Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.673/2008
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_673/2008 /ber

Urteil vom 20. November 2008
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichterin Escher,
nebenamtlicher Bundesrichter von Werdt,
Gerichtsschreiber Zbinden.

Parteien
1. Erben A.________ sel., bestehend aus:,
2. B.________,
3. C.________ sel., vertr. durch Konkursamt Bern- Mittelland, Dienststelle
Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern,
Beschwerdeführer,
alle drei vertreten durch Rechtsanwalt Walter A. Stöckli,

gegen

D.________,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Baumann,

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Uri,
Zivilrechtliche Abteilung, vom 16. Mai 2008.

Sachverhalt:

A.
A.a Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Uri vom 1. Dezember 2006 wurde
D.________ (Schuldnerin) verurteilt, den Erben des A.________ sel., B.________
und C.________ (Gläubiger), Fr. 60'000.-- nebst Zins zu 5% seit 5. April 2001
und Parteikosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren von insgesamt
Fr. 9'380.-- zu bezahlen. Dieses Urteil wurde nicht angefochten und erwuchs in
Rechtskraft.
A.b Gegen den entsprechenden Zahlungsbefehl in der Betreibung Nr. 20701383 des
Betreibungsamtes Silenen erhob die Schuldnerin Rechtsvorschlag. Am 24.
September 2007 ersuchten die Gläubiger das Landgerichtspräsidium Uri um
definitive Rechtsöffnung in der genannten Betreibung für den Betrag von Fr.
60'000.-- nebst Zins zu 5% seit dem 5. April 2001 sowie für Fr. 9'380.-- nebst
Zins zu 5% seit dem 6. September 2007 und die Kosten. In ihrer Vernehmlassung
machte die Schuldnerin geltend, die Gläubiger hätten mit Erklärung vom 7. April
2007 auf die mit Urteil vom 1. Dezember 2006 zugesprochenen Forderungen
verzichtet. Mit Entscheid vom 18. Februar 2008 hiess das Landgerichtspräsidium
Uri das Rechtsöffnungsbegehren im Wesentlichen gut.

B.
Den von der Schuldnerin gegen den Rechtsöffnungsentscheid geführten Rekurs
hiess das Obergericht des Kantons Uri mit Urteil vom 16. Mai 2008 gut, hob den
Entscheid des Landgerichtspräsidiums Uri vom 18. Februar 2008 auf und wies das
Gesuch um Erteilung der definitiven Rechtsöffnung ab, soweit es darauf eintrat.
Zur Begründung führte die Vorinstanz an, die Gläubiger (bzw. deren
Rechtsvorgänger) hätten mit Datum vom 7. April 2007 auf die mit Urteil vom 1.
Dezember 2006 zugesprochenen Forderungen verzichtet.

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 3. Oktober 2008 verlangen die Gläubiger
(Beschwerdeführer), es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und ihnen in
der Betreibung Nr. 20701383 des Betreibungsamtes Silenen definitive
Rechtsöffnung für Fr. 60'000.-- nebst Zins zu 5 % seit 5. April 2001 und Fr
9'380.-- nebst Zins zu 5 % seit 14. September 2007, evtl. für Fr 1.-- zu
erteilen; subeventuell sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz
zurück zu weisen.

Es sind keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen letztinstanzlichen
(Art. 75 Abs. 1 BGG) kantonalen Entscheid, der das Rechtsöffnungsverfahren
abschliesst, mithin um einen Endentscheid im Sinn von Art. 90 BGG. Gemäss Art.
72 Abs. 2 lit. a BGG unterliegen der Beschwerde in Zivilsachen auch Entscheide
in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, also auch der angefochtene Entscheid.
Der erforderliche Streitwert von Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) ist
vorliegend gegeben.

1.2 Mit der Beschwerde in Zivilsachen kann gegen den angefochtenen
Rechtsöffnungsentscheid eine Verletzung von Bundesrecht gerügt werden (Art. 95
BGG). Das Bundesgericht überprüft die behauptete Verletzung dieses Rechts mit
freier Kognition, währenddem es seinem Beschwerdeentscheid den von der
Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zu Grunde zu legen hat (Art. 105 Abs. 1
BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn die für
den Verfahrensausgang entscheidenden Feststellungen offensichtlich unrichtig,
d.h. willkürlich (Art. 9 BV) sind (BGE 133 II 249 E. 1.2.2) oder auf einer
anderen Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruhen und wenn die Behebung
des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann.

