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 1. Kammer, vom 24. Juni 2008
werden aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Beurteilung im Sinne der Erwägungen
an das Obergericht zurückgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdegegner auferlegt.

3.
Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 6'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Januar 2009
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl von Roten