1.3 Die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG hat nebst einem Antrag eine Begründung
zu enthalten, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der
angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), ansonsten auf
die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Das
bedeutet, dass in der Beschwerdeschrift auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, inwiefern der
angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt. Die Gesetzesartikel brauchen
allerdings nicht ausdrücklich genannt zu werden, falls aus den Vorbringen
hervorgeht, gegen welche Regeln des Bundesrechts die Vorinstanz verstossen
haben soll (BGE 116 II 745 E. 3 S. 749; 133 IV 286 E. 1.4).

Wird eine Sachverhaltsfeststellung beanstandet, muss in der Beschwerdeschrift
dargelegt werden, inwiefern diese Feststellung willkürlich oder durch eine
andere Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG (z.B. Art. 29 Abs. 2 BV oder
Art. 8 ZGB) zustande gekommen ist (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.2.2 und 1.4.3 S.
255). In der Beschwerde in Zivilsachen dürfen überdies keine neuen Tatsachen
und Beweismittel vorgebracht werden, es sei denn, erst der Entscheid der
Vorinstanz habe dazu Anlass gegeben (Art. 99 BGG). Wird ein Novum vorgetragen,
ist in der Beschwerde darzutun, inwiefern die erwähnte Voraussetzung erfüllt
ist (BGE 133 III 393 E. 3). Wie unter der Herrschaft des Bundesgesetzes vom 16.
Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) müssen die
erhobenen Rügen zudem in der Beschwerdeschrift selber enthalten sein; der
blosse Verweis auf Ausführungen in anderen Rechtsschriften oder auf die Akten
reicht nicht aus (BGE 133 II 396 E. 3.1 und 3.2).

Die Beschwerdeführer haben vor Bundesgericht als Beilage zur Beschwerde ein
Schreiben vom 5. September 2008 des von ihnen beigezogenen Gutachters ins Recht
gelegt, in welchem sich dieser ausschliesslich zu Rechtsfragen äussert.
Praxisgemäss macht das Bundesgericht auch unter der Herrschaft des BGG eine
Ausnahme von den soeben zitierten Grundsätzen des Novenrechts für ergänzende
rechtliche Erläuterungen, welche die Parteien zur Bekräftigung ihres
Standpunktes in Rechtsgutachten vorbringen, sofern sie diese dem Rechtsmittel
beilegen oder innert der Rechtsmittelfrist nachreichen (Urteil 4A_190/2007 vom
10. Oktober 2007 E. 5.1). Aus diesen Gründen wird dieses Schreiben zu den Akten
erkannt bzw. dort belassen.

1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher
grundsätzlich einzutreten.

2.
2.1 Zunächst rügen die Beschwerdeführer wie bereits vor dem Obergericht, die
Verzichtserklärung vom 7. April 2007 könne im Rechtsöffnungsverfahren von
vornherein nicht berücksichtigt werden, weil nach Art. 81 Abs. 1 SchKG die
definitive Rechtsöffnung nur dann nicht erteilt werden könne, wenn der
Betriebene durch Urkunden beweist, dass die Schuld "seit Erlass des Urteils"
getilgt oder gestundet worden ist. Das Sachurteil sei erst nach der Zustellung
der Urteilsbegründung am 25. Juni 2007 in Rechtskraft erwachsen. Mithin sei der
Verzicht auf die Forderung vor Erlass des Urteils erfolgt, weshalb dieser im
Rechtsöffnungsverfahren nicht berücksichtigt werden könne.

2.2 Die Vorinstanz erwog, dass mit "Erlass des Urteils" nicht der Zeitpunkt der
Rechtskraft gemeint sei; es genüge, wenn die Beschwerdeführer die
Verzichtserklärung in Kenntnis des Entscheides im Dispositiv abgegeben haben.
Deshalb sei die Verzichtserklärung nicht zu früh abgegeben worden, selbst wenn
der begründete Entscheid erst später zugestellt worden sei.
2.3
2.3.1 Die Literatur hat sich verschiedentlich zur Bedeutung der in Art. 81 Abs.
1 SchKG aufgeführten Wendung "seit Erlass des Urteils" geäussert. Nach
Staehelin (Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Band
I, 1998, N. 5 zu Art. 81 SchKG) ist derjenige Zeitpunkt massgebend, bis zu dem
die Tilgung, Stundung oder Verjährung im Erkenntnisverfahren noch
berücksichtigt werden konnte. Jaeger/Walder/Kull/Kottmann (Bundesgesetz über
Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Aufl. 1997, N. 5 zu Art. 81 SchKG) stellen
nicht auf den Zeitpunkt der Rechtskraft, sondern derjenigen der Urteilsfällung
ab. Die zitierten Autoren führen an den angegebenen Stellen übereinstimmend
aus, dass die Tilgung bzw. Stundung nur dann nicht mehr zu berücksichtigen ist,
wenn sie schon im Verfahren, das zum Rechtsöffnungstitel führte, vom Schuldner
hätten vorgebracht werden können. Was der von den Parteien beigezogene
Gutachter dagegen vorbringt, ist nicht schlüssig, geht es doch ihm im
Wesentlichen darum, nachträgliche Rückforderungsprozesse nach Art. 86 SchKG zu
verhindern.
2.3.2 Hintergrund der Regelung von Art. 81 Abs. 1 SchKG ist, dass "le poursuivi
peut se libérer en établissant, par titre, que sa dette a cessé d'exister ou
d'être exigible après le moment où le moyen libératoire a cessé d'être
opposable dans la procédure qui conduit à la décision portant condamnation à
payer..." (Gilliéron, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour
dettes et la faillite, Band I, 1999, N. 44 zu Art. 81 SchKG). Befreiende
Einreden des Schuldners können im Verfahren, das zum Rechtsöffnungstitel führt,
spätestens dann nicht mehr erhoben werden, wenn das Urteil gefällt ist. Es ist
daher folgerichtig, wenn Jaeger (Schuldbetreibung und Konkurs 3. Aufl. 1911, N.
9 zu Art. 81 SchKG) schreibt, "seit Erlass des Urteils" meine seit dessen
Fällung und nicht seit dessen Rechtskraft. Unter Urteilsfällung ist der
Zeitpunkt (Tag) zu verstehen, an dem alle mitwirkenden Richter, allenfalls die
Mehrheit, sei es anlässlich einer mündlichen Beratung, sei es auf dem
Zirkulationsweg, dem Referat zugestimmt haben. Es kann zwar vorkommen, dass die
Sache nach Abschluss einer ersten Zirkulation intern nochmals beraten wird, in
welchem Fall das Urteil nach der ersten Zirkulation noch nicht gefällt ist.
Wird allerdings - wie vorliegend - das Dispositiv ausgefertigt, und insoweit
das Urteil (schriftlich) verkündet, gilt es als mit dem darin aufgeführten
Datum gefällt bzw. erlassen. Mit der Berücksichtigung der am 7. April 2007
abgegebenen Verzichtserklärung hat die Vorinstanz somit kein Bundesrecht
verletzt; die diesbezügliche Rüge erweist sich als unbegründet.

3.
3.1 Die Beschwerdeführer erblicken eine Verletzung ihres
Beweisführungsanspruchs (Art. 8 ZGB) darin, dass die Vorinstanz trotz
entsprechenden Antrages die Verzichtserklärung keiner Expertise unterzogen
habe. Sodann rügen sie eine willkürliche Feststellung des Sachverhalts (Art. 9
BV), indem die Vorinstanz trotz der behaupteten Hinweise auf eine mögliche
Urkundenfälschung zu Unrecht von der Gültigkeit der Verzichtserklärung vom 7.
April 2007 ausgegangen sei.

3.2 Artikel 8 ZGB gibt der beweispflichtigen Partei in allen
Zivilstreitigkeiten einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, für
rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden (BGE 133 III 295 E.
7.1; 130 III 591 E. 5.4 S. 602; 129 III 18 E. 2.6); vorausgesetzt wird dabei,
dass ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen
Rechts entspricht (BGE 133 III 295 E. 7.1; 129 III 18 E. 2.6; 114 II 289 E. 2a
S. 290, je mit Hinweisen).

Gemäss Art. 25 Ziff. 2 lit. a SchKG hat der Rechtsöffnungsrichter in einem
summarischen Verfahren zu entscheiden. Das Gesetz lässt allerdings den Kantonen
bei der Ausgestaltung dieses Verfahrens volle Freiheit. Grundsätzlich ist auch
im summarischen Verfahren der volle Beweis zu führen (ENGLER, Kommentar zum
Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Band I, 1998, N. 12 zu Art. 25
SchKG). Der bundesrechtliche Anspruch auf Abnahme prozessual korrekt
vorgetragener Beweise für rechtserhebliche Tatsachen muss beachtet werden. Art.
81 Abs. 1 SchKG verlangt einen Urkundenbeweis; blosses Glaubhaftmachen genügt
nicht. Der Schuldner genügt seiner Beweispflicht, wenn er eine Urkunde vorlegt.
Wenn der Gläubiger einer Urkunde gegenüber die Einrede der Unechtheit erheben
will, muss er diese wenigstens glaubhaft machen.

Die Beschwerdeführer behaupten, sie hätten vor den kantonalen Instanzen die
Einholung einer Expertise beantragt. Sie vertraten vor Obergericht die
Auffassung, soweit die Unterschrift überhaupt von Frau C.________ stamme, sei
sie erschlichen worden. Sie verwiesen dabei auf Dr. Köstner und führten an
"Expertise (vgl. Plädoyernotizen S. 6 Ziff. 8)". In den erstinstanzlichen
Plädoyernotizen hatte der Anwalt der Beschwerdeführer diesbezüglich aber
bemerkt, "Ein solches Gutachten einzuholen ist aber, wie ich zeigen werde, m.E.
gar nicht notwendig.". Damit aber ist nicht erstellt, dass die Beschwerdeführer
vor Obergericht klar und begründet eine Expertise verlangt haben. Unter diesen
Umständen ist der Rüge der Verletzung des Beweisführungsanspruchs der Boden
entzogen.

3.3 Zu prüfen bleiben damit die Willkürrügen im Zusammenhang mit der
Sachverhaltsfeststellung und der Beweiswürdigung der Vorinstanz. Eine
Sachverhaltsfeststellung ist insbesondere dann willkürlich, wenn sie
offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch
steht oder auf einem offenkundigen Versehen beruht (BGE 129 I 173 E. 3.1 S.
178). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn das Gericht Sinn und
Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne
sachlichen Grund ein wichtiges Beweismittel, das für den Entscheid wesentlich
sein könnte, unberücksichtigt gelassen hat oder wenn es auf Grundlage der
festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen getroffen hat (BGE 129 I
8 E. 2.1 S. 9). Dass die Ergebnisse des Beweisverfahrens auch Schlüsse
gestatten, die nicht mit den vom Sachgericht gezogenen übereinstimmen, bedeutet
hingegen nicht schon Willkür (BGE 116 Ia 85 E. 2b S. 88). Es obliegt gemäss
Art. 106 Abs. 2 BGG den Beschwerdeführern, Willkür klar und detailliert und,
soweit möglich, belegt zu rügen und im Einzelnen darzulegen, inwiefern die
Beweiswürdigung an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE
130 I 258 E. 1.3 S. 261 f.; 133 III 393 E. 6 S. 397) und sich deshalb im
Ergebnis nicht mehr halten lässt (BGE 131 I 217 E. 2.1 S. 219; 133 III 585 E.
4.1 S. 588 f.).

Die Vorinstanz leitet aus der sich schon bei den erstinstanzlichen Akten
befindlichen, bezeichnenderweise vom Beschwerdeführer B.________ stammenden
Fotografie ab, dass C.________ die fragliche Verzichtserklärung offensichtlich
unterschrieben habe. Insoweit die Fotografie den Eindruck erwecke, dass in der
Nähe der Spitze des Kugelschreibers von C.________ die Unterschrift schon
stand, sei darauf hinzuweisen, dass C.________ offenbar einfach noch den Bogen
auf dem "u" von "Frau" anfüge. Im Weiteren attestiere ihr Dr. med. B. Köstner,
dass sich in Bezug auf die Forderung volle Urteilsfähigkeit ergebe. C.________
bestreite zwar auf die Forderung verzichtet zu haben; dies sei aber am 21.
November 2007 und damit mehr als 6 Monate nach der Unterzeichnung der
Verzichtserklärung vom 7. April 2007 vom Arzt festgehalten worden und sei
deshalb entsprechend zu würdigen. Indem das Arztzeugnis von Dr. med. B. Köstner
zum Ausdruck bringe, dass C.________ an der Forderung festhalte, aber von einer
Verzichtserklärung nichts wisse, bringe er bei C.________ die allgemeine
Lebenserfahrung zum Ausdruck, dass alte Menschen sich an lange zurückliegende
Ereignisse und Vorgänge gut erinnern können, hingegen sich nicht mehr an kurze
Zeit zurückliegende Ereignisse und Vorgänge erinnern. Auf die seit 1. Mai 2001
hängige Forderungsstreitsache, an der anfänglich A.________ und damit der Sohn
von C.________ beteiligt war, könne sich C.________ in dem Sinne gut erinnern,
da man auf die Forderung, die mit Engagement vor Gericht geltend gemacht worden
sei, nicht verzichten wollte. Für den im summarischen Verfahren zu fällenden
Rechtsöffnungsentscheid habe die fragliche Verzichtserklärung als Urkunde für
den Nachweis des Erlasses und damit für die Tilgung der Schuld zu genügen.

Was die Beschwerdeführer gegen die vorinstanzlichen Erwägungen vorbringen, ist
nicht geeignet, diese willkürlich erscheinen zu lassen. Zunächst lassen sie
offen, ob die Unterschrift von C.________ sel. gefälscht sei oder nicht; falls
sie nicht gefälscht sei, sei sie jedenfalls erschlichen worden. Ferner wird
behauptet, die fragliche Unterschrift könnte von B.________ gefälscht oder
erschlichen worden sein. B.________ ist einer der Beschwerdeführer. Damit
stellen die Beschwerdeführer Hypothesen auf, die sie - sofern sie zutreffen -
selber zu vertreten haben. Insbesondere wäre der Beschwerdeführer B.________ in
der Lage gewesen, eindeutige Aussagen zu machen. Das hat er nicht getan. Die
Behauptungen der Beschwerdeführer sind in sich widersprüchlich und deshalb
nicht zu hören. Die Rüge der willkürlichen Sachverhaltsfeststellung ist deshalb
nicht begründet.

4.
4.1 Im Rahmen eines Eventualantrages verlangen die Beschwerdeführer, dass die
definitive Rechtsöffnung zumindest für den Betrag von Fr. 1.-- zu erteilen sei,
zumal sie gemäss der Erklärung vom 7. April 2007 nicht auf den vollen Betrag
verzichtet, sondern auf der Bezahlung von Fr. 1.-- beharrt hätten.

4.2 Der schweizerischen Rechtsanschauung widerspricht es, der Durchsetzung
einer grundsätzlich justiziablen Geldforderung einzig deshalb die Beurteilung
zu versagen, weil sie zahlenmässig zu geringfügig ist (DÜRR, Zürcher Kommentar,
1998, N. 354 zu Art. 1 ZGB; vgl. auch BREITSCHMID, Über Schwierigkeiten
wirtschaftlicher Betrachtungsweise im Privatrecht, in: FS Druey, Zürich 2002,
S. 61 ff., S. 79). Ein allfälliges Opportunitätsprinzip liegt im Zivilprozess
grundsätzlich in den Händen der Parteien und heisst Dispositionsmaxime (VOGEL,
Minima non curat praetor, SJZ 82/1986 S. 88, in Besprechung des Urteils, in: ZR
85/1986 Nr. 42 S. 93 ff.). Es kann auch nicht verallgemeinernd gesagt werden,
die Rechtsverfolgung eines geringen Forderungsbetrags an sich erfülle den
Sachverhalt mutwilligen oder rechtsmissbräuchlichen Prozessierens (vgl. FRANK/
STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl.
Zürich 1997, N. 10 zu § 50 ZPO/ZH). Ein solcher Verstoss gegen Treu und Glauben
ist vielmehr auf Grund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls zu
beurteilen.

In der Verzichtserklärung vom 7. April 2007 wird angegeben, es werde "aus
rechtlichen Gründen" nicht auf den vollen Betrag verzichtet. Einerseits ist
nicht ersichtlich und wird auch nicht dargetan, aus welchen "rechtlichen
Gründen" nicht auf den ganzen Betrag soll verzichtet werden können.
Andererseits bringen die Verzichtenden damit zum Ausdruck, dass sie keinen
ernsthaften Willen hatten, den Restbetrag von Fr. 1.-- einzufordern. Damit
erweist sich die erstmalige Geltendmachung des im Übrigen unter allen
Gesichtspunkten wahrhaft als geringfügig zu bezeichnenden Betrages vor
Bundesgericht als rechtsmissbräuchlich. Der Eventualantrag ist deshalb
ebenfalls abzuweisen.

5.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art.
66 Abs. 1 BGG). Sie haften für den Gesamtbetrag der Gerichtskosten solidarisch
(Art. 66 Abs. 5 BGG). Der Beschwerdegegnerin ist für das bundesgerichtliche
Verfahren keine Entschädigung zuzusprechen, da keine Vernehmlassung eingeholt
worden ist.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Uri,
Zivilrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. November 2008

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Raselli Zbinden